Sonntag, 21. Dezember 2014

Unsere Medien werden immer peinlicher: Bekloppte Undercover-Journalisten

Wie sich ein RTL-Journalist vor ARD-Kameras als falscher Demo-Teilnehmer ausgab und andere Verwirrungen im Sammelbecken
Pegida ist, was man aus Pegida macht. Das demonstrierte der junge Mann, der in dem ARD-Panorama-Beitrag mit dem ironischen Titel: Kontaktversuch: "Lügenpresse" trifft Pegida auftrat und seine Befürchtungen in die Kamera sprach. "Zu viele Türken auf der Straße", "Was passiert in Syrien, das macht mir Sorgen und da muss man halt aufpassen, ob das nicht in Deutschland auch bald so sein wird" , "Wir sollten aufpassen, dass Deutschland noch Deutschland bleibt."

Wie die ARD in einem Korrektur-Nachtrag zum Begleitartikel der Sendung informiert, hatte sich der junge Mann später noch einmal bei der Redaktion gemeldet, sich als Reporter von RTL zu erkennen gegeben "und beteuert, dass er eigentlich anderer Ansicht sei und dass diese Aussagen nicht seiner Meinung entsprechen".

Warum aber hat er diese Meinung dann geäußert? Und was hat ihn bewogen, sie anschließend zurückzunehmen?

mehr:
Pegida: "Sind wir noch deutsch in Deutschland?" (Thomas Perry, Telepolis, 20.12.2014)
siehe auch:
- Undercover-Reporter bei Pegida für Team Wallraff unterwegs (Thomas Pany, Telepolis, 20.12.2014)
Laut RTL sollte der Mann, der sich gegenüber dem NDR als Pegida-Demo-Teilnehmer ausgab, "Stimmungen aufgreifen"
Ein RTL-Statement beantwortet ein paar Fragen, die sich durch das Auftreten eines Mannes bei einem Panorama-Beitrag und seinem späteren Outing als Journalist stellen (siehe Pegida: "Sind wir noch deutsch in Deutschland?").
Der Undercover-Mann fasste seine Aufgabe anscheinend ähnlich auf, wie dies von FBI-Agenten im Umkreis von bestimmten Moschee-Gemeinden berichtet wird: Er gab Statements ab, die auf Sympathien bei radikaleren Anhängern stoßen sollten und ihnen Aussagen entlocken, die bestimmten Vorannahmen entsprechen. Im RTL-Statement heißt es:

Da Pegida-Anhänger bisher nicht oder kaum mit Journalisten reden, hat sich ein Reporter des Landesstudio Ost, welches für RTL aus der Region berichtet, verdeckt auf die Pegida-Demo am vergangenen Montag in Dresden begeben, um Stimmungen und Aussagen für eine spätere Berichterstattung aufzugreifen.

»Das macht mir insofern Sorge: Wenn Menschen nicht mehr glauben, was in den Medien informiert wird, wenn Menschen auch Politikern nicht mehr glauben, dann fliegt uns unser wunderschönes System Demokratie früher oder später um die Ohren.« (Gabriele Krone Schmalz über NATO in Zivil in der Ukraine, Russland und Medienpropaganda1, Youtube-Video ab 8:00)

mein Kommentar: 
Unser wunderschönes System ist gerade dabei, uns um die Ohren zu fliegen.

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