Donnerstag, 12. November 2015

„Bitte treten Sie zurück!“

Rund vier Wochen nach dem ersten offenen Brief des Generalmajors a.D. Gerd Schultze-Rhonhof an Angela Merkel fordert er die Bundeskanzlerin nun in einem zweiten offenen Brief zum Rücktritt auf. Schultze-Rhonhof beschreibt schonungslos die aktuelle Flüchtlingskrise und den Irrweg von Angela Merkels Politik. Er wirft der Bundeskanzlerin mehrere gravierende Fehlentscheidungen vor, die schwerwiegende Folgen haben. Wir veröffentlichen seinen Brief ungekürzt.

Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin,
dies ist nach vier Wochen mein zweiter „Offener Brief“ zum Problem der derzeitigen Einwanderungs-Flut an Sie. Die Welle der deutschen Hilfsbereitschaft, der tausendfache, aufopfernde Einsatz von Helfern und die Leistungen unserer Verwaltungen haben anfangs den Blick auf die Schwierigkeiten und Grenzen unserer Aufnahme- und Integrationsfähigkeit verstellt.

Ich habe mir erlaubt, Sie mit Brief vom 11. September 2015 auf die Gefahren der ungesteuerten Masseneinwanderung für Deutschland hinzuweisen und Vorschläge für das Asylrecht, für das Steuern der Einwanderung und für das Beenden der beginnenden Völkerwanderung zu machen. Ich habe seither Ihr ehrliches, aber erfolgloses Bemühen, der Lage Herr zu werden, beobachtet und gesehen, dass der Massenzustrom von Migranten weiter ungebremst anhält und auch ganz andere, hässliche Begleiterscheinungen mit sich bringt, als es mir vor vier Wochen schwante. Inzwischen haben sich die Schätzungen der in Deutschland „aufgestauten“ Migranten für das Ende diesen Jahres auf 2 bis 2,5 Millionen aufaddiert, etwa 700.000 nicht anerkannte und nicht zurückgeführte Asylbewerber, etwa 300.000 inzwischen untergetauchte Migranten und 1 bis 1,5 Millionen Neuankömmlinge im Jahr 2015. Sie haben bisher keinen wirksamen Versuch unternommen, die Massenmigration nach Deutschland zu unterbinden. Sie haben in Ihrer Angewohnheit des sehr, sehr langen Abwägens wertvolle Zeit nutzlos verstreichen lassen, in der Sie hätten beginnen können, Schaden von unserem Volk abzuwenden.

mehr:
- Bitte treten Sie zurück!“ Zweiter offener Brief von Generalmajor a.D. Schultze-Rhonhof (Mama Merkel, 14.10.2015)
siehe auch:
- Geschichtsrevisionismus (Wikipedia)
- Der Kannibalismus und die Doppelzüngigkeit des Westens (Post, 16.11.2014)
Jean Ziegler: „Geierfonds - Quintessenz krimineller Bankenaktivitäten“ (Bürgerrechtsbewegung Solidarität, 08.10.2014)
- Jean Ziegler – ein wahrhaftiger Mensch (Post, 10.09.2013)
- Nach der Willkommenskultur wächst die Angst vor der Einwanderung (Post, 04.10.2015)
- Tunesien im Müll: Eine Demokratie aus Scherben und Orangenschalen (19.10.2015)
- EPA – TTIP für Arme und die Werte des »alten Europa« (Post, 13.09.2015)
- Äthiopien – Merkel verlangt Eigenverantwortung von Afrika (Margret Heckel, Die Welt, 04.10.2007)
- Merkel sieht afrikanische Länder in der Pflicht (Grafschafter Nachrichten, 11.11.2015)

Mittwoch, 11. November 2015

Helmut Schmidt – Noch so ein Fixstern gestorben – Gelegenheit zur Selbstbesinnung

Zum Schluss war er eine Legende, sein Leben erschien vielen wie ein Mythos aus grauer Vorzeit. Nun ist Helmut Schmidt im Alter von 96 Jahren gestorben. Und am Ende dieses langen Lebens mag er sich selbst manchmal vorgekommen sein wie ein altes Möbel im Bonner „Haus der Geschichte“, das längst zum festen Inventar der Republik gehört. Ein Nachruf
Helmut Schmidt war einer der Großen des vergangenen Jahrhunderts, bis zum Schluss des Wortes und der Rede mächtig, ein bedeutender Politiker und Publizist, aber am Ende trotzdem machtlos. Seine Bücher waren Bestseller, seine immer selteneren Auftritte im Fernsehen Quotenrenner, seine Interviews – vor allem die mit dem „Zeit“-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo („Auf eine Zigarette“) – Kult.

Die Ratschläge, die der Pensionär als Publizist und Buchautor den aktiven Politikern gab, wurden gern gehört, aber selten befolgt. Seine Warnungen vor einer noch schlimmeren Finanzkrise und weiteren Auswüchsen des „Raubtierkapitalismus“ viel zitiert, aber wenig beachtet. Zum Beispiel seine konkrete Forderung, die G-20-Staaten sollten durch „gemeinsam verabredetes Handeln“ den Handel mit Derivaten und faulen Krediten nicht nur auf nationaler oder europäischer Ebene, sondern weltweit verbieten.

mehr:
- Ein deutscher Methusalem (Hartmut Palmer, Cicero, 09.11.2015)

mein Kommentar:
Mann kann sich heute und wohl auch in den nächsten Tagen vor den medial geforderten Lobhudeleien kaum schützen. ich würde mein Augenmerk gern auf einen anderen Punkt lenken: Von Helmut Schmidt bis Angela Merkel hat es fünfundzwanzig Jahre gedauert. Wenn wir heute über Helmut Schmidts Tod trauern, sollten wir uns fragen, was sich in unserer Gesellschaft geändert hat, daß Leute wie Angela Merkel wählbar sind.

