Montag, 23. September 2019

USA-Wahlkampf: When the shit hits the fan…

Trump und die Demokraten sind wegen des Drucks auf die ukrainische Regierung über Kreuz, den wahrscheinlich Trump, aber sicher auch Präsidentschaftskandidat Biden als Ex-Vizepräsident ausgeübt haben
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Ein Geheimdienstagent hatte einen offiziellen Whistleblower-Hinweis an den Generalinspekteur der Geheimdienste geschickt. Es geht um ein von den Geheimdiensten (heimlich?) abgehörtes Telefongespräch am 25. Juli von US-Präsident Donald Trump mit einem ausländischen Regierungschef, in dem er u.a. ein Versprechen gemacht haben soll, das der Geheimdienstagent bedenklich findet. Verdichtet hat sich, dass es um das Gespräch von Trump mit dem neuen ukrainischen Präsidenten Zelenskyi geht, in dem er ihm zu seinem Wahlsieg gratulierte. Vermutet wird, dass Trump Zelenskyi mit der Aussetzung von 250 Millionen US-Dollar an Militärhilfe nötigen wollte, Ermittlungen gegen Joe Biden und/oder seinen Sohn einzuleiten (Ukrainegate: Geheimdienst-Whistleblower sorgt für Unruhe in Washington).

Trump stritt zunächst alles ab und verwies darauf, dass er wisse, dass Gespräche von den eigenen und ausländischen Geheimdiensten abgehört würden. Deswegen würde er hier auch nichts Bedenkliches sagen. Gestern räumte er ein, es sei im Rahmen des Sprechens über Korruption auch um Joe Biden gegangen. Es habe sich weitgehend um Glückwünsche und um die ganze Korruption gehandelt, die stattfindet, und "um die Tatsache, dass wir nicht wollen, dass unsere Leute wie Vizepräsident Biden und sein Sohn zu der in der Ukraine herrschenden Korruption beitragen".

Nach dem Wall Street Journal soll er achtmal Zelenskyi gebeten haben, gegen Biden zu ermitteln. Joe Biden ist bislang Trumps gefährlichster Konkurrent im Präsidentschaftswahlkampf. Sein Ansehen zu untergraben, liegt im Interesse Trumps, dessen Anwalt Giuliani überdies der Wahlkampfhilfe der früheren ukrainischen Regierung für Clinton und gegen Trump nachgeht. Aus der Ukraine gab es 2016 Hinweise auf Verwicklung von Trumps Wahlkampfmanager Manafort mit dem gestürzten Präsidenten Janukowitsch. Trump musste Manafort entlassen, der dann wegen Steuerbetrugs in den USA zu einer Gefängnisstrafe verurteilt wurde.

mehr:
- Krise über Ukraine-Connections im US-Wahlkampf (Florian Rötzer, Telepolis, 23.09.2019)
siehe auch:
- Die korrupte politische US-Kaste: Die Kronprinzen sahnen ab! (Post, 02.05.2019)

Edward Snowden beim Deutschlandfunk

Der Deutschlandfunk (Dlf) hat dieser Tage ein ausführliches Interview mit dem Whistleblower Edward Snowden geführt. Es ist ausdrücklich zu würdigen, dass so etwas in der Gegenwart durch öffentlich-rechtliche Medien eben auch noch praktiziert wird. Das Gespräch dauerte über eine Stunde und Snowden bekam in diesem ausgiebig Gelegenheit, seine Sicht zur Gefahr einer vollständig durch Herrschaft überwachten Gesellschaft, wie auch seine persönliche Verstrickung im System zu erläutern.

Den Redakteuren und Journalisten des Dlf – Stefan Fries, Stefan Koldehoff und Jens Becker – gelang es außerdem, einen bemerkenswert sachlichen wie informativen Begleittext zu diesem Interview zu verfassen. Das äußert sich auch in Kapitelüberschriften wie “Wir sollten niemandem vertrauen – keiner Regierung mit solcher Macht” oder “Eine uninformierte Gesellschaft kann keine informierten Wahlentscheidungen treffen”. Aus der Deckung in Bezug auf Edward Snowden wagen sich in inzwischen auch andere Journalisten des Mainstream, wie zum Beispiel Joachim Käppner von der Süddeutschen Zeitung.

Hier können Sie das Interview als Video abrufen

mehr:
- Snowden-Interview beim Deutschlandfunk (Peds Ansichten, 23.09.2019)
siehe auch:
„Vergesst Assange nicht, sonst werdet ihr ihn verlieren!“ oder Der »freie« Westen und seine »Werte«… (Post, 17.08.2019)
Reichstags-9/11: Vom Neocon-Putsch zur weltweiten Überwachung (Post, 10.08.2019)
Die Story im Ersten: Whistleblower – Die Einsamkeit der Mutigen! (Post, 22.11.2016)
Edward Snowden als Ziel des Angriffs auf Lavabit enthüllt (Post, 24.03.2016)
Whistleblower Daniel Ellsberg : "Wir haben die Infrastruktur eines Polizeistaates geschaffen" (Post, 09.06.2015)
- »Snowden hat sein Leben riskiert« (Post, 28.10.2014)
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Samstag, 21. September 2019

Ukrainegate: Geheimdienst-Whistleblower sorgt für Unruhe in Washington

Es geht um ein Telefongespräch von Trump mit einem Regierungschef, dem er ein Versprechen in einem Deal gemacht haben soll. Es soll um die Ukraine und um Joe Biden gehen
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Ältere Geschichten aus der Ukraine spielen im US-Präsidentschaftswahlkampf eine zunehmend wichtige Rolle. Gerade hat US-Präsident Trump, der die "Ukraine Security Assistance Initiative" in Form von Geldern für Waffenkäufe im Sommer gesperrt hatte, unter Druck vom Kongress 250 Millionen US-Dollar für Militärhilfe bewilligt, das Außenministerium kündigte gleich noch 140 Millionen oben drauf an.

Dahinter steckt womöglich ein Whistleblower aus einem US-Geheimdienst, der dem Generalinspekteur für die Geheimdienste Michael Atkinson im August eine formale Whistlebloweranzeige hatte zugehen lassen. Er soll Kenntnis von einem Gespräch von Trump mit einem ausländischen Regierungsführer erlangt haben, das ihn beunruhigte, weil dieser darin ein "Versprechen" gemacht habe. Es soll sich um ein Telefongespräch gehandelt haben, wie die Washington Post zuerst am 18. September berichtete.

Atkinson bezeichnete die Anzeige als "glaubwürdig", der amtierende Nationale Geheimdienstchef (DNI) Joseph Maguire wollte Abgeordneten keine Einzelheiten nennen. Jetzt verstärkt sich die Vermutung, dass es sich um den ukrainischen Präsidenten handeln könnte. Mit dem hatte Trump am 25. Juli telefoniert und die Hoffnung ausgedrückt, dass die Ukraine nun schnell die Korruptionsfälle untersuchen, die die Beziehungen beider Länder belasten.

mehr:
- Ukrainegate: Geheimdienst-Whistleblower sorgt für Unruhe in Washington (Florian Rötzer, Telepolis, 21.09.2019)
siehe auch:
Die korrupte politische US-Kaste: Die Kronprinzen sahnen ab! (Post, 02.05.2019)
Putin stieß auf taube Ohren oder In Propaganda sind die Amis einfach besser… (Post, 14.03.2016)


Freitag, 20. September 2019

Was stört den Westen an Russland?
Über Denkverbote und Blinde Flecken

Es ist ein Mechanismus, nach dem man mittlerweile die Uhr stellen kann: Sobald im politischen Betrieb des Westens etwas tatsächlich oder nach dem Ermessen wichtiger Interessengruppen schiefläuft, dauert es nur Stunden, bis der erste Verdacht gegen Russland oder China geäußert wird. Ob in den USA der aus Sicht von Teilen des Establishments Falsche Präsident wird oder in Berlin irgendwelche Privatdaten von Politikern geleakt werden, stereotyp heißt die Devise: Cherchez le Russe. Und auch wenn – im letzteren Fall – ein zwanzigjähriger Nerd aus Mittelhessen als Urheber ermittelt wird, ist es wie in Lessings Nathan: Wenn man ihnen dieses Mal nichts hat nachweisen können, dann eben beim nächsten Mal.

Natürlich ist es unmittelbar nicht falsch zu sagen, so gehe eben Feindbildpflege, und natürlich kann man die Infamien und Lächerlichkeiten, zu denen sich diese Feindbildpflege versteigt, im laufenden Betrieb kritisieren oder dem Spott preisgeben. Nur erklärt das nicht, warum es genau dieses Feindbild ist und kein anderes. Hierzu nachstehend ein paar Überlegungen.

Was stört den Westen NICHT an Russland?

Ganz sicher nicht die Systemfrage. Die ist seit 1991 erledigt, als die Sowjetunion ihren konkurrierenden Gesellschaftsentwurf aufgab und sich der allein selig machenden Lehre des Kapitalismus anschloss. Russland wollte sich in den Weltkapitalismus integrieren. Aber dieser Wille wurde vom Westen systematisch mit solchen Konditionen versehen, dass er, was die Seite der Integration angeht, inzwischen auf eine harte Probe gestellt wird. Russland wurde insbesondere durch die Sanktionen auf einen Weg paralleler kapitalistischer Entwicklung mehr gestoßen, als dass es ihn gewählt hätte. Neu ist das aus russischer Sicht freilich nicht: Unter Stalin stand die Sowjetunion vor ähnlichen Herausforderungen, nämlich ihre Modernisierung aus eigener Kraft zu bewerkstelligen. Dass Stalin also heute in Russland differenzierter betrachtet wird, als nur zum «Massenmörder» gestempelt zu werden, muss niemanden wundern.

