Donnerstag, 5. Oktober 2017

Fernsehempfehlung: »Blade Runner« auf arte

Blade Runner [bleɪd ˌrʌnɚ], deutscher Verleihtitel zeitweise auch Der Blade Runner, ist ein am 25. Juni 1982 erschienener US-amerikanischer Science-Fiction-Film des Regisseurs Ridley Scott. Literarische Vorlage ist der Roman Träumen Androiden von elektrischen Schafen? von Philip K. Dick. Dieser Roman wurde später ebenfalls unter dem Titel „Blade Runner“ vertrieben. Der Film, der Elemente des Film noir übernimmt und eine Dystopie entwirft, war bei Kritik und Publikum zunächst kein Erfolg, wurde mit der Zeit aber zum Kultfilm. In der Bundesrepublik Deutschland lief der Film ab dem 14. Oktober 1982 in den Kinos.
Bemerkenswert sind das einflussreiche visuelle Design, die detailreiche Ausstattung und die Filmmusik von Vangelis. Überdies bieten einige Themen des Films vielfältige philosophische Deutungsmöglichkeiten. Ridley Scotts erster Hollywood-Film eröffnete das Genre des Cyberpunk für das Kino und machte den Autor Philip K. Dick nach seinem Tod berühmt. [Blade Runner, Wikipedia, abgerufen am 06.10.2017]
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Los Angeles, 2019: schmutzig und übervölkert. Die Bewohner der Stadt sind sogenannte "Replikanten" ... - "Blade Runner" (1982, Regie: Ridley Scott) ist ein Film, der sich vor allem durch seine hervorragende Kamera, Bildkomposition und visuellen Effekte auszeichnet – so wurde er 1983 für zwei Oscars in den Kategorien Beste Ausstattung und Beste visuelle Effekte nominiert.
mehr:
- Blade Runner (arteTV, Sendetermin: Sonntag, 8. Oktober 2017, 20:15)
siehe auch:
- Träumen Maschinenmenschen von Menschen? (Rüdiger Suchsland, Telepolis, 07.10.2017)

Blade Runner Blues - Vangelis - 1982 - [HD] {10:18} {10:18}

Veröffentlicht am 21.02.2009
piano77man77
Feels almost like a dream......
Composer: Vangelis
Soundtrack: Blade Runner
Year: 1982

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Die Musik zum Film stammt von Vangelis, der zuvor mit der Musik zu Die Stunde des Siegers (Chariots of Fire) bekannt geworden war. Die Filmmusik verbindet klassische Komposition mit dem futuristischen Klang von Synthesizern, auf denen sie von Vangelis eingespielt wurde. Hierbei kommt besonders oft Vangelis’ Lieblingsinstrument, ein Yamaha CS-80-Synthesizer, mit seinen charakteristischen, bläserartigen Klängen zum Einsatz. Ein Titel stammte aus einem früheren Album des Künstlers. Sie trägt stark zur melancholisch-düsteren Atmosphäre des Films bei und wurde von vielen Kritikern gelobt. Vangelis wurde für seine Arbeit 1983 für den BAFTA Award und den Golden Globe nominiert. Auch für seinen späteren Film 1492 – Die Eroberung des Paradiesesengagierte Regisseur Scott Vangelis als Komponisten. [Blade Runner, Soundtrack, Wikipedia, abgerufen am 06.10.2017]
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Der Blade Runner - Trailer HD deutsch {3:44}

Veröffentlicht am 25.01.2016
Thomas Roth
Deutsche Trailer HD und SD.

