Mittwoch, 14. Oktober 2015

Westen soll 2012 russischen Syrien-Friedensplan ohne Assad ignoriert haben

UN-Diplomat Martti Ahtisaari hält die aktuelle Katastrophe für "selbstgemacht"
Dem ehemaligen finnischen Präsidenten Martti Ahtisaari zufolge ignorierte der Westen vor drei Jahren einen russischen Friedensplan für Syrien, der einen Rücktritt des syrischen Staatspräsidenten Baschar al-Assad vorsah. Trifft der Vorwurf zu, wäre das insofern bemerkenswert, als der Alawit von westlichen Politikern immer wieder als Haupthindernis für eine mit Russland abgestimmte Anti-Terror-Politik im Nahen Osten präsentiert wurde.
Wäre der russische Friedensplan damals umgesetzt worden, dann hätte das Ahtisaari nach dazu geführt, dass sich die erst 2013 erstarkte Terrororganisation islamischer Staat (IS) kein Kalifat erobern hätte können - und dass nicht Millionen syrischer und irakischer Christen, Jeziden, Kurden, Alawiten, Drusen, Schiiten und säkulare Sunniten ins Ausland oder in den noch von der Regierung kontrollierten Westen Syriens geflüchtet wären. Von den Geköpften, Verbrannten und auf andere Weisen Ermordeten ganz zu schweigen.

Auch die ähnlich gefährliche al-Nusra-Front und ihre Verbündeten würden heute wahrscheinlich nicht praktisch die komplette Provinz Idlib, den Westen der Provinz Aleppo[1], über die Hälfte der Provinzen Dar'a und Quneitra sowie größere Gebiete in den Provinzen Hama, Homs, Damaskus und Latakia beherrschen, wenn sie es mit einer syrischen Armee zu tun gehabt hätten, die nicht nur von Russland und dem Iran, sondern auch von der NATO unterstützt worden wäre.

mehr:
- Westen soll 2012 russischen Syrien-Friedensplan ohne Assad ignoriert haben (Peter Mühlbauer, Telepolis, 16.09.2015)
- UN-Friedensplan für Syrien angemahnt – Risse in Russlands Bündnis mit Assad? (taz, 15.06.2012)
- Ein "Friedensplan" für Syrien (Die Welt, 14.02.2013)
- Friedensplan für Syrien: Russland geht auf Distanz zu Assad (SPON, 28.06.2012)
- Syrien-Konflikt: Syriens Regierung soll mit Russland über Friedensplan beraten (AFP, ZEIT Online, 26.12.2012)
- Friedensplan für Syrien: Frist endet – Assad zieht Armee nicht ab (dpa&Reuters, ZEIT Online, 10.04.2015)
Die Gewichtung machts
Daß die syrische Regierung ihre Truppen nicht abzieht, steht fett in den Schlagzeilen.
Im Bericht heißt es dann:
"Auch die Rebellen unternahmen offenbar keine Anstalten, die Kampfhandlungen einzustellen. Oppositionelle teilten mit, leicht bewaffnete Einheiten der Assad-Gegner hätten mehrere Angriffe auf Regierungssoldaten ausgeführt."
Aha.
Wie soll Bashar al-Asad bitte schön unter solchen Bedingungen seine Truppen zurückziehen? Daß die Truppen immer noch in den Städten ist nur die Reaktion auf die unausgesetzten Angriffe der sog. "Rebellen". Die müßten eigentlich in den Schlagzeilen erwähnt werden. So in etwa:
"Rebellen verüben nach wie vor Anschläge auf Militär und Polizei"
(Kommentar von agathodaemon am 10.04.2012)
- Syrien nimmt Annans Friedensplan an Assad stimmt zu und schweigt (n-tv, 27.03.2012)
- Syrien Annan: Assad hat Friedensplan zugestimmt (FAZ, 27.03.2012)
- Der unglaubliche "US- Friedensplan" für Syrien (Thierry Meyssan, Voltaire Netzwerk)
Als im Jahr 2001 Präsident George W. Bush beschloss, Syrien auf seine Liste der zu zerstörenden Ziele zu setzen, hatte er drei Ziele:
- 1. die "Achse des Widerstands" brechen und die israelische Expansion fördern;
- 2. die riesigen Gasreserven beschlagnahmen;
- 3. den "Erweiterten mittleren Osten" umformen.

Die Kriegs-Projekte scheiterten in 2005 und 2006, um schließlich die Form des "arabischen Frühlings" im Jahr 2011 anzunehmen: eine Kriegsführung der 4. Generation sollte die Muslim-Bruderschaft an die Macht bringen. Jedoch am Ende eines Jahres voller Medien Manipulation kam das syrische Volk aus seiner Erstarrung heraus und unterstützte seine Armee. Frankreich zog sich vom Spiel nach der Befreiung von Baba Amr zurück, während die Vereinigten Staaten und die Russische Föderation sich die Region auf der Konferenz von Genf 1 teilten (Juni 2012). Doch zur allgemeinen Überraschung gelang es Israel den Verhandlungstisch umzustürzen, indem es sich auf den neuen französischen Präsidenten, François Hollande, auf den US-Staatssekretär US Hillary Clinton und den Direktor der CIA David Petraeus stützte. Ein zweiter Krieg, diesmal des nicaraguanischen Typs (der durch die kontinuierliche Ankunft neuer Söldner gespeist wird) stürzte die Region wieder ins Elend. Wie auch immer, ist auch dieser Krieg gescheitert, ohne aber zu einem dauerhaften Frieden zu führen. Stattdessen wechselte John Kerry zwei Tage zuvor das Format der Genf 2 Konferenz und versuchte daraus ein pro-Saudisches Forum zu machen. In diesem Schlamassel kam der dritte Krieg, der von Daesh: plötzlich verwandelte sich eine kleine Gruppe von ein paar hundert Dschihadisten in eine riesige, gut ausgestattete Armee von über 200.000 Mann und startete den Angriff auf den sunnitischen Teil des Irak und die syrische Wüste.


