Mittwoch, 4. Dezember 2013

Der Kampf an der »Heimatfront« 

Den Bürgern aller am Ersten Weltkrieg (1914-18) beteiligten Nationen war ein kurzer Krieg und ein schneller Sieg prophezeit worden. Auf eine jahrelange erbitterte Materialschlacht, die sämtliche Ressourcen erschöpfen würde, war niemand vorbereitet. So wirkten sich die mittelbaren Folgen des Kampfes an der Front bald auch auf die Lebensverhältnisse in der Heimat aus. Bereits Ende 1914 wurden Lebensmittel rationiert, ohne Marken erhältliche Nahrungsmittel waren für viele Menschen unerschwinglich. 
 
Mobiler Küchenwagen zur Versorgung der Bevölkerung, 1916

Ein erster Höhepunkt der Versorgungskrise kündigte sich im Herbst 1916 an, als auf den Äckern die Kartoffeln infolge anhaltenden Regens verfaulten. Als dann im Dezember 1916 auch noch die Temperaturen auf unter -20 °C fielen und Kohlen aufgrund von Transportproblemen knapp wurden, sah sich die Bevölkerung dem »Hungerwinter« 1916/17 ausgesetzt. Um das Schlimmste zu verhindern, gaben Städte und Gemeinden Steckrüben aus, die mangels Alternativen in allen möglichen Variationen verzehrt wurden. Daher ist diese Zeit der Not und des Hungerns auch als »Steckrübenwinter« in die Geschichte eingegangen. Die Zahl der Opfer ist nie ermittelt worden, sie wird auf mehrere Hunderttausend geschätzt. 

Was am 4. Dezember noch geschah: 
 771: Karl der Große wird nach dem Tod seines Bruders Karlmann Alleinherrscher im Frankenreich. 
Brockhaus – Abenteuer Geschichte 2013 

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