Dei beiden aus meiner Sicht zutreffendsten Aussagen zu seinem Tod:


»Wir Deutschen haben eine Vaterfigur verloren.« (Frank-Welter Steinmeier, Außenminister) 
»Helmut Schmidt ist tot, und wir, die ihn überlebt haben, müssen jetzt erwachsen werden. Ob wir es wollen oder nicht.« (Giovanni di Lorenzo, Chefredaktuer der »Zeit« am Dienstag in Hamburg)
Der Jahresrückblick 2011 Teil 1.mp4 [14:59]   mehr auf Youtube

Hochgeladen am 27.12.2011
Der Jahresrückblick 2011. Helmut Schmidt im Gespräch mit Giovanni di Lorenzo.

Giovanni di Lorenzo über Helmut Schmidt: "Er ist ein recht zufriedener Mensch" [5:29]

Veröffentlicht am 13.11.2014
ZEIT-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo über Helmut Schmidt: Wie der Altbundeskanzler auf Betriebstemperatur kommt und warum er sich mit Journalisten schwertut.

Angela Merkel wird »Mama« genannt. Wer wählt Mama als Kanzler? Ein Kindergarten.
Obwohl es wahrscheinlich nicht gendergerecht ist: es heißt »Vater-« und nicht »Mutterfigur«. Und das macht Sinn:
Die psychischen Folgen der Vaterlosigkeit sind nur in Umrissen bekannt und wurden in Deutschland kaum systematisch erforscht. Das biografische Echo dieser traumatischen Erfahrung erfährt erst in allerletzter Zeit verstärktes wissenschaftliches Interesse. Eine psychosomatisch-epidemiologische Langzeitstudie an der Mannheimer Normalbevölkerung, in der auch der Langzeitverlauf psychischer und psychosomatischer Erkrankungen untersucht wurde, erbrachte als wesentliches Ergebnis, dass die „Kinder des Krieges“ (die Geburtsjahrgänge 1935 und 1945), denen in den ersten sechs Lebensjahren der Kontakt zum Vater fehlte, noch über 50 Jahre später ein deutlich höheres Risiko für psychische Störungen aufwiesen als die Kriegskinder derselben Jahrgänge, die einen konstanten Kontakt zum Vater hatten. Aus psychoanalytischer Sicht verdeutlicht Hartmut Radebold in seinem Buch Abwesende Väter. Folgen der Kriegskindheit in Psychoanalysen diese Zusammenhänge anhand eindrucksvoller Fallgeschichten. (Matthias Franz, Wenn der Vater fehlt, Deutsches Institut für Jugend und Gesellschaft)
In einer weiteren Metaanalyse untersuchten Allen Russell und Judith Saebel 287 Studien. Immerhin 40 Prozent dieser Untersuchungen kamen zu dem Ergebnis, dass sich Väter ihren Kindern gegenüber deutlich anders verhalten als Mütter. Danach legen Väter in ihren Spiel- und Freizeitaktivitäten einen starken Akzent auf Motorik und Körper. Sie fördern Selbständigkeit und Individuation und betonen das Geschlecht des Kindes. (Inge Seiffge-Krenke, Gut, dass sie anders sind, Deutsches Institut für Jugend und Gesellschaft)  
»Jungen, die ohne Vaterfigur aufwachsen, auch das ist vielfach bewiesen, orientieren sich entweder am Weiblichen und passen sich an oder überkompensieren ihre männliche Identität.« (Melanie Mühl, S. 132, zitiert in Elke Pechmann, Rezension – Melanie Mühl: Die Patchwork-Lüge, Deutsches Institut für Jugend und Gesellschaft) 
Die Bedeutung des Vaters für die Töchter ist nicht minder relevant: „Der Vater ist derjenige, der das Kind lehrt, der ihm den Weg in die Welt weist. Der Vater versöhnt die Tochter mit dem Fremden.“ (Melanie Mühl, S. 134, zitiert in Elke Pechmann, Rezension – Melanie Mühl: Die Patchwork-Lüge, Deutsches Institut für Jugend und Gesellschaft) 
Melanie Mühl greift die Bedeutung des Vaters auf, um den vermeintlichen gesellschaftlichen Konsens, es sei egal, mit wem Kinder aufwüchsen, zurückzuweisen. „In den ersten Monaten, das hat die Bindungsforschung eindrucksvoll nachgewiesen, entstehen tiefe Bindungen, zu Mutter und Vater, der eben nicht erst dann eine wichtige Funktion übernimmt, wenn er mit seinem Kind Fußball spielen kann. Trotz der eindeutigen Belege gibt es nach wie vor noch genügend Stimmen, die beharrlich behaupten, jeder Vater sei ersetzbar, egal ob durch Stiefvater, einen Samenspender oder eine zweite Mutter.“ (Melanie Mühl, S. 131, zitiert in Elke Pechmann, Rezension – Melanie Mühl: Die Patchwork-Lüge, Deutsches Institut für Jugend und Gesellschaft) 
Der US-amerikanische Sozialhistoriker David Blankenhorn, den Mühl als Beleg ihrer Kritik über die angebliche Bedeutungslosigkeit des Vaters zitiert, ist aufgrund seiner Forschungen davon überzeugt, dass anwesende Väter wesentlich zur Stabilität einer Gesellschaft beitragen. „Ohne Vater aufzuwachsen, ist die Hauptursache für die wachsenden sozialen Probleme wie Kriminalität, Teenager-Schwangerschaften und Gewalt gegen Frauen in der Familie“, warnt Blankenhorn. (Angelika Faas, zitiert in Gute Väter sind eine "Freikarte" für ein erfülltes Liebesleben,  T-Online; zitiert in Elke Pechmann, Rezension – Melanie Mühl: Die Patchwork-Lüge, Deutsches Institut für Jugend und Gesellschaft)   
Väter spielen für die Entwicklung von Kindern eine wesentliche Rolle, gerade weil sie anders als die Mutter mit ihnen umgehen. Sie bestimmen maßgeblich das Selbstwertgefühl der Kinder, unterstützen die Autonomie, fördern Motorik und Spielverhalten. Die Bedeutung des Vaters für die kindliche Entwicklung wurde lange unterschätzt (siehe Interview: „Über ,normale‘ Väter wissen wir erstaunlich wenig“ in PP 10/2002). Doch häufig scheitert die „soziale Vaterschaft“, das Konzept vom Vater als Erzieher und Betreuer. Der Vater ist in vielen Familien abwesend, beziehungsweise zieht sich auf die Rolle des Ernährers zurück. Das ermittelte Prof. Dr. Dr. Wassilios E. Fthenakis, Staatsinstitut für Frühpädagogik der Universität München, in einer Längsschnittstudie im Auftrag des Bundesfamilienministeriums (2). Vor der Geburt des ersten Kindes sehen sich noch 67 Prozent der werdenden Väter in der Rolle des sozialen Vaters und nur 33 Prozent in der des Brotverdieners. Aber: „Das ideale Konzept der Väter hat in diesem Land keine Chance zur Umsetzung“, betonte der „Pionier der Vaterforschung“. Zieht der Mann sich auf die Rolle des Ernährers zurück, liegt das zumeist an der abnehmenden Qualität der Partnerschaft. Diese sinkt in den meisten Familien nach dem ersten Kind – Streit und Kritik am Partner nehmen zu, Sexualität nimmt ab. Nach dem zweiten Kind verfestigt sich dieses Phänomen (Grafiken 1 und 2). (Petra Bühring, Psychoanalyse und Familie: Andere Lebensfomen – andere Innenwelten, Ärzteblatt, Januar 2014)          
siehe auch:
- Helmut Schmidt? – Na ja! (AlterMannBlog, 11.11.2015)

