Mittwoch, 31. Januar 2018

Verwirrung in den Köpfen – Demokratiegefährdung durch staatliche Überwachung oder durch Verschwörungstheorien?

Macron, Kim Jong-un und die Freimaurer: Ein plumpes Buch voller scheinlogischer Argumente steht auf der "Spiegel"-Bestsellerliste. Es ist ein Symptom für eine tief liegende gesellschaftliche Krise. 

Was haben der französische Präsident Emmanuel Macron, der nordkoreanische Diktator Kim Jong-un und Stephen Paddock, der Todesschütze von Las Vegas, gemeinsam? Sie sind alle entweder selbst Freimaurer oder werden von den Freimaurern als Marionetten missbraucht. Wussten Sie nicht? Kein Wunder, es wurde ja auch von den "Mainstream-Medien" verheimlicht. Dabei sind die Zeichen mehr als deutlich: Macron feierte seinen Präsidentschaftssieg im Innenhof des Pariser Louvre. Dieser Hof wird optisch von der Glaspyramide des Architekten Ieoh Ming Pei bestimmt. Und Pei hat selbst in einer Broschüre geschrieben, die Pyramide bestehe aus 666 Glassteinen. In Auftrag gegeben wurde die architektonische Neugestaltung des Louvre-Hofs seinerzeit von Macrons Vorgänger François Mitterrand. Der war angeblich Freimaurer. Und die Zahl 666 wird bekanntlich mit dem Teufel assoziiert.

All das wurde deutschen Lesern genauso verheimlicht wie die rot-schwarzen Masken, die einige Tänzerinnen bei einer Showeinlage während der Siegesfeier in Händen hielten. "Rot und Schwarz kann man als Farben des (Fege-)Feuers ansehen und damit als Farben des Satans." Und: "Mit anderen Worten handelte es sich bei Macrons Siegesfeier um eine Freimaurer- und Satanistenparty vom Allerfeinsten - und beim Innenhof des Louvre um ein freimaurerisches Heiligtum von allerhöchster Qualität und Bedeutung."

mehr:
- Verschwörungstheorien bedrohen die Demokratie (Alex Rühle, Süddeutsche Zeitung, 28.01.2018)

