Freitag, 19. Mai 2017

Politik und Leitmedien: Tut sich endlich was?

Im französischen Sprachgebrauch wird von Gewalten (quatrième pouvoir) gesprochen. Grundlage dieser analogenBegriffsbildung ist das auf Charles de Montesquieu zurückgehende rechtsstaatliche Prinzip der Gewaltentrennung, wodurch die Staatsgewalt zwischen gesetzgebender Gewalt (Legislative, also das Parlament), ausführender Gewalt (Exekutive, also Regierung und Verwaltung) und rechtsprechender Gewalt (Judikative, also die Gerichte) aufgeteilt und somit beschränkt wird. Schon Jean-Jacques Rousseau hat die Presse als die vierte Säule des Staates bezeichnet.[1] Im Kontext der liberalen Theorie der Presse, die ihre Blütezeit im 19. Jahrhundert erlebte, wurde die Bezeichnung der Presse als „vierte Gewalt“ gebräuchlich.[2]Analog zur vierten Gewalt wird der Lobbyismus oder werden soziale Medien als fünfte Gewalt bezeichnet. [Vierte Gewalt, Hintergrund, Wikipedia, abgerufen am 19.05.2017]
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Brexit, Trump, AfD, "Volksverräter"-Rufe, Fake-News, Hacker – die politische Klasse in Deutschland steht mächtig unter Druck. Auch Journalisten erleben einen Umbruch. Politische Debatten werden zunehmend in sozialen Medien geführt – mal belebend, oft verletzend. Gerüchte und Verschwörungstheorien kommen ungebremst im Umlauf, ebenso Hassmails.

Deutschland im Zustand der Dauererregung

So eilen Politiker zwischen Beschimpfungen, Meinungsumfragen und Wahlkampfauftritten durch die Woche, umlauert von unzähligen Kamerateams. Dazu blasen Online-Redaktionen hektisch Eil-Meldungen ins Land. Deutschland im Zustand der Dauererregung.

mehr:
- Nervöse Republik – Ein Jahr Deutschland (ARD, Sendetermin: 19.04.2017)

Nervöse Republik - Ein Jahr Deutschland {1:30:11}

Veröffentlicht am 21.04.2017
Brexit, Trump, AfD, "Volksverräter"-Rufe, Fake-News, Hacker – die politische Klasse in Deutschland steht mächtig unter Druck. Auch Journalisten erleben einen Umbruch. Der Film hat einige der wichtigsten Protagonisten ein Jahr lang beobachtet.

Diskussion "Die nervöse Republik" vom 30.03.2017 {54:29}

Veröffentlicht am 30.03.2017
Brexit, Trump, AfD, "Volksverräter"-Rufe, Fake-News, Hacker - die politische Klasse in Deutschland steht mächtig unter Druck. Auch Journalistinnen und Journalisten erleben einen Umbruch. Politische Debatten werden zunehmend in sozialen Medien geführt - mal belebend, oft verletzend. Gerüchte und Verschwörungstheorien kommen ungebremst in Umlauf. Ist Deutschland im Zustand der Dauererregung?

Zu diesem Thema moderiert Anne Will eine hochkarätig besetzte Podiumsdiskussion in Berlin. Ihr Hauptgast ist Stephan Lamby. Der vielfach preisgekrönte Autor hat gerade für seine 90-minütige Dokumentation "Nervöse Republik" (NDR/rbb 2017) ein Jahr lang Politiker und Journalisten aus der Nähe beobachtet. Darunter die SPD-Generalsekretärin Katarina Barley, die AfD-Vorsitzende Frauke Petry, CDU-Generalsekretär Peter Tauber sowie Sahra Wagenknecht, Fraktionschefin der Linken. Alle vier sitzen auch im Podium. Die Journalisten Klaus Brinkbäumer, "Spiegel"-Chefredakteur, und Julian Reichelt, Vorsitzender der "Bild"-Chefredaktionen, sind ebenfalls zu Gast und vertreten in der Runde die Medien: In ihren Redaktionen recherchierte Lamby.

Hinweis: Die NDR/rbb-Dokumentation "Nervöse Republik" ist am Mittwoch, 19. April um 22.45 Uhr in Erstausstrahlung im Ersten zu sehen.

Hinweis: Die NDR/rbb-Dokumentation "Nervöse Republik" ist am Mittwoch, 19. April um 22.45 Uhr in Erstausstrahlung im Ersten zu sehen.

Harald Kujat - VS - Lügenpresse - 23.1.2017 {26:31}

Veröffentlicht am 26.01.2017
Weil Kujat nicht dezidiert Russland-feindlich ist und sogar manchmal die Politik Russlands nachvollziehen kann (wie z.B: in Syrien) wurde eine koordinierte Hetz-Kampagne gegen ihn gestartet.

ZAPP: Vertrauen in Medien ist gesunken {13:46}

Veröffentlicht am 22.12.2014
Like http://www.facebook.com/newskritik - Das stärkt uns.
Kein Wunder sinkt das Vertrauen der Leute in die Medien. Es wird überall manipuliert, unkontrolliert abkopiert, Nachrichten von Agenturen abgekauft, usw.
Inzwischen weiss ein jeder, dass man den Massenmedien nicht bei Allem glauben sollte. Daran sind die Massenmedien vielfach selber Schuld.

Richard David Precht: Die "Knalltüte" Rasmussen - Maybrit Illner 04.09.2014 - die Bananenrepublik {12:21}

Veröffentlicht am 05.09.2014

siehe auch:
- Soziale Ansteckung (Manfred Spitzer, Editorial in der Zeitschrift Nervenheilkunde, Nr. 5/2017)
Moralische Hysterie, missionarische Außenpolitik und falsche Kriege (Post, 24.01.2017)
Warum schweigen die Lämmer? – Der Mensch im Geflecht von Medien, Manipulation und Macht (Post, 16.07.2016)
Nehmt dem irren Putin die Killerdelfine weg! (Post, 02.05.2016)
Warum schweigen die Lämmer? – Der Mensch im Geflecht von Medien, Manipulation und Macht (Post, 16.07.2016)

Misstrauen gegen Medien - Umfrage bei Netzwerk Recherche (dbate) {2:35}Veröffentlicht am 12.07.2016
"Journalisten und Politiker stecken unter einer Decke" Solchen und anderen Vorwürfen müssen sich Journalisten immer häufiger stellen. Wie groß ist der Vertrauensverlust der etablierten Medien tatsächlich? Auf der Jahrestagung von Netzwerk Recherche 2016 berichteten Journalisten über ihre Grenzerfahrungen.

dbate-Reporterin Denise Jacobs war in Hamburg bei der Jahreskonferenz der Netzwerk Recherche #nr16unterwegs und hat mit Besuchern und Referenten gesprochen. Unter dem Motto "Journalismus an der Grenze" trafen sich am 8. und 9. Juli mehrere hundert Journalisten und sprachen von ihren Grenzerfahrungen - z.B. bei ihrer Berichterstattung über die Grenzen Europas, oder wenn sie mit Verschwörungstheorien konfroniert werden.