Dienstag, 10. November 2015

Able Archer 83: "Um Haaresbreite"

USA geben Geheimbericht von 1990 zu Able Archer 83 frei 

Nachdem Präsident Ronald Reagan Anfang der 1980er Jahre das Klima zwischen den Supermächten vom Tauwetter wieder zur Eiszeit gewandelt hatte, befürchteten die Strategen in Moskau einen nuklearen Überraschungsangriff. Lange war umstritten, wie real die sowjetische Kriegsangst von 1983 und damit das Risiko eines versehentlich eingeleiteten Gegen- oder gar Präventivschlags tatsächlich gewesen war. Eine nun freigegebene Studie für die außenpolitischen Berater der Regierung Bush von 1990, der alle geheimen US-Quellen zur Verfügung standen, kommentierte: "on a hair trigger".
Dieser Tage jährt sich zum 32. Mal das Ende diverser NATO-Übungen vom Herbst 1983, die in Moskau als Tarnung zur Vorbereitung eines Überraschungsschlags der USA gedeutet wurden (vgl. Der letzte Tag). Den Historikern des National Security Archive der George Washington University gelang es nach zwölf Jahren Kampf, die Freigabe des ultrageheimen Berichts für das President's Foreign Intelligence Advisory Board (PFIAB) aus dem Jahr 1990 zu erwirken. Damit liegt die bislang vollständigste Regierungsanalyse zu dem Drama vor, das selbst konservative US-Insider für gefährlicher als die Kubakrise halten. Dem PFIAB-Bericht ist ein Zitat des damaligen Politbüro-Mitglieds Michail Gorbatschow vorangestellt:

Wahrscheinlich niemals in den Nachkriegsjahrzehnten war die Weltlage explosiver und daher schwieriger und ungünstiger als in der ersten Hälfte der 1980er Jahre.
In der Regierung Reagan konnte sich laut dem PFIAB-Bericht niemand vorstellen, dass die Sowjets in Friedenszeiten mit einem Überraschungsschlag rechneten. Offenbar hatte man in Washington verdrängt, dass seit 1945 ultrarechte Generäle wie Curtis LeMay offen einen solchen Präventivschlag gefordert hatten. Wie Robert Kennedy durchsickern ließ, hatte der Generalstab des Militärs dies noch Anfang der 1960er Jahre der Regierung Kennedy konkret einen Atomkrieg angetragen.
mehr:
- "Um Haaresbreite" (Markus Kompa, Telepolis, 10.11.2015)
Ungeachtet dessen provozierten die USA durch sogenannte PsyOps die Luftabwehr der Sowjets, bei denen US-Flugzeuge auf sowjetischen Luftraum zuflogen und erst kurz vorher abdrehten. Damit verrieten die daraufhin aktivierten Zielradarstationen ihre Position. Das hierdurch aufgeheizte Klima führte im September 1983 zum tragischen Abschuss der Passagiermaschine KAL 007, die nach sowjetischer Darstellung den Luftraum verletzt hatte und für ein Spionageflugzeug gehalten wurde, das den Radarschatten der Maschine gekreuzt hatte. Nach diesem Vorfall war die politische Atmosphäre endgültig vergiftet. Die Nierenerkrankung des todgeweihten Staatschefs Andropow, der nach Einschätzung des PFIAB als einziger den Gegenschlag befehlen durfte, sorgte für zusätzliche Unwägbarkeiten. Ein Politbüro-Mitglied beschrieb die interne Situation während Able Archer wörtlich als "Weißglut".
Sicherheitsberater Robert McFarlane will Reagan wegen sowjetischer Befindlichkeiten bereits von der Teilnahme an Able Archer 83 abgebracht haben, wo andere Regierungschefs wie Thatcher und Kohl in einem verlagerten Kommandoleitstand die Übung politisch aufwerteten (Planspiel Atomkrieg (2013)). Unter Berufung auf McFarlane präsentierte das ZDF in der ansonsten sehenswerten Doku Welt am Abgrund (2011) ausgerechnet Brandstifter Reagan als Weltretter, der vor den konkreten Kriegsvorbereitungen des Ostens gewarnt worden sei und sich als besonnener Staatsmann im Ton gemäßigt habe.