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Dieses Bildelement der Ein-Dollar-Note zeigt eine unvollständige Pyramide, über der das Auge der Vorsehung und der lateinische Schriftzug Annuit coeptis prangt. Unterhalb befindet sich der Schriftzug Novus ordo seclorum – für viele Verschwörungstheoretiker ein wichtiger Beweis einer globalen Verschwörungdes Illuminatenordens oder der Freimaurer.
Als Verschwörungstheorie bezeichnet man im weitesten Sinne den Versuch, ein Ereignis, einen Zustand oder eine Entwicklung durch eine Verschwörung zu erklären, also durch das zielgerichtete, konspirative Wirken von Personen zu einem meist illegalen oder illegitimenZweck.
Prinzipiell unterschieden werden Verschwörungshypothesen, die rationale und überprüfbare Aussagen über angenommene Verschwörungen machen, und Verschwörungsideologien, die ihre stereotypen und monokausalen Vorstellungen über Verschwörungen gegen kritische Revision immunisieren. In diesem Sinne wird der Begriff Verschwörungstheorie zumeist kritisch oder abwertend verwendet.
Verschwörungstheorien hat es wahrscheinlich immer gegeben. Nach Vorläufern in Antike und Mittelalter tauchen sie gehäuft in der Zeit der Französischen Revolution auf. Seit dem Jahr 1798 ist die Verschwörungstheorie verbreitet, diese und zahlreiche andere als Übelstand eingeschätzte Phänomene wären das Werk des 1785 verbotenen bayrischen Illuminatenordens. Ähnliche Vorwürfe werden seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts den Juden gemacht. Diese antisemitischen Verschwörungstheorien trugen zum Holocaustbei. Antisemitische und andere Verschwörungstheorien sind heute noch in der islamischenWelt weit verbreitet. Verschwörungstheorien waren ein wichtiger Bestandteil der Herrschaftslegitimation des Stalinismus. Diese Beispiele zeigen, wie Verschwörungstheorien zur Konstruktion von Feindbildern und damit zur Legitimation von Gewalt benutzt werden können. Seit dem Zweiten Weltkrieg werden sie insbesondere in den Vereinigten Staatengegen die Regierung gerichtet. Beispiele hierfür sind das Attentat auf John F. Kennedy oder Verschwörungstheorien zum 11. September 2001. Das Auftreten des Internets hat die Verbreitung von Verschwörungstheorien sehr begünstigt. In diesem Kontext verbreiten sich Fehlinformationen und Verschwörungstheorien zu aktuellen naturwissenschaftlichen Forschungsergebnissen wie etwa dem Klimawandel und Impfungen schnell und unkontrolliert und können somit auch Politikpräferenzen beeinflussen.
Die Frage nach den Konjunkturen der Verschwörungstheorien, das heißt, wieso es zu verschiedenen Zeiten und in verschiedenen Ländern mal mehr, mal weniger davon gab, wird in der Forschung unterschiedlich beantwortet. So gelten sie etwa als ein Krisensymptom, als ein Residuum mythischen, unaufgeklärten Denkens oder im Gegenteil als Begleitphänomen der AufklärungPsychologisch lassen sich Verschwörungstheorien als krankhafte Paranoia deuten, wenngleich die Mehrzahl der Forscher den Anhängern von Verschwörungstheorien keine Geisteskrankheit unterstellt. Häufiger sind Deutungen als Projektionen und als Mittel, in überfordernden Situationen durch Reduktion von Komplexität den Glauben an die Durchschaubarkeit der Realität und die Selbstwirksamkeit des Subjekts aufrechtzuerhalten. Die Neigung, an Verschwörungstheorien zu glauben, scheint nach mehreren Untersuchungen ein Persönlichkeitsmerkmal zu sein: Für Menschen, die an eine Verschwörungstheorie glauben, besteht eine signifikant höhere Wahrscheinlichkeit, auch an weitere zu glauben. Aus wissenssoziologischer Perspektive werden Verschwörungstheorien als Form heterodoxen Wissens dargestellt, das durch die Beschreibung als solche marginalisiert werde. In der postmodernen Literatur und in Unterhaltungsromanen sind Verschwörungstheorien ein beliebtes Sujet. [Verschwörungstheorie, Wikipedia, abgerufen am 31.01.2018]
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Die Online-Durchsuchung, im Fachterminus Quellen-Telekommunikationsüberwachung, stellt den verdeckten kriminalpolizeilichen Zugriff auf fremde informationstechnische Systeme über Kommunikationsnetze dar und umfasst sowohl den einmaligen Zugriff (Online-Durchsicht) als auch die sich über einen längeren Zeitraum erstreckende Online-Überwachung. Sie soll in Fällen schwerer Kriminalität sowie nach richterlichem Beschluss im Rahmen der Strafverfolgung, zur Gefahrenabwehr oder auch zur nachrichtendienstlichen Informationsbeschaffung eingesetzt werden und unterscheidet sich von sonstiger Telekommunikationsüberwachung darin, dass nicht der Datentransfer an sich angezapft wird, sondern die laufende Kommunikation der Zielpersonen direkt am Endgerät (Computer, Mobiltelefon etc.) mittels Spionagesoftware überwacht wird. Hierdurch soll insbesondere ermöglicht werden, etwaige Verschlüsselung des Datentransfers zu umgehen.[1][2][3] [Online-Durchsuchung, Wikipedia, abgerufen am 31.01.2018]
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Regelmäßig wurde auf den möglichen Einsatz von staatlicher Schadsoftware, eine Art Trojanisches Pferd, verwiesen. Umgangssprachlich werden für diese Software deshalb auch die Begriffe „Polizeitrojaner“,[4] „staatlicher Trojaner“,[5] „Staatstrojaner“ und der in Deutschland am weitesten verbreitete Begriff „Bundestrojaner“ verwendet. In der Sicherheitsbranche werden solche Arten von (Schad)Software auch als Govware (von englisch government ‚Regierung‘ bzw. to govern ‚lenken‘, ‚steuern‘, ‚beeinflussen‘) bezeichnet.
Offiziell wird die Software als Remote Forensic Software (Fernforensische Software) (RFS) bezeichnet.[6] Nach Angaben von Beamten des Bundeskriminalamtes soll es sich dabei um einen spezifischen Keylogger handeln. Dieser soll entweder voll elektronisch oder aber von Observanten persönlich in der Wohnung direkt am Rechner des Tatverdächtigen[7] installiert werden. Es gibt jedoch bisher keine Rechtsgrundlage für das Betreten der Wohnung, weswegen diese Möglichkeit aktuell nicht zum Einsatz kommen kann.[8]
Unabhängig von der verwendeten Technik wurde angezweifelt, ob insbesondere gezielte[9] Online-Durchsuchungen bei Einsatz üblicher Kommunikationstechnik wie RouterFirewall und Anti-Virus-Scanner überhaupt erfolgversprechend sein können.[10][11]Experten waren jedoch der Meinung, dass die bereits im Einsatz befindlichen Abhörschnittstellen, die zur Durchführung von Telekommunikations-Überwachungsverordnungs-Maßnahmen bei jedem Internet-Provider in Deutschland installiert sein müssen, ohne größere Probleme zur Einschleusung von Trojanern während eines beliebigen ungesicherten Software-Downloadsumprogrammiert werden könnten – ein klassischer Man-in-the-middle-Angriff, gegen den auch die beste Firewall machtlos ist.[12] Um eine derartige Attacke auszuschließen, müsste man sich bei Programmdownloads auf signierte Dateien beschränken. Viele freie Betriebssysteme tun dies mit dem GNU Privacy Guard ohnehin. Allerdings signieren nur sehr wenige Anbieter von Windows-Software ihre Downloads. Außerdem benötigt man eine garantiert echte Version des jeweiligen öffentlichen Schlüssels. Antivirenprogrammhersteller wie Avira und Kaspersky Lab schlossen eine Kooperation mit dem BKA bereits aus.[13]
Virenschutzprogramme bieten nur bedingte Sicherheiten durch Erkennung von typischen Verhaltensweisen und bereits bekannten Programmmustern über generische und heuristische Verfahren, da staatliche Trojaner sich atypisch verbreiten und den Herstellern erst bekannt sein müssen, um sie in ihren Virenschutzprogramme durch aktuelle Virensignaturen zuverlässig erkennen zu lassen.[14]Erschwerend kommt nur hinzu, dass Trojaner oder Ausspähprogramme auf die Zusammenarbeit des Betriebssystems angewiesen sind (und speziell auf dieses zugeschnitten sein müssen).  [Online-Durchsuchung, Technische Möglichkeiten, Wikipedia, abgerufen am 31.01.2018]
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Der Staatstrojaner ist im Einsatz: Jedwede Kommunikation steht jetzt unter der Kuratel des Staates, jedwede Intimität in Computern ist von Ermittlern einsehbar. Schranken, die es beim Lauschangriff noch gab, gibt es nicht mehr. Warum lassen sich das die Bürger gefallen? 

Die digitale Inquisition hat begonnen; der Staat führt sie durch. Das Bundeskriminalamt installiert Staatstrojaner in privaten Computern, Laptops und iPhones. Es tut dies auf gesetzlicher Grundlage; aber dieses Gesetz ist bedenklich: Es ist, nach einem hastigen Gesetzgebungsverfahren, am 24. August 2017 in Kraft getreten. Das Gesetz erlaubt den Sicherheitsbehörden, die Infiltration und Überwachung von IT-Systemen aller Art, es erlaubt das Überwinden aller vorhandenen Sicherheitsvorkehrungen zum Schutz von Handys, Tablets und Laptops mittels einer Spionage-Software, um jedwede Kommunikation an der Quelle überwachen zu können. Diese Software ist nun nicht mehr nur einsatzbereit; sie wird nun eingesetzt, heimlich natürlich. 

