Donnerstag, 27. August 2015

Läuft ganz hervorragend, dieser Krieg

US-Militärs sollen Berichte frisiert haben, um den Kampf gegen den IS im Irak als erfolgreicher darzustellen. Kein Wunder, sie profitieren selbst am meisten vom Krieg.

Dass Kriege selten so verlaufen, wie sich das Politiker und Militärs erhofft haben, ist eine Binse. Sie sind unberechenbar. Besonders dann, wenn sie gegen Akteure geführt werden, die sich zwar Staat nennen, aber von Grenzen und Regeln eher nichts halten. So wie die IS-Dschihadisten im Irak und in Syrien. Man mag sich dabei nicht gern vollends verzetteln und jahrelang in diesem Chaos mitmischen. Deshalb schickt man lieber keine Bodentruppen, sondern Kampfjets. Lieber noch Drohnen. Und wenn jemand fragt, wie erfolgreich der Einsatz ist, werden die Offiziellen fast immer sagen: Läuft ganz hervorragend, dieser Krieg.

Die Gründe dafür sind so vielfältig wie menschlich. Warum ohne Not den eigenen Misserfolg zugeben? Sowieso muss ja nicht alles an die Öffentlichkeit. Das ist die eine Seite. Die andere Seite der Kriegsdiagnose ist: Wenigstens wer das Sagen hat, sollte ein realistisches Bild der Lage haben. Und hier wird die Schönfärberei gefährlich. Der Generalinspekteur des US-Verteidigungsministeriums geht jetzt genau einem solchen Verdacht nach.

Er hat Ermittlungen aufgenommen, weil es den Vorwurf gibt, dass oben (vielleicht sogar ganz oben bei Präsident Barack Obama) nicht immer richtig ankommt, was unten in Erfahrung gebracht und analysiert wird.

Da saßen, so hat es die New York Times erfahren, kluge Köpfe in der Defense Intelligence Agency (DIA) und zogen ihre Schlüsse aus den Informationen, die sie über den Einsatz im Irak zur Verfügung hatten. Bis die Erkenntnisse des militärischen Nachrichtendienstes der Politik vorliegen, gehen sie für gewöhnlich durch viele Hände. In diesem Fall war die entscheidende Station Centcom, das zentrale Kommandozentrum der US-Streitkräfte, auch zuständig für den Nahen Osten, also für den Kampf gegen den IS. Dort sollen die Berichte frisiert worden sein, bevor sie an Politiker weitergereicht wurden. Oben kam dann die Einschätzung der Erfolge im Irak offenbar deutlich optimistischer an als sie unten noch gemeint war.

mehr:
- US-Militär: Läuft ganz hervorragend, dieser Krieg (Carsten Luther, DIE ZEIT Online, 27.08.2015)

siehe auch:
- Geheimdienstberichte über Inherent Resolve verschönt? (Florian Rötzer, Telepolis, 26.08.2015)

Krieg und Terrorismus – Das Grauen der Kompromisslosigkeit

Wer Hoffnung auf Frieden hat, muss dem Gegner einen Ausweg aus der Gewaltspirale aufzeigen. Doch in den Kriegsgebieten des Nahen Ostens ist die Schwelle zum Punkt ohne Wiederkehr überschritten.

In dem berühmten US-amerikanischen Antikriegsfilm „Apocalypse Now“ von Francis Ford Coppola – der in seiner Handlungsstruktur auf dem Roman „Heart of Darkness“ („Herz der Finsternis“) von Joseph Conrad beruht – gibt es eine Schlüsselszene, die die Perversion des Krieges bloßlegt.