Tatsächlich jedoch wurde damals in keinem Briefing des Präsidenten Able Archer oder eine konkrete sowjetische Kriegsangst erwähnt. Der PFIAB-Bericht hält die damalige Bewertung durch die Geheimdienste für unbrauchbar, um den Bedürfnissen des Präsidenten zu entsprechen. Erst am 18.11.1983, damit also eine Woche nach dem Ende von Able Archer 83 und der dann von Moskau am 11.11.1983 gegebenen Entwarnung an Militärs, hatte sich Reagan gegenüber seinem Außenminister George Shultz besorgt über eine sowjetische Kriegsparanoia geäußert. Am 05.11.1983 hatte Reagan den Film The Day After gesehen, der ihn sehr nachdenklich gemacht habe.
siehe auch:
- Heute vor 32 Jahren – 26. September 1983: Stanislaw Petrow verhindert den 3. Weltkrieg (Post, 26.11.2015)

1983 - Am atomaren Abgrund [1:13:13]

Veröffentlicht am 21.04.2014
Dokumentation ARTE
(Originaltitel: Soviet War Scare 1983 -- Discovery Channel, 2007, 1983: The Brink of Apocalypse -- Channel 4, 2008)
Able Archer 83 (engl. „tüchtiger Bogenschütze") war eine europaweite NATO-Kommandostabsübung vom 7. bis 11. November 1983, die einen Atomkrieg simulierte. Der hohe Realitätsgrad, die strenge Geheimhaltung sowie das zu dieser Zeit besonders angespannte Verhältnis zwischen den USA und der UdSSR führten im Warschauer Pakt zu dem Verdacht, es handele sich bei der Übung um einen Deckmantel für einen tatsächlich unmittelbar bevorstehenden Nuklearschlag. Dies zog die Alarmierung konventioneller Streitkräfte und nuklearer Trägersysteme in Osteuropa nach sich. Able Archer 83 war eines der Ereignisse im Kalten Krieg, bei denen die Wahrscheinlichkeit eines Atomkrieges relativ hoch war.
Able Archer spielte sich vom 7. bis 11. November 1983 vor allem auf der Kommando- und Kommunikationsebene der europäischen NATO-Staaten ab und sollte dort mit einem hohen Realitätsgrad die Vorgänge während eines Atomkriegs simulieren. Das Manöver unterschied sich von denen der Vorjahre in drei Punkten:
- Erstmals wurden die Regierungschefs von NATO-Ländern wie Margaret Thatcher und Helmut Kohl eingebunden, was dem Manöver politisches Gewicht verlieh.
- hochrangige Aktivitäten, verbunden mit einem simulierten Durchspielen der Alarmzustände für die Streitkräfte der USA DEFCON-Stufe 5 bis 1 (Maximale Einsatzbereitschaft - Alle verfügbaren Truppen werden eingesetzt)
- die neuen Funkverschlüsselungsmethoden wurden im Rahmen der Übung erstmals im großen Maßstab verwendet.
Text: Quelle Wikipedia



siehe auch:
- Der Abschuß von KAL 007: Das westliche Narrativ in der Schlacht um die Deutungshoheit (Post, 30.12.2015)
- Vor 39 Jahren – 1976: Pinochet befahl Bombenattentat in Washington (Post, 13.10.2015)
- Fundgrube – Helmut Schmidt: Wie gefährlich ist Amerika? (Post, 29.08.2015)


»Für den Frieden der Welt geht von Russland heute viel weniger Gefahr aus als etwa von Amerika.« (Helmut Schmidt)
- Geheimdokumente zu Nato-Manöver: So nah kam die Welt 1983 einem Atomkrieg (SPON, 03.11.2013)
- Kurz vor dem Atomkrieg – Die Aufklärung des NATO-Manövers »Able Archer«: Wie die HVA, der Auslandsnachrichtendienst der DDR, dazu beitrug, den Kalten Krieg kalt zu halten (Rainer Rupp, Antikriegsforum Heidelberg, 22.11.2007)


1983 Deutschland befindet sich 5 Minuten vor dem atomaren Angriff der Sowjetunion [44:20]

Veröffentlicht am 30.07.2015
1983 Deutschland befindet sich 5 Minuten vor dem atomaren Angriff der Sowjetunion. Die mit Atombomben bestückten Jagdflugzeuge stehen mit laufenden Triebwerken in Startposition…

Able Archer 1983 The Brink of Apocalypse [1:15:52]
Veröffentlicht am 14.08.2013
This documentary focuses on "Able Archer 83" exercises that almost led to third world war between NATO and Warsaw Pact.
[PL] Dokument opisujący manewry "Able Archer 83", które prawie doprowadziły do wybuchu III wojny światowej pomiędzy NATO i Układem Warszawskim.
Credit to kakdjw aksje for the video files, I just put the files together as one, this may not be as high quality as his, but you can check out the ones he uploaded here:
http://www.youtube.com/watch?v=w-Df7U...