Die Ermittler, die das Wort "Staatstrojaner" nicht mögen, reden harmlos von "Quellen-TKÜ", von der Überwachung der Telekommunikation an der Quelle also. Aber es ist dies ganz und gar nicht harmlos. Die neue Form der Überwachung ist ein neuer Höhepunkt der Nine-Eleven-Politik. Seit dem 11. September 2001 ist die Politik der westlichen Welt, auch die der Bundesrepublik, dabei, ihre Rechtsstaaten in Präventions- und Sicherheitsstaaten umzubauen. Der Präventions- und Sicherheitsstaat zehrt von den Garantien des alten Rechtsstaats; der Präventions- und Sicherheitsstaat entsteht, indem er diese Garantien verbraucht. 


"An der Quelle saß der Knabe" - so beginnt ein berühmtes Gedicht von Schiller. Dort sitzt jetzt nicht mehr der Knabe, sondern das Bundeskriminalamt. Fredrik Roggan, er ist Professor für Strafrecht an der Fachhochschule der Polizei des Landes Brandenburg, beschreibt die neue Inquisition so: "Der Zugriff erfolgt heimlich und kann nicht nur einmalig und punktuell stattfinden, sondern sich auch über einen längeren Zeitraum erstrecken. Nicht nur neu hinzukommende Kommunikationsinhalte, sondern sämtliche auf einem informationstechnischen System gespeicherten, gegebenenfalls viele Jahre alte Inhalte sowie das gesamte Nutzungsverhalten können überwacht werden" - inklusive tagebuchartige Aufzeichnungen, inklusive Film- und Tondokumente. So hat es der Jurist in einem akribischen Aufsatz in der Fachzeitschrift "Strafverteidiger" (im Dezemberheft 2017) analysiert.

mehr:
- Staatstrojaner – Die digitale Inquisition hat begonnen (Heribert Prantl, Süddeutsche Zeitung, 27.01.2018)

Sonntag, 28. Januar 2018

Seit Jahresanfang in Kraft: Das Netzwerkdurchsetzungsgesetz – Knieschuß mit Ansage oder Die Diktatur der Humanität

Selten ist in Deutschland ein dämlicheres Gesetz in Kraft getreten als das NetzDG: juristisch schlampig, technisch uninformiert und wahlkämpferisch schnellgeschossen. Gegen Hass im Netz hilft es auch nicht - im Gegenteil.
Die Satirezeitschrift "Titanic" twitterte am frühen Nachmittag des 2. Januar 2018: "Weshalb verwendet eigentlich die deutsche Polizei arabische Zahlen? Ich wehl doch nicht 110, wen die Barbarenhorden mich vergewaltigen wollen! (bvs)"



Screenshot aus dem SPON-Artikel

Das Kürzel "bvs" steht für Beatrix von Storch, aber natürlich handelt es sich nicht um die AfD-Politikerin, sondern um eine Satireaktion. Kurze Zeit später ließ sich der Tweet in Deutschland nicht mehr aufrufen. Stattdessen konnte man lesen: "Dieser Tweet von @titanic wurde aufgrund der Gesetze vor Ort zurückgezogen in Deutschland. Mehr erfahren".

Ein börsennotiertes Unternehmen mit einem Jahresumsatz von mehr als zwei Milliarden Dollar lässt seine juristischen Texte offenbar von einem Staubsaugerroboter übersetzen, auch interessant, aber darum geht es nicht primär. Der Klick auf den zweiten Halbsatz offenbart, "dass Twitter Inhalte aufgrund von örtlichen Gesetzen zurückgezogen hat, und zwar als Reaktion auf eine Meldung durch unsere Support-Benachrichtigungskanäle." Ab hier gabelt sich die Rückverfolgung des Falls auf, weil Twitter in Deutschland zwar ein Sales-Team unterhält - aber faktisch keine Ansprechpartner für die Presse. Unter "Meldung" versteht Twitter fünferlei verschiedene Reaktionen irgendeines Nutzers auf einen Tweet:

• "I'm not interested in this tweet" - "Ich bin an diesem Tweet nicht interessiert",

• "It's spam" - "Es ist Spam",

• "It displays a sensitive image" - "Es zeigt ein problematisches Bild",

• "It's abusive or harmful" - "Es ist missbräuchlich oder verletzend",

• "Covered by Netzwerkdurchsetzungsgesetz" - "Fällt unter das Netzwerkdurchsetzungsgesetz".

Der letzte Punkt steht da wirklich in gloriosem Amtsdenglisch und dürfte instantan jede Hoffnung zerstören, dass seitens Twitter irgendein auch nur durchschnittlich intelligenter Schritt zur Bekämpfung von Hate Speech unternommen wird. Der einzige Pluspunkt: Der Meldetext liest sich so bekloppt wie das betreffende Gesetz auch ist.

mehr:
- Debakel um Hassrede-Gesetz: Die stumpfe Pracht des NetzDG (03.01.2018)

Norbert Bolz: Das NetzDG und die Lüge {4:28}

Am 07.02.2018 veröffentlicht 
Achgut.Pogo
Seit einigen Wochen ist das Netzwerkdurchsetzungsgesetz in Kraft und kaum jemand protestiert noch. Namhafte Verfassungsrechtler, sogar ein UN-Vertreter, beklagten noch vor Verabschiedung des Gesetzes dessen Verfassungswidrigkeit und Missachtung von Grundrechten. Es wurde trotzdem noch vom vorigen Bundestag am Ende der allerletzten Sitzung beschlossen. Dass die beteiligten Politiker dieses Thema nicht mögen, ist kaum verwunderlich. Aber wäre es nicht Aufgabe der Presse, sich des Umstandes anzunehmen, dass womöglich aufgrund eines verfassungswidrigen Gesetzes fortgesetzt in Grundrechte eingegriffen wird? Warum hört man von den Journalisten so wenig, die doch eigentlich die ersten sein müssten, die aufschreien, wenn es auch nur nach Zensur riecht. Der Medienwissenschaftler Professor Norbert Bolz hat sich mit einem Zwischenruf zu Wort gemeldet. In wenigen Tagen folgt, unter anderem mit ihm, ein ausführlicherer Achgut-Pogo-Beitrag zum Thema.