In einer Szene monologisiert Colonel Walter E. Kurtz, dargestellt von Marlon Brando, über die Kompromisslosigkeit des erfolgreichen Kriegers. Er erzählt von einer schockierenden Erfahrung, die ihm anschließend wie eine Erleuchtung vorkam:

Die Soldaten seiner Truppe hatten in einem Dorf vietnamesische Kinder gegen Polio geimpft. Als sie zu einem späteren Zeitpunkt in das Dorf der Kinder zurückkamen, sahen sie, dass die Einwohner allen Kindern die geimpften Arme abgehackt hatten. Walter E. Kurtz sei daraufhin weinend zusammengebrochen. Doch dann fühlte er sich schlagartig von einer klaren Erkenntnis getroffen: Die Vietnamesen waren stärker, weil sie alles zu ertragen bereit waren und die kompromisslose Energie hatten, bis zum Äußersten zu gehen.

mehr:
- Krieg und Terrorismus – Das Grauen der Kompromisslosigkeit (Institut für Strategische Studien Berlin (ISSB e.V.), Die freie Welt, 21.08.2015)

»Der Westen glaubt, es müsse für alles eine Lösung geben.« (Peter Scholl-Latour)
siehe auch:
- Orient und Okzident (Phoenix) 

IS - Die Wirtschaftsmacht der Gotteskrieger ARTE Doku 2015 german deutsch [1:06:43]

Veröffentlicht am 18.04.2015
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Gestatten Sie die Frage: Woher haben die Rebellen Geld, Waffen und Militärexperten? Woher kommt denn all das? Wie ist es zu erklären, daß diese berüchtigte sogenannte ISIS zu einer gewaltigen de facto Armeegruppierung werden konnte? Was deren finanzielle Zuströme angeht, so sind das zum heutigen Tag nicht nur Einkünfte aus dem Drogengeschäft, deren Produktion übrigens im Verlauf der Stationierung der internationalen Kräfte in Afghanistan nicht nur um ein paar Prozent, sondern um das Vielfache gestiegen ist. Das wissen wir alle. Sondern diese Finanzen resultieren auch aus dem Verkauf von Erdöl, das in Gebieten das von Terrosten kontrolliert wird, gefördert wird. Sie verkaufen es zum Spottpreis. Sie fördern und transportieren es ungehindert. Aber es gibt ja solche, die es kaufen, weiterverkaufen und daran verdienen, ohne darüber nachzudenken, daß sie damit Terroristen finanzieren, die früher oder später auch auf ihr Gebiet kommen werden. Und sie werden kommen, um die Saat des Todes in ihren Ländern auszusäen. 
Und woher kommen neue Rekruten? Im Irak sind infolge des Sturzes Saddam Husseins staatliche Institutionen, einschließlich der Armee, zerstört worden. Wir haben es damals noch gesagt: Seid vorsichtig! Wohin habt ihr diese Leute vertrieben? Auf die Straße. Und was sollen sie dort machen? Vergeßt nicht: Ob es gerecht oder ungerecht war, aber sie saßen an den Hebeln eines nach regionalem Maßstab durchaus großen Staates.Und wohin treibt ihr sie? Was haben wir als Ergebnis? Zehntausende Soldaten und Offiziere, ehemalige Baath-Partei-Aktivisten, die auf die Straße gesetzt worden sind. Und sie sind es, die heute die Einheiten der Rebellenbanden auffüllen. Vielleicht ist es ja das, worin das Geheimnis der Operationsfähigkeit der ISIS besteht. Sie handeln vom militärischen Gesichtspunkt aus sehr effektiv. Wir haben es mit wirklichen Profis zu tun. Rußland hat mehrfach vor einseitigen gewaltsamen Aktionen, vor Einmischung in die Angelegenheiten souveräner Staaten, vor dem Anbandeln mit Extremisten und Radikalen gewarnt und darauf bestanden, daß man jene Gruppierung, die gegen die syrische Zentralregierung vorgeht, vor allem die ISIS, Aktivisten (?) terroristischer Organisationen sind. Und was war das Ergebnis? Es gab keine Reaktion.
Mitunter bekommt man den Eindruck, daß unsere Kollegen und Freunde ständig mit den Ergebnissen ihrer eigenen Politik kämpfen.(Wladimir Putin in seiner Rede auf dem Waldai-Forum [»Forum« hört sich größer an als »Klub«])

Video der Waldai-Rede und Übersetzung der Waldai-Rede:
- Putin hat gesprochen! Howgh! (Post, 26.10.2014)

siehe auch:
- Überleben in Damaskus (Karin Leukel, junge Welt, 28.08.2015)
»Erst kürzlich starben hier Angehörige von unserem Nachbarn«, erzählt der hochgewachsene 18jährige Anas, der vor wenigen Wochen sein Abitur mit Auszeichnung abgeschlossen hat. Er hat angefangen, Deutsch zu lernen, weil er in der Bundesrepublik studieren will. Die palästinensische Familie von Anas gehört zu der einst gutsituierten Mittelschicht Syriens. Bis auf Anas, den Jüngsten, haben die Kinder Syrien verlassen und sind in alle Himmelsrichtungen zerstreut.