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In Deutungen des Films ist auf eine Vielzahl von Themen und Motiven hingewiesen worden, die in Blade Runner eine Rolle spielen.
“Blade Runner embodies a number of the recurring themes in Dick’s writings: the restless paranoia of the characters, the dismissive influence of a higher authority, the substitution of reality by fakes and imitations, the self-perpetuating increase of garbage and waste.”„Blade Runner behandelt eine Reihe der in Dicks Schriften wiederkehrenden Themen: die beständige Paranoia der Charaktere, die verachtende Machtausübung höherer Autoritäten, die Ersetzung der Wirklichkeit durch Fälschungen und Imitate, die sich selbst verstärkende Zunahme von Abfall und Müll.“
– Philip Strick: International Dictionary of Films and Filmmakers[11]
„Der Film, der auf der Handlungsebene einem eher einfachen und klar strukturierten Muster folgt […] eröffnet bei genauerer Betrachtung vielschichtige Deutungsebenen, die vor allem zahlreiche Reflexionen über die neuzeitliche Realitätsauffassung und den damit verbundenen Humanitätsbegriff zulassen.“– Fabienne Will[10]
„Menschlicher als der Mensch“
Zentrales Thema der Werke Philip K. Dicks und auch dieses Films ist die Frage, was den Menschen zum Menschen macht, und die paranoide Furcht davor, dass es Wesen gibt, die wie Menschen aussehen, aber keine sind. Laut Buch und Film sind die Replikanten daran zu erkennen, dass sie nicht das menschliche Vermögen der Empathie besitzen. Sie werden mit einem Gerät getestet, das emotionale Reaktionen überprüft. Die Brauchbarkeit dieses Unterscheidungskriteriums wird im Laufe des Films aber in Frage gestellt. Es sind die Menschen, die isoliert und gefühllos wirken, während die Replikanten Emotionen – Furcht, Zuneigung, Hass, Trauer – zeigen. Obwohl sie als unbarmherzige Mörder eingeführt werden und auch tatsächlich töten, wirbt der Film für sie um Sympathie (vergleiche die Rezeption der Darstellung Roys durch Rutger Hauer im Abschnitt Kritiken). Das Motto der Tyrell Corporation lautet „more human than human“ – „menschlicher als der Mensch“ –, und so verhalten sich die Replikanten schließlich. Die Andeutung der Möglichkeit, dass Deckard selbst ein Replikant ist, verwischt die Grenze zwischen Menschen und Replikanten weiter. Dies wirft ethische Fragen auf:
„Das Thema von ‚Blade Runner‘ ist also die Auseinandersetzung mit der Frage: Wann ist der Punkt erreicht, wo man eine Existenz achten muß?“– Rudi Steiner: Das Lexikon der Kultfilme[12]„Auf diesen Problemkreis konzentriert sich auch der Film: Wenn […] Deckard einen echten Androiden in Zeitlupe tötet, inwieweit ist er als Mensch besser als der Androide? Und warum rettet der angeblich empfindungslose Replikant Batty schließlich im Angesicht seines baldigen ‚Todes‘ den Blade Runner Deckard, anstatt ihn zu töten?“– Roland Hahn/V. Jansen: Die 100 besten Kultfilme[13]
In dem Film wird an mehreren Stellen ein als „Voight-Kampff-Test“ bezeichnetes Verfahren gezeigt, mit dem herausgefunden werden soll, ob ein Proband ein Replikant oder ein Mensch ist. Dabei werden mehrere Fragen an den Probanden gestellt und dessen Reaktion, insbesondere die der Augen, aufgenommen und bewertet. Dieses Prozedere erinnert an den Turing-Test. [Blade Runner, Themen, Wikipedia, abgerufen am 06.10.2017]
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"Tränen im Regen / Zeit zu sterben" - Blade Runner (1982 International Theatrical Cut - German) {2:07}

Veröffentlicht am 13.02.2013
dbenx
"Tränen im Regen / Zeit zu sterben"
- Die bewegende Schlusszene aus dem Film Blade Runner
Ich habe diese Aufnahme aus meiner persönlichen Lieblingsversion von 1982 kopiert. Alle weiteren erschienenen Versionen (Directors Cut, Final Cut etc.) gehören nicht zu meinen Favoriten.
1982 INTERNATIONAL THEATRICAL CUT (with German Soundtrack) from the ARCHIVAL VERSIONS
Roy Batty (Rutger Hauer), der Replikant:
"Ich habe Dinge gesehen, die ihr Menschen niemals glauben würdet. Gigantische Schiffe die brannten draußen vor der Schulter des Orion. Und ich habe C-Beams gesehen, glitzernd im Dunkeln, nahe dem Tannhäuser Tor. All diese Momente werden verloren sein, in der Zeit. So wie Tränen.. im Regen.. Zeit zu sterben.. "
Rick Deckard (Harrison Ford), der Blade Runner:
"Ich weiß nicht, warum er mein Leben gerettet hat. Vielleicht hat er in seinen letzten Augenblicken das Leben mehr geliebt als je zuvor. Nicht nur sein Leben, das eines jeden, mein Leben. Alles, was er wollte, waren die Antworten, die wir alle wollen. Woher komme ich, wohin gehe ich, wieviel Zeit bleibt mir. Alles, was ich tun konnte, war da sitzen und zusehen wie er starb."

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An einigen Stellen des Films lassen sich Bezüge sowohl zu biblischen als auch zu anderen Mythen finden. Neben den Augen spielt beispielsweise das Symbol des Einhorns eine wichtige Rolle. Fans des Films haben auf weitere mögliche Symbole aufmerksam gemacht, darunter Gaffs Origami-Figuren, die Tiere – jedem Charakter kann leicht ein Tier zugeordnet werden – oder die Schachkombination, die aus der „Unsterblichen Partie“ stammt (in der deutschen Synchronisation ist die englische Schachnotation fehlerhaft übersetzt).
Roy wurde von Tyrell erschaffen. Er nennt ihn selbst sowohl Schöpfer („Maker“) als auch Vater („Father“). Dieses Motiv wird jedoch in der Mitte des Films gebrochen. Als Roy erfährt, dass der „Vater“ sein Leben nicht verlängern kann, blendet und tötet er ihn (auch hier scheint das allgegenwärtige Augenmotiv durch). Roy zitiert, in leichter Abwandlung des Textes, aus der Dichtung America: A Prophecy, (1793) von William Blake und vergleicht die Replikanten mit den Engeln in der Dichtung. Bei Blake entsprechen die Engel jedoch nicht Engeln im christlich-biblischen Sinne. Sie sind bei Blake Teil des Kampfes um Befreiung aus der Tyrannei.[23] [Blade Runner, Literarische, mythologische und philosophische Bezüge, Wikipedia, abgerufen am 06.10.2017]
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Rutger Hauer and Blade Runner - "30 years ago I saw the future" {6:51}