siehe auch:
- DEBATTE UM VON-STORCH-TWEET: So funktioniert das NetzDG (FAZ, 02.01.2018)
- Netzwerkdurchsetzungsgesetz: Beginnt jetzt das große Löschen? (Jannis Brühl, Simon Hurtz, Hakan Tanriverdi, Süddeutsche Zeitung, 01.01.2018)
- Netzpolitik.org-Artikel zum Thema

Im Zweifel für den Zweifel: Three Billboards Outside Ebbing, Missouri

Kino Martin McDonaghs „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“ ist ein seltsamer, bodenloser Film

Am Ende ist sich keiner mehr sicher. Da sitzen die Hauptfigur Mildred Hayes (Frances McDormand) und der allmählich zur zweiten Hauptfigur gewordene gefeuerte Polizist Jason Dixon (Sam Rockwell) im Auto und bestätigen sich das: Beide sind sie sich nicht sicher, ob das, was sie da gemeinsam vorhaben, eine gute oder richtige oder schlechte oder falsche oder sittliche oder amoralische Sache ist. Die Entscheidung wird vertagt – gewissermaßen in den Abspann hinein. Mit dieser letzten Einstellung geht ein Film zu Ende, der zwei Stunden lang damit befasst war, einen umfassenden Zustand des Zweifels herzustellen und uns, dem Publikum, zu servieren.

Am Anfang waren sich alle noch sicher über das, was sie taten, und darüber, dass es das Richtige sei. Alle, das sind die Bewohner der Kleinstadt Ebbing in Missouri; allen voran Mildred, die zu Beginn mit zielsicherem Westernschritt in eine heruntergekommene Werbeagentur hineinstürmt, um dort mit einem Dollarknäuel drei gigantische Reklametafeln am Ortseingang zu mieten – für ein ganzes Jahr.

Schwarz auf blutrotem Hintergrund ist auf diesen titelgebenden drei Billboards bald Folgendes zu lesen: „Vergewaltigt während des Sterbens / Noch immer keine Verhaftung / Wie kann das sein, Polizeichef Willoughby?“ Und auch wenn jeder im Ort die Trauer und die Wut einer Mutter nachvollziehen kann, deren Tochter vergewaltigt und ermordet worden ist, bekommt Mildred von ihren Mitbürgern wenig Zuspruch für diese Aktion. Sie will dadurch die örtlichen Behörden zwingen, die Ermittlungen im schon Monate zurückliegenden Fall der toten Tochter weiterzutreiben und den Täter zu finden – anstatt nur die Füße auf den Tisch zu legen, was niemand besser beherrscht als Woody Harrelson, der den derart angeprangerten Polizeichef Willoughby spielt.

Willoughby hat Krebs und nicht mehr lange zu leben – und nun bekommt er auf seine letzten Tagen einen vor den Latz geknallt. Auch der Polizeichef ist sich ziemlich sicher über das, was er tut, wenn er bald eine ganze Reihe von Abschiedsbriefen kuvertiert und sich dann – die Kinder noch ein letztes Mal ins Bett gebracht, die Ehefrau noch mal geknutscht – im Pferdestall die Kugel gibt.

mehr:
- Being Trump (Lukas Stern, der Freitag 04/2018)
Quelle: Wikipedia
siehe auch:
- Immer zwischen die Beine, sicherheitshalber (Hanns-Georg Rodek, Welt, 25.01.2018)
- Im Kino: „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“: Auge um Auge, Wort um Wort (Christiane Peitz, Tagesspiegel, 25.01.2018)
- "Three Billboards Outside Ebbing, Missouri": Ein Städtchen sieht rot ()
- So tickt der Süden (Rupert Koppold, Kontext, 24.01.2018)
- Oscarfavorit "Three Billboards...": Eine Frau voller Feuer und Zorn (Hannah Pilarczyk, SPON, 24.01.2018)
- Oscar-Favorit in der Kritik: Die Frau hat eine Idee (Verena Lueken, FAZ, 24.01.2018)
- "Three Billboards Outside Ebbing, Missouri": Ein weiblicher John Wayne (Christoph Schröder, ZON, 22.01.2018)
- "Three Billboards Outside Ebbing, Missouri": Zwischen die Beine (Lars Weisbrod, ZON, 17.01.2018)

Samstag, 27. Januar 2018

Stuttgart 21: es kommt und kommt und kommt…

Die Kosten der Ewig-Baustelle im Herzen der Landeshauptstadt steigen immer weiter
Der Spiegel will erfahren haben, dass der Bahnvorstand von einer weiteren Kostensteigerung bei seinem Skandal-Bau Stuttgart 21 ausgeht. In der baden-württembergischen Landeshauptstadt wird der alte Kopfbahnhof in einen unterirdischen Durchgangsbahnhof verwandelt. Geplant sind unter anderem abschüssige Bahnsteige und eine voraussichtliche Verminderung der Kapazität. Die Tunnelbauten werden zum Teil durch interessante geologische Formationen getrieben, die bei Wasserkontakt aufquellen.