Entscheide dich endlich, Deutschland [Updates]

In den späten sechziger und frühen siebziger Jahren – als Deutschland noch geteilt war und es eine BRD und eine DDR gab, als die SPD noch eine sozialdemokratische Partei war und als die Gründung des Grünen-Vorläufers AL (Alternative Liste) in Westberlin noch ein paar Jahre dauern sollte – beschäftigten sich Menschen mit der Tatsache, dass Deutschland seine junge Vergangenheit keineswegs aufgearbeitet hatte, sondern dass stattdessen frühere Nazis weiterhin für den deutschen Staat arbeiteten, in den Behörden saßen, in den Unternehmen und in der Politik. Die Gründung der RAF basierte u.a. auf dieser Tatsache, in den Taten der terroristischen Vereinigung äußerte sich die Wut darüber in gewaltsamen Anschlägen und Morden.

Der westdeutsche Staat reagierte mit einer manchmal verständlichen und sicher richtigen, manchmal aber auch komplett übertriebenen erhöhten Wachsamkeit gegenüber allem, was als politisch links galt. Er reagierte leider nicht mit einer Aufarbeitung der Nazi-Zeit oder mit erhöhter Aufmerksamkeit gegenüber denen, die sich von anti-demokratischen und rechten Gedanken nicht distanzieren und lösen wollten. Die Behauptung, dass bestimmte Behörden und die Politik in Westdeutschland „auf dem rechten Auge blind“ seien, stammt aus dieser Zeit. Und war alles andere als unbegründet.

Das junge erwachsene Volk der BRD, die nach dem Krieg geborene, nicht intellektuelle Arbeiterklasse, hegte hier und da heimliche Sympathien für diejenigen, die sich gegen das herrschende System auflehnten. Nicht für ihre Morde oder Attentate natürlich, sehr wohl aber für die Kritik an den Mächtigen, die sich gegenseitig die Millionen zuschoben und unter denen noch viele alte Nazis saßen. Unzufriedenheit mit dem System machte diese Generation eher zu Linken als zu Rechten. Ich habe als Kind in den Siebzigern viele (auch ange- und betrunkene) Gespräche der Arbeitskollegen meiner Eltern mitgehört – unter denen kein einziger Akademiker war und viele nicht einmal einen Schulabschluss hatten – die inhaltlich sicher nicht durchweg 1A waren, die aber gleichzeitig weit entfernt von rechtem Gedankengut waren. Die Generation meiner Eltern, mein Vater, seine Kollegen, sie waren SPD-Wähler und stolz darauf. Gerechtigkeit, gleiche Rechte für alle, Solidarität mit Schwächeren, das war ihnen wichtig. Obwohl sie nicht besonders gebildet waren.

Als Jugendlicher im Westberlin der frühen achtziger Jahre hatte man hin und wieder mit jungen Nazis zu tun, mit Neonazis eben. Einige Leute lösten sich aus der Punk-Szene und wurden Skinheads, meist eher aus modischen und musikalischen Gründen (die Musik der englischen Skins der sechziger Jahre, die eher Arbeiter- als Nazi-Wurzeln hatten, war Soul, Reggae und Ska, also schwarze Musik). Manche wechselten aber auch ins politisch rechte Lager, nicht zuletzt beeinflusst von britischen Soldaten, die zur dieser Zeit noch in Westberlin stationiert waren und von denen sich einige Skins mit Sympathie für die National Front in das Berliner Nachtleben und unter die lokale Skinhead-Szene mischten. Diese Phase war manchmal gefährlich in Westberlin, es gab Konzerte mit Schlägereien zwischen Skins und anderen, doch sie hielt nicht an. Linke Skins („Redskins“) formierten sich, die Antifa war zugegen, rechte Skins und andere Neonazis wurden ausgeschlossen und gingen teilweise wegen Gewalttaten auch in den Knast.