Veröffentlicht am 24.10.2012
televisionet
Rutger Hauer arrives early at Centro Sperimentale di Cinematografia in Milan. There, a restricted number of journalists and students met the deep and glacial gaze of the legendary replicant Roy Batty, the character who went down in the history of cinema with "that" sentence that we have all said, at least once in our lifetime: «...I've seen things you people wouldn't believe...». The 30th anniversary of "Blade Runner", milestone of science fiction cinema and unquestioned masterpiece by Ridley Scott, is one of the reasons why Hauer was in Milan. In our report, the Dutch actor retraces the crucial moments of that extraordinary cinematographic experience.

siehe auch:
- "Blade Runner 2049": Porträt eines selbstmörderischen Rebellen (ZON, Georg Seeßlen, ZON, 05.10.2017)
- "Blade Runner 2049": Wie echt sind wir Männer noch? (Dirk Peitz, ZON, 04.10.2017)
- "Blade Runner 2049": Gelungene Rückkehr in die düstere Zukunft der 80er (Philipp Steffan, heise News, 03.10.2017)
- "Blade Runner 2049" Das große Herz einer Maschine (Hannah Pilarczyk, SPON, 03.10.2017)
- Blade Runner: Das Kult-Desaster (Volker Briegleb, heise News, 01.10.2017)

Österreichs Politik dreht durch

Facebook-Fakes, Slim-Fit-Feschismus und die abhanden gekommene Faktenwelt - Ein Kommentar
Für die Leserinnen und Leser außerhalb der Alpenrepublik: In Österreich spielt sich im Moment eine einmalige Story mit den Ingredienzen Geld, Macht und Manipulation ab (Schwarze Propaganda im Wahlkampf).

Die Keywords: Facebook-Fakeseiten, Israel-Connections, Slim-Fit-"Feschismus", Energie-Start-up-Firmen, semikriminelle Milliardäre.

Die Akteure: Es betrifft niemand Geringeren als die Spitzen des Staates und der Medien. Den Bundeskanzler, von dem niemand mehr weiß, was er wusste und weiß. Einen israelischen Politberater, der Rätsel aufgibt, vielleicht sich über alles totlacht. Einen Medienmogul, der nicht ganz zu Unrecht beleidigt ist. Eine Bundeskanzler-Gattin. Einen jungen politischen Senkrechtstarter. Und viele sprachlose Journalisten und empörte Bürger.

DIE ENTHÜLLUNG VOM 30.09.2017. Eine angebliche Pro-Sebastian-Kurz- und eine angebliche Kontra-Sebastian-Kurz-Facebook-Fanseite, und beides lanciert von einer israelisch-österreichischen Underground-Truppe im direkten oder indirekten Auftrag der SPÖ, mit Beteiligung eines Politberaters, der zumindest mit einem Fuß in der Kriminalität steht. Eine Bundeskanzler-Gattin mit ihrem ebenfalls israelisch-österreichischen Firmengeflecht, mit oder ohne Beteiligung eines semikriminellen Milliardärs. - Stünde es in einem österreichischen Politkrimi, hätte man den Autor glatt als Übertreibungskünstler verrissen: Zu sehr an den Haaren herbei gezogen sei das Ganze…

mehr:
- Österreichs Politik dreht durch (Stefan Weber, Telepolis, 02.10.2017)

siehe auch:
- Wahlkampf: Die SPÖ und die Geheimdienste (Alexandra Bader, Ceiberweiber, 04.10.2017)
- Gerechtigkeit für Sebastian Kurz (Oliver Pink, Cicero, 15.05.2017)

Mittwoch, 4. Oktober 2017

Ärger um ungültige Gesundheitskarten

Die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein informierte am 26.09.2017 die ihr angeschlossenen ÄrztInnen wie folgt: „Leider haben wir erst kurzfristig erfahren, dass es Schwierigkeiten mit den elektronischen Gesundheitskarten (eGK) der ersten Generation zu geben scheint, die Sie in den Praxen ab 1. Oktober 2017 betreffen könnten… Ab dem 1. Oktober können eGK der Generation 1 (G1) nicht mehr ins Praxisverwaltungssystem eingelesen werden. Die Betreibergesellschaft gematik hatte die eGK G1 für ungültig erklärt. Nach Angaben des GKV-Spitzenverbands sind kaum noch eGK G1 im Umlauf. Doch auch, wenn ein Versicherter von seiner Kasse eine G2-Karte erhalten hat, heißt das nicht, dass er sie auch nutzt. Denn etliche G1-Karten sind nach ihrem sichtbaren Gültigkeitsdatum auf der Rückseite noch nicht abgelaufen, aber trotzdem ungültig. Sie könnten deswegen von den Versicherten noch in der Praxis vorgelegt werden…“ 

