Montag, 1. Juni 2015

Einfluss von Wirtschaftsinteressen auf EU-Gesetzgebung

Wissenschaftliche Debatte (Alexander Classen, Interessenvertretung in der Europäischen Union – Zur Rechtmäßigkeit politischer Einflußnahme, GoogleBooks)
Who’s driving the agenda at DG Enterprise and Industry? – The dominance of corporate lobbyists in DgG Enterprise’s expert groups (Alter-EU.org)
Expertengruppen der EU-Kommission (Lobbypedia)
Herrschaft der Lobbyisten in der Europäischen Union? (Cornelia Woll, Bundeszentrale für politische Bildung, 06.04.2006)
Im Auftrag der Banken – Studie: EU-Expertengruppen werden von Lobbyisten dominiert (Fabian Lambeck, Neues Deutschland, 11.10.2009)
NGO: Die EU-Kommission als Geisel der Finanzindustrie (Yiorgos Vassalos, EurActiv, 15.01.2010)
EU: Kommissionen einseitig besetzt (IG Metall 05.11.2010)
- Unternehmensvertreter dominieren Beratungsgremien der EU-Kommission (Nina Katzemich, Lobby Control, 10.07.2012)
- EU-Kommission bricht Zusage: Wirtschafts-Lobbyisten dominieren weiterhin die EU (Hans-Peter Martin, 06.11.2013)
Einfluss von Wirtschaftsinteressen auf EU-Gesetzgebung beschränken: EU-Parlamentarier fordern neue Regeln für die EU-Expertengruppen (Helga Trüpel, 29.09.2014)
- Lobbyismus – Diese Strippenzieher beeinflussen Brüssel (Ileana Grabitz , Lars-Marten Nagel, Die Welt, 30.09.2014)
- Versteckte Einflussnahme – So schützt der Bundestag Lobbyisten (Thorsten Denkler, Süddeutsche Zeitung, 27.01.2015)
- Europa-Abgeordnete Julia Reda "Ich wurde mit Bankräubern und Trickbetrügern verglichen" (Matthias Huber, Süddeutsche Zeitung, 19.01.2015)
Europa soll ein neues Urheberrecht bekommen - und eine Piratin spielt dabei eine entscheidende Rolle. Seit November ist Julia Reda, einzige deutsche Piratin im EU-Parlament, Berichterstatterin über die Umsetzung der InfoSoc-Richtlinie, einer 2001 beschlossenen Regelung zur europaweiten Harmonisierung des Urheberrechts. Den Berichtsentwurf hat sie auf ihrer Webseite veröffentlicht, ebenso eine Liste mit allen Lobby-Treffen, die sie dafür wahrgenommen hat.
- Fachzeitschriften – Aus Rücksicht auf die Pharmakonzerne (Werner Bartens, Süddeutsche Zeitung, 07.04.2015)
Der Herausgeber eines Ärztejournals tritt zurück, weil sein kritischer Kommentar nicht gedruckt werden darf. Der Zwischenfall zeigt, welchen Einfluss die Pharmaindustrie ausübt.
- Von der Politik in die Wirtschaft – Anleitung zum Seitenwechsel (Robert Roßmann, Süddeutsche Zeitung, 24.04.2015)
Wie Finanzlobbyisten Gesetze machen (Peter Kleinert, Neue Rheinische Zeitung, 01.06.2015)

Extra 3 - Lobbyismus für Dummies [3:50]

Veröffentlicht am 21.10.2014
Extra 3 - Lobbyismus für Dummies Wer braucht schon Google, wenn es Buugle gibt? Film von Alexander Lehmann (Willkommen bei Facebook) Extra 3 - NDR 
Extra 3 - Buugle weiß alles - über dich Wer braucht schon Google, wenn es Buugle gibt? Film von Alexander Lehmann (Willkommen bei Facebook) Extra 3 - NDR Exklusiv bei Extra 3: Lobbyismus.
Exklusiv bei Extra 3: Lobbyismus für Dummies - wie man Politiker effektiv beeinflusst. Der neue Film von Alexander Lehmann (Willkommen bei Facebook, Buugl.

Lobbyismus - Das Gift für die Demokrartie (Doku) [1:41:48]

Veröffentlicht am 20.11.2013
In dieser Dokumentation geht es um den Lobbyismus in der EU und wie er unsere Demokratie unterdrückt, denn der Lobbyismus bestimmt unser Leben, unsere Politik und die Zukunft unserer Kinder.. Kann man der Politik/der Demokratie noch trauen?!


Goldman-Sachs

SENSATION beim ZDF !!! Erwin Pelzig über Goldman Sachs, ihre Abteilungen und Personal [9:21]

Veröffentlicht am 14.11.2012
Mehr Hintergrundinformationen zu dieser historischen Lehrstunde und über die darin noch nicht genannte Bilderberg-Gruppe auf
http://alles-schallundrauch.blogspot.de/

Goldman Sachs - Eine Bank lenkt die Welt
watch?v=gR_OQ0qtUkQ
(diese ARTE-Doku wird immer wieder gelöscht, daher schnell anschauen)
Goldmann / Sachs - Eine Bank lenkt die Welt [HD] - Kompletter Film [1:11:41]
YouTube-Link (Einbetten deaktiviert)
Veröffentlicht am 21.07.2014
DVD bei Amazon.de: http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN...

Goldman Sachs ist mehr als eine Bank. Sie ist ein unsichtbares Imperium, dessen Vermögen mit 700 Milliarden Euro das Budget des französischen Staates um das Zweifache übersteigt. Sie ist ein Finanzimperium auf der Sonnenseite, das die Welt mit seinen wilden Spekulationen und seiner Profitgier in ein riesiges Kasino verwandelt hat. Die amerikanische Investmentbank ist in den letzten Jahren zum Symbol für Maßlosigkeit und ausufernde Spekulationen im Finanzbereich geworden. Ihre Geschäfte mit der Zahlungsunfähigkeit amerikanischer Privathaushalte haben sie zwar an den Rand des Bankrotts gebracht, aber letztlich wurde sie dank ihrer politischen Verbindungen vor dem Aus bewahrt. Der wie ein Thriller aufgebaute Dokumentarfilm erzählt chronologisch, wie Goldman Sachs am Ende stets als Gewinner dastand, vom US-Immobilienskandal des Jahres 2007 bis zur Eurokrise und der Staatsverschuldung im Euroraum seit 2010. Aufgrund der finanziellen Bedeutung und vor allem des Einflusses der „Firma", wie die Bank an der Wall Street genannt wird, konnte sich Goldman Sachs mühelos über ethische Grundsätze hinwegsetzten, immer knapp am Rande der Legalität. Der Film ist das Ergebnis einjähriger Nachforschungen in dem Supermarkt der Spekulation, zu dem Goldmann Sachs geworden ist. Banker, Wirtschaftswissenschaftler, Trader, Journalisten, Gesetzgeber und Politiker berichten über ihre Erfahrungen.

siehe auch:
- Laufbahn ehemaliger Mitarbeiter (Wikipedia)
- Wie sich Goldman Sachs die Welt untertan macht (Focus, 24.09.2013)

George Carlin "The American Dream" Best 3 Minutes of His Career [3:12] 