Das alles wollte sich (und vor allem andere) die Bahn zuletzt 7,7 Milliarden Euro kosten lassen. Jetzt geht man laut Spiegel eher von 8,2 Milliarden aus. Der Bundesrechnungshof war bereits 2016 von bis zu neun Milliarden Euro Kosten ausgegangen und hatte mangelnde Transparenz und Kontrolle durch den Bundestag beklagt.

mehr:
- Stuttgart 21: Tiefer, später, teurer (Wolfgang Pomrehn, Telepolis, 26.01.2018)

Fakten S21 (Themenfilm zum Bahnprojekt Stuttgart-Ulm) Gesamtfilm zu Stuttgart21 {16:36}

Am 20.01.2011 veröffentlicht
Bahnprojekt Stuttgart–Ulm
Informationsfilm zu Stuttgart 21 (S21) und die Neubaustrecke (NBS) Wendlingen--Ulm. Weitere Informationen finden Sie unter: www.bahnprojekt-stuttgart-ulm.de und www.direktzustuttgart21.de
Themen dieses Films:
• Der neue Bahnhof entsteht
• Das Bahnprojekt Stuttgart--Ulm stärkt die Infrastruktur
• Die Stadt wächst zusammen -- das neue Stadtquartier
• Die Stadt wird schöner
• Stuttgart 21 schützt die Umwelt
• Stuttgart 21 stärkt die Wirtschaft in Stadt, Region und ganz Baden-Württemberg
• Stuttgart 21 ist demokratisch entwickelt und beschlossen  

Stuttgart 21 - eine Chronik - Eine Dokumentation von Harald Kirchner und Bernd Schlecker(360p_H.264-AAC) {28:51}

Am 11.04.2013 veröffentlicht
WirtschPolitikDOKUs

Stuttgart 21 Video eines weiteren Agent Provocateurs veröffentlicht {11:31}

Am 31.05.2013 veröffentlicht
dahast de
Stuttgart 21 Video eines weiteren Agent Provocateurs veröffentlicht

Stuttgart 21 eine Stadt vor dem Einsturz Siehe staufen 2 Teil {6:03}

Am 07.10.2010 veröffentlicht
derleitwolf1
Studie bemängelt Stuttgart 21-Baugrund
Geologe sieht Risiken beim Tunnel
Stuttgart - Nicht nur der Architekt Frei Otto, sondern auch von der Bahn beauftragte geotechnische und hydrologische Experten schätzen die geologischen Risiken beim Bau von Stuttgart 21 durchaus kritisch ein. Das Hamburger Magazin "Stern" zitiert in seiner heutigen Ausgabe aus einem angeblich bisher kaum bekannten geologischen Gutachten der Stuttgarter Firma Smoltczyk und Partner. » Das Unternehmen hatte im Jahr 2003 im Auftrag des Bauherrn Bahn den Stuttgarter Untergrund erkundet.
Die dem "Stern" vorliegende Studie belege, dass die geologische Struktur im Stuttgarter Talkessel "löchrig wie ein Schweizer Käse, mit Dolinen und Hohlräumen durchsetzt" sei, bilanziert der Autor des Berichts, Arno Luik. Das Gutachten beweise, wie tückisch der Stuttgarter Untergrund sei. Dies könne die Arbeiten verzögern und die Kosten in die Höhe treiben. Dem Bericht zufolge wurde die Studie nur einem kleinen Personenkreis - etwa dem Bahnhofsarchitekten Christoph Ingenhoven und der damaligen DB-Spitze - zugänglich gemacht.
Moralische Verantwortung zwingt Frei Otto zu massiver Kritik
Die Projektträger haben sowohl diese Ausführungen als auch die Vorwürfe des Architekten Frei Otto, der wegen unkalkulierbarer Risiken einen Stopp des umstrittenen Projekts fordert, zurückgewiesen. Die Äußerungen von Frei Otto, der Tiefbahnhof könne "überschwemmt" oder gar "wie ein U-Boot aus dem Meer aufsteigen", seien "fachlich nicht fundiert und entbehren einer soliden Grundlage", so der Projektsprecher Wolfgang Drexler. "In Stuttgart wurden bereits 40 Kilometer Tunnel gebaut, teilweise in denselben geologischen Schichten, und es ist bisher nichts passiert."
Der Architekt Frei Otto hatte 1997 zusammen mit Ingenhoven den Wettbewerb um den Bau des Tiefbahnhofs gewonnen. Vor etwa einem Jahr zog er sich aus der S-21-Projektgruppe wegen "wachsender Sicherheitsbedenken" zurück. Nachdem er sich vor einigen Tagen bereits via Stuttgarter Zeitung geäußert hat, müsse er nun erneut laut werden, sagte er dem "Stern". "Aus moralischer Verantwortung heraus kann ich nicht anders handeln. Die Summe der Unzulänglichkeiten zwingt mich dazu."
Ein einziger Krümel Gips kann zum sofortigen Baustopp führen

Stuttgart 21 eine Stadt vor dem Einsturz Siehe staufen Ministerpräsident Günther H Oettinger in Staufen 3Teil {2:25}

Am 07.10.2010 veröffentlicht
derleitwolf1
gleicher Info-Text wie obiges Video

Unfälle durch abschüssige Bahnsteige - Fragliche Sicherheit auch bei Stuttgart 21 - Frontal 21 {8:13}

Am 25.05.2016 veröffentlicht
S21kompakt
http://www.zdf.de/ 
Die Bahn behauptet, Stuttgart 21 könne trotz drastischer Bahnsteigneigung genauso sicher betrieben werden wie ein ebener Bahnhof. Doch Frontal21 liegen exklusiv Videos vor, die das Gegenteil zeigen.

