Montag, 8. Dezember 2014

Die nächste Zutat zur Meinungsmache-Suppe: Putin schließt das Fenster zu Europa

Nicht der Westen bedroht Russland und den Frieden in Europa – Putin ist es. Das ignorieren die Unterzeichner des Aufrufs "Nicht in unserem Namen".

Wacht endlich auf, möchte man allen zurufen, die den Aufruf  "Wieder Krieg in Europa? Nicht in unserem Namen!" unterschrieben haben oder die ihn richtig finden. Es wird doch bereits wieder Krieg geführt in Europa! Es gibt eine kaum verdeckte militärische Aggression Russlands gegen die Ukraine. Aber dieser Krieg wird ja nicht im Namen von Gerhard Schröder, Margot Käßmann, Antje Vollmer und vielen anderen geführt.

Vielleicht haben sie und die anderen Unterzeichner des Appells deshalb jegliche Kritik an Russlands Krieg gegen die Ukraine vermieden. Sie erinnern zwar zu Recht an die Idee einer gesamteuropäischen Friedensordnung und an die Prinzipien der KSZE-Schlussakte von Helsinki, auf denen dieser Friede beruht. Aber sie finden kein Wort zu der Verletzung dieser Prinzipien durch Russland.

In dem Aufruf wird zurecht an das zentrale Ziel der KZSE-Schlussakte erinnert, "auf der Grundlage gemeinsam festgelegter Prinzipien" ein "gemeinsames Europäisches Haus" zu errichten. Dieses Ziel sei bis heute nicht eingelöst, heißt es in dem Papier. Das ist leider wahr. Aber woran liegt das? Die Unterzeichner drücken sich um eine Antwort.

mehr:
- Russland-Konflikt – Putin schließt das Fenster zu Europa (Ruprecht Polenz, ZEIT, 08.12.2014)
Zitat:
Putin ist nicht Gorbatschow, er ist nicht einmal Breschnew. Er bricht das Wort, das der damalige sowjetische KP-Chef Europa und der Welt mit der Unterschrift unter die KSZE-Schlussakte gegeben hat: Keine Anwendung oder Androhung von Gewalt, Unverletzlichkeit der Genzen, territoriale Integrität von Staaten, friedliche Regelung von Streitfällen, Achtung der Menschenrechte und Grundfreiheiten, Erfüllung völkerrechtlicher Verträge nach Treu und Glauben.

Krieg nicht in unserem Namen - Gabriele Krone-Schmalz: Wir müssen uns wehren! [3:52]

Veröffentlicht am 25.02.2015
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ANTIKRIEG.TV Deutschsprachige Medienbeiträge sowie ins Deutsche übersetzte, ausgewählte Beiträge z.B. von Democracy Now (USA), Russia Today, Telesur (Lateinamerika)
Gleichzeitig empfehlen und verweisen wir auf deutschsprachige Nachrichtenseiten, wie Weltnetz.TV, Kontext TV, Hintergrund, Junge Welt, Nachdenkseiten und Beitrage der Occupy Bewegung

mein Kommentar:
Es ist ziemlich anstrengend und fordert ein hohes Maß an Geduld, sich mit den immer gleichen Vorwürfe zu beschäftigen:
Ich bin überzeugt, dass der einzige Mechanismus zur Entscheidung über die Anwendung von Gewalt als letzte Maßnahme nur die UN-Charta sein darf. In diesem Zusammenhang habe ich auch nicht verstanden, was kürzlich der Verteidigungsminister Italiens gesagt hat, oder er hat sich unklar ausgedrückt. Ich habe jedenfalls verstanden, dass die Anwendung von Gewalt nur dann als legitim gilt, wenn sie auf der Grundlage einer Entscheidung der NATO, der EU oder der UNO basiert. Wenn er das tatsächlich meint, dann haben wir verschiedene Standpunkte. Oder ich habe mich verhört. Legitim ist eine Anwendung von Gewalt nur dann zu nennen, wenn ihr ein UNO-Beschluss zu Grunde liegt. Und man darf die UNO nicht durch die NATO oder die EU ersetzen. Und wenn die UNO wirklich die Kräfte der internationalen Gemeinschaft vereint, die tatsächlich auf Ereignisse in einzelnen Staaten reagieren können, wenn wir uns von der Nichtbeachtung internationalen Rechts abkehren, dann kann sich die Situation ändern. Im anderen Fall gerät die Situation nur in eine Sackgasse und es häufen sich die schweren Fehler. Zugleich muss man erreichen, dass das Völkerrecht universalen Charakter erhält, sowohl im Verständnis, wie auch in der Anwendung der Normen.
Ich denke, es ist offensichtlich, dass der Prozess der NATO-Erweiterung keinerlei Bezug zur Modernisierung der Allianz selbst oder zur Gewährleistung der Sicherheit in Europa hat. Im Gegenteil, das ist ein provozierender Faktor, der das Niveau des gegenseitigen Vertrauens senkt. Nun haben wir das Recht zu fragen: Gegen wen richtet sich diese Erweiterung? Und was ist aus jenen Versicherungen geworden, die uns die westlichen Partner nach dem Zerfall des Warschauer Vertrages gegeben haben? Wo sind jetzt diese Erklärungen? An sie erinnert man sich nicht einmal mehr. Doch ich erlaube mir, vor diesem Auditorium daran zu erinnern, was gesagt wurde. Ich möchte ein Zitat von einem Auftritt des Generalsekretärs der NATO, Herrn Wörner, am 17. Mai 1990 in Brüssel bringen. Damals sagte er: „Schon der Fakt, dass wir bereit sind, die NATO-Streitkräfte nicht hinter den Grenzen der BRD zu stationieren, gibt der Sowjetunion feste Sicherheitsgarantien.“ Wo sind diese Garantien?  (Wladimir Putin vor der Münchner Sicherheitskonferenz 2007, Wortlaut der Rede bei der AG Friedensforschung, Hervorhebungen von mir)
Die USA und die NATO haben seit 1973 mehrmals gegen die in der KSZE-Schlußakte festgelegten Verpflichtungen verstoßen:

