Samstag, 14. Juni 2014

Leseempfehlungen für den 14. Juni 2014

Heut hat Sandro Donati Geburtstag. Er ist ein italienischer Sportwissenschaftler, Berater der World Anti-Doping Agency und früherer Leichtathletiktrainer.[1]
- Sportwissenschaftler Sandro Donati – „Die Mehrheit der Olympiateilnehmer dopt" (FAZ, 04.06.2007)
Sandro Donati bekämpft seit über 25 Jahren Doping und Manipulation im Sport. Im F.A.Z.-Interview sagt der italienische Sportwissenschaftler: „Doper sind Opfer. Trainer, Ärzte und Funktionäre haben eine viel größere Verantwortung.“

- Profitabler als herkömmlicher Drogenhandel (Berliner Zeitung, 22.03.2007)
LEIPZIG. Der Fahndungserfolg, den russische Sonderermittler vor zwei Jahren meldeten, galt als eher unspektakulär. Nahe Moskau wurde eine Pharmafabrik geschlossen, offiziell produzierte sie Nahrungsergänzungsmittel für Sportler, in Wirklichkeit Anabolika. Dutzende solcher Episoden tauchen auf in dem Report über den weltweiten illegalen Handel mit Dopingmitteln, den der italienische Experte Sandro Donati jetzt im Auftrag der Welt-Anti-Dopingagentur (Wada) vorlegte. Wer sich einen Eindruck verschaffen will über das Dopingbusiness, seine mafiösen Verteilerrouten und seine Adressaten, der muss ein Mosaik zusammenfügen. Denn bis heute geben die meisten Staaten, auch die Bundesrepublik, jährliche Drogenberichte heraus, ohne Anabolika, den Blutverdicker Epo oder muskelmachende Wachstumshormone zu erwähnen. Die Fabrik in Moskau gehörte einem Mafiaclan. Das ROC (Russian Organized Crime) beherrscht den weltweiten Dopinghandel. Geschätzte 20 Prozent aller Dopingmittel kommen über die wichtigste Handelsroute aus Russland nach Westeuropa und Nordamerika. "Ein beispielloses Babel", nennt Donati die internationale Vernetzung.

- Sandro Donati - oder Italiens (Anti-)Doping-Weg (Gazetta Forum, Datum unbekannt)
Sandro Donati, seit vielen Jahren Vorsitzender der Forschungsabteilung des Italienischen Olympischen Kommites CONI, gilt als der führende Anti-Doping-Kämpfer und -experte Italiens. 1979 wurde Donati Nationaltrainer der italienischen Leichtathletik-Nationalmannschaft. Es war die Zeit in der Blutdoping in Mode kam. Besonders Prof. Conconi nahm sich der in Finnland erprobten Methode an und suchte die Unterstützung der Verantwortlichen im italienischen Hochleistungssport. Sandro Donati verweigerte sich diesem Ansinnen und setzte sich schon damals für einen dopingfreien Sport ein. Seine Sportler folgten ihm darin. Sie konnten damit auch gute Erfolge erzielen. Doch gut war nicht gut genug für die verantwortlichen Funktionäre und so begann der Kampf des Sandro Donati gegen das Sportestablishment, allen voran Prof. Franscesco Conconi. Es war ein Machtkampf, der nicht mit fairen Mitteln ausgetragen wurde.

- Donati glaubt an 2,1 Mio. europäische "Doper" (leichtahtletik.de, 11.11.2003)
Rund 400.000 Italiener geben im Jahr ca. 650 Mio. Euro für Dopingmittel aus, sagte gestern der frühere Leichtathletik-Trainer und jetzige Direktor des Italienischen Komitees, Sandro Donati, bei einer Konferenz in Rom. Allein EPO und Wachstumshormone würden mit 200 bis 300 Mio. Euro zu Buche schlagen, glaubt Donati. Seiner Meinung nach nutzen 2,1 Mio. Europäer jährlich Dopingmittel, um ihre sportliche Leistung zu steigern.

- Korruption als Strukturproblem der Spezialdemokratie Sport (jensweinreich.de, 08.03.2009)
Plötzlich ist er da. Einfach so. Ein Dämon ist über den Sport gekom­men, über diese Branche der Athleten, Altruisten, Philanthropen, Friedensstifter und Weltverbesserer, die sich im ewig fairen Wettstreit miteinander messen. So jedenfalls lesen sich die meisten Reaktionen, wenn wieder ein Skandal zu kommentieren ist. Dieser Dämon, der in immer neuen Formen durch den Sport geistert, heißt Korruption. Und die edle, ehrbare Branche Sport ist ihm schutzlos ausgeliefert. So wird es gern dargestellt. Gegen das dämonisch Böse helfen auch keine Zehn Gebote, wie sie etwa der selbst ernannte Weltverbesserer Joseph Blat­ter in seiner Fédération Internationale de Football Association (FIFA) verfassen ließ. „Spiele fair”, heißt es im ersten Gebot dieses tapferen Kanons: „Ein Sieg ist wertlos, wenn er nicht ehrlich und fair zustande gekommen ist. Betrügen ist einfach, aber unbefriedigend. Fair zu spie­len, bedingt Mut und Charakterstärke, macht aber Spaß. Fairplay lohnt sich immer, selbst bei einer Niederlage. Fairplay bringt Anerkennung, Betrügen nur Schande.” Muss es erstaunen, dass das siebte Gebot des Alten Testaments (Du sollst nicht stehlen!) im FIFA-Dekalog gar nicht auftaucht? Oder ergibt das vielleicht einen Sinn? 
[…]
Der Italiener Sandro Donati hat sich in den vergangenen Jahren verstärkt dem internationalen Drogenhandel und dem Schwarzmarkt gewidmet und legt im dem Buch “Dopingprävention in Europa” erschütternde Zahlen vor: “In Italien brauchen etwa 3.000 Kranke Epo (im Sport als Blutdopingmittel eingesetzt, d. A.), aber verkauft wurde 1998 die Menge für 40.000 Personen. Eine Analyse der Verkaufszahlen von Wachstumshormonen in Piemont und in Sizilien hat ergeben, dass demnach jeder Siebente zwergwüchsig sein müsste.” 

Der Donati-Report für die Wada findet sich hier (pdf): World Traffic in Doping Substances

- Anti-Doping-Experte Donati: Indurain Conconi-Kunde (Kölner Stadt-Anzeiger, 26.02.2013)
Rom. Jetzt auch Miguel Indurain? Der fünffache Tour-Gewinner wird als nächster Seriensieger der Tour de France mit Doping in Verbindung gebracht. 
Der für die Welt-Anti-Doping-Agentur WADA arbeitende Wissenschaftler Sandro Donati habe Beweise, dass das spanische Indurain-Team Banesto mit dem umstrittenen Mediziner Francesco Conconi in den 90er Jahren zusammengearbeitet und dafür «hohe Summen» gezahlt habe. Das berichtete das niederländische Fernsehen auf seiner Internetseite «nos.nl».

- Kriegerische Weltpolitik als Normalität … (Telepolis, 13.06.2014) 
… aber hierzulande Ruhe? Von zwei "Gründungsimperativen" der Bundesrepublik, dem "Nie wieder Krieg" und dem "Ohne mich", könne nun endlich Abschied genommen werden - so beschrieb jüngst in einem Leitartikel Berthold Kohler, Mitherausgeber der F.A.Z., die diskurspolitische Lage. "Pazifismus, Neutralismus und Antiamerikanismus" hätten hierzulande erfreulicherweise keine Chance mehr. 
Ob damit Stimmungen in der Bevölkerung zutreffend geschildert sind, ist anzuzweifeln, zumal fraglich ist, ob die von Kohler in herabsetzender Absicht genutzten Begriffe demoskopisch tauglich sind. Die in den tonangebenden deutschen Medien vorherrschende Meinung, dem "Autokraten in Moskau" müsse eine Politik militärischer Stärke "des Westens" entgegengesetzt werden, stieß jedenfalls bei der Mehrheit der Bundesbürger nicht auf Zustimmung.