Stuttgart 21 - wie kam es dazu? Am Anfang stand eine Fehlentscheidung! #S21 #stuttgart21 {1:14:50}

Am 29.11.2017 veröffentlicht
S21Bau.TV
Stuttgart 21 eine Fehlentscheidung? Uwe Stuckenbrock ehemaliger Leiter der Projektgruppe Stuttgart 21 und der Abteilung „Städtebauliche Planung Mitte" im Stadtplanungsamt Stuttgart hat die Planung von Anfang an persönlich miterlebt und berichtet aus erster Hand über die Historie des Projektes.
Demnächst wieder aktuelle Berichte von der Baustelle! Möchtst Du automatisch informiert werden, wenn wir über den Stuttgart 21 Baufortschritt berichten? Dann abonniere unseren Kanal! https://goo.gl/J0HXKl
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Hintergrundinformation / background information
Was ist Stuttgart 21 ?
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Stuttgart 21 (auch kurz S21) ist ein in Bau befindliches Verkehrs- und Städtebauprojekt zur Neuordnung des Eisenbahnknotens Stuttgart.
Kernstück ist der Umbau des Kopfbahnhofes Stuttgart Hauptbahnhof in einen Durchgangsbahnhof. Die Zulaufstrecken werden in Tunnel verlegt und die frei werdenden Gleisflächen der Stadtentwicklung zur Verfügung gestellt.
Darüber hinaus entstehen mit dem Filderbahnhof am Flughafen, der S-Bahn-Station Mittnachtstraße und dem Abstellbahnhof Untertürkheim drei neue Bahnhöfe. Die im Projekt enthaltene Neubaustrecke Stuttgart--Wendlingen verbindet dabei den Hauptbahnhof über den Flughafen mit Wendlingen.
Was wird zur Zeit gebaut?
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Im Bereich des Stutgarter Bahnhofs hat der Rohbau für den Tiefbahnhofstrog begonnen: Im Baufeld 16, im Bereich des Mittleren Schlossgarten, wurden bereits die Bodenplatte und die Bahnsteige betoniert. Zur Zeit wird am Bau der sogenannten Kelchstützen gearbeitet. Während für drei Stützen schon das Unterteil betoniert wurde, wird bei der ersten Stütze momentan der wesentlich größere Oberteil eingeschalt.
Im Bereich des ehemaligen Kopfbahnhofs wird im Baufeld 12 bereits die Bodenplatte betoniert.
Die Hälfte der Zuführungstunnel ist inzwischen gegraben.
Ebenfalls werden zur Zeit die Tunnel der Stadtbahn, die dem Tiefbahnof im Weg sind verlegt.

Torwart hält alles mit dem Kopf. {4:45}

Am 23.11.2014 veröffentlicht

Die oberen Top Ten Deutschlands: konstant 40 Prozent des Volkseinkommens

Eine Studie zeigt, wie sich der Reichtum in Deutschland über 140 Jahre verteilt

Erstmals in Deutschland wird die Einkommensverteilung über einen Zeitraum von rund 140 Jahren präsentiert. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) Berlin hat einen entsprechenden Report vorgelegt.

Der Bericht basiert teilweise auf einem Diskussionspapier der World Wealth and Income Database 2017/18 ("Top incomes in Germany, 1871-2013"), er bildet außerdem die Grundlage für das Deutschland-Kapitel des World Inequality Report (WIR) 2018.

Beständige Top-Ten

Das Ergebnis der Untersuchung zeugt von Beständigkeit, zumindest was die oft zitierten oberen Zehntausend betrifft: Die Entwicklung der Spitzeneinkommen in Deutschland zeigt sich während des untersuchten Zeitraums überraschend stabil. Über alle politischen und ökonomischen Krisen und Katastrophen des 20. Jahrhunderts hinweg hat sich der Einkommensanteil der Top-Ten-Prozent kaum verändert. Auf Basis von Steuerdaten lag er sowohl 1913 als auch 2013 bei rund 40 Prozent des Volkseinkommens.

Ausgewertet wurden Einkommensteuerdaten, die seit dem 19. Jahrhundert zur Verfügung stehen. Die Zahlen belegen unter anderem einen enormen Einkommenszuwachs von Spitzenverdienern während des 1. Weltkriegs (bis 1918). Die Situation im 2. Weltkrieg ist weniger gut dokumentierbar: Die Behörden stellten 1938 die Veröffentlichung von Einkommensteuerstatistiken ein und fingen erst 1949 wieder damit an. Die Aufbereitung der Zahlenreihe von gut 140 Jahren bietet offenbar aber auch sonst einige Probleme.

Zum einen werden jeweils unterschiedliche geographische Gebiete von der Zeitreihe abgedeckt. Zweitens, so gibt die Autorin Charlotte Bartels zu denken, waren bis zum Zweiten Weltkrieg nur Spitzenverdiener einkommensteuerpflichtig und somit in den Einkommensteuerstatistiken abgebildet.

Verlässliche Aussagen über die Einkommensanteile der unteren 50 Prozent seien daher erst ab der Nachkriegszeit möglich. Drittens benötige man bei der Darstellung administrativer Daten eine möglichst breite Kenntnis von Reformen während des Untersuchungszeitraums; nur so ließen sich Daten ggf. korrigieren und im Endeffekt dann überhaupt miteinander vergleichen.
mehr:
- Viel in den Händen weniger (Arno Kleinebeckel, Telepolis, 27.01.2018)

siehe auch:
- Reich vs. arm: Erfolgreiches Wirtschaften braucht Ungleichheit (Ralf-Dieter Brunowsky, Welt, 24.01.2018)
- Gleich weitermachen gleich Ungleichheit (Wlfried Müller, WissenBloggt, 24.01.2018)
- DIW-Studie zur Ungleichheit: Den 45 reichsten Deutschen gehört so viel wie der Hälfte der übrigen Bevölkerung? (Alexander Hagelüken, Süddeutsche Zeitung, 23.01.2018)
- Einkommen: Ungleich (Kolja Rudzio, ZON, 17.01.2018)
- Wachsende Ungleichheit: Daten beweisen, dass Deutschlands Mittelschicht abgehängt wird (Focus, 17.01.2018)
- Volkswirt Wagner im Gespräch : Wie geht es den Deutschen wirklich? (Patrick Bernau, FAZ, 16.01.2018)
- Fake News, Interpretation oder Sprache? – Die verarmende Mittelschicht (Post, 22.12.2017)
- Einkommen : Einkommens-Ungleichheit in Deutschland so groß wie 1913 (Piketty-Studie, ZON, 14.12.2017)
- Die derzeitige Stimmung in Deutschland: Zufriedenheit im Unbehagen (Post, 10.12.2017)
aktualisiert am 28.01.2018