Putin hat in seiner Rede 2007 kritisiert, daß EU und NATO für sich beschließen, wann sie die UNO als oberste Entscheidungs-Instanz akzeptieren und wann nicht.
Die Geschehnisse in der Ukraine fassen Wolfgang Bittner und Matthias Brökers besser zusammen als ich:
Kein Krieg auf der Krim! (Matthias Brökers, Hintergrund, 04.03.2014)
Krieg in der Ukraine – Brandstifter und Brandbeschleuniger (Wolfgang Bittner, Hintergrund, 01.09.2014)
- Das europäische Jahrhundertdesaster – Die Krise in der Ukraine und die Spaltung Europas (Wolfgang Bittner, Hintergrund, 20.11.2014)

Seitdem ich mich mit der Ukraine befasse (Der Ukraine-Konflikt 1 – Westliche Aufgeregtheit und staatliches Gedächtnis, Post, 04.03.2014) höre ich allwöchentlich von irgendwelchen Dingen, die Russland – oder die prorussischen Separatisten – gemacht haben sollen. Von gepanzerten Fahrzeugen, die über die Grenze in die Ukraine vorgedrungen sind über die Lieferung schwerer Waffen in die »von Separatisten besetzten Gebiete« (den Ausdruck in Klammern lasse man sich einmal genüßlich auf seinen Gehirnwindungen zergehen!), waghalsige und unangemeldete Flugmanöver durch russische Düsenjäger, den MH-17-Abschuß (»Stoppt Putin jetzt!«), die verachtende Behandlung und das Berauben der MH-17-Leichen bis hin zu nicht identifizierten U-Booten in schwedischen Gewässern und Angriffen mit Atomgranaten auf den Flughafen von Lugansk.


In den ganzen Monaten habe ich keinen einzigen gefangengenommenen russischen Soldaten gesehen, der gesagt hat: Ich bin hierher geschickt worden. Was ich aber gesehen habe, war jede Menge heißer Luft…


Was ich auch gesehen habe – und das läßt sich von niemandem bestreiten – ist, daß die Geschehnisse der letzten Jahre wie die Faust aufs Auge zu dem Brzezinski-Buch »Die einzige Weltmacht« aus dem Jahr 1997 passen. (Zbigniew Brzezinski, Die einzige Weltmacht, Post, 28.11.2014)


Und was ich auch gesehen habe – und das läßt sich ebenfalls von niemandem bestreiten – ist, das der Sohn des US-Vizepräsidenten, Hunter Biden, seit Mai im Vorstand des größten ukrainischen Gasproduzenten sitzt. (Ukraine 10 - Joe Bidens Sohn fällt die Treppe hoch, Post, 12.05.2014)


Was ich mit Erstaunen zur Kenntnis genommen habe ist, daß der Ukraine 20 Tonnen Gold abhanden gekommen sind. (Geplünderte Schatzkammer, junge Welt, 21.11.2014)


Das ist wie bei einem Poker-Spiel, bei dem einer bescheißt, und irgendwann fängt der andere auch an zu bescheißen…


Für mich sind die ständigen Schuldzuweisungen von Seiten des Westens – in diesem Fall von Ruprecht Polenz – ermüdend. Es ist wie eine Schallplatte, die ständig aufgelegt und abgespielt wird. Man redet, man erklärt, man versucht etwas herauszufinden, und auf der anderen Seite hört man ständig nur dieses Klassenprimus-Heruntergebete auswendig gelernter Scheinwahrheiten.

