Freitag, 12. November 2010

Sprachgebrauch: Modediktat und Modesklaven

Auf SPIEGEL Online ist ein Artikel über eine Frau Kardashian zu finden. Frau Kardashian ist Model und trug zur Präsentation einer Sportbekleidungskollektion eine Robe, die es ihr unmöglich machte, sich nach ihrer hingefallenen Handtasche (auf neudeutsch »Clushbag«) zu bücken.

Der Artikel schließt mit den Worten:

»Und so stand die junge Frau handlungsunfähig und leicht gekrümmt da, bis sich ein galanter Helfer fand, der ihr die Tasche aufhob.

Es scheint, als bleibe bei der Befreiung der Frau vom Modediktat noch einiges zu tun.«

zur Klärung:
- das Wort Mode geht auf das lateinische Wort »modus« zurück, was bedeutet: Maß, Art und Weise
- das Wort Diktat kommt ebenfalls aus dem Lateinischen; »dictare« bedeutet vorsagen, befehlen, vorschreiben.

Mir ist nicht klar, wer hier wem was befiehlt, möglicherweise lohnt es sich, darüber etwas nachzudenken. Und mit der Befreiung der Frau ist das so eine Sache. Ich könnte mir vorstellen, daß Frau Kardashian gar nicht so scharf drauf ist, befreit zu werden. Vielleicht ist sie auf den Befreier scharf.

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