Donnerstag, 27. Februar 2020

"Der Schlüssel liegt darin, als erster zu lügen"

Interview mit dem vormaligen CIA-Analysten und Friedensaktivisten Ray McGovern
Raymond McGovern, Jahrgang 1939, verbrachte 27 Jahre in der CIA. Er war für die Beobachtung der Sowjetunion zuständig und berichtete in den 1980er Jahren persönlich dem Präsidenten im Weißen Haus. Heute ist der Ex-Geheimdienstler ein erbitterter Gegner verlogener Kriegstreiberei und legte sich mit Bush junior, Donald Rumsfeld und Hillary Clinton an. Sein Komitee "Veteran Intelligence Professionals for Sanity (VIPS)" liefert regelmäßig ungebetene Kommentare zur Sicherheitspolitik und organisiert die jährliche Verleihung des Sam Adams Awards. Heute spricht er auf der Veranstaltung Kein Drohnenkrieg in der Pfalz. Im Telepolis-Interview bedauert McGovern sein Schweigen während des Vietnamkriegs.

► Sie sind 1963 in die CIA in einer Zeit eingetreten, als die CIA einen schweren Stand hatte. Warum haben Sie sich für die CIA entschieden?

Ray McGovern: Die Fordham University, an der ich 1961 einen B.A. und 1962 einen M.A.-Degree in Russlandstudien gemacht hatte, bot ein exzellentes Programm in Russlandstudien an. Während meines Grundstudiums habe ich auch beim Reserve Officers Training Corps (R.O.T.C.) studiert, war im Juni 1961 als 2nd Lt. anerkannt und diente für zwei Jahre als Army Infantry/Intelligence Officer. Es war eine sehr angespannte Zeit in den Beziehungen zwischen den USA und der UdSSR. Als John F. Kennedy 1961 Präsident wurde, hatte er berühmtermaßen aufgefordert: "Frag nicht, was dein Land für dich tun kann, frag, was du für dein Land tun kannst."
Mit der Expertise, die ich in russischer Sprache, Literatur, Geschichte und Politik hatte, schien es mir, dass ich meinem Land etwas Ungewöhnliches anbieten konnte, nachdem ich meinen Militärdienst abgeleistet hatte. Die substantiierte Gelegenheit zur Analyse, die mir das Central Intelligence Agency’s Intelligence Directorate anbot, war eine aussichtsreiche Gelegenheit, um mit meinen Kenntnissen über Russland und russische Angelegenheiten mitzuwirken.
Man sagte mir, diese Arbeit sei einzigartig in zweierlei Hinsicht. Erstens hätte ich Zugriff auf alle Informationen, die die US-Regierung über sowjetische Auslandspolitik gesammelt hatte, inklusive Geheimdienstwissen von unseren eigenen Agenten und der technischen Aufklärung; und zweitens wäre ich verantwortlich für die Analyse des gesamten Materials und den Analyse-Bericht ohne Furcht oder Bevorzugung an den Präsidenten der Vereinigten Staaten. Mit anderen Worten: Wir Analysten hatten keine keine andere Agenda, als die Wahrheit direkt dem Präsidenten zu berichten. Wir mussten nicht dem Militär zustimmen, dass die Russen zehn Fuß hoch seien. Und wir mussten nicht unsere Ergebnisse maßschneidern, dass die Politik des Außenministeriums gut aussah.
mehr:
- "Der Schlüssel liegt darin, als erster zu lügen" (Markus Kompa, Telepolis, 11.06.2016)
siehe auch:
- »Ein Imperium hat niemals genug!« (Post, 28.04.2016)
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Mittwoch, 26. Februar 2020

Wachsende Ungleichheit und Rechtsruck

Viele Jahre hat das politische Establishment das Problem sozialer Ungleichheit mehr oder weniger ignoriert und sich nicht darum gekümmert. Aber zunehmend fliegt der politischen Klasse ihre Politik in Form von massiven Krisen (siehe Thüringen) und zunehmendem Rechtsradikalismus bis hin zu Terrorattentaten um die Ohren. Nicht wenige machen sich Sorgen, dass die stark zugenommene soziale Ungleichheit unsere Demokratie gefährdet. Der Politologe Christoph Butterwegge hat zum Thema „Ungleichheit“ nun ein Grundlagenwerk mit dem Titel „Die zerrissene Republik“ vorgelegt. Udo Brandes hat es für die NachDenkSeiten gelesen.

„Wer aber vom Kapitalismus nicht reden will, sollte auch vom Faschismus schweigen“


Eine Rezension von Udo Brandes


Um mal von hinten anzufangen: Was ist das Fazit von Christoph Butterwegge? Letztlich die Umkehrung der neoliberalen Politik der letzten Jahrzehnte. Dazu gleich mehr. Vorab ein Detail, das mich überraschte: Ich habe immer gedacht, dass die neoliberale Politikära mit dem Koalitionsbruch der FDP (Stichwort Lambsdorff-Papier) und der Inthronisierung von Helmut Kohl durch das Misstrauensvotum von 1982 einsetzte. Butterwegge, und das hat mich überrascht, setzt den Beginn der Umverteilungspolitik von unten nach oben jedoch weitaus früher an, nämlich noch zu Zeiten der sozialliberalen Koalition 1974/75 (S. 402). Vielleicht habe ich es überlesen, aber ich habe im Buch nirgendwo eine nähere Erläuterung dieser Datierung des Beginns der Umverteilungspolitik von unten nach oben gefunden. Da ich Butterwegge nicht unterstelle, dass er sich diese Datierung aus den Fingern gesaugt hat, gehe ich also zukünftig davon aus, dass die Neoliberalisierung der SPD nicht erst unter Gerhard Schröder begann, sondern schon zu Zeiten Helmut Schmidts.

mehr:
- Die zerrissene Republik – Rezension (Udo Brandes, NachDenkSeiten, 25.02.2020)

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Butterwegge warnt davor, das Thema „relative Armut“ als „Jammern auf hohem Niveau“ zu bagatellisieren. Die 2,4 Millionen Menschen zwischen 16 und 24 Jahren, die in relativer Armut leben müssen, erführen soziale Ausgrenzung, die sich auf die Psyche auswirke und schlimmer sein könne, „als mit leerem Magen schlafen zu gehen“.[33] Vor diesem Hintergrund kritisiert Butterwegge auch die gerichtlich erzwungenen Nachbesserungen der CDU/CSU-FDP-Koalition am SGB II als „lebensfremd“.[34] Die derzeitige „prekäre Arbeitsmarktsituation“ erzeuge zudem relative Armut, die in den Augen Butterwegges ursächlich für rassistische Gewalt ist. Er kritisiert weiterhin, dass diese immer noch verharmlost werde. Dabei bleibe die mediale Berichterstattung über rassistische Gewalt oft ereignis- und täterorientiert.[35] Damit liefere sie ein „Zerrbild“ der Realität und untermauere „Klischees, Vorurteile und rassistische Stereotype von Ereignissen“. Dass „Verarmung, Verelendung in Slums und berufliche Perspektivlosigkeit“ auch Migranten betreffe, infolgedessen es zu kriminellen Handlungen kommen könne, sei ein Problem, das die Mehrheitsgesellschaft verschulde. „Integration, die man zu Recht von den Migranten erwartet, ist keine Einbahnstraße, sondern kann nur gelingen, wenn wir die Voraussetzungen dafür schaffen und Minderheiten gleiche Rechte und soziale Chancengleichheit einräumen“.[36] In dem „Fußballpatriotismus“, der zur Fußballweltmeisterschaft 2006 herrschte, sieht Butterwegge ein Anzeichen für einen schleichenden Wiederanstieg von Nationalismus und Rassismus.[37]
[Christoph Butterwegge, Positionen, Wikpedia, abgerufen am 26.02.2020]
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siehe auch:
Die korrupten Eliten (Post, 16.01.2020)
1,2 Billionen Dollar für die reichsten 0,001 Prozent (Post, 31.12.2019)
- Ungleichheit bei Einkommen auf Rekordniveau – Wie bleibt die Bevölkerung ruhig? (Post, 07.10.2019)

Hanau: Wer dem Täter nicht gerecht wird, wird der Tat nicht gerecht

Der 10-fache Mord von Hanau ist erschütternd, schürt Angst und verlangt nach einer Erklärung für die schreckliche Bluttat. Der erste Gedanke ist naheliegend: Die Opfer sind fast ausschließlich Ausländer, der Täter veröffentlichte Videos und Schriften, in denen er davon spricht, dass bestimmte Länder ausgelöscht werden sollen und er Nicht-Weiße hasst – es muss also ein rechtsradikaler Terrorakt gewesen sein. Oder auch nicht. Seine kuriosen Verschwörungstheorien scheinen für mich kein Deckmantel zu sein, um seinen rassistischen Hass zu rechtfertigen, sie sind ein Symptom einer Krankheit.