Paul Salem von der Carnegie-Stiftung für internationalen Frieden schätzte die Folgen der Proteste folgendermaßen ein: „Die Ereignisse haben die Psyche der arabischen Völker und die Machtbalance in der Region verändert. Die internationale Gemeinschaft muss erkennen, dass sie sich mit fragwürdigen Regimen eingelassen hat und dass es sich nicht um einen islamistischen Aufstand handelt, sondern um demokratischen Protest.“ Natürlich würden in jedem arabischen Land spezielle Bedingungen herrschen, „aber jetzt stehen alle vor sehr ähnlichen Herausforderungen.“ Seiner Meinung nach treffe das auch für die Golfstaaten zu, in denen ebenfalls Monarchien an der Macht sind: „Die ölreichen Länder kennen nicht Arbeitslosigkeit und Armut wie Tunesien, Ägypten, Marokko, Algerien, Syrien, Jordanien und Jemen. Am Golf sind politische Reformen zu erwarten, mehr Machtbeteiligung. Kuwait ist da relativ offen, wird eher Zugeständnisse machen.“ Bahrain sei ein spezieller Fall: „Da geht es mehr um den Ausgleich konfessioneller Unterschiede. Das läuft weniger auf Revolte als auf Reform hinaus.“
Mit der in Jordanien tätigen politischen Publizistin Lamis Andoni stimmt er überein, dass ohne die flächendeckende Berichterstattung bei Al Jazeera oder al-Arabiya die derzeitigen Umwälzungen kaum vorstellbar wären. Andoni sagte: „Die Satellitenkanäle beteiligen alle an den Ereignissen. Die Leute haben die tunesische und ägyptische Revolution verfolgt und hatten das Gefühl, sie sind selbst dabei. Sie haben praktisch an der Seite von Tunesiern und Ägyptern gekämpft. Sie teilen Freude und Angst, und so wurde ihr Erfolg zum Sieg für alle Araber.“[137]
Der Orientalist Hans-Peter Raddatz meldete bei einem Radio-Interview mit dem Deutschlandfunk insbesondere in Bezug auf Ägypten Zweifel an, ob als Resultat dieser Revolutionen tatsächlich Demokratien entstünden. Er sagte, eine Demokratie könne nicht auf dem Reißbrett skizziert werden und fügte hinzu, der Islam sei ohne Säkularisierung nicht mit der Demokratie westlicher Prägung kompatibel.[138] Hingegen spricht Kenan Engin in Anlehnung an Huntingtons Demokratisierungstheorie von einer fünften Welle der Demokratisierung und beruft sich dabei auf Parallelen zur dritten Demokratisierungswelle in Lateinamerika während der 1970er- und 1980er-Jahre.[139][140][141]
Der deutsche Journalist Adrian Lobe stellte in einem Gastbeitrag für die Neue Zürcher Zeitung die These auf, dass die Aufstände in Nordafrika und im Nahen Osten keine Demokratiebewegung darstellten, sondern „Wohlstandsrevolten“. Als Beleg führte er die Situation in Saudi-Arabien an, wo das Regime die Bevölkerung mit großzügigen Geschenken ruhig stellt und sich bislang kein Protest regte. Daraus leitet Lobe ab, dass bei den Unruhen materielle Faktoren wie Bildung, Arbeit und Wohlstand im Vordergrund standen.[142]
Fareed Zakaria, Publizist und ehemaliger Herausgeber des Magazins Newsweek, vertritt einen ähnlichen modernisierungstheoretischen Ansatz. Er argumentiert, dass es für das Durchlaufen einer Revolution eine sozioökonomische Schwelle überschritten werden muss. Diese setzt Zakaria bei einem Pro-Kopf-Einkommen von rund 8000 US-Dollar an. Staaten wie Marokko, in denen dieses Niveau nicht erreicht wird, hätten demzufolge geringere Chancen auf einen gesellschaftlichen Umbruch als wohlhabendere Länder.
US-Präsident Barack Obama hielt im Mai 2011 eine Grundsatzrede, in der er die Revolutionen des „Arabischen Frühlings“ als historische Gelegenheit für die USA bezeichnete: „Wir haben die Chance zu zeigen, dass Amerika die Würde eines Straßenverkäufers in Tunesien höher achtet als die rohe Macht des Diktators.“ Obama zog eine Parallele zwischen den arabischen Aufständen und der Geburt der USA im Kampf gegen die britische Herrschaft. Amerika könne daher nicht anders als sich auf die Seite der arabischen Völker zu stellen.[143]
Im Verlaufe des Jahres 2013 wurden Medienberichte häufiger, die die Arabischen Revolutionen für gescheitert erklären und einen Arabischen Winter proklamieren. Solchen Tendenzen widerspricht die Ethnologin Ingrid Thurner und verlangt, man müsse den Ländern und ihren Bewohnern Zeit einräumen und sie bei ihrem Kampf um Demokratie unterstützen. [144]