Hochgeladen am 01.08.2010 
This video has been claimed falsely by WMG several times, and I am arguing with Youtube about it's content, but here is a transcript also: "There's a reason education SUCKS, and it's the same reason that it will never, ever, ever be fixed. It's never going to get any better, don't look for it, be happy with what you've got. Because the owners of this country don't want that. I'm talking about the REAL owners, now. The REAL owners, the BIG WEALTHY business interests that control things and make all the important decisions -- forget the politicians. The politicians are put there to give you the idea that you have freedom of choice. YOU DON'T. You have no choice. You have OWNERS. They OWN YOU. They own EVERYTHING. They own all the important land, they own and control the corporations; they've long since bought and paid for the Senate, the Congress, the State houses, the City Halls; they've got the judges in their back pockets, and they own all the big media companies so they control just about all the news and information you get to hear. They gotcha by the BALLS. They spend billions of dollars every year lobbying -- lobbying to get what they want. Well, we know what they want -- they want MORE for themselves and less for everybody else. But I'll tell you what they don't want. They DON'T want a population of citizens capable of critical thinking. They don't want well-informed, well-educated people capable of critical thinking. They're not interested in that, that doesn't help them. That's against their interests. That's right. They don't want people who are smart enough to sit around the kitchen table and figure out how badly they're getting FUCKED by system that threw them overboard 30 fuckin' years ago. They don't want that. You know what they want? They want OBEDIENT WORKERS. OBEDIENT WORKERS. People who are just smart enough to run the machines and do the paperwork, and just dumb enough to passably accept all these increasingly shittier jobs with the lower pay, the longer hours, the reduced benefits, the end of overtime, and the vanishing pension that disappears the minute you go to collect it. And now they're comin' for your SOCIAL SECURITY MONEY. They want your fuckin' retirement money. They want it BACK. So they can give it to their criminal friends on Wall Street. And you know something? They'll get it. They'll get it ALL from you sooner or later -- 'cuz they OWN this fuckin' place. It's a big CLUB. And YOU AIN'T IN IT. You and I are NOT IN the big club. By the way, it's the same big club they use to beat you over the head with all day long when they tell you what to believe. All day long, beating you over the in their media telling you what to believe -- what to think -- and what to buy. The table is tilted, folks. The game is rigged. And nobody seems to notice. Nobody seems to care. Good honest hard-workin people -- white collar, blue collar -- doesn't matter what color shirt you have on. Good honest hard-workin people CONTINUE -- these are people of modest means -- continue to elect these RICH COCKSUCKERS who don't GIVE a fuck about them. They don't give a fuck about you, they don't GIVE A FUCK ABOUT YOU. T HEY DON'T CARE ABOUT YOU -- AT ALL. AT ALL. AT ALL. You know? And nobody seems to notice, nobody seems to care ... that's what the owners count on, the fact that Americans will probably remain willfully ignorant of the big red, white and blue dick that's being jammed up their assholes every day. Because the owners of this country know the truth -- it's called the American Dream ... 'cuz you have to be asleep to believe it."

George Carlin's Final Words To The World...
George Carlin on "The American Dream".


- Plünderung der Welt – Ukraine: US-Investment-Bankerin ist neue Finanzministerin (Deutsche WirtschaftsNachrichten, 02.12.2014)

TTIP: Die Zukunft des Wassers

ZDF heute show-Wasserprivatisierung 1.2.13 {8:04}

kt2tv2
Am 02.02.2013 veröffentlicht
Die EU will die Wasserversorgung in private Hände geben.Das Bedeutet:1. Das Trinkwasser
wird teurer (in Portugal 400%) und in einigen Jahren ist die Wasserqualität so schlecht,das wir zum Kaffee kochen teures Wasser aus PET-Flaschen kaufen müßen und die Wasserindustrie macht Geld,Geld und nochmals Geld.

Konzern-Profite versus Grundbedürfnis - Wasser - Privatisierung und ihre Folgen - Doku {32:28}

under dok
Am 24.03.2013 veröffentlicht
Die Politik (wie üblich) als Helfershelfer der Konzerne.
Siehe auch das Video „Nestle-Chef Brabeck über Profitabilität und soziale Verantwortung" auf diesem Kanal.

"Ernährung" von Richard David Precht und Peter Brabeck-Letmathe {57:57}

Salziges Wasser
Am 03.03.2017 veröffentlicht
Von Peter Brabeck-Letmathe:
• Ernährung für ein besseres Leben: Eine Reise von den Anfängen der industriellen Nahrungsproduktion zur Nutrigenomik → http://amzn.to/2F8d82H
Von Richard David Precht:
• Tiere denken: Vom Recht der Tiere und den Grenzen des Menschen → http://amzn.to/2CUe1GR
• Noahs Erbe. Vom Recht der Tiere und den Grenzen des Menschen → http://amzn.to/2FQw0kN
• Die Kunst, kein Egoist zu sein: Warum wir gerne gut sein wollen und was uns davon abhält →
http://amzn.to/2tgdjo1 • Warum gibt es alles und nicht nichts: Ein Ausflug in die Philosophie → http://amzn.to/2F9NhrW
• Immer mehr ist immer weniger: Gesammelte Essays → http://amzn.to/2tafiKA
Weitere Literatur zum Thema:
• How Not to Die: Entdecken Sie Nahrungsmittel, die Ihr Leben verlängern - und bewiesenermaßen Krankheiten vorbeugen und heilen → http://amzn.to/2Du7cRI
• Fettlogik überwinden → http://amzn.to/2FxFaCA
• Wie lange reicht die Ressource Wasser? Vom Umgang mit dem blauen Gold → http://amzn.to/2oxR2wf
• Trinkwasserversorgung in Extremsituationen: Survivalwissen für Notfälle und auf Reisen → http://amzn.to/2F7YqZC

zu Peter Brabeck-Lethmathe siehe auch:
- «Ohne Wasser steht bei Nestlé alles still, Wasser ist für uns zentral» – Nestlé-Präsident Peter Brabeck erklärt, weshalb er sich für die bedrohte Ressource Wasser einsetzt. (Tagesanzeiger.ch, 01.09.2010)

Geheimoperation Wasser - EU fördert Wasserprivatisierung - ARD Monitor 13.12.2012 {7:56}

MrMarxismo
Am 14.01.2013 veröffentlicht

- EU-Binnenkommissar Barnier gibt zu: Expertengruppen sind einseitig besetzt (Lobby Control, 05.11.2010)
Zitat:
Die ca. 1000 Expertengruppen, die die Kommission zu neuen Richtlinien und Vorhaben beraten, sind von Vertretern der Wirtschaft dominiert.
Da frage ich mal ganz dumm: Wie komm das? Wer ist dafür verantwortlich?
- Nestlé: Privatisierung von Wasserresourcen (Facing Finance, 2013?)
- Lebenmittelkonzern – Wem Nestlé das Wasser abgräbt (Dana Heide, Handelsblatt, 14.02.2013)
- Wasser: Nestlé hat Wassernutzungsrechte erworben und lässt Fabriken bewachen und einzäunen! (NetzFrauen, 16.11.2013)
- Privatisierung der Wasserversorgung: Wasser - Dienstleistung oder Luxus? (SWRinfo, 24.01.2013)
- Enttäuschte Hoffnungen: Privatisierungserfahrungen in Manila (Uwe Höring, Brot für die Welt, PDF, März 2003)
- Erfahrungen mit Privatisierung (Allianz der öffentlichen Wasserwirtschaft e.V.)
- Wasserwirtschaft erklärt die Debatte über Wasserprivatisierung zum Missverständnis (Silvio Duve, Telepolis, 21.02.2013)
- Die Folgen der Privatisierung der Wasserversorgung (JP Berlin, PDF)
- Leck geschlagen (The European, 27.09.2013)
Ein Blick nach England zeigt: Die Privatisierung der Wasserversorgung nutzt im Zweifelsfall den Anteilseignern mehr als dem Verbraucher.
- Geheimoperation Wasser – EU fördert Wasserprivatisierung (Konsumpf, 11.01.2013)

ich frage:
Gibt es irgendwo auf der Welt ein einziges Beispiel, wo die Menschen einen Vorteil hatten?
Wenn die negativen Erfahrungen die positiven bei weitem übersteigen:
Warum dann TTIP, warum versuchen Politiker der EU weiterhin, an einer Privatisierung der Wasserversorgung zu arbeiten?
Cui bono??