In seinem „Bekenner-Video“ beschreibt Tobias R. Geheimverschwörungen, von denen das amerikanische Volk nichts ahnt – von unsichtbaren, geheimen Gesellschaften. Er spricht von unterirdischen militärischen Anlagen, über die der Satan selbst herrscht und in denen Kinder gefoltert und ermordet werden. Wer sich das Video ansieht, erschauert an der Härte seines Gesichts, seinem starren Blick und vor allem der absoluten Ruhe, mit der er diese völlig verrückten Theorien von sich gibt. Dieser Mann, der anscheinend wirklich davon überzeugt ist, dem amerikanischen Volk die Augen zu öffnen und zum gerechten Kampf aufruft, ist kein Hassprediger oder Terrorist. Er ist in seinem Wahn gefangen.

mehr:
- Hanau – eine Antithese (Pauline Schwarz, AchGut, 20.02.2020)
Zitat:
Psychotische Menschen haben ein enormes Bedrohungspotenzial. Eines, das dem politisch motivierten kaum noch nachsteht und trotzdem in vielen Fällen einfach ignoriert wird. So, wie wohl auch in diesem Fall. Man sucht lieber nach einem Hassverbrechen, das sich für politische Zwecke nutzen lässt.
mein Kommentar:
Chapeau, sowohl für den Inhalt als auch für den Mut!
siehe auch:
- Liam Neeson und die medial angestachelte politisch korrekte (und gedankenlose) Empörung (Post, 05.02.2019)
Göttinger Mescalero (Wikipedia)
Die Schönheit des Abgrunds (Post, 04.06.2018)
- Die Schattenseite des Ruhms (Post, 04.06.2018)
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Montag, 24. Februar 2020

Bernie Sanders und die Geheimdienst-Hysterie oder
Kopfschütteln über das Kopfschütteln

Der NachDenkSeiten-Leser Hartmut Braun macht auf Widersprüche zwischen sich als bedeutend empfindenden Medien wie Zeit Online und Spiegel Online aufmerksam. Es geht um Russlands angeblichen Einfluss auf die US-amerikanischen Wahlen. Spiegel Online zitiert den demokratischen Kandidaten Sanders mit einer erstaunlichen Einlassung. Dazu eine Nachbemerkung von mir. Albrecht Müller

Leserbrief von Hartmut Braun: 


Konfusion unter den Edelfedern

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normalerweise lache ich nur noch, wenn wieder dieser Unsinn über “russische Einflussnahme” auf den amerikanischen Wahlkampf in unseren Medien aufpoppt.

Aber jetzt wird es sogar so lächerlich, dass sich unsere Edelfedern nicht mal mehr einig sind, WEN die Russen angeblich unterstützen.




Screenshot des letzten Teils des Artikels

mehr:
- Konfusion unter den Edelfedern. Und dann nur noch Kopfschütteln über Sanders Einfalt (Albrecht Müller, NachDenkSeiten, 22.02.2020)
siehe auch:
- Die Bedrohungs-Inszenierung der US-Geheimdienste (Post, 21.02.2020 – beachte auch die weiterführenden Links!)
Die Propaganda-Fabrik (Post, 10.10.2018)

mein Kommentar:
Ich stelle mir vor: die Hysterie über eine mögliche russische Beeinflussung der US-Politik schwappt in den USA hoch – und wird ununterbrochen am Laufen gehalten…
Sanders sieht sich mit dem latenten Verdacht konfrontiert, mit Putin zu kungeln (das war ja auch der Hintergrund für das Impeachment-Verfahren gegen Trump – und die ganzen anderen schmutzigen Sachen)
siehe zu dem Schmutz:
- Putin, Trump, Geheimdienste, ein Pipi-Video – und die Medien spielen mit! (Post, 12.01.2017)
Beispiel für das ständige Anfachen von Angst:
Russlands Präsident Putin soll laut den US-Geheimdiensten persönlich die Beeinflussung der US-Wahl befohlen haben, um die Siegchancen der Demokratin Clinton zu schmälern. […]

Worauf genau die Geheimdienste ihre Einschätzung stützen, bleibt für die Öffentlichkeit unklar.[…]

Dafür war die Schlussfolgerung des Berichtes umso eindeutiger. So eindeutig, dass sie im amerikanischen Fernsehen immer wieder wörtlich zitiert wurde: "Russlands Präsident Putin hat 2016 eine Kampagne zur Einflussnahme auf die US-Wahlen befohlen", hieß es darin. "Ihr Ziel war es, das Vertrauen der Öffentlichkeit in den demokratischen Prozess zu schwächen, Hillary Clinton zu verleumden und ihre Chancen auf die Präsidentschaft zu verringern.[…]

Mike Pence, Trumps designierter Vizepräsident, sagte dazu: "Wir werden gleich am Anfang unserer Amtszeit aggressive Schritte machen um Cyberangriffe zu bekämpfen und die Amerikaner vor dieser Art von Eingriff zu schützen."

[Rolf Büllmann, US-Geheimdienste zum Wahl-Hack: "Putin befahl eine Kampagne", ARD-Studio Washington, Tagesschau, 15.03.2019]
Der Durchschnittss-Amerikaner bekommt sowas täglich mehrmals in Fernsehen, Radio und Zeitschriften erzählt. Man kann sich an weniger als drei Fingern abzählen, was das Ergebnis sein wird!

Kurz und gut:
Jeder Präsidentschafts-Kandidat, der den US-Polit-Eliten bzw. dem MIT (militärisch-industrieller Komplex) nicht in den Kram paßt, wird unter Generalverdacht gestellt, eine Marionette Putins zu sein.
In einer solch aufgeheizten Atmosphäre kann Sanders gar nicht sagen: »Ich glaube nicht an eine russische Beeinflussung!«, weil das für die meisten Amerikaner in Indiz dafür wäre, daß Sanders das ist, was ihm unterstellt wird.
Also muß Sanders versuchen, einer klaren Positionierung (Beeinflussung: ja – nein) aus dem Weg zu gehen, weil er sich damit angreifbar machen würde! Er würde in eine wochenlange Diskussion hineingezwungen werden, die ihn viel Zeit und Energie kosten, bei der nichts herauskommen und mit Sicherheit irgend etwas hängenbleiben würde.
Also ist das, was er gesagt hat, das einzige, was ihm übrig blieb:
»Es ist mir egal, was Putin will, er ist nicht mein Freund, und wenn ich Präsident werde, werde ich ihm ordentlich auf die Finger klopfen, wenn er sowas versucht.«
Wieso der von mir sonst so geschätzte Albrecht Müller Sanders Äußerung unreflektiert wörtlich nimmt und auf solch eine polarisierende Einschätzung kommt, die alles andere als weiterhilft (»hoffnungsloser Fall«), ist mir nicht klar…
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Sonntag, 23. Februar 2020

MH17 – Durcheinander beim JIT

Falls die von Bonanza Media veröffentlichten Dokumente authentisch sind, wurden wichtige Informationen von den Berichten des Gemeinsamen Ermittlungsteams ausgeschlossen

Bonanza Media von Max van der Werff und Yana Yerlashova hat einen ersten Coup gelandet und erste Dokumente zum Fall MH17 publiziert, die zwar das Narrativ des Gemeinsamen Ermittlungsteams und die Anklage gegen vier Verdächtige der "Kommandokette" nicht widerlegen, aber doch weiteren Zweifel begründen. Das MH17-Narrativ, nach dem russisches Militär ein Buk-System während des Luftkriegs der ukrainischen Streitkräfte gegen die Separatisten in die Ostukraine gebracht haben soll, könnte ähnlich gezimmert worden sein, wie der OPCW-Abschlussbericht über den angeblichen Giftgasangriff in Duma, der offenbar politisch korrekt durch Ausschluss von Fakten und Inspektoren verfertigt wurde.

