Sonntag, 25. November 2018

Auftauchen zum Luftholen: Die Achse des Guten als Psychotonikum

Das Bild stammt von Orwell, der einen seiner Romane „Coming Up For Air“ nannte. Luftholen, psychotherapeutisch gemeint. Erzählt wurde die Geschichte eines Mannes, der die Heuchelei und Verlogenheit seiner Umgebung als so bedrückend empfand, dass er ein Refugium suchte, einen – wenigstens zeitweiligen – Wechsel des Atmosphärischen. So wie Fische, ins Dunkel ihrer Unterwasserwelt gebannt, manchmal hinauf an die Oberfläche schwimmen, zum Sonnenlicht, und dort nach Luft schnappen.

In Fische möchten uns die Mainstream-Medien verwandeln, in stumme, lichtentwöhnte Wesen, die in den schattigen Niederungen ihrer täglichen Verrichtung gelegentlich ein paar ins Wasser gestreute Brocken zugeteilt bekommen. Leitmedien-Berichterstattung ist die Kunst der Selektion, der Auslassung, der Zubereitung: Was von dem, das tatsächlich passiert ist, können unsere dummen Leser verstehen? Informationen werden unterschlagen, wenn die Gefahr besteht, sie möchten unerwünschte Gefühle auslösen. Andere über Gebühr aufgeblasen, um positive Regungen zu evozieren. Manche ganz erfunden.

Schattenhafte Gremien entscheiden, was für uns „hilfreich“ ist. Das eingehende Material wird zerkleinert, verwässert, aufgeweicht, seines authentischen Geschmacks beraubt, anderes verzuckert und aufgepufft. Die jeweilige Version ist verbindlich, wir können sie fast wortgleich in allen Zeitungen lesen. Denn die Unwahrheit wirkt erst durch dauernde Wiederholung. Leitmedien-Brei ist processed food, wovor – in seiner materiellen Form – jedes Buch über gesunde Ernährung nachdrücklich warnt.

mehr:
- Auftauchen zum Luftholen: Die Achse des Guten als Psychotonikum (Chaim Noll, achgut.ch, 21.11.2018)
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Deutschland, einig Alphafrauenland

Liebe Frauen,

wir Männer könnten richtig neidisch werden! Die ganze Welt scheint sich nur noch um euch zu drehen. Gut, vielleicht nicht gleich die ganze. Aber doch tonangebende Teile von Mitteleuropa sowie des Staates Kalifornien und der Stadt New York.

Zum letzten Weltfrauentag würdigte die „New York Times“ sogar eine Reihe von ziemlich toten Frauen. Darunter Ada (nicht Linda!) Lovelace, eine Mathematikerin. Es handelte sich durchweg um verdienstvolle Damen, die ungerechterweise keinen Nachruf im Weltblatt erhalten hatten, obschon sie nach Ansicht der gegenwärtigen NYT-Redaktion spätestens beim Hinscheiden einen kräftigen Tusch verdient hätten.

Dass Frauen nun aber auch alles können, erfahren sie regelmäßig durch Fachmagazine wie die „Cosmopolitan“. Auf deren Titelblatt zum Beispiel eine Brünette in Hot Pans ein T-Shirt mit der Aufschrift „Girls can do anything“ trägt und ein „Undercover-Test“ angekündigt wird: „Wie leicht lassen sich fremde Männer zum Quickie überreden?“ StarkeFrau, das ist ja längst mehr als eine rhetorische Figur. Das ist eine bärinnenstarke Marke, wie PayPal oder KitKat.

„Die Zeit der Alpha-Männer ist vorbei“, erklärte deshalb jüngst der CDU-Mann Dieter Wersich, welcher die Hamburger CDU als Spitzenkraft bei den Bürgerschaftswahlen von 2015 auf 16 Prozent der Stimmen dimmte (14 Jahre zuvor hatte sie 47 Prozent eingefahren). Folglich wünscht Omega-Mann Wersich sich nichts sehnlicher als eine weibliche Parteichefin mit Namen Kramp-Karrenbauer. Was die CDU jetzt brauche, seien „Brückenbauer“.

mehr:
- Deutschland, einig Alphafrauenland (Wolfgang Röhl, 23.11.2018)

Was mir auffällt:
Alle paar Jahre gibt’s ein neues Thema, was an den Männern nicht stimmt oder was sie falsch machen.
Alle paar Jahre gibt’s KEIN neues Thema, was an den Frauen nicht stimmt oder was sie falsch machen…
seltsam, daß sich die Medien nur mit den Macken der Männer befassen…

siehe auch:
- Anerkennen, daß man selber der Fall ist! (Post, 25.06.2015)
- »Natürlich nehmen wir den Mann mit.« (Post, 12.04.2012)

Yasemin wollte ein “unanständiges” Leben führen

Yasemin besuchte in den frühen 1980er Jahren die 8. Klasse unserer Schule. Die junge Türkin riss uns den letzten Nerv aus. Sie machte ihre Aufgaben nicht, kam oft zu spät in die Schule, und vor allem war sie geschminkt! Sie lernte sehr schnell Deutsch, weil sie intelligent war und lieber mit jungen Schweizern herummachte, anstatt zu Hause den Abwasch zu besorgen und auf ihren auserwählten Bräutigam zu warten. Ihr Vater verprügelte Yasemin zwischendurch. Sie überschminkte die blauen Flecken und begann zu rauchen. Dafür erhielt sie auch von ihrem Klassenlehrer eine Ohrfeige. Und Yasemin verteilte ihrerseits Ohrfeigen an ihre Klassenkameraden, wenn diese sich über ihr gewagtes Outfit lustig machten.