Eine ganze Reihe von Vorwürfen betrifft die inneren Verhältnisse Russlands. Die Kritik läuft darauf hinaus, dass es in Russland anders zugehe – anders als nicht etwa im realen Leben der kapitalistischen Welt, sondern anders, als es die idealistischen Verbrämungen imperialistischer Politik verlangen. Der Großteil dieser Vorwürfe fällt zumindest insofern auf den Westen selbst zurück, als er sie gegenüber Russland – ob sie in der Sache nun berechtigt sind oder nicht – selektiv und damit heuchlerisch erhebt. Sind vielleicht Geschäftsleute, die politischen Einfluss nehmen und ihr Geld steuervermeidend ins Ausland schaffen, eine in der «freien Welt» unbekannte Erscheinung? Es wird so getan, indem man für diese Gruppe ein neues Wort in Umlauf bringt und sie «Oligarchen» nennt. Korruption mag in Russland verbreitet sein – und sie ist sicher vom kapitalistischen Standpunkt aus als Erhöhung der Transaktionskosten unerwünscht, weswegen auf diesem Thema auch ständig öffentlich herumgeritten wird –, aber das Land befindet sich mit einem Hoffnungsträger des Westens auf gleichem Fuß: Der Korruptionsindex von Transparency International – nur einmal als gängige Währung in der Diskussion zitiert, ohne seine Grundannahmen inhaltlich zu hinterfragen – lässt Russland auf Platz 135 und die Ukraine auf Platz 130 vergleichbar schlecht aussehen 1. Dabei hat sich die Position der Ukraine in den Jahren seit dem Euromaidan nach derselben Quelle nicht etwa verbessert, sondern verschlechtert 2, sie ist also nach dieser Dynamik auf dem besten Wege nicht in die «euroatlantische Zivilisation», sondern in Richtung «russischer Verhältnisse». Notorische Mafiastaaten wie Kosovo oder Montenegro erfreuen sich wohlwollender westlicher Betreuung, letzterer wurde im Jahr 2017 sogar in die NATO aufgenommen, um die Adria zum mare atlanticum zu machen. Korruption stört den Westen also nicht, wenn sie auf der geopolitisch richtigen Seite auftritt.

mehr:
- Das Gespenst der Multipolarität (Reinhard Lauterbach, Hintergrund, 21.06.2019)
siehe auch:
Putin stieß auf taube Ohren oder In Propaganda sind die Amis einfach besser… (Post, 13.09.2019)
Nato-Osterweiterung : Russland im Visier (Klaus von Dohnany, 18.06.2019)
- Die Ukraine und die russische Sprache, Versuch eines zeitlichen Überblicks (Post, 08.02.2019)

Feindbild Russland: Wie der Westen die Konfrontation verschärft | Monitor | Das Erste | WDR {8:50}

ARD
Am 08.06.2018 veröffentlicht 
Panzerverlegungen, Truppenmanöver, Aufrüstung – fast wie im Kalten Krieg stehen sich in Osteuropa tausende russische und westliche Soldaten gegenüber. Die Stimmung wird immer feindseliger. Schuld sei die aggressive Politik Russlands mit der Annexion der Krim und dem militärischen Eingreifen in der Ostukraine und Syrien, sagt die NATO. Was dabei regelmäßig ausgeblendet wird: Auch der Westen setzt seit Jahren auf Aggression und Provokation statt auf Diplomatie und Kooperation – und heizt den Konflikt mit Russland damit an.

- „Russland ist ein mächtiges Land und braucht einen starken Präsidenten“ (Tamara Vogel, jetzt.de, 17.03.2018)

Was denken die Russen über Wladimir Putin wirklich - Befragung auf der Straße {34:03}

Deutschland+Russland
Am 13.11.2016 veröffentlicht 
Der unabhängige britische Journalist Graham Phillips befragte die Russen auf den Straßen in Jekaterinburg, Rostow und Moskau, wie man Russlands Staatspräsident Wladimir Putin und seine Politik bewertet. März 2016. VideoQuelle: der Kanal von Graham Phillips:
https://www.youtube.com/user/gwplondon
Moskau: https://www.youtube.com/watch?v=H-AIe...
Rostow: https://www.youtube.com/watch?v=1NAqk...
Jekaterinburg: https://www.youtube.com/watch?v=TocBS...

Wrestling im Manchester-Kapitalismus: Putin vs. russische Oligarchen (Post, 02.03.2015)
Die Lunten für die Ukraine-Krise sind bis in die 90er Jahre zurückverfolgbar (Post 10.12.2014)
Niemand braucht sich vor der NATO zu fürchten, wenn sie sich erweitert (Post, 03.12.2014)
"Do swidanija!" für vier Millionen ukrainische Staatsbürger (Ulrich Heyden, Telepolis, 01.12.2014)
Zum Russlandbild in den deutschen Medien (Post, 29.11.2014)
Gorbatschow: Ein Brief aus dem Jahr 2008 – An meine Freunde, die deutschen Journalisten (Post, 29.11.2014)
Der Grund für westlichen Hass ist Putins Bilanz (Post, 26.11.2014)
Warum der Westen an der Ukraine-Krise schuld ist. (Post, 23.11.2014)
Der Ferne Osten Russlands befindet sich im Aufbruch (Post, 22.11.2014)
- Ukraine 17 – I love Putin, Putin loves you (Post, 19.08.2014)

Victoria Nuland's Admits Washington Has Spent $5 Billion to "Subvert Ukraine" {8:46 – Start bei 7:26}

ALL Gaming Exploits
Am 09.02.2014 veröffentlicht 
American Conquest by Subversion: Victoria Nuland's Admits Washington Has Spent $5 Billion to "Subvert Ukraine"
"After three visits to Ukraine in five weeks, Victoria Nuland explains that in the past two decades, the United States has spent five Billion dollars ($5,000,000,000) to subvert Ukraine, and assures her listeners that there are prominent businessmen and government officials who support the US project to tear Ukraine away from its historic relationship with Russia and into the US sphere of interest (via "Europe").
Victoria Nuland is the wife of Robert Kagan, leader of the younger generation of "neo-cons". After serving as Hillary Clinton's spokesperson, she is now undersecretary of state for Europe and Eurasia." Diana Johnstone
Hear Victoria Nuland's very concise, almost victorious speech
Währenddessen bestand Eric Frey, Auslands-Chefkorrespondent des österreichischen Standard, im Puls4-Talk vom 24.11.2014 darauf, »die USA spielten in der Ukraine eine Nebenrolle« und bezeichnete nebenbei Dirk Müller als »Putin-Versteher« (Video: 5:08)
Dirk Müller vs. Eric Frey ll US-Interessen in der Ukraine {7:49 – Ausschnitt 2:13 bis 3:13}

antikriegtv2
Am 26.11.2014 veröffentlicht 
AntikriegTV 2
Pro und Contra - der PULS 4 News Talk vom 24.11.2014:Dirk Müller vs. Eric Frey, Journalist bei der österreichischen Tageszeitung "DER STANDART".
Eric Frey:http://x2t.com/334416
Antikrieg TV http://www.antikrieg.tv
http://www.facebook.com/antikriegtv
noch einmal Victoria Nuland [obiges Video ab Min. 6:11]:


Peter Schweizer: Joe Biden is the most corrupt vice president of our lifetime {6:33 – Start bei 3:12}

Glenn Beck
undatiert 
He might be creepy, but he's also corrupt. Possibly even the most corrupt vice president of all time according to Peter Schweizer. Here's a quick rundown of the list of the facts:
In 2009, Hunter Biden joined Rosemont Seneca Partners, an investment firm associated with the Heinz family.
In late 2013, Hunter accompanied his father on an official visit to China. Ten days later, Rosemont Seneca announced its partnership in Bohavi Harvest RST — a billion dollar, first of its kind fund backed by the Chinese government.
Shortly after the Ukrainian revolution in 2014, Hunter was appointed to the board of Burisma, a natural gas company owned by a Ukrainian oligarch.
In August 2015, the real estate arm of Biden's investment firm was sold to Gemini Investments, a Chinese company with ties to the military.
​Watch this clip to hear Peter tie it all together.
In dem Telefoninterwiev erzählt Peter Schweizer, Joe Biden habe sich bei Poroschenko beklagt, der Generalstaatsanwalt Wiktor Schokin gehe nicht konsequent genug gegen Korruption vor und auf dessen Entlassung gedrängt. Schokin war zu dieser Zeit gerade mit Ermittlungen gegen Burisma und Biden’s Sohn Hunter Biden, der zum Burisma-Vorstand gehörte, befasst.
siehe dazu auch:
2016 war Biden als US-Vizepräsident in Kiew zu Gast und drohte dem damaligen Präsidenten Petro Poroschenko mit der Blockierung amerikanischer Kredite, falls der ukrainische Generalstaatsanwalt nicht entlassen werde – angeblich, weil dieser korrupt war. Doch später kam heraus: Der gefeuerte Staatsanwalt leitete gerade Korruptionsermittlungen gegen den ukrainischen Gaskonzern Burisma, für den damals auch Bidens Sohn Hunter arbeitete.

Biden streitet ab, seinem Sohn geholfen, ja überhaupt von dessen Engagement gewusst zu haben. Es sei nur um die Interessen der USA gegangen, sagt er. Auch Hunter Biden behauptet, niemals mit seinem Vater über das Geschäft seiner Firma gesprochen zu haben. «Ich habe bei Ermittlungen gegen Burisma keine Rolle gespielt», schrieb er am Mittwoch in einem Statement.

Jetzt sind laut der «New York Times» aber neue Details aufgetaucht, die Hunter Bidens Beteiligung an der Sache zeigen. Dieser war demnach Teil eines umfangreichen Versuchs von Burisma, gut vernetzte US-Demokraten an Bord zu holen, als ukrainische und auch amerikanische Ermittlungen gegen die Firma liefen.
[Yannick Wiget, Bidens grösstes Problem: Seine Ukraine-Connection, Tagesanzeiger.ch, 02.05.2019]
Zur Ukraine-Connection der Bidens siehe auch:


Der jüngere der beiden Söhne Joe Bidens saß fünf Jahre lang im Aufsichtsrat von Burisma Holdings, eines in Limassol auf Zypern registrierten Konzerns, der ukrainische Erdgasvorkommen erschließt. Um Interessenkonflikte zu vermeiden, räumte er seinen Posten, als sein Vater im April seine Kandidatur fürs Weiße Haus bekanntgab. Rudy Giuliani, einst Bürgermeister New Yorks, heute Trumps persönlicher Anwalt, soll bereits vor geraumer Zeit in Kiew darauf gedrängt haben, wegen Korruptionsverdachts gegen ihn zu ermitteln. Trump, spekuliert man in Washington, könnte dem Anliegen gegenüber Selenskyj Nachdruck verliehen haben.