Was Schriftsteller (über die NSA-Affäre) sagen (Deutschland ist ein Überwachungsstaat, FAZ, 25.07.2013), 

was der Deutsche Kulturrat (Offener Brief an die Vorsitzende der CDU Deutschlands, Deutscher Kulturrat, 30.09.2014), 
was Ärzte und Wissenschaftler zum sogenannte Freihandelsabkommen sagen (Appell zum Stopp der Ver­hand­lun­gen über das Freihandelsabkommen, Kritik Freihandelsabkommen, 17.07.2014), 
was altgediente Politiker sagen (die sich untereinander ja bestimmt nicht besonders grün sind), 
was der Council on Foreign Relations sagt (Council on Foreign Relations sieht Hauptschuld an Ukraine-Krise beim Westen, Telepolis, 26.08.2014), 
was Ex-Geheimdienstmitarbeiter sagen (Offener Brief an Angela Merkel, Telepolis, 03.09.2014), 
was der ARD-Programmbeirat (Ukraine-Konflikt: ARD-Programmbeirat bestätigt Publikumskritik, Telepolis, 18.09.2014) sagt,
was Außenminister Steinmeier über den Zustand des Journalismus in Deutschland (Post, 19.11.2014) sagt, 
was Wladimir Putin (Rede vor dem Deutschen Bundestag 2001, Rede vor der Münchner Sicherheitskonferenz 2007, Rede vor dem Waldai-Forum 2014) selbst sagt und
was 60 bekannte Persönlichkeiten zum notwendigen Umdenken in der deutschen Rußland-Politik und zu der Medienberichterstattung (Prominente warnen vor Krieg und appellieren an Medien, Post, 07.12.2014) sagen

all dies scheint kaum jemanden aus der journalistisch-politischen Meinungsbildungs-Clique zu interessieren, geschweige denn zu beeindrucken.


Stattdessen werden von Angela Merkel mal kurz das Deutsch-Russische Forum und der Petersburger Dialog narkotisiert (Wider den öffentlichen Dialog mit Russland – Unsere Bundesmama und zwei ungehorsame Kinder, Post, 26.11.2014). Aber unsere Leitmedien scheinen ebenfalls dermaßen narkotisiert zu sein, daß kein Aufschrei zu hören ist. Alle haben den Kopf voll mit dem bösen Putin, der die westlichen Werte angreift.


Kiew bemüht sich um Westliche Werte Kyiv Київ [1:17]

Veröffentlicht am 06.09.2014
Quelle:
http://www.youtube.com/watch?v=egSxF3...
Danke für die Übersetzung.
Dieses Video wird reingestellt um zu zeigen was "Westliche Werte" sind.

Hälfte der Deutschen kennt Oppositionsparteien nicht

Die Debatten sind laut einer Studie langweilig, das Interesse an der Arbeit des Bundestags gering. Die Bertelsmann Stiftung rät zu Reformen – und macht einen Vorschlag.

Die meisten Bundesbürger nehmen die Debatten und die Arbeit im Deutschen Bundestag kaum wahr. Nur 54 Prozent können sagen, welche Parteien derzeit die Opposition bilden. Das ist das Ergebnis einer neuen Studie der Bertelsmann Stiftung, die an diesem Montag veröffentlicht werden soll. 29 Prozent gaben eine falsche Antwort auf die Frage, 17 Prozent machten keine Angabe. Bei den 16- bis 29-Jährigen hatten nur 38 Prozent die richtige Antwort parat: Linke und Grüne. Immerhin: Grundkenntnisse zum Wahlsystem sind vorhanden. Zwei Drittel der Deutschen wissen, dass es neben direkt gewählten Abgeordneten auch nicht direkt gewählte Parlamentarier gibt.

Kaum Interesse haben die Deutschen an den Debatten im Bundestag. Nur jeder Vierte kann sich konkret an eine Plenumsdebatte der vergangenen Monate erinnern. Laut der Studien haben weniger als ein Drittel (27 Prozent) der Befragten in den vergangenen Monaten eine Bundestagsdebatte im Radio oder Fernsehen verfolgt. Die Zahl hat in den vergangenen Jahren stark abgenommen: Mitte der 1980er Jahren hatten bei einer Studie noch mehr als doppelt so viele Menschen (63 Prozent) angegeben, eine Debatte verfolgt zu haben.

mehr:
- Bertelsmann-Stiftung – Hälfte der Deutschen kennt Oppositionsparteien nicht (ZEIT, 08.12.2014)

mein Kommentar:
Offziell sind jetzt alle dazu aufgerufen, Krokodilstränen über das Desinteresse der Bevölkerung bezüglich der Vorgänge in unserer freiheitlich demokratischen Politikszene zu weinen. Ich denke aber, daß genau dieses Desinteresse etwas über die Qualität unserer deutschen Politik und der politischen Vorgänge in unserem Land aussagt.
Der öffentliche Umgang mit der Ukraine-Krise oder den TTIP-Verhandlungen ist kennzeichnend für den Stil, der mit Angela Merkel herrscht. Sie regiert im Stil des (angeblichen) Wahlspruchs des Vaters von Maria Theresia, Joseph II.
»Alles für das Volk, nichts durch das Volk.«
Angela Merkel, so gut sie sich in der Ukraine-Krise auch halten mag, ist verantwortlich für das Absinken des öffentlichen Diskurses auf ein in der deutschen Nachkriegsgeschichte einmalig niedriges Niveau. Volker Pispers fragte (»Bis neulich«) aus der Sicht eines Hartz-IV-Empfängers: »Wollen Sie mir Scheiße in unterschiedlichen Geschmacksrichtungen anbieten?« 
Warum sollte ich mich um eine Politik kümmern, die alternativlos »passiert«? Angela Merkel steht für nichts, und was geschieht, erscheint wie ein Kaninchen aus dem Zylinder und ist alternativlos. Angela Merkel fragt: »Wozu politische Debatten?«, der Wähler fragt: »Wozu soll ich mich dafür interessieren?«

Biden: "Obama musste EU zu Sanktionen zwingen"

Ukraine US-Vizepräsident Joe Biden behauptet, dass die USA und Obama persönlich die EU zu Wirtschaftssanktionen gegenüber Russland zwingen musste.

