Freitag, 11. September 2015

Redewendung: Etwas im Schilde führen

Ritter führten stets etwas im Schilde 

Der Schild war in der Zeit des Rittertums nicht nur eine unverzichtbare Verteidigungswaffe, sondern auch eine Art Visitenkarte. Er trug das Wappen des Ritters, aufgemalte Symbole oder Parolen und bot dem Träger allerlei Möglichkeiten, von seinem Status und seinen Werten zu künden. In Schlachten war es häufig notwendig, die Schilde »lesen« zu können, um nicht auf Verbündete loszugehen. Was einer im Schilde führte, gab offen zu erkennen, ob es sich um Freund oder Feind handelte. Und natürlich wäre es undenkbar und gegen jede ritterliche Ehre gewesen, durch das Tragen von Wappen anderer auf dem eigenen Schild den Gegner zu hintergehen. 

Spezialisten im Lesen der Schilder - und damit in der Identifizierung der Ritter in Turnieren und Schlachten - waren die Herolde, die über Wappenrollen und Wappenbücher verfügten, mithilfe derer sie ihre Kenntnisse verfeinerten. Zuweilen wird die heutige negative Ausrichtung der Wendung damit erklärt, dass hinter dem Schild andere Waffen verborgen wurden, die erst im letzten Moment zur Anwendung kamen. Solch eine Praxis könnte allerdings erst mit dem Niedergang des Rittertums eingezogen sein, denn sie wäre alles andere als ritterlich gewesen. 

Harenberg - Abenteuer Geschichte 2015 
Die Welt der Ritter - Helden aus Eisen [43:43]

Veröffentlicht am 29.04.2014
Die erste Folge zeigt den Beginn des Rittertums im frühen Mittelalter. Wann wurde aus dem Reiter ein Ritter? Einer der ersten wahren Ritter könnte Heinrich Tangel aus dem Heer Ottos I. gewesen sein
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