 (Arabischer Frühling, Einschätzungen zur Ausbreitung und Parallelen, Wikipedia)
- Ukraine und Türkei schaffen eine islamische internationale Brigade gegen Russland (Thierry Meyssan, Voltaire Netzwerk, 05.10.2015)
- Hintergründe der russischen Bombardierungen in Syrien (Voltaire Netzwerk, 04.10.2015)
- Warum Frankreich die Arabische Republik Syrien stürzen will (Voltaire Netzwerk, 14.10.2015)
- Die „Weisen“ für Syrien (04.10.2015)

Syrien: Die Diktatoren von Damaskus - Reportage [1:12:53]

Hochgeladen am 12.10.2011
"Das Schicksal der Familie Assad ist eng mit dem Syriens verbunden. Als Hafis Al-Assad der Vater des derzeitigen Präsidenten Baschar al-Assad - 1930 geboren wurde, war das Land ein französisches Protektorat. Die Assads waren arme Bauern, die den Alawiten, einer Minderheit der schiitischen Gemeinschaft, angehörten.
Hafis Al-Assad war zunächst Zeuge, dann Protagonist sämtlicher Umbrüche seines Heimatlandes. Sowohl seine lange Amtszeit als auch die seines ihm auf den Präsidentenstuhl nachfolgenden Sohnes Baschar ist durch das konstante Anliegen geprägt, die Unabhängigkeit Syriens um jeden Preis zu wahren. Welches Erbe trat Baschar al-Assad im Jahr 2000 nach dem Tod seines Vaters Hafis an? Mit welchen Methoden hält sich die Familie Assad bis heute an der Macht?
Die Dokumentation schildert die Komplexität der syrischen Situation. Sie geht auf das aktuelle Geschehen ein, berücksichtigt aber auch die Geschichte des Landes. Dabei muss auch erörtert werden, warum sich das auf Erbfolge gestützte Regime nur noch unter Anwendung von Gewalt an der Macht halten kann. Beleuchtet wird außerdem das Wesen der unbarmherzigen syrischen Diktatur, in der Morden schon immer Teil der Politik war, die terroristische Bewegungen wie Hisbollah oder Hamas mit Geld und Waffen ausstattet und die von der Weltgemeinschaft für die Ermordung des früheren libanesischen Premierministers Rafik al-Hariri verantwortlich gemacht wird."
(ARTE Themenabend Syrien 11.10.2011 | 21:10 Uhr)

WIEDERHOLUNGEN bei ARTE:
- 27. Oktober 2011 um 11:00 Uhr
- 02. November 2011 um 02:20 Uhr
Weitere Infos bei ARTE:
http://www.arte.tv/de/woche/244,broad...

Gespräch mit Baschar al Assad- Jürgen Todenhöfer(ARD) 08.07.2012 [18:51]

Veröffentlicht am 19.08.2012
Jürgen Todenhöfer im Gespräch mit Syriens Präsident Baschar al Assad
ARD

Die bisher nicht gestellten Fragen zum IS - RT Deutsch Interview mit Jürgen Todenhöfer [36:52]

Veröffentlicht am 07.02.2015
RT Deutsch Reporter Nicolaj Gericke hat den Publizisten Jürgen Todenhöfer zu seinem Aufenthalt beim Islamischen Staat interviewt. Das 37-Minuten Interview ist das längste, welches Todenhöfer bisher zu seinen Erfahrungen mit dem IS gegeben hat und beleuchtet bis dato nicht oder nur sehr oberflächlich angesprochene Aspekte zum IS.


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RT Deutsch nimmt die Herausforderung an, die etablierte deutsche Medienlandschaft aufzurütteln und mit einer alternativen Berichterstattung etablierte Meinungen zu hinterfragen. Wir zeigen und schreiben das, was sonst verschwiegen oder weggeschnitten wird. RT - Der fehlende Part.

siehe auch:
- ARD- und ZDF-Schmierenjournaille attackiert Jürgen Todenhöfer für mutigen Journalismus (Propagandaschau, 30.07.2015)
Für seine Reise in den sogenannten Islamischen Staat, wo es ihm unter Lebensgefahr gelang, Interviews mit Kämpfern zu führen, die keinen Hehl daraus machten, ihm am liebsten an Ort und Stelle den Kopf abschneiden zu wollen, erntet er in deutschen Drecksmedien wie dem SPIEGEL Schmähungen: “Jürgen Todenhöfer, ist abhängig von der Gnade seiner Gastgeber und darf nur untertänige Fragen stellen” oder Häme von nichtsnützigem, gesellschaftlichem Abschaum wie Jan Fleischhauer.
My Back Pages (Live) - Bob Dylan, Eric Clapton, George Harrison, Neil Young, Tom Petty [5:03]   Text   Übersetzung   Meaning (Every Bob Dylan Song)

Hochgeladen am 10.05.2011
American Dream Television ABC Enterprises presents "A Celebrating Scenes - Celebrating Bob".

