Donnerstag, 2. Juni 2016

Heute vor 92 Jahren – 2 Juni 1924: Der Indian Citizenship Act

Viele Indianer hatten bereits durch Ehe, Militärdienst, Verträge oder andere Gesetze die Staatsbürgerschaft bekommen. So hatten ab 1888 viele mit Weißen verheiratete Indianerinnen die Staatsbürgerschaft erhalten, ab 1919 konnten sie Veteranen des Ersten Weltkriegs in einem (umständlichen) Verfahren beantragen. Rund ein Drittel der registrierten Indianer, rund 125.000 Menschen also[1], war jedoch durch keinen dieser Wege eingebürgert worden.
Mit dem Gesetz erhielten die Bundesstaaten die Möglichkeit, den Indianern auf ihrem Gebiet das Wahlrecht einzuräumen, jedoch verweigerten ihnen viele Bundesstaaten dieses Recht.
Auch auf Seiten der Indianer gab es Widerstand gegen diesen Versuch, wie es sich in ihren Augen darstellte, die Ureinwohner zu assimilieren und zu individualisieren, statt sie als Angehörige ihrer jeweiligen indianischen Nation anzuerkennen. Bereits 1877 war mit der Ingalls Bill ein erster Versuch unternommen worden, den Indianern auf dem Gebiet der USA die Staatsbürgerschaft einzuräumen, doch fürchteten viele von ihnen, damit ältere Vertragsrechte einzubüßen, sowie die Auflösung der Stämme und den Verlust ihres Landes. So etwa dachten Angehörige der Choctaw und Chickasaw, aber auch der Seminolen und Creek. 1887 bestätigte sich diese Befürchtung, denn mit dem General Allotment Act, auch Dawes Act genannt, wurde das allen Angehörigen des jeweiligen Stammes gehörende Land in Parzellen aufgeteilt, was zudem die Gesamtgröße der Reservate um zwei Drittel reduzierte. Die Aufteilung in Parzellen war hierbei die Voraussetzung, um die Staatsbürgerschaft zu erhalten.[2]
Dennoch kämpften Indianer auch für die Anerkennung ihrer Bürgerrechte, wie etwa 1884 John Elk, der den Staat Nebraskaverklagte. Er forderte, dass die 14. Ergänzung (amendment) der Verfassung, die den aus Afrika verschleppten ehemaligen Sklaven und ihren Nachkommen die Staatsbürgerschaft bereits seit 1868 zuerkannt hatte, auch für Indianer Gültigkeit haben müsse. Der Oberste Gerichtshof entschied jedoch, dass Nebraska im Recht war, als der Bundesstaat dem Indianer die staatsbürgerlichen Rechte verweigert hatte. Die Indianer gehörten nach Meinung des Gerichts ihrer Nation an, nicht der der Vereinigten Staaten. Tatsächlich waren bis dahin die Bürgerrechte nur gewährt worden, wenn die Rechte der jeweiligen Indianernation aufgegeben worden waren, wie etwa im Fall der Ottawa, die 1862 ihr gesamtes Stammesland in Einzelparzellen aufgelöst hatten.[3]
1901 erhielten die Bewohner des Indianer-Territoriums in Oklahoma ungefragt die Staatsbürgerschaft. Von den 19,5 Millionen Acre Stammesland wurden bis 1907 16 Millionen privatisiert, was auf Grund der Ölfunde die Zuwanderung von Nichtindianern so stark förderte, dass 1907 rund 1,3 Millionen Nichtindianer im Gebiet lebten.
Vor allem der Six Nations Grand Council, der Große Rat der sechs Irokesennationen, wehrte sich gegen die gesetzlichen Änderungen von 1919, also die Übertragung der Staatsbürgerschaft auf die einstigen Soldaten des Ersten Weltkriegs, die wohlmeinend beschlossen worden war[4], ohne sie zu fragen. Sie betrachteten die US-Staatsbürgerschaft als bloßes Mittel der Assimilation und sahen das Gesetz als Teil der Politik der Landzuweisung an Individuen, die die USA von 1887 bis 1933 verfolgten. Damit versuchte die Regierung, das Land, das traditionell den Stämmen gehörte, im Sinne der kapitalistischen Eigentumsordnung Einzelbesitzern zuzuweisen. Konsequenterweise erklärten die Irokesen unabhängig von den USA den Achsenmächten den Krieg, unterhalten eigene diplomatische Beziehungen, geben eigene Autoschilder aus und gehen nicht zu den Wahlen.[5]
 [Indian Citizenship Act, Geschichte, Wikipedia]
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siehe auch:

