Freitag, 10. Oktober 2014

Redewendung: »wie gerädert«

Ein biegsamer Tod 

 Das Rädern war eine im Mittelalter und in der frühen Neuzeit praktizierte Form der Hinrichtung, die wenig zimperlich mit dem Delinquenten umging. Meistens traf sie Mörder, aber zuweilen auch »gotteslesterer, straszenreuber und andre grosze uebelthetter«. Es sind deutliche landschaftliche Unterschiede in der Praxis des Räderns überliefert. In der Regel spielte sich die Folterung und Tötung in zwei Stufen ab, das Rad fand dabei als Folter- und Tötungsinstrument Verwendung.
[Quelle: Hexen, Manfred Gößwein]
 Der Verurteilte wurde auf dem Schafott fixiert, bevor der Scharfrichter das Richtrad ins Spiel brachte. Er begann, das schwere Rad, das an der Kante eiserne Beschläge oder Zacken trug, auf den Körper des Unglückseligen fallen zu lassen. Beginnend bei den Beinen arbeitete er sich über die Arme zum Leib vor und brach dem Verurteilten auf diese Weise fast sämtliche Knochen. Das Ziel der Tortur waren Qualen, nicht der Tod. In der zweiten Stufe wurde das Opfer, die gebrochenen Glieder machten es möglich, auf das Rad geflochten. Das Rad wurde aufgerichtet und der Verurteile sodann enthauptet, erdrosselt oder verbrannt.
 Harenberg – Abenteuer Geschichte 2014

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