Samstag, 16. Januar 2016

Alan Rickman – der Dritte nach Lemmy und Bowie



☺ Alan Rickman ~ Kiss ☺ [4:20]

Hochgeladen am 27.08.2010
Used movies:

Snow cake
Mesmer
Something the Lord Made
Search for John Gissing
An Awfully Big Adventure
Truly Madly Deeply
Blow Dry
Nobel Son
Love Actually
Closet Land
Dark Harbor
Close My Eyes
Sense and Sensibility
Rasputin
Clip: In Demand - Texas

If you ask me politely, I'll answer your questions about specific movie, which has been used.

My top 5 Alan Rickman Characters [7:08]

Veröffentlicht am 20.02.2013
Disclaimer: I own nothing.

Der britische Schauspieler Alan Rickman starb im Alter von 69 Jahren in Krebs

Alan Rickman war, was Schauspielerei angeht, eher ein Spätzünder. Etwas, was er selbst eher als angenehm empfand. "Der gelernte und studierte Grafikdesigner gründete zunächst einmal seine eigene Grafikdesignfirma Graphiti. Erst nach und nach zog ihn die Liebe zum Theater zur Royal Academy of Dramatic Art (RADA) , deren Vizevorsitzender er später einmal werden sollte. Doch zunächst, im Alter von 26 Jahren, bekam er ein Stipendium an der RADA. Seine Rolle in der Originalversion der "Gefährlichen Liebschaften" brachte ihm eine Tony-Nominierung, doch als das bekannte und beliebte Theaterstück verfilmt werden sollte, ging die Rolle an John Malkovich.

Eine Absage mit Folgen - "Hans Gruber" wird geboren 


Für Alan Rickman im Nachhinein ein Glückfall - denn statt den intriganten Vicomte Valmont zu spielen, bekam er eine andere Rolle angeboten, die sich grundlegend von dem unterschied, was er bisher gespielt hatte. Eine Rolle in einem us-amerikanischen Actionfilm als Gegenspieler von Bruce Willis. Dabei hatte sich Alan Rickman nur zögerlich auf einen Action Film eingelassen. Im Interview mit dem Guardian erinnerte er sich daran wie er einst dachte "Was zur Hölle ist das? Ich spiele doch in keinem Actionfilm mit!"

Die Hard: Hans Meets McClane [4:15]

Veröffentlicht am 13.07.2013
Bill Clay

Es sollte anders kommen. Sowohl Bruce Willis wie auch Alan Rickman sollte dieser Film nicht nur berühmt machen, er sollte sie auch, sehr zu ihrem Leidwesen, für längere Zeit auf eine feste Rolle festlegen: Stirb langsam. Bruce Willis als Ein-Mann-Rettungskommando und Alan Rickman als sinistrer Gegenspieler mit deutschem Namen Hans Gruber. Seine tiefe, etwas nasale Stimme, zusammen mit seiner pointierten Darstellung, ließen "Hans Gruber" (dessen Bruder Jeremy Irons später einmal spielen sollte) zu einer Art Schurkenikone und Blaupause für viele weitere Schurken werden. Von eben dieser Stimme sagte der Schauspielerlehrer Alan Rickmans einst, sie käme aus dem unteren Ende eines Abflussrohres.

Dogma Great Moments - Metatron [10:50]
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Hochgeladen am 27.08.2011
Some fine moments with subtitles. Enjoy

Die Stimme war es auch, die Kevin Smith dazu brachte, Alan Rickman die Rolle des Metatron, der Stimme Gottes im Film "Dogma" zu überlassen. Hier konnte Alan Rickman erneut sein komödiantisches Talent mit der Ernsthaftigkeit und dem Drama verbinden, wenn er beispielsweise genervt darauf reagierte, dass die von ihm aufgesuchte Dame als Erstes befürchtete, er wolle sie vergewaltigen wo ihn doch Gott (also: sie!) gar nicht mit dem notwendigen Rüstzeug ausgestattet hatte.
mehr:
- Der dritte nach Lemmy und Bowie (Bettina Hammer, Telepolis, 14.01.2016)

siehe auch:
- Alan Rickman ist tot (Rolling Stone, 14.01.2016)
- Alan Rickman: Stammt das „When I’m 80 Years Old …“-Zitat zu Harry Potter überhaupt von ihm? (Rolling Stone, 14.01.2016)
- Zum Tode Alan Rickmans: König der Szenendiebe (Andreas Borcholte, SPON, 14.01.2016)
Alan Rickman war schon über 40 Jahre alt, als er Hollywood eroberte wie seine Filmfigur Hans Gruber das Hochhaus der Nakatomi-Corporation in "Stirb langsam" (1988). Was für ein Auftritt!