- Warren Buffet investiert 30 Milliarden Dollar in Erneuerbare Energie (Telepolis, 14.06.2014) 
Der Mann ist einer der erfolgreichsten Investoren der Welt, die Investorenlegende der USA. Dass für ihn aber Geld nicht alles ist, bezeugt sein legendärer Ausspruch: "Es macht wenig Sinn, der Reichste auf dem Friedhof zu sein." 
Der Zusammenhang von Geld und Sinn ist für Warren Buffet schon lange sehr wichtig. So hat er bisher für die Stiftung von Belinda und Bill Gates 30 Milliarden Dollar gestiftet und angekündigt, dass er bis zu seinem Lebensende 99% seines Vermögens spenden werde. Damit kann viel Leid und Elend gelindert werden. 
Und jetzt macht eine neue Riesen-Investition der Spenden-Legende wieder viel Sinn. Er hat soeben auf der Jahrestagung des Edison Electric Institute angekündigt, seine bisherigen Investitionen in Erneuerbare Energien verdoppeln zu wollen. Das wäre eine Steigerung von bisher 15 Milliarden Dollar auf dann 30 Milliarden.

- Einkommensungleichheit wächst an (Telepolis, 13.06.2014) 
In den letzten 30 Jahren ist das Einkommen der US-Topmananger um fast 1000 Prozent gestiegen – eine Folge der Theorie der "Großen Männer"? 
Wie immer es auch der Wirtschaft geht, den Wirtschaftsbossen in den USA geht es jedenfalls prächtig. Nach einem Bericht des Economic Policy Institute (EPI) haben sich die Einkommen (Gehälter, Boni, Aktionenoptionen) der Chefs der 350 größten US-Unternehmen zwischen 1978 und 2013 um 937 Prozent erhöht. Das Gehalt des Durchschnittsangestellten in den USA ist im selben Zeitraum gerade einmal um 10,2 Prozent gewachsen.

- Von irdischer und außerirdischer Mathematik (Telepolis, 13.06.2014) 
Der Mathematiker und Physiker Christian Blohmann vom Bonner MPI für Mathematik über Fußballprognosen, "Krake Paul" und Co. und den Sieger der WM in Brasilien 
1981 hat das Max-Planck-Institut für Mathematik in Bonn Wurzeln geschlagen, das in Aufbau und Arbeitsweise anderen renommierten Forschungsinstituten im Ausland ähnelt und auch als Gastforscherinstitut mit der Aufgabe betraut ist, Mathematiker aus aller Welt zusammenzubringen, um den kreativen Diskurs zwischen den Forschern zu fördern und Brainstorming auf höchsten Niveau zu betreiben. Hierzu werden nach Bonn jedes Jahr rund 400 Wissenschaftler eingeladen, deren Aufenthaltsdauer von wenigen Tagen bis zu zwei Jahren variiert.

- Hinweise des Tages (NachDenkSeiten, 13.06.2014) 
- Hinweise des Tages II (NachDenkSeiten, 13.06.2014)

- Die große Stille (der Freitag, 11.06.2014) 
Porträt Rosemarie Trockel ist die einflussreichste Künstlerin der Gegenwart. Sie selbst hält ihren Weltruhm aber ernsthaft für absurd

- Hashtag und Revolution (der Freitag, 11.06.2014) 
Porträt Hat das Hipstertum auch in der Philosophie Einzug gehalten? Der Akzelerationist Armen Avanessian hält dagegen

- Vom Irak nach Syrien (Le Monde diplomatique, 10.01.2014) 
Wie der Konflikt zwischen Sunniten und Schiiten Landesgrenzen durchbricht

- Abhöraffären – Eine neue Waffe der Diplomatie (Cicero, 13.06.2014)
Die Zeiten, in denen Spitzenpolitiker weltweit vertraulich telefonieren konnten, sind vorbei. Mit Indiskretionen wird längst harte Politik gemacht

- Je mehr, desto besser (Telepolis, 13.06.2014)
Es gibt sie, die echten Multitasker. Für eine neue Studie trifft ein allgemein zugänglicher Online-Test eine erste Auswahl.

- Nach dem Quanten-Unwetter (Telepolis, 13.06.2014)
Wenn man einen Quantenzustand einer plötzlichen, starken Änderung unterwirft, lassen sich interessante Phänomene beobachten Eine der Grundlagen der Quantenphysik bildet die Heisenbergsche Unschärferelation: Der deutsche Physiker Werner Heisenberg formulierte sie 1927, ein Jahr, nachdem Erwin Schrödinger die nach ihm benannte Gleichung aufgestellt hatte - sie lässt sich auch daraus ableiten.

- Schon zum zweiten Mal angeblich großflächige Störungen der Flugsicherung (Telepolis, 12.06.2014)
Nachdem schon letzte Woche in Österreich, Deutschland, der Slowakei und Tschechien kurzzeitig Flugzeuge von den Radarschirmen verschwanden, soll dies heute noch einmal geschehen sein - Ursache unbekannt Am Donnerstag vor einer Woche war kurzzeitig im österreichischen Luftraum, aber auch in Teilen Deutschlands, der Slowakei und Tschechien die Flugsicherung ausgefallen. Berichtet haben darüber allerdings bislang nur österreichische Medien, allerdings erst am letzten Samstag. Heute hat es, wie der Kurier berichtet wieder eine Störung bei den Flugsicherungen in Wien, München, Karlsruhe und Prag gegeben, die länger anhielt, aber nur hoch fliegende Flugzeuge betroffen habe.

- Die Generation Y und die schöne neue Welt (Telepolis, 12.06.2014)
"Wie tickt die Generation Y?" ist eine der derzeit beliebtesten Fragen aus der Rubrik "Keiner fragt, Journalisten antworten" 
Die Generation X war gestern. Jetzt ist die Generation Y. Sozialwissenschaftler forschen nach den Motiven hinter der Konstruktion von Generationenmetaphern, die sie eher als kurzlebige Lifestyle-Produkte denn als ernstzunehmende Theorien betrachten. Eine ihrer Thesen lautet: Schwache Persönlichkeiten suchen Halt und Bestätigung durch Gruppenzugehörigkeit. Das gelingt nur durch Exklusivität und so darf sich längst nicht jeder der zwischen 1980 und 1995 Geborenen der Generation Y zurechnen.

- Warum ISIL nicht ISIS heißt (Telepolis, 12.06.2014)
Die salafistische Terrorgruppe will mehr als nur den Irak und Syrien Die salafistische Terrorgruppe, die große Teile Nordostsyriens und des Nordwestiraks unter ihrer Kontrolle hat und sich derzeit anschickt, Bagdad zu erobern, trägt den arabischen Namen ad-dawla al-islāmīya fī l-ʿirāq wa-sch-schām. Wörtlich übersetzt heißt das nicht "Islamischer Staat im Irak und in Syrien", sondern "Islamischer Staat im Irak und im Norden". Im engeren Sinne versteht man unter diesem "Norden" im arabischen Kulturkreis die Levante", zu der nicht nur Syrien, sondern auch der Libanon, Jordanien, der Gazastreifen, die Westbank - und vor allem Israel - gehören.

- Ein wichtiger Streiter für demokratische Verhältnisse und neue Ideen ist leider gestorben: Frank Schirrmacher (NachDenkSeiten, 13.06.2014)
Der Mitherausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung war ein Freund der NachDenkSeiten. Wir verlieren mit ihm den einzigen herausgehobenen Publizisten, der den Mut hatte zu bekennen, dass es um die Pluralität der deutschen Medien nicht sonderlich gut steht. Schon deshalb fand er unsere Arbeit sympathisch, ohne im einzelnen und auch bei wichtigen Fragen der gleichen Meinung zu sein. 
Das waren wir nicht. Die erste Berührung mit seiner Arbeit hatte ich, als sein Buch „Das Methusalem-Komplott“ erschien. Seine Sorge um den demographischen Wandel und den Anstieg des Altersdurchschnitts unseres Volkes teilte ich nicht und schrieb just im Jahr seiner Buchveröffentlichung in der „Reformlüge“ Kritisches über seine Ängste. Wie er darauf reagierte, war typisch für die Toleranz, die Frank Schirrmacher eigen war. Der Disput war der Anlass für einen bis zu seinem Tod anhaltenden freundschaftlichen Austausch. Wir trauern um ihn aus guten Gründen.

siehe auch: Psychokardiologie - was ist wichtig in der Psychotherapie-Praxis? (HAPP, 30.04.2014, Download einer Vortragspräsentation)

- Zum Tod von Frank Schirrmacher (der Freitag, 13.06.2014)
Erinnerung Warum hat er uns alle so beschäftigt? Frank Schirrmacher – einem Freund erklärt, der nicht aus dem Feuilleton kommt 

- „Wir haben sehr viel verloren an diesem Tag" (der Freitag, 12.06.2014)
Nachrufe Der FAZ-Herausgeber und Feuilletonist Frank Schirrmacher ist gestern überraschend verstorben, in der Branche herrschen Bestürzung und Trauer. Eine Medienrundschau

- Wir töten, was wir lieben (der Freitag, 16.08.2012)
Vetternkrieg Frank Schirrmacher dominiert das deutsche Feuilleton. Das gefällt nicht jedem. Jetzt wird er sogar Opfer eines Mordes – in einem Roman. Warum? 