Mehr Videos gibt´s hier:
http://dbate.de
http://facebook.com/dbate.de
http://twitter.com/dbateonline
http://instagram.com/dbate.de

Ukraine-Krise: Unsere offiziellen Rußland-Versteher konnten sie angeblich nicht kommen sehen! (Post, 09.12.2014)
Unsere Qualitätsmedien: Das sind keine Irrtümer; das sind Lügen, Propaganda und Zensur! (Post, 09.12.2014)
Die Propaganda-Suppe stetig am Köcheln halten… (29.11.2014)
Frieden muss gestiftet werden (Post, 24.11.2014)
Tagesschau sachlich und objektiv: »Putin, einsam und verlassen« (Post, 19.11.2014) 
Speech on America (Boston Legal) (Post, 17.11.2014)
Was sich in den Medien ändern muss (Post, 07.11.2014)
interview2: Giovanni di Lorenzo über die Flüchtlings-Fehltritte der Medien {2:52}

Veröffentlicht am 10.07.2016
Vertrauen verspielt: Die einhellige Pro-Flüchtlinge-Stimmung kostet Medien nachhaltig Ansehen, meint "Zeit"-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo. Ihn verwundert, dass selbst "Bild" den linken Slogan "Refugees Welcome" übernahm. "Da fand das Vorurteil Bestätigung, dass wir mit der Macht, mit den Eliten unter einer Decke stecken", sagt di Lorenzo im turi2.tv-Interview bei der Jahreskonferenz von Netzwerk Recherche. Dieser falsche Eindruck wirkt nach.

Journalisten müssten sich vorwerfen lassen, zu Mitgestaltern der Flüchtlingsbewegung geworden zu sein, statt sich auf die Beobachter-Rolle zu konzentrieren. Auch die "Zeit" habe Fehler begangen, etwa mit einem "Willkommen"-Titel, "der Zurückhaltung nicht hat erkennen lassen", wie di Lorenzo einräumt. Redaktionen müssten künftig transparent darstellen, wenn es interne Positionskämpfe gibt: "Ich kann und will nicht verordnen, wer welche Position einnehmen muss, aber wir müssen dem Leser sichtbar machen, dass wir unterschiedlicher Meinung sind."

Donnerstag, 18. Mai 2017

Russland-Debatte mit Fachleuten: Welches Bild haben wir von Russland?

Bei einer Russland-Debatte mit Fachleuten in Hannover gab es spannende Diskussionen, aber auch unversöhnliche Konfliktlinien

Welches Bild haben wir von Russland? Kein eindeutiges, kann man sicher sagen. Die deutsche Bevölkerung spaltet sich auf, wenn es um Fragen zu Russland geht. Höchstens das Bild von den USA sorgt hierzulande noch für vergleichbares Diskussionspotenzial. Von erbitterten Russlandgegnern über Menschen mit ambivalentem Russlandbild bis hin zu treuen Freunden des Landes sind in Deutschland zahlreiche Haltungen vertreten.

Bei einer Veranstaltung an der Universität Hannover trafen nun Experten und Zuhörer ganz verschiedener Russlandperspektiven aufeinander und diskutierten "Bilder von Russland, Bilder von Deutschland". Eingeladen hatte der "Verein für Geschichte des Weltsystems". Die gut fünfstündige Debatte brachte viel Erhellendes, zeigte im Lauf der Zeit aber auch immer stärker unversöhnliche Konfliktlinien auf.

mehr:
- Russland: Feindbild, Trugbild, Abbild? (Stefan Korinth, Telepolis, 16.05.2017)

Die Krim einmal de-ideologisiert {9:43}

Veröffentlicht am 23.01.2015
Prof. Dr. Reinhard Merkel, Professor für Strafrecht und Rechtsphilosoph zur Frage, „Hat Russland die Krim annektiert?“
DER FEHLENDE PART - Montag bis Freitag um 19:30 Uhr

Mehr auf unserer Webseite: http://rtdeutsch.com

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RT Deutsch nimmt die Herausforderung an, die etablierte deutsche Medienlandschaft aufzurütteln und mit einer alternativen Berichterstattung etablierte Meinungen zu hinterfragen. Wir zeigen und schreiben das, was sonst verschwiegen oder weggeschnitten wird. RT - Der fehlende Part.

dazu:
- Die Krim und das Völkerrecht: Kühle Ironie der Geschichte (Reinhard Merkel, 07.04.2014)

Der wahre Grund der Hetze gegen Rußland {15:29}

Veröffentlicht am 29.12.2015
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Dienstag, 16. Mai 2017

Heute vor 10 Jahren – 16. Mai 2007: Nicolas Sarkozy wird französischer Staaatspräsident

Westentaschen-Napoleon 

Nicolas Sarkozy (* 1955), dessen Vorfahren aus ungarischem Adel stammen, praktizierte als Anwalt und stieg in der konservativ-gaullistischen Partei UMP auf. Deren Vorsitzender war er 2004-07 und erneut ab 2014. Bereits als Innenminister profilierte er sich als Hardliner, der die Jugendlichen der Banlieue-Unruhen 2005 als »Gesindel« bezeichnete und »Säuberungsmaßnahmen« forderte. 

2007 mit über 53% der Stimmen zum Staatspräsidenten gewählt, polarisierte Sarkozy weiterhin die Öffentlichkeit Frankreichs. So ließ er 2010 illegale Siedlungen von Roma räumen und propagierte deren Abschiebung nach Rumänien und Bulgarien. 2011 griff er militärisch in den libyschen Bürgerkrieg ein. Bei den Präsidentenwahlen 2012 verlor er gegen den Sozialisten Francois Hollande, startete 2015 jedoch ein politisches Comeback. 
Nicolas Sarkozy (l.) übernimmt am 16. Mai 2007 das Amt des
französischen Staatspräsidenten von Jacques Chirac (vorn)

Der Geltungsdrang des klein gewachsenen »Sarko«, der 2008 die Sängerin Carla Bruni heiratete, sorgt oft für Spott. So drängte er sich im Januar 2015 beim Gedenkmarsch für die Opfer des Anschlags auf die Satirezeitschrift »Charlie Hebdo« in die erste Reihe der amtierenden Staatsoberhäupter. 