==========
Die Verpflichtung zur Marktöffnung durch das GATS-Abkommen, das internationale Allgemeine Abkommen über den Handel mit Dienstleistungen, das auch die Privatisierung der Wasserwirtschaft fördert, könnte dazu führen, dass lokale und genossenschaftliche Initiativen zur Wasserversorgung einem Verdrängungswettbewerb ausgesetzt werden und sie nicht mehr staatlich gefördert werden dürfen.[22]
Ähnliche Diskussionen um Privatisierung gibt es auch für andere Bereiche der Daseinsvorsorge, die im Rahmen des GATS fortschreitend liberalisiert werden sollen.  [GATS, Private Wasserversorgung, Wikipedia, zuletzt abgerufen am 27.03.2018]
========== 
- Wasserprivatisierung durch die Hintertür (NachDenkSeiten, 23.01.2013)
- EU-Richtlinie zur Konzessionsvergabe veröffentlicht (Bundesverband öffentliche Dienstleistungen, 21.12.2011)

Umweltschutz und Verbraucherschutz unter den Rädern des TTIP, Jürgen Knirsch, Greenpeace {17:02}

Campact
Am 05.02.2014 veröffentlicht
Aktiv werden gegen das Freihandelsabkommen: http://www.campact.de/ttip
Vortrag am 27. Januar 2014 im Rahmen der Veranstaltungsreihe "Zukunftsfragen kontrovers" an der TU Braunschweig
Das geplante Freihandelsabkommen mit den USA bringt uns allerlei Unappetitliches auf den Tisch, wie Chlorhühnchen und Hormonfleisch. Das ist das klare Ziel der USA bei den derzeit laufenden Verhandlungen.

Erwin Pelzig - Privatisierung der europäischen Wasserversorgung {3:25}

peacefulwarrior2012
Am 03.02.2013 veröffentlicht
Erwin Pelzig über die Privatisierung der europäischen Wasserversorgung
http://www.right2water.eu/de

TTIP: Der Angriff auf die Demokratie und Verbraucherschutz 26.11.2013 - die Bananenrepublik {7:12}

Bananenrepublik1
Am 27.11.2013 veröffentlicht
► Homepage: http://www.Bananenrepublik.tv - Bananenrepublik.tv
► Google+: https://plus.google.com/u/0/106701079...
► Zweiter-Upload-Kanal: http://www.youtube.com/user/dieBanane...
► Backup-Kanal: http://www.youtube.com/user/diebanane...
► Twitter: https://twitter.com/Stimmbuerger - Bananenrepublik
► Quelle: http://www.ardmediathek.de/das-erste/...

Jean Ziegler - "Die Welt ist absurd" im ARD Morgenmagazin (17.03.15) {6:13}

7772
7771
check: http://www.southvibez.de - we bun babylon every night and day!
Urban Priol über TTIP bei Attac in Freiburg [15:48]

Veröffentlicht am 08.05.2014
Der ehemalige Anstaltsleiter Urban Priol (ZDF), parodiert bei der "Kul-Tour" Veranstaltung von Attac in Freiburg, über das umstrittene Freihandelsabkommen TTIP...


   


Sonntag, 31. Mai 2015

Gutachten: ARD und ZDF sollten nach neuseeländischem Vorbild reformiert werden

Öffentlicher Rundfunk in Deutschland ist der teuerste der Welt
In Neuseeland wurde in den 1980er und 1990er Jahren viel privatisiert. Manches davon bereuten die Neuseeländer später (zum Beispiel die Privatisierung der Bahn, die 2008 offiziell für gescheitert erklärt und rückgängig gemacht wurde) - anderes war dagegen eine Erfolgsgeschichte: Zum Beispiel die Privatisierung von Radio und Fernsehen.
Das meinen zumindest die Wirtschaftswissenschaftler Justus Haucap, Christiane Kehder und Ina Loebert. Sie sind Verfasser eines Gutachtens des libertären Prometheus-Instituts, in dem sie vorrechnen, dass die Neuseeländer nur 69 Millionen Euro pro Jahr für ihren öffentlich-rechtlichen Rundfunks zahlen, während die Deutschen dafür mit siebeneinhalb Milliarden Euro so viel ausgeben müssen wie kein anderes Volk der Welt. Rechnet man Zuschauer mit ein, sieht das Verhältnis nur bedingt besser aus: Dann erreichen ARD und ZDF pro Million Euro grade einmal 4.143 Nutzer, während es in Großbritannien 7.429, in Frankreich 8.537 und in Neuseeland 163.793 sind.

mehr:
- Gutachten: ARD und ZDF sollten nach neuseeländischem Vorbild reformiert werden (Peter Mühlbauer, Telepolis, 26.05.2015)

Paul Dirac: Rechnen mit sehr großen Zahlen

Der exzentrische Engländer Paul Dirac gilt als einer der genialsten Physiker aller Zeiten. Ein wichtiges Vermächtnis von ihm wird bis heute grob unterschätzt
Dirac wurde kurz nach seiner Dissertation mit nur 24 Jahren weltbekannt, als er zeigen konnte, dass die beiden Formulierungen der Quantenmechanik von Werner Heisenberg und Erwin Schrödinger, um die sich beide heftig stritten, äquivalent waren. Nur zwei Jahre später entwickelte er die nach ihm benannte Dirac-Gleichung, die Einsteins Relativitätstheorie in die Quantenmechanik mit einbezog und mit dem Spin, einer rätselhaften Eigenschaft von Elementarteilchen, in Verbindung gebracht wird. 1933 erhielt er zusammen mit Schrödinger den Nobelpreis.

mehr:
- Die großen Zahlen der Physik (Alexander Unzicker, Telepolis, 26.05.2015)

Paul Dirac and the religion of mathematical beauty [45:43]

Veröffentlicht am 10.12.2013
Speaker: Graham Farmelo
Filmed at The Royal Society, London on Fri 04 Mar 2011 1pm - 2pm
http://royalsociety.org/events/2011/p...

Legendary Physicist and Florida State Professor Paul Dirac [3:59]

Hochgeladen am 20.10.2009
Paul A.M. Dirac was a giant of modern physics, one of the "founding fathers" of quantum mechanics. The video clip is from "Fifty Years of Florida State University", Part II.

Dirac Lecture 2011 - Beauty and truth:their intersection in mathematics and science [1:16:25]

Veröffentlicht am 27.03.2012
Lord Robert M. May Zoology Department, Oxford University, supported by the Royal Society of NSW & Australian Institute of Physics.

"In the mists of prehistory, it seems clear that our ancestors sought to make sense of their world through myth and magic, memorably associated with evocative cave paintings, stone circles, and the like. The Greeks attempt to understand the motions of heavenly bodies were constrained by essentially aesthetic ideas about the perfection of circles. Did the advent of the experimental method overturn this conjunction of truth with beauty? Dirac's equation speaks eloquently and amazingly to a contrary view. My talk will cover this general ground in an opinionated way."

Der Ukraine-Konflikt – Aktuelles, Teil 3

 

Der Krieg ist ein besseres Geschäft als der Friede. 
 Ich habe noch niemanden gekannt, 
 der sich zur Stillung seiner Geldgier 
auf Erhaltung und Förderung des Friedens geworfen hätte. 
Die beutegierige Canaille 
hat von eh und je auf Krieg spekuliert.
(Carl von Ossietzky, 1882 - 1945, in der Weltbühne vom 8. Dezember 1931;
gefunden bei ossietzky.net)




The most common way people give up their power 
is by thinking they don't have any. 
(Alice Walker, *1944, US-amerikanische Schriftstellerin und Aktivistin)



Menschen kämpfen für ihre Freiheit
und gewinnen diese mittels einer sehr harten Schule.
Ihre Kinder, aufgewachsen in Gelassenheit,
lassen sie sich wieder entgleiten, diese armen Narren.
Und deren Enkel avancieren einmal mehr zu Sklaven. 
(D. H. Lawrence, 1885 - 1930, englischer Schriftsteller)



Der Westen gewann die Weltherrschaft 
nicht durch die Überlegenheit seiner Ideen 
oder Werte oder Religion, 
sondern vielmehr durch seine Überlegenheit 
bei der Anwendung organisierter Gewalt. 
(Samuel Phillips Huntington, 1927-2008, US-amerikanischer Politikwissenschaftler und Autor)

Unbedingt anschauen: Ein echter, neutraler Europäer analysiert Ukraine-Konflikt [7:21]

Veröffentlicht am 27.01.2015
Like http://www.facebook.com/newskritik - Das stärkt uns.
Top-Journalist analysiert und kritisiert aus europäischer Sicht die Ukraine-Krise.
Fazit: Europa schadet sich selber, weil es seine Interessen gegen fremde Interessen eintauscht.