- Die große Glocke (junge Welt, 14.06.2014)
Kanon, Wald und See: Frank Schirrmacher ist tot 
Ja, die FAZ, aber das Feuilleton – so hieß es früher in der Phraseologie. Wer das lustig fand, konnte auch sagen: Ja, das FAZ-Feuilleton, aber der Schirrmacher. Selbstmurmelnd war das eine ohne das andere nicht zu haben.  

- Dürfen Frauen bevorzugt werden? (der Freitag, 13.06.2014)
Ärger für die "taz" Warum positive Diskriminierung auf dem Arbeitsmarkt und im Journalismus wichtig ist – und ein Gericht die linke Tageszeitung trotzdem dafür verurteilte

- Macht wird nicht geteilt (der Freitag, 30.05.2014)
Vatikan 26 Priesterfrauen haben Papst Franziskus in einem Brief aufgefordert, den Zölibat abzuschaffen. Ob das funktionieren kann? Eine persönliche Umfrage

- Mit Engelszunge und blutigen Händen (der Freitag, 12.06.2014)
Kommunikation Die CIA versucht mit lustigen Twittermeldungen ihr Image aufzupolieren. Doch die grausamen Operationen in der Geschichte des US-Geheimdienstes überschatten ihr Vorhaben 
Mit einem humorigen Social-Media-Debüt haben Amerikas Chefspione von der CIA die Twittersphäre in Aufruhr versetzt: „Wir können weder bestätigen, noch dementieren, dass es sich hierbei um unseren ersten Tweet handelt.“ Wie lustig! Mehr als eine viertel Millionen Menschen haben die Meldung, die bereits als „denkbar bester erster Tweet“ bezeichnet wurde, retweetet. Die Begeisterung verwundert kaum: Immerhin zeigt eine der geheimnisvollsten Organisationen der Welt sich hier selbstironisch, fröhlich und – man wagt es kaum auszusprechen – sogar nett. 
mein Kommentar: es geht doch nichts über gute Beraterfirmen! 
siehe Das Gebaren einer Großmacht im Niedergang (Splitter, 04.02.2008, 3. Absatz)

- "Wir brauchen andere Bilder" (der Freitag, 10.06.2014)
Im Gespräch Zanele Muholi ist Künstlerin und Aktivistin. Sie streitet für die Rechte von Lesben, Schwulen und Transgender, vor allem in Afrika

- Prominenter Unbekannter (junge Welt, 14.06.2014)
Porträt. Vor 135 Jahren wurde der marxistische Entwicklungspsychologe Henri Wallon ­geboren 
Nach ihm sind in Frankreich Straßen und Schulen benannt. Er gilt als Klassiker, als bedeutender Wissenschaftler und Bildungspolitiker. Einige Kommentatoren aus der Scientific community sparen nicht mit Lob. Sie nennen ihn »Gründungsvater der modernen Psychologie«, »Wegbereiter der Bindungstheorie« und sogar eine der »Zentralfiguren materialistischen Denkens« im 20. Jahrhundert. Ungeachtet dieser Elogen ist Henri Wallon selbst unter Fachleuten nur dem Namen nach bekannt. Lediglich zwei Monographien und ein von ihm herausgegebener Sammelband wurden bisher ins Deutsche übertragen, auf Englisch liegen ausgewählte Texte vor, von denen ein Teil über das »Marxist’sInternetArchive« zugänglich ist. Selbst biographische Skizzen bleiben merkwürdig unvollständig. Eine ausführliche französische Einführung in Leben und Werk Wallons, verfaßt von seinem Schüler René Zazzo (1910–1995), ist seit langem vergriffen.

- »Die Zeitbomben ticken nicht mehr, sie explodieren« (junge Welt, 14.06.2014)
Gespräch mit Patrick Craven. Über Forderungen des südafrikanischen Gewerkschaftsbundes COSATU nach einer sozialistischen Wirtschaftspolitik und interne Kämpfe in seiner Bergarbeitergewerkschaft 
Patrick Craven ist Sprecher des südafrikanischen Congress of South African Trade Unions (COSATU). Der größte Gewerkschaftsbund des Landes bildet seit dem Ende der Apartheid 1994 die Regierungsallianz mit dem African National Congress (ANC) und der South African Communist Party (SACP)  

- »Für die große Mehrheit der Weltbevölkerung ist das Menschenrecht auf soziale Sicherheit nicht verwirklicht« (Blätter für deutsche und internationale Politik, 03.06.2014)
Bericht der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) zur weltweiten Lage der sozialen Sicherheit, 3.6.2014 (engl. Orginalfassung) 


(Cicero)

- Linkspolitikerin über ihre Partei: „Ein Klima der Angst und Denunziation“ (Cicero, 12.06.2014)
Ein durchgestochenes Personalpapier sorgt in der Linkspartei für heftige Debatten. Die Parteichefin Katja Kipping bestreitet jegliche Beteiligung. Halina Wawzyniak kritisiert nun die Diskussionskultur der Partei und greift die Parteivorsitzende scharf an 
In der Linkspartei rumort es. Ein heftiger Streit über die innerparteiliche Kultur ist entbrannt. Auslöser war ein Artikel des Nachrichtenmagazins Der Spiegel unter dem Titel „Katja die Grobe“. Darin wird aus einem Papier, das laut Spiegel aus dem Vorstandsbüro der Linken-Parteizentrale stamme, zitiert. Es wird davor gewarnt, den Mitarbeiterstab der Bundestagsfraktion als „Reste-Rampe“ für ausgeschiedene Bundestagsabgeordnete zu nutzen. In diesen Kontext werden unter der Überschrift „personelle No-Gos“ Steffen Bockhahn und Halina Wawzyniak namentlich erwähnt. Die Vorsitzende Katja Kipping hat mittlerweile einen Anwalt eingeschaltet und möchte nicht mehr mit dem Papier in Verbindung gebracht werden. Halina Wawzyniak ist nach der Veröffentlichung im Spiegel von ihrem Amt als stellvertretende parlamentarische Geschäftsführerin der Fraktion zurückgetreten. Sie begründete diesen Schritt mit einem „Bruch mit der innerparteilichen Kultur“. Bei Cicero Online kritisiert sie Katja Kippings Führungsstil und fordert eine Debatte über die Diskussionskultur in der Linkspartei

Kommentar von mir: irgendwie erinnert mich das an Herbert Wehners Erlebnisse im Moskauer Hotel Lux.

Hotel Lux Trailer - offizieller HD Kinotrailer deutsch (german) [2:10]


- Film "Hotel Lux"Müde Kalauer im roten Bunker (ZEIT, 28.10.2011)
Leander Haußmann hat das berüchtigte sowjetische "Hotel Lux" verfilmt.

- Irak – Die Eskalation ist eine Folge der US-Politik (Cicero, 12.06.2014)
Islamisten haben die zweitgrößte Stadt des Irak, Mossul, erobert – und drakonische Gesetze erlassen. Die Terroristen kommen teilweise aus dem Nachbarstaat Syrien. Schuld daran sind nicht zuletzt die USA, die ein Eingreifen in Syrien noch immer als strategisch unsinnig bewerten. So haben sie ungehindert einen Hort für Al Qaida und Co. gezüchtet 
Es sind erschreckende Nachrichten, die dieser Tage aus Mossul kommen. Dschihadisten haben die zweitgrößte Stadt des Irak, Mossul, besetzt. Die Terrorgruppe „Islamischer Staat im Irak und in Syrien“ (Isis) herrscht mit eiserner Hand: Diebe erwarten drakonische Strafen gemäß der Scharia, Frauen dürfen das Haus nur unter strengen Auflagen verlassen, unsittliche Denkmäler sollen zerstört werden.