Bonn - Friedensdemo 10-10-1982.flv [14:41]

Hochgeladen am 10.08.2011
Die Großkundgebung in Bonn - eine organisatorische Herausforderung für die Friedensinitiative Marl. Der Andrang der Atomraketen- und Aufrüstungsgegner war groß - immer wieder mußte die Zahl der bestellten Busse nach oben korrigiert werden. Schließlich waren es sechzehn. "Was denn, sechzehn Busse?" fragte am Telefon der Gesprächspartner vom Busunternehmen. "Wollt Ihr die Regierung stürzen?" "Ach ja," antwortete ihm der Beauftragte der Friedensinitiative, "für die Rückfahrt brauchen wir noch einen Gefangenentransporter - habit Ihr so etwas auch?"
Daß die Regierung in Bonn während der Demo nicht gestürzt wurde, lag vor allem daran, daß dieses Bus-Unternehmen keine Gefangenentransporter hatte - so'n Saftladen!
Außer den 16 Bussen der FI stellten übrigens auch die Marler Gewerkschaften noch fünf Busse, alles in ellem also 21 - und alle wurden voll!

mein Kommentar:
»… hatte sich Reagan gegenüber seinem Außenminister George Shultz besorgt über eine sowjetische Kriegsparanoia geäußert«
Kopfschüttel, Kopfschüttel, Kopfschüttel, Kopfschüttel, Kopfschüttel, Kopfschüttel, Kopfschüttel, Kopfschüttel…

Der geheime Luftkrieg der Supermächte - Abschuss über der Sowjetunion - ZDF-History [44:12]


Veröffentlicht am 23.04.2013
Die Aufklärungsflüge der Amerikaner in den Luftraum des Ostblocks waren weitaus zahlreicher als behauptet. In der Luft wurde der Kalte Krieg mit Kameras, Bordkanonen und Raketen weitergeführt. Es gab Abschüsse, Gefangennahmen und Tote.
Mehr als 150 vermisste US-Air-Force-Soldaten sind Teil der Bilanz des geheimen Luftkrieges, bei dem durchweg westliche Flugzeuge in den sowjetischen Luftraum eindrangen.
Im April 1950 hat Anatolij Gerasimov den US-Aufklärer PB 4Y2 im Visier seines sowjetischen Jagdflugzeuges. Gerade hat ihm der Pilot des amerikanischen Spionageflugzeugs noch zugewinkt. Dann dreht dieser Richtung Westen ab. Von der Bodenleitstelle erhalten Gerasimov und drei weitere Jagdpiloten den Feuerbefehl. Ein Kugelhagel bringt die amerikanische Maschine zum Absturz. Es ist der erste Abschuss in einer langen Reihe von geheim gehaltenen Zwischenfällen - viele davon mit tödlichem Ausgang.
SENDETERMIN
Di, 28.08.12, 12.00 Uhr
Westdeutschland war dabei eine Art Basis für die amerikanischen Spionageflüge. Im Film kommt das bedrohliche Ausmaß der von russischer wie amerikanischer Seite lange verschleierten Operationen wie das Absetzen von Agenten bei Nachtflügen und geheime Einsätze zur Zielkartenerstellung für einen Nuklearangriff zur Sprache, von Beteiligten in beeindruckenden Aussagen belegt. Neue Dokumente werfen viele Fragen auf, u.a. welchen Sinn es hatte, US-Aufklärer, die äußerlich nicht von Atombombern zu unterscheiden waren, in Formation die Sowjetunion überfliegen zu lassen. Die Flüge waren provokativ genug, um den Dritten Weltkrieg heraufzubeschwören.
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siehe dazu auch:
A Cold War Conundrum: The 1983 Soviet War Scare, KAL 007 (Benjamin B. Fisher, CIA, 19.03.2007) 

Moscow did not even acknowledge the incident until September 6, and it delayed an official explanation for three more days. On 9 September, Marshal Ogarkov held a live press conference that ran for two hours.76 The five-star spin doctor's goal was to prove that – 269 innocent victims notwithstanding – the Soviet Union had acted rationally. Ogarkov asserted that the regional air defense unit had identified the aircraft as a US intelligence platform, an RC-135 of the type that routinely performed intelligence operations along a similar fight path. In any event, regardless of whether it was an RC-135 or a 747, he argued, the plane was unquestionably on a US or joint US-Japanese intelligence mission, and the local air defense commander had made the correct decision. The real blame for the tragedy, he insisted, lay with the United States, not the USSR.77
Navy Secretary Lehman and the Maritime Strategy: How NATO Almost Triggered Armageddon(Trowbridge H. Ford, codshit, 12.02.2004)
By this time, Moscow had completely absorbed Operation ABSORB, and Ames had even tipped off the Soviets about the tap on the Moscow telephone cable. (Sontag and Drew, op cit.) Unknown to the West, the Soviets also had 82 nuclear-armed SS-23 missiles in East Germany, and the USSR (Urban, p. 290) under the command of Marshal Nicholai Ogarkov, eager to make amends for shooting down KAL 007. The over-confident contingent to Brixmis in East Germany, the 200 British personnel to insure compliance with the Four-Power Agreement, had overlooked their existence (Ken Connor Ghost Force, p. 430ff., and Urban, pp. 79-80), and their surpirse contribution to an escalating East-West showdown would have been devastating. In sum, KGB Chief Victor Chebrikov knew what he was talking about when he unprecedentedly warned the West to back off from what it had planned on the morning to Palme's assassination. (Christopher Walker, "KGB reveals big swoop on state spies," The Times, March 1, 1986, p. 1) 
vergleiche die Reaktion der US-Regierung nach dem Abschuß von Iran-Air-Flug 655 ( Iran-Air-Flug 655, Diplomatische Konsequenzen (Wikipedia)

zum geschichtlichen Hintergrund:
Täuschung - Die Methode Reagan, Ressourcenkriege und medial vemittelte Feindbilder (Post, 14.05.2015)
Russland in Atem halten – USA verkaufen ihre expansionistischen Bestrebungen als Angst (Post, 27.11.2015)

„Kinder bis etwa 3 Jahre sind naive Realisten, sie halten die Weise, wie die Welt ihnen erscheint, unhinterfragt für wahr und für alle zugänglich, sie verstehen noch nicht, dass ihre Überzeugungen zu Sachverhalten nur Annahmen sind, die den realen Tatbestand treffen oder auch verfehlen können“ (Bischof-Köhler 2011, S. 330).
Das Verständnis des Zusammenhangs zwischen innerer und äußerer Realität ist nicht von Beginn an vorhanden, sondern eine Entwicklungsleistung. Mentalisieren ist das Ergebnis einer erfolgreichen Integration zweier verschiedener Arten, zwischen Innen und Außen zu unterscheiden. Die psychische Entwicklung bewegt sich von einer Erfahrung der psychischen Realität, in der mentale Zustände nicht als Repräsentationen abgebildet sind, hin zu einer zunehmend komplexeren Sicht der inneren Welt, die durch die Fähigkeit gekennzeichnet ist, Gedanken, Gefühle im anderen und in der eigenen Person vorauszusetzen und zu erkennen, dass eine (wenn auch lose) Verbindung zwischen diesen und der Außenwelt besteht (Fonagy 2003). [Die Entwicklung der Mentalisierungsfähigkeit, Post, 19.07.2015, Hervorhebungen von mir]