Georgia O’Keefe – Cow's Skull: Red, White, and Blue (1931)

- Psychische Entwicklung – Der Segen von Almosen für Indianer (Post, 12.07.2010)
Ukraine 14 – »Wir sind Menschen des Friedens« (29.07.2014, Videos »Halbblut«)
- In Geiselhaft (Post, 12.09.2014)
- Heute vor 122 Jahren – 29. Dezember 1890: Das Massaker am Wounded Knee
- Jokerman 2, (Post, 05.12.2014)












Heute vor 100 Jahren – 2. Juni 1916: Der Kampf um das Fort Vaux

Plötzlich am frühen Morgen des 1. Juni kurz nach 04.00 Uhr wurde das deutschen Feuer vorverlegt. Raynal forderte Sprerrfeuer an (das aber ausbleiben sollte) und befahl die Besetzung der Verteidigungsposten. Doch die deutschen Angreifer waren bereits am Fort angelangt und sogar schon in kleinen Trupps durch den nördlichen Graben bis auf die Werkoberfläche vorgedrungen. Die Verteidiger an den Infanterieausgängen wurden durch Handgranaten ins Innere der Hohlgänge zurückgetrieben. Einige französische Trupps verteidigen sich z.B. an einem Grabenstück nahe der östlichen Grabenwehr. Verbissen leistet man dort Widerstand, bald gegen alle Seiten, solange, bis die Verteidiger gefallen oder verwundet waren. Die östliche und die nördliche doppelte Grabenwehr wurden nun von den deutschen Angreifern attackiert. Erbittert und verbissen wurde um den Hilfseingang an der östlichen Grabenwehr gekämpft, die permanent mit Handgranaten angegriffen wurde. Die Verteidiger mussten die Grabenwehr räumen und sich in den Hohlgang zurückziehen.

Raynal wußte das die in jedem Fall Hohlgänge gesichert werden mußten. Barrikaden waren vorsorglich aufgestellt worden. Die Barrikade wurde verstärkt und die Artilleriebeobachtungsglocke besetzt.

Die Verteidigung der nördlichen doppelten Grabenwehr wurde von zwei Offizieren geleitet. Man war in der Lage, die Fortgräben zu bestreichen, konnte aber nichts gegen die deutschen Angreifer tun, die auf dem Dach saßen und dort versuchten, die Scharten zu bekämpfen. Überrascht wurden die Franzosen von dem Einsatz der Brandröhren, der jedoch keinen entscheidenden Durchbruch brachte. Die Franzosen bemerkten Säcke, die mit Handgranaten gefüllt vor die Scharten herunter gelassen wurden und dort explodierten. Dadurch wurden die Geschütze außer Gefecht gesetzt und die Verteidiger schwer erschüttert. Dann plötzlich außer Gefecht gesetzt und die Verteidiger schwer erschüttert. Dann plötzlich bemerken die deutschen Angreifer ein abgedecktes Loch in der Decke der Grabenwehr, das wahrscheinlich von einem 42-cm-Geschoß stammte, und warfen sofort Handgranaten hinunter. Die Grabenwehr war nun nicht mehr zu halten und so zogen sich die Verteidiger über die Treppe in den westlich Hohlgang zurück, wo sie eine Sperre errichten.

Gegen Nachmittag mussten die Franzosen einen Angriff gegen die Sperre im westlichen Hohlgang zurückschlagen, wobei die deutschen Angreifer in direkter Nähe eine Brustwehr errichten. Es kam zu verbalen Auseinandersetzungen, die mit Handgranatenduellen unterstützt werden. Das Fort war scheinbar abgeschnitten und Raynal entschloss sich, die ersten Brieftaube abzuschicken. Da man noch nicht die Probleme mit der Zisterne erkannt hatte, wurden nachts noch 1 Liter Wasser pro Mann ausgegeben, welches aber fast ungenießbar war. Es musste gefiltert werden. Der 3. Juni war bezüglich der Kampfhandlungen im Fort recht zurückhaltend, außer einigen Feuergefechten und Handgranatenduellen. Raynal versuchte, die Barrikaden in den Gängen verstärken zu lassen. Um Sandsäcke zu füllen, riss man den Gang an der westlich Casemate Bourges auf. Der Wasserstand in den Zisternen nahm rapide ab, so dass man nur noch 75 ml Wasser pro Mann ausgeben konnte.