Am 29.09.2017 wurde diese Information von der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein wie folgt ergänzt: „Inzwischen haben sich die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und GKV- Spitzenverband darauf verständigt, wie Ärzte und Psychotherapeuten verfahren sollen, wenn Patienten mit einer nicht-einlesbaren eGK der ersten Generation (G1) in ihre Praxis kommen: Praxen sollten in solchen Fällen das Ersatzverfahren anwenden… Der GKV-Spitzenverband hat der KBV die Zusage gegeben, dass die betroffenen Ärzte und Psychotherapeuten die Leistungen mittels Ersatzverfahren auch dann abrechnen können, wenn der Patient bis Ende des Quartals keine neue eGK vorlegt. […]"
mehr:
- Ärger um ungültige Gesundheitskarten: Und plötzlich soll das Ersatzverfahren angewendet werden (Patientenrechte-Datenschutz.de, 02.10.2017)

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Bis zur Jahrtausendwende wurde mit E-Health noch vorwiegend die Digitalisierung traditioneller Prozesse im öffentlichen Gesundheitswesens wie elektronische Gesundheitsakten oder ein elektronisch gestütztes Krankheits- und Wissensmanagement bezeichnet. Andere IKT-gestützte Prozesse in der Medizin wie Gesundheitsinformationsnetzwerke oder Telemedizin wurden parallel zu E-Health aufgeführt. Aufgrund neuer technologischer Entwicklungen wie mobiles Internet oder Internet der Dinge entwickelten sich seitdem eine Vielzahl weiterer IKT-gestützter Anwendungen für das Gesundheitswesen. Dies führte zu einer allgemeineren Fassung der E-Health-Definition, die heute als Oberbegriff für eine Vielzahl von Bereichen dient:
  • elektronisch gestütztes Krankheits- und Wissensmanagement (Clinic Decision Support Systems, Big-Data-Diagnostik)
  • persönlich und dezentral bereitgestellte Gesundheitsfürsorge zur Diagnose, Überwachung, Beratung, Terminvergabe und Verschreibungen (Internetmedizin)
  • Online Apotheken
Die Disziplinen Medizin, IT und Gesundheitsmanagement werden dabei zu dem neuen Fachbereich E-Health verschmolzen.[2] Seit 2007 werden in Deutschland Masterstudiengänge[3], seit 2015 auch Bachelorstudiengänge[4] für den Fachbereich E-Health angeboten. Am 4. Dezember 2015 wurde im Bundestag das „E-Health-Gesetz“[5] beschlossen, das die Einführung von E-Health Technologien im deutschen Gesundheitswesen regelt.[6] Der weltweite Umsatz für E-Health Produkte und Dienstleistungen wurde 2014 auf 85 Milliarden US$ geschätzt, das jährliche Wachstum des Marktes auf 15 %. [E-Health, Definition, Wikipedia, abgerufen am 04.10.2017]
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siehe auch:
- Online-Anschluss von Arztpraxen: Fallen Sie nicht auf Lockangebote der Industrie herein! (Freie Ärzteschaft, Herbst 2017)
- Wahnsinnswoche 2017:39 (Ewald Proll, Dr. med. Ewald Proll :: Arzt für Psychiatrie / Psychotherapie, 01.10.2017, Beachte auch die Zitate am rechten Rand!)
- Gemeinsam in eine neue Ära: Die Telematikinfrastruktur kommt. (CompuGroupMedical)
- Wie die Politik die digitale Zukunft gestalten will (Paul Ruppricht, KanalEgal, 14.09.2017, siehe Abschnitt »E-Health«)
- Linkliste: Digitalisierung und Telemedizin (Ärzteblatt Thüringen, September 2017)
- Konzepte und Trends von “Value-based Healthcare” in Deutschland (Wolfgang Hoffmann, Petersburger Dialog, 01.06.2017, PDF-Handout einer Präsentation)
- Die Anbindung Ihrer Praxis an die Telematikinfrastruktur (Kassenärztliche Vereinigung Brandenburg, 03.05.2017)
- KBV und GKV-Spitzenverband Einigung über Finanzierung der Telematik-Infrastruktur (kma-Magazin, 03.05.2017)
- E-Health: Studie sieht milliardenschweres Einsparpotenzial (Ärzteblatt, 24.04.2017)
- Fachberufe und Digitalisierung (Bayerisches Ärzteblatt, 05.04.2017)
- Big Data: From Chip to Bedside durch konkrete Versorgungsziele (Der digitale Patient, Franz-Josef Bartmann, 01.03.2017)
- Value Based Healthcare (H.-J. Wiedl, HighlightsMagazin, Ärztekammer Berlin, 09.06.2016)
Umso problematischer ist es, dass es für andere, zum Teil seit vielen Jahren für wichtige Bereiche der Finanzierung, der Qualität und Regulierung im Gesundheitswesen zuständigen traditionell korporatistisch verfassten Einrichtungen wie z.B. den Bewertungsausschuss (§ 87 Abs. 1 SGB V) oder die u.a. für die Entwicklung und Einführung der elektronischen Gesundheitskarte gegründete Gesellschaft für Telematik (§ 291b SGB V) keine vergleichbare Transparenz gibt. Immerhin hat die Gesellschaft für Telematik seit ihrer Gründung rund 1 Milliarde Euro Versichertengelder ausgegeben und damit gerade mal ein gedrucktes Bild des GKV-Versicherten auf der eGK zustande gebracht. Jetzt droht ihr bzw. ihren Trägern zusammen mit der Industrie durch das sogenannte eHealth-Gesetz zum nächsten praktischen Schritt gezwungen zu werden. Verständliche Transparenz über die Arbeit wichtiger Akteure im Gesundheitswesen: Das Beispiel IQWiG. (Bernhard Braun, Forum Gesundheitspolitik, 05.12.2015)
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Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) wurde 2004 im Zuge der Umsetzung des GKV-Modernisierungsgesetzes als Zweckbetrieb der Stiftung für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen gegründet, um die Qualität und Wirtschaftlichkeit der Patientenversorgung in Deutschland zu verbessern. Die gesetzlichen Grundlagen und Aufgaben wurden seitdem durch mehrere Gesundheitsreformen angepasst und erweitert. Hauptaufgaben des fachlich unabhängigen wissenschaftlichen Instituts sind
  • die evidenzbasierte Bewertung des aktuellen medizinischen Wissensstandes zu diagnostischen und therapeutischen Verfahren
  • allgemeinverständliche Gesundheitsinformationen.
Im Zentrum der Bewertungen stehen gemäß gesetzlichem Auftrag Nutzen und Schaden medizinischer Maßnahmen für Patientinnen und Patienten. Dabei werden insbesondere die Verbesserung des Gesundheitszustandes, eine Verkürzung der Krankheitsdauer, eine Verlängerung der Lebensdauer, eine Verringerung der Nebenwirkungen sowie eine Verbesserung der Lebensqualität berücksichtigt. Die Bewertungsergebnisse und weitere Informationen zu Erkrankungen und Gesundheitsthemen werden – allgemein verständlich aufbereitet – veröffentlicht.[1] [Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen, Wikipedia, abgerufen am 04.10.2017] 
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- Smartes Vernetzungsinstrument oder nutzlose Datensammlung? (PresseBox, 13.11.2015)
- Was uns fehlt ist Zeit (Kommentar von Oliver Wagner, Unsere Zeit, 18.09.2015)
- Gesundheitsministerkonferenz – Telemedizin soll in die Regelversorgung (Rebekka Höhl, ÄrzteZeitung, 25.06.2015)