Samstag, 7. November 2015

Achtung: deutschlandtreue Bauernfänger unterwegs, »Reines Beobachten« und Dosieren

Der AfD-Vorsitzende in den Landkreisen Verden und Osterholz, Uwe Wappler, ist zu zweifelhafter bundesweiter Berühmtheit gelangt.

Während einer Veranstaltung seiner Partei in Schwanewede, wo sich ein zentrales Aufnahmelager für Asylsuchende befindet, hatte er behauptet, Flüchtlinge hätten im Bereich Unterweser ein zwölfjähriges Mädchen vergewaltigt, Polizei und Justiz hätten das nicht verfolgt. Wappler hatte dann nachgelegt, wenn Polizei, Staatsanwaltschaft und Richter nicht ihren Pflichten nachkämen „und wenn niemand in diesem verdammten Laden seine Aufgabe erfüllt, dann werden wir das machen.“ Das Publikum jubelte.

Kurz danach fühlte ein Reporter des ARD-Politmagazins „Panorama“ Wappler auf den Zahn. Der wiederholte seinen Vergewaltigungsvorwurf und schimpfte: „Wenn so etwas passiert und man greift aus Political correctness nicht ein und macht die Täter nicht dingfest, dann ist das Anarchie.“ Der Panorama-Reporter hakte nach, wann, wo, wer, wen an der Unterweser vergewaltigt habe. Wappler gerät ins Schwimmen, räumt ein, dass der Journalist einen guten Job mache. Er, Wappler, habe das jetzt nicht exakt präsent, er wolle das nachliefern.

Vor der Ausstrahlung des Panorama-Beitrags habe er dann der Redaktion mitgeteilt, seine Darstellung sei nicht korrekt gewesen, er habe die Geschichte mit einem anderen Fall verwechselt, sagt uns Wappler. Er bedauerte und entschuldigte sich für seinen Fehler und bat nach seinen Angaben, diesen Beitrag aus dem Programm zu nehmen.

mehr:
- Haltlose Behauptungen des AfD-Kreisvorsitzenden Wappler gegen Flüchtlinge und Staat: „Will demnächst genauer recherchieren“ (Manfred Brodt, Kreiszeitung, 01.11.2015)
- Flüchtlinge – AfD-Mann blamiert sich mit Lüge vor laufender Kamera (der Westen, 03.11.2015)
- Uwe Wappler – ARD-Interview: AfD-Politiker erfindet Vergewaltigung durch Flüchtling (Michael Stifter, Augsburger Allgemeine, 03.11.2015)

ARD Panorama 29.10.2015 AfD verbreitet Lügen [0:54]

Veröffentlicht am 02.11.2015
.. als wäre die Stimmung so nicht schon genug eskaliert.. 

AfD-Mann Uwe Wappler erfindet vor laufender Kamera die Vergewaltigung eines 12-jährigen Mädchens durch Flüchtlinge.. und fliegt damit auf auf..

Der Originalbeitrag wurde von "Panorama" via fb gepostet.
Ein Beitrag dazu hier:
http://www.mopo.de/politik---wirtscha...

Deutsche Frauen: Bedroht von Flüchtlingen? | Panorama | NDR [9:47]

Veröffentlicht am 09.10.2015
Immer häufiger werden Gerüchte gestreut, wonach männliche Flüchtlinge deutsche Frauen sexuell belästigt oder vergewaltigt hätten. Doch laut Polizei ist an den Horror-Storys nichts dran.
- Diebe, Räuber, Vergewaltiger: Gerüchte über Flüchtlinge (Ben Bolz, Christian Salewski, Tagesschau, 29.10.2015)
Es gibt viele Gerüchte um Flüchtlinge. Sie kursieren vor allem dort, wo sich eine Flüchtlingseinrichtung befindet. Es sind Gerüchte über vermeintliche Straftaten der Asylbewerber. Das Problem: oftmals ist an diesen Gerüchten so gut wie nichts dran. Sie sind häufig frei erfunden und werden gezielt gestreut, um Stimmung gegen Flüchtlinge zu machen.
mein Kommentar:
Wir wachen immer erst auf, wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist. Peter Scholl-Latour hat sich über den Arabischen Frühling lustig gemacht und vor Irak- und Syrien-Krieg gewarnt: Er wurde als »rechts« diffamiert. Seit Jahren machen wir der afrikanischen Mittelschicht das Leben schwer (EPA – TTIP für Arme und die Werte des »alten Europa«, Post, 23.09.2015; Der Kannibalismus und die Doppelzüngigkeit des Westens, Post, 16.11.2014) und wundern uns dann, wenn die Leute Schiffe kapern oder die Menschen hierher fliehen. Ich würd’s auch machen, wenn ich den Mut hätte.

Meinung der Deutschen zu Flüchtlingen [6:09]

Veröffentlicht am 30.10.2015
Orginaltitel: Wer mit Flüchtlingen kontakt hatte lehnt eher Flüchtlinge ab

Weiterverbreitung ist erwünscht.