Politische Ämter Sarkozys 
 • 1983-2002: Bürgermeister von Neuilly-sur-Selne 
 • 1993-95: Haushaltsminister 
 • 2002-04 und 2005-07: Innenminister 
 • 2004/05: Superminister für Wirtschaft und Finanzen 
 • 2007-12: Staatspräsident
 Harenberg - Abenteuer Geschichte 2017

siehe auch:
Sarkozy lästert über Netanjahu "Ich kann ihn nicht ausstehen, er ist ein Lügner"(Süddeutsche Zeitung, 08.11.2011)
- Wir werden Monsieur Sarkozy noch vermissen (Clemens Wergin, Die Welt, 06.05.2012)

Nicolas Sarkozy, ein Portrait {1:17:55}
Hochgeladen am 03.01.2012
©Arte

#JeSuisNico – So schmuggelte sich Nicolas Sarkozy in Paris in die erste Reihe {2:48}

Veröffentlicht am 14.01.2015
Aus der vierten Reihe, hinter die Regierungschefs, die Angehörigen der Opfer und die Bodyguard, wo Nicolas Sarkozy eigentlich hingehörte, schmuggelte sich der Ex-Regierungschef Frankreichs geschickt in die erste Reihe neben Angela Merkel. Das Netz spottet, #JeSuisNico ist geboren.

Gaddafi-Sohn: "Wir haben Sarkozys Wahlkampf finanziert" {2:08}

Hochgeladen am 16.03.2011
Während sich Libyens Staatschef Muammar al-Gaddafi in Tripolis von Anhängern feiern ließ, wandte sich sein Sohn Saif al-Gaddafi an die Presse. Im Exklusivinterview mit Euronews prophezeite er ein baldiges Ende der Kämpfe und drohte Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy mit pikanten Enthüllungen.

euronews: der meistgesehene Nachrichtensender in Europa.
Abonnieren Sie sich! http://www.youtube.com/subscription_c...

euronews gibt es in 14 Sprachen: https://www.youtube.com/user/euronews...

Auf Deutsch:
Internet : http://de.euronews.com
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Google+: http://eurone.ws/1idvWZK

Die Republik bin ich! Frankreich und seine Präsidenten (Doku) (Deutsch) (ARTE) {1:37:51}

Veröffentlicht am 06.06.2016
Die Regierungsform der Fünften Französischen Republik gilt als einmalig auf der Welt. In keiner anderen großen Demokratie hat der Präsident so viel Macht wie in Frankreich

Montag, 15. Mai 2017

Heute vor 45 Jahren – 15. Mai 1972: Die USA geben Okinawa an Japan zurück

Insel der traumatischen Schlacht

Die Insel Okinawa mit ihren Nebeninseln, heute die südlichste Präfektur Japans, wurde 1945 von den US-Amerikanern besetzt und erst 1972 an Japan zurückgegeben. Bis heute nutzen die USA mehr als ein Fünftel der Insel als Militärbasis. Die Schlacht um Okinawa (1. April bis 30. Juni 1945) war der letzte große Waffengang des Zweiten Weltkriegs. 
Nach blutigen Schlachten feiern US-amerikanishe Truppen auf Okinawa
die Kapitulation Japans, Anfang September 1945
Die US-Streitkräfte, die Okinawa als Basis für den Sprung nach Japan nutzen wollten, gingen von lediglich 70 000 Verteidigern auf den Inseln aus. Tatsächlich aber hatten sich 119 000 japanische Soldaten, unterstützt von 450 000 Zivilisten, auf Okinawa in Verteidigungslinien und Erdbunkern eingegraben. Als Anfang April 183 000 US-Soldaten anlandeten, wurden diese sofort in heftige Kämpfe verwickelt und erlitten hohe Verluste. Währenddessen griffen Kamikaze-Flieger die US-Schiffe an. Ein blutiger Grabenkrieg entbrannte um die Festung Shuri, die erst Mitte Mai 1945 erobert wurde. Nach der Einnahme der Inselhauptstadt Naha am 1. Juni zogen sich die Japaner ins Gebirge zurück und leisteten noch Wochen erbitterten Widerstand. 

Die Verluste der Okinawa-Schlacht
USA: 
• 12 520Tote 
• 39 000 Verwundete 
Japan: 
• Bis zu 107 500 tote Soldaten 
• 122 000 getötete Zivilisten 
• 6400 tote Kamikaze-Flieger 
• 7400 Gefangene 

Harenberg - Abenteuer Geschichte 2017 

Der Krieg im Pazifik Doku 2017 HD {59:50}
Veröffentlicht am 15.01.2017
Der Krieg im Pazifik, neue Doku 2017.

Sonntag, 14. Mai 2017

Künstliche Intelligenz? – Dummes Zeug!

Was ist dran an den Versprechen - oder Horrorszenarien - des Transhumanismus?

Auf Vorschlag eines Kollegen aus der Anatomie will ich ein paar Gedanken über den Transhumanismus zur Diskussion stellen. Dieser Kollege hatte gerade das neue Buch des israelischen Geschichtsprofessors Yuval Noah Harari gelesen: "Homo Deus: Eine Geschichte von Morgen". Dieses erschien bereits 2015 auf Hebräisch, ist inzwischen in acht Sprachen übersetzt und in Deutschland gerade ein Bestseller.

Von Trans-, Post- und Über- und Gottmenschen

Eine These ist, laut besagtem Anatomen, dass es Intelligenz ohne Bewusstsein geben könne. Auf der Wikipediaseite zum Buch finden sich (unter anderem) die weiteren Thesen, beim Humanismus handle es sich um eine Religion, die die Menschen im 21. Jahrhundert dazu motivieren solle, nach Unsterblichkeit, Glück und Macht zu streben. Nun stehe uns mit neuen Technologien eine Ablösung der Menschheit durch einen Übermenschen - oder eben den Homo Deus, den Gottmenschen - mit übernatürlichen Fähigkeiten wie der Unsterblichkeit bevor.

mehr:
- Homo Deus: Gehirn-Upload, Unsterblichkeit, Künstliche Intelligenz (Stephan Schleim, Telepolis, 12.05.2017)

siehe auch:
- Kann Intelligenz gelernt werden? (Hagen Glatzle, Erfolgreichlernen24, wahrscheinlich Mai 2011)
- Die logischen Kategorien von Lernen und Kommunikation (Post, 25.11.2012)

siehe aber auch:
- Entwicklerkonferenz i/o – Künstliche Intelligenz, immer, überall (Matthias Kremp, SPON, 18.05.2017)
- Spielzeug als "Waffe": Elfjähriger führt Sicherheitsexperten vor (n-tv, 17.05.2017)
- Vermutlicher Hackerangriff: Hauptbahnhof in Washington zeigt Porno (SPON, 17.05.2017)

Filmempfehlung: Watchmen – Von Göttern und Kategorien

The Comedian opening fight scene 1080p {2:51}

Veröffentlicht am 07.03.2011
Watchmen - the opening fight scene. A great way to start a movie.

