Samstag, 29. Oktober 2016

AREVA, Kernkraft und Profiteure: verschwundene Milliarden…

Anne Lauvergeon (* 2. August 1959 in Dijon) ist eine französische Geschäftsfrau. Sie ist Mitglied in den Vorständen von SuezTotalSAFRANVodafone und der EADS.[1] Seit 2004 wird sie in der Liste der 100 mächtigsten Frauen der Welt des Forbes Magazine geführt. 2008 belegte sie auf der Weltrangliste Platz 8, 2007 Platz 14. In Frankreich gilt sie als Nummer 1 und in Europa belegte sie Platz 3.

Anne Lauvergeon (2009)
2006 war sie die weibliche Vorgesetzte mit den meisten Mitarbeitern weltweit und eine der mächtigsten Frauen weltweit. Anne Lauvergeon sitzt dem Aufsichtsrat der École des Mines de Nancy vor und leitet einen Förder- und Freundeskreis des Institut François Mitterrand. Sie ist Mitglied der französischen sozialistischen Partei. Bekannte Widersacher der streitbaren sozialistischen Managerin sind die konservativen Politiker Thierry Breton und Jacques Chirac, bei einem Sieg der Präsidentschaftskandidatin Ségolène Royal war sie für ein Ministeramt im Gespräch. Einen 2007 angefragten Eintritt in die Regierung Sarkozy lehnte Anne Lauvergeon ab. [Anne Lauvergeon, Wikipedia, abgerufen am 29.10.2016]
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1999 wurde sie Chefin von Cogema und folgte dabei Jean Syrota nach. 2001 wurde Cogema mit Framatome und Siemens­anteilen zu Areva zusammengelegt.
Unter ihrer Führung zeigte der ehemalige Staatskonzern mehr Offenheit, etwa bei der umstrittenen Wiederaufarbeitungsanlage La Hague.[3] Innerhalb der Areva hat sie den Frauenanteil von 10 auf 20 % erhöht und setzt sich für eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie ein.
Das wichtigste Projekt für Areva ist der neue europäische Druckwasserreaktor EPR. Den ersten Auftrag für einen Reaktorneubau ("Block 3") im finnischen Olkiluoto erhielt AREVA 2003. Der EPR soll die französischen und deutschen Druckwasserreaktorlinien zusammenführen und galt als ein Schlüsselprojekt für eine mögliche europäische Renaissance der Kernenergie[4]. Baubeginn in Finnland war im August 2005. Anne Lauvergeon wurde für Verzögerungen und Probleme bei dieser Entwicklung und der Realisierung verantwortlich gemacht (zu Bauproblemen siehe hier).
Nach der Nuklearunfällen von Fukushima-Daiichi am 11. März 2011 hatten Vertreter der japanischen Opposition wie z.B. Tarō Kōno das Krisenmanagement der Tōkyō Denryoku (Tokyo Electric Power Company – TEPCO) heftig kritisiert und die umgehende Einbindung ausländischer Experten und Ausrüstung gefordert. Zwei Wochen später flog Lauvergeon mit einer Expertengruppe des Kernkraftwerkes Marcoule nach Japan.[5] Lauvergeon schien mit dieser öffentlichkeitswirksamen Aktion ihre Position an der Spitze des Arevakonzerns zu sichern[6][7], nachdem sie zuvor wegen mangelhaften Krisenmanagements unter heftiger öffentlicher Kritik stand[8]. Nachdem Areva im Juni 2011 jedoch für das Jahr 2010 einen operativen Verlust von 423 Millionen Euro bekanntgegeben hatte, musste Lauvergeon auf Entscheidung des Präsidenten der Republik, Nicolas Sarkozy, und entgegen der Empfehlung des Präsidenten des Aufsichtsrats, Jean-Cyril Spinetta, die Leitung von Areva abgeben[9][10]. Der zuständige Fachminister, Éric Besson, bescheinigte ihr eine «gute Bilanz» und gab der Überzeugung Ausdruck, dass Lauvergeons Nachfolger und bisheriger Stellvertreter, Luc Oursel, ihre Strategien fortführen werde[11]. Nach ihrem Ausscheiden bei Areva erhielt Lauvergeon eine Abfindung von 1,5 Millionen Euro, außerdem 319.045 Euro als Ausgleich für Unkosten in der 2.Jahreshälfte 2011 (für Sekretariat, Leibwächter und Sicherheitsdienst)[12] [Anne Lauvergeon, Tätigkeit in der Nuklearindustrie, Wikipedia, abgerufen am 29.10.2016]
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Im Januar 2012 wurde Anne Lauvergeon erstmals verdächtigt, in Betrügereien um die 2004 gegründete und auf den Britischen Jungferninseln registrierte kanadische Bergbau-Gesellschaft UraMin verwickelt gewesen zu sein. Areva hatte UraMin im Jahr 2007 zum hohen Preis von 1,8 Milliarden Euro (aus öffentlichen Mitteln) übernommen, ohne dass dieses Unternehmen bis zu diesem Zeitpunkt überhaupt jemals Erz gefördert hatte. Lauvergeon hatte den Kauf des Unternehmens seinerzeit gegen den Rat ihrer Mitarbeiter beschlossen[25][26]. Eine von Areva rasch einberufene interne Untersuchungskommission entlastete die ehemalige Präsidentin[27][28]. Für die vermuteten Schmiergeld- und Kick-Back-Zahlungen an Politiker afrikanischer Länder, besonders der Republik Südafrika, in denen Erzminen der Gesellschaft liegen, fanden sich keine Beweise. Umso mehr wurde in der Folge Lauvergeons Ehemann, der auf Mineralerz-Handel spezialisierte Unternehmensberater Olivier Fric, des Insiderhandels verdächtigt, weil er 2007 ein großes Aktienpaket des Minenunternehmens erworben hatte, unmittelbar bevor dieses von Areva übernommen wurde[29]. Gegen Fric wird in diesem Zusammenhang seit 23. März 2016 offiziell gerichtlich ermittelt[30][31].
Der französische Rechnungshof untersucht 2014 Lauvergeons Tätigkeit bei Avera. Er kritisiert Lauvergeon Geschäfts-Aktivitäten, ihre Gehaltsentwicklung, insbesondere eine auf falschen Erfolgsangaben beruhende Gehaltserhöhung[32] sowie insbesondere den Misserfolg des EPR und den Kauf von UraMin. Die beiden letztgenannten Unternehmungen haben den französischen Staat auf Grund der schlechten Vorbereitung durch Areva mehrere Milliarden Euro gekostet[33]. Zu ihrer Rechtfertigung verweist Anne Lauvergeon darauf, dass der Aufsichtsratsvorsitzende Jean-Cyril Spinetta die Bedingungen des Erwerbs von UraMin nicht beanstandet habe und dass die Bilanzen von Areva durch mehrere Wirtschaftsprüfer bestätigt worden seien[34]. Der Rechnungshof eröffnete bezüglich Lauvergeons Geschäftsführung in den Jahren 2007 bis 2010 eine Voruntersuchung wegen «Vorlage oder Veröffentlichung einer ungenauen oder unzuverlässigen Bilanz» und «Verbreitung falscher oder betrügerischer Informationen»[35].
Am 17. Februar 2016 wurde Lauvergeon in der Magazinsendung "Pièces à conviction" des Senders France 3 für die zwischen 10 und 15 Milliarden Euro betragenden Verluste des Areva-Konzerns verantwortlich gemacht[36].
Im Mai 2016 wurde gegen Lauvergeon ein Verfahren wegen «Vorlage oder Veröffentlichung einer ungenauen oder unzuverlässigen Bilanz» eröffnet[37][38].  [Anne Lauvergeon, Die UraMin-Affäre, Wikipedia, abgerufen am 29.10.2016]
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Der französische Atomgigant AREVA ist wirtschaftlich schwer angeschlagen und hat im letzten Jahr über vier Milliarden Euro Verlust eingefahren. Hinzu kommen völlig aus dem Ruder gelaufene AKW-Neubauprojekte in Flamaville und im finnischen Olkiluoto. Erst vor wenigen Wochen kam die nächste Hiobsbotschaft für den Konzern. Materialfehler im Herzstück der Neubauten, den Reaktordruckbehältern, könnten die Projekte zum völligen Desaster machen. Auch Neubau-Aufträge z.B. in China sind betroffen. Damit nicht genug: Arte-TV berichtet nun auch von Ermittlungsverfahren der französischen Staatsanwaltschaft gegen den Konzern, die richtig unangenehm werden könnten und bei denen es um dubiose Geschäfte im Umfang von drei Milliarden Euro bei der Übernahme eines Unternehmens UraMin geht und nicht nur die Firmenspitze betrifft, sondern ein ganzes Netzwerk von Profiteuren bis in die Regierung hinein. Es geht um vermeintliche Uranminen, in denen es aber kein Uran gab. Arte spricht davon, dass es hier um die Enthüllung eines Skandals geht, der sich „in Frankreich zu einer Staatsaffäre auswachsen könnte.“