Das "Wall Street Journal" berichtete am Freitag, dass Trump gleich acht Mal in dem Gespräch versucht haben soll, Selenskyj auf die Aktivitäten von Hunter Biden anzusetzen. Zu diesem Zweck habe Trump Selenskyj aufgefordert, mit seinem Anwalt Rudy Giuliani zusammenzuarbeiten. Laut den Informanten des "Wall Street Journal" habe es aber keine Versprechen durch Trump, beispielsweise für Wirtschaftshilfe, gegeben. Joe Biden verlangte am Freitag die Veröffentlichung des Wortlauts des Telefonats.

"Wenn diese Anschuldigungen wahr sind, dann kennt die Bereitschaft von Präsident Trump, seine Macht zu missbrauchen und unser Land zu demütigen, keine Grenzen", sagte Biden. Er sprach von "klarer Korruption". Das Mindeste sei es, dass Trump "sofort die Mitschrift des betreffenden Anrufs veröffentlicht, damit das amerikanische Volk selbst urteilen kann".
[Frank Herrmann,  US-Whistleblower-Affäre: Biden verlangt von Trump Telefonat-Veröffentlichung Der Standard, 21.09.2019]  


2018 hatte Biden an einer Veranstaltung stolz erzählt, wie dank seiner Intervention 2016 der ukrainische Generalstaatsanwalt Wiktor Schokin entlassen worden sei – er habe die Auszahlung eines amerikanischen Milliardenkredits an die Ukraine davon abhängig gemacht. «Der Mistkerl wurde entlassen», resümierte er mit einem Lachen. Giuliani und mit ihm der mittlerweile abgelöste, aber um seine Wiederernennung kämpfende Generalstaatsanwalt Juri Luzenko suggerierten in diesem Frühjahr jedoch, Biden habe Schokins Entlassung verlangt, weil dieser gegen das Energieunternehmen Burisma und dessen Verwaltungsräte ermittelt habe. Unter diesen war auch Hunter Biden, der 2014, kurz nach der Revolution in Kiew, zu der Firma gestossen war. […]
Der ukrainische Energiesektor ist von undurchsichtigen Akteuren besetzt. Auch der Expansionskurs von Burisma, dessen Eigentümerschaft zeitweise unklar war, warf verschiedene Fragen auf. Dass sich in diesem Frühjahr plötzlich Luzenko wieder für den Fall zu interessieren begann und im Mai ein angeblich geleaktes Dokument aus der Generalstaatsanwaltschaft die Runde machte, wonach diese Joe Biden verdächtigt, von Slotschewski illegal begünstigt worden zu sein, hatte mit Luzenkos Machtwillen zu tun. Er wollte sich bei Trump und Giuliani einschmeicheln und hoffte, Selenski so unter Druck setzen zu können, ihn im Amt zu belassen. Dass auch Trumps zeitweiliger Wahlkampfmanager Paul Manafort über einen mit der Ukraine verbundenen Skandal stolperte, spielte dann plötzlich auch wieder eine Rolle. Luzenkos Rechnung ging aber nicht auf.
[Markus Ackeret, Familie Bidens undurchsichtige Ukraine-Connection NZZ, 20.09.2019]
Ukraine 10 - Joe Bidens Sohn fällt die Treppe hoch (Post, 12.05.2014)



[…] Den ersten Bruch habe es in den letzten Monaten der Herrschaft Jelzins gegeben, als die Nato am 24. März 1999 Jugoslawien völkerrechtswidrig und ohne UN-Mandat überfiel. Selbst die westlich orientierte russische Führung unter Jelzin sei dagegen gewesen. Das sei soweit gegangen, dass der damalige russische Ministerpräsident Jewgeni Primakow an dem Tag des Überfalls im Flugzeug nach Washington saß und die Reise abbrach, als die Nachricht vom Kriegsbeginn eintraf.

Damals habe eine Entwicklung begonnen, die zu den heutigen Sanktionen und dem „Wirtschaftskrieg auf niedrigem Niveau“ des Westens gegen Russland, aber auch zu den Stellvertreterkriegen in der Ukraine und Syrien geführt habe. Das habe sich mit der Nato- und EU-Osterweiterung seit den 1990er Jahren fortgesetzt. Russland fühle sich eingekreist, erklärte Hofbauer und meinte, wenn die Nato an die russländische Grenze heranrückt, sei es „kein Wunder, dass da in Moskau die Alarmglocken schrillen“.

2003 habe sich das Verhältnis weiter verschlechtert. Dafür habe zum einen der Irak-Krieg gesorgt, gegen den Russland war wie andere Länder auch. Zum anderen sei in dem Jahr der Oligarch Michail Chodorkowski verhaftet worden. Hofbauer widersprach der Deutung, dass das wegen der politischen Ambitionen des Oligarchen geschehen sei. Dabei sei es um mehr gegangen: Chodorkowski habe damals seinen Öl- und Gaskonzern Yukos an den US-Konzern Exxon Mobil verkaufen wollen. Die Verhandlungen unter Beteiligung von US-Vizepräsident Dick Cheney seien weit gediehen gewesen. Putin habe davor gewarnt, den für Russland strategisch wichtigen Energiesektor an einen US-Konzern zu verkaufen. Als Chodorkowski das ignorierte, sei er "aus dem Verkehr gezogen" worden, so der österreichische Autor. Die empörte US-Seite habe damals begonnen, Putin zu dämonisieren und als „neuen Mussolini“ zu bezeichnen.
[Hans Springstein, Der „wirklich böse Mensch“ kommt aus Moskau, Freitag-Community, 04.05.2016]

Mittwoch, 18. September 2019

Ellyanne Wanjiku Chlystun Githae: In Kenia kehrt der Wald zurück

Auch in Kenia kehrt der Wald zurück — dank eines hartnäckigen kleinen Mädchens.

Während Greta Thunberg vor allem im Westen bekannt ist für ihre Aktionen und Reden, macht auf dem afrikanischen Kontinent ein anderes erstaunliches Kind von sich reden, das sich in den Kopf gesetzt hat, sein Heimatland Kenia wiederaufzuforsten. Offensichtlich mit beachtlichem Erfolg und auch immer mehr tatkräftiger Unterstützung durch Behörden und Privatwirtschaft.

Ellyanne Wanjiku Chlystun Githae lebt in Kenia, ist heute neun Jahre alt und steht auf der Business-Plattform „urbwise“ in der Ehrenliste „phänomenaler Frauen, die nationale Anerkennung verdienen“. Das hat sie mit ihrer schwedischen Schwester gemein.

Wie ihre große Schwester Greta Thunberg in Schweden hat sie auch vermögende Mittelklasse-Eltern. Sie geht auf die Peponi House Preparatory School in Nairobi, eine multikulturelle Privatschule mit britischen Standards. Sie spielt mit ihrem Teddy, selbst vor der Kamera, doch sie träumte nicht wie so viele in ihrem Alter, schön und reich zu werden, nicht Modemacherin oder Pilotin. Aber Greta Thunberg konnte ihr Vorbild nicht sein, die gab es da noch nicht medial, als Ellyanne anfing, Bäume zu pflanzen. Sie war begeistert von Professor Wangari Maathai — hierzulande nicht bekannt, aber in Afrika und besonders in Kenia.

Wangari Maathai promovierte 1971 als erste Frau Ost- und Zentralafrikas. Inspiriert von Algeriens 1974 in die Wege geleiteten Programms „barrage vert“ gründete sie 1977 die „Green Belt“-Bewegung mit dem Ziel, das Land aufzuforsten, und erhielt als erste Frau Schwarzafrikas 2004 den Friedensnobelpreis. Die grüne Umweltministerin scheute selbst das Gefängnis nicht, um den Mächtigen des Landes den Spiegel ihrer Umwelt- und anderer Sünden vorzuhalten.

Ihr wollte es die kleine Ellyanne nachtun, ebenso aufrecht und kämpferisch. Aber wie kann ein kleines Mädchen von sechs Jahren in die Fußstapfen einer der großen heroischen Frauen des Landes treten? Ellyanne wollte wenigstens Bäume pflanzen, aber mindestens eine Million. Gegenüber Mtoto News äußerte sie sich am 27. Juni 2019 schon realistischer: Sie habe 509 Bäume gepflanzt, wolle aber die 10.000er Marke erreichen. Nach Information der kenianischen Internet-Plattform „Business Today“ vom 22. August hat sie bereits mehr als 1.500 Bäume geschafft, hartnäckig wie sie ist.

Unterstützt von ihren Eltern und von anderen Kindern zogen in den letzten Jahren ihre Pflanzaktionen weite Kreise. Das 2006 von Pädagogen, Schriftstellern und Bürgermeistern gegründete Netzwerk „Children With Nature“ unterstützte sie, heute ist sie dessen Botschafterin. In kurzer Zeit folgten ihrem Beispiel Kinder an anderen Schulen und in anderen Städten. So initiierte Ellyanne, wie „Children With Nature“ am 12. Dezember 2017 meldete, einen landesweiten Schreib- und Kunstwettbewerb, „Kenya Climate Change Art and Essay Competition“, den sie am 1. August 2017 an der öffentlichen Kilimani Primarschule in Nairobi eröffnete. Unterstützt wurde der Wettbewerb vom Erziehungsministerium, von USAid und von KEPSA, der Lobby der Privatwirtschaft.