November 2014 

G20-Gipfel: Obama bezeichnet Putins Kurs als Gefahr für die Welt (Stern, 15.11.2014)
Die Ukraine-Krise ist ein zentrales Thema beim G20-Gipfel. US-Präsident Barack Obama hat die russische Politik in dem Konflikt erneut scharf kritisiert. Die EU droht, die Sanktionen zu verschärfen.

- Nachrichtenmosaik Ukraine Folge 88 (Hans Springstein, Nutzerbeitrag, der Freitag, 11.11.2014)
Ukraine Gesammelte Nachrichten und Informationen zu den Ereignissen in der Ukraine und deren Hintergründen, ohne Gewähr und Anspruch auf Vollständigkeit und fast ohne Kommentar

Ukraine: Die Zeichen stehen auf Krieg (Florian Rötzer, Telepolis, 07.11.2014)
Poroschenko ist geschwächt, Kiew überweist keine Renten in die Ostukraine, der Flughafen von Donezk ist das ukrainische Kobane
Nach den von den Machthabenden in den "Volksrepubliken" durchgeführten Wahlen nehmen die Kämpfe wieder zu. Wie üblich beschuldigen sich beide Seiten gegenseitig, mit den Angriffen begonnen zu haben, beide Seiten haben allerdings auch Interesse, Positionen zu halten oder einzunehmen, so lange der Waffenstillstand nicht wirklich eingehalten und die vereinbarte Pufferzone geschaffen wurde. Allerdings scheinen beide Seiten das Minsker Abkommen wie schon frühere Vereinbarungen, angefangen vom ersten Assoziierungsabkommen über die mit Janukowitsch geschlossenen Vereinbarung über die friedliche Lösung des Konflikts bis hin zur Genfer Vereinbarung als wertlos zu betrachten, zumal der ukrainische Präsident Poroschenko geschwächt aus den Wahlen hervorgegangen ist und die Falken, Nationalisten und Rechten gestärkt wurden. Gut möglich, dass nun mit einer republikanischen Mehrheit im US-Kongress die Ukraine auch militärisch stärker gegenüber Russland und den Separatisten aufgerüstet werden könnte. Der russische Präsident will hingegen nicht zu eng mit den "Volksrepubliken" verbunden werden, eine Begegnung mit deren Führern soll es nicht geben.


Vertrauliche Gespräche deutscher Unternehmer in Moskau (Ulrich Heyden, Telepolis, 07.11.2014)
Eine hochrangige Delegation deutscher Unternehmer sprach in Moskau mit Regierungsmitgliedern über Geschäftsbeziehungen unter Sanktionsbedingungen
Das Treffen von 20 Vertretern deutscher Unternehmen mit dem russischen Vizepremier Igor Schuwalow und Außenminister Sergej Lawrow fand am Mittwoch in Moskau hinter verschlossenen Türen statt, berichtete der Moskauer Kommersant. Bei den Gesprächen ging es um "den Erhalt der Geschäftsbeziehungen unter den Bedingungen der Sanktionen", berichtete das Blatt unter Berufung auf einen namentlich nicht genannten Informanten aus dem Kreis der deutschen Delegation.


Oktober 2014 

- Ukraine und Russland einigen sich auf vorläufigen Gaspreis (ZEIT Online, 19.10.2014)
Vorläufige Einigung im Gasstreit: Bis Ende März haben Russland und die Ukraine einen Gaspreis festgelegt. Die Ukraine bittet dafür um finanzielle Hilfe des Westens.

- Zahlt die EU die ukrainische Gasrechnung? (Ralf Streck, Telepolis 18.10.2014)
Bei den Gesprächen über den Ukraine-Konflikt in Mailand gab es offenbar nur im Gasstreit Annäherung, weil alle Konfliktparteien daran interessiert sind 

Am Rande des Europa-Asien-Gipfels (Asem) in Mailand wurde versucht, einer Lösung im Ukraine-Konflikt näher zu kommen. Bundeskanzlerin Angela Merkel konnte nach einer zweiten Gesprächsrunde am Freitag keinen Durchbruch erkennen. Der russische Präsident Wladimir Putin sprach von einer feindlichen Haltung, während der italienische Gastgeber Matteo Renzi auf konstruktive Gespräche verwies. Russland hatte im Vorfeld gedroht, Gaslieferungen nach Europa zu drosseln, falls die Ukraine im Winter die Pipelines anzapft, womit der Druck zur Zahlung der Milliardenschulden vor dem Winter vergrößerte wurde. Dort erwarten ohne Einigung viele Menschen einen kalten Winter, weil auch die Kohle aus der umkämpften Region fehlt.

- Putin und Poroschenko tricksen Merkel aus: EU soll Gas-Schulden der Ukraine zahlen (DeutscheWirtschaftsNachrichten, 18.10.2014)
Die EU sieht sich im Gas-Streit mit Russland einer überraschenden neuen Allianz gegenüber: Wladimir Putin und Petro Poroschenko haben sich darauf geeinigt, dass die EU die offenen Rechnungen bei Gazprom übernimmt. Der vermeintliche Kampf um die Achtung des Völkerrechts dürfte die europäischen Steuerzahler zunächst 4,5 Milliarden Euro kosten.

- Kremlin surprised Poland won’t give Ukraine free coal (Russia Today, 17.10.2014)
Now that Ukraine wants to receive Polish coal, and not Russian gas, free of charge, the Kremlin said it is surprised at Warsaw’s inconsistency towards Ukraine’s energy crisis. 

 “Our Polish partners have reacted in such a lively way to news of Ukraine wanting to get Polish coal almost free of charge,” Dmitry Peskov, the spokesman of Russian President Vladimir Putin, said. The Russian President was in Milan Friday with European and Asian leaders at the ASEM summit

 Peskov sees a major inconsistency in Warsaw’s attitude towards Ukraine in terms of which resources can be obtained for free and which cannot. The aide told Poland it shouldn’t be surprised that Ukraine wants to receive coal without paying, since Poland thinks that giving Ukraine Russian gas for free is fair.

On Thursday, Poland’s Deputy Prime Minister Janusz Pehochinsky expressed disappointment that Ukraine hasn’t yet paid for 100,000 tons of Polish coal.

- SPON - Ohne Putin-Bashing gehts wohl nicht (Alles Schall und Rauch, 13.10.2014)
Wenn man die Schlagzeile und den Inhalt der Artikel des "Schmiergel" und des "Lokus" miteinander vergleicht muss man meinen, es handelt sich um Berichte von zwei verschiedenen Veranstaltungen. Dabei in beiden Fällen geht es um das Formel1-Rennen in Sochi vom Wochenende, der erste "Grosse Preis von Russland" nach Fertigstellung der Rennstrecke auf dem Olympiagelände. Der Schmiergel schreibt als Einführung "Der Große Preis von Russland - da durfte Wladimir Putin natürlich nicht fehlen. Der Präsident genoss die Show, bei der er sich wunderbar ins Rampenlicht rücken konnte. Aber die Inszenierung hat ihren Preis." Der Lokus bringt genau das Gegenteil: "Es sollte seine Bühne werden, doch Russlands Präsident Wladimir Putin hat auf einen öffentlichen Auftritt vor dem Großen Preis von Russland verzichtet. Stattdessen schickte er den Vize-Ministerpräsidenten nach Sotschi an die Seite von Bernie Ecclestone." Ja was stimmt denn nun?

- Massengräber bei Donezk (Hintergrund, 06.10.2014)
In der Ostukraine wurden offenbar von ukrainischen Kampfverbänden Zivilisten hingerichtet und verscharrt. Die Anzahl der Opfer und die näheren Umstände bleiben bislang unklar
Zitat:
Die scheinbar einzige Gewissheit, die es bislang im Zusammenhang mit den Leichenfunden vom 23. September gibt, ist, dass um sie ein Propagandakrieg entbrannt ist. Immerhin scheint soviel klar: Mindestens neun Menschen wurden hingerichtet und anschließend verscharrt. Der Faktenlage nach befanden sie sich in Gefangenschaft ukrainischer Kampfverbände.