mehr:
- Entscheide dich endlich, Deutschland [Updates] (Spreeblick, 25.08.2015)

Die Opfer-Logik

Entlastung Der Maskulismus gibt Frauen die Schuld am Scheitern von Männern

„Immer mehr Schwule: Verdirbt der Feminismus Männern die Lust am Sex?“, fragt Walter im Forum wgvdl.com. Das Buchstabenhäufchen steht für die Frage: Wie viel Gleichberechtigung verträgt das Land? „Lieber 100 Prozent Single sein, als sich mit einer Falschbeschuldigerin, Abzockerin usw. abzugeben“, antwortet ein Nutzer.

Die Diskussionen in den maskulistischen Foren und Blogs folgen oft denselben Mustern. Männer sind Opfer, werden diskriminiert, und keiner schaut hin. Alle sähen immer nur die Frauen, die gefördert und bemitleidet würden. Wann ist endlich der Mann dran? Maskulismus ist eine Ideologie des Patriarchats. Ihre Vertreter legitimieren einen männlichen Überlegenheitsanspruch und wittern eine feministische Verschwörung in Politik und Gesellschaft. Aber was sind das für Männer, die diese Denkweise übernehmen? Für wen ist der Maskulismus attraktiv, und welche psychologischen Funktionen erfüllt er?

mehr:
- Die Opfer-Logik (Nina Marie Bust-Bartels, der Freitag, 24.08.2015)

siehe auch:
- Vermischtes vom 26. August 2015 (Arne Hoffmann, Genderama, 26.08.2015)
(...) In Kalifornien setzen sich Studierende inzwischen dafür ein, dass ein Mann erst nach einer Einverständniserklärung mit einer Frau flirten oder gar mit ihr Sex haben darf. "Affirmative consent" – schriftlich bestätigtes Einverständnis – heißt diese Bewegung. (...) Es gibt sogar schon Consent-Kits zu kaufen, mit Kondomen und Formularen, auf denen die verschiedenen Stufen Nähe zuvor von den beiden Partnern unterschrieben werden, nach dem Motto: "Darf ich dich jetzt küssen?", "Ja, aber erst unterschreiben bitte."
Das mündet dann in Aussagen wie: "Hiermit willige ich zum Geschlechtsverkehr mit xyz ein. Ich bin mir bewusst, dass ich jederzeit zurücktreten kann." Derzeit wird heiß diskutiert, ob der "affirmative consent" eine Empfehlung bleiben oder verpflichtend für alle Hochschulen eingeführt werden soll.
(...) "Es kommt zu einer Verlaberung der Lust", sagt auch Jakob Pastötter von der Deutschen Gesellschaft für Sozialwissenschaftliche Sexualforschung. "Wir erschaffen uns durch solche Einverständniserklärungen, genauso wie durch die Flirt-Apps und Dating-Portale, eine schöne sexuelle Scheinwelt, in der alles perfekt aufeinander abgestimmt ist und in der trotzdem nichts passt, weil das Wesentliche fehlt, nämlich die Spannung und die Wertschätzung der Andersartigkeit des Partners." […]
Feministinnen konzentrieren sich derweil auf viel naheliegendere Probleme: zum Beispiel, dass sie in der Öffentlichkeit nicht oben ohne herumlaufen dürfen. Um dagegen anzukämpfen, protestierten mehrere hundert barbusige Frauen in New York und 60 anderen Städten dieser Erde. Der Protest könnte ein wenig darunter gelitten haben, dass Männer diese Frauen ignorieren mussten, weil mittlerweile schon Anstarren als sexuelle Belästigung gilt.

