Montag, 8. Juni 2015

KenFM im Gespräch mit: Hans-Christof von Sponeck

Hans-Christof von Sponeck gehörte zu den ersten Wehrdienstverweigerern der damals jungen Bundesrepublik Deuschland. Im Anschluss entschied er sich für eine Bewerbung bei den Vereinten Nationen. Seit 1968 verbrachte er über 30 Jahre im Dienste der UN und war in dieser Zeit neben den Zentralen in New York und Genf unter anderem in Ghana, Pakistan und Botswana im Einsatz.

Seine letzte Station war der Irak. Von Sponeck legte 2000 aus Protest gegen die Sanktionspolitik der USA nach 17 Monaten in Bagdad das Amt nieder. 500 000 verhungerte Kinder als „Preis“, um das Land wieder auf „West-Kurs“ zu bringen, widersprachen allem, was er in der Menschenrechtscharta als richtig erkannt hatte.

Hans-Christof von Sponeck ist offiziell im Ruhestand. In der Realität ist der heute 75-jährige so umtriebig wie nie zuvor. So lehrte er beispielsweise bis vor kurzem im Zentrum für Konfliktforschung an der Universität Marburg und gibt Seminare an der Universität Basel. Zudem veröffentlicht er Artikel und Sachbücher.

mehr:
- KenFM im Gespräch mit: Hans-Christof von Sponeck (KenFM, 02.08.2014)

KenFM im Gespräch mit: Hans-Christof von Sponeck (Teil 1) [1:09:00]


KenFM im Gespräch mit: Hans-Christof von Sponeck (Teil 2) [56:15]

Veröffentlicht am 05.08.2014
Hans-Christof von Sponeck gehörte zu den ersten Wehrdienstverweigerern der damals jungen Bundesrepublik Deuschland. Im Anschluss entschied er sich für eine Bewerbung bei den Vereinten Nationen. Seit 1968 verbrachte er über 30 Jahre im Dienste der UN und war in dieser Zeit neben den Zentralen in New York und Genf unter anderem in Ghana, Pakistan und Botswana im Einsatz.

Seine letzte Station war der Irak. Von Sponeck legte im Jahre 2000 aus Protest gegen die Sanktionspolitik der USA nach 17 Monaten in Bagdad das Amt nieder. 500 000 verhungerte Kinder als „Preis“, um das Land wieder auf „West-Kurs“ zu bringen, widersprachen allem, was er in der Menschenrechtscharta als richtig erkannt hatte.

Hans-Christof von Sponeck ist offiziell im Ruhestand. In der Realität ist der heute 75-jährige so umtriebig wie nie zuvor. So lehrte er beispielsweise bis vor kurzem im Zentrum für Konfliktforschung an der Universität Marburg und gibt Seminare an der Universität Basel. Zudem veröffentlicht er Artikel und Sachbücher.

Hans-Christof von Sponeck entstammt der alten Militärfamilie von Sponeck. Sein Vater, Hans Emil Otto Graf von Sponeck, 1888 geboren, kämpfte im Ersten und Zweiten Weltkrieg für Deutschland. Nachdem er seiner Einheit beim Russlandfeldzug 1941 eigenmächtig den Rückzug befahl, da die Rote Armee seine Truppe sonst aufgerieben hätte, wurde er am 23. Dezember 1942 zum Tode verurteilt. Das Urteil wurde von Adolf Hitler jedoch in eine lebenslange Haft umgewandelt. Im Zuge des Hitlerattentates vom 20. Juli 1944 jedoch wurde die Haftstrafe durch Himmler erneut in eine Todesstrafe umgewandelt und General von Sponeck hingerichtet.

Damals war unser Gesprächspartner 5 Jahre alt. Der Tod des Vaters und die spätere Beschäftigung mit der deutschen Geschichte haben Hans-Christof von Sponeck tief geprägt und eine andere als eine militärische Laufbahn einschlagen lassen. Hans Christoph von Sponeck hat sich ohne Wenn und Aber dem Frieden verschrieben, zu dem es seiner Meinung nach keine Alternative gibt.
Kooperation statt Konkurrenz.
Demut statt Überheblichkeit.
Humanismus statt Militarismus.