Raynal entschloss sich, die zweite Brieftaube zu entsenden. Ein Angriff auf die östliche Sperre wurde abgewiesen . Die nervliche Belastung der Verteidiger war enorm und an Schlaf und Ruhe war nicht zu denken.

4.Juni. Der Einsatz von Flammenwerfern in beiden Hohlgängen bringt zwar keinen Durchbrüche, aber die Räume und Gänge sind voller Qualm. Handlüfter bringen keine Erleichterung. Der Durst wird dadurch noch schlimmer. Der Qualm verzieht sich langsam und es folgen kleinere Gefechte in und auf dem Fort. Gegen Abend bei der Wasserverteilung bemerkte man das kaum noch Wasser in der Zisterne vorhanden ist. Man meldet dies Raynal. Damit mußte die Wasserverteilung entfallen.

Raynal behält die Information für sich und weiß um die Moralische Brisanz. Er schickt zwei weitere Brieftauben und auch zwei Soldaten zum Fort Souville, deren Chancen gegen Null stehen, ....ein Todeskommando, doch sie kommen durch. Raynal muß handeln und befiehlt das alle entbehrlichen Soldaten sollen aus dem Fort müssen und sich zu den eigenen Linien durchschlagen sollen. Das schwere M.G.- und Artilleriefeuer fordert viele Verluste, nur wenige kommen durch, einige schaffen es zurück ins Fort.
5.Juni. Um 05.00 Uhr erfolgten weitere Angriffe der deutschen mit Brandröhren und geballten Ladungen gegen die westliche Casemate Bourges. Vom Hof erfolgt ein Angriff der deutschen gegen die Kehlgrabenwehr, der auch abgeschlagen wird. Die Barrikaden an der Wallstraße sowie die Steinsperre bleiben verloren. Gegen Mittag fällt die Latrine in deutsche Hand. Weiterer Angriff mit Flammenwerfern auf die westliche Casemate Bourges. Der Druck auf die Franzosen im Fort wächst weiter. Keiner ißt mehr was in der Atmosphäre von Fäkal Gestank, Verwesungsgeruch, Ausdünstungen, Gasen, Hitze und unbeschreiblichem Durst.

In der Nacht versuchen die Soldaten aus dem Fort sich zu den eigenen Linien durchzuschlagen um die Besatzung zu verringern. Die Aussichten für einen Entsatz- Angriff schwinden von Stunde zu Stunde.

6.Juni. Der französische Entsatz- Angriff scheitert auf ganzer Linie im gut liegend deutschen Abwehrfeuer. Im Fort hatte man von dem Angriff fast gar nichts bemerkt. Erneuter Angriff der deutschen auf die westliche Casemate Bourges. Es erfolgt zwar eine Sprengung, dennoch müssen sich die deutschen zurückziehen.Raynal meldet per Blinkstation das scheitern des Entsatz- Angriffs nach Fort Souville.

Die Kräfte der Besatzung sinken rapide, der Durst wird zur unerträgliche Qual. Einige Soldaten sind der Verzweiflung Nahe. Raynal hält in der Nacht eine Besprechung ab. Man entschließt sich bis zum Morgen abzuwarten. Eine Blinkantwort von Souville berichtet darüber das Raynal zum Ritter der Ehrenlegion ernannt worden ist, doch man kann die Nachricht im Fort Vaux nicht mehr empfangen.

7.Juni. Gegen 01.00 Uhr hört das französische Artilleriefeuer ab. Etwas später beauftragt Raynal den SLt. Fargues mit den Deutschen Kontakt aufzunehmen. In der westlichen Casemate Bourges versucht er mehrfach mit den deutschen Kontakt aufzunehmen, aber vergeblich. Nach 04.30 Uhr versucht es schließlich Adj. Benazet im westlich Hohlgang indem er eine weiße Fahne durch die Barrikade steckt. Das wird bemerkt und auf deutscher Seite wird man Aktiv. Man nimmt den Brief von Raynal der schließlich bei Hptm. Gillhausen landet.