mein Kommentar:
Baschar al-Assad muß in Syrien eine ähnlich unglückliche Rolle ausfüllen wie General Jaruselski in Polen. Egal, was er tut, er hat schon jetzt den Schwarzen Peter. Man darf davon ausgehen, daß die syrische Opposition aus unterschiedlichen Gruppen besteht, die, wenn Assad abdankte, sich gegenseitig zerfleischen würden. Wenn Assad seinem Volk verpflichtet ist, dann zieht er sich erst in dem Moment zurück, wo eine stabile und handlungsfähige Regierung in Sicht ist. Eine stabile Situation in Syrien kann aber erst in dem Moment entstehen, indem die unterschiedlichen politischen Gruppierungen sich als kompromißfähig zu beweisen imstande sind. Das sehe ich nirgendwo in den Ländern des ehemaligen »arabischen Frühlings«. Gegen etwas zu sein ist nun mal einfacher als für etwas zu sein.
Und Leute wie Jürgen Todenhöfer oder Gabriele Krone-Schmalz, die uns aus unserer Denk-Komfortzone rauskatapultieren, müssen die aggressiven Reaktionen des irritierten Publikums aushalten…
Und wir im freiheitlich-demokratischen Westen müssen allmählich einsehen, daß es – schon mittelfristig besser ist, sich aus Angelegenheiten anderer Länder rauszuhalten.
10.000 rausgeschnittene Zungen pro Jahr sind zwar furchtbar, aber immer noch besser als 1,5 MIllionen Tote (Irak).

Michael Lüders sagt die Wahrheit über ISIS und Al-Qaida, und beschuldigt USA für Flüchtlingswelle [31:09]

Veröffentlicht am 15.09.2015


Jean Moulin gelang es, wie ihm General de Gaulle von London aus aufgetragen hatte, in jeder Widerstandsbewegung eine Trennung des militärischen vom politischen Vorgehen durchzusetzen. Das war die notwendige Voraussetzung für die Schaffung einer „Geheimarmee“ durch Verschmelzung der paramilitärischen Formationen der Widerstandsbewegungen in der (bis 1942 unbesetzten) Südzone – „Combat“, Libération“ und „Franc-Tireur“ – mit den fünf Widerstandsbewegungen in der Nordzone [besetztes Gebiet]: „Organisation Civile et Militaire“, „Libération Nord“, „Ceux de la Résistance“, „Ceux de la Libération“ und „Front National“. Zur Übernahme des Kommandos über diese Geheimarmee erklärte sich General Delestraint bereit, der sich somit dem Befehl von General de Gaulle unterstellte, der vor dem Krieg einmal sein Untergebener war.
Gleichzeitig und parallel dazu errichtete Jean Moulin zwei ihm unmittelbar unterstellte technische Dienste: den „Service des Opérations aériennes et maritimes“ (SOAM) [Luft- und Seeoperationen], aus dem später der „Service des Atterrissages et Parachutages“ (SAP) [Landungen und Fallschirmabwürfe] wurde, und den „Service Radio“, kurz WT [Funkdienst]. Des weiteren schuf er zwei eher politisch geprägte Organe: das „Bureau d’Information et de Presse“ (BIP) [Informations- und Pressebüro], eine richtiggehende Untergrund-Presseagentur unter Leitung von Georges Bidault und dem für die Vorbereitung der anlässlich der Befreiung zu ergreifenden legislativen und administrativen Maßnahmen zuständigen „Comité Général d’Etude“ (CGE) [Generalstudienkomitee]. Und schließlich gelang es Jean Moulin, im „Rat des Nationalen Widerstands“ die Vertreter der acht wichtigsten Widerstandsbewegungen, der beiden im Untergrund wiedererrichteten Gewerkschaftszentralen (CGT und CFTC) sowie der sechs politischen Parteien oder Denkströmungen zu vereinigen, die in der III. Republik eine Parlamentsfraktion gestellt hatten (Kommunisten, Sozialisten, Radikale, Volksdemokraten, Demokratische Allianz und Republikanischer Bund). (De Gaulle, Jean Moulin und der nationale Widerstandsrat, Stiftung Charles de Gaulle)

Es war Moulins Leistung, den anfangs schwachen, isolierten Résistance-Gruppen, die unter dem doppelten Druck der Fahndung durch die deutsche Gestapo und der französischen Vichy-Polizei sowie der Milice française standen, in einem Frankreich, das noch in den 1930er Jahren kurz vor einem Bürgerkrieg gestanden hatte und dessen Selbstvertrauen durch den deutschen Blitzkrieg stark ramponiert war, das Selbstvertrauen und die Einheit zu geben, mit dem die Résistance Frankreich vor dem Schicksal des Bürgerkriegs ähnlich dem GriechenlandsPolens und Jugoslawiens bewahrte. (Jean Moulin, Seine Leistung, Wikipedia) 
- Pariser Ausstellung: Jean Moulin Der hohe Preis, den Rex bezahlte (FAZ, 14.10.2015)
Mitte Juni 1940, die französischen Armeen sind bereits geschlagen, marschieren deutsche Truppen in Chartres ein. Nur einige hundert Bewohner sind zurückgeblieben, alle anderen so wie Hunderttausende Franzosen auf der Flucht. Wehrmachtsoffiziere verlangen von dem in der Stadt amtierenden Präfekten die Unterschrift unter eine Verlautbarung, nach der senegalesische Kolonialtruppen Massaker an Frauen und Kindern begangen haben.

Der Präfekt Jean Moulin verweigert die Unterzeichnung, wird zusammengeschlagen und eingesperrt. Nicht sicher, den Pressionen standzuhalten, unternimmt er mit einer Glasscherbe einen Selbstmordversuch. Er überlebt, und die deutschen Offiziere bemühen sich tags darauf, die Vorgänge als Missverständnis zu entschärfen.