- Obama-Vize blamiert Merkel: USA haben EU zu Sanktionen gegen Russland gezwungen (Deutsche WirtschaftsNachrichten, 05.10.2014)
Die Amerikaner haben erstmals öffentlich eingeräumt, die EU gegen ihren Willen zu Sanktionen gegen Russland gezwungen zu haben. US-Vizepräsident Joe Biden sagte, Obama habe darauf bestanden, dass die EU wirtschaftlichen Schaden in Kauf nehme, um die Russen zu strafen. Die Ausführungen Bidens machen klar, dass Angela Merkel und ihre EU-Kollegen auf Druck der USA ihren eigenen Völkern Schaden zugefügt haben. Wer sich diesem Bündnis anschließt, wird zum Papagei der US-Interessenspolitik. Merkels schöne Worte von der freien Selbstbestimmung klingen in diesem Kontext wie der blanke Hohn.

Mitteleuropäischer Block gegen Russlandsanktionen (Telepolis, 01.10.2014)
In Tschechien, Ungarn, der Slowakei und Österreich wächst der Unmut über die außenpolitischen Vorgaben aus Brüssel 
In den letzten Monaten verabschiedete die EU mehrmals Wirtschaftssanktionen gegen Russland, die unter anderem den Zugang zum Finanzmarkt und die Erdölförderung betreffen. Russland reagierte darauf mit einem Lebensmittelimportstopp, der nach Berechnungen des niederländischen Finanzkonzerns ING Groep N.V. Schäden in Höhe von 6,7 Milliarden Euro anrichten wird.
Nicht alle EU-Mitgliedsländer sind vom Sinn der Sanktionen gegen Russland überzeugt: Am bislang deutlichsten sagte das der tschechische Präsident Miloš Zeman am Freitag: In eine siebzehnminütigen Ansprache auf der Konferenz Dialogue of Civilizations kritisierte er, dass die Maßnahmen nicht nur wirkungslos, sondern sogar schädlich seien. Man müsse sie deshalb aufheben und stattdessen einen Dialog entwickeln, in dessen Rahmen Informationen "unzensiert" ausgetauscht werden.

Bob Dylan - Masters of War - lyrics [5:56]

Veröffentlicht am 04.11.2013
via YouTube Capture

“Masters of War”: An Analysis (songfacts, Kommentar 17, 3. Absatz)
President Eisenhower warned of the dangers of the military industrial complex in a farewell address in February, 1961. This remark is one of the sparks that ignited Dylan’s rage and the release of the song. Decades after the release of The Freewheelin’ Bob Dylan and “Masters of War,” Dylan said, “It’s not an anti-war song. It’s speaking against what Eisenhower was calling a military industrial complex.” (Lynskey 56, Hervorhebung von mir). Dylan also wrote this song to criticize American leaders and the military industrial complex that Eisenhower warned of. “It was meant as a realization of the times, what war was coming to and why war became a pointless act, rather than a means of defense.” (Masters… 1). As you can see, Bob Dylan was very young when this remarkable song was written and released. His senses were heightened with the alarming, warring times of 1960’s and he had an emotional climax with the conflicts that were taking place around him. The lyrics of song prove just how disgusted he really was with the “war profiteers.” 
siehe auch:
- Heute vor 45 Jahren – 25. Juli 1965: Die Geburtsstunde des Folk-Rock (Post, 25.07.2010, viertes Video)


September 2014 

- Facebook-Propaganda: Kiews Verteidigungsminister erntet Spott für Bericht über Atomschlag (SPIEGEL Online, 22.09.2014)
Das war dann doch zu viel der Propaganda: Der ukrainische Verteidigungsminister behauptete, Luhansk sei von russischen Atomgranaten getroffen worden. Auch aus den eigenen Reihen musste er sich Belehrungen über Waffentechnik gefallen lassen.

- Nach der Maidan-Revolution ist die Ukraine nur noch eine totalitäre Kloake (Der Unbequeme, 22.09.2014)
Mit den Revolutionen ist es so eine Sache: in der Regel werden sie mit wohlklingenden Parolen und hehren Zielen gemacht, die Realität sieht aber bald völlig anders aus. Unterdrückung, Terror und Blut waren in der Geschichte die unmittelbaren Folgen vieler Revolutionen und auch mit der jüngsten "demokratischen Revolution" in der Ukraine verhält es sich genauso.

- »Atmosphäre der Angst« (junge Welt, 21.09.2014) 
Partei der Regionen boykottiert Parlamentswahlen in der Ukraine: Ihre Politiker werden vom rechten Mob attackiert. Gespräch mit Jelena Bondarenko
Interview: Frank Schumann

Rechter Terror in Kiew: Am Dienstag wurde der
Abgeordnete Witali Schurawski (Partei der Regionen)
aus dem Parlament gezerrt, in einen Müllcontainer
»entsorgt« und mit einem Autoreifen traktiert
Foto: sreenshot youtube.com/euronews
Jelena Bondarenko, Abgeordnete des Parlaments in Kiew, hat sich am 12. September mit einem offenen Brief ans Ausland gewandt, weil sie die Arbeit der Opposition in der Ukraine sowohl in der Werchowna Rada als auch außerhalb des Parlaments unzulässig behindert sieht.

Der Innenminister Arsen Awakow soll erklärt haben, wenn Jelena Bondarenko im Parlament auftrete, möchte er zur Pistole greifen. Julia Timoschenko hat ja schon mal einen ähnlichen Wunsch in bezug auf den russischen Präsidenten geäußert. Das zeigt zwar, wes Geistes Kind solche selbsternannten Demokraten sind. Aber sollte man solche Kraftmeierei ernstnehmen?


Wenn man schon einmal auf Sie geschossen hätte – und mir ist das im Dezember 2013 in Kiew widerfahren –, dann würden Sie Drohungen dieser Art nicht nur als primitive Rhetorik nehmen.


- Teure Partnerschaft (junge Welt, 20.09.2014)
Das Assoziierungsabkommen mit der Ukraine wurde unterzeichnet. Es ist ein ökonomischer Witz: Keiner der Beteiligten kann sich den machtpolitisch motivierten Unsinn leisten 
Von Rainer Rupp
Hab euch! Der momentan leitende Kiewer Oligarch
Poroschenko präsentiert den vermeintlichen
EU-Blankoscheck »Assoziierungsabkommen«
Foto: AP Photo/Mykola Lazarenko
Zeitgleich haben diese Woche das Parlament der EU in Strasbourg und jenes der Ukraine in Kiew mit großem Pomp ein Assoziierungsabkommen unterzeichnet. Bilder von den langanhaltendem, nicht enden wollenden standing ovations gingen um die Welt. In der Tat ein historischer Augenblick: Wächst da zusammen, was zusammengehört? EU und ukrainische Junta können nun gemeinsam untergehen und ihre Bevölkerung dabei mitnehmen. Das unfreiwillig Komische daran: Keine der beiden Seiten kann sich das leisten.

Um die Bewältigung der finanziellen Folgen dieser Vereinbarung wenigstens etwas weiter in die Zukunft zu verschieben (ein gern benutztes Instrument aktueller Politik in der EU und deren Mitgliedsstaaten), haben Kiew und Brüssel flugs vereinbart, den Beginn der Assoziierung bis zum 1. Januar 2016 zu verzögern. Das wurde von den Maidan-Neofaschisten als Verrat Poroschenkos an der »nationalen Sache« gewertet, weshalb sie versuchten, mal wieder das Parlament zu stürmen. Doch ohne den Aufschub wären sofort die russischen Zölle für alle Waren aus der Ukraine auf das Niveau, wie es für die Importe aus dem EU-Bereich gilt, angehoben worden. Da Rußland nach wie vor der bei weitem größte Abnehmer ukrainischer Produkte ist (von denen die meisten im Westen nicht absetzbar wären) hätte das sofortige Inkrafttreten der Assoziierung die Ukraine zwischen sechs und zehn Milliarden Euro im Jahr an Exportverlusten gekostet. Spätestens dann wäre der ökonomische und staatliche Kollaps des trotz westlicher Hilfen bereits wirtschaftlich und finanziell am Boden liegenden Landes unvermeidlich gewesen.