Am 9. März beginnt der Prozess in den Niederlanden gegen die vom Gemeinsamen Ermittlungsteam (JIT) ausgemachten Verdächtigen, von denen wohl keiner vor Gericht aussagen wird. Hinter der Bühne kam es zu Veränderungen, die sich auf die Prozessführung auswirken könnten. So wurden alle mit MH17 beschäftigten ukrainischen Staatsanwälte entlassen und ersetzt, der leitende niederländische Staatsanwalt wird im März versetzt (Überraschende Ereignisse).

Angeblich will sich jedoch einer der Angeklagten durch Anwälte vertreten lassen. Darauf setzt der Privatermittler Josef Resch, der seine Dokumente über den Abschuss von MH17, die er von einem Informanten angeblich gegen 17 Millionen US-Dollar erhalten hat, die ein anonymer Auftraggeber nach Durchsicht gezahlt haben soll. Das volle Preisgeld wurde allerdings nicht ausgezahlt. Resch bot die Dokumente dem JIT an, verlangte aber, dass er sie im Beisein von Medien zur Sicherheit präsentiert. Das hat das JIT abgelehnt. Jetzt setzt er darauf, von einem Strafverteidiger als Zeuge benannt zu werden.

mehr:
- MH17: Geleakte Dokumente nähren Zweifel am JIT (Florian Rötzer, Telepolis, 21.02.2020)
siehe auch:
MH17 – Der Sündenbock (Post, 13.08.2019)
MH 17 – Neues vom Ermittlungstheater (Mathias Broeckers, 01.10.2016)
- MH 17: Nur die Ukraine hatte ein BUK-System! (Mathias Broeckers, 17.02.2016)

Ukraine: MH17 Augenzeugen berichten von Kampfjet ll russ. sprachiger BBC {4:16}

antikriegtv2
Am 31.07.2014 veröffentlicht 
das Original-Video der BBC kann hier nachgesehen werden:
http://www.bbc.co.uk/russian/multimed…
Den Kampfjet der auf der gleichen Höhe mit dem Boeing flog, hat auch das russische Flugkontrollzentrum registriert. Diese Daten der Radarüberwachung, sowohl die Satelliten-Bilder des russischen Militärs wurden am 21.07.2014 der internationalen Presse präsentiert. Dem nach, befand sich zumindest ein ukrainischer Jet auf der gleichen Höhe wie der Boeing, und in 3,5 bis 5 km von Boeing entfernt. Er flog eine zeit lang direkt in der Flugroute welche nur die Passagierflugzeuge nutzen. Außerdem hat Russland die erhöhte Aktivität der ukrainischen Luftabwehrsystemen des Typs BUK am Tag der Tragödie im Osten der Ukraine registriert. Warum Ukraine 2 Tagen vor dem Unglück ihre Flugabwehrwaffen in die umkämpfte Region stationiert hat, darauf wollen die Ukrainer nicht antworten. Bekannt ist jedoch, dass die Aufständischen um Südosten des Landes keine Flugzeugen besitzen.
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Freitag, 21. Februar 2020

Die Tagesschau stiftet Verwirrung

In den Hinweisen des Tages von gestern hatte ich eine Bemerkung der Tagesschau zu Assange kritisch kommentiert. Ich erhielt dann kurze Zeit später um 11:51 Uhr eine Mail eines NachDenkSeiten-Lesers. Siehe unten. Er beklagte und kritisierte, dass ich die Tagesschau nicht korrekt wiedergegeben hätte und stellte dabei auch unsere Glaubwürdigkeit infrage. Was der Leser nicht wissen konnte: die Tagesschau hatte nach Erscheinen der Hinweise des Tages ihren Text verändert und über die Tatsache der nachträglichen Änderung nicht informiert. So arbeiten diese Leute mit unserem Geld! Albrecht Müller.
mehr:
- Immer wieder die Tagesschau – Jetzt verwirren die Gniffke-Nachkommen mit nachträglichen Korrekturen auch NachDenkSeiten-Leser. Dazu einige Leserbriefe und ein Nachwort zum Erblasser Dr. Gniffke (Albrecht Müller, NachDenkSeiten, 21.02.2020)
siehe auch:
Das Zittern bei der ARD-Tagesschau (Post, 20.02.2020)
- Der Qualitätsverlust unserer Medien ist vorprogrammiert (Post, 10.02.2020)
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Die Bedrohungs-Inszenierung der US-Geheimdienste

Der neue Geheimdienstbericht "Nationale Spionageabwehr-Strategie 2020-2022" hat es in sich und sieht überall Bedrohungen

Vergangene Woche veröffentlichte das National Counterintelligence and Security Center (NCSC), das der obersten Geheimdienstbehörde ODNI (Office of the Director of National Intelligence) untersteht, die Nationale Spionageabwehr-Strategie 2020-2022. Darin soll ein neuer Ansatz der Spionageabwehr ausgeführt werden, um die nach 2016, als der letzte Bericht erschienen war, entstandenen Bedrohungen zu bekämpfen.

Neu daran soll sein, dass die Aktivitäten der amerikanischen und der gegnerischen Geheimdienste nicht mehr nur auf Politik und Militär ausgerichtet sind, sondern letztlich die gesamte zivile Struktur eines Landes zum Ziel geworden ist. Genannt werden als Angriffsziele: die kritische Infrastruktur, Hauptlieferketten der USA, die US-Wirtschaft, amerikanische demokratische Institutionen und Cyber- sowie technische Operationen. Das NCSC arbeite daher nicht nur mit allen Behörden zusammen, sondern auch mit dem privaten Sektor, den Universitäten und den ausländischen Partnern.

Wirklich neu ist das nicht, im Kampf gegen den Terror wurden auch schon die Grenzen zwischen Außen-, Wirtschafts-, Gesundheits- und Innenpolitik oder zwischen Krieg und Frieden eingerissen. Die Nationale Sicherheit hat sich auf alles wie in Kriegszeiten ausgedehnt. Thematisiert wurde das bereits in den 1990er Jahren nach dem Ende des Kalten Kriegs und der Auflösung der Grenzen, vor allem im Cyberspace durch Cyberterrorismus und Cyberwar. Schon die Nationale Sicherheitsstrategie von 1998 ging davon aus, dass die "Grenze zwischen der Innen - und Außenpolitik zunehmend verschwimmt", weswegen die einst getrennten Aufgabenbereiche des Militärs, der Geheimdienste, der Polizei und der Wirtschaftspolitik unter dem Oberbegriff der Sicherheit miteinander verknüpft werden müssen. Gerade der Schutz der Infrastruktur verlange nach "neuen Partnerschaften zwischen Regierung und Industrie" erfordere, was vor allem die Computerindustrie betrifft. Da denkt man gleich an die Auseinandersetzung über Huawei.