In einer Szene steht Gruber mit dem Japaner Takagi, dessen Firmensitz der Terrorist soeben mit einer Bande deutscher Gangster unter seine Kontrolle gebracht hat, im Fahrstuhl. "Nice suit" - "schöner Anzug" -, so startet Gruber einen Versuch, Small Talk zu machen: Warum nicht auch bei einer Geiselnahme Gentleman bleiben? (Szene hier auf YouTube ansehen)

Takagi starrt den Gangster nur wütend an, und was sich daraufhin in dessen Gesicht abzeichnet ist ein so großartiges Spiel aus Amüsement, Bosheit und echtem Stilbewusstsein, dass noch heute, fast 30 Jahre später, in zahlreichen Trauerbekundungen in sozialen Medien sofort der Name Hans Gruber fällt. […]

Hans Grubers böse Brillanz führte Rickman in direkter Konsequenz zu einer der bekanntesten Schurkenfiguren der Popkultur-Geschichte: In Kevin Reynolds launiger Neuverfilmung von "Robin Hood - König der Diebe" spielte er 1991 einen cholerischen Sheriff von Nottingham, der ständig sehr köstlich und mit glühendem Wutblick zwischen Nervenzusammenbruch und kühler Grausamkeit changierte. Der damalige Kassenmagnet und Hollywood-Beau Kevin Costner spielte die Hauptrolle, aber Rickman war der heimliche Star des Blockbusters. Zur Belohnung wurde er mit dem britischen Filmpreis Bafta ausgezeichnet, für die beste männliche Nebenrolle. […]

Im Kino, so Rickman, sei er besser aufgehoben. Auch wenn man nichts sage, fange die Kamera immer eine Emotion ein, so lange man das Richtige dabei denke.

Wohl auch aus dieser Erkenntnis heraus generierte Rickman sein Talent, kleine wie große Rollen mit hinreißenden, aber nie übertriebenen Grimassen sowie dramaturgisch klug gesetzten Pausen in unvergessliche Auftritte zu verwandeln. Dazu gehörte natürlich auch sein hinreißend als Gothic-Rockstar ausstaffierter Professor Severus Snape in den "Harry Potter"-Filmen: eine dämonische Schreckensfigur, die man dennoch sofort ins Herz schloss. […]

Aus dieser Lebenserfahrung schöpfte Rickman vielleicht die Ernsthaftigkeit, mit der die "Shakespeare-Version von Jack Nicholson" ("Süddeutsche Zeitung") selbst grobschlächtigste Rollen in feinsinnige, tragikomische Charakter-Dramolette verwandeln konnte: Der beste Clown ist immer der, der auch die tiefe Trauer gut kennt. Alan Rickman erlag am Donnerstag im Alter von 69 Jahren einem Krebsleiden.

Quigley Shoots Bucket at 782 Yards Standing Up [3:52]

Veröffentlicht am 14.06.2012
all right go to the movie company

Quigley Down Under Shootout [2:48]

Veröffentlicht am 01.06.2013
"Some men are born in the wrong century. I think I was born on the wrong continent. ... Oh, by the way, you're fired." ~ Marston
"This ain't Dodge City. And you ain't Bill Hickok." ~ Quigley
"I said I never had much use for one. I never said I didn't know how to use it." ~ Quigley

Robin Hood '91: The funniest movie scene [2:04]

Hochgeladen am 03.01.2010
AlanRickman in one of his most memorabale performances
Diese komödiantischen Elemente brachte Alan Rickman immer wieder in seinen Filmen ein, so z.B. in "King of Thieves" (Der König der Diebe), wenn der Lärm und die Kämpfe um Lady Marian es dem von Rickman gespielten Sheriff von Nottingham unmöglich machten, den Beischlaf mit ihr im Schnellverfahren zu vollziehen. Gerüchtehalber soll sich Kevin Costner damals darum bemüht haben, dass Alan Rickmans Szenen gekürzt werden um nicht zu sehr im Schatten des britischen Mimen zu stehen. Ob dieses Gerücht wahr ist, weiß niemand, aber wer Alan Rickman sieht, wie er dank seiner stechenden Augen, seines wahlweise milden, fast gütigen oder aber schneidenden Lächeln mit schwarzer langer Mähne den Sheriff spielt, der könnte es zumindest verstehen, sollte es so sein.
Mesmer Clip [4:58]

Hochgeladen am 10.10.2007
A clip from the movie 'Mesmer' starring Alan Rickman where he shows a group of ladies his talents.
"Don't be frightened if you swoon away. Don't resist. Let it caress you, whisper to you, murmur to you, as the force in me comes flowing into your flesh..."