Der amerikanische Vizepräsident Joe Biden sagte am Freitag, dass USA und Obama die EU regelrecht zwingen mussten Sanktionen zu verhängen. Eine Alternative wäre die Stationierung amerikanischer Truppen in der Ukraine gewesen.

mehr:
- Biden: "Obama musste EU zu Sanktionen zwingen" (Julian K., Nutzerbeitrag, der Freitag, 04.10.2014)

US-Vizepräsident Biden: USA haben EU zu Sanktionen gegen Russland gezwungen ll RUPTLY [0:57]


Veröffentlicht am 07.10.2014

siehe auch:

- EU dementiert Worte von US-Vizepräsident (Radio Stimme Russlands, 03.10.2014)
- Ukraine, Russland und die Welt: Fünf Fragen an drei Autoren (Gegenmeinung, 18.03.2014)

siehe auch:
- Gleichgeschaltete Mainstreammedien verschweigen Biden-Rede über willfährige EU-Politik (Propaganda, 16.10.2014)


Tagesschau erfindet Steinmeier Aussagen vor der UN

Was die Tagesthemen dann veranstalten (ab 6:29min) ist aber einfach unfassbar: Direkt nach einem Ausschnitt der Rede, ergänzt Korrespondent Markus Schmidt die Lüge von angeblich zurückgezogenen russischen Truppen, von denen weder bei Steinmeier, noch bei Lavrov die Rede ist:
mehr:
- Publikumskonferenz entlarvt neue ARD-Lüge: Tagesschau erfindet Steinmeier Aussagen vor der UN (Weltpolitik und Gartenzwerge, 11.10.2014)

aus obigem Artikel verlinkt:
- ARD - Verfälschen der Redebeiträge des deutschen und des russischen Außenministers vor der UN-Vollversammlung (Forum Publikumskonferenz, 10.10.2014, Hervorhebungen von mir)
Zitat:
hiermit legen wir, die Ständige Publikumskonferenz der öffentlich-rechtlichen Medien e.V., formal Beschwerde wegen des Verfälschens der Redebeiträge des deutschen und des russischen Außenministers vor der UN-Vollversammlung, durch den Korrespondenten des ARD-Studios in New York, Markus Schmidt, ein.

Sowohl in den Tagesthemen vom 27. September 2014 (22:45 Uhr), als auch in der Tagesschau vom 28. September 2014 (8:30 Uhr) wurden die Redebeiträge des deutschen und des russischen Außenministers vor der UN-Vollversammlung, durch den Kommentator Markus Schmidt, eklatant verfälscht. Im Ergebnis musste für den Zuschauer zwangsläufig der Eindruck entstehen, der russische Außenminister habe in seiner Rede vor der UN-Vollversammlung am 27. September 2014 die Beteiligung der russischen Armee im ukrainischen Bürgerkrieg eingestanden

1. So legt Markus Schmidt in den genannten Nachrichtenformaten in Form der indirekten Rede dem deutschen Außenminister folgende Worte in den Mund (Tagesthemen 6:56, Tagesschau 0:36): 

"Russland habe seine Truppen zurückgezogen, heißt es, es werde über die Einrichtung einer entmilitarisierten Pufferzone verhandelt." 

http://www.tagesschau.de/multimedia/sen ... -3209.html 

http://www.tagesschau.de/ausland/un-109.html 

Sowohl die Übertragung der vollständigen Rede auf der Internetseite der Vereinten Nationen, als auch die vom Auswärtigen Amt veröffentlichte vollständige Fassung der Rede Steinmeiers beweisen, dass o.g. Aussage an keiner Stelle seiner Rede getroffen wurde

http://webtv.un.org/meetings-events/gen ... 9857411001 

http://www.auswaertiges-amt.de/sid_9DF9 ... ng_VN.html 

Die eine Beteiligung regulärer russischer Truppen im ukrainischen Bürgerkrieg implizierende Aussage, Russland habe seine Truppen zurückgezogen, ist eine Nato-Meldung vom 24. 09. 2014 ( "Signifikanter Rückzug russischer Truppen aus der Ukraine") und wird hier seitens des ADR-Korrespondenten in Steinmeiers UN-Rede "eingebaut"

http://de.reuters.com/article/topNews/i ... V320140924 

Abgesehen davon, dass Steinmeier diese Aussage vor der UN-Vollversammlung nicht getroffen hat, wird die Minsker Vereinbarung, eine entmilitarisierte Pufferzone zwischen ukrainischen Streitkräften und Separatisten einzurichten, zudem völlig falsch in den Zusammenhang eines Rückzugs angeblich russischer Truppen gestellt. 


mein Kommentar:

Schon anstrengend, den Leuten ständig auf die Finger zu sehen!
Chapeau!!