Als ich eines Abends nach Hause kam, saß sie in der Küche meiner Junggesellenwohnung (die ich nie abschloss) direkt gegenüber dem Schulhaus. Sie hatte ein blaues Auge und fragte mich, ob sie sich hier verstecken könne. Sie wolle nicht mehr nach Hause gehen, und ihr Vater fände das gar nicht lustig. Sie übernachtete bei mir und blieb auch am folgenden Tag in meiner Wohnung, wohlwissend, dass ihr Vater sie suchen würde. Niemand in der Schule wusste, wo sich Yasemin aufhielt. Ich telefonierte mit dem Jugendamt und vereinbarte einen Termin für den kommenden Tag. So lange könne Yasemin bei mir bleiben.

Am späten Nachmittag tauchte der Vater tatsächlich in der Schule auf. Ich fing ihn ab und verabredete mich mit ihm in einem Restaurant, weit weg von meiner Wohnung. Was er arbeitete, weiss ich nicht mehr. Er schuftete jedenfalls zu einem miesen Lohn, ernährte seine Familie, schickte noch Geld nach Hause, sprach gebrochen Deutsch und verstand seine Tochter nicht. Als ich ihn fragte, was er denn vorhabe, tippte er auf sein Jackett und deutete etwas Unheilvolles an. Ich informierte die Polizei, die ihn aufsuchte und eine Pistole beschlagnahmte.

mehr:
- Yasemin wollte ein “unanständiges” Leben führen (Alain Pichard, achgut.ch, 25.11.2018)

mehr mit Alain Pichard:
- Wie wird eine öffentliche Debatte verhindert? – Das Vier-Phasen-Modell (Post, 07.09.2017)

WOLKENBRUCH Trailer German Deutsch (2018) {2:04}

KinoCheck Comedy
Am 17.08.2018 veröffentlicht
Offizieller "Wolkenbruch" Trailer 2018 German | Joel Basman Movie Trailer | Kinostart (CH): 25 Okt 2018| Ausführliche Infos unter https://KinoCheck.de/film/sa1/wolkenb...
Bislang hat Motti Wolkenbruch immer brav getan, was seine jüdisch orthodoxe Mame ihm vorschreibt. Als die Mame ihn verkuppeln will und lauter junge Frauen einlädt, die er heiraten soll, weicht Motti von dem traditionellen Pfad ab. Er verliebt sich an der Uni in die schöne Nichtjüdin Laura. Seine Mame ist ausser sich. Die Liebe zu einer Schickse ist im Lebensplan von Motti nicht vorgesehen. Nun beginnt Motti mutig seine wunderliche Reise zur Selbstbestimmung, die mit Herzschmerz aber auch grossem Humor verbunden ist.
Wolkenbruch ist die neue Komödie von Michael Steiner, mit Joel Basman und Noémie Schmidt in den Hauptrollen. Note | #Wolkenbruch #Trailer courtesy of DCM Film Distribution. | #KinoCheck

Frankreich: Die gelbe Wut

Die „Warnwestenbewegung“ in Frankreich, eine Art Bürgeraufstand gegen zu hohe Sprittpreise, Steuern und sinkende Kaufkraft, die gestern zum Marsch auf Paris aufgerufen hatte, wird für Präsident Macron langsam gefährlich. 

So verunsichert wie an diesem Samstag waren Frankreichs Geheimdienste und Sicherheitskräfte wohl selten. „Les gilets jaunes“ , eine Bewegung die keinen Sprecher, keinen Vorsitzenden und keine Struktur hat, nirgendwo angemeldet ist und nur auf der Basis von Kontakten via der sozialen Netzwerke funktioniert und sich mehr oder weniger koordiniert und gleichzeitig die diffusesten Forderungen hat, das hat es bislang im Land in dieser Form einfach noch nicht gegeben.
mehr:
- Allons enfants etc. – Die gelbe Wut (Hans Woller, Journal21.ch, 25.11.2018)
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Tagesdosis 24.11.2018 – Geldschöpfung per Mausklick – So funktioniert Finanzherrschaft

Stellt man an Schulen, Universitäten oder auch auf einschlägigen Seiten im Internet die Frage „Wie wird Geld geschaffen?, so erhält man fast immer folgende Antwort:

Die Banken nehmen das Geld von Einlegern und Sparern und vergeben es in der Form von Krediten an andere Kunden. Da man irgendwann festgestellt hat, dass ja nicht alle Sparer und Einleger ihr Geld gleichzeitig zurückfordern werden, dürfen die Banken sogar mehr verleihen als sie haben, also neues Geld schöpfen, müssen allerdings einen bestimmten Prozentsatz ihres Geldes als sogenannte Mindestreserve zurückbehalten.“
Dass diese Erklärung heute noch durch zahlreiche Lehrbücher geistert, ändert nichts an der Tatsache, dass sie nur für einen bestimmten historischen Zeitraum – die Anfangszeit des Bankwesens – galt, heute aber falsch ist und die Dinge sogar auf den Kopf stellt. In unserer Zeit dienen nämlich nicht mehr die Einlagen, also das bei einer Bank hinterlegte Geld, als Grundlage für die von ihr vergebenen Kredite. Heute schaffen die Kredite die Grundlagen für die Einlagen. 


Wie das…?
mehr:
- Tagesdosis 24.11.2018 – Geldschöpfung per Mausklick – So funktioniert Finanzherrschaft (Kommentar von Ernst Wolff, KenFM)

Ernst Wolff erklärt den IWF in 5 Minuten. {4:54}

KenFM
Am 09.02.2016 veröffentlicht
Er sieht aus wie Robert Redford in „Die Unbestechlichen“ und er ist genauso brillant. Die Rede ist von Ernst Wolff, einem Journalisten, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Machenschaften der Geld-Elite bis ins kleinste Detail auszugraben und einer breiten Öffentlichkeit zuzuführen.
Das geschieht, wie für einen Autoren üblich, in Buchform, oder indem sich der Journalist Wolff für ein Interview vor die Kameras von KenFM begibt.
Wolff will den Dreck, den er zutage fördert, aber auch erlebbar machen. Die Wut über den Irrsinn bei den Usern verstärken, auf dass sich endlich der überfällige Widerstand regt. Nur so ist Wandel möglich.
Was trocken klingt, erhält, wenn Wolff es präsentiert, einen gewissen Unterhaltungswert, wie dieser Ausschnitt aus Positionen #2 beweist.
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https://kenfm.de/support/kenfm-unters...

mehr von Ernst Wolff:
Tagesdosis 27.10.2018 – Donald Trump und der Flüchtlingstreck (Podcast) (KenFM, 27.10.2018)
- Tagesdosis 20.10.2018 – Der Fall Khashoggi: Was steckt dahinter? (Podcast) (KenFM, 27.10.2018)
- Tagesdosis 1.9.2018 – Lehman Brothers: 10 Jahre danach (KenFM, 01.09.2018)


Der Fall Khashoggi – Kleine Morde unter Freunden?

In der zweiten Ausgaben von Zur Sache lautet das Thema: Der Fall Khashoggi – Kleine Morde unter Freunden?

Mordsgeschäfte.

Wenn ein in England lebender russischer Doppelagent, Sergei Skripal, einem seinerzeit von Russen entwickelten Nervengift, Novitschok, zum Opfer fällt und merkwürdiger Weise überlebt, liegt der Fall für die westliche Wertegemeinschaft klar auf der Hand.

Der Kreml steckt hinter der Attacke und wird seither mit Sanktionen überzogen. Präsident Putin persönlich, so verkaufen es uns die Konzernmedien, steckt hinter der Attacke. Sein Geheimdienst würde nicht autark arbeiten, sondern wie allgemein üblich auf Anweisung der Chefetage. Und die hätte mit Skripal eben ein Exempel statuieren wollen, das da lautet: Wer als Russe den Kreml kritisiert gerät, auch im Ausland, ins Fadenkreuz. Putin, um es auf den Punkt zu bringen, hat versucht, Sergei Skripal ermorden zu lassen.

Der Grundsatz eines Rechtsstaates „in dubio pro reo“, „Im Zweifel FÜR den Angeklagten“ könne daher nicht zur Anwendung kommen, schließlich ist der russische Präsident verschlagen. Fall abgeschlossen.

Am zweiten Oktober betritt der saudische Journalist und Riad-Kritiker, Jamal Ahmad Khashoggi, das saudische Konsulat in Istanbul. Er will heiraten und benötigt dafür entsprechende Papiere. Als die Botschaft am Abend schließt, wartet die Braut immer noch auf ihn. Vergeblich.

Nach Tagen des Schweigens, als der mediale Druck immer größer wird, räumt Riad schließlich ein, es wäre im saudischen Botschaftsgebäude zu einem Streit mit Jamal Ahmad Khashoggi gekommen. Eine Rangelei. Bei dieser sei der Mann leider zu Tode gekommen.
mehr:
- ZUR SACHE: Der Fall Khashoggi – Kleine Morde unter Freunden? (KenFM, 25.11.2018)
siehe auch:
Das Skripal-Labyrinth (Post, 20.10.2018)
Die »zuverlässigen Quellen« des Mainstreams (Post, 12.05.2018)
Die Wertegemeinschaft der Wertlosen (AlterMannBlog, 18.04.2018)
Der Fall Skripal im Propagandakrieg (Post, 30.03.2018)