Wir trafen den langjährigen UN-Diplomat in der Nähe Freiburgs und sprachen mit ihm über die Bilanz seiner Arbeit und die aktuellen Krisenherde der Welt, den Irak, die Ukraine und Gaza. Das Gespräch dauerte rund 120 Minuten und hat uns als Redaktion tief beeindruckt. Hans-Christof von Sponeck gehört zu den intellektuellen Lichtblicken in diesem Land. Für ihn sind Ethik und Moral keine Mode, die man mal mehr, mal weniger vor sich her trägt.

Die Zentrale Botschaft, die wir aus dieser Begegnung mitnehmen konnten, lautet:
Frieden ist möglich, wenn wir, die Bürger, endlich den Mut aufbringen, den Kriegstreibern in allen Bereichen zu widersprechen.

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Deutsche Chefredakteure als Kanzleramtsmitarbeiter

Mal wieder Zeit für eine traurige Nachricht – die Nachricht vom Tod des unabhängigen Journalismus in Deutschland. Offiziell wurde er noch nicht zu Grabe getragen, aber der Leichenduft erfüllt die ganze Republik.
Aktuell tritt er etwas deutlicher zutage und erfüllt die Kommentarspalten im Internet mit Spott und Hohn über eine außerordentlich einseitige Berichterstattung zum Thema Ukraine, zudem erleben wir Erscheinungen in der deutschen Presselandschaft, die man sonst nur in autokratischen Ländern gewohnt ist … wie zum Beispiel Russland.

Die Gleichschaltung der deutschen Presse – und damit der Tod des bundesdeutschen Journalismus und das Ende der “Vierten Gewalt” – ist öffentlich bestätigt worden: hätte es noch eine freie, unabhängige Presse gegeben, wäre ein Aufschrei durch die Republik gegangen: wie ein russischer Autokrat hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel die Chefs des deutschen – bezahlten – Journalismus zusammengerufen und sie auf eine gemeinsame Linie eingeschworen. Ähnliches erlebt man sonst in Bananenrepubliken, wenn Putschisten die Radiosender besetzen, um IHRE Wahrheit unters Volk zu bringen. Anstatt eines Aufschreis deutscher Journalisten gab es jedoch … nur Stille und regierungskonforme Berichterstattung. Erinnern wir uns noch mal daran, wie der Skandal nebenbei erwähnt wurde, siehe Jakob Augstein im Freitag:

Ein paar Monate zuvor, am 8. Oktober 2008, hatte es ein sonderbares Treffen gegeben, das in diesem Zusammenhang Erwähnung finden soll. Die Bundeskanzlerin hatte an jenem Tag die bedeutenden Chefredakteure der bedeutenden Medien eingeladen. Es war die Zeit, in die der Ausbruch der großen Finanzkrise fiel. Man findet keinen ausführlichen Bericht über dieses Treffen, der veröffentlicht worden wäre und überhaupt nur wenige Erwähnungen in den Archiven, nur hin und wieder einen Nebensatz, eine knappe Bemerkung. An einer Stelle liest man in dürren Worten, worum es an diesem Abend im Kanzleramt ging: Merkel bat die Journalisten, zurückhaltend über die Krise zu berichten und keine Panik zu schüren.

mehr:
- Der Tod des bundesdeutschen Journalismus (Eifelphilosoph, ZeitZeitung, 08.06.2015)
siehe auch:
- Wozu noch Journalismus. Beitrag zu einer Serie (Jakob Augstein, Freitag-Community, 15.02.2010)
Zitat:
»Wir Journalisten sollten eine Religion der Ungläubigkeit predigen! Ein Heiliger Orden der Ungläubigen, das sollten wir sein. Wir sollten unseren Dienst in Klöstern der Wahrheit tun, über die Schriften gebeugt. Und diese Klöster sollten weit, weit weg sein von den Palästen.« (Guy Talese)
Zitat:
»Aber das “besondere” Handwerk … bedarf spezieller Ausbildung, über die auch ganz offen gesprochen wird – zum Beispiel bei der Kölner Journalistenschule:
Das Sponsoringkonzept der Kölner Journalistenschule gibt Unternehmen die Möglichkeit,
  • schon während der Ausbildung Kontakt zu den angehenden Politik- und Wirtschaftsjournalisten der Kölner Journalistenschule zu knüpfen;
  • ihre Öffentlichkeitsarbeit, die Entwicklung ihrer Branche und ihre Unternehmensstrategie den Kölner Journalistenschülern vorzustellen;
  • die Ausbildung, einzelne Ausbildungselemente oder die technische Ausstattung der Kölner Journalistenschule finanziell zu unterstützen.