mehr:
- "Hacktivisten, Leaktivisten und Enthüllungsorganisationen stellen schwere Bedrohungen dar" (Florian Rötzer, Telepolis, 21.02.2020)
siehe auch:
Von der Heartland-Theorie über Brzezinski zur nahen Zukunft (Post, 20.10.2019)
Geheimdienste und Leitmedien: unbekannte Fakten plus eindeutige Schlussfolgerungen ergeben unvoreingenommenes, faktenfreies Geschwurbel (Post, 15.03.2019)
Alle reden von Framing – ich jetzt auch! (Post, 19.02.2019)
- Ein propagandistisches Meisterstück des militärisch-industriellen Komplexes: Die Raketenlücke (Post, 15.03.2015)

Dirk Pohlmann über "Der duale Staat: Recht, Macht und Ausnahmezustand" {2:06:59 – Start bei 41:48
Pohlmann: »Powers ist die Vorlage für Dr. Seltsam oder: Wie ich lernte, die Bombe zu lieben; der verrückte Offizier ist nach ihm modelliert, weil der Typ hat wirklich nicht alle Tassen im Schrank […] Bei der Planung eines Atomkriegs wurden die Verluste nur in Größenordnungen von hunderten von Millionen geplant. Als man ihn dann fragte, ob man Menschenleben nicht einen höheren Wert einräumen sollte, antwortete er: ›Warum sind sie so besorgt darum, daß man Leben schützen sollte? Die ganze Idee, das worum’s geht, ist doch, daß wir diese Bastarde killen. Wenn am Ende des Krieges zwei Amerikaner und ein Russe übrig sind, dann haben wir gewonnen.«
bis 45:55 – Pohlmann: »Die warten darauf endlich losschlagen zu können und werden von diesen Weichei-Politikern daran gehindert. Da ist das ganze Militär, das sagt: ›Gefahr auf Leben und Tod, und die Politik ist zu weich; wir müssen jetzt die Entscheidung treffen: Lasst uns die Sowjets vernichten, solange es noch geht!‹ […] 1954 gibt es Flüge in den sowjetischen Luftraum, und da sagt LeMay: ›Wenn wir diese Überflüge [Eindringflüge in den sowjetischen Luftraum] richtig machen, dann können wir mit dem 3. Weltkrieg loslegen.‹«}

Gruppe42
Am 16.05.2018 veröffentlicht 
"Der Staat - das klingt in unseren Ohren nicht unbedingt freundlich, aber es klingt nach Recht und Ordnung. In der Schule und an der Universität erfahren wir von den ehernen Regeln der Demokratie. Gewaltenteilung, Rechtsstaat, Wahlen, parlamentarische Repräsentanz, alles scheint altehrwürdig und wohlgeregelt im Staats und Verfassungsrecht. Bis in die Details und bis in die letzten Winkel ist festgelegt, wer nach welchen Regeln für was zuständig und verantworlich ist. Dass daran nicht gerüttelt wird, dafür sorgt die Demokratie, sie bezeichnet sich selbst gerne als „wehrhaft“.
Da ist ein Begriff wie „Deep State“ oder „Dualer Staat“ störend. Er legt nahe, dass es neben dem bekannten, demokratisch legitimierten Staat noch einen anderen gibt, der nicht gewählt wird, der sich selbst ermächtig, der eingreift, wann es passt. Aber wann? Wer bildet ihn? Was tut er? Wann tötet er? Warum liest man darüber so wenig? Und warum beschäftigen sich „seriöse“ Medien damit eigentlich überhaupt nicht? Medien, Politiker und Universitätslehrer verweisen den Begriff des „parallelen Staates" gerne in den Bereich der „Verschwörungstheorien“.
Und doch ist er real. In allen Staatsformen, aber insbesondere in der Demokratie, gibt es im Unterschied zum normativen Ideal die realpolitische Existenz eines „Machtstaates“ oder „Maßnahmenstaates“, des "Deep State". Auch akademische Politologen und Rechtswissenschaftler haben sich damit beschäftigt, ausnahmslos Personen, die sich mit dem Widerspruch zwischen Realpolitik einerseits und der Idee des liberalen Rechtsstaates andererseits beschäftigt haben. Sie haben erkannt: Der „Deep State" hängt mit den Erfordernissen der Hegemonialmacht im „Grossraum“ zusammen.
Dementsprechend gibt es Länder, in denen der „Tiefe Staat“ Alltagswissen ist, z.B. die Türkei oder Italien. Dort ist die Realität des parallelen Staates so unübersehbar zutage getreten, dass auch Staatspräsidenten von ihm reden - müssen. Und es gibt Länder, in denen man in öffentlichen Ämtern nicht von ihm sprechen kann, ohne Reputation und Karriere zu riskieren.
Die staatstragenden Kräfte vieler Länder blenden diese Realität deshalb weiter aus. Oder sie versuchen es zumindest. Aber auch in diesen Ländern ist der „Deep State“ aktiv geworden. Nicht nur in Vasallenstaaten, sondern auch im Zentralreich des Hegemons selbst.
Anhand praktischer Beispiele legt der Journalist Dirk Pohlmann praktisch und theoretisch dar, was es mit dem "Deep State“ auf sich hat. Sein Vortrag ist eine Mischung aus staatsrechtlicher Analyse und Bericht, wann und wo der Deep State sichtbar geworden ist. Ein spannendes Thema, dessen Bedeutung kaum überschätzt werden kann. Es ist besser, darüber Bescheid zu wissen, als nur die Konsequenzen verständnislos erleben zu müssen.
https://gruppe42.com/
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Der Nazi in uns

Um Klarheit zu gewinnen und uns endgültig von alten Lasten zu befreien, müssen wir noch einmal in unsere Geschichte zurück.
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Überall auf der Welt werden Menschen ausgebeutet, unterdrückt und misshandelt. Immer mehr sind auf der Flucht. Doch wir wollen nichts davon wissen. Wir konsumieren massenhaft Ware, an der Blut klebt und machen unsere Grenzen dicht, während auch in Europa überall Lager entstehen, in denen die Lebensumstände zunehmend mit denen in Konzentrationslagern verglichen werden. Wie ist es möglich, dass wir erneut geschehen lassen, was wir aufs Schärfste verurteilen?
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Unsere größten Probleme, so der amerikanische Wissenschaftler und Anwalt Gus Speth, seien nicht der Verlust der Artenvielfalt, der Kollaps des Ökosystems und der Klimawandel. Unsere größten Probleme heißen Egoismus, Gier und Apathie. Hier kann die Wissenschaft, auf die sich viele hoffende Blicke richten, nichts erreichen. Damit sich etwas ändert, brauchen wir, so Speth, keine neuen wissenschaftlichen Erkenntnisse und Entdeckungen, sondern eine tiefe spirituelle und kulturelle Transformation.

Wir haben täglich die Zerstörung unserer Umwelt vor Augen und es gibt wohl kaum jemanden, der nichts davon weiß, dass an in Billiglohnländern hergestellter Ware Tränen und Blut kleben. Trotzdem kaufen wir diese Produkte weiter ein und scheren uns wenig um die Arbeitsbedingungen derer, die für unsere Klamotten und elektronischen Gadgets ihre Gesundheit und ihr Leben lassen. Mancher verschafft sich ein gutes Gewissen, indem er abwertend auf die zeigt, die diese über Amazon beziehen. Doch es gibt kein Entrinnen: Niemand, der Teil der Industriegesellschaft ist, kann sich freisprechen von Egoismus, Gier und Apathie. Wir alle gucken weg, wenn es für uns unbequem wird, ganz so, wie wir es damals getan haben. Die meisten von uns lehnen sich auch dieses Mal nicht gegen ein System auf, das gezielt Leben zerstört.

mehr:
- Der Nazi in uns (Kerstin Chavent, Rubikon, 21.02.2020)
siehe auch:
- Liam Neeson und die medial angestachelte politisch korrekte (und gedankenlose) Empörung (Post, 05.02.2019)
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Donnerstag, 20. Februar 2020