Lt. Müller und zwei Unteroffiziere folgen dem französischen SLt. Roy, der sie erwartet. Im Hauptgefechtsgang steht ein Teil der Besatzung in Ehrenspalier. Raynal und Müller stellen sich vor und man wickelt die Übergabe ab. Raynal ist mit den Bedingungen einverstanden, so bleibt er bis zum Schluß und verläßt das Fort als letzter. Um 10.00 Uhr ist es soweit und Raynal tritt den Weg in die Gefangenschaft an. Er wird zuerst zum Kommandeur der 50. Inf.- Div. gebracht und später zum Kronprinzen. Auf französischer Seite erfährt man vom Fall des Forts erst durch den deutschen Heeresbericht.

mehr:
- Fort de Vaux. (Dillon) – 349 Über dem Meeresspiegel. Nordöstlich von Verdun. (douaumont.net)

FORT DE VAUX 1 [1:40]

Hochgeladen am 23.02.2008
Second documentaire de 28 minutes du magazine DVD "histoires du XXe Siècle" le premier magazine en video valorisant la mémoire combattante.

Après la chute du fort de Douaumont, en mars 1916, le fort de Vaux devient un enjeu majeur de la bataille de Verdun. Sa position géographique et son dispositif militaire en font un objectif stratégique de première importance. Au prix d'intenses combats, le fort résistera trois mois durant aux attaques massives des adversaires allemands.

Découvrez l'histoire d'un fort emblématique sur le périmètre de défense du front de Verdun. Mais plus encore, partagez dans ce film l'âpreté des combats et la dureté du quotidien de tous ces soldats…

Die Hölle von Verdun 1916 [43:03]

Veröffentlicht am 25.09.2012
Die Hölle von Verdun 1916

Der Name der französischen Festungsstadt Verdun wurde 1916 zum Menetekel für das Massensterben auf den Schlachtfeldern des 20. Jahrhunderts. Die hohen Militärs sprachen von einer "Blutpumpe", die Frontsoldaten nannten es die "Hölle von Verdun". Mehr als 700 000 Soldaten starben, wurden verwundet oder blieben vermisst, ohne dass sich der Frontverlauf wesentlich änderte.
Ein junger französischer Offizier hatte Glück im Unglück. Zwei Wochen nach Beginn der Kämpfe um Verdun wurde seine Einheit aufgerieben, doch er selbst war nur verwundet und geriet in deutsche Gefangenschaft. Sein Name: Charles de Gaulle. Der Mann, der 1944 als Sieger über die deutschen Besatzer durch Paris schritt, war knapp drei Jahrzehnte zuvor als Kriegsgefangener nach Deutschland gebracht worden. Mehrmals versuchte er auszubrechen. Das Bild, das sich De Gaulle von den Deutschen machte, erfuhr im Ersten Weltkrieg seine erste Prägung.

1 Weltkrieg - Alptraum Verdun - Reportage über den Alptraum Verdun [41.36]

Veröffentlicht am 17.05.2013
"In Verdun hat es nie aufgehört. Es gab jeden Tag Kämpfe, jeden Tag", erinnert sich der 106 Jahre alte französische Veteran Marcel Savonet. 
Verdun, dieser Name ist noch heute der Inbegriff für das Grauen des Ersten Weltkriegs. Die bittere Bilanz der Kämpfe, die sich über mehr als ein halbes Jahr hinziehen: 750.000 Tote und Verwundete, junge Soldaten, die von ihren Generälen in die erste Materialschlacht der Geschichte geschickt werden.
Als General Erich von Falkenhayn am 21. Februar 1916 den Festungsgürtel von Verdun in Lothringen mit 550.000 Soldaten und 1225 Geschützen angreift, will er den Gegner, die französische Armee, "ausbluten".
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Der Buddhismus gehört zu Deutschland – Tenzin Gyatso als moralische Orientierung für eine verwirrte Willkommenskultur

Die Verbreitung des Buddhismus in Deutschland lässt sich auch auf Schopenhauers Wirken zurückführen. Er sah in dieser Religion einen Gegenentwurf zur abendländischen Metaphysik und deutete deren Erkenntnisstreben als Mittel, die geistige Isolierung des Individuums zu durchbrechen. Schopenhauer fand zahlreiche Verbindungen zwischen seiner eigenen Philosophie und der buddhistischen Lehre, etwa den Atheismus. Die Indien-Begeisterung vieler damaliger Intellektueller wie auch die ersten Übersetzungen asiatischer Texte wurden durch seine Schriften angeregt.