Anlässlich der Generalversammlung des Umweltprogramms der UNO, „UNEP Global Environment Assembly“, vom 4. bis 6. Dezember 2017 in Nairobi wurde der kleinen Ellyanne Wanjiku offizielle Anerkennung zuteil. „Bildung ist von entscheidender Bedeutung, wenn wir eine junge Generation von Umweltkriegern schaffen wollen, um die enormen Umweltherausforderungen zu bewältigen, mit denen die Welt konfrontiert ist“, sagte Sam Barratt von UNEP.

mehr:
- Die andere Greta (Georges Hallermayer, Rubikon, 18.09.2019)

Wangari Maathai and the Green Belt Movement. {6:51}

npatou
Am 05.07.2016 veröffentlicht 
Wangari Maathai was a Kenyan environmental and political activist. In 1977, Maathai founded the Green Belt Movement, an environmental non-governmental organization focused on the planting of trees, environmental conservation, and women's rights. In 1984, she was awarded the Right Livelihood Award, and in 2004, she became the first African woman to receive the Nobel Peace Prize for "her contribution to sustainable development, democracy and peace".
Source: Wikipedia.org
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Londoner Gericht will Assange weiter in Haft behalten

Richterin brachte die Frage einer Haftentlassung auf Kaution überraschend auf - und lehnte diese Option umgehend ab

WikiLeaks-Gründer Julian Assange wird wohl auch nach Ende seiner Mindesthaftzeit in Großbritannien im Gefängnis bleiben müssen. Das berichtete unlängst die in London erscheinende Tageszeitung Evening Standard. Assange sei mitgeteilt worden, dass er nicht auf eine Haftentlassung hoffen kann, wenn seine derzeitige Freiheitsstrafe am 22. September erstmals auf Kaution ausgesetzt werden könnte. Der Publizist war nach seiner Festnahme in den Räumen der ecuadorianischen Botschaft in London am 11. April wegen Verstoßes gegen die Bewährungsauflagen inhaftiert worden.

Der 48-Jährige wurde nach seiner im Mai zu einer 50-wöchigen Haftstrafe verurteilt, nachdem er sieben Jahre in der ecuadorianischen Botschaft in London verbracht hatte. Im April hatte die Polizei ihn in einer spektakulären Aktion aus den Räumen im Londoner Nobelstadtteil Knightsbridge gezerrt. Grund dafür war eine Entscheidung der ecuadorianischen Regierung: Anders als sein Vorgänger Rafael Correa wollte der neue Präsident Lenín Moreno Assange loswerden, nachdem er überraschend auf einen prowestlichen und neoliberalen Kurs eingeschwenkt ist.

Die Folgen von Morenos Entscheidung wurden rasch klar: Nachdem die britische Justiz Assange festnahm, machte Innenminister Sajid Javid im Juni eine Anordnung öffentlich, die es ermöglichte, Assange wegen Hacking-Vorwürfen an die USA auszuliefern. Vor einer möglichen Auslieferung an die US-Justiz hatten die Verteidiger des Publizisten stets gewarnt.

Bei einer technischen Anhörung am vergangenen Freitag sagte Richterin Vanessa Baraitser am Westminster Magistrates Court, es gebe "erhebliche Gründe" für die Annahme, dass Assange sich nach einer möglichen Haftentlassung erneut absetzen könnte. Der WikiLeaks-Gründer war der Verhandlung per Video aus dem Hochsicherheitsgefängnis Belmarsh zugeschaltet.

Baraitser sagte zu Assange: "Sie wurden hier vorgeladen, weil Ihre Haftstrafe kurz vor einem möglichen Ende steht." In diesem Fall ändere sich sein Status von einem einsitzenden Häftling zu einem Auslieferungskandidaten. Deshalb habe sie der Verteidigung die Möglichkeit gegeben, in seinem Namen einen Antrag auf Kaution zu stellen, so die Richterin weiter. Die anwesende Verteidigerin habe sich aber geweigert. "Das ist vielleicht nicht überraschend angesichts ihrer Geschichte der Justizflucht", so Baraitser weiter - um eine Freilassung auf Kaution abzulehnen. Als Assange gefragt wurde, ob er den Sachverhalt verstanden habe, entgegnete er: "Nicht wirklich. Aber ich bin sicher, die Anwälte werden es erklären." /span>
mehr:

- Londoner Gericht will Assange weiter in Haft behalten (Harald Neuber, Telepolis, 18.09.2019)
siehe auch:
Assange wird fertiggemacht… (Post, 05.09.2019)
Es geht nicht nur um Assange (Edward Wassermann, IPG-Jpurnal, Internationale Politik und Gesellschaft, 03.05.2019)
Der Verrat (Rubikon, 23.04.2019)
Assanges Verhaftung: Mainstream-Medien sägen am eigenen Ast (James O’Neill, Pressenza, 19.04.2019)
 Lebte 7 Jahre in BotschaftAssange spülte Klo nicht: Wächter verraten irre Details über Wikileaks-Gründer (Focus, 15.04.2019)

mein Kommentar:
Liebe Bild-Schreiberlinge, die Ihr grad beim Focus ein Praktikum absolviert, 
habt ihr schon mal was mit einem schwer Depressiven zu tun gehabt? Anscheinend nicht… – ekelhaft!
"In 20 Jahren Arbeit mit Opfern von Krieg, Gewalt und politischer Verfolgung habe ich noch nie erlebt, dass sich eine Gruppe demokratischer Staaten zusammenschließt, um ein einzelnes Individuum so lange Zeit und unter so geringer Berücksichtigung der Menschenwürde und der Rechtsstaatlichkeit bewusst zu isolieren, zu verteufeln und zu missbrauchen."
[Nils Melzer, UN-Sonderberichterstatter, zit. in Mathias Bröckers, Präzedenzfall WikiLeaks, Telepolis, 01.07.2019]
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Der UN-Sonderberichterstatter über Folter (englisch UN Special Rapporteur on Torture and Other Cruel, Inhuman or Degrading Treatment or Punishment) ist ein von den Vereinten Nationen ernannter Sachverständiger, der als Amtsträger Zugang und Inspektionsrechte in allen Haftanstalten der der UNO angehörenden und das Völkerrecht anerkennenden Nationen beansprucht. Über die von ihm in Erfahrung gebrachten Vorfälle und nachprüfbar begründeten Vorwürfe leistet er jährlich einen detaillierten Bericht an die Öffentlichkeit der Weltgemeinschaft.
[UN-Sonderberichterstatter über Folter, Wikipedia, abgerufen am 18.09.2019]
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Neusprech aus den Netzwerken der Macht

Die westlichen Demokratien sind inzwischen mit einem dichten Gespinst sogenannter Nichtregierungsorganisationen durchzogen, die jedoch vom Grundsatz her allesamt einer Richtung folgen – einer neoliberalen Agenda (angeblich) freier, offener Märkte. Dabei bedienen sich Politik und Medien exzessiv dieser Netzwerke. Oder richtiger gesagt: Diese Netzwerke bedienen sich freimütig der Politik und Medien.

Im Zuge einer anstehenden Veranstaltung zum Weltfriedenstag der Vereinten Nationen wurde ich auf ein Symposium aufmerksam gemacht, in dem Friedensthemen behandelt werden möchten. Die Organisatoren konnten als Podiumsgäste:

“zwei sehr kompetente Wissenschaftlerinnen, die Friedens- und Konfliktforscherin Sahra Brockmeier vom Global Public Policy Institut (GPPi) und Dr. Nina Thomson, eine herausragende Analystin der Entwicklung des Weltordnungs-Systems im Zeitraum der US-Präsidentenschaften von Clinton bis Obama gewinnen.” (1) 
Da ich auch persönlich zu dieser Veranstaltung eingeladen wurde, tat ich das, was ich seit einiger Zeit immer tue, wenn ich neue Menschen kennen lernen darf. Ich befasse mich schon im Vorfeld mit ihrer Biografie, ihrem gesellschaftlichen Umfeld und dem Inhalt ihrer Arbeit. Das ermöglicht mir, ihre Perspektiven einnehmen und ihre Ansichten verstehen zu können. Verstehen heißt nicht, dass man Ansichten teilt. Verstehen heißt, sich mit einer gewissen Offenheit auf die Sicht zuzubewegen. Damit ist kein Verstricken in die Sicht des Gegenüber und seiner Persönlichkeit verbunden, kein Solidarisieren, aber auch kein Abwerten. Es lässt sich schlicht mit Achtung und Respekt umschreiben.

Für Menschen, die sich der Friedensbewegung aktiv verschrieben haben, ergibt sich an dieser Stelle eine große Herausforderung.

Denn das Verstehen allein – so meine erworbene Erkenntnis – genügt natürlich nicht, um aus dem Verständnis einer neuen Sicht auch einen signifikanten Mehrwert zu erzeugen. Die eigene Aktivität kann sich nicht im reinen Besuch und Konsum einer solchen Veranstaltung erschöpfen. Friedensarbeit äußert sich nicht darin, auf andere zu warten, die einem sagen, was man zu tun und zu lassen hat, aber auch nicht in reiner Zustimmung oder Ablehnung. Gerade bezogen auf eine Veranstaltung wie die obige, ist eine Interaktion erforderlich, die über den konsumierten Vortrag hinausgeht. Es muss tatsächlich – also nicht nur als Alibifunktion eingebettet – die Möglichkeit eines intensiven Austauschs gegeben sein und ich selbst bin gefordert, schon im Vorfeld meine Skepsis in Fragen aufzubereiten.

mehr:
- Global Governance und andere Täuschungen (Peter Frey, Peds Ansichten, 18.09.2019)

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Nach einem Bericht in Telepolis von 2018 gab das GPPI an, dass ein Sechstel ihrer Mittel vom Außenministerium kommen, weiter erhielte man Gelder von George Soros, der EU-Kommission, der Konrad-Adenauer-Stiftung, der Friedrich-Ebert-Stiftung, der VolkswagenStiftung sowie der Stiftung der Firma Bosch.[4]
[Global Public Policy Institute, Finanzierung, Wikipedia, abgerufen am 19.09.2019]
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siehe auch:
Public Relations - Manipulation der Masse | Doku | ARTE (Post, 18.09.2019)
Gegen das Geschwurbel (Thorsten Benner, Internationale Politik, 22.02.2019 – gefunden auf gppi.net)


Our research found that there have been at least 336 chemical weapons attacks over the course of the Syrian civil war – significantly more than has commonly been known. Around 98 percent of these attacks can be attributed to the Assad régime, with the Islamic State group responsible for the rest. Approximately 90 percent of all confirmed attacks occurred after the infamous ​“red line” incident of August 2013.