- Macht & Markt – Politik und Wirtschaft – Die Untertürkheim-Affäre (Kontext, 11.06.2014)
Der Autobauer Daimler erwirtschaftet im Ersten Weltkrieg enorme Profite. Dabei gerät die Firma mitten im Krieg in den ungeheuerlichen Verdacht, das Kriegsministerium zu betrügen. Der "Fall Daimler" entwickelt sich zu einer der größten Rüstungsaffären in der Militärgeschichte. Teil IX unserer Serie "Der Weltkrieg im Südwesten". 
Der monatliche Umsatz war von 3,5 auf 31 Millionen Mark, die Belegschaft von 5155 auf 24 691 Mitarbeiter gestiegen: Das war die Erfolgsbilanz des größten württembergischen Industrieunternehmens im Ersten Weltkrieg. Kriegsgewinnler? Das konnte nie bewiesen werden.
 
aktualisierte alte Posts:
- Heute vor 78 Jahren – 23. Mai 1934: Robert Moog kommt zur Welt (23.05.2012)
- Emerson, Lake & Palmer – Pictures at an Exhibition (01.06.2014)
- Ein anderes Amerika und Lieder mit fraglichem Inhalt (11.10.2009)

Freitag, 13. Juni 2014

Leseempfehlungen für den 13. Juni 2014

- Angst vor dem „Penis im Mund": Bayern verbietet Missbrauchsstudie "Mikado" (Huffington Post, 12.06.2014)
Hamburg macht mit, Nordrhein-Westfalen auch. Aber Bayern weigert sich. Der Freistaat möchte seine Schüler nicht über sexuellen Missbrauch befragen lassen.

- Lebensmittel-Skandal in Großbritannien: Was Aldi, Tesco und Walmart mit Sklavenarbeit zu tun haben (Huffington Post, 12.06.2014)
Heftige Vorwürfe gegen die Lebensmittelhändler Aldi, Walmart und Tesco: Angeblich haben die Unternehmen in Großbritannien mit einem Zulieferer zusammengearbeitet, dessen Lieferanten Mitarbeiter unter menschenunwürdigen Bedingungen beschäftigt. Sogar von Folter, Sklaverei und Hinrichtungen ist die Rede.

- Google-Panne: IT-Experte deckt riesige Sicherheitslücke in Gmail auf (Huffington Post, 12.06.2014)
Ein israelischer Forscher hat eine enorme Sicherheitslücke von Gmail, Googles Maildienst, aufgedeckt. Demnach sei es bis vor kurzem möglich gewesen, die E-Mail-Adressen aller Gmail-User zu klauen, berichtet das Tech-Portal "Wired".

- Diese 10 Lebensmittelkonzerne haben Sie völlig in der Hand (Huffington Post, 12.06.2014
Die Lebensmittelkonzerne sind mächtig, das ist nichts Neues. Doch wie mächtig sie sind, ist für den normalen Bürger oft schleierhaft. Was er oftmals gar nicht weiß: Über Kooperationen wie Joint Ventures, Beteiligungen und Spin-Offs sind die unterschiedlichen Marken verwoben, vermeintlich unterschiedliche Firmen gehören oft zu den gleichen Imperien. 
 lebensmittelkonzerne
 
- Zu viel des Guten (brand eins, 06/2014)
Die Welt wird reicher. 
Nicht allen geht es besser. 
Aber vielen. 
Wer profitiert, weiß der Statistiker Branko Milanović.

- IT-Business – EU ermittelt gegen Mitgliedstaaten wegen Steuerabsprachen mit Apple (ZDNet, 12.06.2014)
Die Europäische Kommission hat ein formelles Prüfverfahren gegen Irland, die Niederlande und Luxemburg eingeleitet. Sie will herausfinden, ob Absprachen zwischen den Steuerbehörden der Länder und Apple, Starbucks und Fiat Finance and Trade über die zu entrichtende Körperschaftssteuer im Einklang stehen mit den EU-Vorschriften zu staatlichen Beihilfen.

- News – Microsoft kämpft gegen Zugriff von US-Behörden auf in Irland gespeicherte Daten (ZDNet, 11.06.2014)
Microsoft wehrt sich gegen einen US-Durchsuchungsbefehl, mit dem Behörden Zugriff auf in Irland gespeicherte Daten des Konzerns erwirken wollen. Die Washington Post hat jetzt die Einwände des Konzerns veröffentlicht, der eine Kundenflucht zu anderen Cloud-Dienstleistern fürchtet.

- Israel bleibt stur (junge Welt, 11.06.2014)
Gegen palästinensische Regierung der nationalen Einheit: Regierung kündigt weiteren Siedlungsbau im Westjordanland an. Knesset wählt neuen Präsidenten 
Nach langwierigen Verhandlungen haben die palästinensischen Organisationen Fatah und Hamas eine Regierung der nationalen Einheit gebildet, die Anfang Juni vereidigt wurde. Die beiden Organisationen waren seit 2007 tief verfeindet, nachdem im Gazastreifen eine Geheimdienstoperation der Fatah durch Hamas vereitelt worden war. Hamas hatte daraufhin im gesamten Gazastreifen die Kontrolle übernommen. Israel hatte als Reaktion dessen Belagerung verschärft, die bis heute andauert. Sowohl Fatah als auch Hamas haben in den vergangenen Monaten schwere finanzielle Probleme gehabt, da ihre jeweiligen Geldgeber die Zahlungen verringert oder eingestellt hatten. Israel hielt Steuergelder, die es für die palästinensische Autonomiebehörde als Besatzungsmacht einsammeln muß, zurück. Infolge dieser israelischen Politik liegt die palästinensische Ökonomie am Boden.

- US-Geostrategie und deutsche Souveränität: Ein heißes Eisen (zeitgeist online, 14.12.2013)
In der aktuellen Souveränitätsdebatte wird der Einfluss transatlantischer Netzwerke völlig unterschätzt, erklärt Friederike Beck, Autorin des Guttenberg-Dossiers. Dabei spielten gerade sie eine entscheidende Rolle, steuerten sie doch seit 1945 bis heute die außenpolitische Ausrichtung Deutschlands. Im Beitrag hat sie wesentliche Fakten zusammengetragen. (mehr von Friederike Beck, siehe auch »Das Guttenberg-Dossier«) 

DVD Trailer - Mini Max (USA, 1965-1970) [1:19]
 

- Am Rande des NSA-Spähskandals: Neuer Nationenbund ohne US-Dominanz gefordert (zeitgeist online, 29.10.2013)
„Wie Amerika seine Freunde demütigt“, titelte der Focus nach der jüngsten Abhöraffäre um das deutsche Kanzler-Handy. Die Berliner Zeitung war am Tag zuvor deutlicher und schrieb: „Obama unter Lügen-Verdacht“. Die Betroffene hingegen, Frau Merkel, verhält sich still nach ihrem ersten Beschwerdeanruf beim US-Präsidenten. Dabei hätte sie gerade jetzt beste Karten, Flagge zu zeigen und dem ganzen Überwachungswahn ein entschiedenes Stopp entgegenzuhalten. Sie stünde damit nicht allein. Längst bekennen andere Staaten ihren Unmut ob der Arroganz der US-Dienste. Und dabei geht es nicht mehr nur um unberechtigten Zugriff auf fremde Daten. 

Get Smart (Season 1) tribute of best moments (HQ) [9:10]


Ein Jahr Snowden: Die sabotierte Aufklärung (Blätter für deutsche und internationale Politik, 6/2014)
Am 6. Juni liegen die ersten Enthüllungen der NSA-Totalüberwachung genau ein Jahr zurück. Seitdem verging kaum eine Woche ohne neue Meldungen über die Ausspähaktionen westlicher Geheimdienste. Inzwischen wissen wir, dass allen voran der US-amerikanische Militärgeheimdienst NSA und das britische GCHQ weltweit nahezu die gesamte elektronische Kommunikation ausspionieren. Nie zuvor in der Geschichte hat es einen derart umfangreichen und systematischen Angriff auf die Privatsphäre gegeben. 
 Das eigentlich Überraschende aber ist, dass dieser Angriff bislang keine nennenswerten politischen Folgen gezeitigt hat – weder in den USA noch in der EU. Und auch die Bundesregierung hat von Anfang an eine Strategie des Verschleppens betrieben. Daran hat sich bis heute, trotz eines Wechsels des „kleineren“ Koalitionspartners, nichts geändert.

Good Will Hunting - Warum nicht für die NSA arbeiten? [2:31]


- Von Oshos kahlen Krämpflingen (Neues aus der Hammelburg, 04.04.2014)
Dieser Osho hatte wirklich ein Rad ab. Mindestens eins. 