Psychologie 

Auch die Psychoanalyse Sigmund Freuds setzt unmittelbar bei Schopenhauers Lehre vom Willen und seiner Negierung an, indem sie die Schäden untersucht, die durch (willentliche oder unfreiwillige) Triebunterdrückung entstehen. Freuds Ansatz kann als Versuch der Re-Rationalisierung des menschlichen Lebens eingeordnet werden, da er eine Methode zur Analyse des schopenhauerschen Begriffs des Willens erarbeitet, mit dem Ziel, diesen kontrollierbar zu machen. „Wo ES war, soll ICH werden.“
Zudem knüpfte Carl Gustav Jung, Hauptvertreter der Analytischen Psychologie, mit seinem Konzept des kollektiven Unbewussten an Schopenhauer an.
Der Begründer der Individualpsychologie Alfred Adler deutete den schopenhauerschen Ansatz der Leidensüberwindung als fundamental positiven Aspekt in der menschlichen Entwicklung auf dem Weg von seiner Unmündigkeit bei der Geburt zur individuellen Vollkommenheit. Der bei Schopenhauer auf einen Weltwillen zielende Entwurf wird als schöpferisches Element in jedem Lebewesen interpretiert.[34] Adler sieht Schopenhauers Ansatz zur Verneinung des Lebens vorbereitet in einer feindlichen Beziehung zur Mutter.[35] [Arthur Schopenhauer, Philosphie und Religion, Psychologie, Wikipedia]
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Der 14. Dalai Lama findet zur Flüchtlingskrise unerwartete Worte: Es seien so viele Menschen geflohen, dass es in der Praxis schwierig werde. Deutschland könne kein arabisches Land werden.
mehr:
- Der Dalai Lama im Interview: „Flüchtlinge sollten nur vorübergehend aufgenommen werden“ (Till Fähnders im Interview mit dem Dalai Lama, FAZ, 31.05.2016)
Wenn wir in das Gesicht jedes einzelnen Flüchtlings schauen, besonders bei den Kindern und Frauen, spüren wir ihr Leid. Ein Mensch, dem es etwas besser geht, hat die Verantwortung, ihnen zu helfen. Andererseits sind es mittlerweile zu viele. Europa, zum Beispiel Deutschland, kann kein arabisches Land werden. Deutschland ist Deutschland. (lacht) Es sind so viele, dass es in der Praxis schwierig ist. Auch moralisch gesehen finde ich, dass diese Flüchtlinge nur vorübergehend aufgenommen werden sollten. Das Ziel sollte sein, dass sie zurückkehren und beim Wiederaufbau ihrer eigenen Länder mithelfen. […]
Es gibt solche Geschichten in Buddhas eigener Historie. Um 499 Händlern das Leben zu retten, tötete er einen Händler. Er kalkulierte: Die Sünde, eine Person getötet zu haben, kann ich aushalten. Wenn ich es nicht tue, dann wird er 499 töten. Erstens werden so 499 Menschen sterben, zweitens wird er die Sünde tragen, 499 Menschen getötet zu haben. Also entschloss Buddha sich, die Person zu töten. Es sieht aus wie Gewalt. Aber die Motivation ist Mitgefühl. Diese Unterscheidung machen wir also. Theoretisch können wir das zwar erklären, praktisch ist es aber besser, jede Gewalt zu vermeiden. Das ist sicherer. Wie mein Freund George W. Bush: Seine Motivation war sehr aufrichtig. Er wollte Demokratie in den Irak bringen. Eine Person eliminieren. Er benutzte Gewalt. Die Folgen waren negativ. Gewalt ist unberechenbar. Deshalb besser keine Gewalt.
Dalai Lama - Dokumentarfilm bei ARTE [43:59]

Veröffentlicht am 13.07.2015
Dalai Lama: Une vie après l'autre (deutsche Version)- Dokumentarfilm bei ARTE, 2008.

Himalayas Schattenseite [Doku deutsch] [51:41]  

Veröffentlicht am 07.08.2015
Tibet-China Konflikt.
Chinesische Propaganda, wie Geschichte manipuliert wird.
Ende des 19 Jahrhunderts schaffte es Tibet, sich unter der politischen und geistlichen Führung des DALAI LAMA vom chinesischen Einfluß zu befreien und kapselte sich von der Außenwelt ab. Die Briten sicherten durch die Kontrolle des Himalayas von Indien aus die freiwillige Isolation Tibets.