Krise der Atomkonzerne: Französischer Atomgigant AREVA vor dem Super-GAU
 Atomkonzern AREVA: Krise und Stellenabbau in Deutschland

Dazu ist auf der Seite von ARTE-TV zu lesen: „Die französische Justiz setzt sich nun ernsthaft mit der Areva-UraMin Affäre auseinander. Am 28. Mai hat sie zwei neue Ermittlungsverfahren gegen “Unbekannt” eingeleitet – ein anderes läuft bereits seit April. Das erste Ermittlungsverfahren, das die Bedingungen und Umstände des UraMin-Kaufes betrifft, wurde wegen “Betrugs, Veruntreuung und Bestechung ausländischer Amtsträger” eingeleitet. Das zweite Verfahren wurde wegen der „Verbreitung falscher Informationen, Verwendung oder Vorlage falscher Bilanzen, Machtmissbrauch und der Fälschung von Dokumenten und der Verwendung von gefälschten Dokumenten” eingeleitet und soll sich in erster Linie gegen Anne Lauvergeon richten.“ Lauvergeon ist die ehemalige Chefin der Anfang 2000 neu gegründeten AREVA, die vom Uranbergbau über den Bau von Atomkraftwerken bis hin zur Wiederaufarbeitung und Plutonium tätig ist.

 Atomgigant AREVA schwer angeschlagen – Vier Milliarden Euro Verlust
 Atomkonzerne am Abgrund – “Französischer Atomkonzern Areva ist pleite”
 Rohstoff Uran – Konflikte und Verträge: Niger und AREVA einigen sich
 Französische Atom-Interessen – AREVA in Afrika

Die umfangreiche Recherche ist vollständig samt vieler Videos und interessanter grafischer Darstellungen auf der Homepage von Arte dokumentiert und gliedert sich in vier Episoden, deren „Überschriften“ ich hier gleich zum „anfüttern“ mal übernehme. Zur Einleitung heißt es u.a.: „Alles beginnt 2007: Damals erwirbt der französische Nukleargigant Areva das kleine kanadische Unternehmen UraMin, das in drei afrikanischen Ländern Uranminen besitzt. Diese Transaktion – eine der größten, die in Frankreich seit dem Jahr 2000 getätigt wurde – erweist sich für den von Anne Lauvergeon alias „Atomic Anne“ geleiteten Konzern als finanzielle Katastrophe. Welche Geheimnisse verbergen sich hinter diesem Fiasko? In dieser weltumspannenden Affäre treffen wir auf Staatschefs, Finanzhaie aller Art, zwielichtige Politiker, gescheiterte Industriebosse…“

mehr:
- Atomgigant AREVA am Abgrund: Eine Zeitbombe der französischen Atomindustrie (Dirk Seifert, umweltFAIRändern, 02.06.2015)