- UKRAINE – Machtkampf in der Ukraine: Merkel und die EU sitzen in der Falle (Deutsche WirtschaftsNachrichten, 16.09.2014)
In der Ukraine ist ein offener Machtkampf zwischen Präsident Poroschenko und den von Angela Merkel und der EU unterstützten Politikern „Jaz“ Jazenjuk und Julia Timoschenko ausgebrochen. Amerikaner und Russen bereiten unterdessen offenbar die Teilung der Ukraine vor. So wie die Dinge jetzt stehen, bleibt für die Europäer eine altbekannte Rolle: Die des Zahlmeisters für den Scherbenhaufen in der West-Ukraine.
Die aktuellen Entwicklungen in der Ukraine sind für die europäischen Steuerzahler äußerst besorgniserregend: Zwischen den politischen Spitzenkräften ist ein offener Machtkampf ausgebrochen. Der stellvertretende Außenminister Danylo Lubkivskiy ist am Wochenende zurückgetreten – aus Protest gegen die Verschiebung des Assoziierungsabkommens mit der EU: „Wenn eine Entscheidung verschoben wird, ist es keine Entscheidung“, schrieb der Diplomat auf Facebook. Das Wall Street Journal berichtet, Lubkivskiy habe seinen Rücktritt damit begründet, dass die Verschiebung „das falsche Signal für alle ist: für den Aggressor, für die Verbündeten und vor allem für die Bürger der Ukraine“.

- Ex-US-Botschafter über Ukraine-Krise „Das ist ein Familienstreit“ (taz, 14.09.2014?)
Putins aktuelle Politik ist die Folge von Provokationen des Westens, sagt Jack Matlock, ehemaliger US-Botschafter in Moskau.
Zitat:
»Putin hat gesagt, er könnte Kiew in zwei Wochen einnehmen. Die Russen wollen diese Region nicht wirklich. Das sind wirtschaftliche Katastrophengebiete. Sie wären eine enorme Last.«

- Zorniger Wirtschafts-Boss: Merkel agiert gegen Russen „in Abstimmung mit den USA“ (DeutscheWirtschaftsNachrichten, 11.09.2014)
Der Präsident der österreichischen Wirtschaftskammer, Christoph Leitl, hat in einem TV-Interview Bundeskanzlerin Angela Merkel vorgeworfen, ihre harte Haltung gegen Russland mit Washington abzustimmen. Bisher galten in der EU solche Aussagen für hohe Vertreter des Establishments als absolutes Tabu. Das bemerkenswerte Interview im Wortlaut. 
Der Präsident der österreichischen Wirtschaftskammer, Christoph Leitl, hat am späten Mittwochabend im ORF klare Worte gefunden, was er von den EU-Sanktionen hält – nämlich nichts. Leitl, der in Österreich mit Sicherheit nicht als skrupelloser Geschäftsmann gesehen wird, sondern eher als besonnener Interessensvertreter, verwies in einem für den ruhigen Mann außerordentlich engagierten Gespräch auf die langfristigen Folgen der Sanktionen gegen Russland: Sie schaden den Bürgern in Europa, weil das Vertrauen zu Russland zerstört werde. Dies könne man auch kurzfristig nicht wieder herstellen.
Am Ende des Interviews wagt Leitl sogar einen Tabubruch: Er spricht offen an, dass Angela Merkel die deutsche und damit die EU-Außenpolitik mit den Amerikanern abstimmt. Das ist im Zusammenhang mit der Ukraine-Krise sehr ungewöhnlich: Bis jetzt haben alle offiziellen Repräsentanten stets versucht, die Sanktionen als Maßnahme zur Erhaltung von grundlegenden rechtsstaatlichen Prinzipien zu begründen. Aus dem Interview wird jedoch klar, dass es sich um Interessenspolitik handelt. Leitl ist ein wichtiger Vertreter des österreichischen Establishments, sein Wort hat Gewicht: Die Wirtschaftskammer ist Teil der österreichischen Sozialpartnerschaft und steht traditionell unter dem Einfluss der konservativen ÖVP, die ironischerweise aktuell auch den Außenminister stellt.

- Time to end the bloody Ukraine conflict (NachDenkSeiten, 11.09.2014)
If the United States and Europe were thinking rationally, the NATO summit in Wales last week would have been an opportunity to discuss a lasting resolution to the violent crisis in Ukraine, which has claimed thousands of lives and crippled the country’s economy. Instead, amid a fragile cease-fire agreement between Kiev and pro-Russian rebels in the east, the assembled world leaders used the summit for more belligerent talk and reckless saber-rattling, with their ultimate goal increasingly unclear. The goal seemed more preparing the NATO alliance for a new Cold War with Russia than exploring how to make peace, even as Moscow was helping to bring about the cease-fire agreement.
Quelle: The Washington Post


- "Bomben, die nie geworfen wurden, können platzen wenn sie gemeldet werden" – Wie macht man ein friedliebendes Volk kriegslüstern? (Konstantin Wecker, Neue Rheinische Zeitung, 10.09.2014)
„Wie wird die Welt regiert und in den Krieg geführt? Diplomaten belügen Journalisten und glauben es, wenn sie’s lesen.“ Karl Kraus, der die Manipulation der Massen in den Kriegszeiten des ersten Weltkrieges durchschaute und wie kein anderer messerscharf analysierte, verachtete die meisten Journalisten. Er verabscheute den „Journalismus und die intellektuelle Korruption, die von ihm ausgeht, mit ganzer Seelenkraft“.

Karl Kraus (1874-1936), öster-
reichischer Schriftsteller und
scharfer Kritiker des Hetzjourna-
lismus oder der "Journaille"

Quelle: wikipedia

Ich hielt das lange für übertrieben, zumal ich hervorragende und unbestechliche JournalistInnen kenne und schätze. Mittlerweile befallen mich Zweifel an meiner Loyalität.
Klar, es gibt sie noch, diese aufrechten Vertreter ihres Fachs. Aber wo dürfen sie noch schreiben? Die Propagandamaschine läuft bereits und es ist erschreckend, wie ein Großteil der Zunft einem Plan zu folgen scheint, der trotz des Widerspruchs der meisten Leser die Wirklichkeit im Sinne einflussreicher Geldgeber gestaltet.


„Als einer der Pioniere der Medienkritik hatte Karl Kraus erkannt, dass die Medien die Wirklichkeit nicht abbilden, sondern erzeugen, dass Meinungen und Stimmungen nicht einfach entstehen, sondern gemacht werden“, schreiben Mathias Bröckers und Paul Schreyer in ihrem lesenswerten Buch “Wir sind die Guten“ und sie zitieren noch einmal einen der wichtigsten Sätze von Karl Kraus:

„Ich habe erlebt, wie Krieg gemacht wird, wie Bomben, die nie geworfen wurden, nur dadurch, dass sie gemeldet wurden, zum Platzen kommen.“

- MH 17 – Der Zwischenbericht liegt vor und lässt viele Fragen offen (Telepolis, 09.09.2014)
Heute morgen um 10.00 veröffentlichten die niederländischen Behörden den lang erwarteten Zwischenbericht [PDF - 4.6 MB] zum Absturz/Abschuss von MH 17. Wer sich von dem Bericht eine möglichst lückenlose Aufklärung der Ereignisse erhofft hat, wird jedoch enttäuscht sein. Von Jens Berger.
Das was jedoch abzusehen. Sinn und Zweck der Untersuchungen war es, das Unglück aus Flugsicherheitsaspekten heraus zu beleuchten. Und da lief alles erwartungsgemäß rund – die Maschine war fehlerfrei, die Crew fit und auch die Fluglotsen machten ihren Job offenbar fehlerfrei. Zur Frage, warum der Luftraum oberhalb von 33.000 Fuß nicht gesperrt war, obgleich (nicht nur) die ukrainischen Behörden Informationen darüber hatten, dass die Separatisten womöglich in Besitz von Flugabwehrraketensystemen sind, die auch in wesentlich größeren Höhen eine potentielle Gefahr für Zivilflugzeuge darstellen, geht der Bericht gar nicht erst ein. Und auch ansonsten hält man sich bemerkenswert vornehm zurück, wenn es um politische Aussagen geht.


siehe dazu auch:
- Spektakulärer Zwischenbericht: Flug MH17 vermutlich abgestürzt (Der Postillion, 09.09.2014)
Den Haag (dpo) - Der niederländische Sicherheitsrat hat heute morgen den lange ersehnten Zwischenbericht zum Schicksal von Malaysia Airlines Flug 17 vorgelegt. Die ersten Ergebnisse der großangelegten Untersuchung scheinen nun einen schrecklichen Verdacht zu erhärten: Demnach deute vieles darauf hin, dass Flug MH17 seinen Zielflughafen in Kuala Lumpur nicht erreicht habe und stattdessen abgestürzt sei.