Love me, love me Rasputin!!! [4:25]

Hochgeladen am 12.08.2007
Grigori Rasputin, the Dickman!!!!!
played by Alan Dickman....I mean...Rickman!!! O_O

Song: Love me, love me.
ARtist: ARsenium
*I don`t own the (video)images or audio.
**No copyright infrigement intended.

Galaxy Quest (1/9) Movie CLIP - How Did I Come to This? (1999) HD [2:42]

Hochgeladen am 11.10.2011
Galaxy Quest movie clips: http://j.mp/1JdtUXi
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CLIP DESCRIPTION:
Alexander Dane (Alan Rickman) feels like a sell-out as he and the rest of the Galaxy Quest" cast wait for Jason Nesmith ("Tim Allen) at a convention.

FILM DESCRIPTION:
A team of intrepid adventurers travels through the outer reaches of the galaxy, each week finding excitement and adventure on Galaxy Quest! Or at least that's the way it was in the mid-1970s, when brave if reckless Captain Peter Quincy Taggart, lovely Lieutenant Tawny Madison, and inscrutable alien Dr. Lazarus were the leaders of an interstellar law enforcement team on the TV series of that name. Twenty years later, the show is still in reruns, and Jason Nesmith (Tim Allen), Gwen DeMarco (Sigourney Weaver), and Alexander Dane (Alan Rickman) prop up their sagging careers by making appearances at sci-fi conventions, where they grudgingly shake hands and give autographs for the show's socially inept following. However, it turns out that nerdy sci-fi fans aren't the only ones watching: somewhere in another solar system, a group of alien rebels living under a regime of violence and repression have picked up broadcasts of Galaxy Quest, and they aren't aware that it's fiction. They travel to Earth and encounter the Galaxy Quest cast, who figure that they're just another bunch of guys who like to dress funny. However, they soon realize that they're being hired not for another autograph-signing session but for a real-life outer space rescue mission. Galaxy Quest was directed by Dean Parisot, who had a background in TV directing before his theatrical debut with the dark comedy Home Fries.

CREDITS:
TM & © Dreamworks (1999)
Cast: Tim Allen, Daryl Mitchell, Alan Rickman, Sam Rockwell, Tony Shalhoub, Sigourney Weaver
Director: Dean Parisot
Producers: Elizabeth Cantillon, Allegra Clegg, Suzann Ellis, Sona Gourgouris, Janet Lewin, Charles Newirth, Mark Johnson
Screenwriter: Robert Gordon

DAS PARFUM| Trailer deutsch [2:39]

Veröffentlicht am 11.02.2013
Das Parfum - Die Geschichte eines Mörders| Trailer deutsch
Mit Ben Whishaw, Dustin Hoffman, Alan Rickman
Ein Film von Tom Tykwer.
DVD Veröffentlichung von Das Parfum: 15. März 2007
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Perfume (6/8) Movie CLIP - Water Dunking (2006) HD [2:41]

Veröffentlicht am 21.05.2012
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CLIP DESCRIPTION:
Richis (Alan Rickman) tells Jean-Baptiste Grenouille (Ben Whishaw) how he will feel watching him die.

FILM DESCRIPTION:
An obsessive French perfumer with a highly developed olfactory sense and an all-consuming drive to capture the essence of love eventually resorts to murder in his unrepentant quest to find the key ingredient for his recipe in director Tom Tykwer's adaptation of author Patrick Suskind's best-selling 1985 novel. Born in a fetid fish market and raised in a dilapidated orphanage, Jean-Baptiste Grenouille (Ben Whishaw) toiled his childhood away in a rank tannery run by the thuggish Grimal (Sam Douglas). Subsequently obsessed by smell, Grenouille's keen olfactory sense becomes so finely tuned that it eventually overpowers such human qualities as love and compassion. Though he has indeed discovered the unmistakable scent of a woman, Grenouille finds it impossible to connect with the fairer sex on any sort of meaningful level. Roaming the streets of Paris late one night, Grenouille catches the scent of a young girl selling plums and impulsively strangles her, later sniffing her nude corpse in a twisted attempt to preserve the distinctive scent in his memory. After persuading legendary perfumer Giuseppe Baldini (Dustin Hoffman) to take him on as an apprentice, Grenouille travels to the town of Grasse in Southern France in order to learn the art of enfleurage at a firm run by the highly respected Mme. Arnulfi (Corinna Harfouch). It is there that Grenouille becomes dangerously drawn to the vestal aroma of the young and beautiful Laura (Rachel Hurd-Wood), the daughter of widower merchant Antione Richis (Alan Rickman). Soon driven to madness by such a pure scent, the spellbound Grenouille continues to claim the lives of the numerous young girls in a tragic attempt to bottle the impossibly elusive smell of virginal womanhood.