Doku Atomic Africa - Dokumentation German [1:28:51]

Veröffentlicht am 25.01.2015

Pièce à conviction - Affaire Areva Uramin 3 milliards en fumée [1:14:12]

Veröffentlicht am 17.02.2016
En 2007, Areva, leader mondial du nucléaire civil, achète Uramin, une petite société minière canadienne, pour 1,8 milliard d'euros. Mais rapidement, les gisements, situés notamment en Namibie et en République centrafricaine, se révèlent inexploitables. Depuis avril 2014, la justice enquête sur cette affaire et sur les 3 milliards d'euros investis par Areva, une entreprise détenue à 87% par l'Etat. Les investigations doivent permettre d'identifier les responsables de ce fiasco, mais aussi de déterminer si cet argent a été détourné. En outre, quel a été le rôle d'Anne Lauvergeon, l'ancienne patronne d'Areva ? Et celui de l'Etat ? En plateau, l'enquête est suivie d'un débat animé par Patricia Loison.
Documentaire réalisé par Pascal Henry
Reportage Monter par Vincent Liger
Pièces à conviction, France 3
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Durch die Nuklearkatastrophe von Fukushima (seit März 2011) geriet die Atombranche in eine schwere Krise. Die Areva-Chefin und -Gründerin Lauvergeon wurde zum 30. Juni 2011 abgelöst.[12] Die französische Regierung teilte mit, dass der Bergbauingenieur Luc Oursel an ihre Stelle treten solle, obwohl Gewerkschaftsvertreter und Abgeordnete sich intensiv für eine dritte Amtszeit der über Jahre sehr erfolgreichen Physikerin und Managerin einsetzten. Als Hintergrund wird ein Konflikt von Frau Lauvergeon mit dem EdF-Direktor (Électricité de France, französischer Staats-Energiekonzern) und Vertrauten des französischen Staatspräsidenten Nicolas SarkozyHenri Proglio, im Jahre 2010 vermutet, in dem sie eine Zerschlagung von AREVA und die Übernahme der Führung über die französische Atomwirtschaft durch die EdF verhindert hatte.[13]
Presseberichten im Herbst 2011 zufolge will der Konzern im Zuge drastischer Sparmaßnahmen an dreien seiner Standorte in Deutschland (Lingen (Ems)OffenbachErlangen) 800 Arbeitsplätze streichen, außerdem eine Fabrik in Dessel (Belgien) schließen sowie den Bau einer Brennelemente-Anreicherungs-Fabrik in Eagle Rock(USA) sowie Projekte zur Urangewinnung in Niger und Namibia verschieben bzw. aufgeben.[14] In diesem Zusammenhang erklärte auch der bisherige Deutschland-Chef Ulrich Gräber seinen Rücktritt.[15]
Ende 2014 gab Areva bekannt, dass der Konzern Verluste schreibt, zudem wurde die Gewinnprognose für 2015 und 2016 zurückgenommen. Daraufhin brach der Aktienkurs um 20 % ein. Hintergrund sind die Verzögerungen bei den laufenden Kernkraftwerksprojekten in Olkiluoto und Flamanville, bei denen die ursprünglich geplante Bauzeiten um einige Jahre verlängert und sich die Kosten von jeweils ca. 3 Mrd. Euro auf etwa 9 Mrd. Euro verdreifacht hatten. Zudem waren durch die weltweite Krise der Kernenergiebranche, die Nuklearkatastrophe von Fukushima und den Atomausstieg Neuaufträge eingebrochen; ein neues Kraftwerksprojekt war zuletzt sieben Jahre zuvor vereinbart worden. Um den Konzern vor der Insolvenz zu bewahren, soll der französische Staat weitere Anteile in Höhe von 2 Mrd. Euro übernehmen, zudem sollen defizitäre Teilbereiche des Konzerns in Bad Banks ausgelagert werden.[16][17][18]
Im Frühjahr 2015 wurde bekanntgegeben, dass der Standort Offenbach bis Mitte 2016 geschlossen wird und die Arbeitsplätze nach Erlangen und Karlstein verlagert werden.[19] Im Juni 2016 war die Verlagerung abgeschlossen.[20][Areva, Krise, Wikipedia, abgerufen am 29.10.2016]
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Areva, de fiasco en scandale d'Etat - Pièces à conviction [45:45]

Veröffentlicht am 16.06.2016
Le magazine « Pièces à conviction » enquête, à charge, sur les volets les plus sulfureux et coûteux du dossier Areva, et le rôle d'Anne Lauvergeon, qui a incarné le nucléaire français durant une décennie.
Documentaire diffusé sur France 3 dans Pièce à Conviction

Pièces à conviction - Uramin-Areva, la suite [21:52]