Unter den Ereignissen der debâcle hätte dieses wahrscheinlich keine besondere Aufmerksamkeit auf sich gezogen - wäre Jean Moulin nicht später zu einer zentralen Figur des französischen Widerstands und der Vorbereitung der französischen Nachkriegsordnung geworden. Obwohl vorerst noch nichts diesen Weg ahnen ließ, der drei Jahre später mit dem Tod in den Händen des deutschen Sicherheitsdiensts enden sollte.
[…]

Dass Jean Moulin schon damals in der Einigung auf de Gaulle die einzige Option sah, kann man kaum annehmen. Aber bei der Umsetzung seiner Mission fällt die Entscheidung, und ab März 1943 ist er der bevollmächtigte Repräsentant des Generals, damit beauftragt, die Résistance-Gruppen sowie die wichtigsten politischen Bewegungen - Gewerkschaften eingeschlossen - zum übergreifenden Conseil National de la Résistance (CNR) zusammenzuschließen und auf de Gaulle einzuschwören.

Mit Diplomatie und Druck gegenüber den auf ihrer Eigenständigkeit beharrenden und de Gaulle misstrauenden großen Widerstandsgruppen kommt Jean Moulin alias Rex alias Max zum Ziel. Gegen Ende Mai ist der CNR etabliert und General Delestraint als Chef der Armée Secrète durchgesetzt - der wenige Tage später in Paris der Gestapo in die Hände fällt. Rex ahnt, dass die einzelnen Gruppen, insbesondere Combat, nun wieder die Einigung in Frage stellen werden, und beruft sofort ein weiteres Treffen ein, auf dem eine neu Führung der Armée Secrète bestätigt werden soll. Es findet am 21. Juni 1943 in Caluire, einem Vorort von Lyon, statt - wo Klaus Barbie und seinen Leuten vom Sicherheitsdienst der Zugriff gelingt.
siehe auch:
- Heute vor 70 Jahren – 8. Juli 1943: Der Chef der Résistance stirbt (Post, 08.07.2013)
- Filmempfehlung: Deckname Caracalla, die nachträgliche Beurteilung der Geschichte (Post, 10.05.2015) 

VW-Skandal: Was überschrittene Grenzwerte anderer Hersteller bedeuten

Immer wieder tauchen nach Bekanntwerden des VW-Abgasbetrugs Berichte auf, dass auch bei anderen Herstellern im Fahrbetrieb überhöhte Abgaswerte festgestellt wurden. Wie sind diese NOx-Berichte zu bewerten?
Seit Volkswagen in den USA den Verstoß gegen die dortigen Zulassungsbestimmungen zugegeben hat, folgten sehr viele Artikel, die weitere krasse Überschreitungen verschiedener Grenzwerte im selben Fahrwasser anprangerten.

Andere Themen wie "die Verbrauchswerte sind auch unrealistisch" einmal außen vor: Warum wird Volkswagen von den Behörden in die Mangel genommen und andere Hersteller nicht, obwohl man auch bei ihnen Stickoxid-Werte im Abgas messen kann, die die offiziellen Grenzwerte zigfach übersteigen?

mehr:
- VW-Skandal: Was überschrittene Grenzwerte anderer Hersteller bedeuten (Clemens Gleich, heise News, 14.10.2015)
Die Messungen im ADAC Ecotest und von unabhängigen Instituten weltweit decken also lediglich auf, dass außerhalb der Bedingungen für die Zulassung höhere NOx-Werte gemessen werden können. Das ist legal. Im Zuge vieler Messungen fordert der ADAC schon lange, dass die Labortests näher an der Realität liegen sollen und marschiert mit dem sehr teuren eigenen Ecotest voran, den man Leuten vor der Abgaskrise antragen musste wie saures Bier.
VW Abgas Skandal - Manipulierte Software in elf Millionen VW [8:00]

Veröffentlicht am 22.09.2015
Abgas Skandal VW: Manipulierte Software in elf Millionen VW - Der Skandal um manipulierte Abgaswerte bei VW-Fahrzeugen hat erheblich größere Dimensionen als gedacht.

Dirk Müller: "Die Aufregung über den VW-Skandal ist überzogen" 30.09.2015 - Bananenrepublik [14:44]

Veröffentlicht am 02.10.2015
► NEU: DieBananenrepublik2 https://www.youtube.com/user/diebanan...
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► Zweiter-Upload-Kanal: http://www.youtube.com/user/dieBanane...
► Twitter: https://twitter.com/Stimmbuerger - Bananenrepublik
► Quelle: "Der Lack ist ab - Deutsche Autos in der Krise?"
Der Betrug-Skandal hat Volkswagen schwer getroffen. Ein Schaden in Milliardenhöhe kommt auf den einstigen Vorzeigeautobauer zu. Auch für den ehemaligen Vorstandsvorsitzenden Martin Winterkorn könnten bald rechtliche Konsequenzen folgen.

Die Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen wegen Betrugs gegen ihn eingeleitet. Der Abgas-Skandal bei Volkswagen lastet zudem schwer auf der gesamten deutschen Autobranche. Experten sehen sogar das Gütesiegel "Made in Germany" in Gefahr.

Ist VW ein Einzelfall oder haben sich die anderen bisher nur nicht erwischen lassen? Welche Konsequenzen müssen Politik und Industrie aus dem Skandal ziehen? Wer muss die Folgen der Krise tragen?

