Samstag, 23. März 2019

Die Zerschlagung Syriens

Die US-Administration will die besetzten und annektierten syrischen Golanhöhen als israelisches Staatsgebiet anerkennen.

Äußerungen von US-Präsident Donald Trump über die von Israel besetzten syrischen Golanhöhen sind im Mittleren Osten und international auf scharfe Kritik gestoßen. Trump will die völkerrechtswidrige Annexion des kleinen, aber strategisch wichtigen Gebiets durch Israel nachträglich sanktionieren und verletzt damit die territoriale Integrität Syriens auf das Schwerste. Wieder einmal gebärden sich die USA — rücksichtslos vor allem gegenüber der islamischen Welt — als Weltherrscher, indem sie sich treu und einseitig auf die Seite ihres „strategischen Partners“ Israel stellen.  

Trump hatte am vergangenen Donnerstag per Twitter erklärt, dass es „nach 52 Jahren an der Zeit für die Vereinigten Staaten sei, die israelische Souveränität über die Golanhöhen vollständig anzuerkennen“. Das Gebiet sei von „zentraler strategischer Bedeutung für die Sicherheit Israels und für die regionale Stabilität.“

Die Äußerung des US-Präsidenten sei „unverantwortlich“, hieß es aus dem syrischen Außenministerium in Damaskus. Man verurteile sie „auf das Schärfste“. Was Trump über den syrischen Golan gesagt habe, sei Ausdruck „blinder Gefolgschaft zu dem zionistischen Besatzungsgebilde“, doch solche Äußerungen könnten niemals die Tatsache verändern, dass „der Golan arabisch und syrisch war und bleiben wird“.

Die US-Politik habe sich vor der ganzen Weltgemeinschaft als „rücksichtslos und arrogant“ dargestellt. Sie sei „getrieben von Vormachtstreben“ und bedrohe Frieden und Stabilität. Mit der beabsichtigten Anerkennung der syrischen Golanhöhen als israelisch verletze die USA internationales Recht und verschiedene UN und UN-Sicherheitsratsresolutionen (UNSR) so das syrische Außenministerium laut der syrischen Nachrichtenagentur SANA. Insbesondere die UNSR-Resolution 497 (Dezember 1981) bezeichne die Ausweitung israelischer Verwaltung auf die Golanhöhen als „null und nichtig“. Das syrische Volk sei entschlossen, „dieses syrische Territorium mit allen Mitteln zu befreien.“

Israel hatte im Sechs-Tage-Krieg 1967 die syrischen Golanhöhen besetzt und die Provinzstadt Qunaitra zerstört. Im Yom-Kippur-Krieg 1973 konnte Syrien einen kleinen Teil des besetzten Golan zurückgewinnen. Seit 1974 überwacht die UN-Blauhelmmission UNDOF eine entmilitarisierte Pufferzone zwischen den von Israel besetzten und annektierten Golanhöhen und Syrien.
 
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- Die Zerschlagung Syriens (Karin Leukefeld, Rubikon, 23.03.2019)

Irak - Nachkriegszeit (Mit offenen Karten, arte, 20.10.2018) {12:14 – Start bei 2:35}

Flucht, Trauma, Therapie
Am 16.11.2018 veröffentlicht 
13 Min. Verfügbar von 20/10/2018 bis 18/12/2018
Vom Sykes-Picot-Abkommen 1916 bis zum Aufstieg der Terrororganisation IS: "Mit offenen Karten" zeichnet die Entwicklung im Irak nach, der seit den Parlamentswahlen vom Mai 2018 nach Frieden und Stabilität strebt.
Ist das Land nach 15 Kriegsjahren so weit, sich vom Mosaikstaat zur Nation zu entwickeln? Könnte der aufkeimende irakische Nationalismus das Land dazu bringen, ausländische Einmischungen künftig abzulehnen?
Moderation: Emilie Aubry
Fernsehregie: Benoit Laborde
Land: Frankreich
Jahr: 2018
Herkunft: ARTE F
https://www.arte.tv/de/videos/RC-0140...
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siehe auch
zur Entstehung des IS:
- Die US-imperiale Strategie, der »Zwang« Kriege führen zu müssen und die Manipulation der öffentlichen Meinung (Post, 16.12.2018)
zum Sykes-Picot-Abkommen:
- 100 Jahre Sykes-Picot-Abkommen: ein Essay von Heiko Flottau. (Post, 15.03.2016)
zur US-Propaganda im Syrienkrieg:
- Hama – die Geschichte einer Lüge (Post, 16.12.2018)
zur manipulierten Informationsweitergabe von US-Geheimdiensten an die Regierung:
- Vor 48 Jahren: Die Tonkin-Resolution läutet den Vietnamkrieg ein (Post, 04.07.2016) und
- US-Centcom: Vorwürfe der manipulierten Geheimdienstinfos im Haus (Thomas Pany, Telepolis, 05.04.2016)
zur Neocon-Langzeit-Strategie:
- Die Ankündigung von Wesley Clark: „Wir werden 7 Regierungen stürzen“ (Post, 07.04.2015)
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