Veröffentlicht am 21.10.2016
Depuis trois ans, Pascal Henry enquête sur "l'affaire" Areva. A travers des témoignages inédits, "Pièces à conviction" révèle des enjeux politiques, des jeux de pouvoir jusqu'au plus haut sommet de l'Etat et des alliances secrètes entre les différents protagonistes. Le naufrage d'Areva résulte-t-il de mauvais choix ou est-il le fruit d'une opération qui visait à tuer et dépecer le géant français du nucléaire ?
En 2013, Areva a basculé dans la rubrique des faits divers après l'achat en 2007, à prix d'or d'une obscure société minière baptisée UraMin. Une acquisition en Afrique devenue un véritable boulet pour Areva. Mais au-delà d'UraMin, c'est la gestion et l'attitude d'Anne Lauvergeon, présidente du directoire de la multinationale française de 2001 à 2011, qui sont mis en cause.
CAT&Cie Productions

siehe auch:
- AREVA & URAMIN – Eine Zeitbombe der französischen Atomindustrie (Arte.tv, Info, Datum unbekannt)
- Wer gegen sie ist, wird überrannt (Michael Mönninger, ZON, 01.02.2007)
- Areva will weltweit ein Drittel der neuen Kernkraftwerke bauen (Florian Rötzer, Telepolis, 21.12.2007)
- "Atomic Anne" ist wieder da (Hans-Hagen Bremer, Tagesspiegel, 31.03.2011)
- Areva-Chefin Lauvergeon: Frankreichs bekannteste Topmanagerin muss gehen (Holger Alich, Wirtschaftswoche, 16.06.2011)
- Kernenergie: Erhöhte Aktivität (Gero von Randow, ZON; 22.06.2011)
- Deutsche Beteiligung an zweifelhaften EU-Missionen in der Demokratischen Republik Kongo (Christoph, Marischka, Telepolis, 06.07.2011, gefunden bei Informationsstelle Militarisierung e.V.)
- Atomenergie in Frankreich (Gar Nix, Ueberhauptgarnix, 21.07.2011)
- AREVA, EPR und Macht: AREVA Plutonium & Uran töten (nicht nur) in Fukushima (mitwelt, 09.01.2015)
- AREVA: Der tiefe Sturz der französischen Nuklear-Legende (n-24, 28.04.2015)
- Ex-Areva-Chefin Lauvergeon soll EADS-Verwaltungsratschefin werden (ZON, 28.01.2016)
- VIDEO. Pièces à conviction. Anne Lauvergeon, l'ancienne patronne controversée d'Areva (FrancetvInfo, 16.02.2016)
- Der verfängliche Ehemann von Anne Lauvergeon (Arte-Info, 24.05.2016)
- "Lauvergeon schummelt nicht" (Arte-Info, 24.05.2016)
- Uramin: Anne Lauvergeon chez les juges pour une confrontation (le Parisien, 28.09.2016)
- Areva : Anne Lauvergeon chez les juges sur le dossier Uramin (le Parisien, 28.09.2016)
- La justice met en cause un ex-dirigeant d'Areva pour le désastre financier qui a plombé le spécialiste du nucléaire (Reuters, Bussinessinsider.fr, 12.10.2016)
- Uramin : Anne Lauvergeon conteste avoir caché les difficultés d'Areva (La Tribune.fr, 20.10.2016)
- Anne Lauvergeon defends disastrous uranium deal (AFR Weekend, 28.10.2016)

mein Kommentar:

Ich werde den Verdacht nicht los, daß diese angebliche Pleite ein abgekartetes Spiel war: da hat eine Seilschaft gut vernetzter »Leistungsträger« Konkurs in die eigene Tasche gemacht!
Mit großem Genuß zitiere ich aus einem viereinhalb Jahre alten Artikel in der ZEIT:
Gleich zu Beginn der Finanzkrise sah das Magazin der Süddeutschen Zeitung, wie sich ein unheimlicher Penis der Zerstörung erhob. Neben dem Foto eines erigierten Büroturms und unter der moralstickigen Überschrift  Hochmut kommt vor dem Phall schrieb das Blatt: »Die Wirtschaftskrise ist vor allem eine Krise der Männer.« Um in Klammern und kokett hinzuzufügen: »Im Ernst: Wäre Frauen der ganze Mist passiert?« Die einzig sinnvolle Antwort »Klar, warum denn nicht?« fiel dem Autor nicht ein. [Geschlechterverhältnis – Das verteufelte Geschlecht, Christoph Kucklick, ZEIT Online, 08.05.2012, man beachte auch die Kommentare] 

Freitag, 28. Oktober 2016

CETA, TTIP, der nächste GAU, die gallischen Dörfer und ein Dylan-Film

Die Wallonie steht mit ihrer Gegnerschaft zu CETA in Europa nicht alleine da
Im öffentlich-rechtlichen Rundfunk heißt es derzeit, die Wallonie, in der nur 0,7 Prozent der Bürger der EU-Mitgliedsländer lebten, blockiere für alle 510,06 Millionen Einwohner das Freihandelsabkommen CETA. Das kann man so sehen - oder auch nicht.

Geht man nämlich nicht nur in Belgien, sondern auch in anderen europäischen Ländern auf die Ebenen unterhalb der Nationalparlamente, dann stellt sich die Situation etwas anders dar: Hier haben sich inzwischen 2.087 Regionen und Kommunen explizit gegen CETA und dessen großen Bruder TTIP ausgesprochen - darunter auch Metropolen wie Amsterdam, Edinburgh, Barcelona, Mailand und Wien.

mehr:
- 2.087 kleine und große gallische Dörfer (Peter Mühlbauer, Telepolis, 26.10.2016)

siehe auch:

- Die Seiteneinsteigerin (Christian Füller, Freitag, 27.10.2016)
- Die Legende vom freundlichen Kanadier (Jesse Brown, der Freitag, 26.10.2016)
- Hatte Bertrand Russell Recht? (Hans Springstein, der Freitag, 25.10.2016)
- CETA/Wallonie: "RWMM - Lückenpresse - Lügen. (Pregetter Otmar, Freitag-Community, 27.10.2016)
- "Der Großteil versteht die Sanktionen nicht" (Ulrich Heyden, Freitag, Community, 25.10.2016)
- Belgische Blockade – Ein Lob den Ceta-Feilschern (David Böcking, SPON, 26.10.2016)
- Das Waterloo der Handelspolitik (Eric Bonse, Cicero, 27.10.2016)
- Weniger Freihandel wagen (Harald Klimenta, Telepolis, 29.10.2016)

Muß ich jetzt erklären, weshalb ich den folgenden Filmausschnitt hier reingesetzt habe? – und was das mit dem blöden weißen Kaninchen soll?