Merkel tadelt Putin – Deutsche Debatten über Russland

Kanzlerin Merkel hat Präsident Putins Politik erneut kritisiert. Bei Linken und Rechten hat der Kremlchef mehr Freunde. Die Grünen indes verabscheuen ihn.

Streng, aber nicht zu streng und immer so, dass keine Dialogbrücken einstürzen: Seit Monaten folgt die deutsche Bundeskanzlerin Merkel im Umgang mit Russlands Präsident Putin diesem Motto, und auch in ihrem neusten Interview, das sie der «Welt am Sonntag» gewährte, begab sie sich auf einen heiklen Kantengang. Natürlich habe für sie die Suche nach einer diplomatischen Lösung Vorrang, sagte Merkel. Natürlich wolle man gegenüber dem Kreml vertragstreu bleiben. Doch Moskau betreibe eine Politik der Destabilisierung und verletze die territoriale Integrität zahlreicher Länder.

Eindringlich erinnerte Merkel daran, dass es in Europa nicht das Denken in Einflusssphären ist, das geopolitische Fakten schaffen sollte, sondern internationales Recht. Aus eigener, souveräner Entscheidung hätten die Moldau, Georgien und die Ukraine Assoziierungsabkommen mit der EU unterschrieben – und nun bereite Russland diesen Ländern «Schwierigkeiten». Um dagegen vorzugehen, seien die Sanktionen unvermeidlich.

mehr:
- Merkel tadelt Putin – Deutsche Debatten über Russland (Ulrich Schmid, Neue Zürcher Zeitung, 08.12.2014)

mein Kommentar:

Anscheinend versucht Angie einen Drahtseilakt. Es wäre spannend herauszufinden, welche Kräfte da am Arbeiten sind. Daß Deutschland wenig Handlungsspielraum hat, dürfte klar sein. Warum der Handlungsspielraum so klein ist, das ist die spannende Frage.


USA: Pentagon von Russlands Ukraine-Taktik beeindruckt

Russland hat in die ukrainischen Staatsanleihen ein komplexes, juristisches System eingebaut. Moskau kann so die Insolvenz der Ukraine auslösen. Nun zeigte sich auch das Pentagon in den USA von der Taktik Russlands beeindruckt und will sie selbst im geopolitischen Wettstreit einsetzen.
mehr:
- USA: Pentagon von Russlands Ukraine-Taktik beeindruckt (ShortNews, 08.12.2014)

mein Kommentar:
Wenn Putin die Insolvenz der Ukraine auslösen kann, warum hat er das bisher nicht getan?


Unsere Leitmedien und der Appell zum Dialog

Folgende Prominente haben den Appell unterzeichnet:
(siehe: Ukraine-Krise – "Wieder Krieg in Europa? Nicht in unserem Namen!", ZEIT, 05.12.2014)