The Syrian military’s chemical warfare campaign is closely intertwined – logistically, operationally and strategically – with its campaign of conventional warfare. The designs of the Assad régime’s improvised chlorine munitions, which have accounted for at least 89 percent of all chemical attacks throughout the war, are clearly derived from conventional ​“barrel” or ​“lob” bombs. Both are employed by the same Syrian military formations via the same delivery systems.
Unsere Forschung ergab, dass es im Verlauf des syrischen Bürgerkriegs mindestens 336 chemische Waffenangriffe gegeben hat – deutlich mehr als allgemein bekannt. Rund 98 Prozent dieser Angriffe sind auf das Assad-Regime zurückzuführen, für den Rest ist die islamische Staatsgruppe verantwortlich. Ungefähr 90 Prozent aller bestätigten Angriffe ereigneten sich nach dem berüchtigten Zwischenfall „rote Linie“ im August 2013.

Die chemische Kriegsführung des syrischen Militärs ist logistisch, operativ und strategisch eng mit der konventionellen Kriegsführung verknüpft. Die Entwürfe der improvisierten Chlormunition des Assad-Regimes, die während des Krieges mindestens 89 Prozent aller chemischen Angriffe ausmachte, leiten sich eindeutig von konventionellen ab "Fass" oder Bomben werfen. Beide werden von denselben syrischen Militärformationen über dieselben Trägersysteme eingesetzt.
[Tobias Schneider, Theresa Lütkefend, Nowhere to Hide: The Logic of Chemical Weapons Use in Syria, Studie, 17.02.2019 – gefunden auf gppi.net – Google-Übersetzer]
Die Briten völlig von der Rolle: »Integrity Initiative« taucht ab (Post, 24.01.2019)
- Commentary – Für eine ehrliche Außenpolitik (Philipp Rotmann, FAZ, 28.02.2018 – gefunden auf gppi.net)
Eine CIA-NGO im Great Game: Das National Endowment for Democracy (Post,  19.02.2016)

mein Commentary:
Definiere »ehrliche Außenpolitik«!
Und zur Giftgas-»Studie«: Viele Grüße an die britischen Propagandaorganisationen »Weißhelme« und die »Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte«!

Dienstag, 17. September 2019

Wortverdrehungen, Verleugnung und Überraschung…

1. Condoleeza Rice, George Bush und ein halbes Dutzend weiterer hochrangiger US-Politiker
On May 16, 2002, Condoleezza Rice, as National Security Advisor, said, “No one could have predicted that planes could be used as missiles.”
Am 16. Mai 2002 sagte Condoleezza Rice als Nationaler Sicherheitsberater: “Keiner konnte voraussehen, dass Flugzeuge als Raketen verwendet werden könnten.”
[September 11th Advocates Kristen Breitweiser, Patty Casazza, Monica Gabrielle, Mindy Kleinberg & Lorie Van Auken , September 11th Advocates Statement on Hayden, others rewarded after 9/11, 11.05.2006 – Google-Übersetzer – man suche nach dem Stichwort »Hayden«]
Mein Kommentar:
Zuerst wird abgestritten (»Das Briefing des Präsidenten war ganz allgemein.«) Wenn man ihnen dann das Gegenteil beweist, heißt es: »Ich kann mich nicht mehr erinnern.« 
Und wenn man ihnen dann auch das als Lüge nachweisen kann, heißt es: »Von dieser SEAD-Übung (Amalgam Virgo) wurde ich nicht informiert.«
Und Leute wie Dirk Pohlmann, Mathias Bröckers und Daniele Ganser werden hierzulande als Verschwörungstheoretiker abgestempelt… 😂

siehe dazu auch:
- Die Terroranschläge in Paris, 9/11, Amalgam Virgo und »Niemand konnte es vorhersehen…« (Post, 19.11.2015) 


2. Liana Fix
»Die EU war tatsächlich überrascht von der Krise, da in Brüssel nicht damit gerechnet wurde, dass Russland mit militärischen Maßnahmen auf ein ursprünglich rein technisches Freihandelsabkommen reagieren würde. Hier wurde unterschätzt, welche Bedeutung die Ukraine für Russland hat.«

Sahen Friedensmissionen der Vereinten Nationen (UN) und der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit (OSZE) in der Ukraine wie in Georgien zu, wie die Konfliktparteien die Vereinbarungen umgingen und sich die Gewalt über Jahre aufschaukelte?
In der Ukraine gab es keinen inneren Konflikt. Er wurde erst jetzt während dieser aktuellen Krise geschürt. In Georgien war lange eine Mission der OSZE vor Ort, der Ausbruch des Krieges in 2008 kam trotz aller Spannungen überraschend.  
[Liana Fix interviewt von Oktay Yaman über die Ukrainekrise, Das Assoziierungsabkommen mit der EU war Auslöser des Konfliktes, Deutsch-türkisches Journal, 04.07.2014 – Hervorhebungen von mir]
zu Liana Fix und dem »ursprünglich rein technischen Abkommen siehe:
Die Ukraine-Krise für den Durchschnitts-Bürger: Unsere offiziellen Russland-Versteher konnten sie angeblich nicht kommen sehen! (Post, 04.07.2014)


3. Der islamische Staat

Die geheime Geschichte des IS: Amerikas Fehler (Doku, 2016) {44:50, Start ab 0:56}

John Doe
Am 05.01.2017 veröffentlicht 
https://filmblog.radio-metropolis.one/

Zitate aus dem Video [ab 1:12]:

»Anfang 2014: Sie tauchen auf wie aus dem Nichts.« [Off-Sprecher]
»Uns wurde die Gefahr erst bewußt, als sie im Westirak ein Drittel des Landes unter Kontrolle gebracht hatten. […] Schockierend, daß die Armee nichts unternommen hat.«
[Chuck Hagel, US-Verteidigungsminister 2013-2015]
 Mein Kommentar:
… und das sagt der Verteidigungsminister…

Rußland hat mehrfach vor einseitigen gewaltsamen Aktionen, vor Einmischung in die Angelegenheiten souveräner Staaten, vor dem Anbandeln mit Extremisten und Radikalen gewarnt und darauf bestanden, daß man jene Gruppierung, die gegen die syrische Zentralregierung vorgeht, vor allem die ISIS, Aktivisten (?) terroristischer Organisationen sind. Und was war das Ergebnis? Es gab keine Reaktion.
Mitunter bekommt man den Eindruck, daß unsere Kollegen und Freunde ständig mit den Ergebnissen ihrer eigenen Politik kämpfen.
[Putin hat gesprochen! Howgh! – Die Valdai-Rede und die Rede vor der UN-Vollversammlung, Post, 26.10.2014 – Transkript der im Video vorgelesenen deutschen Übersetzung ab 11:30]
siehe dazu auch:
- Die US-imperiale Strategie, der »Zwang« Kriege führen zu müssen und die Manipulation der öffentlichen Meinung (Post, 16.12.2018) 

Catch-22 (4/10) Movie CLIP - I'm Desperate (1970) HD {2:40}

Movieclips
Am 23.11.2011 veröffentlicht
Catch-22 movie clips: http://j.mp/1BcPxTS
BUY THE MOVIE: http://amzn.to/sW9BrI
Don't miss the HOTTEST NEW TRAILERS: http://bit.ly/1u2y6pr
CLIP DESCRIPTION:
When Yossarian (Alan Arkin) is injured, his desperation to leave the military is increased.
FILM DESCRIPTION:
Director Mike Nichols and writer-actor Buck Henry followed their enormous hit The Graduate (1967) with this timely adaptation of Joseph Heller's satiric antiwar novel. Haunted by the death of a young gunner, all-too-sane Capt. Yossarian (Alan Arkin) wants out of the rest of his WW II bombing missions, but publicity-obsessed commander Colonel Cathcart (Martin Balsam) and his yes man, Colonel Korn (Henry), keep raising the number of missions that Yossarian and his comrades are required to fly. After Doc Daneeka (Jack Gilford) tells Yossarian that he cannot declare him insane if Yossarian knows that it's insane to keep flying, Yossarian tries to play crazy by, among other things, showing up nude in front of despotic General Dreedle (Orson Welles). As all of Yossarian's initially even-keeled friends, such as Nately (Art Garfunkel) and Dobbs (Martin Sheen), genuinely lose their heads, and the troop's supplies are bartered away for profit by the ultra-entrepreneurial Milo Minderbinder (Jon Voight), Yossarian realizes that the whole system has lost it, and he can either play along or jump ship. Though not about Vietnam, Catch-22's ludicrous military machinations directly evoked its contemporary context in the Vietnam era. Cathcart and Dreedle care more about the appearance of power than about victory, and Milo cares for money above all, as the complex narrative structure of Yossarian's flashbacks renders the escalating events appropriately surreal. Confident that the combination of a hot director and a popular, culturally relevant novel would spell blockbuster, Paramount spent a great deal of money on Catch-22, but it wound up getting trumped by another 1970 antiwar farce: Robert Altman's MASH. With audiences opting for Altman's casual Korean War iconoclasm over Nichols' more polished symbolism, the highly anticipated Catch-22 flopped, although the New York Film Critics Circle did acknowledge Arkin and Nichols. Despite this reception, Catch-22's ensemble cast and pungent sensibility effectively underline the insanity of war, Vietnam and otherwise.
CREDITS:
TM & © Paramount (1970)
Cast: Alan Arkin, Anthony Perkins
Director: Mike Nichols
Producers: John Calley, Martin Ransohoff, Clive Reed
Screenwriters: Joseph Heller, Buck Henry
WHO ARE WE?
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Merke: Man sieht, was man will.
Aber: Warum sollten sie was lernen?