- und ob die Tatsache, daß Dylan einen Hut trägt, was damit zu tun hat, daß das Kaninchen anscheinend geköpft wird? und und und…

Masked and Anonymous - Beautiful Animals [3:38]


Veröffentlicht am 21.06.2012
Scene from the movie Masked and Anonymous (I do not own the rights to this video nor do I stand to profit from its use)

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Die professionellen Filmkritiker konnten mit dem Film so recht nichts anfangen und gaben ihm im Durchschnitt lediglich 33 von 100 Punkten.[2] Exemplarisch schreibt Lisa Schwarzbaum in der Entertainment Weekly: "Es erfordert enorme Zurückhaltung, nicht zu dem Schluss zu kommen, dass dieses unterhaltsam apokalyptische Chaos von Nichts handelt, denn es könnte genau so gut von Allem handeln. Aber ich bezweifle es." (Requires tremendous restraint not to conclude that this entertainingly apocalyptic mess is about nothing, since it may well be about everything. But I doubt it)[3]
Hauptkritikpunkte waren, dass
  • der Film, anders als "normale" Hollywoodproduktionen, nicht die Handlung in den Vordergrund stelle
  • einige Rollen jeweils nur aus einem langen Monolog bestehen
  • der Film keine Antworten gebe auf die Fragen, die er aufwirft
Ann Hornaday nannte den Film in der Washington Post immerhin eine "faszinierende, irritierende, tolerante, visionäre, prätentiöse, hypnotisierende Popkultur-Kuriosität" (a fascinating, vexing, indulgent, visionary, pretentious, mesmerizing pop culture curio) [4]
Das Lexikon des internationalen Films meinte: „Rätselhafter Film, in dem der Sänger Bob Dylan ein resigniertes Resümee zieht und angesichts der allgemeinen Verlogenheit alle Werte und Überzeugungen in Frage stellt. Der unfertig wirkende, teilweise absurde Film bezieht einen Teil seiner Wirkung aus den neu arrangierten Liedern Dylans sowie Gastauftritten vieler mitunter bis zur Unkenntlichkeit verkleideten Stars. [Masked and Anonymous, Kritik, Wikipedia, abgerufen am 28.10.2016]
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»This thing I feel, I can’t name it straight out but it seems important, do you feel it too?’ — this sort of direct question is not for the squeamish.« [David Foster Wallace, Octet]
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„Der Schnitt, der in dieser legendären Eröffnungsszene das Auge durchtrennt, wird letztlich nicht vom Rasiermesser, sondern von der filmischen Montage ausgeführt. Auf geniale Weise verschränken sich hier Form und Inhalt: erst der Filmschnitt gebiert den Schnitt durchs Auge, der wiederum den Filmschnitt symbolisiert. Denn wie das Messer das Organ der Erkenntnis durchtrennt, so zerschneidet die Montage die narrative Kohärenz des Filmes. Und so wie der Mann seine Rasierklinge an das Auge der Frau legte, legten Buñuel und Dali ihre Klingen an das Auge des Zuschauers.“
– Stefan Volk: Skandalfilme[6]
„So überraschend, wie gerne behauptet wird, ist der Schnitt durchs Auge nämlich gar nicht. Vielmehr wird der Zuschauer präzise darauf vorbereitet und das mit absolut klassischen filmischen Mitteln […] Das Erschreckende dieses Anblicks beruht gerade nicht darauf, dass er uns vollkommen unvermittelt trifft, sondern vielmehr dass wir ihn bereits beim Bild des geteilten Mondes ahnen. Was als grosser Tabubruch in die Filmgeschichte eingehen sollte, ist zugleich das Schulbuchbeispiel eines Match Cut. […] Der surrealistische Überraschungseffekt von Un chien andalou entspringt somit erst aus einer absoluten Beherrschung der gängigen Erzähltechniken des Kinos.“
– Johannes Binotto: Für ein unreines Kino: Film und Surrealismus[7]
„Ein Klassiker der Filmkunst, an dessen Drehbuch der surrealistische Maler Salvatore Dali mitwirkte. Thematisch nicht durchaus erfreulich, in der surrealistischen Gestaltung kühn und einfallsreich. Von hier aus gesehen nicht nur filmhistorisch interessant.“  
– Evangelischer Filmbeobachter[8]  [Ein andalusischer Hund, Rezensionen, Wikipedia, abgerufen am 28.10.2016]
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mein Kommentar:
Der Film gibt keine Antworten auf die Fragen, die er aufwirft?
Die Reaktionen der Kritiker sind die Antwort!

[Quelle: Lang gedacht, nichts verstanden]
- und manchmal reichts auch schon, einfach nur den Kopf aus dem Sand zu nehmen!

und noch was:
Während in allen möglichen alternativen Medien in den letzten Monaten vor den Freihandelsabkommen mit den USA und Kanada gewarnt wurde, wurden die Schlußverhandlungen mit Belgien in den Fernsehnachrichten durch die Bank weg als GAU oder Beihnahe-GAU und die EU als handlungsunfähig dargestellt. Fällt jemandem dazu was ein?
Vielleicht das weiße Kaninchen im Dylan-Film?
Was hat die Darstellung der EU als handlungsunfähig für Konsequenzen?
Daß, um Handlungsfähigkeit zu beweisen, TTIP von der EU durchgewinkt wird?
Nach dem Motto »Inhalte überwinden«? (siehe oben verlinkten SPON-Artikel)


Stationierung von US-Marines in Norwegen

Elite-Soldaten sollen rund 1000 Kilometer entfernt von der russischen Grenze untergebracht werden
330 US-Marines sollen ab 2017 in Norwegen rund 1000 Kilometer von der russischen Grenze entfernt stationiert werden. Der Grund: Für die Sicherheit Norwegens sei es wichtig, dass die Nato-Verbündeten "hierherkommen, um Kenntnisse darüber zu erwerben, wie man in Norwegen und mit den norwegischen Streitkräften operiert", so die Verteidigungsministerin Ine Eriksenzur.