Der Milliarden-Maurer vom Rhein

Die Dokumentation erzählt die Hintergründe eines der größten Wirtschaftsskandale in Deutschland. Angefangen hat Josef Esch aus dem rheinischen Troisdorf als Maurerpolier. Ein Mann aus kleinen Verhältnissen, bald ein kleiner Baulöwe an der Kölner Peripherie. Josef Esch schaffte den Aufstieg zu einem der größten und mächtigsten Immobilien-Entwickler und Vermögensverwalter des Landes.
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In den 90er Jahren stieg der Mann vom Bau in die ersten Kreise der Kölner Gesellschaft auf. Dabei behilflich waren die vornehmen Inhaber der größten europäischen Privatbank Salomon Oppenheim & Cie. In ihrem Umfeld lernte er das who-is-who des deutschen Geldadels kennen - vom Schuh-Milliardär Deichmann über den Bofrost-Gründer Boquoi bis zur Quelle-Erbin Schickedanz. Der Mann vom Bau kümmerte sich nicht nur um Geldanlagen, sondern nahm den Wohlhabenden und Einflussreichen auch allerlei andere Sorgen ab, besorgte auf Wunsch den passenden Handwerker ebenso wie die gewünschte Traumvilla oder Jacht und machte sich auf diese Weise unentbehrlich.

mehr:
- Der Milliarden-Maurer vom Rhein (Ingolf Gritschneder, Georg Wellmann, phoenix, 20.02.2020)
siehe auch:
- Haifische am Pokertisch (Post, 14.06.2009)

Der Maurer und die Superreichen | WDR Doku {29:49}

WDR Doku
Am 23.01.2020 veröffentlicht 
Angefangen hat Josef Esch aus dem rheinischen Troisdorf als Maurerpolier. Ein Mann aus kleinen Verhältnissen, bald ein kleiner Baulöwe an der Kölner Peripherie. Josef Esch schaffte den Aufstieg zu einem der größten und mächtigsten Immobilien-Entwickler und Vermögensverwalter des Landes. In den 90er Jahren stieg der Mann vom Bau in die ersten Kreise der Kölner Gesellschaft auf.
Gemeinsam mit den Grafen und Baronen aus dem Hause Oppenheim legte Josef Esch milliardenschwere Immobilien-Fonds auf, die sogenannten Oppenheim-Esch-Fonds. Kernstück waren große Bauprojekte zusammen mit der öffentlichen Hand wie zum Beispiel der Neubau der Kölner Messe. Die Oppenheim-Esch-Fonds entwickelten sich zum Geheimtipp für Geldanlagen von Multimillionären und Milliardären. Die Renditen waren erstklassig – allerdings zu Lasten des Steuerzahlers, wie sich später zeigen sollte.
Die große Esch-Sause endete für den Bau-Mogul und die Banker vor Gericht. Esch wurde wegen Steuerhinterziehung und unerlaubten Betreibens von Bankgeschäften, seine adeligen Geschäftspartner wegen schwerer Untreue verurteilt. Für die vornehme Privatbank Sal. Oppenheim endete das Abenteuer im Desaster.
Ebenfalls mit von der Partie: Thomas Middelhoff, einst gefeierter Bertelsmann-Star und später vermeintlicher Karstadt-Retter. Er wurde am Ende wegen Untreue verurteilt, im Gerichtssaal verhaftet und ist inzwischen insolvent.
Ein Skandal mit Star-Besetzung.
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Ein Film für Die Story im Ersten von Ingolf Gritschneder und Georg Wellmann
Dieser Film wurde im Jahr 2019 produziert. Alle Aussagen und Fakten entsprechen dem damaligen Stand und wurden seit dem nicht aktualisiert.

Milliarden Monopoly - Die verschwiegenen Geschäfte der Oppenheim-Esch-Holding | WDR (2005) {43:24}

Matthias Dragan Pirot
Am 20.08.2018 veröffentlicht 
Eine WDR-Dokumentation über Machenschaften politischer Akteure um und in Köln. Der kölsche Klüngel im Rheinland halt.

DieStory 21.11.2011 Adel vernichtet - Untergang des Bankhauses Oppenheim {42:45}

BewusstseinOnlineMag
Am 24.11.2011 veröffentlicht 
DieStory 21.11.2011 Adel vernichtet - Der bemerkenswerte Untergang des Bankhauses Oppenheim WDR Wer nichts weiß muss alles glauben ... http://bewusstsein-online.de http://www.youtube.com/user/Bewusstse... http://www.facebook.com/pages/bewusst... DieStory 21.11.2011 Adel vernichtet - Der bemerkenswerte Untergang des Bankhauses Oppenheim WDR
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Bilder sagen mehr als tausend Worte – und können richtig lügen

Eine Invasion russischer Truppen in die Ostukraine hat es nie gegeben. Die gezeigten Fotos waren falsch. Fälschen ist ganz einfach. 

Der deutsche IT-Spezialist Jens Bernert hat die Fotos in den Medien, die den Einmarsch russischer Panzer in der Ostukraine zu zeigen vorgaben, genau untersucht. Es waren in Wirklichkeit Bilder von anderen Orten und anderen Anlässen, teils bis zu fünf Jahren zurückliegend. Der durch diese falschen Bilder erzeugte Glaube an die Invasion russischer Panzer aber ist bis heute geblieben.
mehr:
- Bilder sagen mehr als tausend Worte – und können richtig lügen (Christian Müller, InfoSperber, 20.02.2020)
siehe auch:
- Krim: Die Invasion, die es nicht gab (Post, 15.02.2020)
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Propaganda: Syrische Bürgerjournalisten als militärisch-politische Schnittstelle

Mit einem Geheimprogramm und viel Geld hat die britische Regierung ein Netzwerk aufgebaut, das die syrische Wirklichkeit nach strategischen Interessen darstellt

Britische PR zur Förderung der syrischen Opposition ist nichts Neues. So bestätigen Dokumente der britischen Regierung, die vom Journalisten Ian Cobain aktuell auszugsweise veröffentlicht werden, im Grunde längst Bekanntes. Dass solches als bloße Unterstellung abgetan wird, geht anhand solcher Dokumente dann nicht mehr so einfach.

Sie belegen, dass die britische Regierung, zusammen mit den USA und Kanada, von 2012 bis 2015 ein Netzwerk von syrischen Journalisten finanziert hat, um die öffentliche Wahrnehmung des Konflikts in Syrien formen.

"Propaganda herauspumpen"


Neu ist vor allem die Verknüpfung mit einer militärischen Strategie; auch die eingesetzten Summen sind beachtlich – wie auch die Kluft zwischen Realität und Kosmetik, die sich allein schon zwischen der Formulierung der Aufgabenstellung und der tatsächlichen Arbeit auftut.

In den Dokumenten wird das Ziel politisch-hygienisch mit einer "positiven Veränderung der Einstellungen und des Verhaltens" gegenüber der syrischen Opposition benannt. Real ging es bei seiner Arbeit, so ein Beteiligter, um Schmutzigeres – darum, "Propaganda herauszupumpen, innerhalb und außerhalb Syriens".

Auffallend ist die doppelte Funktion der Beteiligten, die nichts von ihrem Auftraggeber wissen sollten. Sie sollten einerseits als "Bürgerjournalisten" die Öffentlichkeit von der Opposition zu Baschar al-Assad überzeugen. Anderseits agierten sie gegenüber Journalisten von Medien mit internationaler Reichweite, z.B. Sky News Arabia, BBC Arabic, al-Jazeera oder al-Arabiya, als Pressesprecher von oppositionellen Gruppen.

Instruktionen


Dazu wurden sie im Vorhinein "instruiert". Grundlegende Leitprinzipien waren bereits von programmatisch von der britischen Regierung vorgegeben. Laut den veröffentlichten Papieren war wesentlich die "Stärkung der Werte und der Reputation der syrischen Opposition" sowie andererseits die "Unterminierung der Erzählung der Assad-Regierung und deren Legitimität".