CREDITS:
TM & © Dreamworks (2006)
Cast: Alan Rickman, Ben Whishaw
Director: Tom Tykwer
Producers: Bernd Eichinger, Samuel Hadida, Andreas Grosch, Martin Moszkowicz, Manuel Cuotemoc Malle, Gigi Oeri, Edmon Roch, Silvia Tollmann, Andreas Schmid, Julio Fernández, Teresa Gefaell
Screenwriters: Andrew Birkin, Bernd Eichinger, Tom Tykwer, Patrick Süskind
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Alan Rickman and Michael Gambon prank Daniel Radcliffe! [1:27]

Veröffentlicht am 12.09.2012

The Best Moments Ever of Severus Snape ! [13:48]

Veröffentlicht am 13.04.2012
My Favourites Scenes with Severus Snape_10...1 ! Enjoy it...I did it !

Alan Rickman talks Severus Snape at NY Times Arts & Leisure Weekend 2012 [9:28]

Veröffentlicht am 17.04.2012
Alan Rickman talks about his role as Severus Snape in the Harry Potter film series at the New York Times Arts and Leisure Weekend on 7 January 2012. Topics covered include Snape's buttoned up look and pointing a wand at Dame Maggie Smith. Interview by Patrick Healy.
The more we're governed by idiots and have no control over our destinies, the more we need to tell stories to each other about who we are, why we are, where we come from, and what might be possible. Or, what's impossible? What's a fantasy? (Alan Rickman)
mehr Zitate von Alan Rickman auf:
In Loving Memory: 18 Profound Alan Rickman Quotes That Challenge Us To Be Better Creators (And People) (Kovie Biakolo, Thought Catalog, 14.01.2016), weitere Zitate:
- 11 of Alan Rickman’s best quotes (Mary Sollosi, Entertainment Weekly, 14.01.2016)

Donnerstag, 14. Januar 2016

»Unwort des Jahres« – Die Lufthoheit über meinem Gehirn

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Beantwortung der Frage: Was ist Aufklärung? ist ein Essay des Philosophen Immanuel Kant aus dem Jahr 1784. In diesem in der Dezember-Nummer der Berlinischen Monatsschrift veröffentlichten Beitrag ging Immanuel Kant auf die Frage des Pfarrers Johann Friedrich Zöllner „Was ist Aufklärung?“ ein, die ein Jahr zuvor in derselben Zeitung erschien. Kant lieferte in diesem Aufsatz seine bis heute klassische Definition der Aufklärung. (Beantwortung der Frage: Was ist Aufklärung?, Wikipedia) 
Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Muthes liegt, sich seiner ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Sapere aude! Habe Muth, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen! ist also der Wahlspruch der Aufklärung. (Beantwortung der Frage: Was ist Aufklärung? Einleitung, Wikipedia) 
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Der Begriff Unwort ist ein Schlagwort aus dem Bereich der Sprachkritik und bezeichnet ein „unschönes“, aber auch ein „unerwünschtes“ Wort.[1] (Unwort, Wikipedia)

Die sprachkritische Aktion Unwort des Jahres wurde in Deutschland 1991 von Horst Dieter Schlosser ins Leben gerufen. Bis 1994 wurde das „Unwort des Jahres“ im Rahmen der Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) gewählt. Nach einem Konflikt mit dem Vorstand der GfdS machte sich die Jury als „Sprachkritische Aktion Unwort des Jahres“ selbstständig.[1][2] (Unwort des Jahres (Deutschland), Wikipedia)
Die Aktion „möchte auf öffentliche Formen des Sprachgebrauchs aufmerksam machen und dadurch das Sprachbewusstsein und die Sprachsensibilität in der Bevölkerung fördern. Sie lenkt daher den sprachkritischen Blick auf Wörter und Formulierungen in allen Feldern der öffentlichen Kommunikation, die gegen sachliche Angemessenheit oder Humanität verstoßen.“ Die Benennung der Unwörter des Jahres soll „in erster Linie als Anregung zu mehr sprachkritischer Reflexion“ dienen.[3] […]
 „Unwortverdächtig“ sind Wörter oder Formulierungen, die beispielsweise[3]
  • gegen das Prinzip der Menschenwürde verstoßen (z. B. Geschwätz des Augenblicks für Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche),
  • gegen Prinzipien der Demokratie verstoßen (z. B. alternativlos als Haltung/Position in der politischen Diskussion, um eine solche zu vermeiden und sich der Argumentationspflicht zu entziehen),
  • einzelne gesellschaftliche Gruppen diskriminieren (z. B. durch unangemessene Vereinfachung oder Pauschalverurteilung, wie etwa Wohlstandsmüll als Umschreibung für arbeitsunwillige ebenso wie arbeitsunfähige Menschen),
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- Manipulation des Jahres (Michael Paulwitz, junge Welt, 12.01.2016)
Wenn alle Jahre wieder ein „Unwort des Jahres“ ausgerufen wird, geht es, wie beim „Wort des Jahres“, nicht um Sprache, sondern um Herrschaft. Wer sich das ins Gedächtnis ruft, wundert sich auch nicht mehr über die mehr oder minder obskuren Entscheidungen, die eine wenig durchsichtige Jury da regelmäßig ausklüngelt: Es geht darum, anderen die Wortwahl vorzuschreiben, mit anderen Worten: um Politik, denn Sprachmanipulation ist ein gewaltiges Herrschaftsinstrument.