Im Jahre 1914 beschlossen Indien, Großbritannien und Rußland die Unabhängigkeit Tibets. China erkannte dies nie an.
Ende Oktober 1950 drangen chinesische Soldaten in Tibet ein. Die nur 10.000 Mann starke tibetische Armee konnte die mit neuesten Waffen ausgerüstete chinesische Armee nicht aufhalten.
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Rupert Neudeck: Ein wandelndes Paradoxon ist tot

Nachruf Rupert Neudeck war engagierter Helfer und Pragmatiker zugleich. Und er entdeckte die Notwendigkeit, sich für Flüchtende zu engagieren, schon vor Jahrzehnten

Wer als Journalist bei Rupert Neudeck anrief, musste verdammt schnell sein. Im Kopf und beim Mitschreiben. Was dieser kleine, alte, unfassbar dynamische Mann in wenigen Momenten an Formeln, Forderungen und weitreichenden Ideen produzierte, überstieg das Fassungsvermögen beinahe jedes Textes. Ein Feuerwerk von Empathie, Intelligenz und Sprachwitz. Man ertappte sich schnell bei dem Gefühl von Bewunderung und auch Neid für die reichen Gaben, mit denen der Gründer der „Cap Anamur“ gesegnet war: ein Organisator, ein Barmherziger, ein glänzender Rhetor, ein guter und kluger Schreiber, ein Mutiger, ein Fundraiser (fast 60 Millionen Euro für Vertriebene vom Balkan) – und einer, der bei aller Hilfsbereitschaft, erstaunlich deutlich Forderungen formulieren konnte.

Nein, sagte er beispielsweise kürzlich, unbegleitete minderjährige Flüchtlinge brauchen nicht zwingend den Nachzug der Familie aus Kabul oder Kandahar. Ja, meinte er, man sollte Asylbewerbern einen Zettel in die Hand drücken, auf dem steht: „Dieses Geschenk, dass man erst mal ohne Bezahlung eine Unterkunft, einen Schlafplatz und eine Vollversorgung plus Taschengeld bekommt, muss durch eigene Anstrengungen im Asylheim beantwortet werden.“ Hilf Dir selbst – nur wenige können das so unverblümt fordern, wie Rupert Neudeck es tat.

Neudeck hat Flüchtende aus dem Wasser gezogen, ihnen ein Dach über den Kopf gegeben und messerscharf die politischen Ursachen für ihre verzweifelte Lage analysiert, lange bevor die meisten Deutschen vergangenes Jahr bemerkten, dass sich etwas verändert. Bereits 1979, gründete er – statt Redakteur des Deutschlandfunks zu werden – die Aktion „Ein Schiff für Vietnam“ um sich mit linken Aktivisten für die vietnamesische Zivilbevölkerung zu engagieren.

mehr:
- Ein wandelndes Paradoxon (Christian Füller, der Freitag, 01.06.2016)

Rupert Neudeck - West Art - RADIKAL LEBEN [8:30]

Veröffentlicht am 19.04.2014
West Art 14 04 15 22 30 wdr 
Rupert Neudeck

Sein Lebensthema: Radikalität. Sein Lebenswerk: Komitee Cap Anamur / Deutsche Notärzte e.V., Grünhelme e.V. Seine Helden: Menschen, die im Widerstand gegen Missstände ihr Leben riskieren. Seine Botschaft: Die Tugend des Widerstands darf nie verschwinden. Mit dieser brisanten Streitschrift im Sinne eines Stéphane Hessel macht der Journalist und Theologe Rupert Neudeck eindringlich deutlich, wie aktuell und überlebensnotwendig gelebter Widerstand, radikales Umdenken und mutiges Eingreifen sind -- für die Gesellschaft und für jeden Einzelnen. Schluss mit Folter, Diskriminierung und Verschwendung.

Rupert Neudeck - Radikal leben
Gebundenes Buch mit Schutzumschlag,
160 Seiten, 12,5 x 20,0 cm
ISBN: 978-3-579-07070-4
€ 14,99

[Doku 2016] Rupert Neudeck - Radikal menschlich [HD] [44:30]

Veröffentlicht am 17.01.2016
Rupert Neudeck, der Gründer von Cap Anamur, hat in 35 Jahren zahlreichen Menschen das Leben gerettet. Nach einem lebenslangen Kampf gegen das Unrecht muss er sein humanitäres Engagement nun nach und nach anderen Helfern überlassen - und das Loslassen lernen. Der Film porträtiert nicht nur die Lebensleistung Neudecks und seiner Frau Christel.Erzählt wird auch von einem krummen Weg, den eine Person gehen muss, um sich und seine Berufung als Menschenretter zu finden.
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