Namen der Teilnehmer der "versteckten Propaganda-Kampagne" (Middle East Eye) werden nicht genannt. Neun Unternehmen sollen sich an der Ausschreibung beteiligt haben. Die Formulierung, dass sich darunter eine Anzahl von Firmen befand, die von früheren britischen Diplomaten, Geheimdienst- und Armeeoffizieren gegründet worden waren, legt eine Spur zu den PR-Netzwerken rund um die Aktivitäten der Weißhelme, die von einem früheren britischen Geheimdienstoffizier gegründet wurden.

Der Vertragspartner sollte über syrische Journalisten Material für Fernsehen, Radio, Soziale Medien, Poster, Magazine und "sogar für Kinder-Comics" liefern. Die Bezahlung der Journalisten lag nach Informationen von Ian Cobain pauschal zwischen 250 und 500 US-Dollar im Monat oder für Einzelbeiträge bei 50 Dollar für ein Bild und 200 Dollar für ein kurzes Video.

... Budget


Im Jahr 2015 soll für das Programm mit seinen drei Ausrichtungen - "Freies Syrien, Syrische Identität und Unterminierung" – monatlich 540.000 US-Dollar ausgegeben worden sein. Damit konnte angesichts der gerade genannten "Honorare" einiges produziert werden. Im selben Jahr lief die Propagandaarbeit allerdings auch aus. Nach dem militärischen Einschreiten Russlands sei die Sache zum Erliegen gekommen, so Cobain.

... und Strategie


Der Journalist stellt aufgrund der Dokumente einen interessanten Hintergrund her, der kurz gesagt darauf hinausläuft, dass das PR-Programm eine Art Überbrückung war, um mit der Öffentlichkeitsarbeit einen möglichen militärischen britischen Einsatz in Syrien vorzubereiten. Dafür spricht für ihn, dass die Initiative kurz nach der Entscheidung des britischen Parlaments gegen einen Militäreinsatz in Syrien aus der Taufe gehoben wurde, und die Sache dann beim Verteidigungsministerium landete.

Zudem seien die Interessen der PR-Kampagne danach ausgerichtet, ein "effektives oppositionelles politisches-militärisches Interface" zu schaffen, das eine strategische Expansion zulasse, wenn sich die Möglichkeit dazu auftut. Für die britische Regierung war die Zusammenarbeit mit dem Netzwerk aus syrischen Journalisten eine Gelegenheit, um eine britsche Präsenz in Syrien zu wahren, die dann gegebenenfalls ausgebaut werden könnte, wie es der Journalist aus den Regierungsdokumenten herausliest.

mehr:
- Propaganda: Syrische Bürgerjournalisten als militärisch-politische Schnittstelle (Thomas Pany, Telepolis, 20.02.2020)
siehe auch:
Westliche Medien kungeln mit Terroristen in Syrien (Peter Frey, Peds Ansichten, 21.06.2019)
Syrien-Nachrichten: Wem kann man noch glauben? (Post, 13.05.2019)
Weißhelme: Krankenhausszene gefälscht (Post, 23.02.2019)

mein Kommentar:
… und dann mixen wir das Ganze (gerührt, nicht geschüttelt!) noch mit der Operation Timber Sycamore und dem, was wir über Gründung und Finanzierung der Weißhelme wissen
[Die USA und ihr Tiefer Staat, Post, 24.09.2019]
… schmecken es noch mit ein paar zuverlässigen Quellen
[Die »zuverlässigen Quellen« des Mainstreams (Post, 12.05.2018)]
… und ein paar Spritzern transatlantisch infizierter Medien ab
[Die Propaganda-Fabrik (Thomas Röper, Rubikon, 10.10.2018)]
… verschwurbeln es noch schnell bei Claus Kleber 
[Gleiwitz 2.0 – transatlantischer Kleber übt schon mal öffentlich für den Ernstfall, Post, 07.04.2019]
… oder der Tagesschau
[Geheimdienste und Leitmedien: unbekannte Fakten plus eindeutige Schlussfolgerungen ergeben unvoreingenommenes, faktenfreies Geschwurbel, Post, 15.03.2019]
und heraus kommt: eine Verschwörungstheorie!
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Mittwoch, 19. Februar 2020

korrupt – korrupter – Ukraine

Die Kontroversen um die Pleite der «PrivatBank» sind ein Lackmustest, wie es um die Ukraine und ihren neuen Präsidenten steht.

Wolodymyr Selenskyi könnte vom Oligarchen Ihor Kolomoyskyi abhängig, oder zumindest von ihm beeinflusst sein. So mutmassen die Gegner des neuen Staatsoberhaupts, und sie haben gute Argumente:

Verbindungen zwischen Selenskyi und Kolomoyskyi

  • Selenskyis Serien laufen seit Jahren im Fernsehkanal «1+1», der darüber hinaus seinen Wahlkampf überaus wohlwollend begleitet hat. «1+1» gehört Kolomoyskyi.
  • Selenskyi ernannte Andrij Bohdan zum Leiter der Präsidialadministration. Bohdan ist Hauptanwalt Kolomoyskyis.
  • Einen Tag nach dem Wahlsieg Selenskyis (!) bestellte Generalstaatsanwalt Juriy Lutsenko die frühere Zentralbankchefin Valeria Gontarewa als Beklagte in einem Korruptionsfall ein. Der Generalstaatsanwalt steht in der Ukraine grundsätzlich in besonderer Abhängigkeit vom Präsidenten. Die Anschuldigungen dürften eine Intrige des Oligarchen-Lagers sein, um die Glaubwürdigkeit der Reformer zu beschädigen. Lutsenko kann als Verbündeter Kolomoyskyis gelten. So trafen sich beide heimlich in Amsterdam, was lediglich durch Zufall von einem ukrainischen Studenten entdeckt und gefilmt wurde.
  • Der Initiator einer gross angelegten Diffamierungskampagne gegen Gontarewa steht nicht nur auf der Gehaltsliste des Oligarchen, sondern auch auf einem der vorderen Listenplätze von Selenskyis Partei «Diener des Volkes».
  • Kolomoyskyi kehrte nach dem Wahlsieg Selenskyis nach über einjähriger Abwesenheit wieder in die Ukraine zurück. Er fürchtete offensichtlich nicht, belangt zu werden, obgleich er nach Angaben der Zentralbank Milliarden veruntreut hat.
Kolomoyskyi galt bereits Mitte 2018, während seines selbstgewählten Exils, als der fünftmächtigste Ukrainer, noch vor Ministerpräsident Wolodymyr Hrojsman. Er dürfte weiter nach oben gerückt sein.
Die Verbindungen zwischen Selenskyi und Kolomoyskyi wecken zu Recht Argwohn.

Andererseits hat der neue Präsident bereits erfolglos versucht, Generalstaatsanwalt Lutsenko abzulösen. Das Parlament legte sich jedoch quer. Selenskyi betont, keineswegs Kolomoyskyi, sondern die Interessen der Steuerzahler zu verteidigen. Es gibt keine Indizien, die dem widersprechen. Gleichwohl: Die Amtsübernahme Selenskyis ermutigt den Oligarchen zu einer Offensive. Gontarewa wagt es nicht mehr, in ihr Heimatland zurückzukehren. Kolomoyskyis Attacken haben vor allem die «PrivatBank» im Visier, das mit weitem Abstand grösste Kreditinstitut des Landes.

mehr:
- Die Ukraine und ihr Bankenskandal (Christian Wipperfürth, InfoSperber, 09.07.2019)
Der gesamte Fall war nicht nur sehr verwickelt, sondern nahezu undurchschaubar. Kolomoyskyis zahlreiche Briefkastenfirmen hatten unzählige, vielleicht Millionen kaum nachvollziehbare finanzielle Transaktionen getätigt. So soll allein am 6. Februar 2014 die Firma Ribotto 20,5 Millionen US-Dollar in 68 Transaktionen zwischen 50 verschiedenen Unternehmen transferiert haben.