„Gutmensch“ soll nun also das Unwort des Jahres 2015 sein. Obwohl man es im abgelaufenen Chaos-Jahr eigentlich kaum noch zu hören bekommen hat. Aber die Jury hört das Gras wachsen: Als „Gutmenschen“ würden „diejenigen beschimpft, die sich ehrenamtlich in der Flüchtlingshilfe engagieren oder die sich gegen Angriffe auf Flüchtlingsheime stellen“. Mit dem „Gutmenschen“-Vorwurf würden „Toleranz und Hilfsbereitschaft pauschal als naiv, dumm und weltfremd, als Helfersyndrom oder moralischer Imperialismus diffamiert“.
mein Kommentar:
In der systemischen Psychotherapie gibt es den Begriff des »Reframing«. Durch diesen therapeutischen »Kunstgriff« wird eine Handlung oder eine sprachliche Äußerung vor einen anderen Hintergrund gestellt und erhält so eine neue Bedeutung.


In den Jahren 
- 1994 ( »Peanuts« – abschätziger Bankerjargonismus; Hilmar Kopper), 
- 1995 (»Diätenanpassung«Beschönigung der Diätenerhöhung im Bundestag) und 
- 1998 (»Kollateralschaden«Verharmlosung der Tötung Unschuldiger als Nebensächlichkeit; NATO-offizieller Terminus im Kosovokrieg
und besonders
- 2008 (»notleidende Banken«Der Begriff stelle das Verhältnis von Ursachen und Folgen der Weltwirtschaftskrise auf den Kopf. Während die Volkswirtschaften in ärgste Bedrängnis geraten seien und die Steuerzahler Milliardenkredite mittragen müssten, würden die Banken, durch deren Finanzpolitik die Krise verursacht worden sei, zu Opfern stilisiert.[24])
- 2009 (»betriebsratverseucht«Die Wahrnehmung von Arbeitnehmerinteressen störe zwar viele Unternehmen; Betriebsräte als Seuche zu bezeichnen, sei indes „ein sprachlicher Tiefpunkt im Umgang mit Lohnabhängigen“.[21] (bekannt wurde der Begriff durch seine Verwendung in der ARD. Nach Angaben eines Mitarbeiters der Baumarktkette Bauhaus wird er von Abteilungsleitern der Baumarktkette gebraucht, wenn Mitarbeiter aus einer der drei Filialen mit einem Betriebsrat in eine ohne wechseln wollen)[22][23])
- 2010 (»alternativlos« Das Wort suggeriere sachlich unangemessen, dass es bei einem Entscheidungsprozess von vornherein keine Alternativen und damit auch keine Notwendigkeit der Diskussion und Argumentation gebe. Behauptungen dieser Art seien 2010 zu oft aufgestellt worden, sie drohten, die Politikverdrossenheit in der Bevölkerung zu verstärken.[20])
wurde mit der Wahl des Unwortes des Jahres vor allem eine Form von Herrschafts- oder Machtausübung kritisiert: Die Verwendung des Unwortes wurde mit der Wahl zum »Unwort des Jahres« somit als der Legitimierung dienendes Instrument einer Machtausübung gebrandmarkt.
Wenn man sich aber den zeitlichen Verlauf der gewählten Worte ansieht, nimmt man eine Veränderung wahr. Ich behaupte, daß sich über die Jahre die Perspektive änderte. Von der Kritik hin zum Instrument der Machtausübung.
Besonders deutlich wird dies bei der Wahl 2014: »Lügenpresse«
Die Tatsache, dass die sprachgeschichtliche Aufladung des Ausdrucks (Erster Weltkrieg, Nationalsozialismus) einem Großteil derjenigen, die ihn seit dem letzten Jahr als „besorgte Bürger“ skandieren und auf Transparenten tragen, nicht bewusst sein dürfte, macht ihn zu einem besonders perfiden Mittel derjenigen, die ihn gezielt einsetzen.[14]