Mein Kommentar:
zuerst Clint Eastwood (Dirty Harry V): »Meinungen sind wie Arschlöcher, jeder hat eins.«
Hier wird ständig Stille Post gespielt und kräftig katastrophisiert.
Dem kann man nur entgegenhalten: »Ruhe ist die erste Bügerpflicht!«

Marshall Rosenberg, der Erfinder der Gewaltfreien Kommunikation, hat in seinen Workshops größten Wert auf die Unterscheidung zwischen objektiver Beobachtung und Interpretation gelegt. (siehe: Eine Hommage an Marshall B. Rosenberg, Post, 5. Video (Objektiv beobachten), ab 2:10)
Wer sich dafür interessiert, dem empfehle ich einen Text von Nyanaponika Mahathera, einem in Sri Lanka (bis 1972 Ceylon) hochangesehenen deutschen Mönch in der buddhistischen Theravada-Tradition: Reines Beobachten (Post, 24.03.2015). »Rein« wird dieses Beobachten genannt, wenn der Beobachter n i c h t »mit dem Gefühl, dem Willen oder Denken bewertend Stellung« nimmt. In unserer »normalen« sozialen Interaktion gibt es fast nichts Schwierigeres!

siehe auch:
Wegschauen und weglesen (Tilmann Moser, Kontext, 01.10.2014)

Freitag, 6. November 2015

Ein Berliner Anwalt gegen den Verteidigungsminister der USA

Nächste Woche will ein Berliner Anwalt gegen den Verteidigungsminister der USA Klage bei der deutschen Justiz einreichen - wegen Folter in Abu Ghraib und Guantánamo Manchmal ist es ziemlich mühsam, eine Anzeige gegen einige der mächtigsten Männer der Welt vorzubereiten. Wolfgang Kaleck irrt über den Campus der Harvard-Universität in Cambridge, Massachusetts. Es ist April, kalt, dunkel, er hat eine wichtige Verabredung mit seiner Kronzeugin und kommt zu spät. Als er schließlich den Hörsaal betritt, ist die Veranstaltung fast zu Ende. 

Ganz vorn sitzt die Frau, die er treffen will. Sie trägt die blonden Haare hochgesteckt, ihre breiten Schultern werden durch Polster noch mehr betont. Sie überragt die anderen auf dem Podium und wirkt trotzdem, als müsse sie sich verteidigen. Es ist Janis Karpinski, Ex-Brigadegeneralin, Ex-Kommandeurin des Gefängnisses Abu Ghraib im Irak. Das Ex hat sich an ihren Namen geheftet. Alles, was sie ist, ist vergangen. Nur die grausamen Fotos haben überdauert: irakische Häftlinge, nackt zu Pyramiden aufgetürmt, von Soldaten an einer Leine spazieren geführt, in Masken gehüllt, geschlagen, sexuell gedemütigt zum Teil von Karpinskis Reservisten. 

mehr:
- Einer gegen Rumsfeld (Jana Simon, ZEIT Online, 09.11.2006)

Boys of Abu Ghraib Official Trailer 1 (2014) - Sara Paxton, Sean Astin Movie HD [2:30]

Veröffentlicht am 25.02.2014
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Boys of Abu Ghraib Official Trailer 1 (2014) - Sara Paxton, Sean Astin Movie HD


IN THEATERS: MARCH 28, 2014

CAST: Luke Moran, Omid Abtahi (Argo), John Heard (Home Alone), Michael Welch (Twilight Saga), Elijah Kelley (The Butler), John Robinson (Lords of Dogtown) with Sara Paxton (Aquamarine), Scott Patterson (Gilmore Girls), and Sean Astin (Lord of the Rings Trilogy)

WRITTEN AND DIRECTED BY: Luke Moran

SYNOPSIS: From the Producers of "Blood Diamond" and "The Last Samurai," this dramatic war thriller follows soldier Jack Farmer (Luke Moran) from small town America to Iraq's most infamous prison, Abu Ghraib, where he's tasked with guarding the Army's highest priority detainees. Pressured by his superior (Sean Astin) into using harsh techniques on a seemingly innocent detainee (Omid Abtahi), the seductive allure of war quickly turns to a haunting reality that threatens to break him. Based on the true events that shocked the world in 2004.

DISTRIBUTOR: Vertical Entertainment

RATED: Rated R for disturbing situations involving torture and violence, language throughout and some sexual content

RUN TIME: 102 Minutes

siehe auch:
- 'Mit Recht gegen die Macht' von Wolfgang Kaleck (Yvonne von Kalinowski, rbb, 05.11.2015)

Wolfgang Kaleck (ECCHR) Interview [1:23:40]

Veröffentlicht am 21.11.2012
Wolfgang Kaleck ist Mitbegründer und Generalsekretär des European Center for Constitutional and Human Rights (Europäisches Zentrum für Verfassungs- und Menschenrechte, ECCHR). Die Organisation wurde nicht nur in Kreisen von Menschenrechtlern und Juristen bekannt, da sie zweimal den ehemaligen US-amerikanischen Verteidigungsminister Donald Rumsfeld anklagte, sondern auch andere Schwergewichte wie Lidl oder Nestlé zur Verantwortung für begangene Menschenrechtsverletzungen zog.
Unser Gesprächspartner veröffentlichte zudem zwei Bücher, "Mit zweierlei Maß: Der Westen und das Völkerstrafrecht" ( http://amzn.to/RdmcAH ) sowie "Kampf gegen Straflosigkeit - Argentiniens Militärs vor Gericht" ( http://amzn.to/Rdmac6 ).

Mehr Informationen auf http://www.ecchr.eu
sowie auf http://www.kenfm.de und http://www.facebook.com/KenFM.de
No Quick Solution for Edward Snowden: His Laywer Speaks [9:23]

Veröffentlicht am 06.08.2014
In this video Luke Rudkowski talks to Edward Snowden's Lawyer Wolfgang Kaleck in Berlin, Germany. The two go over the history of the ECCHR, Wolfgang's prior cases and the current situation with Edward Snowden. 