Anke Plättner diskutiert mit:

- Dirk Müller (Börsenexperte)
- Ines Pohl (Deutsche Welle)
- Claudio Montanini (Marketing-Experte)
- Jürgen Hennemann (Rechtsanwalt)

Moderation: Anke Plättner
http://www.phoenix.de/content/998570

Heute vor 63 Jahren – 14. Oktober 1952: Eröffnung der »Cité Radieuse« in Marseille

»Wohnmaschine« mit hohem Komfort 

Annehmbarer Wohnraum war Mangelware in den meisten Großstädten nach dem Zweiten Weltkrieg, besonders für jene, die nur über beschränkte finanzielle Mittel verfügten. Der Schweizer Architekt Le Corbusier (1887-1965) sah die Lösung in einem neuen Bauen, das Raum in der Höhe fand, das helle, saubere und dennoch für den Normalbürger bezahlbare Wohnungen und die Einrichtungen des täglichen Bedarfs unter einem Dach bündelte. Als erste Wohneinheit dieser Art wurde am 14. Oktober 1952 die »Cité Radieuse«, das »von innen strahlende Viertel«, in Marseille seiner Bestimmung übergeben. 
Wohneinheit »Cité Radieuse« von Le Corbusier in Marseille, 2000
Doppelstöckige Wohnungen mit Einbauküchen und -schränken, mit großen Fensterfronten für den Blick auf Stadt und Meer, eine Etage mit Geschäften, Arzt, Friseur etc., auf dem Dach ein Kindergarten und eine kleine Bühne - die Cité Radieuse war zu ihrer Zeit etwas völlig Neues. Die meisten Bürger der Stadt sahen das auf freiem Feld errichtete avantgardistische Gebäude skeptisch und nannten es gern »das Ding des Bekloppten«. Mit der Zeit erkannten sie jedoch dessen Zweckhaftigkeit und Attraktivität. Heute gilt es als »tres chic«, im »Le Corbü« zu wohnen. 

Was am 14. Oktober noch geschah: 
1066: Mit der Niederlage der Angelsachsen in der Schlacht bei Hastings beginnt in England die Zeit der normannischen Herrschaft. 

Harenberg - Abenteuer Geschichte 2015 
Visite virtuelle : la cité radieuse de Marseille [3:15]

Veröffentlicht am 25.10.2013
Visite virtuelle de la Cité radieuse de Marseille, édifice étonnant édifié entre 1947 et 1952 par Le Corbusier qui voulait construire un "village vertical" de plus de 300 habitations.
www.franceinfo.fr

Le Corbusier - Unité d'Habitation Marseille pt 1 [8:55]
Hochgeladen am 23.07.2009
www.channelbeta.net //////// 
Cité Radieuse

1066 – Kampf um England 3/3: Die Schlacht bei Hastings Doku (2009) [44:00]



Veröffentlicht am 14.06.2015
 

Marschflugkörper – nur gefährlich, wenn die anderen sie haben

Im Dezember wird die jemenitische Ortschaft El Maadschala (Jemen: Luftangriff mit 49 Toten, Focus, 20.12.2009) angegriffen, wo sich ein Ausbildungslager von Al Kaida befinden soll. Doch es sterben überwiegend Zivilisten. Amnesty International will nun Aufklärung, warum bei dem Angriff US-Splitterbomben zum Einsatz kamen.

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hat von den USA Aufklärung über ihre Rolle bei einem verheerenden Angriff mit international geächteter Streumunition im Jemen gefordert. Die Organisation veröffentlichte in London Bilder von einer eingeschlagenen US-Rakete mit Splitterbomben. Die Aufnahmen sollen nach dem Angriff auf ein Ausbildungslager von Al-Kaida-Terroristen in der Provinz Abjan im vergangenen Dezember gemacht worden sein. Dabei starben nach AI-Angaben 41 Einheimische, darunter 21 Kinder und 14 Frauen. Außerdem wurden 14 mutmaßliche Al-Kaida-Mitglieder getötet.