siehe auch:
- Unwort des Jahres 2015: Qualitätsjournalismus? (Gunnar Kaiser, Neopresse, 13.02.2015)
- "Gutmensch" - eine billige Wahl (Ulrich Kühn, NDR, 12.01.2016)
Als 'Gutmenschen' wurden 2015 insbesondere auch diejenigen beschimpft, die sich ehrenamtlich in der Flüchtlingshilfe engagieren oder die sich gegen Angriffe auf Flüchtlingsheime stellen", sagte die Sprecherin der "Unwort"-Jury, die Sprachwissenschaftlerin Nina Janich, bei der Präsentation am Dienstag in Darmstadt. Mit dem Vorwurf "Gutmensch", "Gutbürger" oder "Gutmenschentum" würden Toleranz und Hilfsbereitschaft pauschal als naiv, dumm und weltfremd, als Helfersyndrom oder moralischer Imperialismus diffamiert.

Der Begriff "Gutmensch" floriere dabei nicht mehr nur im rechtspopulistischen Lager als Kampfbegriff, sondern werde auch von Journalisten in Leitmedien als Pauschalkritik an einem "Konformismus des Guten" benutzt, so die Jury. Die Verwendung dieses Ausdrucks verhindere somit einen demokratischen Austausch von Sachargumenten. […]
Die institutionell unabhängige und ehrenamtlich arbeitende Jury besteht aus vier Sprachwissenschaftlern und einem Journalisten und wird in diesem Jahr vom Kabarettisten Georg Schramm ergänzt. Sie entscheidet unabhängig und richtet sich nicht danach, welcher Begriff am häufigsten vorgeschlagen wurde.  
 (Mehr als 650 Vorschläge – "Gutmensch" ist das "Unwort des Jahres", SWR Fernsehen, )

Mein Kommentar:
Nirgendwo habe ich bei meinen Recherchen im Internet von der Titulierung ehrenamtlicher Helfer als »Gutmenschen« etwas mitbekommen. Was ich aber in den vergangenen Jahren mitbekommen habe, war, wie man hierzulande mit Leuten wie Thilo Sarrazin umzugehen pflegt:
- Sarrazin und die Rhetorik – Endlich sagt's mal einer (Andrian Keye, Süddeutsche Zeitung, 03.09.2010, Hervorhebung von mir)
Die Grundlage derartiger Suggestionen ist entweder eine enzyklopädisch-eklektische Ideensammlung oder die eigene Erfahrung. Aus den eigenen Erfahrungen an den Frontlinien der Integrationsproblematik hat beispielsweise die verstorbene Berliner Jugendrichterin Kirsten Heisig ihr Buch "Das Ende der Geduld - Konsequent gegen jugendliche Gewalttäter" gemacht, das in dieser Woche auf Platz eins der Spiegel-Bestsellerliste steht, auf der Sarrazin den zweiten Platz belegt. Auch Heisig wurde eine rechts-autoritäre Position vorgeworfen, da sie einen harten Umgang mit straffälligen Jugendlichen vor allem in den Einwanderergemeinden der Republik forderte. Weil sie ihre Schlussfolgerungen jedoch mit einer so geballten Empirie untermauerte, gilt ihr Urteil als unanfechtbar. Und wie Sarrazin sprach sie eine diffuse Angst in Deutschland an, die hier eine Antwort findet.
- Sloterdijk wirft Sarrazin-Kritikern Opportunismus vor (Die Welt, 20.10.2009)
- Ein Käfig voller Feiglinge (Peter Sloterdijk, Cicero, 21.01.2009)
Weil er so unvorsichtig war, auf die unleugbar vorhandende Integrationsscheu gewisser türkischer und arabischer Milieus in Berlin hinzuweisen, ging die ganze Szene der deutschen Berufsempörer auf die Barrikaden, um ihm zu signalisieren: Solche Deutlichkeiten sind unerwünscht. Man möchte meinen, die deutsche Meinungs-Besitzer-Szene habe sich in einen Käfig voller Feiglinge verwandelt, die gegen jede Abweichung von den Käfigstandards keifen und hetzen. Sobald einmal ein scharfes Wort aus einem anderen Narrenkäfig laut wird, bricht auf der Stelle eine abgekartete Gruppendynamik los.
dazu auch:- Sarrazin und Sloterdijk (Reinhard Jellen, Interview mit Michael Wendl, Telepolis, 08.09.2010)
Wenn man 4 Millionen Arbeitslose hat, aber nur eine Million offene Stellen, können drei Millionen machen, was sie wollen. Sie bekommen keine Beschäftigung. Sarrazin beschreibt das ganz treffend, dass sich z.B. niedrigqualifizierte Leute mit schlechten Sprachkenntnissen in diesem System einrichten müssen. So gesehen ist das Buch eine unbeabsichtigte massive Kritik an Hartz IV, denn es zeigt klar auf, zu was dieses Blutbad auf dem Arbeitsmarkt geführt hat. Ich würde heute einen Text zu Sarrazin mit der Überschrift aufmachen: "SPD schließt Hartz IV-Kritiker aus!" Das ist das Tragische, dass Sarrazin nicht merkt, dass sein Text eine massive Kritik der Folgen der rot-grünen Arbeitsmarktpolitik 2003 bis 2006 darstellt.
- Propaganda der Ungleichheit: Sarrazin, Sloterdijk und die neue "bürgerliche Koalition" (Albrecht von Lucke, Blätter für deutsche und internationale Politik, Dezember 2009)
Umso mehr wird in Zeiten knapper Kassen die Ideologie leisten müssen, was die Wirtschaft allein nicht zu leisten vermag: die Legitimierung einer Politik der sozialen Grausamkeiten. Die kulturelle Sphäre, der Kampf um die kulturelle Deutungsmacht in der Republik, dürfte damit zum Hauptschlachtfeld werden. Da trifft es sich gut, dass sich Schwarz-Gelb im Kreise der Meinungsführer und Deutungsexperten längst auf beflissene Intellektuelle verlassen kann, die bereitwillig einspringen, um für den fehlenden geistigen Überbau zu sorgen. Es ist gewiss kein Zufall, dass just zu dem Zeitpunkt, wo wir in eine neue Phase der Republik eintreten und die neue Regierung hochgradig sinnstiftungsbedürftig ist, sich zahlreiche „Geistesschaffende“ anheischig machen, sich zu Stichwortgebern der neuen „bürgerlichen Koalition“ aufzuschwingen. Damit stoßen sie dezidiert in jenes ideelle Vakuum, das nach dem Ende von Rot-Grün als dem vorerst letzten koalitionspolitischen Projekt in diesem Lande entstanden ist.