OSHO I Wonder If This Could Be Love2 [2:10]


- Macht ohne Rechenschaft: Der globale Lobbyismus (Blätter für deutsche und internationale Politik, 6/2014)
Es gibt Formen der Macht, die keinerlei Rechenschaftspflicht unterliegen, über deren Aktivitäten niemandem Bericht erstattet werden muss und die schwer zu durchschauen sind. Aus diesem Grund fällt es ebenso schwer, ihnen entgegenzuwirken. Weil diese illegitime Macht oft unterschwellig daherkommt, ist sie schwer zu greifen. Sie heißt nicht „Macht“, resultiert nicht aus förmlichen Beschlüssen und wird von denen, die sich ihr – wissentlich oder nicht – unterwerfen, häufig gar nicht als Unterdrückung wahrgenommen. Die illegitime Macht, von der ich hier spreche, meint nicht Tyranneien, Diktaturen, autoritäre Einparteiensysteme, afrikanische Statthalter oder dergleichen. Im Folgenden geht es um die Macht der ganz großen Konzerne, wobei ich, dem Sprachgebrauch der Vereinten Nationen folgend, die Bezeichnung „transnationale Konzerne” oder TNC der Rede von „multinationalen” Konzernen oder „Multis” (MNC) vorziehe. 
Die Liste der Beispiele für illegitime Machtausübung wächst unaufhörlich und könnte viel länger ausfallen als im vorliegenden Artikel. Nichtsdestotrotz hoffe ich veranschaulichen zu können, dass und wie illegitime Konzernmacht mittlerweile auf jeder Ebene der Regierungstätigkeit zunehmend Platz greift, die internationale Sphäre eingeschlossen; dass sie der Demokratie schweren Schaden zufügt und unsere Länder, unseren Lebensalltag verändert, ganz besonders, wenn wir in westlichen Demokratien leben.[1]

- Die Idee des Westens: Vision und Realität (Blätter für deutsche und internationale Politik, 6/2014)
Die Krise in der Ukraine eskaliert derzeit nicht nur geographisch, sondern auch ideologisch – und zwar auch in unseren Breiten. Im 25. Jahr nach der Zeitenwende von 1989 werden wieder die alten Gräben bezogen: auf der einen Seite die Apologeten der Nato, die in erstaunlichem Kurzschluss den Westen mit dem transatlantischen Verteidigungsbündnis gleichsetzen; auf der anderen Seite ein Teil der Linken, der am liebsten mit der Kritik an Nato und Kapitalismus auch den Westen in Gänze beerdigen würde. 
Die größte Gefahr besteht somit darin, dass zwischen den beiden Kontrahenten auch die „Idee des Westens“ zerrieben wird – nämlich der Anspruch auf universelle Gültigkeit von Demokratie und Menschenrechten. Wie aber funktioniert das fatale Zusammenspiel der beiden Lager genau? 

The Mouse that Roared TRailer [2:24]


Pharma – Gefälschte Studien: Novartis-Mitarbeiter in Japan verhaftet (Deutsche Wirtschaft Nachrichten, 11.06.2014)
Ein früherer Mitarbeiter des Schweizer Pharmakonzerns Novartis soll Studien über das Herzmittel Diovan gefälscht haben. Jetzt wurde der Japaner wegen Datenmanipulation verhaftet. Zweifel an der Wirksamkeit des Medikaments werden lauter.

TRAILER Immer wenn er Pillen nahm [1:16]


- Die Zweckehe des Kremls mit den europäischen Rechtsextremen (de.indymedia.org, 06.06.2014)
Putins Kraftmeierei in der Ostukraine und seine “moralische, familienorientierte” Politik haben ihm die glühende Unterstützung der europäischen Rechtsextremen gewonnen. Aber sie sollten sich keine Illusionen machen… 
Für seinen massiven Informationskrieg gegen die Euromaidan-Proteste und die daraus folgende Revolution, die zum Sturz des autoritären Regimes des pro-russischen Viktor Janukowitschs führte, mobilisierte der Kreml vermutlich alle seine Lobby-Netzwerke im Westen. Dabei zeigte sich, was Experten schon lange vermutet hatten, nämlich, dass die heutigen europäischen rechtsextremen Parteien und Organisationen die eifrigsten Anhänger der politischen Agenda Putins sind. (Quelle: opendemocracy.net, 28.4.2014; Übersetzung aus dem Englischen)

- Putin: EU ist nicht souverän und die USA lügen (Alles Schall und Rauch, 06.06.2014)
Im Vorfeld seiner Teilnahme an den Feierlichkeiten zum 70. Jahrestag der Landung der Alliierten in Frankreich, hat Präsident Wladimir Putin die Fragen der Journalisten des französische TV-Sender Europe 1 und TF1 beantwortet 

Putin: EU ist nicht souverän + USA lügen [5:18]


- Justiz-Reform – Was Mord ist, muss neu formuliert werden (Welt, 12.06.2014)
Justizminister Heiko Maas wagt sich an eine Jahrhundert-Reform: Die Strafrechts-Paragrafen zu Mord und Totschlag aus der Zeit des Nationalsozialismus sollen endlich neu formuliert werden.

- … eine Seele, ein geistiges Prinzip (Die Gazette, Nr. 41) 
Warum fühlen wir uns als Deutsche, als Schweizer, als Österreicher? Und nicht – oder zumindest noch nicht – vor allem als Europäer? Wer in die Geschichte der „Nation“ eintaucht, landet unweigerlich bei Ernest Renan. Auch, weil er im Jahr 1882 die „europäische Konföderation“ vorausgesagt hat.

- Nicht nur ein Wort (Die Gazette, Nr. 41
Recht auf Heimat. Es wird immer wieder gefordert, lauthals etwa von dem ebenso streitbaren wie umstrittenen Völkerrechtler Alfred-Maurice de Zayas. Nur: Was ist denn eigentlich Heimat? Was steckt hinter dem Wort, das in andere Sprachen zu übersetzen gar nicht so einfach ist?

Donnerstag, 12. Juni 2014

Leseempfehlungen für den 12. Juni 2012

- Der Irak vor dem Kollaps? (Telepolis, 12.06.2014)
Sunnitische Islamisten rücken auf Bagdad vor und haben 80 türkische Geiseln. Wie reagieren Türkei und Nato? 
Der Bürgerkrieg in Syrien hat den islamistischen Kräften in der Region weiteren Aufschub gegeben, aber es war schon lange klar, dass die Politik der schiitisch dominierten Maliki-Regierung, die die Sunniten schnitt und sich dabei auch über Wahlergebnisse hinwegsetzte, die Gewaltspirale nach dem Abzug der Amerikaner weiter anheizen würde.

- Bundessozialgericht auf Sarrazin-Kurs (Telepolis, 12.06.2014)
Wie hochbezahlte Richter dafür sorgen, dass sich Erwerbslose im Winter warm anziehen müssen 
 "Einfach warm anziehen und die Heizung drosseln", empfahl der damalige Senator und heutige Fachmann für Tugendterror Thilo Sarrazin Hartz-IV-Empfängern vor 6 Jahren. So könnten sie prima Heizkosten sparen und ihre knappen Finanzen besser schonen, sagte der Mann mit den hohen Verdiensten und sorgte 2008 für Empörung.

- Mit Kalkül abgewürgt (Telepolis, 11.06.2014)
Innerhalb nur eines Jahres hat sich die Anzahl der Beschäftigten in der Photovoltaikbranche halbiert und jetzt werden nicht einmal mehr die Zubaugrenzen erreicht

- USA nutzen Ukraine-Konflikt zur Verstärkung der Truppenpräsenz (Telepolis, 11.06.2014)
Die Ukraine will die Grenze zu Russland abschließen, angeblich kontrollieren Separatisten die Grenzübergänge in Donezk und Lugansk 
Die US-Regierung setzt nicht nur im Zuge des Ukraine-Konflikts die EU-Staaten unter Druck, mehr Geld für die Rüstung auszugeben und sich stärker militärisch zu engagieren, sondern setzt auch die Strategie fort, die osteuropäischen Länder auf ihre Seite zu ziehen und Russland als militärischen Gegner aufzubauen. So wurden nach drei B52-Bombern weitere 2 B2-Stealth-Bomber, die ebenfalls mit Atomwaffen bestückt werden können, nach Osteuropa verlegt. Zudem bilden US-Soldaten bereits Spezialkräfte von osteuropäischen und baltischen Staaten aus.