mein Kommentar:
Wenn ich nach den Begriff Telematik oder e-health google, bekomme ich auf den ersten Ergebnisseiten fast nur Links zu IT-Firmen oder Ärzteverbänden und auf jeder Ergebnisseite auf den oberen drei bis fünf Plätzen Artikel, die als Werbung gekennzeichnet sind.
Das spricht für sich.

siehe weiter:
- Hurra, die Telematik kommt! 😀 (Post, 09.08.2017)
- Elektronische Gesundheitskarte, digitale Transformation und unsere Zukunft in der Obhut von Bertelsmann (Post, 06.04.2016)
- Reif für die Tonne: Elektronische Gesundheitskarte erstickt in Problemen (Post, 22.08.2015)
- GKV-Versorgungsstärkungsgesetz (Post, 02.07.2015)
- Elektronische Gesundheitskarte: Freie Ärzteschaft ruft zum Boykott der Online-Tests auf (Post, 04.05.2014)
- Neue Risiken und Nebenwirkungen bei der elektronischen Gesundheitskarte (Post, 30.04.2014)
- Die elektronische Gesundheitskarte – heiße Nadel und heiße Luft (Post, 24.09.2011)
- Elektronische Gesundheitskarte: Ärzte sind keine Hilfspolizisten (Post, 10.02.2014)
- Elektronische Gesundheitskarte, die Nächste (Post, 28.01.2008)
- Zahlen zur elektronischen Gesundheitskarte (Post, 27.03.2007)
- Neues von der elektronischen Gesundheitskarte (Post, 26.11.2006)

Wissenschaft: frei oder nicht frei?