An die Spitze dieser „Bewegung“ setzten sich, in bemerkenswertem Gleichklang, vor allem zwei: Thilo Sarrazin und Peter Sloterdijk. Während Thilo Sarrazin mit seinem neoliberalen „Eliten-Rassismus“ (Gerd Wiegel), gespickt mit explizit NPD-kompatiblen Sätzen,1 die vulgären Ressentiments all derer anspricht, die schon lange mit ihrer Meinung zu den „ständig neuen kleinen Kopftuchmädchen“ (O-Ton Sarrazin) nicht mehr hinter dem Berg halten wollen, gibt Sloterdijk den Sarrazin des Bildungsbürgers.

In der November-Ausgabe des Politik-Magazins „Cicero“ veröffentlichte er ein „Bürgerliches Manifest“, in dem er sich ausdrücklich auf Sarrazin bezieht und dessen Kritikern Opportunismus vorwirft.2 „Unter dem Deckmantel der Redefreiheit und der unbehinderten Meinungsäußerung“ habe man sich „in einem System der Unterwürfigkeit, besser gesagt: der organisierten sprachlichen und gedanklichen Feigheit eingerichtet, das praktisch das ganze soziale Feld von oben bis unten paralysiert.“ Auf das Aussprechen der Wahrheit, dass nämlich Sarrazin lediglich „Integrationsschwierigkeiten von türkischen und arabischen Teilen der Bevölkerung angemerkt“ habe, stünde „die Höchststrafe: Existenzvernichtung“. Er könne sich des Eindrucks nicht erwehren, schreibt Sloterdijk, dass fast alle, die öffentlich das Wort ergreifen, „geradewegs aus dem Desinfektionsbad“ kämen. Man möchte meinen, „die deutsche Meinungs-Besitzer-Szene“ habe „sich in einen Käfig voller Feiglinge verwandelt, die gegen jede Abweichung von den Käfigstandards keifen und hetzen“.


Mittwoch, 13. Januar 2016

Heute vor 114 Jahren – 13. Januar 1902: Beginn der Bibel-Babel-Kontroverse

Scharfe Kontroverse: Bibel oder Babel? 