- Kameras sehen Kameras (Telepolis, 11.06.2014)
Wie Apparate Nachrichten- und Fernsehästhetiken verändern 
Tag für Tag sendet das Fernsehen eine unübersehbare Flut an Bildern - und nicht wenige Zuschauer sind davon überzeugt, dass diese Bilder aus Nachrichten, Talksendungen oder Dokumentationen auch die Wirklichkeit zeigen; Fernsehen gilt noch immer als "Fenster zur Welt". Doch tatsächlich zeigt auch das Fernsehen - wie Marshall McLuhan schon in den 1960er Jahren gezeigt hat - höchstens Ausschnitte der Realität. Es zeigt jene Ausschnitte, auf die die Kameras und ihre Objektive gerichtet waren. Was außerhalb des Kamerafeldes geschieht, bleibt ungesehen, unbekannt - und es sollte lange Zeit auch unbekannt bleiben. Doch vor den Kameras ist es eng geworden.

- Hinweise des Tages (NachDenkSeiten, 11.06.2014)

- Wie Meinungsmache funktioniert. Oder: Wie man aus dem Vertreter einer Steueroase die Hoffnung Europas machen kann. (NachDenkSeiten, 10.06.2014)
Am 6. Juni erschien ein Aufruf von Wissenschaftlern und anderen Prominenten zur Wahl von Jean-Claude Juncker zum Kommissionspräsidenten. (Siehe den Text des Aufrufs und die Liste der Unterzeichner im Anhang.) Unterzeichnet haben auch Personen, die man normalerweise dem fortschrittlichen Lager zurechnet: Habermas, Horn, Offe zum Beispiel. Sie haben sich offenbar mit dem Kandidaten nicht näher beschäftigt. Juncker ist nett, aber er ist mit Banken und großen Medieninteressen verfilzt und auch noch der Geburtshelfer einer der größten Steueroasen. Für ihn mit dem Argument zu streiten, er sei der Spitzenkandidat der siegreichen Europäischen Volkspartei und deshalb gebiete der demokratische Anstand, ihn zum Präsidenten der Kommission zu machen, ist ziemlich komisch. Damit, dass als fortschrittlich geltende Personen, den Aufruf unterschrieben haben, passiert das, was wir auch schon bei der Durchsetzung der Agenda 2010 und der Privatisierung der Altersvorsorge erlebt haben. Als einigermaßen links geltende Personen wie etwa Rürup und Walter Riester zur Unterstützung neoliberaler Interessen zu gewinnen, ist hilfreicher als die Unterstützung von Personen, denen man solche Ideen sowieso zutraut.


- Auch Erbarmen geht nicht ohne Coca Cola – Nun engagiert sich der Getränkekonzern auch in der Armutsökonomie der „Tafeln“ (NachDenkSeiten, 10.06.2014)
Angesichts eines Werbeplakats im öffentlichen Raum stellt sich mir die Frage, ob es eher gut oder schlecht ist, wenn die eigenen Thesen von der Wirklichkeit überholt werden. Es handelt sich dabei um eine Anzeige von Coca Cola Deutschland in einer Zeitschrift, auf dem die Unterstützung der „Tafeln“ erklärt wird, zu denen der Konzern nun eine „stolze Partnerschaft“ aufgenommen hat. 
Tafeln? Das sind doch die inzwischen als äußerst ambivalent eingeschätzten „Lebensmittelretter“, die bundesweit immer mehr arme Hartz-IV-Empfänger, Langzeitarbeitslose, Rentner und mancherorts sogar Studierende versorgen. Regelmäßig werden die Tafeln kritisiert, weil sie dazu beitragen, das Problem der Armut zu entpolitisieren. Armut, so der Kern der Kritik, entwickele sich durch die stetige Präsenz der Almosensysteme in diesem Land von einem politischen Skandal zu einer gesellschaftlich arrangierten Bedürftigkeit. Und innerhalb der sich immer weiter ausdifferenzierenden neuen Armutsarrangements lassen sich auch Gewinne erwirtschaften. Armutsökonomie bedeutet, dass Armut zur (ver)handelbaren Ware wird.

"You'll have to answer to the Coca-Cola company"(Dr. Seltsam oder: Wie ich lernte, die Bombe zu lieben)



- Der Griff nach der Hand Gottes (der Freitag, 12.06.2014)
WM Sie leben in L. A. Sie sind zornig und traurig. Sie tragen Shirts von Independiente oder Santos. Die US-Latinos sind die Seele des Fußballs


- Wie viel Mangan braucht China? (der Freitag, 14.05.2014)
Ukraine Tief im Süden träumt das Städtchen Stepnogorsk von einer lichten Zukunft. Es wartet auf Investoren, die den Bergbau zurückbringen


- Fremde Freunde (der Freitag, 14.05.2014)
Verhältnisse In der Ukraine-Krise wird die Beziehung zwischen Deutschland und Russland erneut auf die Probe gestellt. Eine kurze Geschichte eines wechselvollen Mit- und Gegeneinanders


- Vaterlandsverräter (der Freitag, 11.06.2014)
Zeitgeschichte 1974 Das Sparwasser-Tor besiegelt die Niederlage der DFB-Auswahl im Spiel gegen die DDR. Beckenbauers Team muss sich schwere Vorwürfe anhören und holt dann doch den WM-Titel


- Das volle Spähprogramm (der Freitag, 11.06.2014)
Eventkritik Die Magical Secrecy Tour führt zu Abhöranlagen und Geheimdiensten in Berlin


- Mit Conchita gegen die NSA (der Freitag, 05.06.2014)
Überwachungsangriff Die NSA saugt täglich Millionen Bilder aus dem Netz. Was hilft gegen ihre Gesichtserkennungsprogramme? Camouflage Art. Und Conchita Wurst


- Katheder der Kultur (der Freitag, 05.06.2014)
Selbstoptimierung Juliette Binoche und Clive Owen tragen in „Words and Pictures“ einen Streit im Namen der Kunst aus


- Kein Bild, kein Ton (junge Welt, 12.06.2014)
Ungarn: Gegen eine Sondersteuer protestieren sogar regierungsnahe TV-Sender und Zeitungen. Deutsche Telekom auf Orbáns Linie

- Kontra Datenschutz (junge Welt, 12.06.2014)
Müssen chronisch Kranke ihre Leidensgeschichte dem Jobcenter mitteilen? Das Amt weiß es nicht genau. Doch einer Hamburgerin wurde die Grundsicherung gesperrt

- Es gibt keine WM (junge Welt, 12.06.2014)
Hintergrund. Heute beginnt die Fußballweltmeisterschaft in Brasilien. Vom Turnier profitieren die FIFA und große Baukonzerne. Ein Spektakel für eine reiche Elite. Die sportbegeisterten Massen bleiben ausgeschlossen 





- Etabliert im Mainstream (junge Welt, 12.06.2014)
»Friedensgutachten 2014« beschwört die EU als »Friedensprojekt Europa«. Auch bei Bewertung des Ukraine-Konflikts wird der im Westen vorherrschende Diskurs bedient

- Merkels Mordsgeschäfte (junge Welt, 12.06.2014)
Bundesregierung veröffentlicht Rüstungsexportbericht. Deutsche Waffenschmieden dürfen sich über klingelnde Kassen freuen

- Enteignung – Der Sparer ist der Blöde – und jammert nicht mal (Cicero, 10.06.2014)
Warum regen sich die Menschen nicht auf, wenn das Ersparte keine Zinsen mehr abwirft? Das Vertrauen in den Fürsorgestaat ist anerzogen. In Deutschland wuchs man seit Jahrzehnten auf im Gefühl: Du wirst weich fallen. Jetzt wurde das „weich“ gestrichen. Ein Beitrag in Kooperation mit dem Tagesspiegel

- Inklusion? – Bildung braucht Hierarchie (Cicero, 10.06.2014)
Kisslers Konter: Der Ruf nach Inklusion ist derzeit in aller Munde. Doch die Gleichmacherei bringt nichts. Denn es sind die Unterschiede, die Schüler vor Unterforderung schützen und zur Leistung anspornen

- Bild-Studie zur Bundestagswahl – Merkel hofiert, die Grünen verteufelt (Cicero, 10.06.2014)
Die gewerkschaftsnahe Otto-Brenner-Stiftung hat die Berichterstattung der Bild-Zeitung im Bundestagswahlkampf 2013 untersuchen lassen. Ergebnis: Das Blatt berichtete enorm positiv über Angela Merkel und fast durchweg negativ über die Grünen. Die Autoren sprechen der Bild sogar ab, Journalismus zu betreiben 


aaach! Jetzt geht’s mir gleich wieder besser!