Der Fluch unseres Publikationswesens

In der Wissenschaft geht es um die Suche nach Erkenntnissen. Für diese ist der Austausch von Ideen von entscheidender Bedeutung. Neben wissenschaftlichen Meetings und Konferenzen sind Publikationen hierfür das Medium - und diese Publikationen finden heute vor allem in englischsprachigen Fachzeitschriften statt, die das Gutachterprinzip ("Peer Review") anwenden. In diesem Artikel möchte ich erklären, dass dafür theoretisch zwar vieles spricht, dass in der Praxis aber wirtschaftliche Gewinnabsichten ebenso wie persönliche Interessenkonflikte die Freiheit der Wissenschaft einschränken.

Zunächst kurz ein paar Worte darüber, was wahrscheinlich offensichtlich ist: Auch wissenschaftliche Forschung ist an bestimmte materielle Voraussetzungen gebunden. Zwar kann sich heute - anders als etwa zu Zeiten Galileis - jeder für ein Taschengeld ein Teleskop kaufen, um Planeten und Sterne zu beobachten. Damit wird man aber wohl kaum neue Erkenntnisse erzielen. Dafür braucht es, je nach Disziplin, Zugang zu Teilchenbeschleunigern, Elektronenmikroskopen, Magnetresonanztomographen oder Ähnlichem, das sich allenfalls einige Superreiche selbst finanzieren könnten.

mehr:
- Warum die Wissenschaft nicht frei ist (Stephan Schleim, Telepolis, 04.10.2017)
siehe auch:
- Ist die Psychopharmakologie verrückt geworden? – Kapitalismus-infizierte Wissenschaft (Post, 31.01.2016)

Dienstag, 3. Oktober 2017

Tom Petty ist gestorben

Der US-Rocksänger Tom Petty ist tot.

Am Montagabend hatten mehrere Medien sein Ableben gemeldet. Später hieß es, er würde sich noch „ans Leben klammern“.

Nun bestätigten eine Sprecherin und die Familie, dass der Musiker an einem Herzleiden starb.


Der US-Sänger Tom Petty ist gestorben. Das bestätigte Carla Sacks, Sprecherin des Sängers, am späten Montagabend (US-Zeit). Der 66-Jährige habe am Montag einen Herzstillstand erlitten und sei in einem Krankenhaus in Los Angeles gestorben, gab die Familie in der Nacht zu Dienstag in einer Erklärung bekannt. 
Der Sänger sei „friedlich im Kreis seiner Familie, Bandkollegen und Freunde gestorben“, hieß es in der Erklärung der Familie weiter. Die Bemühungen im Krankenhaus zur Wiederbelebung nach dem Herzinfarkt seien erfolglos geblieben. Petty sei „viel zu früh gestorben“, erklärte die Familie.
mehr:
- US-Rocklegende: Tom Petty hat den Kampf gegen den Tod verloren (N24, 03.10.2017)

Tom Petty and the Heartbreakers - Walls (Circus) [OFFICIAL VIDEO] {5:41}   Text (azlyrics)   Übersetzung (Golyr.de)   Interpretation (Dan Tapper, Reason to Believe, März 2013)

Veröffentlicht am 09.05.2013
tompetty

siehe auch:
- Zum Tod von Tom Petty: Essay von “Ehren-Heartbreaker” Stevie Nicks (Stevie Nicks, Rolling Stone, 03.10.2017)
- Tom Petty: Der Rocker von der traurigen Gestalt (Florian Werner, ZON, 03.10.2017 – solche Nachrufe wünsch’ ich mir!)

Prince, Tom Petty, Steve Winwood, Jeff Lynne and others -- "While My Guitar Gently Weeps" {6:15}   Text (MonaLisa-Twins)   Übersetzung (Songetexte.com) Interpretation (BeatlesBible)

Veröffentlicht am 10.04.2012
Rock & Roll Hall of Fame
Prince, Tom Petty, Steve Winwood, Jeff Lynne and others perform "While My Guitar Gently Weeps" at the 2004 Hall of Fame Inductions. http://rockhall.com/
⁍ Buy "While My Guitar Gently Weeps": https://goo.gl/8sEuNp
⁍ Buy the Rock Hall of Fame Vinyl: http://goo.gl/fVR2Go
⁍ Buy the Rock Hall of Fame 3 DVD set: http://goo.gl/W7mKXa
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Learning to Fly – Tom Petty w/ Stevie Nicks {5:00}   Text (Songtexte.com)   Übersetzung  (Songtexte.com)   Interpretation (Songmeanings.com)
Veröffentlicht am 16.04.2009
pat6850
Live from Gatorville 2006


mehr:

Traveling Wilburys - Handle With Care [3:16]   Text (lyricsfreak.com) 

Hochgeladen am 26.10.2009
© 2007 T. Wilburys Limited
Handle With Care

Bob Dylan performs My Back Pages at his 30th anniversary concert   Lyrics (songtexte.com)   Übersetzung (Golyr.com)   Interpretation



Montag, 2. Oktober 2017

Deutschland rückt nach rechts – oder?