The Comedian's Funeral {3:14}

Hochgeladen am 28.07.2009
So i basically did this because every time I watch the movie I get really into the funeral with the song and everything. Then half way through it cuts to Laurie and Sally. So I was just curious as to what it would look like if the entire funeral was done to the song without cutting to the flashbacks. Please note I did this at 3 in the morning in like 10 minutes, i was too lazy to try and match the song to the clips that well (hence why there is no Manhattan on the line "Neon God". I mean seriously that's perfect for him!!!) Then I was also too lazy to fix the aspect ratio. So yeah, let's see how long before youtube takes this down.

Watchmen - Favorite Scene {1:56}

Hochgeladen am 21.07.2011
Me, bitter? Fuck no. All rights go to Warner Bros.


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Watchmen – Die Wächter (Originaltitel: Watchmen) ist ein auf dem gleichnamigen Comicroman von Autor Alan Moore und Zeichner Dave Gibbons basierender Superhelden-Film des Regisseurs Zack Snyder aus dem Jahr 2009.
Der Film spielt entsprechend der Comicvorlage 1985 in einer alternativen Welt, die sich u. a. durch das Auftreten der Vigilanten Minutemen und später der Watchmen unterscheidet. Besonders deutlich ist der Unterschied durch die dritte Amtszeit von Richard Nixon als Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika, und dass die USA im Vietnamkrieg dank eines übermenschlichen Wesens auf ihrer Seite als Sieger hervorgegangen sind. Dadurch hat sich die Bedrohung eines nuklearen Weltuntergangs aber erheblich zugespitzt.
 [Watchmen – Die Wächter, Handlung, Wikipedia, abgerufen am 14.05.2017]
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Die 10 besten COMICS aller Zeiten! {12:33}

Veröffentlicht am 24.09.2016
Wir schauen nicht nur Filme, nein, wir lesen auch gerne Comics. Deshalb gibt es heute die 10 besten Comics aller Zeiten.

Watchmen: Platz Nr. 2, ab 9:14
Ref-Liste hier

Watchmen deutscher Trailer HD {2:27}

Hochgeladen am 23.01.2009
Neuester Watchmen HD Trailer zur mit Spannung erwarteten Verfilmung von Zack Snyder. Wer überwacht die Wächter?

Rorschach & Prison Psychiatrist / Childhood | Watchmen (2009) | 4K ULTRA HD {3:19}

Veröffentlicht am 17.12.2016
Rorschach Interrogation Scene | Watchmen (2009) Ultimate Cut

No copyright infringement intended. FAIR USE. Copyright Disclaimer Under Section 107 of the Copyright Act 1976, allowance is made for "fair use" for purposes such as criticism, comment, news reporting, teaching, scholarship, and research.

Watchmen End Scene {3:01}

Veröffentlicht am 26.02.2016

Seit Robert Rodriguez' Filmversion von Frank Millers Noir-Comic "Sin City" (2005) hält sich hartnäckig das Gerücht, eine Comicadaption sei dann gelungen, wenn sie die emblematischen Momente der Vorlage möglichst genau nachstellt. Oder, ließe sich auch sagen, einfach abpaust. Als sei das gleiche Bild hier und dort doch irgendwie dasselbe, als spielten unterschiedliche mediale oder Rezeptionsbedingungen dabei keine Rolle.

Ein solcher Abpauser ist auch Zack Snyder, der mit einem als Genrereißer gelungenen Remake des Zombie-Klassikers "Dawn of the Dead" (2004) debütierte, um mit "300" (2006) Frank Millers gleichnamigen Comic über 300 spartanische Muskelprotze, die einer Perserflotte Einhalt gebieten, im Computer Ikon für Ikon nachzustellen. Was bei Millers stark vom Film beeinflussten Stil zur Not noch zu rechtfertigen sein mag, wird spätestens bei Alan Moores und Dave Gibbons "Watchmen"-Saga heikel, deren komplexe Storyarchitektur auch eine Meditation über die Potenziale des Comics als Form darstellt.

"Watchmen", der Comic, steckt voller versteckter Spuren, arbeitet mit fein konstruierten Strukturen und entfaltet seine Geschichte mittels apokrypher Schriften in Anhängen (Autobiografien, Zeitungsausschnitte, usw.) quasi krossmedial. Der Leser wird zum Detektiv, der zurückblättert, Spuren und Anspielungen aufdeckt, Vergleiche anstellt und selbst die Zeitspanne wählt, für die er sich einem Panel oder einer Seite widmet. Das Kino, zumal das auf Klarheit und instantane Reize bedachte Blockbusterkino, unterliegt freilich ganz anderen Bedingungen. Schon deshalb, aber auch auf Grund seines komplexen Plots, galt "Watchmen" jahrelang als unverfilmbar, selbst ein Meister des skurril-verqueren Kinos wie Terry Gilliam ließ von dem Stoff bald wieder ab.

mehr:
- Der wahre Kowalski (Thomas Groh, Perlentaucher, 03.03.2009, untere Hälfte der Seite, Hervorhebungen im Original)

Watchmen Die Wächter Trailer german 2009 {2:16}

Hochgeladen am 28.04.2009
Eine neue Comicverfilmung die vielversprechend aussieht...

Watchmen - Final Scene {1:36}

Veröffentlicht am 16.11.2012
"Tonight, a comedian died in New York"
-Rorschach

No Copyright Infringement Intended

siehe auch:
- Die Helden von "Watchmen": Stell dich über das Recht (Martin Zeyn, taz, 04.03.2009)
- Im Kino: "Watchmen - Die Wächter": Die dunkle Ritterin (Fritz Göttler, Süddeutsche Zeitung, 17.05.2010)
- Kritik: Watchmen (Christian Westhus, BereitsGesehen, Datum unbekannt)
- Kritik zu Watchmen - Die Wächter (Sabine Horst, epd-Film, 01.04.2009)
- Kino-Kritik: Watchmen (Torten Dewi, Wortvogel, 24.02.2009)

Watchmen intro Bob Dylan "the times they are a changin' " {3:10}   Text (Songtexte.com)   Übersetzung (Songtexte.com)   Interpretation (Songfacts.com)

Veröffentlicht am 01.01.2014
opening scene of the movie watchmen with music by Bob Dylan The times they are a changin '

HD Watchmen, 'The American Dream' {2:53}
Hochgeladen am 10.07.2009
The warped reality of America's fallen society. Presented in glorious high definition.