- Krise in der Ukraine – „Die NATO stellt keine Lösung dar“ (Cicero, 10.06.2014)
Das Militärbündnis NATO ist mit dem Konflikt in der Ukraine überfordert, sagt Karl Schlögel. Im Gespräch geht der Osteuropahistoriker mit den westlichen Maidan-Kritikern hart ins Gericht

- Erbschaft – Er war tot. Wir dachten: Jetzt gibt’s Geld. (Cicero, 11.06.2014)
Wenn wohlhabende Verwandten sterben, erwarten die Hinterbliebenen oft einen warmen Regen. Der Autor schämt sich ein wenig dafür

- EU-Kommissionschef – Der absurde Zirkus um Jean-Claude Juncker (Cicero, 11.06.2014)
Jean-Claude Juncker soll als „Spitzenkandidat“ der Europäischen Volkspartei (EVP) Kommissionspräsident werden. Klingt gut. Aber in Wahrheit wäre es ein illegitimer Akt der Selbstermächtigung

- EU-Parlament – David Camerons Spiel mit der extremen Rechten (Cicero, 11.06.2014)
Vor der Wahl forderte David Cameron noch eine EU-Reform, um die Macht der Rechtspopulisten einzuschränken. Nun bietet er ihnen in seiner Fraktion selbst eine Plattform. Am Donnerstag entscheidet sich auch, ob Cameron sich für die AfD öffnet

(aus Cicero)
- Bewerber-Bluff der HU Berlin: Mathematiker gesucht, aber nur weibliche (SPIEGEL online, 12.06.2014)
Frauenförderung ist wichtig an der Humboldt Universität - zum Leidwesen von Matthias Aschenbrenner: Der Topmathematiker hatte eine Professur so gut wie sicher, doch ein Mann war nicht gewünscht. Die Uni brach die Berufung lieber ab.

empfohlene aktualisierte ältere Posts:
- Heute vor 45 Jahren – 25. Juli 1965: Die Geburtsstunde des Folk-Rock (25.07.2010)
- Heute wird Bob Dylan 70 Jahre alt (24.05.2011)

It's Alright, Ma (I'm Only Bleeding)
 (auf »Bringing It All Back Hime, 1965, Text)


- Jon Lord ist 70 geworden (17.06.2011)
- Searching for Sixto Rodriguez (02.01.2014)
- Nochmal: The Nice (27.02.2014)
- Der Ukraine-Konflikt 5 – Die Nagelprobe des Journalismus (21.04.2014)
- Best of Triumvirat (15.05.2014)
- Emerson, Lake & Palmer – Pictures at an Exhibition (01.06.2014)

Dienstag, 10. Juni 2014

Leseempfehlungen für den 10. Juni 2014

- An allen Fronten (Telepolis, 08.06.2014)
Die USA setzen auch in Ostasien auf verstärkte Konfrontation Eine kleine Meldung ließ dieser Tage aufhorchen: "Russischer Pilot provoziert mit Flugmanöver", titelte der Schweizer Blick am Abend. "Russischer Kampfjet bedrängt US-Aufklärer", heißt es bei der österreichischen Kronen Zeitung. Solche Vorfälle würden sich seit Beginn der Ukraine-Krise häufen, erfährt der Leser zudem.

- Das Bedauern der Ratten (Telepolis, 09.06.2014)
Neurowissenschaftler glauben anhand von Gehirnscans gezeigt zu haben, dass auch Ratten falsche Entscheidungen nachträglich bedauern können Etwas zu bedauern, ist eine komplexe Angelegenheit. Man hat eine Handlung vollzogen und realisiert im Nachhinein, dass eine andere Entscheidung besser gewesen wäre bzw. dass Folgen eingetreten sind, die nicht beabsichtigt waren. Es handelt sich also um einen Akt der Selbstreflektion, die einen Raum der Möglichkeiten eröffnet, in dem sich eine Person imaginiert. Neurowissenschaftler der University of Minnesota glauben nun herausgefunden zu haben, dass nicht nur Menschen, sondern auch schon Ratten, die angeblich auch die Fähigkeit haben sollen, lachen zu können (Lachen wie die Laborratten), Bedauern empfinden zu können. Bislang habe man Bedauern bei nichtmenschlichen Lebewesen nicht erkennen können.

- Assad, As-Sisi, Bouteflika (der Freitag, 03.06.2014)
Syrien Die Präsidentenwahl im Rumpfstaat ist ein Indiz für die autoritäre Restauration in Ländern der Arabellion. Man kehrt in die Zeit vor dem Revolutionsjahr 2011 zurück

- Verfassungsrichter schwächen EU-Parlament (der Freitag, 09.06.2014)
Demokratie Das Bundesverfassungsgericht kippte die Dreiprozenthürde für das EU-Parlament. Die NPD profitiert jetzt davon

- „Ich will nicht beschützt werden“ (der Freitag, 05.06.2014)
Im Gespräch Die ungarische Philosophin Ágnes Heller gehört zu den bekanntesten Kritikerinnen des Rechtsrucks in Ungarn. Wir haben sie in Berlin getroffen

- Snowden-Enthüllungen: Wir müssen dran bleiben und einen langen Atem haben (Netzpolitik.org, 05.06.2014)
Ein Jahr ist es jetzt her, dass die ersten durch Edward Snowden ausgelösten Enthüllungen die Öffentlichkeit erreichten. Seitdem vergeht kaum ein Tag, an dem Journalisten keinen weiteren Mosaikstein einer allumfassenden anlasslosen Totalüberwachung unserer digitalen Kommunikationswelt aufdecken. Dank Edward Snowden wurde die Frage gelöst, ob wir überwacht werden. Leider mit einem unbefriedigenden Ausgang: Es sind nur noch die Fragen, wie oft, durch wen, wo überall, ob das auch für immer gespeichert und auch irgendwann gegen uns verwendet wird?!

- „Die neue Generation frustriert mich!” (Missy Magazin, 05.06.2014)
Von der Radikalfeministin zur Bürgermeisterin von Berlins hippstem Bezirk – Monika Herrmann im Gespräch über Netzfeminismus, Frauenräume und die Geschichtslosigkeit der jungen Generation.

- S.P.O.N. - Die Mensch-Maschine: Deutschlands digitales Staatsversagen (SPIEGEL Online, 04.06.2014)
Die Bundesregierung verweigert den Bürgern Schutz vor Ausspähung im Internet. Mehr noch: Sie mischt eifrig mit im Geschäft der Massenüberwachung. Damit ist Deutschland ein "digitally failed state".

- Internet-Vordenker – Friedenspreis für Jaron Lanier (FAZ, 05.06.2014)
Erstmals erhält ein Pionier der digitalen Revolution eine der bedeutendsten Auszeichnungen des Landes: Der Internet-Vordenker Jaron Lanier wird mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet.

- Ein Jahr NSA-Skandal: Das sind Snowdens wichtigste Enthüllungen (SPIEGEL Online, 04.06.2014)
Die Programme heißen "Prism", "Quantumtheory" oder "Dishfire". Seit einem Jahr erfährt die Welt von den Spähaktivitäten der NSA und ihrer Partner. Was wird überwacht? Wie wird überwacht? Und wer überwacht? Der Überblick über Snowdens große Enthüllungen.

(Cicero)


- Rechtsruck in Europa - Die ewigen Opfer einer feindlichen Welt (Cicero, 06.06.2014)
Der Erfolg rechtslastiger Parteien ist gar nicht so sehr ein Bekenntnis zu extremen Positionen, sondern eher Ausdruck eines tief sitzenden Unterlegenheitsgefühls. Ein Beitrag in Kooperation mit dem Tagesspiegel

- Geheimdienste – BND spioniert Bürger aus, um nicht von Revolution überrascht zu werden (Deutsche Wirtschafts Nachrichten, 09.06.2014)
Der BND fürchtet offenbar Revolutionen überall auf der Welt. Daher will man Facebook und Twitter streng überwachen, um nicht überrascht zu werden. Die kuriose Begründung: Beim arabischen Frühling habe man zuviel Energie auf die Überwachung der Herrschenden gerichtet. Nun sollen die Beherrschten ins Visier genommen werden.

- Antisemitismus – Front National lässt antisemitisches Video von Jean-Marie Le Pen verschwinden (Deutsche Wirtschafts Nachrichten, 09.06.2014)
Der Gründer des Front National, Jean-Marie Le Pen, hat in Frankreich mit einem antisemitischen Spruch daran erinnert, woher der FN kommt. Seine Tochter ließ das Video umgehend entfernen. Die Situation ist für Juden in Frankreich gefährlich, weil sich Islamisten durch solche Sprüche bei konkreten Gewalttaten bestärkt sehen können.