Hier können sich Unternehmen schon während der Ausbildung genehme Journalisten kaufen, mieten oder warm halten, hier kann man angehende Meinungsbildner in Deutschland “von der Pike auf” formen, damit es später keine bösen Überraschungen gibt. Den Service nehmen folgende Unternehmen in Anspruch: Bayer, Ergo, RWE, Henkel, Telekom, BP und einige andere hochrangige Konzerne in Deutschland. Der Fettdruck wurde von der Schule selbst vorgenommen – und sagt genug aus. Hier kauft man sich als Konzern Politik- und Wirtschaftsmeinung.

Die Ukrainekrise hat gezeigt, wie erfolgreich die Züchtung von “Systemjournalisten” betrieben worden ist: 2014 ist es gar nicht mehr notwendig, das die Kanzlerin die Chefredakteure zur Befehlsausgabe ruft – das Meinungsbildungspersonal wird gezielt geschult und schon im Vorfeld selektiert.

Es kommt auch zu gezielten “Säuberungen” – wie bei Zeit-online, wo freie Journalisten diszipliniert (“gefeuert”) werden, die früher mal für “den Feind” geschrieben haben (siehe den aktuellen Fall von Alisa Bauchina bei Heise
[Neue Feindsender?, Telepolis, 25.04.2014], – oder den Fall Moritz Gathmann, ebenfalls bei Heise [Chaos bei Zeit Online: Mal gilt der Ethik-Kodex, mal gilt er nicht, Marcus Klöckner, Paul Schreyer, Telepolis, 20.03.2014]) …. obwohl es im Prinzip zum “Lebenselixier der Demokratie” gehört, bei jeder Art von Konflikt die Interessen BEIDER SEITEN herauszuarbeiten.« 
Alisa von Faces of Ukraine auf der Montagsmahnwache am Brandenburger Tor in Berlin am 05.05.14 [4:29]

Veröffentlicht am 06.05.2014

dazu siehe auch:
- Freischreiber-Vorsitzender Benno Stieber wirft David Schraven schlechten Stil vor: "Es grenzt an Rufmord" (Bülend Ürük, Newsroom, 12.03.2014)