- Strickmuster der Ukraineberichterstattung (altermannblog, 08.09.2014)
Wenn die ukrainische Putschistenregierung (sie ist nicht durch Wahlen legitimiert) etwas verlautbart, dann wird das unhinterfragt 1:1 von unseren Qualitätsmedien weiterverbreitet. Alles was die Propaganda-Website ukrinform schreibt, wird gerne genommen, auch wenn es noch so abstrus ist. Wer kann sich erinnern, wie ab und zu mit großem Tamtam von Dutzenden Panzerwagen der russischen Armee berichtet wurde, die dann teilweise auf ukrainischem Territorium noch vernichtet wurden? Normalerweise würde bei so etwas sofort die Golineh Atai, Katrin Eigendorf oder ähnliche Qualitätsreporterinnen auftauchen, die dann vor brennenden Wracks das russische Böse in die Welt posaunen (notfalls auch mit Hilfe von Blue Screen). Eine andere Konifere ist Lielischkies, der auch Nachrichten gerne kreativ gestaltet und anschließend das Versehen bedauert. Der Tagesspiegel (Du hast richtig gelesen – nicht der Kopp-Verlag) hat eine Dokumentation über die Manipulationen des zwangsgebührenfinanzierten Senders gebracht (Chapeau!), der aber munter so weiter macht: Hier die Panne 2.0. Bis heute hat man keine Bilder der zerstörten Panzer gesehen, auch nicht die OSZE, aber die Falschmeldungen sind in der Welt und erzeugen Russenangst.

- Wie die Regierung Kiew die Aufklärung der Brand-Tragödie in Odessa sabotiert (Telepolis, 08.09.2014)
Der Untersuchungsausschuss der Stadtratsabgeordneten von Odessa löste sich auf, weil die Innenbehörde keine Informationen rausrückte. Drei verhaftete rechte Gewalttäter wurden freigelassen
Am Donnerstag stellte der von Abgeordneten des Stadtrates Odessa gebildete Untersuchungsausschuss zum Brand im Gewerkschaftshaus von Odessa, bei dem mindestens 48 Menschen starben (Die Tragödie von Odessa), seine Arbeit ein. Dies berichtete das regierungskritische Nachrichtenportal "Tajmer". Die Mitglieder des Untersuchungsausschusses begründeten ihre Entscheidung damit, dass die Innenbehörde und die Generalstaatsanwaltschaft wichtige Informationen und Dokumente der Ermittlungen zurückhalten.


- Offener Brief an Angela Merkel (Telepolis, 03.09.2014)
Amerikanische Ex-Geheimdienstmitarbeiter warnen vor Behauptungen der Geheimdienste zur Ukraine und erinnern an die irakischen Massenvernichtungswaffen
Wir, die Unterzeichner, sind langjährige Veteranen der US-Nachrichtendienste. Wir unternehmen den außergewöhnlichen Schritt, diesen offenen Brief an Sie zu schreiben, um Ihnen die Gelegenheit zu geben, vor dem NATO-Gipfel am 4. und 5. September Einblick in unsere Sicht der Dinge zu bekommen.

Originalartikel: 
- Memorandum For: Angela Merkel: Beware of Fixed Intelligence on Ukraine-- Think WMDs (OpEdNews, 31.08.2014)
We the undersigned are long-time veterans of U.S. intelligence. We take the unusual step of writing this open letter to you to ensure that you have an opportunity to be briefed on our views prior to the NATO summit on September 4-5. 

- OSZE widerspricht Nato: „Keine russischen Truppen in der Ukraine“ (Deutsch-türkische Nachrichten, 01.09.2014)
Es gebe keine Hinweise auf eine russische Präsenz auf ukrainischem Boden, so ein Sprecher der OSZE. Die Nato hatte zuletzt behauptet, Beweise für russische Militär-Operationen zu haben. Kiew spricht seit Tagen von einer „Invasion“ durch Putins Truppen. 
Die OSZE hat aufgrund ihrer Beobachtungen in der Ost-Ukraine keine Hinweise auf eine Präsenz von russischen Truppen auf ukrainischem Boden. Die Organisation ist mittlerweile mit 250 Mitarbeitern in der Region und kann offenbar einigermaßen unbehindert beobachten. Die Nato hatte zuletzt behauptet, Beweise für russische Militär-Operationen zu haben. Die ukrainische Führung spricht seit Tagen von einer „Invasion“ der russischen Armee.
siehe dazu auch:
- OSZE: „Keine Hinweise auf Präsenz von russischen Truppen auf ukrainischem Boden“ (DeutscheWirtschaftsNachrichten, 01.09.2014)
Die OSZE hat aufgrund ihrer Beobachtungen in der Ost-Ukraine keine Hinweise auf eine Präsenz von russischen Truppen auf ukrainischem Boden. Das sagte ein Sprecher der Organisation den Deutschen Wirtschafts Nachrichten. Die Organisation ist mittlerweile mit 250 Mitarbeitern in der Region und kann offenbar einigermaßen unbehindert beobachten. Die Nato hatte zuletzt behauptet, Beweise für russische Militär-Operationen zu haben. Die ukrainische Führung spricht seit Tagen von einer „Invasion“ der russischen Armee.

- Krieg in der Ukraine – Brandstifter und Brandbeschleuniger - Ein Kommentar von WOLFGANG BITTNER (Hintergrund, 01.09.2014)
In der Ukraine herrscht blutiger Bürgerkrieg. Am 29. August 2014 geben die Vereinten Nationen bekannt, seit Mitte April 2014, dem Beginn der Kämpfe, seien bereits mehr als 2.800 Menschen zu Tode gekommen. In der Morgenzeitung lesen wir: „Schock im Westen: Putin schickt Soldaten in die Ukraine. NATO schlägt Alarm, Merkel droht mit schärferen Sanktionen gegen Russland.“

- Putin verteidigt die Kämpfer von "Noworossija" (Telepolis, 01.09.2014)
Mit seinen Äußerungen zu Neurussland erhöht Putin den Druck auf Kiew und die westlichen Länder, welche die ukrainische Regierung unterstützen 
Der russische Präsident rückt jetzt öffentlich näher an die Aufständischen in der Ost-Ukraine heran. Bisher hatte der Kreml-Chef "Noworossija", den Staat im Südosten der Ukraine, für den die Aufständischen in der Ost-Ukraine kämpfen, nicht erwähnt. 

 Seit Freitag hat sich das geändert: In einer Presseerklärung des Kreml taucht in der Überschrift das erste Mal das Wort Noworossija auf. Und am Sonntagabend konnte man in einem Interview, welches der staatliche russische Fernsehsender Pervi Kanal ausstrahlte, hören, wie der russische Präsident über die Beendigung des Krieges und die Aufständischen in der Ostukraine denkt. 

Mein Kommentar:
Ich glaube, es ist ziemlich einfach: Putin hat die Entwicklung vorhergesehen und wußte, daß es angesichts der latenten Aggressivität Kiews gegenüber der russischsprachigen Bevölkerung im Osten der Ukraine [siehe: Ukraine 7 – Der Sprachenkonflikt als Teil des Ukraine-Konfliktes, 03.05.2014], der US-amerikanischen (5 Milliarden US-Dollar investieren für Freiheit und Demokratie? Wer das glaubt, der gehört verprügelt!) und der westeuropäischen Einmischung zu kriegerischen Auseinandersetzungen und zu dem Versuch einer ethnischen Säuberung durch die faschistische Regierung in Kiew kommen würde. (Kiew will die russischsprachigen Menschen loswerden – etwa 15-20 Prozent der Bevölkerung, die Bodenschätze und die Industrieanlage der Ostukraine aber behalten.) 