Mario Adorf, Schauspieler
Robert Antretter (Bundestagsabgeordneter a. D.)
Prof. Dr. Wilfried Bergmann (Vize - Präsident der Alma Mater Europaea)
Luitpold Prinz von Bayern (Königliche Holding und Lizenz KG)
Achim von Borries (Regisseur und Drehbuchautor)
Klaus Maria Brandauer (Schauspieler, Regisseur)
Dr. Eckhard Cordes (Vorsitzender Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft)
Prof. Dr. Herta Däubler-Gmelin (Bundesministerin der Justiz a.D.)
Eberhard Diepgen (ehemaliger Regierender Bürgermeister von Berlin)
Dr. Klaus von Dohnanyi (Erster Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg)
Alexander van Dülmen (Vorstand A-Company Filmed Entertainment AG)
Stefan Dürr (Geschäftsführender Gesellschafter und CEO Ekosem-Agrar GmbH)
Dr. Erhard Eppler (Bundesminister für Entwicklung und Zusammenarbeit a.D.)
Prof. Dr. Dr. Heino Falcke (Propst i.R.)
Prof. Hans-Joachim Frey (Vorstandsvorsitzender Semper Opernball Dresden)
Pater Anselm Grün (Pater)
Sibylle Havemann (Berlin)
Dr. Roman Herzog (Bundespräsident a.D.)
Christoph Hein (Schriftsteller)
Dr. Dr. h.c. Burkhard Hirsch (Bundestagsvizepräsident a.D.)
Volker Hörner (Akademiedirektor i.R.)
Josef Jacobi (Biobauer)
Dr. Sigmund Jähn (ehemaliger Raumfahrer)
Uli Jörges (Journalist)
Prof. Dr. Dr. h.c. Margot Käßmann (ehemalige EKD Ratsvorsitzende und Bischöfin)
Dr. Andrea von Knoop (Moskau)
Prof. Dr. Gabriele Krone-Schmalz (ehemalige Korrespondentin der ARD in Moskau)
Friedrich Küppersbusch (Journalist)
Vera Gräfin von Lehndorff (Künstlerin)
Irina Liebmann (Schriftstellerin)
Dr. h.c. Lothar de Maizière (Ministerpräsident a.D.)
Stephan Märki (Intendant des Theaters Bern)
Prof. Dr. Klaus Mangold (Chairman Mangold Consulting GmbH)
Reinhard und Hella Mey (Liedermacher)
Ruth Misselwitz (evangelische Pfarrerin Pankow)
Klaus Prömpers (Journalist)
Prof. Dr. Konrad Raiser (eh. Generalsekretär des Ökumenischen Weltrates der Kirchen)
Jim Rakete (Fotograf)
Gerhard Rein (Journalist)
Michael Röskau (Ministerialdirigent a.D.)
Eugen Ruge (Schriftsteller)
Dr. h.c. Otto Schily (Bundesminister des Inneren a.D)
Dr. h.c. Friedrich Schorlemmer (ev. Theologe, Bürgerrechtler)
Georg Schramm (Kabarettist)
Gerhard Schröder (Bundeskanzler a.D.)
Philipp von Schulthess (Schauspieler)
Ingo Schulze (Schriftsteller)
Hanna Schygulla (Schauspielerin, Sängerin)
Dr. Dieter Spöri (Wirtschaftsminister a.D.)
Prof. Dr. Fulbert Steffensky (kath. Theologe)
Dr. Wolf-D. Stelzner (geschäftsführender Gesellschafter: WDS-Institut für Analysen in Kulturen mbH)
Dr. Manfred Stolpe (Ministerpräsident a.D.)
Dr. Ernst-Jörg von Studnitz (Botschafter a.D.)
Prof. Dr. Walther Stützle (Staatssekretär der Verteidigung a.D.)
Prof. Dr. Christian R. Supthut (Vorstandsmitglied a.D. )
Prof. Dr. h.c. Horst Teltschik (ehemaliger Berater im Bundeskanzleramt für Sicherheit und Außenpolitik)
Andres Veiel (Regisseur)
Dr. Hans-Jochen Vogel (Bundesminister der Justiz a.D.)
Dr. Antje Vollmer (Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages a.D.)
Bärbel Wartenberg-Potter (Bischöfin Lübeck a.D.)
Dr. Ernst Ulrich von Weizsäcker (Wissenschaftler)
Wim Wenders (Regisseur)
Hans-Eckardt Wenzel (Liedermacher)
Gerhard Wolf (Schriftsteller, Verleger)


Und jetzt google man nach diesem Appell!

Welches unserer Leitmedien berichtet von diesem Appell??

Juliane Schäuble macht sich im Tagesspiegel (Appell in der Ukraine-Krise – Deutsche warnen vor Krieg, Polen warnen vor Wladimir Putin, 07.12.2014) wenigstens noch die Arbeit, sich mit dem Appell auseinanderzusetzen:
Die Unterzeichner des Aufrufs "Wieder Krieg in Europa? Nicht in unserem Namen!" ignorieren, dass der Krieg in der Ukraine schon längst tobt - und Russlands Nachbarn Angst macht. […]

Die Unterzeichner sind der Ansicht, dass der Westen durch sein Verhalten gemeinsam mit Russland auf einen Krieg zusteuert, dass die falsche Politik von USA und EU, die „Ausdehnung des Westens nach Osten ohne gleichzeitige Vertiefung der Zusammenarbeit mit Moskau“, eine Bedrohung Russlands darstelle. Sie stellen fest, dass bei Amerikanern, Europäern und Russen „der Leitgedanke, Krieg aus ihrem Verhältnis dauerhaft zu verbannen, verloren gegangen“ sei, und sie warnen vor Krieg.
 […]

Dass Putin austestet, wie weit er gehen kann, und am Ende nur Chaos schaffen will. Weil ihm das Chaos nutzt. Dass er geradezu ermutigt wird, weiter zu zündeln, da ihm niemand Einhalt gebietet.
 […]

Der Aufruf „Nicht in unserem Namen“ […] verdreht Ursache und Wirkung, er macht den Westen mitverantwortlich für das Treiben Putins und unterstellt ihm territoriale Expansionsbestrebungen, die er mit denen des Kremlchefs auf eine Stufe stellt.
 […]

Die Angst der Briefeschreiber vor Krieg ist legitim. Sie wird von vielen geteilt. Doch vor lauter Angst sollte man nicht die Augen davor verschließen, wer der Auslöser dieses unheimlichen Gefühls ist. Der Druck auf Putin muss aufrechterhalten werden. Er muss spüren, dass sein Zündeln nicht folgenlos bleibt. Nur dann besteht die Hoffnung, dass auch die Kriegszustände in Europa wirklich aus der Mode kommen.



Mein Kommentar:
Kopfschüttel, Kopfschüttel, Kopfschüttel…
»Die Unterzeichner ignorieren, [ignorieren? wie kommt sie denn dadrauf?, Anmerkung von mir] daß der Krieg in der Ostukraine schon längst tobt«? [an der Sache vorbeiargumentiert: der Bürgerkrieg tobt, aber der Krieg NATO-Russland steht vor der Tür] 
Und für was ist das ein Argument? Daß, wenn geschossen wird, über die Beweggründe des Anderen nicht mehr nachgedacht werden braucht? Daß, wenn geschossen wird, das eigene Handeln nicht mehr kritisch hinterfragt zu werden braucht?

