Dienstag, 9. Dezember 2008

Yoga und Chi Gong für Rheuma-Patienten

Empfehlen Sie doch Rheuma-Patienten zusätzlich zur Arzneitherapie Entspannungstechniken wie autogenes Training, Muskelrelaxation, Yoga oder Chi Gong! Diese Methoden reduzieren die Muskelspannung, erhöhen auf kognitiver Ebene die Konzentration, bessern emotional die Körperwahrnehmung und induzieren mental eine Haltung des Geschehenlassens. Die Wirksamkeit bei rheumatischen Erkrankungen ist in Studien nachgewiesen, etwa durch Messung mit Elektromyogram und EEG, von Ruhe-Energieumsatz, Thermoregulation, Stresshormonen, Atem- und Kreislaufreaktionen, wie Dr. Petra Georgiewa berichtet. Konkret bedeutet das: Bei vielen Patienten lassen die Schmerzen, Schlafstörungen oder Erschöpfung nach.

aus Ärztezeitung Nr. 221, 9. Dezember 2008

Früher, als die Welt noch in Ordnung war, waren die Amis böse und die Kommunisten nur ein bißchen neben der Spur. Wer die Amis gut fand, war konservativ und der Schlips nur hinter der nächsten Ecke, wer die Kommunisten nur ein bißchen neben der Spur fand, war einer von den Guten. Die sich selbst oder das Leben nicht auf die Reihe kriegten, waren auf der Suche nach sich selbst und machten Taiji, Chi Gong, Yoga und sonstwas, und die Erleuchtung wartete hinter der nächsten Ecke. Und die, die damals was zu sagen hatten, fanden diese Entspannungstechniken größtenteils bescheuert und ein billiges Mittel, seiner Persönlichkeit mittels Vollpumpen von realitätsferner Glückseligkeit den Saft abzudrehen. Und irgendwie hatten sie auch recht, weil wir wollten unser Ego ja loswerden, das uns wie ein Treibsatz in die Mitte der bürgerlichen Gesellschaft zu schießen drohte.
Jetzt werde ich langsam alt, die Gesellschaft verändert sich, jede bessere Reha-Klinik bietet Meditation an, und jetzt gehört es zum guten Ton einen VHS-Kurs Reiki zu belegen, und sogar in Ärztekreisen denkt man angesichts zunehmender fortbildungsgesicherter und qualitätsgemanagter Geldknappheit über alternative Einnahmensquellen nach.

Focus, wie immer eng am Zahn der Zeit
MedReport 31/2008 downloadbar

Adventsrätsel (das neunte von vierundzwanzig)

Von mir könnt ihr sehr guten Käse essen.
Lest mich andersrum, werd’ ich ihn selber fressen.

(Lösung zu Nr. 8)

Männer trainieren Shoppen

Celle: Männer sollen ihre Frauen nach dem Willen der Stadt Celle wieder mit Freude bei den Weihnachtseinkäufen begleiten. Deshalb werde auf dem Weihnachtsmarkt am kommenden Freitag ein „Shoppingmuffel-Motivationstraining“ organisiert, teilte die Stadt gestern mit. Der Tageskurs richte sich an Männer, die von ihren Frauen bisher im „Männer-Parking“ auf dem Weihnachtsmarkt abgegeben wurden. Dort konnten Männer, die dem Einkaufsstress nicht gewachsen sind, kickern, Karten spielen oder Rockmusik hören. Ein Coach soll den Männern nun erklären, was wichtig ist, damit sie wieder einen Einkaufsmarathon von zwei Stunden durchstehen können.
06.12.2008 / HAZ Seite 5



Keine Angst: das Bild würde die HAZ natürlich nie zu dem Artikel abdrucken. Es ist von Salvador Dali aus dem Jahr 1954, als er noch als Schaufensterdekorateur arbeitete, und heißt »Autosodomisierte jugendliche Jungfrau«. Bei sowas braucht man keinen Coach mehr, da geht mann »freiwillig« mit.

Magritte: Portrait Carlos Castaneda


















Abgesehen davon, was wohl passieren würde, wenn irgendeine Zeitung schriebe, daß Männer ihre Frauen irgendwo abgeben, versucht Konfusius derzeit der Welt klarzumachen, daß allein Technik zählt. Wenn Du die richtige Technik draufhast, ist Deine Neurose egal. Hurra! René Magrittes Bilder haben natürlich überhaupt nichts mit seiner Psyche sondern allein mit seiner Technik zu tun, da ändert auch Georgs Einwand nichts. Oben haben wir nur ein Beispiel, wie das im real existierenden Kapitalismus umgesetzt wird: Shopping als Kunst, die Männer, die man sonst abgegeben hat und jetzt technisch gecoacht zurechtgetrimmt sind, beim weiblichen Jagdzug durch die Konsumwelt auszuhalten. Neurose egal!



Hier hatte dann Magritte endlich seinen VHS-Kurs »Wir malen einen Apfel« hinter sich – und Castaneda war out.