RECHTSRUCK: Mit der AfD ist erstmals seit 1961 wieder eine Partei rechts von CDU und CSU im Bundestag vertreten. Damals schied die nationalkonservative Deutsche Partei (DP) aus, die einige Jahre sogar an der Regierung beteiligt war. Danach scheiterten aber alle Versuche rechtsradikaler Parteien, ins wichtigste deutsche Parlament zu gelangen: Die NPD verzeichnete 1969 immerhin 4,3 Prozent, die Republikaner kamen 1990 nicht über 2,1 Prozent hinaus. Der aktuelle Rechtsruck geht einher mit dem Bedeutungsverlust von Mitte-Links: SPD, Grüne und Linke kommen zusammen auf nicht einmal 40 Prozent.
KRISENGEWINNLER: Von der weit verbreiteten Furcht wegen der schwarz-roten Flüchtlingspolitik, die nach Expertenansicht den Wahlkampf prägte, profitierten die Rechtspopulisten massiv. Laut Infratest dimap äußerten vor der Wahl 70 Prozent der Befragten die Angst, dass die Gesellschaft auseinanderdriftet. 60 Prozent befürchteten, dass die Kriminalität zunimmt. Mehr als jeder Dritte (38 Prozent) hatte Sorge, dass «zu viele Fremde» nach Deutschland kommen. Vor allem Männer wählten die AfD - doppelt so oft wie Frauen. Von bisherigen Nichtwählern bekam die Partei rund 1,2 Millionen Stimmen, etwa eine Million vormalige CDU-Wähler setzten diesmal ihr Kreuz bei der AfD. Immerhin noch je eine halbe Million Stimmen seien von SPD und Linken gekommen, ermittelten die Demoskopen. [dpa, Westfälische Nachrichten, 25.09.2017]
siehe auch:
- Öffentlichkeit – Die AfD in den Medien: Aufgeblasen am rechten Rand? (Constanze, Alexander Beyer, Netzpolitik.org, 29.09.2017)
- Telepolis Salon: Ein deutscher Trump in Sicht? (Telepolis, 28.09.2017)
- "Wer über den Kapitalismus nicht reden will, soll über die AfD schweigen" (Peter Nowak, Telepolis, 27.09.2017)

nachdenKEN über: Alles Rechtsruck oder was?! {17:40}

Veröffentlicht am 26.09.2017
KenFM
Die Bundestagswahlen liegen hinter uns und das Land hat einen heftigen Rechtsruck erfahren. Wirklich?
Ein Kommentar von Ken Jebsen.

- Nicht egal (Stefan Niggemeier, 25.09.2017)
- Wochenrückblick: Wählt bloß nicht die Schmuddelkinder – über die Unsitte der medialen Wahl-Bevormundung (Stefan Winterbauer, meedia, 22.09.2017)
Rechter Diskurs im Wahlkampf (Peter Nowak, Telepolis, 17.09.2017)

Heinz Rudolf Kunze über Willkommenskultur, Integration, Identität, AfD und Würde {9:18}

Veröffentlicht am 24.02.2016
zwangsmast

mein Kommentar:
Ähnlich wie nach der Wahl von Donald Trump 
(USA - Die gekaufte Demokratie? – Trump die Alternative?, Post, 03.11.2016)
oder den Anschlägen in Paris 2015
(»Angriff auf unsere Werte!« – »Warum hassen sie uns so sehr?« – Die menschenverachtende Ignoranz der Guten, Post, 18.11.2015)
oder der medialen Aufbereitung der Ukraine-Krise
(A) Der Ukraine-Konflikt 3 – Westliche Naivität oder westliche Machtpolitik?, Post, 25.03.2014
B) Unsere Qualitätsmedien: Das sind keine Irrtümer; das sind Lügen, Propaganda und Zensur!, Post, 09.12.2014
C) Deutsche glauben den Medien nicht, Post, 26.12.2014)
sehe ich nicht, daß ernsthaft Systemfehler diskutiert werden…


Sonntag, 1. Oktober 2017

Wird Dicamba (Monsanto) in Arkansas verboten?

CHICAGO (Reuters) - Arkansas on Thursday moved just one step away from barring sprayings next summer of an herbicide linked to widespread U.S. crop damage, setting the stage for a potential legal showdown between the state and chemical maker Monsanto Co.

The Arkansas State Plant Board advanced a proposal prohibiting use of dicamba weed killers from April 16 to Oct. 31, 2018, after farmers reported that soybeans and other crops were damaged when the herbicide drifted away from where it was sprayed this summer.

Chemical companies have blamed damage to crops that cannot tolerate dicamba on farmers misusing the chemical.

Specialists, though, have said the weed killers are risky because they can vaporize and drift across fields after they are sprayed on dicamba-resistant soybeans or cotton developed by Monsanto. That process, known as volatility, occurs more often in high temperatures, according to experts.

In July, Arkansas banned dicamba use for 120 days.

