Montag, 14. März 2011

Sinn und Unsinn der Diagnosen-Kodierung

Die mit viel Aufwand betriebene Kodierung liefert offensichtlich inhaltlich wertlose Daten. Dieser Schluss ergibt sich aus einer mit einem Forschungspreis ausgezeichneten Dissertation an der Medizinischen Fakultät an der Universität Leipzig: Das pikante daran: Der KBV-Spitze ist dieses Problem bereits seit langem bekannt.
Wichtig bei der Kodierung ist, dass sich die kodierten Daten auch zuverlässig und replizierbar dekodieren lassen – sonst ist der Aufwand überflüssig und wirtschaftliche sowie gesundheitspolitische Entscheidung werden aufgrund falscher Annahmen gefällt. Diese Problematik stand im Mittelpunkt der Arbeit von Dr. med. Rosemarie Wo- ckenfuss. Sie untersuchte anhand der Ergebnisse der Sächsischen Epidemiologi- schen Studie in der Allgemeinmedizin (SESAM-2), ob die ICD-10 den Anspruch der Reliabilität zur Darstellung der Morbidität erfüllen kann.

Link zum Download der Studie

aus den Mitteilung des bvvp (Bundesverband der Vertragspsychotherapeuten) vom 9.3.2011


Die letzten beiden Sätze der Dissertation lauten:

Zusammenfassend konnte festgestellt werden, dass für die Bekannten Dauerdiagnosen und Neuen Diagnosen nur noch auf Kapitelebene eine mäßige Abbildung der Morbidität mit der ICD-10 gelang, bei den Beratungsanlässen war selbst das schon nicht mehr möglich.
Somit ist die Reliabilität der ICD-10 in der Allgemeinmedizin nicht ausreichend.


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