Grönemeyer, das Publikum, die Medien:
Aufgeregtheiten über Begrifflichkeiten

Links ist die neue Mitte. Alles jenseits davon schon rechts. Die ursprüngliche Mitte wurde aufgelöst. Sie muss sich entscheiden. Linke Deutungshoheit übernehmen oder Nazi sein. Die politischen Koordinaten verschieben sich seit geraumer Zeit mächtig. Vor allem Journalisten der sogenannten „Qualitätsmedien“ haben mit ihrer Art der Themensetzung und Aufarbeitung in den letzten Jahren einen essenziellen Beitrag zu dieser Verschiebung geleistet.

Es wird deutlich: Nicht das tatsächlich recht kleine Spektrum von ohnehin gesellschaftlich isolierten Rechtsextremen treibt die Polarisierung der Gesellschaft voran, sondern linke Schreihälse wie Herbert Grönemeyer, deren extreme Ansichten wiederum prominente Unterstützung erhalten und von von einer Mehrheit der deutschen Journalisten und Politiker auch noch als politische Mitte bezeichnet werden.

Das eigentliche Problem an der wiederentdeckten prominenten Politisierung von Herbert Grönemeyer bis hin zu den „Lochis“ ist nicht, dass diese Menschen eine Meinung haben, die sie selbstredend auch vertreten dürfen. Nein, es ist ein von jedweder Kritik befreite Umgang einer mehrheitlich linksgrün geprägten Medienlandschaft mit diesen totalitären Ansichten.

So schreibt etwa SPIEGELOnline, Herbert Grönemeyer hätte mit seinen Äußerungen „Wut von rechts“ auf sich gezogen und verweist auf AfD-Politiker, die Grönemeyers Ausbruch mit Nazipropaganda verglichen hätten. Der mehrfach ausgezeichnete ZEIT-Journalist und Buchautor, Henning Sußebach, twittert unterdessen: „Herrlich, wie erschrocken man rechtsaußen ist, wenn die Mitte mal zurückbrüllt.“ In so manch einer deutschen Nachrichten-Redaktion bemüht man sich derweil seit Sonntagnachmittag um Schadensbegrenzung durch Auslassen.

So zog der Deutschlandfunk es vor, die heiß diskutierte Textzeile, in der Grönemeyer „diktieren“ will, „wie `ne Gesellschaft auszusehen hat“ in seiner Meldung gleich gar nicht erst zu erwähnen. Stattdessen zitiert man die weit weniger problematische Passage, in der der Künstler dazu aufruft, „keinen Millimeter nach rechts zu rücken.“ Es folgt erneut der Satz, dass sich unter anderem auch AfD-Politiker geäußert und Grönemeyers Aufruf mit Nazi-Propaganda verglichen hätten. Ein Satz, der sich so übrigens nicht nur auf SPIEGEL-Online und beim Deutschlandfunk finden lässt, sondern auch beim Tagesspiegel, dem Merkur und anderen Nachrichtenseiten. Last but not least möchte auch der sonst begabte Micky Beisenherz in seiner Kolumne eine „Lanze für den Sänger brechen“, dessen Aussage „Keinen Millimeter nach rechts“ rücken zu wollen, ihm Goebbels-Vergleiche durch „rechte Trolle“ eingebracht hätte.

mehr:
- Die linke Currywurst (Anabel Schunke, AchGut.com, 17.09.2019)
siehe auch:
Tagesdosis 18.9.2019 - Lieber Herbert Grönemeyer... {16:51}

KenFM
Am 18.09.2019 veröffentlicht 
User-Info: Bitte aktiviert nach abgeschlossenem Abonnement unseres YouTube Channels das Glockensymbol rechts neben dem Abokästchen! Damit erhält jeder Abonnent automatisch eine Info nach Veröffentlichung eines Beitrags auf unserem Channel. Danke. Eure KenFM-Crew.
Ein Offener Brief von Rüdiger Lenz.
Lieber Herbert Grönemeyer,
Du hast ja neulich in Wien so richtig laut gebrüllt. Darüber will ich mit Dir gar nicht reden. Ich will nicht spalten oder mich positionieren. Ich denke, wer meine Texte liest, der weiß, dass ich mich im Grunde nicht mehr um die Politik kümmere. Herbert, ich will mal über den Tellerrand mit Dir schauen und Dich am Ende fragen, was Du dazu meinst. Du musst mir nicht antworten, es reicht mir, wenn Du Dir die Fragen selbst beantwortest.
Keinen Millimeter den Rechten zu geben ist eine gute Idee, aber keine Lösung. Ich finde das auch, wenn ich bedenke, was die Nazis hier mal alles so angestellt haben. Aber genau das ist das, was ich nicht verstehe. Denn, lieber Herbert, sind denn alle Rechten für Dich gleich auch Nazis, oder sind Rechte auch die Bürgerlichen, die Mitte, wie es bei der CDU so schön heißt? Weißt Du, lieber Herbert, an wie vielen Standorten die Bundesrepublik Deutschland sozusagen Gewehr bei Fuß steht? Die Bundeswehr vertritt derweil die Interessen der Republik an über zehn Standorten. Sie hilft uns dort, unsere finanziellen Interessen zu wahren. Ich denke, Du kennst das Wort Finanzkapitalfaschismus. Denn genau den verteidigt die Regierung Merkel, ungefragt, in unserem Namen über die NATO. Ursula von der Leyen, die neue EU-Chefin, will diese Interessen noch mehr stärken und sie will einen Flugzeugträger für die EU. Sie will noch viel mehr, aber das lasse ich hier jetzt mal einfach weg, damit dieser offene Brief an Dich nicht zu lang wird. Würdest Du sagen, dass unsere Bundeskanzlerin unsere Interessen damit gut schützt und dass das richtig ist? Wir können das heute alles wunderbar durchschauen und feststellen, dass wir in unserem Land im Inneren eine Demokratie vorgegaukelt bekommen, die über unsere Regierung und unseren Verbündeten im Sinne eines außenpolitischen Faschismus aufrecht erhalten wird. Die Finanzwirtschaft braucht den Krieg und die Abschreckung in Form der großen Bomben, damit das sich-dagegen-wehren-können schon im Keim ersticken wird. Glasklar betrachtet sind wir, die westlich Verbündeten, die Staatsterrorismus ausüben, weil die Alternativen zum derzeitigen Finanzsystem nicht zugelassen werden können, da sie allesamt das Prinzip von Herrschaft auflösen würden. Daraus entsteht das Dissidententum sowie die sogenannten islamischen Terrorgruppen, weil wir deren Rohstoffe benötigen und deren Landmassen, um Pipelines dort zu installieren, etc. Lieber Herbert, Du kannst mir nicht vermitteln, dass Du das nicht weißt. Du weißt es. Und noch eine Irritation: Benjamin Netanjahu gilt als rechter Politiker. Da wird kein Hehl draus gemacht, in keiner Zeitschrift. Doch kritisiert man dessen Politik in Deutschland, so gilt man ruckzuck als Antisemit. Ist das, was Du in Wien sagtest auch an ihn und damit auch an seine Politik gerichtet? Ich vermute mal nein. Da machen ja fast alle einen Bogen herum, wenn sie die Rechten an den politischen Pranger stellen und ihnen keinen Fingerbreit gönnen. Dem rechten Premier Netanjahu hingegen werden tausende Quadratkilometer Freiland zugestanden, um seine rechte Politik auszuleben und nichts an ihm darf in Deutschland kritisiert werden, ohne dass man das Label eines Antisemiten dann beurkundet bekommt. Nie wieder!
Ich denke, wir beide denken da gleich. Und ich denke, es kann keine bessere Lehre aus Nazideutschland geben als zu verinnerlichen: Nie wieder darf von deutschem Boden aus Krieg ausgehen. Und nie wieder darf auch nur ein Hauch von Rassismus dieses Land überfluten...weiterlesen hier: https://kenfm.de/tagesdosis-18-9-2019...

Stefan Kretzschmar: "Wir haben keine Meinungsfreiheit mehr" (Post, 14.01.2019)
Medienhetze gegen Systemkritik (Post, 11.05.2017)
- Xavier Naidoo und der Euro Vision Song Contest – Nun kommt mal wieder runter, Leute (Post, 22.11.2015)

Montag, 16. September 2019

9/11, Anthrax, Patriot Act und die amerikanische Hysterie oder
Wie ein übersensibler Biochemiker unter die Räder kommt



1. Akt – 
Der Verdächtige Stephen Hatfill, erstreitet 6 Millionen $ Entschädigungszahlungen


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Gegen den US-Wissenschaftler Steven Hatfill wurde wegen des Verdachts ermittelt, er sei der Urheber der Anthrax-Anschläge, das Verfahren wurde von den US-Behörden wieder eingestellt. Eine Klage von Hatfill gegen die US-Behörden endete im Juli 2008 mit einem Vergleich und der Zahlung von 5,8 Mio. Dollar an Hatfill.[5][Anthrax-Anschläge 2001, Ermittlungen, Wikipedia, abgerufen am 18.09.2019] 
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2. Akt – 
Der Biochemiker Bruce Ivins gerät ins Visier der Ermittler


