Mittwoch, 4. Oktober 2017

Wissenschaft: frei oder nicht frei?

Der Fluch unseres Publikationswesens

In der Wissenschaft geht es um die Suche nach Erkenntnissen. Für diese ist der Austausch von Ideen von entscheidender Bedeutung. Neben wissenschaftlichen Meetings und Konferenzen sind Publikationen hierfür das Medium - und diese Publikationen finden heute vor allem in englischsprachigen Fachzeitschriften statt, die das Gutachterprinzip ("Peer Review") anwenden. In diesem Artikel möchte ich erklären, dass dafür theoretisch zwar vieles spricht, dass in der Praxis aber wirtschaftliche Gewinnabsichten ebenso wie persönliche Interessenkonflikte die Freiheit der Wissenschaft einschränken.

Zunächst kurz ein paar Worte darüber, was wahrscheinlich offensichtlich ist: Auch wissenschaftliche Forschung ist an bestimmte materielle Voraussetzungen gebunden. Zwar kann sich heute - anders als etwa zu Zeiten Galileis - jeder für ein Taschengeld ein Teleskop kaufen, um Planeten und Sterne zu beobachten. Damit wird man aber wohl kaum neue Erkenntnisse erzielen. Dafür braucht es, je nach Disziplin, Zugang zu Teilchenbeschleunigern, Elektronenmikroskopen, Magnetresonanztomographen oder Ähnlichem, das sich allenfalls einige Superreiche selbst finanzieren könnten.

mehr:
- Warum die Wissenschaft nicht frei ist (Stephan Schleim, Telepolis, 04.10.2017)

siehe auch:
- Ist die Psychopharmakologie verrückt geworden? – Kapitalismus-infizierte Wissenschaft (Post, 31.01.2016)

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