Watchmen 2009 Hallelujah Leonard Cohen {4:47}   Text (Songtexte.com)  Übersetzung (Songtexte.com)   Interpretation (Songfacts.com)
Veröffentlicht am 06.10.2014

siehe auch:
- Watchmen – Die Wächter, Soundtrack (Wikipedia, abgerufen am 14.05.2017)
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Samstag, 13. Mai 2017

Rentner als Freibad-Retter: Geld, Ideen, Ausdauer, gute Pommes

Das Freibad im hessischen Oberscheld sollte schließen, wie Hunderte andere. Doch eine Gruppe Rentner besorgte, was der Kommune fehlte: Geld, Ideen, Ausdauer, gute Pommes. 

An einem Samstagmorgen, kurz vor neun, macht sich eine Gruppe Männer daran, das Waldschwimmbad Oberscheld ein weiteres Jahr zu retten. Franz Kern, dessen rechte Hand nach einer Operation in einem Verband steckt, verteilt Aufgaben an die fünf älteren Männer um ihn herum: Rasen mähen, Zaun ausbessern, Holzbänke pinseln. Einige Helfer stehen in Blaumännern bereit, andere tragen feste Arbeitsschuhe und Käppis gegen die Frühlingssonne, die so trotzig gegen die Morgenkälte anstrahlt, als wolle sie mitmachen bei diesem ungewöhnlichen Arbeitseinsatz. Viel Zeit ist ja nicht mehr. Bald soll das Schwimmbad öffnen.

Überall in Deutschland machen in diesem Frühjahr wieder die Freibäder auf, die meisten finanziert mit öffentlichem Geld. Im Fall des Oberschelder Waldschwimmbades ist die Saisoneröffnung an diesem Samstag keine Selbstverständlichkeit. Eigentlich ist sie sogar ein Wunder. Eines, das sich jedes Jahr im Mai in dem Dorf im waldigen Irrscheldetal ereignet, dort wo das ländliche Hessen fast an Nordrhein-Westfalen stößt.

Vor rund zwölf Jahren schien die Geschichte des Waldschwimmbads zu Ende zu sein. Damals war die Anlage dem Verfall überlassen: das Becken undicht, die Technik veraltet. In den toten Winkeln der Umkleiden konnte man auf dem nackten Beton die Spinnen zählen. Und weil die Stadt Dillenburg, zu der die 2000-Einwohner-Gemeinde Oberscheld gehört, überschuldet war, wollte sie das Freibad, das in den sechziger Jahren gebaut worden war, schließen. Keine ungewöhnliche Idee: Ungefähr 6.700 öffentliche Bäder werden in Deutschland noch betrieben, etwa 1.500 haben laut einer Statistik der DLRG zwischen 2007 und 2015 zugemacht.

Doch in Oberscheld kam es anders. Jemand nahm die Sache in die Hand. Wütende Bürger taten sich zusammen und gründeten einen Verein. Zu ihrem Vorsitzenden wählten sie Franz Kern.

mehr:
- Ehrenamt: Alt macht neu (Astrid Geisler, ZON, 12.05.2017)

»Die meisten Macho-Kommentare und Beleidigungen kamen von den Müttern«

Als die Mädchenmannschaft AEM Lleida sich für ein Jungenturnier anmeldete, haben alle gelacht. Das Lachen dürfte ihnen jetzt vergangen sein.

Real Madrid, Atlético de Madrid und FC Barcelona sind drei der bekanntesten Fußballclubs weltweit. Trotzdem ist Frauenfußball in Spanien immer noch eine Nischensportart – Real tut sich bis heute schwer, Mädchen überhaupt in den Club aufzunehmen. Zum Glück bewiesen einige Spanierinnen jetzt, dass es kein Y-Chromosom braucht, um exzellenten Fußball zu spielen.

Lücken nutzen, Tore versenken

Dass die Mädchen überhaupt am Turnier teilnehmen durften, verdanken sie einem Schlupfloch in den Bestimmungen der Liga. Für die Altersgruppe der unter 14-Jährigen ist das Geschlecht für die Teilnahme nicht relevant. Eigentlich wird diese Regelung genutzt, um leere Plätze mit Mädchen aufzufüllen. Das Team von AEM Lleida beschloss aber, sich als reine Mädchenmannschaft anzumelden.

Am Anfang lachten viele über die Spielerinnen des AEM Lleida. Wie sollten sie gewinnen – gegen so viele gute Jungs? Tja, sie besiegten sie alle. 13 Mannschaften räumten die Kickerinnen im Verlauf des Turniers aus dem Weg, ohne mit der Wimper zu zucken. Für sie war das überhaupt nicht überraschend, sie waren an das Siegen schon gewöhnt.

mehr:
- Diese Fußballerinnen haben bei einem Turnier alle Jungs weggebolzt (Anna Christin Koch, ze.tt, 12.05.2017, Zitat aus dem Artikel:)
In einem Interview mit der New York Times erklärte Vorsitzende des Clubs José María Salmerón: Viele Eltern seien besorgt gewesen, der psychische Druck könnte den Mädchen zu viel werden. Als die Mädchen sich bewehrten und einen Sieg nach dem anderen einfuhren, gingen stattdessen die Eltern der Jungenteams auf die Barrikaden: „Es ist seltsam, aber die meisten Macho-Kommentare und Beleidigungen kamen von den Müttern der Jungen, gegen die wir spielten.“
Un equipo femenino de Lleida hace historia al ganar una liga masculina {1:45}

Veröffentlicht am 02.04.2017

Na, da müssen wir wohl die Liga-Bestimmungen ändern…

Freitag, 12. Mai 2017

Kapitalismus, Wertegemeinschaft, Herrenmenschen

Prof. Dr. Rainer Mausfeld im Gespräch zum Themenkomplex Rassismus, Kolonialismus und Kapitalismus

Vorurteil – Diskriminierung – Entmenschlichung. Würde diese Kausalkette einen universell gültigen Rassismus als Basis der kapitalistischen Gesellschaft beschreiben? Wenn ja – welche menschliche Eigenschaft führt zu dieser Negierung einer universellen Menschenwürde?

Rassismus in dem weiteren Sinne, wie er heute in der Rassismus-Forschung verstanden wird, ist keineswegs eine universelle menschliche Erscheinung. Er stellt also keine natürliche Reaktion auf „Überfremdung“ dar, sondern entwickelte sich erst in dem Maße, in dem man es als notwendig erachtete, soziale Ungleichheit zu rechtfertigen. Seine Entstehung hängt, wie besonders Immanuel Wallerstein aufgezeigt hat, eng mit der Entstehung kapitalistischer Organisationsweisen zusammen. Rassismus unterscheidet sich also grundlegend von Phänomenen der Fremdenangst oder Fremdenfeindlichkeit, die vermutlich universell sind.