Zunächst verdächtigen die Ermittler den Wissenschaftler Steve Hatfill, der jede Schuld leugnet und die Behörden verklagt. "Ich habe mit diesen Anthrax-Briefen nichts zu tun, und es ist falsch, wenn das jemand behauptet oder unterstellt", sagt der 49-Jährige. Er habe niemals mit Milzbrand-Erregern gearbeitet, sein Forschungsgebiet sei die Virologie.
Unterstützung erhält das FBI indes von einem anderen Mitarbeiter in Fort Detrick. Der Biochemiker Bruce E. Ivins hilft dabei, die Anthrax-Erreger zu entschlüsseln und nachzuweisen, dass sie aus eben diesem Labor der Army stammen müssen, was den Kreis potenzieller Täter stark eingeschränkt. Die verschickten Anthraxsporen konnten nach den Worten von FBI-Chefermittler Van Harp kaum "in einer Garage oder Badewanne hergestellt" werden. Der Täter müsse irgendwann "berechtigten Zugang zu ausgewählten biologischen Wirkstoffen" besessen haben - wegen des labortechnischen Standards komme nur eine Hightech-Installation der Army in Frage.
Bruce E. Ivins gilt als einer der bedeutendsten Experten für Biowaffen, führt nach außen hin ein vorbildliches Familienleben, besitzt ein Eigenheim in Frederick im schönen Staat Maryland, ist ein pünktlicher Steuerzahler und unauffälliger Mitbürger. Man schätzt den umgänglichen und unterhaltsamen Nachbarn, der in seiner Evangelistenkirche die Orgel spielt und Zeit fürs Rote Kreuz hat.
Nachdem das FBI sieben Jahre unter dem Codenamen Amerithrax ermittelt hat, heißt es 6. August 2008 plötzlich in einer Erklärung, man habe leider den falschen Mann gejagt. Und das bei den umfangreichsten Recherchen aller Zeiten, gab es doch 9.100 Verhöre, die FBI-Kontrolle von über 26.000 E-Mails und 75 Hausdurchsuchungen, dazu Nachforschungen auf sechs Kontinenten.
Man hätte in der Nähe bleiben können, denn im Sommer 2008 wird völlig überraschend der inzwischen 62-jährige Bruce E. Ivins als der gesuchte Serienmörder präsentiert. Der Täter litt laut Selbstdiagnose an einer "paranoiden Persönlichkeitsstörung", als er verseuchte Briefe losschickte. Ivins schrieb seinerzeit in einer E-Mail: "... mir fällt es schon schwer, mein Verhalten im Griff zu behalten. Wenn es wieder wütet in mir, versuche ich, mir weder zu Hause noch im Dienst etwas anmerken zu lassen, damit ich die Pest nicht weiter verbreite." […]
Es liegt kein Geständnis vor, doch werten die Ermittler den Selbstmord als Eingeständnis. Der gute Staatsbürger Bruce Ivins war nach Ansicht des US-Justizministeriums allein verantwortlich für die Serie von Milzbrandanschlägen (der irrtümlich beschuldigte Hatfill erhält 5,8 Millionen Dollar Entschädigung). Zwar gilt der Fall seither als aufgeklärt, nur bleiben beängstigende Fragen: Wie war es möglich, dass in einem der gefährlichsten militärischen Forschungslabore der Welt jahrelang ein Psychopath tätig sein konnte, der offenbar versuchte, sich zu therapieren, indem er anderen Leben und Gesundheit raubte?

Die Analyse der Milzbrandbriefe brachte noch etwas anderes ans Licht: Die US-Regierung hatte heimlich eine neue Form von trockenem Milzbrandpulver herstellen lassen, das sich als biologische Angriffswaffe eignet. Hoch konzentriert, leicht zu verteilen und schon in kleinen Mengen tödlich. Angeblich diente die Forschung allein der Landesverteidigung. Experten halten das für unglaubwürdig, die Biowaffenexpertin Barbara Hatch Rosenberg schätzt ein: "Warum man trockenes, waffentaugliches Milzbrandpulver herstellt, ist ganz klar. Man will prüfen und testen, wie es sich im Krieg einsetzen lässt. Man will wissen, wie es sich über große Gebiete verteilt, und wie tödlich es dann noch ist. Ich glaube nicht, dass diese Tests mit waffentauglichem Milzbrand, irgendeinen Sinn für die Verteidigung haben." Und der Biowaffenexperte Jan van Aken meint: "Wenn ein Terrorist sehr viele Menschen treffen will, braucht er sehr, sehr umfangreiches Wissen. Das kann er nur aus staatlichen Programmen haben."
[Wolfgang Kötter, Wenn es wütet in mir, der Freitag, 11.12.2008 – Hervorhebung von mir]


His work at USAMRIID will generally focus on developing anthrax vaccines. He frequent conducts experiments on animals to test vaccines for various types of anthrax exposure. His experiments use only wet anthrax, not the dry powdered anthrax that will be used in the 2001 anthrax attacks.

Seine Arbeit bei USAMRIID wird sich im Allgemeinen auf die Entwicklung von Anthrax-Impfstoffen konzentrieren. Er führt häufig Tierversuche durch, um Impfstoffe auf verschiedene Arten der Milzbrandexposition zu testen. In seinen Experimenten wird nur feuchter Milzbrand verwendet, nicht der trockene pulverförmige Milzbrand, der bei den Milzbrandattacken von 2001 verwendet wird.
 
[Profile: Bruce Ivins, 1980, History Commons, Verweis auf LOS ANGELES TIMES, 8/1/2008 , WASHINGTON POST, 8/2/2008] 

In 2000, US military personnel are being required under the threat of court-martial to be inoculated with an anthrax vaccine. But the vaccine, known as Anthrax Vaccine Absorbed (AVA), is not working very well and some soldiers are getting sick. This results in a loud public outcry lasting into 2001. One of the key scientists working on the vaccine is future anthrax attacks suspect Bruce Ivins.
Problems – The vaccine is being made by a company known as BioPort, but in 1998 the company’s sole manufacturing plant was shut down following the discovery of problems there. Ivins is working at USAMRIID, the US Army’s top bioweapons laboratory, and he and about six other USAMRIID scientists were assigned by the Defense Department to fix the problems with the vaccine so production could resume. In a June 2000 e-mail message, Ivins writes, “Unfortunately, since the BioPort people aren’t scientists, the task of solving their problem has fallen on us.” In a July 2000 e-mail message, he writes about the inoculation program, “think the sh_t is about to hit the fan… big time… It’s just a fine mess.”

Im
Jahr 2000 muss US-Militärpersonal unter Androhung eines Kriegsgerichts mit einem Anthrax-Impfstoff geimpft werden. Aber der Impfstoff, bekannt als Anthrax Vaccine Absorbed (AVA), funktioniert nicht sehr gut und einige Soldaten werden krank. Dies führt zu einem lauten öffentlichen Aufschrei, der bis in das Jahr 2001 hinein andauert. Einer der wichtigsten Wissenschaftler, die an dem Impfstoff arbeiten, sind zukünftige Anthrax-Angriffe, die Bruce Ivins verdächtigen.
Probleme – Der Impfstoff wird von einem Unternehmen namens BioPort hergestellt, aber 1998 wurde die einzige Produktionsstätte des Unternehmens geschlossen, nachdem dort Probleme festgestellt wurden. Ivins arbeitet bei USAMRIID, dem führenden Biowaffenlabor der US-Armee. Er und etwa sechs weitere USAMRIID-Wissenschaftler wurden vom Verteidigungsministerium beauftragt, die Probleme mit dem Impfstoff zu beheben, damit die Produktion wieder aufgenommen werden kann. In einer E-Mail vom Juni 2000 schreibt Ivins: „Da die BioPort-Leute keine Wissenschaftler sind, liegt die Aufgabe, ihr Problem zu lösen, leider bei uns.“ In einer E-Mail vom Juli 2000 schreibt er über die Impfung Programm, "denke, die sh_t ist im Begriff, den Fan zu treffen ... große Zeit ... Es ist nur ein feines Durcheinander."
[Profile: Bruce Ivins, 2000-2001, History Commons, Verweis auf NEW YORK TIMES, 8/8/2008]

In 2000, he begins taking antidepressant drugs and getting professional psychiatric help.  
Im Jahr 2000 beginnt er mit der Einnahme von Antidepressiva und bekommt professionelle psychiatrische Hilfe.
[Profile: Bruce Ivins, April-August 2000, History Commons, Verweis auf LOS ANGELES TIMES, 7. AUGUST 2008]

In December 2001, a technician at USAMRIID told Dr Ivins that she suspected her work area had been contaminated. Ivins tested the area, confirmed her suspicions, and decontaminated her workspace, but did not notify his own superiors -- he later said he "had no desire to cry wolf". Ivins became suspicious of another contamination incident in April 2002, and on 16 April 2002 he reported finding the deadly Ames-strain anthrax, generally described as "the preferred strain for biodefense research", in the men's changing room and around his own office.
Ivins cooperated with the FBI's investigations over the six years following the anthrax mailings, but by early 2008 federal agents made it clear that he was the prime suspect. Feds tailed him everywhere, around the clock, month after month. Ivins complained that FBI agents had offered to pay $2.5M to his son if he would provide evidence incriminating his father, and the FBI confronted his daughter with photographs of the anthrax victims, telling her, "This is what your father did".