Die Verteidigungsministerin Ine Eriksen Søreide bezeichnete die Stationierung als eine "hochwillkommene US-Initiative", die zu den Bemühungen der Nato zu einer verbesserten praktischen Zusammenarbeit innerhalb des Verteidigungsbündnisses passe. Aufgabe der Marineinfanteristen werde es sein, den militärischen Einsatz unter arktischen Bedingungen zu durchlaufen.

mehr:
- Stationierung von US-Marines in Norwegen (Marcus Klöckner, 25.10.2016)
- "Which country do you think is the greatest threat to peace in the world today?" (Kommentar taramsalata, 27.10.2016)
Nach einer 2013 Umfrage in 65 Ländern, wird die USA insgesamt als größte Bedrohung für den Weltfrieden gesehen (24%), gefolgt von Pakistan (8%) und China (6%). Dreifacher Stimmenvorsprung auf den zweitplazierten ist zweifellos Gold. http://www.wingia.com/en/services/end_of_year_survey_2013/global_results/7/33/ In Deutschland war in 2013 die USA ebenfalls auf Platz 1, mit 17% der Befragten. http://www.wingia.com/web/files/news/97/file/97.pdf (Seite 7)
- Kalter Krieg 2.0 (Constantin Wißmann, Cicero, 26.10.2016) 

mein Kommentar:
die Suche nach entsprechenden Meldungen in unseren Qualitätsmedien ergab:
- USA stationieren Soldaten in Norwegen (n-tv, 25.10.2016)
(beide Bilder sind Screenshots aus Prof. Mausfelds Vortrag: »Warum schweigen die Lämmer«)
von wegen »Wir haben es nicht kommen sehen«!

US-Wahlen: Zwei ungeliebte Kandidaten in einem Klima von Verunsicherung, Mißtrauen und Polarisierung

Im angeblichen Heimatland der Demokratie können sowohl Trump als auch Clinton mit dem Verdacht auf Wahlmanipulation hausieren gehen, wie eine Umfrage belegt 

Der republikanische Präsidentschaftsbewerber Donald Trump hat schon mal vorgebaut und immer in den USA kursierende Ängste damit mobilisiert. Wenn er verlieren sollte, so suggerierte er, seien die Wahlen manipuliert worden. Am 16. Oktober ließ er einen Tweet los und erklärte die Wahl bereits als manipuliert, bevor sie begonnen hat. Nicht nur würden die Medien zugunsten der "betrügerischen Clinton" manipuliert (rigged) sein, sondern auch "viele Wahlstationen". Zuvor hatte er seine Anhänger schon dazu aufgerufen am Wahltag zu den Wahlstationen zu gehen und diese zu beobachten.

Nachdem seine Umfragewerte allerdings wieder nach dem letzten Fernsehduell gestiegen sind, äußerte er solche Suggestionen nicht mehr. Man muss allerdings darauf hinweisen, dass auch Hillary Clinton die Ängste vor einer Manipulation der Wahlen schürt. Für sie - und die Regierung im Weißen Haus - geht die Gefahr allerdings von Moskau aus, das angeblich mit Hacks gegen Server der Demokratischen Partei und Leaks von Clinton-Mails sowie Angriffe auf Wahlsysteme in einigen Bundesländern Trump befördern und Clinton schaden will.

Wenn beide Kandidaten versuchen, dieses Misstrauen gegenüber dem Wahlsystem für sich auszubeuten, dann treffen sie damit auf eine Verunsicherung, die in großen Teilen der Bevölkerung herrscht, und auf das herrschende Misstrauen gegenüber dem Kongress und der Bundesregierung. Allerdings hatte sich gezeigt, dass George W. Bush die erste Wahl in Wirklichkeit knapp verloren hatte, was aber nach 9/11 keine Rolle mehr spielte, und dass die dann unter seiner Präsidentschaft betriebene Einführung von Wahlcomputern die Ängste vor möglichen Manipulationen nur noch gesteigert haben. Tatsächlich sind viele der veralteten Wahlcomputer für Manipulationen anfällig, allerdings wohl nicht für größere Eingriffe (USA: Misstrauen in die Wahlcomputer und in die Technik).

mehr:
- Viele Amerikaner misstrauen dem Wahlsystem - und dem ganzen politischen System (Florian Rötzer, Telepolis, 26.10.2016)

siehe auch:

- Shane Smith: "Ich will das IS-Kalifat sehen" (im Interview mit Lisa Nienhaus, ZON, 27.10.2016)
»Babyboomer sind dominant, weil sie die größte Gruppe sind. Sie dominieren nicht nur die Medien, sondern auch die Politik, die Wirtschaft. Donald Trump ist der letzte dieser ängstlichen Babyboomer in der Politik. Sie sagen: "Oh, die Welt verändert sich, und wir mögen keine Veränderungen." […] Babyboomer haben sich in die Idee verbissen, dass alles am Arsch ist.«
- Wladimir Putin: "Ist Amerika etwa eine Bananenrepublik?" (ZON, 27.10.2016)
Serie: Oh Ohio! (ZON, Rieke Havertz, ab 24.10.2016)
- Dauerndes Lügen schwächt Lügenbremse im Hirn (Peter Mühlbauer, Telepolis, 25.10.2016)
- United States of Angst – Donald Trump und der Extremismus der Mitte (Bernd Greiner, Blätter für deutsche und internationale Politik, September 2016)
- Was ist Politik? – Für eine Politikwissenschaft jenseits von Mathematik und Moralphilosophie (Lothar Probst, Blätter für deutsche und internationale Politik, Oktober 2016)
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Montag, 24. Oktober 2016

Geschichte der Privatisierung Russlands – Bilanz eines Raubzugs

Die neunziger Jahre des 20. Jahrhunderts gelten in Russland noch heute als negative Folie, vor der fast alles, was den Leuten aktuell zugemutet wird, als kleineres Übel erscheint. Der Verlust an Lebenssicherheit, an Ersparnissen, der Rückgang der durchschnittlichen Lebenserwartung um zehn Jahre bei Männern und acht Jahre bei Frauen, das alles ist für »Friedenszeiten« beispiellos. Nicht zuletzt aus dem Kontrast zu dieser Zeit bezieht Wladimir Putin seine anhaltende Popularität.