Am heutigen Tag des Jahres 1902 holte der Berliner Assyriologe Friedrich Delitzsch (1850-1922) zu einem wissenschaftlichen Paukenschlag aus, als er in Gegenwart des deutschen Kaisers im ersten seiner drei »Bibel und Babel«-Vorträge die These aufstellte, die jüdische Religion und damit das alte Testament gehe auf babylonische Wurzeln zurück. 
Der Turmbau zu Babel
in einer mittelalterlichen Buchillustration

Die sofort einsetzende und bis zum Ersten Weltkrieg anhaltende »Bibel-Babel-Kontroverse« trieb mitunter seltsame Blüten. Delitzsch selbst verschärfte sie, als er in weiteren Vorträgen (1903 und 1905) die jüdische Überlieferung als der babylonischen in geistiger, religiöser und sittlicher Hinsicht unterlegen abqualifizierte. Später verlangte er sogar, man solle das Alte Testament aus dem christlichen Kanon entfernen. Die in der Tat erstaunlichen Parallelen – aber eben Parallelen! – zwischen der altisraelischen und der altbabylonischen Überlieferung veranlassten 1907 den Altorientalisten Hugo Winckler (1863-1913), sich zum »Panbabylonismus« zu versteigen, demzufolge die gesamte Überlieferung des Alten Testaments letztlich auf das Gilgamesch-Epos und sein Umfeld zurückgehe. 

Was am 13. Januar noch geschah: 
532: In Konstantinopel beginnt der das Byzantinische Reich erschütternde Nika-Aufstand gegen Kaiser Justinian.
Harenberg-Abenteuer Geschichte 2016

Ziggy Stardust hat sich aus dem Staub gemacht…

Diese Zusammenfassung ist nicht verfügbar. Klicke hier, um den Post aufzurufen.

Bertrand Piccard: "Mein Weg, das Unbekannte zu umarmen"

Seine Ängste überwand Bertrand Piccard, indem er mit dem Drachenfliegen begann. Ein Interview von Herlinde Koelbl
mehr:
- Das war meine Rettung "Mein Weg, das Unbekannte zu umarmen" (ZEIT Magazin, 12.01.2016, Zitat:)
»Es wurde mein Weg, das Unbekannte zu umarmen und mir mehr zuzutrauen. Meine Rettung. Aus dem kleinen Jungen, der Angst hatte, auf Bäume zu klettern, wurde ein Europameister im Drachenkunstflug.«

siehe auch:
- Bertrand Piccard : "Mein Glücksrezept" (Post, 28.11.2015)

Gutmensch ist Unwort des Jahres

Die Darmstädter Jury sieht in dem Wort Gutmensch die pauschale Abwertung von Helfern als naiv und weltfremd. Ihre Kritik richtet sie nicht nur gegen Rechtspopulisten.

Eine Jury aus sechs Sprachexperten hat sich unter den eingesandten 669 Vorschlägen für Gutmensch als Unwort des Jahres entschieden. Mit dem Vorwurf Gutmensch, Gutbürger oder Gutmenschentum würden Toleranz und Hilfsbereitschaft pauschal als naiv, dumm und weltfremd, als Helfersyndrom oder moralischer Imperialismus diffamiert, begründete die an der Universität Darmstadt angesiedelte Jury ihre Entscheidung.


mehr:
- Gutmensch ist Unwort des Jahres (12.01.2016)

US-Boote zu Besuch im Iran: Nur mal ein bißchen abdriften und gucken…

Zwei Boote der USA sind von Sicherheitskräften des Iran aufgegriffen worden. Der US-Regierung zufolge waren sie in iranisches Gewässer abgedriftet.
Der Iran hält im Persischen Golf die Matrosen zweier US-Boote fest. Die Boote hätten technische Probleme gehabt und seien in iranische Gewässer abgedriftet, sagte der Sprecher des US-Verteidigungsministeriums, Peter Cook. Die US-Regierung habe aber von der iranischen Regierung versichert bekommen, dass die Mannschaften schnell wieder frei kämen, sagte Cook. Die Besatzungen seien in Sicherheit sind und es gehe ihnen gut, teilte die US-Regierung weiter mit. Iranische Medien berichteten jedoch, die Soldaten würden verdächtigt, spioniert zu haben.

Die Boote waren demnach zwischen Kuwait und Bahrain unterwegs gewesen, als der Kontakt zu ihnen abbrach. Bei den Booten handelt es sich um kleine, wendige Schiffstypen, mit denen sich häufig Spezialeinheiten bewegen.

mehr:
- Iran setzt US-Boote fest (ZEIT Online, 13.01.2016)

mein Kommentar:
Ich male mir unsere Medien-Hype aus, wenn das russische Boote in einem europäischen Territorium gewesen wären! Kindergarten…