Historische Analysen zeigen, dass Rassismus keine Reaktion auf Andersartigkeit und Fremdheit ist, sondern gerade diese „Andersartigkeit“ erst behauptet und somit erzeugt. So bringt auch der antiislamische Rassismus die Art der wesensmäßigen „Andersartigkeit“ von Muslimen erst hervor, die die „westliche Wertegemeinschaft“ für ihre eigene politische Identitätsstiftung und für die Legitimation ihrer Herrschaftsbedürfnisse benötigt.

Rassistische Diskriminierung als eine systematische Form der Entmenschlichung lässt sich also keineswegs einfach als Ausdruck einer allgemein-menschlichen Neigung verstehen oder auf individuelle Vorurteile reduzieren. Rassismus hat sich erst unter spezifischen historischen und ökonomischen Bedingungen entfaltet.

Natürlich muss auch der Rassismus – wie alle Produktionen unseres Geistes – eine geeignete Grundlage in bestimmten Eigenschaften und Neigungen unseres Geistes haben. Unser Geist zeichnet sich dadurch aus, dass wir von Natur aus über eine einzigartige Flexibilität verfügen, auf der Basis nahezu x-beliebiger Merkmale, sei es Hautfarbe, Religion, Herkunft, Geschlecht, sexuelle Orientierung, etc., andere aus der sozialen Kategorie „Meinesgleichen“ auszugrenzen. In welcher Art und in welcher Weise eine solche Ausgrenzungsbereitschaft aktiviert wird, hängt jedoch wesentlich von kulturellen Faktoren ab.

Dennoch stellt unsere Bereitschaft, auf der Basis nahezu x-beliebiger Merkmale anderen das zu verwehren, was wir an Eigenschaften und Rechten für uns und die als „Unseresgleichen“ Empfundenen beanspruchen, im gesellschaftlichen Bereich eine Art „Schwachstelle“ unseres Geistes dar, die sich leicht für Zwecke der politischen Manipulation nutzen lässt. Der „Rassismus von oben“, mit dem jeweilige Machteliten diese Neigungen unseres Geistes strategisch für ihre Belange ausnutzen, ist also anders zu behandeln als Erscheinungsformen eines „Rassismus von unten“.

Die psychischen Widerstände gegen die Idee einer universellen Menschenwürde und damit einer Gleichwertigkeit aller Menschen haben ihre Wurzeln in dieser natürlichen Neigung des Menschen, den als fremd empfundenen Anderen nicht in vollem Umfang das zu gewähren, was er an Menschenwürde ganz selbstverständlich für sich selbst beansprucht. Daher bedurfte es eines langen Prozesses und schmerzlicher kollektiver Erfahrungen, bis eine solche Idee als moralische Leitnorm kodifiziert werden konnte.

mehr:
- Rassismus Kapitalismus und die Wertegemeinschaft der „Herrenmenschen“ (Hintergrund, 12.10.2016)

Muhammad Ali memorial: Rabbi Michael Lerner {8:53}

Veröffentlicht am 10.06.2016
Rabbi Michael Lernerspeaks at Muhammad Ali's memorial service.
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Der Staat schützt sich

Wie Israel- und Kapitalismuskritiker an der Ausübung ihrer Grundrechte behindert werden – Beispiele „falscher“ Ansichten aus der bayrischen Landeshauptstadt. Teil 1 von 3
In Artikel 21 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte steht im zweiten Satz, dass jeder Mensch das Recht auf gleichen Zugang zu öffentlichen Ämtern in seinem Land hat. Artikel 23 betont das Recht auf freie Berufswahl. Dass dem nicht immer so ist, durfte kürzlich etwa Kerem Schamberger in München aufgrund seiner „linken Gesinnung“ feststellen. Der 30-jährige bezeichnet sich als Kommunist, obwohl dieser Begriff „sehr dehnbar“ ist, wie er schreibt. Kommunist sein bedeutet für ihn „auch kritisch gegenüber jeglichen dogmatischen Verkrustungen, insbesondere in den eigenen Strukturen, aufzutreten.“

Schamberger ist Mitglied der Deutschen Kommunistischen Partei (DKP), engagiert sich unter anderem in der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes, beides Organisationen, die vom Verfassungsschutz beobachtet werden, und arbeitet seit dem 01. Januar 2017 als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Kommunikationswissenschaft und Medienforschung an der Ludwig-Maximilians-Universität in München (LMU). Eigentlich hätte er die Forschungsstelle schon am 01. Oktober antreten sollen, aber der Verfassungsschutz prüfte seinen Fall monatelang, um dann, nach einem halben Jahr, zu dem Ergebnis zu kommen, dass Schambergers Eintreten für die marxistisch-leninistische Lehre und die Selbstbezeichnung als Kommunist nicht mit der freiheitlich-demokratischen Grundordnung in Deutschland zu vereinbaren seien.

Dass Schamberger die Stelle nun doch noch antreten konnte, hat der angehende Doktorand dem Rückgrat der Verantwortlichen in der LMU zu verdanken, die sich über das Ergebnis des Verfassungsschutzes letztlich hinwegsetzten. Man kenne Kerem, seit er Student ist. Er sei auf keinen Fall ein Verfassungsfeind, wie eine weitere Befragung Schambergers gezeigt habe, so Professor Michael Meyen. Für Schamberger, der sich juristischen Beistand von der ehemaligen Bundesjustizministerin Herta Däubler-Gmelin holte und Solidarität verschiedenster politischer und gesellschaftlicher Spektren erhielt, ist es ein mutiger Schritt der Universität, „sich über die Empfehlung einer sogenannten Sicherheitsbehörde hinwegzusetzen.“

Es entspreche nicht unserem Grundgesetz, die „unselige Politik der Berufsverbote wieder zu beleben“, und es sei „sehr bedauerlich, dass hier in Bayern überhaupt noch Schritte in Richtung Berufsverbote gegangen werden“, so Schamberger. Wissenschaftler würden fast nur vom Staat angestellt. Die Gesinnungsprüfung komme somit einem De-facto-Berufsverbot gleich. Wer im öffentlichen Dienst arbeiten möchte, muss Fragen zur „Verfassungstreue“ beantworten und Mitgliedschaften in sogenannten extremistischen Organisationen angeben. Von Scharmberger wurden Videos und Fotos seiner Teilnahme legaler Demonstrationen angefertigt, um ihn einer vermeintlich verfassungsfeindlichen Gesinnung zu überführen. Für ihn ist die sogenannte Verfassungstreueprüfung lediglich ein „Mittel, um Leute zu disziplinieren“.

mehr:
- Innenpolitik: Münchner Freiheit – Teil 1: Gesinnungsprüfung (Flo Osrainik, Hintergrund, 31.01.2017)
Innenpolitik: Münchner Freiheit – Teil 2: Redeverbot (Flo Osrainik, Hintergrund, 31.01.2017)
Innenpolitik: Münchner Freiheit – Teil 3: Veranstaltungsverbot (Flo Osrainik, Hintergrund, 31.01.2017)

Donnerstag, 11. Mai 2017

Medienhetze gegen Systemkritik

Wenn ein prominenter Akteur den schmalen Pfad der politischen Orthodoxie verlässt, erschlagen ihn die Medien

Xavier Naidoo ist einer der erfolgreichsten Sänger Deutschlands. Allerdings hat er einen Makel: Seine politischen Äußerungen missfallen einer Medienlandschaft, die sich Pluralismus auf die Fahnen schreibt, aber politische Meinungsvielfalt nur dann gutheißt, solange sie sich in jenem engen Korridor bewegt, in dem die vorherrschende Sicht auf die Dinge als unantastbar gilt. Gedanken zu einem Musterbeispiel bedenklicher journalistischer Einstimmigkeit.