Die Zentralbank gab zwar an, dass Insiderkredite in Milliardenhöhe ausgereicht worden seien. Sie unterliess jedoch, die Insider zu benennen. Hätte sie hierzu aufgrund der unübersichtlichen Lage überhaupt in der Lage sein können? Oder handelt es sich um ein unverzeihliches Versäumnis?

[Zitat aus obigem Artikel]

Noam Chomsky: »Die neoliberale Ordnung bricht zusammen«

Interview Noam Chomsky spricht über Donald Trumps Angriff auf die Demokratie, Bernie Sanders' Graswurzelbewegung, Greta Thunbergs Vorbildcharakter und eine Welt in Flammen
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Das Impeachment-Verfahren gegen US-Präsident Donald Trump wegen Machtmissbrauchs ist, wie zu erwarten war, gescheitert. Statt auf Trumps Verfehlungen richtet sich viel der Aufmerksamkeit des politischen Establishments inzwischen auf Senator und Präsidentschaftsanwärter Bernie Sanders, da der vielen Etablierten als einer der gefährlichsten Politiker gilt – weil er sich für eine gerechte und gleichberechtigte Gesellschaftsordnung und eine nachhaltige Zukunft einsetzt. Unterdessen hat der Abschluss des Weltwirtschaftsforums in Davos im Januar gezeigt, dass die globalen Eliten weiter auf die ungehinderte Zerstörung des Planeten setzen. So beschreibt der Linguist Noam Chomsky, einer der bekanntesten US-amerikanischen Intellektuellen der Gegenwart, in einem exklusiven Interview mit truthout.org die aktuelle politische Lage in den Vereinigten Staaten.
mehr:
- „Die neoliberale Ordnung bricht zusammen“ (C.J. Polychroniou, Übersetzung: Holger Hutt, Carola Torti, der Freitag, 19.02.2020)
siehe auch:
Russische Wahlbeeinflussung in den USA: Die Hysterie-Nebelbomben der US-Demokraten (Post, 15.01.2020)
Impeachmentstreit statt Diskussionen über politische Alternativen (Post, 06.10.2019)
- Albertus-Magnus-Professur 2011 für Noam Chomsky: Charismatisch wie eine Stahlbetondecke (Post, 05.08.2011)
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Dienstag, 18. Februar 2020

Das Zittern bei der ARD-Tagesschau

Der öffentlich-rechtliche Sender verschweigt seinen Konsumenten beharrlich, dass Syrien noch immer schlicht um seine Existenz kämpft und sich derzeit ganz konkret der Aggression solcher Staaten wie der Türkei und Israel erwehren muss. Er deckt diese Tatsache zu, indem er in propagandistischer Manier einer Flüchtlingskatastrophe das Wort redet, welche auf die Operationen der Syrischen Arabischen Armee (SAA) in Idlib zurückzuführen sei. Es ist wichtig, die Dinge klar auszusprechen: Die ARD-Tagesschau betreibt mit dieser Erzählung Desinformation.


Vorwort

Der folgende Brief ist – wie auch alle anderen an dieser Stelle veröffentlichten – keinesfalls ausschließlich, ja nicht einmal erstrangig an den explizit aufgeführten Adressaten gerichtet. Vor allem aus diesem Grunde handelt es sich ja auch um öffentlich gemachte Briefe. Sie sind ein Vorschlag zur Überwindung von Sprachlosigkeit und möchten Mut geben, die eigene Unzufriedenheit in praktisches Handeln zu überführen. Es ist – zumindest für mich – auffällig, dass die Meisten der Zeitgenossen zwar gefühlsmäßig auszudrücken in der Lage sind, dass in Politik und Medien hierzulande einiges ganz und gar nicht rund läuft. Doch nur äußerst wenige Menschen schaffen es auch, diese Missstände im speziellen Fall sauber herauszuarbeiten, zu benennen und in Gesprächen damit zu argumentieren. Damit können sie dann Jenen, die in der Mühle von Desinformation und Manipulation gefangen sind, auch keine Unterstützung geben, aus dieser zu entrinnen.

Deshalb mögen die offenen Briefe von Peds Ansichten als inspirierende – jedoch keinesfalls einfach statisch zu übernehmende – Beispiele taugen, um die eigenen argumentativen Fähigkeiten zu stärken und zu trainieren. Es gilt, aus der Empörung – die mit Sprachlosigkeit gekoppelt ist – auszubrechen. Für kritische Beobachter des Syrienkrieges ist es keine Neuigkeit, dass der Westen dort nicht nur Al Qaida einsetzt, sondern auch mal mehr, mal weniger direkt (über Saudi-Arabien und die Türkei beispielsweise) die IS-Kämpfer kontrolliert, die nicht nur gegen Syrien kämpfen, sondern auch dem Westen ein – völkerrechtlich illegales, per Propaganda pseudolegitimiertes – Eintrittsticket nach Syrien verschafft haben. Die Zusammenarbeit zwischen Erdogans Türkei und ISIS ist bekannt. Es geht hier nicht nur um Ölhandel und Waffenlieferungen, vielmehr ist der wilde Südosten der Türkei mittlerweile ein Paradies für allerlei Jihadisten und Söldner, die sich dort ungehindert bewegen können und vom Westen und der Türkei auf unterschiedliche Art und Weise in den Syrienkrieg geworfen werden.

mehr:
- Das Zittern bei der ARD-Tagesschau (Peter Frey, Peds Ansichten, 18.02.2020)
siehe auch:


Türkische Soldaten kämpfen gemeinsam mit sogenannten „moderaten Rebellen“ gegen die syrischen Regierungstruppen und ihre Verbündeten. In einem Video ist ein solcher „Rebell“ zu sehen, wie er einen Lagebericht abgibt. An seinem Oberarm prangt das Abzeichen der im Westen „Islamischer Staat“ (IS) genannten Terrorgruppe, die im Nahen Osten als „Daesh“ bekannt ist und den Angaben unserer Regierungen zufolge ständig in Europa Terroranschläge begeht. 
Für kritische Beobachter des Syrienkrieges ist es keine Neuigkeit, dass der Westen dort nicht nur Al Qaida einsetzt, sondern auch mal mehr, mal weniger direkt (über Saudi-Arabien und die Türkei beispielsweise) die IS-Kämpfer kontrolliert, die nicht nur gegen Syrien kämpfen, sondern auch dem Westen ein – völkerrechtlich illegales, per Propaganda pseudolegitimiertes – Eintrittsticket nach Syrien verschafft haben.

Die Zusammenarbeit zwischen Erdogans Türkei und ISIS ist bekannt. Es geht hier nicht nur um Ölhandel und Waffenlieferungen, vielmehr ist der wilde Südosten der Türkei mittlerweile ein Paradies für allerlei Jihadisten und Söldner, die sich dort ungehindert bewegen können und vom Westen und der Türkei auf unterschiedliche Art und Weise in den Syrienkrieg geworfen werden.
[Jens Bernert, „Moderater Rebell“ der türkischen Invasionstruppen trägt ISIS-Abzeichen, Blauer Bote, 16.02.2020]
Tagesschau und die Nachricht hinter der Nachricht (Peter Frey, Peds Ansichten, 07.02.2020)
Weißhelm-Videos und die sogenannte »gemäßigte syrische Opposition« (Post, 11.10.2019)
Geheimdienste und Leitmedien: unbekannte Fakten plus eindeutige Schlussfolgerungen ergeben unvoreingenommenes, faktenfreies Geschwurbel (Post, 15.03.2019)

Sandra Maischberger interviewt Horst-Eberhard Richter {21:01 
– Start bei 1:15: Richter: »Die Medien heute im Westen benehmen sich häufig wie eine vierte Waffengattung.« 
bis 2:45: Richter: »Was in denen angerichtet wird, die Leute töten müssen, die man nicht als persönliche Feinde erkennt.«}

docuville2 cinematographos
Am 05.05.2016 veröffentlicht 
ntv-Sendung vom 27.3.2003 

zu der von Richter erwähnten schwedischen Studie:

Robert Fisk – der obsessive Kampf um die Wahrheit

Afghanistan, Irak oder Syrien: Der britische Journalist Robert Fisk berichtet seit über 40 Jahren über einige der gewalttätigsten und heikelsten Konfliktherde der Welt und schreibt heute für den Independent. Der Film begleitet Fisk bei seinen Vorbereitungen diverser Artikel und wird so zum Beobachter der Recherchen für dessen Berichte und Kolumnen. 