Bilderberger, Oligarchen und der Kampf um die Deutungshoheit

Die Oligarchie bei Platon (427–347 v. Chr.) ist die gesetzlose Herrschaft der Reichen, die nur an ihrem Eigennutz interessiert sind. Sie fällt wie die Aristokratie unter die Herrschaft der Wenigen, wobei diese als gesetzmäßige, am Gemeinwohl ausgerichtete Herrschaft gilt.[1] Diese Idee wurde zunächst von seinem Schüler Aristoteles (384–324 v. Chr.), und später vom griechischen Historiker Polybios (um 200 v. Chr.–etwa 118 v. Chr.) weiterentwickelt. Grundsätzlich bestand in der antiken Staatstheorie seit Platon die Idee, dass jede am Gemeinwohl orientierte Herrschaftsform (Monarchie [auch: Basileia], Aristokratie, Demokratie) ein entartetes, nur an den Interessen der Herrschenden orientiertes Gegenstück hat (TyrannisOligarchieOchlokratie).[2] [Oligarchie, Historische Theoriebildung, Wikipedia]
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Der Sozialwissenschaftler Björn Wendt über die Bilderberg-Konferenz, ein Elite-Zirkel der besonderen Art
Vom 10-14. Juni kommen sie wieder zu einem verschwiegenen Treffen zusammen: Hochrangige Politiker, Spitzenmanager, Wissenschaftler und andere gewichtige Funktionsträger der westlichen Welt nehmen auch in diesem Jahr an der Bilderberg-Konferenz teil. Für die Zusammenkunft haben sich "die Bilderberger", wie die Mitglieder des Elite-Zirkels bezeichnet werden, einen idyllischen Ort ausgewählt: das Hotel Interalpen in der Nähe von Buchen in Tirol.
In einem zweiteiligen Interview beleuchtet der Soziologe Björn Wendt das Treffen der Mächtigen für Telepolis. Wendt ist Autor der Studie "Die Bilderberg-Gruppe - Wissen über die Macht gesellschaftlicher Eliten". Im ersten Teil des Interviews beschreibt der Sozialwissenschaftler, worauf er das Augenmerk bei seiner Auseinandersetzung mit Bilderberg gelegt hat. Fest steht für ihn: Sowohl die Wissenschaft in Deutschland als auch die Medien haben sich mit dem Elite-Zirkel bisher nur sehr unzureichend auseinandergesetzt.

►Herr Wendt, warum haben Sie sich in Ihrer Studie mit der Bilderberg-Gruppe auseinandergesetzt?
Björn Wendt: Weil die Soziologie und die Politikwissenschaft, also genau die Disziplinen, mit denen ich mich im Studium auseinandergesetzt haben, seit nun über 60 Jahren einen großen Bogen um die Bilderberg-Gruppe machen. Das gilt zumindest für die Wissenschaft in Deutschland.

►Aber Sozialwissenschaftler waren bei den Konferenzen eingeladen.
Björn Wendt: Das stimmt. Ralf Dahrendorf, Daniel Bell, Zbigniew Brzezinski oder Joseph Nye waren etwa bei Bilderberg, um nur vier prominente Beispiele zu nennen. Dieses Involviert-Sein der Sozialwissenschaften auf der einen Seite und ihr Desinteresse an der wissenschaftlichen Thematisierung der Bilderberg-Konferenz im öffentlichen Raum auf der anderen Seite, erschien mir erklärungsbedürftig.

mehr:
- "Es ist eine Privatisierung und Re-Oligarchisierung der Politik zu beobachten" (Marcus Klöckner, Telepolis, 08.06.2015)
siehe auch:
Der Tod des bundesdeutschen Journalismus (Wir-Zeitung, 08.06.2015)
- Bilderberger: „Die einflussreichste Gruppe der Welt“ (unzensuriert.at, 07.06.2015)
The Bilderbergers with Dr. Joseph Farrell (Catherine, The Solari Report, 06.06.2015)
Pepe Escobar: Why NATO is terrified of Russia (Strategic Culture Foundation, 01.05.2015)
USA schont ihre »ISIS«-Freunde (Pepe Escobar, Einar Schlereth, 11.03.2015)
Journalist Christoph Maria Fröhder ARD-Mann rechnet mit "Tagesschau" und "Tagesthemen" ab (PolitParadox, 07.02.2015)
ARD-Mann Fröhder rechnet mit "Tagesschau" und "Tagesthemen" ab (SPIEGEL Online, 06.02.2015)
- Michail Gorbatschow warnt vor Krieg in Europa – Der Krieg gegen Russland hat längst begonnen - Es ist Krieg, und keiner merkt es (Gottfried Böhmer und Rainer Kahni, Gesellschaft FreundederKünste, 19.01.2015)
- Panik im Mittelstand (Wolfgang Michal, The European, 23.09.2014)
Ukrainisches TV entlarvt die eigenen Lügen (AllesSchallundRauch, 09.08.2014)
Mark Franchetti berichtet (MopperKopp, Freitag-Community, 20.06.2014)
Fascists/neo-nazis Will Never Allow Real Elections In Ukraine (Pepe Escobar, Informationclearinghouse, 08.03.2014)
- Bilderberger-Netzwerk (Grafik auf Wissenschaft3000, 04.06.2013)
Das wandernde Auge – Der besonders exklusive VIP-Club (Pepe Escobar, Lars Schall, 08.06.2012)
The West's tragedy of capital (Pepe Escobar, Al Jazeera, 11.11.2011)
Hidden Agenda Behind “War on Terror”: The Conquest of Oil, Gas, Water and Vital Resources (Pepe Escobar, Einar Schlereth, Globalresearch, 27.12.2011)
Maulkorb für den Staatsanwalt – Wie die Politik die Justiz beeinflusst. (Christoph Maria Fröhde, Hans Leyendecker, Video auf EpochenVideo, Dezember 2010)
Kein Wort, kein Bild vom Bilderberg (Volker Bräutigam, Ossietzky, 12.06.2010, veröffentlicht auf Schattenblick)
Locked Doors, closed curtains (in  Paul Jeffers, The Bilderberg Conspiracy, 2009, Google Books)
Jack Shafer’s Bilderberg Article: A Response (Kurt Nimmo, InfoWars, 10.06.2008)
- The masters of the universe (Pepe Escobar, Asia Times Online, 22.05.2003)
- Die Bilderberg-Konferenz (Geschichte Berlins)