Die Menschenrechtsorganisation kritisierte das Vorgehen. "Ein Militärschlag dieser Art gegen mutmaßliche Kämpfer ohne einen Versuch ihrer Festnahme ist zumindest gesetzeswidrig", sagte Amnestys Nahost-Vizechef Philip Luther. "Die Tatsache, dass so viele Opfer Frauen und Kinder waren, verdeutlicht, dass der Angriff tatsächlich extrem unverantwortlich war."
mehr:
- Angriff auf Al Kaida im Jemen US-Splitterbomben abgefeuert (n-tv, 07.06.2010)
- Gestern Irak. Heute Afghanistan. Morgen Jemen? (Karim El-Gawhary, Die Presse, 03.01.2010)
Die USA konzentrieren sich zumindest seit dem Vorjahr auch auf den Jemen, das US-Militär mischt ganz klar mit. Der Sender CBS zitierte Sebastian Gorka, Experte für Sondereinsätze, der auch jemenitische Militärs trainiert. Er sagt, mehrere Boden- und Luftangriffe der Jemeniten gegen al-Qaida-Positionen seien von den USA geleitet worden, auch seien US-Marschflugkörper (Link von mir) und Drohnen eingesetzt worden. Allein am 17. und 24. Dezember seien 60 Militante getötet worden.
  • Der erste massive Einsatz von Tomahawks fand 1991 im Zweiten Golfkriegwährend der Operation Desert Storm statt. Laut Berichten der United States Navy kamen dabei 297 Tomahawks zum Einsatz. Von diesen blieben neun in den Abschussrohren und sechs fielen nach dem Start ins Meer, so dass 282 erfolgreich gestartet wurden. Laut US-Angaben wurden zwei Marschflugkörper durch die Flugabwehr abgeschossen. Der Irak gab 29 Abschüsse bekannt.
  • Operation Southern Watch Januar 1993: 45 Tomahawks gegen Ziele im Irak.
  • Operation Bushwhacker Juni 1993: 23 Tomahawks gegen Ziele im Irak.
  • Operation Deliberate Force 1995: 13 Tomahawks gegen Flugabwehrstellungen und das Hauptquartier der Bosnisch-Serbischen Armee in der Nähe von Banja Luka.
  • Operation Desert Strike 1996: US-Kriegsschiffe und U-Boote feuern 31 Tomahawks gegen Flugabwehrstellungen und Kommandoposten im Irak ab. Mit Lieutenant Erica Niedermeier feuerte im Persischen Golf erstmals eine Frau von der USS Laboon (DDG-58) einen Tomahawk-Marschflugkörper im Kriegseinsatz ab.[3][4]
  • Operation Infinite Reach 1998: 13 Tomahawks gegen eine mutmaßliche Chemiewaffenfabrik im Sudan und 66 gegen drei Ziele in Afghanistan.
  • Operation Desert Fox 1998: 325 Tomahawks gegen Produktionseinrichtungen von Chemiewaffen und ballistischen Raketen im Irak.
  • Operation Allied Force 1999: 218 Tomahawks von US-Kriegsschiffen gegen Ziele in Serbien. Weitere 20 Tomahawks werden von U-Booten der Royal Navy eingesetzt.
  • Afghanistankrieg 2001: Einsatz von 50 Tomahawks von US-Kriegsschiffen und U-Booten gegen mutmaßliche Stützpunkte der Al-Qaida in Afghanistan. Weiter werden eine unbekannte Anzahl Tomahawks von U-Booten der Royal Navy eingesetzt.
  • Operation Iraqi Freedom 2003: 802 Tomahawks gegen Ziele im Irak
  • 17. Dezember 2009: Einsatz einer unbekannten Anzahl von Tomahawks gegen mutmaßliche Stützpunkte der Al-Qaida im Jemen.
  • 19. März 2011: Im Rahmen des Internationalen Militäreinsatzes in Libyen wurden zur Durchsetzung der Resolution 1973 des UN-Sicherheitsrates von U-Booten und Zerstörern der US Navy sowie einem U-Boot der Royal Navy 162 Tomahawks eingesetzt. Dabei wurden sowohl die klassische Variante als auch modernere TacToms eingesetzt. Als Ziele wurden hauptsächlich Luftabwehrstellungen und Luftwaffeneinrichtungen ausgewählt. Die nationale US-amerikanische Beteiligung trägt den Namen Operation Odyssey Dawn, die nationale britische Beteiligung Operation Ellamy.[5]
  • Am 23. September 2014 wurden von der USS Arleigh Burke und USS Philippine Sea (CG-58) Tomahawk-Marschflugkörper gegen Ziele in Syrien gestartet. Insgesamt wurden 47 Tomahawk gegen Einrichtungen des Islamischen Staat (IS) eingesetzt.[6][7][8]
(BGM-109 Tomahawk, Einsatz, Wikipedia)

mein Kommentar:
vielleicht beginne ich, an Altersamnesie zu leiden. Aber ich kann mich beim besten Willen nicht dran erinnern, daß wegen des Einsatzes US-amerikanischer Marschflugkörper jemals vor dem möglichen Abschuß ziviler Flugzeuge gewarnt wurde.

siehe auch:
- Kampfflugzeuge über Nord- und Ostsee – Gefährdet Russland die zivile Luftfahrt? (n-tv, 09.10.2014)
Russland spielt mit den Muskeln: Über der Nord- und Ostsee wurden vermehrt Kampfjets gesichtet. Gleichzeitig häufen sich Fälle, in denen Militärflugzeuge mit Passagiermaschinen fast kollidiert sind.

Mehrere "Beinahe-Zusammenstöße" zwischen zivilen Flugzeugen und Militärmaschinen beschäftigen die Europäische Agentur für Flugsicherheit (EASA). Die EU-Behörde mit Sitz in Köln habe von der EU-Kommission einen Auftrag zur Prüfung erhalten, teilte die EASA mit. An mindestens einem der Vorfälle sei ein russisches Flugzeug beteiligt gewesen, sagte ein Sprecher.
[…]

Nato-Flugzeuge und Militärjets aus Schweden und Finnland hätten die Lage verfolgt. Die Nato sei noch dabei, die Vorfälle auszuwerten, sagte Pentagonsprecher Oberst Steven Warren dem Sender. Er sprach von einem "größeren Vorstoß", den er als eine Machtdemonstration des russischen Präsidenten Wladimir Putin bezeichnete. Die russischen Flugzeuge seien jedoch in internationalem Hoheitsgebiet unterwegs gewesen, betonte Warren.
- Programmbeschwerde beim Deutschlandradio: bezüglich „NATO: Ungewöhnlich viele russische Luftmanöver" vom 30.10.2014 (Pwlasowa, 14.11.2014)
- Deutschlandradio, der Zündfunk: Hilfe, die Russen kommen (Medienanalyse international, Oktober 2014)

siehe dazu Putins Sichtweise (im folgenden Video ab 3:25):
Wladimir Putin Der Westen führt einen Vernichtungskrieg gegen Russland [15:51]