Freitag, 26. Januar 2018

Heute vor 90 Jahren – 26. Januar 1928: Titania-Palast in Berlin-Steglitz eröffnet | Kongo: Joseph Kabila

Ein Filmpalast setzt Maßstäbe 

Seit die Brüder Lumière und Edison Pionierarbeit für die »bewegten Bilder« geleistet hatten, eröffneten ab 1900 zahlreiche Lichtspielhäuser ihre Pforten und machten dem Bühnentheater Konkurrenz. 1927 gab es in Europa mehr als 21 600 Kinos. In Berlin-Neukölln war in diesem Jahr der Mercedes-Palast mit 2500 Plätzen die Nr. 1 der europäischen Filmtheater geworden. Die Eröffnung des Titania-Palasts machten zahlreiche internationale Stummfilm-Stars zu einem gesellschaftlichen Ereignis ersten Ranges. 
Postkarte der Schloßstraße in Berlin-Steglitz mit dem Titania-Palast,
Ende der 1920er Jahre
Das Großkino, ein nach außen schmuckloser Kubus im Stil der »Neuen Sachlichkeit«, wirkte mit seinem massiven Eckturm wie ein Wehrbau. Am schlanken, 30 m hohen Beleuchtungsturm setzten 27 auffällige Leuchtringe Akzente. Der Eingangsbereich war als prächtiges Foyer gestaltet. Dort gab es auch ein Cafe. Der große Saal hatte 1920 Plätze. Im Hausorchester spielten 60 Musiker. 
Berliner Gedenktafel am Haus Schloßstraße 4, in Berlin-Steglitz [Wikipedia]
Von Anfang an bot der Titania-Palast ein vielfältiges Kulturprogramm an. 1951 wurde hier die erste Berlinale eröffnet. Der Besucherrückgang ab den 1960er-Jahren ließ Abrisspläne aufkommen. Geschäfte zogen nun in den Titania-Palast ein. Seit den 1990ern gibt es auch wieder ein Kino, doch der alte Glanz ist dahin. 

Was am 26. Januar noch geschah:
2001: Joseph Kabila wird als Nachfolger seines getöteten Vaters Präsident der Demokratischen Republik Kongo.

Harenberg – Abenteuer Geschichte 2018 

Paul Hindemith in Rehearsal - Symphony in E flat (3rd movement) (1940) {1:05}

Am 19.05.2016 veröffentlicht
Hindemith performs Hindemith  
Paul Hindemith (1895-1963): Symphony in E flat for Orchestra (1940); 3rd movement: Lebhaft.
Hindemith during a rehearsal with the Berliner Philharmoniker at the Titania Palast Steglitz in Berlin on 17/18 February 1949.

Paul Hindemith im Titania-Palast {0:45}

Am 17.04.2012 veröffentlicht
vergangenheitsverlag  
Mehr Geschichte erleben in der 1. multimedialen App mit Zeitreisefunktion (http://itunes.apple.com/app/zeitreise...
siehe auch/check out: Vergangenheitsverlag (http://www.vergangenheitsverlag.de)
Der deutsche Komponist Paul Hindemith gehörte zu den wichtigsten Komponisten des 20. Jahrhunderts. Während der nationalsozialistischen Diktatur wurde seine Musik als „entartet" diffamiert. Hindemith emigrierte in die USA und nahm 1946 die amerikanische Staatsbürgerschaft an. Nach dem Ende des 2. Weltkrieges kehrte er nach Europa zurück, wo er auf seinen Tourneen unter anderem bei den Berliner Philharmonikern im Titania-Palast auftrat.
Mehr Informationen unter
http://www.vergangenheitsverlag.de
http://itunes.apple.com/app/zeitreise...

Yehudi MenuhinSergiu Celibidache ▪ Rehearsal Brahms Violin Concerto ▪ 1949 {1:49}

Am 20.01.2015 veröffentlicht
Sonichtfreundchen  
Note: Utilize "CC"/"Turn on Captions" for English subtitles.
Berlin's Titania Palace in September 1949. Yehudi Menuhin rehearses the Violin Concerto of Brahms with the Berlin Philharmonic Orchestra under the baton of Sergiu Celibidache. Dates of the sold out performances were Sept. 21st + 22nd, 1949.
After the rehearsal a Berlin organ grinder serenades the big fellow musician. Menuhin and his wife Diana put a good face on the wailing matter.
By the way ...
in case you are wondering about that strange instrument the funny organ grinder puts onto his face:
http://www.noseflute.org/
https://en.wikipedia.org/wiki/Nose_wh...

Heute vor 17 Jahren – 26. Januar 2001: Joseph Kabila wird Präsident der Demokratischen Republik Kongo

Joseph Kabila Kabange (* 4. Juni 1971 in Hewa Bora, Sud-Kivu) ist seit dem 26. Januar 2001 Präsident der Demokratischen Republik Kongo. [Joseph Kabila, Wikipedia, abgerufen am 04.02.2018]
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 Kabila wurde im Wahlkampf der Ausverkauf der Rohstoffe des Landes vorgeworfen, an dem seine Familie verdiene[4]. Er verkaufte Vermögenswerte aus dem Bergbau zu umstrittenen tiefen Preisen. Im britischen Parlament wurden 59 Offshorefirmen publik gemacht, die mit Vermögenswerten handeln, 47 davon mit Sitz auf den Britischen Jungferninseln.[7] […]
Am 19. Dezember 2016 endete Kabilas Amtszeit als Präsident der DR Kongo, ohne dass es einen Nachfolger gegeben hätte: Dessen eigentlich für November 2016 vorgesehene Wahl war auf 2018 verschoben worden. Kabila ließ verlautbaren, dass er gleichwohl weiterhin im Amt bleiben wolle. Trotz eines Demonstrationsverbotes kam es zu Protesten in verschiedenen Teilen des Landes. Mehrere Mobilfunk- und Internetanbieter sperrten die Zugänge zu FacebookTwitter und weiteren sozialen Medien.[8] [Joseph Kabila, Präsidentschaft seit 2001, Ende der Transitionsphase, Wikipedia, abgerufen am 04.02.2018]
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zum Kongo siehe:
- UN-Bericht: Flugzeug von Dag Hammarskjöld wurde wohl abgeschossen (Post, 19.10.2017)
- AIDS - Erbe der Kolonialzeit (Post, 27.11.2016)
- Ein Blick auf die Geschichte des Kongo (Post, 09.08.2016)
- Märtyrer des Kongo: Patrice Lumumba - gewählt, ermordet, verehrt (Post, 30.01.2016)

