Freitag, 6. November 2015

Gewinn ist alles: Tierquälerei für unser Schweinefleisch

Auf Farmen in Südamerika wird trächtigen Stuten auf brutale Art literweise Blut abgenommen. Aus dem Schwangerschaftshormon stellen Pharmafirmen dann Tiermedikamente her – auch für die Schweizer Schweinezucht. «Kassensturz» zeigt diesen abartigen Kreislauf auf und konfrontiert die Fleischbranche.

Der Schein trügt: Pferde weiden auf weiten Feldern und Wäldern mit unendlich viel Platz in Uruguay in Südamerika. Die meisten Stuten sind trächtig. Doch sie werden ihre Fohlen nicht gebären. Interessant ist nur ihr Blut. Die Pferdefarmen machen damit ein Geschäft, die Pharmaindustrie stellt ein Medikament her, das nur einem Zweck dient: Der Intensivierung der Schweinemast in Europa – auch in der Schweiz. Das Hormonpräparat aus dem Stutenblut soll beispielsweise in der Schweinemast helfen, dass Muttersauen nach dem Wurf möglichst schnell wieder trächtig werden.

Diesen perversen Kreislauf haben Mitarbeiter des Tierschutzbunds Zürich aufgedeckt. Wochenlang haben sie im letzten Frühling die Zustände auf Blutfarmen in Argentinien und Uruguay recherchiert.

mehr:
- Neue Pferdequälerei: Stuten leiden für unser Schweinefleisch (Karin Gförer, SRF, 29.09.2015)
Zehntausende Stuten dienen der Blutproduktion in Uruguay, verteilt auf wenige Farmen. Da die Stuten das begehrte Hormon PMSG nur bis zum 130. Trächtigkeitstag produzieren, wird danach der Abort eingeleitet. Diese grausame Tatsache bestätigten den Tierschützern mehrere Arbeiter und auch ein Tierarzt in Südamerika. «Und für die Abtreibung nimmt man kein Geld in die Hand, das macht man mechanisch. Der Eingriff erfolgt per Hand in die Stute, um das Fohlen abzutöten. Das ist extrem brutal für die Stuten. Zudem werden sie danach nicht medizinisch versorgt, sondern sich selbst überlassen», schildert Ditfurth dem «Kassensturz».

Stutenhormon auch in der Schweiz verbreitet

Das Hormon-Präparat P.G.600 ist in der Schweiz nur für Schweine zugelassen. Es hilft den Zuchtsauen, schneller und auf den Tag genau brünstig zu werden. Rechtzeitig zur geplanten Besamung. Das Hormonpräparat bringt Schweinezüchtern also finanzielle Vorteile. In der Schweiz leben rund 120‘000 Zuchtsauen. Etwa 12'000 Mutterschweine bekommen mindestens einmal im Jahr eine PMSG-Spritze. Nur auf Bio-Betrieben sind hormonelle Behandlungen zur Brunstsynchronisation verboten.

In Deutschland produzieren riesige Betriebe jedes Jahr Hunderttausende Ferkel. PMSG-Hormone kommen hier laut Branchenkennern systematisch zum Einsatz. Der Deutsche Schweinehalterverband bestreitet das, genaue Zahlen gibt es aber nicht. Das Hormon optimiert die Arbeitsabläufe in den Ställen, ausserdem werfen die Muttersauen dadurch auch mehr Ferkel.

Mein Kommentar:
… und wenn das rauskommt, gibt’s ’ne Untersuchungskommission, und wenn die nach drei Jahren zuenderecherchiert und die Schuldigen – wenn überhaupt – dingfest gemacht hat, ist das Medieninteresse abgeflaut, und keiner hat von irgendwas gewußt…


«Um eine artgerechte Haltung der Tiere zu gewährleisten, sind alle Lieferanten angehalten, die lokal und regional geltenden Auflagen sowie die behördlichen Vorschriften einzuhalten. Dies wird durch Inspektionen der staatlichen Aufsichtsbehörden überprüft.» (aus einem Schreibem von MSD Animal Health an »Kassensturz«; die wissen schon, weshalb sie den Scheiß in Urugay abziehen! Anmerkung von mir)
Im «Kassensturz-Studio» hat der Zentralpräsident vom Verband Suisseporcs Meinrad Pfister Stellung genommen. Das Thema sei neu für die Branche [Wer’s glaubt, wird selig, Bemerkung von mir] und selbstverständlich würden Schweizer Schweinefleischproduzenten solche Zustände nicht billigen. Im Gespräch gibt er aber auch einen Teil der Verantwortung den Detailhändler ab [sowas, hätt’ ich nicht gedacht, Bemerkung von mir], die es in der Hand hätten über höhere Zuschüsse in ihren Labelprogrammen den Einsatz dieses Hormons zu unterbinden  [»den Einsatz unterbinden«? die sind doch nicht blöde, unser Geld soll gefälligst arbeiten! Bemerkung von mir]
60 Sekunden über Schweinemast in Deutschland / PETA [1:11]

Veröffentlicht am 21.11.2012
Alternativen zu Fleisch:
Wiener: http://www.amzn.to/TfFXLQ
Filet: http://www.amzn.to/QuRp7h
Bratlinge: http://www.amzn.to/UTcO5F
Teil 1: Fleisch ist des Deutschen liebstes Gemüse. Beim Verzehr von Schweinen, Hühnern oder Rindern sind wir Weltspitze. Kaum jemand verschlingt so viele tote Tiere wie wir.

Teil 2: Nicht bei jedem kommt erst das Fressen und dann die Moral. In der Republik regt sich Protest. Vegan und halbnackt.

Teil 3: Die eine Gegenbewegung macht aus der Massenware ein Luxusgut und aus dem Porterhousesteak eine Geldanlage. Der Metzger von nebenan als Händler des Überflusses. Andere predigen Verzicht oder zumindest Enthaltsamkeit.

Rechte liegen bei dem zuständigen TV-Sender und Spiegel-TV.

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