Ty Vaughn, Monsanto’s vice president of global regulatory, said volatility is not a problem and that science did not support the plant board’s decision.

“All options are on the table” for Monsanto’s next move, he added.

mehr:
- Arkansas one step from ban on controversial herbicide next summer (Tom Polansek, Reuters, 22.09.2017)

siehe auch:
- Business: This miracle weed killer was supposed to save farms. Instead, it’s devastating them. (Caitlin Dewey, Washington Post, 29.08.2017)
- Herbizid Dicamba: Ist Monsanto schuld an der US-Pflanzenkrise? (Tagesspiegel, 10.08.2017)
Glyphosat: Datenmasseure bei der Arbeit (Bernd Schröder, Telepolis, 27.04.2017)
- Roundup Ready v2.0 (Bernd Schröder, Telepolis, 25.11.2016)
Hawaii: Rote Karte für Monsanto & Co (Post, 06.11.2014)
Monsanto? Brauchen wir nicht (Post, 29.04.2009)
Bush & Monsanto (Post, 16.03.2008)
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Samstag, 30. September 2017

Die Propaganda-Matrix: Wie der CFR den geostrategischen Informationsfluss kontrolliert

Ob Russland, Syrien oder Donald Trump: Um die geopolitische Berichterstattung westlicher Medien zu verstehen, muss man die Schlüsselrolle des amerikanischen Council on Foreign Relations (CFR)kennen.

In der folgenden Studie wird erstmals dargestellt, wie der CFR einen in sich weitgehend geschlossenen, transatlantischen Informationskreislauf schuf, in dem nahezu alle relevanten Quellen und Bezugspunkte von Mitgliedern des Councils und seiner Partnerorganisationen kontrolliert werden.

Auf diese Weise entstand eine historisch einzigartige Informationsmatrix, die klassischer Regierungs- propaganda autoritärer Staaten deutlich überlegen ist, indes durch den Erfolg unabhängiger Medien zu- nehmend an Wirksamkeit verliert. […]

Der Ursprung des Council on Foreign Relations liegt im sogenannten »Trauma von 1920«: Nach dem Ersten Weltkrieg hätten die USA erstmals die globale Führungsrolle übernehmen können – doch der Senat entschied sich gegen den Beitritt zum Völkerbund und die kriegsmüde Bevölkerung wählte mit Warren Harding einen Präsidenten, der eine »Rückkehr zur Normalität« versprach und sich zuerst um die Angelegenheiten und Probleme Amerikas und der Amerikaner kümmern wollte.

Um ein solches Debakel künftig zu vermeiden und »Amerika für seine weltweiten Pflichten zu erwecken«, gründeten international orientierte Bankiers, Unternehmer und Politiker im Folgejahr in der Finanz- und Handelsmetropole New York den parteiübergreifenden CFR. Durch die Mitarbeit führender Akademiker und Publizisten, darunter Archibald Coolidge (The United States as a World Power, 1908) und Walter Lippmann (Public Opinion, 1922), sollten Ideen für eine »aktive« Außenpolitik entwickelt und in der Öffentlichkeit beliebt gemacht werden.

Der Durchbruch gelang dem Council während des Zweiten Weltkriegs, als CFR-Experten im Rahmen der War and Peace Studies die amerikanische Kriegsstrategie sowie die Grundsätze der Nachkriegsord- nung formulierten – inklusive der Satzungen von UNO, Weltbank und Weltwährungsfonds. Dabei folgten sie der Vorgabe von CFR-Gründungsdirektor Isaiah Bowman, wonach die USA künftig die »globale Sicherheit garantieren« müssten, dabei jedoch »konventionelle Formen des Imperialismus« zu vermei- den hätten, weswegen der Ausübung amerikanischer Macht ein »internationaler Charakter« zu verleihen sei (Shoup & Minter 1977, S. 169ff).

Auf diese Weise entstand – nur 170 Jahre nach der Unabhängigkeitserklärung – ein globales American Empire, dessen Schlüsselpositionen seitdem nahezu durchgehend von den inzwischen knapp 5000 Vertretern des CFR besetzt wurden (siehe folgende Abbildung sowie Auflistung nach Administration). Das Nachrichtenmagazin Der Spiegel bezeichnete den Council deshalb einst als die „einflussreichste privateInstitution Amerikas und der westlichen Welt“ und als ein „Politbüro für den Kapitalismus“.
mehr:
- Die Propaganda-Matrix: Wie der CFR den geostrategischen Informationsfluss kontrolliert (Studie von Swiss Propaganda Research, September 2017 – PDF)
aus der o.g. Studie (Rechtsklick)


Erwin Pelzig über Goldman Sachs, Trilaterale Kommission, Weltbank, Atlantik-Brücke, CFR, EZB {9:21}

newthingnewthing
Am 14.11.2012 veröffentlicht 
Pelzig über Goldman Sachs, Trilaterale Kommission, Weltbank, Atlantik-Brücke, Council of Foreign Relations, EZB
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