"Neues aus der Republik Kongo." - Mit offenen Karten | ARTE {11:48}

Am 27.07.2017 veröffentlicht
der Wolpertinger.  
Die Republik Kongo liegt in Zentralafrika, beiderseits des Äquators. Das Land grenzt an Gabun, Kamerun, die Zentralafrikanische Republik, die Demokratische Republik Kongo, die angolanische Exklave Cabinda sowie auf einer Länge von 170 km an den Atlantik. Das Land ist mit 342.000 km² etwa so groß wie Deutschland.
86 % der Einwohner des Landes sind Christen und es gibt eine animistische und eine muslimische Minderheit, aber die Religionen sind nicht immer klar voneinander getrennt. Die wichtigsten Volksgruppen sind die Bakongo, die etwa die Hälfte der Bevölkerung ausmachen, die Bateke und die Mbochi.
1960 wurden Mittelkongo und Belgisch-Kongo unabhängig. Beide nannten sich Republik Kongo und man unterschied sie meistens nach dem Namen ihrer Hauptstadt: Kongo-Léopoldville bzw. Kongo-Kinshasa und Kongo-Brazzaville. Kongo-Kinshasa hieß anschließend Zaire und nennt sich heute Demokratische Republik Kongo. Kongo-Brazzaville hieß eine Zeitlang „Volksrepublik Kongo“ und nennt sich inzwischen wieder Republik Kongo.
Das Land ist sehr reich, im Gegensatz zu seinen Einwohnern. Denn über die Hälfte von ihnen verfügen über weniger als den Gegenwert von 1,25 US-Dollar (nach Kaufkraftparität) pro Tag und leben somit der Definition der Weltbank zufolge in absoluter Armut. Ein Drittel der Bevölkerung leidet an Unterernährung.
Die Republik Kongo – nicht zu verwechseln mit der Demokratischen Republik Kongo – liegt in Zentralafrika. MIT OFFENEN KARTEN beschäftigt sich mit den Widersprüchen des Landes, das über zahlreiche Bodenschätze verfügt, in dem aber ein Drittel der Bevölkerung unterernährt ist.
Die Republik Kongo – nicht zu verwechseln mit der Demokratischen Republik Kongo – liegt in Zentralafrika. MIT OFFENEN KARTEN beschäftigt sich mit den Widersprüchen des Landes, das über zahlreiche Bodenschätze verfügt, in dem aber ein Drittel der Bevölkerung unterernährt ist.
Beitragslänge: 11.48 Minuten
Erstausstrahlung: Mai 2014
Literatur: http://ddc.arte.tv/zur-das-thema/neue...
Quelle: ddc.arte.tv/de

Schatten über dem Kongo (1 / 11) {9:36}

Am 27.07.2017 veröffentlicht
robczyk2  
Im Jahr 1885 wurde auf der Kongo-Konferenz in Berlin der belgische König Leopold II. als Herrscher über den Kongo eingesetzt. Damit begann eine beinahe beispiellose Geschichte von Ausbeutung und Verfolgung mit millionenfachem Mord an der Bevölkerung, deren Auswirkungen bis heute reichen. Seine brutale Tyrannenherrschaft raubte dem Land alle kostbaren Naturschätze und kostete etwa 10 Millionen Menschen das Leben.

Doku: Black Heart, White Men, Das Leiden des Kongo {1:44:31}

Am 26.12.2015 veröffentlicht
Mad Madursklix  

Joseph Kabila: The DR Congo president who won't step down - BBC News {1:54}

Am 19.12.2016 veröffentlicht
BBC News
The president of the Democratic Republic of Congo, Joseph Kabila, is due to end his term in power on Monday but he is not stepping down. There is growing concern that street protests will erupt in the country.
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Wir sind uns mal einig: Bitcoin ist doof! … oder?

Der heftige Kursturz des Bitcoin senkt den Preis, aber nicht den Wert. Denn die Kryptowährungen stehen für ein dezentrales Finanzsystem und eine Welt, die Hunger auf Experimente hat.

Platzt jetzt die Blase? Es scheint, als ob viele Finanz-Experten erleichtert aufatmen. Endlich passiert das, was sie die ganze Zeit vorausgesagt haben. Bitcoin und die restlichen Kryptowährungen fallen auf den Wert, der ihnen zusteht: null. Seit Dezember hat Bitcoin immerhin mehr als 50 Prozent seines Kurses eingebüßt.

Viele andere Coins sind auch in den Keller gerauscht. Es wird verzweifelt nach Gründen gesucht. Verbote in Korea oder das chinesische Neujahrsfest, zu dem traditionell Anlagen in Bargeld gewandelt werden, um Geschenke zu kaufen. Doch langsam. Ist es wirklich eine Blase, die gerade platzt?

Im vergangenen Jahr hat es eine eindrucksvolle Rallye bei Kryptowährungen gegeben. Alle Ampeln standen das ganze Jahr auf Grün. Es ging nur noch nach oben. Wer früh mit übersichtlichen 250 Euro zum Beispiel in Ether eingestiegen war, durfte sich am Ende des Jahres über den Gegenwert eines Luxusurlaubes in der Karibik freuen. Das lockte schließlich auch viele Nicht-Experten und Abenteurer in den Markt.

mehr:
- Wer an eine Bitcoin-Blase glaubt, hat null kapiert (Frank Schmiechen, Welt, 20.01.2018)