Heute vor 245 Jahren – 27.08.1770: Georg Wilhelm Friedrich Hegel wird geboren

Ein Schwabe als Preußens Staatsphilosoph 

 Geboren wurde der Philosoph Georg Wilhelm Friedrich Hegel zwar im schwäbischen Stuttgart, heute vor 245 Jahren, doch zu einem der bedeutendsten deutschen Denker, zum Staatsphilosophen und »Professor der Professoren«, avancierte er ab 1818 in Berlin, wo seine Vorlesungen nicht nur von Studenten, sondern auch von Kollegen, Staatsbeamten und Schriftstellern besucht wurden. Nach seinem überraschenden Tod - Hegel starb 1831 auf dem Höhepunkt seines Ruhms an der Cholera - beriefen sich Konservative, aber auch Revolutionäre wie Karl Marx gleichermaßen auf ihn. Noch das gesamte 19. Jahrhundert über prägte sein Denken die Philosophie und das geistige Leben. 
Georg Wilhelm Friedrich Hegel,
porträtiert von Jakob Schlesinger, 1831 (Quelle: Wikpedia)


 Hegel war in erster Linie Geschichtsphilosoph. Seine Philosophie sah einen »Weltgeist« walten, der sich in großen, tatkräftigen Persönlichkeiten offenbart, um die Geschichte in einem dialektischen Prozess zu lenken und voranzutreiben. [Georg Wilhelm Friedrich Hegel, Jena: Beginn der Universitätskarriere (1801–1807), Wikipedia] Alles Seiende ist darin objektive Erscheinung einer absoluten Wirklichkeit, welche Idee, Vernunft, Denken ist und sich in der Natur wie im Bewusstsein entfaltet. Das war ganz im Sinne der preußischen Obrigkeit, die in diesem Teil der HegeIschen Philosophie die Grundsätze ihres Staates wohlformuliert sah.
»Die Weltgeschichte ist nicht der Boden des Glücks. Die Perioden des Glücks sind leere Blätter in ihr.«
(Georg Wilhelm Friedrich Hegel)
Harenberg - Abenteuer Geschichte 2015 

Edgar Reitz’ Deutschland-Chronik bei Arte

Zum Wieder- und Neuentdecken: Arte zeigt den Kinofilm "Die andere Heimat" (MI, 26.8.2015, 20.15 Uhr) und Teil 1 der TV-Chronik "Heimat" (ab DO, 27.8.2015, 22.15 Uhr) in neuer Fassung 

Es war nicht weniger als ein Fernsehereignis, was die ARD am 16. September 1984 ausstrahlte. Eine Art Grenzstein mit der Aufschrift "Made in Germany", darüber in klobiger Blockschrift sechs Buchstaben: HEIMAT. 

Im Hintergrund Wolken im Zeitraffer, dazu düster-hypnotische Klavier- und Holzbläsermusik, die einen heute ­entfernt an das Titelthema der Krimireihe "Inspector Barnaby" erinnert. Dann wird es schwarz-Weiß. Und das in Zeiten, in denen alles immer bunter, lauter, schneller sein sollte; 1984 gingen die ersten Privatsender Sat.1 (noch unter anderem Namen) und RTL plus auf Sendung. 

"Heimat": Am 19. Mai 1919 kehrt Paul Simon aus dem Weltkrieg zurück, sechs Tage ist er aus Frankreich in den heimischen Hunsrück gelaufen. Die in elf Kapitel aufgeteilte Chronik beschreibt anhand von Fami­lienschicksalen der Simons und anderer im fiktiven Dorf Schabbach im Hunsrück die Geschichte der Deutschen, von den beiden Kriegen bis zum Wirtschaftswunder, in den Fortsetzungen "Die zweite Heimat" und "Heimat 3" weiter bis Mauerfall und deutscher Einheit.
mehr:
- Überall ist Heimat (TV-Spielfilm)
- Heimat, Eine deutsche Chronik (Arte)
(1): Fernweh (1919-1928) Donnerstag, 27. August um 22:15 Uhr (120 Min.) 
Die Geschichte der Familie der Maria Simon im Hunsrückdorf Schabbach: Im Jahr 1919 kehrt Paul Simon (Michael Lesch) aus der Kriegsgefangenschaft in sein Heimatdorf zurück. Er baut das erste Radio des Dorfes und öffnet so ein Fenster zur Welt... Deutsche, vielfach preisgekrönte Chronik (1984) von Edgar Reitz.