"Marionetten", das ist der Titel eines neuen Liedes von Xavier Naidoo und den Söhnen Mannheims. Das Stück handelt von Abgeordneten des Bundestages, die aus Sicht Naidoos Marionetten sind - Marionetten, an den Fäden von mächtigen Personen im Hintergrund. Was diese Äußerungen für eine Medienlandschaft bedeutet, der Herrschaftskritik allenfalls noch als eigentümliches Relikt einer längst vergangenen Zeit bekannt ist, liegt nahe: Xavier Naidoo überschreitet, so der Tenor der derzeitigen Berichterstattung, eine Grenze - eine Grenze, die nicht hätte überschritten werden dürfen.

Und so formiert sich ein Journalismus, der anstelle von Aufklärung, Dialog und sachlicher Berichterstattung zu jenen Instrumenten greift, mit denen ein maximaler Grad an publizistischer Gewalt erreicht werden kann.

Ohne kritische Distanz, gebrauchen Journalisten im Zusammenhang mit Naidoo die Kampfbegriffe Verschwörungstheorie und Verschwörungstheoretiker - und damit der Leser auch ja versteht, dass zu dem "Sohn Mannheims" Abstand zu halten ist, rückt die Qualitätspresse ihn in die rechte Ecke.

mehr:
- Medienhetze gegen Systemkritik (Marcus Klöckner, Telepolis, 10.05.2017)

siehe auch:
- „Hurensöhne Mannheims“ – Böhmermanns bitterböse Naidoo-Parodie (n24, 05.05.2017)
- Von Marionetten und Reichsbürgern (Carly Laurence, Blog.Zeit, 05.05.2017)
- Moral als Speerspitze des Imperialismus oder Was nicht ins Narrativ paßt, wird durch Etikettierung »weggemacht« (Post, 26.04.2017)
- Journalismus als Echokammer (Post, 30.03.2017)
Medien: intellektuelle Korrumpierbarkeit in Konfliktzeiten (Post, 06.02.2016)
- »Unwort des Jahres« – Die Lufthoheit über meinem Gehirn (Post, 14.01.2016)
- Flüchtlingspolitik : Die Grenzen des Guten (Post, 18.10.2015)
Propaganda machen immer nur die anderen (Post, 12.09.2015)
- Feinde auf allen Seiten (Post, 10.11.2009)
- Eva Herman: Hat sie oder hat sie nicht? (Post, 19.10.2007)

Mittwoch, 10. Mai 2017

Vergesst Trump, lest Spitzer!

Wenn von „Ansteckung" die Rede ist, dann denken wir an Bakterien, Viren und andere Erreger, die Krankheiten übertragen. Man spricht dann auch von einer Infektion durch bestimmte Erreger. Diese ist nicht nur vom Typ des Erregers, sondern auch vom Immunsystem der angesteckten Person abhängig, denn nicht jede Übertragung von Erregern führt zu einer Infektion. Zudem können auch völlig harmlose Erreger übertragen werden, beispielsweise Keime, die wir alle in der Haut, im Mund oder Darm mit uns herumtragen. Umgekehrt kann Leiden auch ohne Krankheitserreger an andere Menschen weiter gegeben werden. Meint man diese Übertragung ganz unabhängig vom Mechanismus, so spricht man von Kontagiosität. Sie ist eine Größenangabe der Wahrscheinlichkeit, dass es durch Kontakt zu einer Übertragung der Krankheit (wie auch immer) auf eine andere Person kommt. 

Mit dem Phänomen der sozialen Ansteckung hat sich die Wissenschaft - Soziologie, Psychologie, Medizin, Ökonomie und zuletzt die Informatik - seit geraumer Zeit beschäftigt. Im Extremfall spricht man von Massenhysterie, bei der bestimmte Krankheitssymptome auftreten, die durch soziale Ansteckung bedingt sind. Eine Reihe solcher hysterischer Epidemien sind bekannt und in der medizinischen Fachliteratur beschrieben (20, 32). 

Auf den ersten Blick mag es widersprüchlich erscheinen, dass Einsamkeit ansteckend sein soll. Wie kann man von jemandem angesteckt werden, der allein ist? Versteht man unter Einsamkeit jedoch das Erleben von sozialer Isolation ( und nicht die soziale Isolation selbst, die gar nicht gegeben sein muss), so wird durchaus widerspruchsfrei denkbar, dass sich dieses Erleben durch soziale Interaktion auf andere übertragen kann. 

Auch Verhaltensweisen wie Juckreiz und das sich Kratzen oder Gähnen können ansteckend sein (19). Man spricht hier von Verhaltensansteckung (engl.: behavioral contagion), bei Gefühlserlebnissen wie beispielsweise ansteckender Heiterkeit oder ansteckendem Unmut hingegen von emotionaler Ansteckung (emotional contagion). In der Finanzwelt spricht man von financial contagion, und meint damit, dass Finanzkrisen deshalb so tückisch sind, weil alle das Gleiche fühlen und tun und genau dadurch die Krise überhaupt erst entsteht: 


Wenn alle Geld abheben, weil alle Angst haben, das Geld würde knapp, kommt es aufgrund von emotionaler (die Angst der anderen wird zu meiner Angst) und verhaltensmäßiger (die anderen gehen zur Bank, also gehe ich auch zur Bank) Ansteckung zum Desaster. Denn erst die Ansteckung bewirkt, dass die Angst und das Verhalten tatsächlich berechtigt sind: Wenn alle Angst um ihr Geld haben und es vom Konto abheben, wird es tatsächlich knapp! 

Im Extremfall spricht man von Massenhysterie, bei der bestimmte Krankheitssymptome durch soziale Ansteckung bedingt sind.
Abb. 1 Nongqawuse (rechts) im Alter von 15 
oder 16 Jahren (gemeinfrei). Das Bild zeigt ein 
weiteres Mädchen, die 11-jährige Nonkosi, das 
die Nachricht von der bevorstehenden Auferstehung 
ebenfalls verbreitet und damit zur menschlichen 
Tragödie beigetragen hat. Beide tragen nicht 
ihre normale Kleidung, sondern wurden von der 
Frau des sie beide verhörenden Offiziers für das 
Foto eingekleidet.