Veröffentlicht am 27.01.2015

Propagandakrieg in den Öffentlich-Rechtlichen

Die Publikumskonferenz der öffentlich-rechtlichen Medien hat erneut Programmbeschwerde gegen tagesschau.de gestellt. Hintergrund ist die Berichterstattung zu den russischen Marschflugkörpern die gegen den IS in Syrien eingesetzt wurden. Die Publikumskonferenz wirft der ARD in diesem Zusammenhang „irreführende Behauptungen und Bewertungen, fehlende Logik und Faktengrundlagen sowie pure Panikmache“ vor. RT dokumentiert die Programmbeschwerde im Wortlaut.

Sehr geehrter Herr Marmor,

der Beitrag auf der Seite von Tagesschau.de vom 12.10.2015 (man beachte auch die Kommentare, Anm. von mir) enthält unzutreffende und damit irreführende Behauptungen und Bewertungen, die wegen fehlender Logik und Faktengrundlagen als pure Panikmache für potentielle Air-Touristen zu sehen sind, mit schädlichen Folgen auch für die betroffenen Air-Lines.

Falsch war die Behauptung, dass es sich bei den von Russland eingesetzten Waffen um Boden-Luft-Raketen gehandelt hat. Boden-Luft Raketen werden, wie der Name schon sagt, vom Boden gegen angreifende Flugzeuge in größerer Höhe eingesetzt.

Russland dagegen startet von Kriegsschiffen im Kaspischen Meer aus Marschflugkörper, besser bekannt als Cruise Missiles, die IS-Ziele in Syrien treffen sollen. Dass als Abschussbasen außer raketenbestückten Zerstörern auch Flugzeugträger eingesetzt sind, ist eine blanke Erfindung der ARD.
mehr:
- Programmbeschwerde gegen Tagesschau wegen falscher Tatsachenbehauptung und Panikmache zum Einsatz russischer Marschflugkörper (RT deutsch, 14.10.2015)

siehe auch:
- Programmbeschwerde wegen kritikloser Übernahme von „US-Kriegspropaganda“ auf tagesschau.de (RT deutsch, 12.10.2015)
Friedhelm Klinkhammer, langjähriger Vorsitzender des ver.di-Betriebsverbandes NDR und der ehemalige TAGESSCHAU-Redakteur Volker Bräutigam haben erneut Programmbeschwerde gegen den NDR eingereicht. Der Vorwurf lautet auf kontextlose Übernahme von „US-Propagandameldungen“ zu russischen Operation in Syrien sowie „absichtliche Irreführung im Verschweigen vollständiger Quellenangaben und Auftragsziele anlässlich eines Berichs über die Studie „Die Angst der Syrer vor dem Assad-Regime“. RT dokumentiert die Programmbeschwerde im Wortlaut.
Im Februar 1981 begann die NATO unter US-Führung mit einer Reihe von Aktionen der psychologischen Kriegsführung: NATO-Flottenverbände kreuzten verstärkt im Nordatlantik, der Ostsee und im Schwarzen Meer. Zusätzlich näherten sich US-Bomber wiederholt dem sowjetischen Luftraum extrem nahe an, um die Bereitschaft der NATO für einen Nuklearschlag zu demonstrieren und die Leistungsfähigkeit der sowjetischen Luftabwehr zu testen.[2]   […]
Das Bundesministerium der Verteidigung (BMVg) gab im September 1983 bekannt, dass die Sowjetunion über 39 Stellungen mit 351 einsatzbereiten SS-20-Raketen mit maximal 1053 nuklearen Gefechtsköpfen verfügt, von denen 243 Raketen in den westlichen sowjetischen Militärbezirken Weißrussland, Karpaten und Ural aufgestellt waren. Trotz des Angebotes der Sowjetunion, diese auf die Anzahl der britischen und französischen Systeme, insgesamt 162 Raketen, zu reduzieren, stand die geplante Aufstellung der Pershing-II-Raketen gemäß dem NATO-Doppelbeschluss unmittelbar bevor und erfolgte dann ab Dezember 1983 ausschließlich in der Bundesrepublik Deutschland. (Able Archer 83, Zunehmende Spannungen, Wikipedia) […]

siehe auch:
- ARD – Neue Programmbeschwerde von Volker Bräutigam über Tagesschau vom 21.11.2014 (Propagandaschau, 23.11.2014)
- Volker Bräutigam über den Umgang der ARD mit seiner Programmbeschwerde (Propagandaschau, 10.07.2014)
- Alles richtig gemacht (Sabine Schiffer, Hintergrund, 14.07.2014)
- Programmbeschwerde von Volker Bräutigam an DLR-Intendant Dr Steul – Wie reagiert Deutschlandradio? (Peter Kleinert, Neue Rheinische Zeitung, 13.05.2015)
- Medientreffpunkt Mitteldeutschland – „Wir können nicht mehr einfach erwarten, dass die Menschen uns glauben“ (Handelsblatt, 06.05.2015) 
- Worüber öffentlich-rechtliche Sender nicht berichten (Forum der Ständigen Publikumskonferenz der öff.-rechtl. Medien)