Heimat-Trilogy (Heimat / Heimat II / Heimat 3) - Deutscher Trailer mit engl. UT [6:30]

Hochgeladen am 08.02.2008
(Heimat [DE 1981-1984] / Heimat II [DE 1988-1992]/ Heimat 3 [DE/GB 2002-2004])
German Title: Heimat / Die zweite Heimat / Heimat 3 - Chronik einer Zeitwende
Director: Edgar Reitz
Produktion Company: Edgar Reitz Filmproduktions GmbH (München)
Distributor: Edgar Reitz Filmproduktion (München) / Kinowelt Filmverleih GmbH (Leipzig)
© Edgar Reitz / Kinowelt

Am Mittwoch, 26. August 2015, zeigt arte um 20.15 Uhr Die andere Heimat. arte hat seinerzeit den Film co-produziert und veranstaltet somit die TV-Premiere. 

Ab dem 27. August zeigt arte dann auch HEIMAT in der neuen, digital restaurierten Kinofassung in 7 Kapiteln.

Hier die Sendetermine:
Donnerstag, 27.08., 22.45 Uhr: 1. Kapitel: Fernweh (1919-1928), und 2. Kapitel: Die Mitte der Welt (1929-1933)
Donnerstag, 03.09., 22.45 Uhr: 3. Kapitel: Weihnacht wie noch nie / Reichshöhenstraße (1935-1938), und 4. Kapitel: Auf und davon und zurück / Heimatfront (1938-1943)
Donnerstag, 10.09., 22.45 Uhr: 5. Kapitel: Die Liebe der Soldaten / Der Amerikaner (1943-1947), und 6. Kapitel: Hermännchen (1955-1956)
Donnerstag, 24.09., 23.50 Uhr: 7. Kapitel: Die stolzen Jahre / Das Fest der Lebenden und der Toten (1967-1982)

Ausführliche Informationen zur digital restaurierten Neufassung finden Sie auf der Homepage von Edgar Reitz. (Heimat123.de)



»Wenn das Kino überhaupt leben können soll in Zukunft, muss es eine Insel bilden in dieser Welt. Ein Ausflug auf eine Insel hat einfach die Konsequenz, dass man sich aus seiner gewohnten Welt entfernt.« (Edgar Reitz im SPIEGEL, s.u.)

siehe auch:
- Kinoempfehlung: Die andere Heimat von Edgar Reitz (Post, 10.11.2013)

Das verwandelte Dorf [6:25]

Veröffentlicht am 24.07.2012
Edgar Reitz verwandelt ein Dorf von heute in ein Dorf ins Jahr 1850

DIE ANDERE HEIMAT - Trailer #1 [2:42]
Veröffentlicht am 22.07.2013
Zweiter Trailer für "DIE ANDERE HEIMAT" von Edgar Reitz.
Kinostart 3.10.13

Edgar Reitz, Alle Realitäten, die wir schaffen, fangen im Kopf an [45:05]
Veröffentlicht am 18.01.2014
Der Filmemacher Edgar Reitz im Gespräch mit Alexander Kluge über sein Projekt "Die andere Heimat". Eine "News & Stories"-Sendung vom 4. September 2011.

siehe auch:
- Sprachgenie und unbekannter Bruder (Volksfreund)
(Morbach) Die Morbacher haben Guido Reitz, Bruder des Filmregisseurs Edgar Reitz, nur als zurückgezogenen und wortkargen Menschen kennengelernt. An der Uni in Marburg galt dieser als hochintelligenter Experte für Sprachenforschung. Edgar Reitz hat seinen neuen Film „Die andere Heimat“ seinem 2008 verstorbenen Bruder gewidmet.

- Morbach: Der Bruder von Edgar Reitz beherrschte 50 Sprachen (Christoph Strouvelle, Rhein-Zeitung, 08.10.2013)
Zeitlupe (Susanne Beyer, SPIEGEL, 30.09.2013)
- Interview mit "Heimat"-Regisseur Edgar Reitz: "Das Fernsehen ist kein narratives Medium mehr" (SZ-Magazin-Interview: Johannes Waechter und Jan Weiler, Süddeutsche Zeitung, 17.05.2010)
aktualisiert am 31.07.2018