Schmidt erläutert die NWO ist da aber keiner kapiert´s [5:08]


Veröffentlicht am 24.09.2012
Anlässlich der Verleihung des Preises des Westfälischen Friedens 2012 an Helmut Schmidt hält dieser eine Rede zur aktuellen Situation Europas. Vollständige Rede Link: http://www.wdr.de/mediathek/html/regi... Die Rede präsentiert Phoenix in einem Ausschnitt http://youtu.be/6Vc8KFaDzCc`

KenFM zeigt: Regime-Change in der Ukraine? Dr. Daniele Ganser im Kino Babylon Berlin [1:50:14]

Veröffentlicht am 06.06.2015
Aus der Physik wissen wir, dass Ursache und Wirkung miteinander zu tun haben, und kennen auch eine Reihenfolge. Erst die Ursache, dann die Wirkung. Ein Glas, das zerschlagen am Boden liegt, musste erst fallen.

Kein logisch denkender Mensch würde diese zeitliche Abfolge beim Beobachten von Naturgesetzen in Frage stellen. Geht es dann aber um die "Physik" politischer Ereignisse, wird dies ständig versucht.

Bevor sich die Krim in der Ukraine von der Regierung in Kiew abspaltete und es zur sogenannten Krim-Krise kam, die bis heute anhält und zu einem Bürgerkrieg im Land und massivem Stress mit Moskau führte, kam es in der Ukraine zu einem "Regime-Change", der nicht ohne Tote auskam.

Auf dem Maidan-Platz wurden zig Bürger mit und ohne Uniform von Kugeln getötet, die von Scharfschützen auf Dächern abgefeuert worden waren. Hier handelt es sich um klassischen Mord, der dazu führen sollte, Chaos zu stiften, um so einen Putsch vorzubereiten.

Wer die Schützen waren, wer sie bezahlte und ihnen den Befehl gab, sowohl auf Demonstranten als auch Polizisten zu schießen, ist bis heute nicht wirklich geklärt. Fest steht: Erst als im Anschluss der damalige Präsident Janukowitsch das Land fluchtartig verließ und die NATO-Marionette Poroschenko ins Amt gehievt wurde, reagierte Putin in Moskau und unterstütze die Abspaltung der Krim.

Auf der Krim befindet sich der wichtigste Militärstütpunkt Moskaus. Sevastopol. Offiziell gemietet bis 2042.

In der Westpresse wird dieser zeitliche Ablauf einfach um 180 Grad gedreht und damit die Geschichte auf den Kopf gestellt. Manipulation der öffentlichen Meinung als Basis für Kriegs-Propaganda gegen Russland.

Der Schweizer Historiker Dr. Daniele Ganser folgte der Einlandung von KenFM und Free21 nach Berlin, um die Geschehnisse in der Ukraine in ihrer korrekten zeitlichen Abfolge darzulegen.