- Fußball-WM - Das andere Tagebuch – Lage in São Paulo eskaliert: Polizei knüppelt streikende U-Bahn-Fahrer nieder (Deutsche Wirtschafts Nachrichten, 09.06.2014)
Mit Schlagstöcken, Gummigeschossen und Tränengas ist die Polizei von São Paulo gegen streikende U-Bahn-Bedienstete vorgegangen. Die Militär-Polizei hat für die Fußball-WM aufgerüstet und liefert martialische Bilder. Die Botschaft: Wir werden mit äußerster Härte vorgehen, damit die Fifa keinen Grund zur Klage hat.

- Souveränität – Basken und Katalanen demonstrieren in ganz Europa für Unabhängigkeit (Deutsche Wirtschafts Nachrichten, 09.06.2014)
Mit einer 123 Kilometer langen Menschenkette forderten 100.000 Basken am Sonntag einen eigenen Staat. Katalanen warben mit Menschentürmen in mehreren Städten Europas für die Unabhängigkeit ihrer Region, darunter Berlin, München, Brüssel, Genf, London, Paris und Rom.

- Naher Osten – Papst Franziskus ermahnt Peres und Abbas: „Nein zur Doppelzüngigkeit“ (Deutsche Wirtschafts Nachrichten, 08.06.2014)
Papst Franziskus hat in seiner Ansprache beim gemeinsamen Gebet mit dem israelischen Präsidenten Schimon Peres und Palästinenser-Präsident Mahmud Abbas gesagt: Um Frieden zu schaffen brauche es mehr Mut, als um einen Krieg zu führen. Die Ansprache des Papstes im Wortlaut.

- Syrien – Assad kündigt Generalamnestie an (ZEIT Online, 09.06.2014)
Nach seiner Wiederwahl verspricht Syriens Präsident eine Generalamnestie für seine Gegner. Bisher ist allerdings noch fraglich, wer tatsächlich davon betroffen ist.

- Künstliche Intelligenz – Computerprogramm gaukelt erfolgreich Menschsein vor (ZEIT Online, 09.06.2014)
Erstmals hat ein Computer den Turing-Test bestanden, der seit 1950 die KI-Forscher herausfordert. In einem Chat hielten Menschen die Software für eine reale Person.

- Einführung in die Sexologie (ZEIT Wissen, Quiz)

- China will weg von Microsoft (China-Blog, ZEIT Online, 06.06.2014)
Schon vor Jahren hatte die chinesische Führung die Devise ausgegeben: Das Land soll unabhängig von US-Technik werden, die Sicherheitslücken seien zu groß. Doch so eifrig die Tüftler in Zhongguancun, dem chinesischen Silicon Valley im Nordwesten Pekings, auch an einer Reihe von eigenen Betriebssystemen arbeiteten – zum Durchbruch kam es bislang nicht.

- Warum man Frauen unmöglich »nicht mitmeinen« kann (Huffington Post, 09.06.2014)
Sprache soll Dinge mitteilen, und obschon der schöne Anspruch an sie existiert, dies möglichst kunstvoll und originell zu tun, ist dies nicht der alltägliche Anspruch. Der alltägliche Anspruch an die Sprache besteht darin, dass sie klar und einfach sein soll: Ärzte im OP, Piloten im Cockpit, Beamte am Schalter, Nachrichtensprecher, Geschäftsleute, Lehrer - sie alle sind auf eine übersichtliche, bisweilen sogar möglichst knappe Sprache angewiesen.

- Schaden durch Cybercrime ist in Deutschland am größten (Huffington Post, 09.06.2014)
Nirgendwo auf der Welt ist der Schaden durch Verbrechen unter Ausnutzung von Informations- und Kommunikationstechnik („Cybercrime“) – gemessen am Bruttoinlandsprodukt (BIP) – so hoch wie in Deutschland. 
Das geht aus einer Studie des unabhängigen Center for Strategic and International Studies (CSIS) hervor, die in Zusammenarbeit mit dem IT-Sicherheitsanbieter McAfee erstellt wurde und die am Dienstag unter dem Titel „Die globalen Kosten von Cybercrime“ in London vorgestellt wird. Der „Welt" liegt die Studie exklusiv vorab vor
Mit einem Schadensumfang von 1,6 Prozent des BIP liegt Deutschland damit vor den Niederlanden (1,5 Prozent), den USA und Norwegen (je 0,64 Prozent) sowie China (0,63 Prozent). Im Jahr 2013 wurden durch Computerverbrechen allein persönliche Daten von 16 Millionen Deutschen gestohlen.

- Ich will meine Mutter nie wieder sehen - und das hat gute Gründe (Huffington Post, 08.06.2014)
Vor vier Jahren habe ich das letzte Mal mit meiner Mutter gesprochen. Und vielleicht werde ich nie wieder mit ihr reden. 
Der Satz „Ich habe mich von meiner Mutter entfremdet" geht mir nicht leicht über die Lippen. Es fällt mir noch schwerer zu sagen, „Ich habe meine Mutter aus meinem Leben entfernt", was deutlich macht, dass ich der Grund dafür bin, dass wir keinen Kontakt mehr haben. Wenn man solche Dinge zu jemand sagt - sei es ein Freund oder ein Fremder - erlischt jedes mal das Leuchten in ihren Augen - auch wenn sie das vorher gar nicht bemerkt hatten. Das Lächeln zuckt oder wirkt erzwungen. Mütter geben ihren Kindern so viel. Deswegen erwarten die Leute einen triftigen Grund dafür, dass man sich von eben dieser Person entfernt hat: Wie etwa, dass man auf grausame Art und Weise von ihr misshandelt wurde und dies all die Liebe und Aufopferung, die mit dem Elternsein einhergeht, überschattet. Nur ein egoistischer, herzloser Mensch könnte sonst seine ihn liebende Mutter verstoßen - oder?

- Guter Sex geht nur gemeinsam (Huffington Post, 08.06.2014)
Er: »Das Ei war zuerst da!« 
Sie: »Nein, es war das Huhn!« 
»Eine Beziehung, die braucht doch Sexualität!«, sagt der Mann, kaum dass er bei mir in der Praxis sitzt. Dabei schaut er auf seine Frau, als ob er über ein unumstößliches Gesetz der Mathematik redet. »Muss nicht ein Paar dafür sorgen, dass es genügend Sexualität hat?«, fordert er von mir die Bestätigung dieses Gesetzes.

- Geschäft mit Hitler: 10 deutsche Unternehmen und ihre dunkle Nazi-Vergangenheit (Huffington Post, 08.06.2014)
Die Verbrechen der Nazis im Dritten Reich - sie hätten ohne die blinde Gefolgschaft des Volkes und der bedingungslosen Treue des Militärs nie ein solches Ausmaß angenommen. 
Die Schreckensherrschaft begünstigt haben aber auch Unternehmen, die noch heute einen großen Namen haben. 
VW, Hugo Boss, Krupp, die Deutsche Bank und viele weitere: Sie alle haben sich hinter Hitlers Politik gestellt und die Verbindung zu den Nazis mehr oder weniger für ihr Geschäft genutzt. 
Einige von ihnen haben zu diesem dunklen Kapitel in ihrer Geschichte Jahrzehnte geschwiegen. 
Andere sind offensiv an die Aufarbeitung gegangen. Unabhängig davon haben Historiker dieses dunkle Kapitel der deutschen Wirtschaftsgeschichte in den vergangenen Jahren intensiv beleuchtet. 

- Texas – Republikaner beschließen "Heilung" für Homosexuelle (ZEIT Online, 09.06.2014)
In Texas sollen homosexuelle Menschen durch Therapien von ihrem "Lebensstil" abgebracht werden. Auch Widerspruch von Medizinern konnte die Republikaner nicht überzeugen.

- Pont des Arts in Paris: Brückenteil bricht unter Last von Liebesschlössern zusammen (SPIEGEL Online, 09.06.2014)
Am Ende war die Last der Liebe doch zu schwer: Mit einem gewaltigen Rumms ist am Pariser Pont des Arts ein Teil des Geländers zusammengebrochen. Die bekannte Fußgängerbrücke musste evakuiert werden.

- Politik und Gesellschaft: Die Tyrannei der falschen Freiheit (SPIEGEL Online, 08.06.2014)
Freiheit ist schön, oder? Kommt drauf an, sagt die Philosophin Renata Salecl. Zu oft nutzen wir unsere Wahlmöglichkeiten, um ein vermeintlich optimales Leben zu führen. Die Folgen: Unzufriedenheit und Schuldgefühle.