To find out more about Wolfgang Kaleck check out http://www.ecchr.de/staff.html

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Gewinn ist alles: Tierquälerei für unser Schweinefleisch

Auf Farmen in Südamerika wird trächtigen Stuten auf brutale Art literweise Blut abgenommen. Aus dem Schwangerschaftshormon stellen Pharmafirmen dann Tiermedikamente her – auch für die Schweizer Schweinezucht. «Kassensturz» zeigt diesen abartigen Kreislauf auf und konfrontiert die Fleischbranche.

Der Schein trügt: Pferde weiden auf weiten Feldern und Wäldern mit unendlich viel Platz in Uruguay in Südamerika. Die meisten Stuten sind trächtig. Doch sie werden ihre Fohlen nicht gebären. Interessant ist nur ihr Blut. Die Pferdefarmen machen damit ein Geschäft, die Pharmaindustrie stellt ein Medikament her, das nur einem Zweck dient: Der Intensivierung der Schweinemast in Europa – auch in der Schweiz. Das Hormonpräparat aus dem Stutenblut soll beispielsweise in der Schweinemast helfen, dass Muttersauen nach dem Wurf möglichst schnell wieder trächtig werden.

Diesen perversen Kreislauf haben Mitarbeiter des Tierschutzbunds Zürich aufgedeckt. Wochenlang haben sie im letzten Frühling die Zustände auf Blutfarmen in Argentinien und Uruguay recherchiert.

mehr:
- Neue Pferdequälerei: Stuten leiden für unser Schweinefleisch (Karin Gförer, SRF, 29.09.2015)
Zehntausende Stuten dienen der Blutproduktion in Uruguay, verteilt auf wenige Farmen. Da die Stuten das begehrte Hormon PMSG nur bis zum 130. Trächtigkeitstag produzieren, wird danach der Abort eingeleitet. Diese grausame Tatsache bestätigten den Tierschützern mehrere Arbeiter und auch ein Tierarzt in Südamerika. «Und für die Abtreibung nimmt man kein Geld in die Hand, das macht man mechanisch. Der Eingriff erfolgt per Hand in die Stute, um das Fohlen abzutöten. Das ist extrem brutal für die Stuten. Zudem werden sie danach nicht medizinisch versorgt, sondern sich selbst überlassen», schildert Ditfurth dem «Kassensturz».

Stutenhormon auch in der Schweiz verbreitet

Das Hormon-Präparat P.G.600 ist in der Schweiz nur für Schweine zugelassen. Es hilft den Zuchtsauen, schneller und auf den Tag genau brünstig zu werden. Rechtzeitig zur geplanten Besamung. Das Hormonpräparat bringt Schweinezüchtern also finanzielle Vorteile. In der Schweiz leben rund 120‘000 Zuchtsauen. Etwa 12'000 Mutterschweine bekommen mindestens einmal im Jahr eine PMSG-Spritze. Nur auf Bio-Betrieben sind hormonelle Behandlungen zur Brunstsynchronisation verboten.

In Deutschland produzieren riesige Betriebe jedes Jahr Hunderttausende Ferkel. PMSG-Hormone kommen hier laut Branchenkennern systematisch zum Einsatz. Der Deutsche Schweinehalterverband bestreitet das, genaue Zahlen gibt es aber nicht. Das Hormon optimiert die Arbeitsabläufe in den Ställen, ausserdem werfen die Muttersauen dadurch auch mehr Ferkel.

Mein Kommentar:
… und wenn das rauskommt, gibt’s ’ne Untersuchungskommission, und wenn die nach drei Jahren zuenderecherchiert und die Schuldigen – wenn überhaupt – dingfest gemacht hat, ist das Medieninteresse abgeflaut, und keiner hat von irgendwas gewußt…


«Um eine artgerechte Haltung der Tiere zu gewährleisten, sind alle Lieferanten angehalten, die lokal und regional geltenden Auflagen sowie die behördlichen Vorschriften einzuhalten. Dies wird durch Inspektionen der staatlichen Aufsichtsbehörden überprüft.» (aus einem Schreibem von MSD Animal Health an »Kassensturz«; die wissen schon, weshalb sie den Scheiß in Urugay abziehen! Anmerkung von mir)
Im «Kassensturz-Studio» hat der Zentralpräsident vom Verband Suisseporcs Meinrad Pfister Stellung genommen. Das Thema sei neu für die Branche [Wer’s glaubt, wird selig, Bemerkung von mir] und selbstverständlich würden Schweizer Schweinefleischproduzenten solche Zustände nicht billigen. Im Gespräch gibt er aber auch einen Teil der Verantwortung den Detailhändler ab [sowas, hätt’ ich nicht gedacht, Bemerkung von mir], die es in der Hand hätten über höhere Zuschüsse in ihren Labelprogrammen den Einsatz dieses Hormons zu unterbinden  [»den Einsatz unterbinden«? die sind doch nicht blöde, unser Geld soll gefälligst arbeiten! Bemerkung von mir]
60 Sekunden über Schweinemast in Deutschland / PETA [1:11]

Veröffentlicht am 21.11.2012
Alternativen zu Fleisch:
Wiener: http://www.amzn.to/TfFXLQ
Filet: http://www.amzn.to/QuRp7h
Bratlinge: http://www.amzn.to/UTcO5F
Teil 1: Fleisch ist des Deutschen liebstes Gemüse. Beim Verzehr von Schweinen, Hühnern oder Rindern sind wir Weltspitze. Kaum jemand verschlingt so viele tote Tiere wie wir.

Teil 2: Nicht bei jedem kommt erst das Fressen und dann die Moral. In der Republik regt sich Protest. Vegan und halbnackt.

Teil 3: Die eine Gegenbewegung macht aus der Massenware ein Luxusgut und aus dem Porterhousesteak eine Geldanlage. Der Metzger von nebenan als Händler des Überflusses. Andere predigen Verzicht oder zumindest Enthaltsamkeit.

Rechte liegen bei dem zuständigen TV-Sender und Spiegel-TV.