Putin hat sich noch rechtzeitig die Krim geschnappt – er müßte noch blauäugiger sein als Gorbatschow, um seinen Mittelmeerhafen aufzugeben – und danach abgewartet. Er konnte sich die Hände reiben angesichts der US-gesteuerten Medienberichterstattung, der nach kurzer Zeit – zumindest bei der westlichen Intelligenzia – die Glaubwürdigkeit vollkommen abhanden kam und den Fehlleistungen der Kiewer und der US-Politiker (Timoschenkos – »dem Dreckskerl [Putin] in den Kopf schießen« und Nulands – »Fuck the EU« – Telefonate). 

Nun hat Europa brav sanktioniert und mit der Ukraine einen Klotz am Bein, der der finanziell schwankenden EU nach all den Banken-Desastern und den aufgespannten Rettungsschirmen zu schwer werden dürfte. Putin hat von Anfang an auf ein Patt gespielt, weil er am Verhandlungstisch die besseren Karten in der Hand hat. Ich bin gespannt, ob er seinen Korridor zur Krim und wie die EU die Ukraine über den Winter bekommt. Nach soviel Tamtam ist die EU der Ukraine gegenüber in der Pflicht.

Worüber keiner bisher gesprochen hat, ist der wahre Konflikt in der Ukraine: da geht es nicht um West oder Ost, da geht es um oben (die Oligarchen-Klicke) gegen unten. Dieser ganze Konflikt ist von den ukrainischen Oligarchen hochgekocht worden, um nun mit frischem EU-Geld ihr korruptes Spiel noch eine Weile weiterspielen und sich dann verdrücken zu können. Wie die EU dann Freiheit und Demokratie in ein solch verfilztes Land bringen will, kann sie sich dann von den Griechen zeigen lassen…
Wenigstens hat die Sache ein Gutes: Die alte EU wird den USA jetzt endlich kritischer gegenüberstehen – oder sie geht unter…


Wer mir bei dem ganzen Theater leid tut, ist Obama. Der muß innenpolitisch sowas von unter Druck stehen, daß er das ganze Spiel mitgespielt hat und vom Friedensnobelpreisträger (in Oslo werden sie in Zukunft vorsichtiger sein) zum Falken mutiert ist… [Nope, we can’t…] Ich wäre gespannt, irgendwann einmal zu erfahren, was da alles hinter den Kulissen abgelaufen ist. 

gefunden in »Politfratzen« (Die Anmerkung, 11.09.2014)

Und Angie hat – das muß ich ihr lassen – zum ersten Mal in ihrer Regierungszeit mal was richtig gemacht: brav mitgekläfft (was anderes ist ihr wohl nicht übrig geblieben angesichts der deutschen »Souveränität«) und sich ansonsten bedeckt gehalten.
Und ich werde mich mit zunehmendem Alter in meinem Sessel zurücklehnen und auf Politiker und Journalisten warten, die Format haben. Vielleicht wird’s ja noch was vor meiner Rente…


Ukraine-Serie:

- Ukraine 20 – ARD-Programmbeirat bestätigt Publikumskritik (18.09.2014, zuletzt aktualisiert am 04.10.2014)
- Ukraine 19 – Die Ukraine, korrupter Journalismus und der Glaube der Atlantiker (29.08.2014, zuletzt aktualisiert am 19.10.2014)
- Ukraine 18 – Putin als Projektionsfläche für die deutsche Sehnsucht nach dem »Starken Mann«? (23.08.2014)
- Ukraine 17 – I love Putin, Putin loves you (19.08.2014, zuletzt aktualisiert am 29.10.2014)
- Ukraine 16 – Eine Gefährdung unserer Europäischen Kultur (18.08.2014, zuletzt aktualisiert am 19.08.2014)
- Ukraine 15 – Die – zumindest teilweise – Vernichtung eines gepanzerten russischen Phantom-Konvois (15.08.2014, zuletzt aktualisiert am 02.09.2014)
- Ukraine 14 – »Wir sind Menschen des Friedens« (29.07.2014, zuletzt aktualisiert am 15.08.2014)
- Ukraine 13 – Unser westliches System und die MH 17-Berichterstattung (27.07.2014, zuletzt aktualisiert am 14.09.2014)
- Ukraine 12 – Geld und Faschismus in der Ukraine (18.05.2014, zuletzt aktualisiert am 18.09.2014)
- Ukraine 11 – Unsere Medien: Nicht-Berichten und Sprachverdrehung und der Krieg »Reich gegen Arm« (16.05.2014, zuletzt aktualisiert am 01.10.2014)
- Ukraine 10 - Joe Bidens Sohn fällt die Treppe hoch (12.05.2014, zuletzt aktualisiert am 29.10.2014)
- Ukraine 9 – Wider die veröffentlichte Meinung (11.05.2014, zuletzt aktualisiert am 31.07.2014)
- Ukraine 8 – Mariopol und die Berichterstattung  (10.05.2014, zuletzt aktualisiert am 26.07.2014)
- Ukraine 7 – Der Sprachen- bzw. ethnische Konflikt als Teil des Ukraine-Konfliktes (03.05.2014, zuletzt aktualisiert am 27.09.2014)
- Der Ukraine-Konflikt 6 – Wer stoppt die USA? (25.04.2014, zuletzt aktualisiert am 28.10.2014)
- Der Ukraine-Konflikt 5 – Die Nagelprobe des Journalismus (21.04.2014, zuletzt aktualisiert am 29.10.2014)
- Der Ukraine-Konflikt 4 – Um was geht es eigentlich? (28.03.2014, zuletzt aktualisiert am 19.01.2016)
- Der Ukraine-Konflikt 3 – Westliche Naivität oder westliche Machtpolitik? (25.03.2014, zuletzt aktualisiert am 26.07.2014)
- Der Ukraine-Konflikt 2 – Über unterschiedliche Meßlatten und die Verwendung von Sprache am Beispiel der Homosexuellen-Gesetzgebung in Deutschland und des israelisch-palästinensischen Konflikts (21.03.14, zuletzt aktualisiert am 03.09.2014)
- Der Ukraine-Konflikt 1 – Westliche Aufgeregtheit und staatliches Gedächtnis (04.03.2014)

weitere wichtige Artikel:
- Orientierung im Post-Dschungel (Post, 29.01.2016)

Es geht nicht um Wahrheit, es geht nicht um Moral, es geht um Zeitvorsprung (Post, 27.12.2015)

Unsere Welt besteht aus Geschichten (Post, 17.12.2015)
Deutsche glauben den Medien nicht (Post, 26.12.2014) mit langer Link-Liste!
Zbigniew Brzezinski, Die einzige Weltmacht (Post, 28.11.2014)
Frieden muss gestiftet werden – Europas Sündenfall: der Kosovo-Krieg (Post, 24.11.2014)
Bedrohliche Sprachlosigkeit (Post, 19.11.2014)
Heute vor 44 Jahren – 4. September 1970: Salvador Allende wird zum Präsidenten Chiles gewählt (19.10.2014)
- IPPNWforum: Roter Faden durch den ukrainischen Dschungel (Post, 08.10.2014)
- Vor 55 Jahren – 15.-27. September 1959: Nikita Chruschtschow besucht die Vereinigten Staaten (Post, 25.09.2014)
- Menschen, die mir während der Ukraine-Krise positiv aufgefallen sind (17.09.2014)
Endlich: Council on Foreign Relations sieht Hauptschuld an Ukraine-Krise beim Westen (26.08.2014, zuletzt aktualisiert am 17.09.2014)
- Deutschland und die Ukraine, zur Geschichte (02.09.2014)
- Heute vor 100 Jahren – 15. August 1914: Das erste Schiff durchfährt den Panamakanal (15.08.2014) 
- Dianne Feinstein, CIA, NSA (09.08.2014) 
Roter Faden durch den ukrainischen Dschungel (Kai Ehlers, IPPNWforum Nr. 138, Juni 2014, S. 22)
- Die US-amerikanische Außenpolitik (27.04.2014)
- Jean Ziegler, ein wahrhaftiger Mensch (10.09.2013)