Robert Fisk ist kein typischer Journalist. Die New York Times hat ihn einst den „wohl berühmtesten britischen Auslandskorrespondenten“ genannt. Sein erster Einsatz als Vollzeitkorrespondent für die London Times führte den jungen Journalisten damals gleich nach Belfast, mitten in den Nordirlandkonflikt. Er berichtete über die Nelkenrevolution in Portugal und nahm bald darauf den ersten Auftrag im Nahen Osten an.

Seit 1976 lebt Fisk in Beirut, er spricht und liest arabisch. Sein Spezialgebiet ist und bleibt der Nahe Osten. Seine Reportagen sind von einer Landeskenntnis geprägt, die anderen Berichterstattern häufig fehlt, wenn sie nicht vor Ort recherchieren.

mehr:
- An vorderster Front - Die Wahrheiten des Robert Fisk (Yung Chang, Arte, Ausstrahlung am 18.02.2020 – bis 24.02.2020 in der Arte-Mediathek)
siehe auch:
Die Verbannung der Wahrheit (Post, 24.09.2019)
Die Kaputtmacher (Post, 04.07.2019)
- Die Verbannung der Wahrheit (Post, 24.01.2019)
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Robert Fisk remembers Hama massacre {5:04}

Al Jazeera English
Am 02.02.2012 veröffentlicht 
Robert Fisk was one of the few journalists who managed to enter Hama during the 1982 military assault on the city. At least 10,000 people were killed as the army crushed an armed rebellion led by the Muslim Brotherhood.
At Al Jazeera English, we focus on people and events that affect people's lives. We bring topics to light that often go under-reported, listening to all sides of the story and giving a 'voice to the voiceless.'
Reaching more than 270 million households in over 140 countries across the globe, our viewers trust Al Jazeera English to keep them informed, inspired, and entertained.
Our impartial, fact-based reporting wins worldwide praise and respect. It is our unique brand of journalism that the world has come to rely on.
We are reshaping global media and constantly working to strengthen our reputation as one of the world's most respected news and current affairs channels.
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Der Aufstand der Muslimbrüder in Syrien, deren Hochburg Hama war, begann 1976. Im Februar 1982 ereignete sich in Hama ein international wenig bekanntes Massaker, bei dem die syrische Armee unter Verteidigungsminister Mustafa Tlas die Stadt bombardierte, weil Mitglieder der Muslimbrüder Hama zum Widerstandszentrum gegen die Regierung ausgebaut hatten. Dabei wurden, insbesondere in der historischen Altstadt, große Verwüstungen angerichtet und schätzungsweise 30.000 Menschen kamen zu Tode. Über die Ereignisse zu reden war lange Zeit ein Tabu in Syrien,[10] bis Demonstranten während des Arabischen Frühlings 2012 bei ihren Protestmärschen darauf aufmerksam machten.[11]
[Hama (Syrien), Massaker von Hama, Wikipedia, abgerufen am 19.02.2020]
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Am Abend des 16. September – zwei Tage nach dem Mord an Bachir Gemayels – drangen etwa 150 phalangistische Milizionäre unter dem Kommando von Elie Hobeika in die Lager ein, um die dort vermuteten palästinensischen Kämpfer zu entwaffnen. Die Milizen durchkämmten während ihrer Aktion die Lager und töteten dabei vorwiegend Zivilisten, einschließlich Frauen, Kinder und Alte. Nicht nur von palästinensischer Seite, sondern auch von beteiligten Phalangisten selbst wurde angegeben, viele der Opfer seien außerdem verstümmelt worden. Es soll auch zu Folterungen und Vergewaltigungen gekommen sein. Dies geschah in voller Sicht israelischer Beobachtungsposten aus umliegenden Gebäuden, welche die Lagerausgänge abriegelten und die Lager während der Nacht mit Leuchtraketen erhellten, um die phalangistischen Milizen zu unterstützen.[3]

Nach späteren Erkenntnissen war nicht nur die israelische Militärführung vor Ort genauestens über die Vorgänge in den Lagern informiert, sondern auch die israelische Regierung. Berichten zufolge hatte die israelische Armee zudem Bulldozer zur Verfügung gestellt und die Milizen mit Verpflegung und Munition versorgt.[4] Erst am Morgen des 18. September fand das Blutbad ein Ende. Nach Angaben der libanesischen Polizei forderte es 460 Todesopfer, darunter 35 Frauen und Kinder.[5] Israelische Stellen gehen von rund 800 militärischen und zivilen Toten aus, nach anderen Schätzungen waren an die 2000 Personen getötet worden. Die PLO sprach von 3300 Ermordeten.
[Massaker von Sabra und Schatila, Das Massaker, Wikipedia, abgerufen am 19.02.2020]
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Noam Chomsky: Sabra & Shatila Massacre That Forced Sharon's Ouster Recalls Worst of Jewish Pogroms {8:54}

Democracy Now!
Am 13.01.2014 veröffentlicht 
http://www.democracynow.org - We look at one of the most shocking incidents in the career of the late former Israeli Prime Minister Ariel Sharon: the Sabra and Shatila massacre. Up to 2,000 Palestinians died on Sept. 16-17, 1982, when the Israeli military allowed a Christian militia to attack the camp. Then-Defense Minister Ariel Sharon was forced to resign after a special Israeli investigative panel declared him to be "personally responsible" for the massacre. We air a description of the killings by Ellen Siegel, a Jewish-American nurse who was working at Gaza Hospital at the Sabra camp at the time of the attacks, and speak with Rashid Khalidi, Edward Said Professor of Arab Studies at Columbia University, and Noam Chomsky, world-renowned political dissident, linguist, author and Institute Professor Emeritus at Massachusetts Institute of Technology.
See all Democracy Now! coverage of the Israeli-Palestinian conflict in our YouTube playlist:
http://www.youtube.com/playlist?list=…
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Sabra & Shatila massacre of Palestinians-Eyewitness (Robert Fisk & Odd Karsten Tveit) {8:38}

VisualJustice
Am 09.01.2011 veröffentlicht 
The Massacre of Palestinian refugees in Lebanon by the Christian Lebanese Phalangists In collaboration with Israel.

Es begab sich das ein Skorpion eine Fluss überqueren musste. Am Ufer saß eine Schildkröte und sonnte sich. Der Skorpion ging zur Schildkröte und fragte sie, ob sie ihn über den Fluss bringen könne. Nein sagte die Schildkröte, mitten im Fluss stichst du mich und ich muss sterben, ich werde Dich nicht über diesen Fluss bringen! Aber wenn ich dich steche sterbe ich doch auch. Ja, dachte die Schildkröte und ließ den Skorpion auf ihren Rücken steigen. Mitten im Fluss angekommen stach der Skorpion die Schildkröte in den Hals. – Warum hast du das nur getan, sprach die Schildkröte mit zitternder Stimme – jetzt sterben wir doch Beide. Es liegt in mein Natur liebe Schildkröte, es liegt in meiner Natur..... 
[gefunden bei 
geschichten-kurzgeschichten]
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