Inzwischen sind wir mit der Diskussion an dem Punkt angekommen, an dem sich die Diskutanten gegenseitig das Verdrehen von Tatsachen vorwerfen.


Die Tendenz dieser Replik: 
  • Nicht der Wester macht Rußland Angst, sondern Rußland macht dem Westen Angst. 
  • Nicht NATO und EU haben expansionistische Interessen, sondern Rußland hat expansionistische Interessen. 
  • Nicht der Westen zündelt, Putin zündelt!, nicht der Westen versucht auszutesten, wie weit er gehen kann, sondern Putin testet aus, wie weit er gehen kann. 
  • Nicht das Verhalten der USA, der EU und der NATO wird von Euch verharmlost, sondern Putins Verhalten wird von Euch verharmlost. 
  • Nicht Putin versucht dafür zu sorgen, mit dem Westen aus einer Position der Stärke heraus zu verhandeln, sondern der Westen muß dafür sorgen, mit Putin aus einer Position der Stärke heraus verhandeln zu können.
siehe auch:

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Ein Appell für andere Russlandpolitik wurde Anfang Dezember 2014 unter dem Titel Wieder Krieg in Europa? Nicht in unserem Namen! veröffentlicht; der Appell richtet sich an die Mitglieder des Deutschen Bundestages und fordert sie auf, auf Ausgleich und Dialog mit Russland im Kontext des Ukrainekrieges von 2014 zu setzen. Der Inhalt des von über 60 Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur unterzeichneten Aufrufs vom 5. Dezember 2014 wurde kritisiert, weil er unkritisch gegenüber Russlands Militäroperationen in der Ukraine und der Annexion der Krim gewesen sei. Er löste einen Gegenaufruf aus. [Appell für andere RusslandpolitikWikipedia, abgerufen am 12.11.2016]
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mein Kommentar:
So, mal ganz abgesehen davon, wer in welchem Punkt recht hat, ich habe einmal die Zählfunktion von Microsoft Word benutzt: 
Der Wikipedia-Artikel über den »Appell für eine andere Russlandpolitik« enthält 1058 Worte (ohne Überschriften, ohne Inhaltsverzeichnis, ohne Quellenangaben, also nur der reine Text). In diesem Artikel gibt es auch einen Abschnitt über einen Gegenaufruf wenige Wochen später. Der Text über diesen Gegenaufruf umfasst (wieder nur der reine Text) 389 Worte. 
Das sind an die 40 (genau: 36,77) Prozent des Gesamttextes!
Noch Fragen?



Gewalt ist das Problem, als dessen Lösung sie sich ausgibt. (Friedrich Hacker, 1914-1989, US-amerikanisch-österreichischer PsychiaterPsychoanalytiker und Aggressionsforscher.)


Der Westen gewann die Weltherrschaft nicht durch die Überlegenheit seiner Ideen oder Werte oder Religion, sondern vielmehr durch seine Überlegenheit bei der Anwendung organisierter Gewalt. Wir im Westen vergessen diese Tatsache oft. Die anderen vergessen das nie. [Samuel P. HuntingtonClash of Civilizations, 1996]

siehe auch:
Appell zur Ukraine-Krise – Prominente warnen vor Krieg mit Russland (Süddeutsche Zeitung, 06.12.2014)
- Debatte um andere Russlandpolitik – Brennende Sorge (Süddeutsche Zeitung, 07.12.2014)

Mein Kommentar:

Ein Dialog wird nur möglich, wenn beide Parteien von ihrem Bemühen Abstand nehmen, den Kampf um die Deutungshoheit gewinnen zu wollen.


Wir haben hier in Deutschland zur Zeit eine phantastische Möglichkeit:
Quelle: Was ist Aufklärung?, Wikipedia
Wir, denen die Kugeln nicht um die Ohren pfeifen, haben den Spielraum, über den Krieg in unseren eigenen Köpfen, unsere Denk- und Werte-Schemata zu reflektieren.
Diese Möglichkeit sollten wir nutzen, anstatt unsere eigenen Gewissheiten zu pflegen und irgendwelchen Ideologien hinterher zu laufen.
Mit dem Wissen wächst der Zweifel. [Johann Wolfgang von Goethe] 
It ain't what you don't know that gets you into trouble. It's what you know for sure that just ain't so. [Mark Twain]
Wir sollten den Mut, die Größe und die Integrität entwickeln, unser Nicht-Wissen und unsere Rat- und Hilflosigkeit als Ampeln und Ratgeber schätzen zu lernen, anstatt uns in die scheinbare Geborgenheit einer in gut und böse aufteilenden Weltanschauung zu fliehen, damit wir uns nicht mehr so hilflos fühlen.

Die Angst und die daraus erwachsende destruktive Energie befinden sich in unseren Köpfen! 