Im Dezember 2001 teilte eine Technikerin bei USAMRIID Dr. Ivins mit, sie habe den Verdacht, dass ihr Arbeitsbereich kontaminiert sei. Ivins testete das Gebiet, bestätigte ihren Verdacht und dekontaminierte ihren Arbeitsplatz, informierte jedoch nicht seine eigenen Vorgesetzten - er sagte später, er habe "keine Lust, Wolf zu weinen". Ivins wurde im April 2002 eines weiteren Kontaminationsvorfalls verdächtig und berichtete am 16. April 2002, dass er in der Umkleidekabine und in seinem eigenen Büro den tödlichen Ames-Milzbrand-Stamm, der allgemein als "bevorzugter Stamm für die Biodefense-Forschung" bezeichnet wird, gefunden habe.
Ivins arbeitete in den sechs Jahren nach den Anthrax-Mailings mit den Ermittlungen des FBI zusammen, doch Anfang 2008 stellten Bundesagenten klar, dass er der Hauptverdächtige war. Feds verfolgten ihn Monat für Monat rund um die Uhr. Ivins beschwerte sich, dass FBI-Agenten angeboten hätten, seinem Sohn 2,5 Millionen Dollar zu zahlen, wenn er Beweise vorlegen würde, die seinen Vater belasten, und das FBI konfrontierte seine Tochter mit Fotografien der Anthrax-Opfer und sagte ihr: "Das ist, was Ihr Vater getan hat". [Bruce Ivins AKA Bruce Edwards Ivins, NNDB, undatiert – Google-Übersetzer] 

3. Akt – 
Bruce Ivin’s seltsamer Suizid

Profile: Bruce Ivins (historycommons.org, undatiert – Google-Übersetzer)

In 2003, for his anthrax-related work, Ivins was awarded the Defense Department's Decoration for Exceptional Civilian Service, described as the Defense Department's highest civilian honor

Im Jahr 2003 wurde Ivins für seine Arbeit im Zusammenhang mit Anthrax die Auszeichnung des Verteidigungsministeriums für außergewöhnlichen Zivildienst verliehen, die als höchste zivile Auszeichnung des Verteidigungsministeriums bezeichnet wurde. 
Fox News… 


4. Akt – 
Bruce Ivin entlastet

Kein Einzeltäter beförderte den US-Patriot-Act mit Anthrax – das US-Justizministerium entlastet vom FBI überführten Bruce Ivins


Als unmittelbar nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 mutmaßlich islamische Terroristen die US-Bevölkerung mit Milzbrandbriefen in Angst und Schrecken versetzten und so die Verabschiedung des USA PATRIOT-Gesetzes maßgeblich beförderten, begann das FBI mit einer sieben Jahre andauernden Untersuchung des Falles, die nicht nur zu Schadenersatzzahlungen in Höhe von fast 6 Millionen Dollar an den unschuldig verdächtigten Biologen Dr. Stephen Hatfill führte, sondern fast gleichzeitig auch zur scheinbaren Überführung des psychisch gestörten Einzeltäters Dr. Bruce Ivins - eines in Diensten des US-Militärs tätigen Mikrobiologen, der sich dann allerdings unmittelbar vor seiner Festnahme das Leben nahm.

Obwohl Fachleute wie etablierte US-Medien inklusive der New York Times (zuletzt im Februar 2011) darauf hinwiesen, die Beweisführung des FBI sei fragwürdig, und Experten immer wieder betonten, Ivins habe nachweislich keine Möglichkeit gehabt, die zur Durchführung der Anschläge erforderlichen Sporen überhaupt herzustellen, wies die Regierung Obama zuletzt im Sommer letzten Jahres alle Forderungen von demokratischen wie republikanischen Abgeordneten nach einer Neu-Untersuchung des Falles als "redundant" zurück.

Nachdem nun aber das Magazin PBS Frontline enthüllte, dass auch das US-Justizministerium Ivins' die Fähigkeit abspricht, in seinem Labor, seiner sogenannten "hot suite", flüssiges Anthrax in das bei den Anschlägen verwandte Sporenpulver zu verwandeln, ist der Fall wieder offener denn je - und erst recht die Frage, weshalb das FBI bei der Überführung des Einzeltäters offenbar schlampte. Was das DOJ indes weiterhin nicht in Frage stellt, ist, dass die verheerende Terroranschlagserie unmittelbar nach "9/11" ihren Ursprung in US-Militär-Kreisen hatte - wie Mathias Bröckers und Christian C. Walther in ihrem soeben im Westend Verlag erschienenen Buch 11. 9.: 10 Jahre danach - Der Einsturz eines Lügengebäudes präzise dokumentieren. Telepolis veröffentlicht aus diesem Grund das entsprechende Kapitel, das viele, bislang wenig bekannte Details des Anthrax-Falls darstellt.

mehr:
- Das Anthrax kam vom Militär (Mathias Bröckers, Christian C. Walther, Telepolis, 24.07.2011)



5. Akt – 
FBI-Chefermittler erhebt Anklage gegen die eigene Behörde


Der FBI-Chefermittler Lambert erhebt Anklage und weist auf entlastende Beweise, schlampige Untersuchungen und Behinderungen in der "wichtigsten Untersuchung des FBI" hin


Zur Erinnerung: Den Anthrax-Anschlägen fielen 5 Menschen zum Opfer und 17 Menschen erkrankten zum Teil schwer. Die landesweite Dekontaminierung kostete mehr als 1 Milliarde US-Dollar. Was folgte war "die wichtigste Untersuchung in der Geschichte des FBI", die insgesamt neun Jahre dauern sollte.

Nachdem im Sommer 2002 das FBI den Mikrobiologen Stephen Hatfill als Hauptverdächtigen benannte und offen überwachte, ohne aber eine Anklage gegen ihn zu erheben, schwenkte ab 2004 der Verdacht auf den Mikrobiologen Bruce Ivins. Ivins wurde von dem FBI ebenfalls offen beschattet, seine Familie unter Druck gesetzt, sein Haus zweimal durchsucht. Er verfiel zunehmend dem Alkohol. Am 29. Juli 2008 beging Ivins Selbstmord. Wenige Tage später bezeichnete das FBI Ivins als Person, die alleine für die Anthrax-Anschläge verantwortlich war, und präsentierte Beweise. Der Staatsanwalt erklärte, dass man anhand der existierenden Beweise die Schuld von Bruce Ivins ohne jeden Zweifel belegen könnte.

Der jahrelang öffentlich gebrandmarkte Stephen Hatfill erhielt rund 5,6 Millionen US-Dollar Schadensersatz (Das Anthrax kam vom Militär). Im Februar 2010 stellte das FBI und das US-Justizministerium die Untersuchung zu den Anthrax-Morden endgültig ein und bestätigte, dass Bruce Ivins der alleinige Täter gewesen sei (FBI schließt endgültig Anthrax-Fall). Anklage des Chefermittlers

Niemand anderes als Richard Lambert, der von 2002 bis 2006 die FBI-Untersuchung der Anthrax-Morde leitete, erklärt nun, dass das FBI eine "gigantische Menge (für Ivins) entlastender Beweise" gefunden hatte, die aber bis heute geheim gehalten wurden. Es könne theoretisch möglich sein, dass Ivins tatsächlich der Täter gewesen ist, glaubt Lambert. Aber er ist überzeugt, dass es dem FBI niemals gelungen wäre, Ivins Schuld zweifelsfrei zu beweisen, wäre es tatsächlich zu einer Gerichtsverhandlung gekommen.

Vor wenigen Tagen reichte Lambert eine Klage gegen einige Mitarbeiter des US-Justizministeriums und des FBI ein. Er wirft den Beschuldigten Amtsmissbrauch und grobe Fahrlässigkeit vor. Während Lambert die Untersuchung leitete, stieß er auf Unnachgiebigkeit seiner Vorgesetzten, Teilnahmslosigkeit und Fehler des FBI-Labors und politisch motivierte Kommunikations-Embargos seitens der FBI-Zentrale. Dies alles habe die Untersuchung in sehr hohem Masse behindert und erschwert.

Bereits 2006 hatte Lambert intern einen Whistleblower-Bericht an den Stellvertretenden Direktor des FBI geleitet, in dem er das Missmanagement der Untersuchung anprangerte. Die dort aufgeführten Kritikpunkte finden sich auch in der Klageschrift. So kritisierte er in dem Whistleblower-Bericht die permanente Unterbesetzung. Zudem bestand das Untersuchungsteam hauptsächlich aus Agenten, die gerade die Ausbildung beendet hatten. Die Mitarbeiter blieben durchschnittlich nur 18 Monate. 12 von 20 Agenten hätten überhaupt keine Ermittlungserfahrung gehabt. Für die "wichtigste Untersuchung in der Geschichte des FBI" kaum optimale Voraussetzungen, um den Mörder in diesem hochkomplexen Fall zu finden.

Ein weiterer Punkt des Whistleblower-Berichts und der Klageschrift ist die absichtliche Geheimhaltung des FBI-Labors vor dem Untersuchungsteam, dass menschliche DNA auf dem mit Anthrax gefüllten Briefumschlag an Senator Patrick Leahy gefunden worden war. Ebenso die Weigerung des Labors, zügige und angemessene wissenschaftliche Analysen und forensische Untersuchungen durchzuführen.

2008 verbot das FBI Richard Lambert mit dem Fernsehsender CBS zu sprechen, die einen Dokumentarfilm über die Anthrax-Untersuchung planten. Ein Teil von Lamberts Whistleblower-Bericht wurde jedoch in dem ausgestrahlten Bericht angeführt, der das FBI in ein sehr kritisches Licht rückte.

Lambert schied 2012 beim FBI aus dem Dienst aus. Sein Versuch im Energieministerium eine Stelle anzutreten, scheiterte an einer Intervention des FBI. Insgesamt gelang es Lambert nicht, einen neuen Beruf zu finden, obwohl er sich auf 70 Stellen beworben hat. Daher beinhaltet seine Klageschrift auch, dass dies das Resultat einer Vergeltungsmaßnahme des FBI wegen seiner kritischen Haltung sei.

mehr:
- USA: Neue Wende im Anthrax-Fall (Andreas von Westphalen, Telepolis, 23.04.2015)

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On April 2nd, 2015, Richard L. Lambert initiated a lawsuit against US Attorney GeneralEric Holder, former FBI DirectorRobert Mueller, the US Justice Department, the FBI, FBI employee Patrick Kelley and unknown Justice Department and FBI employees for legal malpractice and violations of the Federal Tort Claims Act and Privacy Act. "This case was hailed at the time as the most important case in the history of the F.B.I.,” Mr. Lambert said. “But it was difficult for me to get experienced investigators assigned to it."[2]
While leading the investigation for the next four years, Plaintiff’s efforts to advance the case met with intransigence from WFO’s executive management, apathy and error from the FBI Laboratory, politically motivated communication embargos from FBI Headquarters, and yet another preceding and equally erroneous legal opinion from Defendant Kelley – all of which greatly obstructed and impeded the investigation.
From the lawsuit filed by Richard L. Lambert in 2015[4] 
[Richard Lambert, Wikispooks, abgerufen am 18.09.2019]
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