Ein nicht unbeträchtlicher Teil der Weltbevölkerung glaubt an die Auferstehung der Toten. Einem aufgeklärten Christen erscheint dies harmlos, aber nicht immer war das so. Betrachten wir ein Beispiel, das sich im Frühling 1856 in Südafrika ereignet hat. Ein Mädchen namens Nongqawuse holte Wasser aus einem Teich. Nach ihrer Rückkehr erzählte sie ihrem Onkel, dass sie am Teich drei Geister gesehen habe, die ihr aufgetragen hatten, den Menschen in ihrem Dorf zu erzählen, dass die Toten auferstehen würden, wenn der gesamte Stamm (das waren über 100.000 Menschen) das gesamte Vieh (mehr als 400.000 Tiere) töten würde. Zunächst glaubte ihr niemand, aber schon einen Tag später hatte ihr Onkel eine ähnliche Erscheinung und erzählte sie den Häuptlingen und vielen Mitgliedern des Stammes. Daraufhin wurden etwa 400.000 Tiere tatsächlich geschlachtet, was eine Hungerkatastrophe und den Tod von mehr als 80.000 Menschen (über drei Viertel des gesamten Stammes!) nach sich zog.
mehr:
- Soziale Ansteckung (Manfred Spitzer, Editorial in der Zeitschrift Nervenheilkunde, Nr. 5/2017)

Verzeichnis der Editorials von Manfred Spitzer in der Zeitschrift Nervenheilkunde (Post, 04.12.2009)

Preisfrage:
Wieso kommt Manfred Spitzer darauf, einen solchen Artikel zu verfassen?

Dienstag, 9. Mai 2017

Egal wie bescheuert wir sind, wir sind das Volk!

Rettungshelfer eilen zu einer Reihe von Unfällen bei Schwabach. Doch dann ist kein Durchkommen: Anstatt eine Rettungsgasse zu bilden, haben viele Autofahrer ihr Fahrzeug verlassen, um "zu gucken". Die Polizei ist entsetzt: Es geht um Menschenleben.

Auf der Autobahn A6 in Bayern sind die Einsatzkräfte am Vormittag kurz vorm Verzweifeln: Sie wurden zu verschiedenen Auffahrunfällen gerufen, doch kommen erst gar nicht zum Unfallort durch. Dicht an dicht stehen Lastwagen auf der rechten Spur. Sie müssen erst umrangiert werden, damit wenigstens im Ansatz eine Rettungsgasse gebildet werden kann.

Einige Auto sind verlassen. Die Fahrer haben sich mit ihren Handys zur Unfallstelle begeben, um Schnappschüsse von einem Getränkelaster zu machen, dessen Ladung - vor allem Getränke-Dosen - sich quer über die Fahrbahn verteilt hat. Bei der Unfallserie in der Nähe von Schwabach in Mittelfranken wird der Fahrer eines Kleintransporters schwer verletzt und muss mit dem Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus geflogen werden.

mehr:
- Unfallserie auf A6 in Bayern: Dutzende Gaffer blockieren Rettungskräfte (n-tv, 08.05.2017)

siehe auch:
- Wanderer wollen nicht von Helikopter gerettet werden (n24, 03.05.2017)
Rettungskräfte schauen Lkw-Fahrer beim Crash zu (n24, 05.05.2017)
- Wegen gestrichener Flüge - Passagiere prügeln sich an US-Flughafen (SPON, 09.05.2017)
- "Naked Attraction" – "Gucke mal, ein beschnittener Penis" (Verena Maria Dittrich, n-tv, 09.05.2017)
- Seelenlose Architektur – Zürich verschandelt sich selbst (Roman Hollenstein, Neue Zürcher Zeitung, 11.05.2017)

siehe auch:
- Deutsche Leitkultur – Wir sind viel zu zurückhaltend (Jörg Bong, SPON, 07.05.2017)

natürlich darf auch DAS deutsche Qualitätsblättchen nicht fehlen:
- Streit um Bild-Aufnahmen: Grönemeyer ringt mit Reportern vor Gericht (n-tv, 10.05.2017)

und auch nicht der Feminismus:
- Stilkolumne: Hehre Motive (Tillmann Prüfer, ZON, 10.05.2017)
Damenmode unterstützte die Vorstellung vom "schwachen Geschlecht". Die Zeiten sind vorbei. Heute tragen Frauen ihre politischen Forderungen als Druck auf dem T-Shirt.
- Busenblitzer war gestern: "Underboob" ist der neueste Trend (n-tv, 09.05.2017)
Diese Busenblitzer sind kein Versehen. Konnte man bisher nicht genug V-Ausschnitt tragen, um Einblick zu gewähren, trägt die modische Frau von heute ja nun bauchfrei. Dabei kann es dann zum neuen Look des "Underboob" kommen, also dem Dekolleté von unten.
Busenblitzer ziehen immer. Das war bei Janet Jacksons Nippelgate-Auftritt 2004 so und ist heute nicht anders. Nur wird die Brust heute nicht mehr vermeintlich versehentlich entblößt, sondern mit voller Absicht: Underboob heißt der Trend, der die Promi-Welt im Sturm erobert hat. Unter XXXS-Oberteilen oder Mini-Bikinis blitzt der untere Teil der Brust hervor, am besten inszeniert auf einem von unten geschossenen Instagram-Foto.

Ins Rollen gebracht haben den Trend, den es bei sexy Fotoshootings übrigens schon länger gab, die Meister der Sex-sells-Inszenierung: die Kardashian-Jenner-Schwestern. Kim Kardashian posierte schon im letzten Sommer mit Underboob - nicht zu verwechseln mit ihrem unübersehbaren Pracht-Hinterteil - und auch die Schwestern Kendall, Kylie, Khloé und Kourtney machten schnell mit. Andere Stars und Blogger ließen sich die garantierte Aufmerksamkeit natürlich nicht entgehen, zerschnitten ihre T-Shirts auf Mikrogröße und hielten ihre halbe Brust in die Kameras.
 
Sex sells, Häme auch:
- Wie die Sexvideos einer Frau gegen ihren Willen viral gingen – und sie sich dann umbrachte (Barbara Bachmann, Krautreporter, 14.05.2017)

siehe aber auch: 
- Ehrenamt: Alt macht neu (Astrid Geisler, ZON, 12.05.2017)
- Diese Fußballerinnen haben bei einem Turnier alle Jungs weggebolzt (Anna Christin Koch, ze.tt, 12.05.2017)
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