Eingebettet wird sein Vortrag in die Geschichte zahlosser Regierungsputsche, die eben alles andere sind als ein Demokratieexport. Oft wurde durch einen Putsch die Demokratie beseitigt. Was den Menschen gern als Regime-Change verkauft wird, sprich Befreiung von der Diktatur mit Hilfe von Außen, stellt sich bei genauerem Hinsehen oft als Import eines (anderen, dem Westen wohlgesinnten) Diktators dar.

In diesem Spiel sind die USA bis heute federführend. Welche Rolle spielten sie damals auf dem Maidan und welche Folgen hat der Regime-Change oder Putsch in Kiew für Europa, und damit auch für Deutschland?

Knappe zwei Stunden Geopolitik im Kino Babylon in Berlin, mit aktuellem Bezug. Spannend und vor allem erhellend, wenn es darum geht, wie in den Massenmedien die Wahrheit verbogen wird, um auch den Bürger der BRD wieder für Krieg zu begeistern. In Zeiten des Internet hat die Staatspropaganda es dann aber zunehmend schwerer, Menschen flächendeckend das Gehirn zu waschen.

Die öffentliche Meinung ist das zweitgrößte Imperium auf diesem Planeten. WIR sind nicht Machtlos. Bildung hilft, die vermeintliche eigene Ohnmacht konsequent als das zu erkennen, was sie ist: Das Resultat bewusster Propaganda. Bildung ist hier das effektivste Gegengift. Bilde Dich. Mach Dich auf die Suche nach anderen Quellen. Macht Dir Dein eigenes Bild.

Dr. Daniele Ganser kann dabei ein Anfang sein.

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Zitate:

»Als Folge der Orientierung an singulären Ereignissen vernachlässigt die Berichterstattung die Darstellung von Hintergründen, Ereigniszusammen- hängen und langfristigen Entwicklungen. (Philips 1976; Murdock 1981). Sloterdijk hat diesen Mangel als ,,Informationszynismus" bezeichnet und ihnauf den ,,additiven Stilder Medien" und ihren ,,uferlosen Empirismus" zurückgeführt. (Sloterdijk 1983, Kp. 11, B. 2). Carey stellt fest, daß „how and why are the most problematic aspects of American journalism: the dark continent and invisible landscape" (Carey 1986, 149).« 
[Hans-Jürgen Bucher, Pressekritik und Informationspolitik, Kap. 2, Formen der Pressekritik,2.4 Pressekritik aIs Kritik pressespezifischer Darstellungsformen,2. Einwände gegen die Kohärenz der Berichterstattung, PDF]
»Ratzinger wäre falsch interpretiert, wenn man ihn als Antidemokraten beschriebe. Er plädiert für eine christliche Demokratie. Ich würde das übersetzen in ein Theorem, an dem ich seit längerer Zeit arbeite: Was uns demnach bevorsteht, ist die globale Wende in den »autoritären Kapitalismus« – und zwar auf der Grundlage eines neo-autoritären WerteDenkens. Ratzingers Visionen lassen sich mühelos in einen solchen Kontext einordnen. Das 21. Jahrhundert wird zum Labor des Neu-Autoritarismus, das heißt des Kapitalismus, der die Demokratie nicht mehr nötig hat.« [Peter Sloterdijk im Gespräch mit Marius Meller (2005): Die Hühner sind die Verlierer der Geschichte. Schluss mit der Demokratie? Der Philosoph Peter Sloterdijk über Europas Krise und den autoritären Kapitalismus in: Tagespiegel v. 24.06.2015]
»Ohne ein jahrelanges Abstumpfungs- und Elastizitätstraining kann kein menschliches Bewußtsein mit dem zurechtkommen, was ihm beim Durchblättern einer einzigen umfangreicheren Illustrierten zugemutet wird; ohne intensive Übung verträgt keiner, will er nicht geistige Desintegrationserscheinungen riskieren, dieses pausenlose Flimmern von Wichtigem und Unwichtigem, das Auf und Ab von Meldungen, die jetzt eine Höchstaufmerksamkeit verlangen und im nächsten Augenblick total desaktualisiert sind.« [Peter Sloterdijk, „Kritik der zynischen Vernunft", Bd. 2, Frankfurt am Main 1983, S. 563]    
»die heutigen Medien bilden die Fortsetzung des Furchtherrschaftssystems mit anderen Mitteln. Die Schrecken der Verdammnis gehen heute abgemildert auf die Schrecken der sozialen Erfolglosigkeit über. Die Säkularisation unserer Kultur bezieht sich auf die Verweltlichung des Schreckens. Dass der Himmel leer ist, damit können wir leben, doch dass die Hölle stark bevölkert ist, dafür haben wir täglich Evidenz. Die Massenmedien haben die Fähigkeit, die Universalien der jetzigen Furchtsteuerungen in große Populationen hineinzutragen. Für Journalisten in diesem Bereich zieht das eine enorme berufsethische Problematik nach sich.
Die modernen Medien leisten dasselbe wie die Volksbelustigungen des Römischen Reiches von der Augustus-Ära an. Über die Völker des Reiches von Rom aus zu herrschen wäre praktisch und atmosphärisch unmöglich gewesen ohne die Bereitschaft des Princeps, das Volk bei Laune zu halten. Das war die Softpower-Komponente der antiken Sozialpolitik. Sie hatte auch eine Hardpower-Seite: die Alimentationen. Dieses Doppelsystem, Alimentation und Unterhaltung, tritt unweigerlich wieder in Erscheinung, wenn moderne Demokratien in eine Saturierungsphase übergehen und bei vielen Akteuren das Gefühl entsteht, man habe schon mehr als genug Demokratie gewagt. Die Politik folgert: Also schalten wir die Bürger aus. Deprimieren wir sie mit dem Schauspiel hohler Politikformen, bis sie das Interesse verloren haben, den Rest erledigen wir.«   
 [»Der Bilder-Ernstfall«, Christine Eichel im Interview mit Peter Sloterdijk, Focus, 15.11.2010]
»Die unerschöpfliche ‘Ordnungs’kapazität der Massenmedien gründet in ihrem additiven Stil». […] Dieses additive Prinzip, mit dem problemlos «Hungertod und Kaviarfrühstück» usw. verknüpft werden können, macht aus der Gleichförmigkeit der ‘Und’-Reihe schleichend eine sachliche Gleichwertigkeit und eine subjektive Gleichgültigkeit.« [Kritik der zynischen Vernunft, S. 570ff, zit. in Briefe an Franz Böni, Werkstatt Fredi Lerch, 1984]
»Die täglichen Nachrichtenflut erzeugt ein Bewusstsein, dem alles gleichgültig und beliebig wird. Neun Symphonien mit Karajan stehen ungerührt neben 10 kleinen Negerlein im Nord-Süd-Dialog, ein Toter lag 10 Wochen unentdeckt im Badezimmer, Yorkshire Pudeldame gebar Drillinge. Ungeheures steht ungerührt neben Banalem. Diesen additiven Stil kennzeichneten Musil, Kästner oder Frank Thieß als das enthemmend Bewusstseinsmodell der Moderne, dem man vorzugsweise in der Presse und im Lexikon begegnet. Es schafft ungewohnt einen zynischen Stil, wo im Extremfall die Presse bittet, eine Hinrichtung zu verschieben, damit man sie in einer besseren Beleuchtung darstellen kann. Fakten werden, wie in der Wissenschaftstheorie der Gegenwart, als Konstruktionen begriffen, die man häufig beliebig selbst herstellen kann. Die beiden komplementären Medien sind dabei das Lexikon und die Zeitung, mit denen der Zyklus unseres Wissens mit einem Minimum an Strukturierung und einem Maximum an Information enzyklopädisiert wird. Häufig ist der Journalist ein Gesinnungstäter, der bedenkenlos Betroffenheit ohne Kenntnis der wahren Faktenlage erzeugen möchte.« [Informationszynismus, Holger Freiherr von Dobeneck, Das Sloterdijk-Alphabet, kritisch-lexikalische Einführung in seinen Ideenkosmos, S. 128, Googlebooks]