Klaus Heller, emeritierter Osteuropahistoriker von der Universität Gießen, hat es unternommen, die Geschichte dieses für alle Zeitgenossen verwirrenden und für den Außenstehenden verworrenen Jahrzehnts nachzuzeichnen, und das ist – zumal im deutschen Sprachraum – verdienstvoll. Die mit geringerem zeitlichem Abstand zu den Ereignissen entstandene Studie des amerikanischen Wirtschaftsjournalisten Paul Klebnikow über Boris Beresowski als den »Paten des Kreml« aus dem Jahre 2000 ist im Buchhandel lange vergriffen. Die kurz danach in den USA entstandene Arbeit von Marshall I. Goldman über die »Piratization of Russia« (2003) dagegen ist über weite Abschnitte Quellengrundlage von Hellers Studie, insbesondere übernimmt er von ihm große Teile der analytischen Schlussfolgerungen.

Heller arbeitet nicht auf Grundlage von Primärquellen, die allerdings auch meist noch nicht für die Forschung zugänglich sind. Statt dessen stützt er sich auf die inzwischen umfangreiche Memoirenliteratur. Da es zur Natur dieser Art von Quellen gehört, dass sie das Wirken des Autors ins beste Licht setzen sollen, gerät ihm die so rekonstruierte Geschichte über lange Strecken apologetisch.

mehr:
- Bilanz eines Raubzugs (Reinhard Lauterbach, Buchrezension, junge Welt, 24.10.2016)

Doku: Wie Putin Russland stark machte. von Andrej Karaulow, 2010 Putin von innen [57:29]

Veröffentlicht am 18.04.2013
Veröffentlicht am 12.04.2013
Von: http://www.youtube.com/user/Reconquis...

Der unbekannte Putin - eine russische Dokumentation aus dem Jahr 2010, welche die Verhältnisse vor Putins Machtantritt darstellt und jene Leistungen aufzeigt, die dazu führten, dass im Westen die Dreckschleuder gegen Putin in Gang gesetzt wurde.
Erläutert wird das PSA-Gesetz, welches es ermöglicht, andere Länder im Stile des Kolonialismus auszubeuten. Russland wurde jahrelang um seine Ressourcen beraubt und zusätzlich in die Verschuldung gestürzt. Dieses Gesetz findet weltweit Anwendung, z.B. im besetzten Irak. Die gesetzliche Grundlage dazu erschaffen die Amerikaner und Engländer selbst, indem sie in das Geschehen von Staaten aktiv eingreifen. Auch die Verfälschung von Geschichtsbüchern und westlicher Einfluss auf die Medien gehören zum Standardprogramm, wie wir in dieser Dokumentation erfahren. Es stellt sich heraus, dass die Russische Föderation seit ihrer Gründung 1991 niemals voll souverän war - sind das nicht erstaunliche Parallelen zu Deutschland?
Des weiteren werden die wahren Gründe für die Inhaftierung von Chodorkowski dargestellt; furchtbare Verbrechen, die im Westen verschwiegen werden.

Es findet ein medialer Informationskrieg innerhalb von Russland statt. Hier kann man sehen, wie die angelsächsische Propagandamaschinerie gegen jeden vorgeht, der sein Land aus der Okkupation befreien will. Putin hat an vielen Stellen Souveränität zurückerobert, aber die Medien befinden sich weiterhin unter angelsächsischer Kontrolle.
Dies ist der Grund dafür, warum dieser Film auch in Russland weitestgehend unbekannt ist.
Erläutert wird der Vernichtungsplan, nach dem Russland systematisch ausgeschlachtet wurde. Wir erfahren mehr über die Konzepte der "economic Hit Man" und wie durch sie Staaten und Völker ganz ohne militärisch geführten Krieg vernichtet werden können. Die Privatisierung verlief nach demselben Schema jener Liste, auf der angeführt war, welche russischen Städte durch Atombomben in einem geplanten 3. Weltkrieg zu vernichten seien. Putin rettete viele Industrien und bewahrte Russland so vor dem Untergang und kam hierdurch dem Establishment bei seinen Weltherrschaftsplänen in die Quere. Insgesamt waren fünf Attentate auf ihn geplant. In Russland wird der Weltstaat, den zu errichten versucht wird, Einpolwelt genannt.
Wir erfahren auch von den Millionen von Opfern der Neunziger Jahre, welche durch Liberale dadurch verschleiert werden, dass sie die Verluste durch Einwanderungszahlen zu kompensieren versuchen. Auch Ungeborene werden hier mit eingerechnet - Ein bedeutender Faktor, der in Deutschland keine Anwendung findet. Auch Auswanderer müssen zu den Verlusten einer Nation hinzugerechnet werden. Sind dies nicht erneut erstaunliche Parallelen zu Deutschland?
"Welche Zensur verbietet es unserem Gewissen, alles beim Namen zu nennen?"

Original: http://www.youtube.com/watch?v=jmrzWp...