Nehmen wir die Möglichkeit wahr und setzen uns damit auseinander. 
Die Medienberichterstattung ist die Externalisierung und Wunscherfüllung dessen, was sich in unserem Geist befindet: Genauso, wie kleine Kinder sich sicherer fühlen, wenn es den Nikolaus und den Osterhasen gibt, fühlen wir uns sicherer, wenn wir uns dem Kreuzzug für Freiheit, Demokratie und freie Marktwirtschaft anschließen. 
Nutzen wir unsere Möglichkeiten und begeben wir uns in einen selbstkritischen Diskurs!
Das Problem ist nicht da draußen! Da draußen sind nur die Trigger unserer Ängste!

Da wir die Wahrheit nicht zu finden vermögen und der Streit darüber, wer »Recht« hat, inzwischen auf Sandkasten-Niveau angekommen ist, sollten wir uns ansehen, wer welche Geschichten wie erzählt. Suchen wir nicht ständig nach Lösungen, versuchen wir, Fragen zu formulieren.

Das wird den Menschen in der Ukraine im Moment nicht helfen, aber es wird uns helfen, eine klarere Sicht zu bekommen.

Der erste Schritt dazu wird sein, die Berichterstattung in unseren Medien kritisch zu beleuchten.

Dies wird aber nur möglich sein, wenn sich unsere Leitmedien einer Hinterfragung ihres Handelns öffnen. Dies wiederum wird aber nur möglich sein, wenn wir auf eine bestimmte Art und Weise mit ihnen umgehen. Eine Bunkermentalität wird nicht hilfreich sein.

Frage: Warum haben Tagesschau und heute-Nachrichten von diesem Appell nicht berichtet?

aktualisiert am 12.11.2016

Pepe Escobar at his best – Seidenstraßenkarawane ohne lahme Ente

Findet ihr Europa auf der Karte? (Quelle: Einer Schlereth)

Es gibt kaum eine bessere Illustration, wohin die multipolare Welt unterwegs ist, als das, was auf dem Asia-Pacific Economic Cooperation Gipfel (APEC) in Beijing passierte.

Schaut euch genau die offiziellen Fotos an. Es geht um die Aufstellung - und da es sich um China handelt, ist es voll symbolischer Bedeutung. Ratet, wer den Ehrenplatz zur Rechten von Präsident Xi Jinping einnimmt. Und ratet, wo die lahme Ende der 'unentbehrlichen' Nation hinverwiesen wurde. Die Chinesen können auch Meister sein beim Schicken einer globalen Botschaft.

Als Präsident Xi die APEC aufforderte, "mehr Holz auf das Feuer der Asia-Pacific und die Weltwirtschaft zu legen", dann meinte er das Folgende, unabhängig von den bedeutungslosen Entscheidungen des Gipfels.

1. Beijing wird kompromisslos für das Freie Handelsgebiet des Asia-Pacific (FTAAP) eintreten - die chinesische Vision eines "alle umfassenden, all-win" Handelsabkommens, das wirklich die Asien-Pazifik-Kooperation fördert, statt der US-geförderten, von Multis geschriebenen und spalterischen Trans-Pacific Partnership (TPP). 

2. Der Plan gilt für eine "rundum Vernetzbarkeit", in Xis Worten - was beinhaltet, dass Beijing eine Asian Infrastructure Investment Bank schafft; dass Beijing und Moskau sich zu einem zweiten Mega-Gas-Deal verpflichten - der über die Altai Pipeline in Westsiberien verläuft; und dass China bereits 40 Mrd. Dollar bereitgestellt hat, um mit dem Bau des Seidenstraßen-Wirtschaftsgürtels und der Maritimen Seidenstraße des 21. Jahrhunderts zu beginnen.

Nochmals, alles läuft auf die spektakulärste, ambitiöseste und weitreichendste pluri-nationale Infrastruktur-Offensive hinaus, die jemals unternommen wurde: die multiplen neuen Seidenstraßen - ein komplexes Netzwerk von Hochgeschwindigkeitszügen, Pipelines, Häfen, Glasfaserkabeln und supermoderner Telefonkommunikation, die China bereits durch die zentralasiatischen -stan-Länder baut, verbunden mit Russland, Iran, Türkei und dem Indischen Ozean mit Abzweigen nach Europa bis nach Venedig und Berlin.

Das ist Xis "Asia-Pacific Traum" von Beijings Verlinkung über Ostasien hinaus mit dem Blick auf eine pan-Eurasia-Handels-Region - mit dem Zentrum, wie anders, des Reichs der Mitte.

mehr:
- Seidenstraßenkarawane ohne lahme Ente – Pepe Escobar at his best (Einar Schlereth, 13.11.2014)

Dies ist die deutsche Übersetzung des folgenden Artikels:
- Lame Duck Out Of The Silk Road Caravan (Pepe Escobar, Information Clearing House, 13.11.2014)

Adventsrätsel, das Achte von vierundzwanzig


Mit B als Körperteil bekannt,
mit R erzeugt es jeder Brand,
mit H liegt’s auf der Scheibenwand,
mit Schl wird’s vielfach angewandt.