English version: http://www.youtube.com/watch?v=LRSVNP...

siehe auch:
- Wrestling im Manchester-Kapitalismus: Putin vs. russische Oligarchen (Post, 02.03.2015)
aktualisiert am 12.11.2016

Sonntag, 23. Oktober 2016

Wie die Republikaner die Demokratie gestohlen haben

Vor der letzten Fernsehdebatte der Präsidentschaftskandidaten in den USA scheint Hillary Clinton der Wahlsieg kaum noch zu nehmen. Im Kongress werden die Republikaner aber wohl unschlagbar bleiben – auf Jahrzehnte hinaus. Dafür sorgt eine undemokratische, aber geniale Strategie

Im Juli 2009 las Chris Jankowski einen Artikel in der New York Times. Acht Monate zuvor hatte Barack Obama den republikanischen Kandidaten John McCain mit großer Mehrheit geschlagen. Viele fragten sich, wie die Republikaner die nächsten Wahlen überleben könnten. In 27 Bundesstaaten hatten die Demokraten die Mehrheit in beiden Häusern der Legislative inne und in sechs weiteren Staaten kontrollierten sie eines. Auf Bundesebene waren die Präsidentschaft, der Kongress und der Senat in den Händen der Demokraten. Aber in dem Artikel stand, dass 2010 nicht nur das Jahr der nächsten Midterm-Wahlen sei. Wahlen in nuller Jahren seien wichtiger als andere, weil die Verfassung jedem Bundesstaat vorschreibt, alle zehn Jahre eine Volkszählung abzuhalten und danach die Grenzen seiner Wahlkreise neu zu ziehen.

mehr:
- Wie die Republikaner die Demokratie gestohlen haben (Dave Daley, Cicero, 19.10.2016)
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Redefreiheit nur für Gleichgesinnte

Der Historiker Jörg Baberowski kann in Bremen bloß unter Polizeischutz und nicht an der Universität auftreten. Gesorgt hatte dafür der Asta. Das widerspricht dem Geist der Aufklärung und erinnert an finstere Zeiten 

Wer am vergangenen Donnerstag zur Bremer Universität ging, um einen Vortrag des Historikers Jörg Baberowski zu hören, stand vor verschlossenen Türen. Sollte ihn aber noch die Nachricht erreicht haben, dass die Veranstaltung verlegt wurde, dann sah er vor den Räumlichkeiten der Konrad-Adenauer-Stiftung 22 Polizisten patrouillieren. Den Professor hatten Personenschützer des Staatschutzes zu seinem Vortrag begleitet. Eingeladen hatten ihn die Konrad-Adenauer-Stiftung und der „Ring Christlich-demokratischer Studenten“ (RCDS), um über sein im S. Fischer Verlag erschienenes Buch „Räume der Gewalt“ zu diskutieren, in dem er sehr präzise untersucht, wie und unter welchen Bedingungen Gewalt entsteht.
mehr:
- Redefreiheit nur für Gleichgesinnte (Klaus-Rüdiger Mai, Cicero, 21.10.2016)
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Anstieg der Kriminalität durch Flüchtlinge?

Seit Beginn der Flüchtlingskrise ranken sich Stereotype über Flüchtlinge. Was ist an ihnen eigentlich dran? 

Als sich das Kölner Amtsgericht vergangene Woche an die Presse wandte, hätte das eigentlich bundesweit Aufmerksamkeit erregen müssen. Schließlich hatten die Richter ein vorläufiges Fazit der Kölner Silvesternacht vorbereitet und damit zu jenem Ereignis, das wahrscheinlich wie kein anderes die öffentliche Meinung in der sogenannten Flüchtlingskrise prägte. 

Von rund 2.000 überwiegend arabisch stämmigen Sexualstraftäter hatten Medien damals berichtet und das das Ende der Willkommenskultur beschworen. Die Bundesregierung verschärfte in der Folge das Asylrecht, vereinfachte Abschiebungen und schloss Rücknahmeabkommen mit nordafrikanischen Ländern. Ein wachsender Teil der Öffentlichkeit folgte dem Klischee vom triebgesteuerten Araber, der besser zu Hause geblieben wäre.
mehr:
- Asylsuchende: Bleibeperspektive und Kriminalstatistiken (Fabian Köhler, Telepolis, 23.10.2016)
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Warum scheiterte das sowjetische Internet?

Wiktor Michailowitsch Gluschkow und das OGAS-Projekt

Von heute aus gesehen ist klar, dass auch das Fehlen einer internetähnlichen Struktur die sozialistische Planwirtschaft zum Scheitern verdammt hat. Da stellt sich natürlich die Frage, warum die Sowjetunion das Internet nicht erfunden oder zumindest nachgeahmt hat, denn die Technologie wäre grundsätzlich da gewesen. Antwort: Sie hat ja. Oder hätte, wenn das Wörtchen "wenn" nicht gewesen wär.

Kybernetik, das war in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg in der Sowjetunion eine verdächtige Wissenschaft. Stalin und die Seinen, deren Ansatz doch eher als Top-Down-Management im Verbrecherstil beschrieben werden kann, hatten keinen Sinn für schwingende, interdependente Regelkreise; man kann sich bildhaft vorstellen, dass sie "Widerrede" für eine korrekte Übersetzung des Begriffs "feedback" gehalten hätten.

Mit dem Tod Stalins änderte sich die Haltung des Sowjet-Sozialismus zur Kybernetik zwar nicht über Nacht, doch recht bald; was bis dahin nur von einigen Spezialisten hinter vorgehaltener Hand besprochen worden war, konnte jetzt frei diskutiert werden. Der Effekt dieser neuen Freiheit war so merklich, dass er noch heute nachhallt.

mehr:
- Woran das sowjetische Internet scheiterte (Marcus Hammerschmitt, Telepolis, 23.10.2016)

Die Erfinder des Internets [4:40]

Veröffentlicht am 27.06.2012
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