Mittwoch, 23. Mai 2018

Regime-Change: It’s the oil, stupid!

Der Kampf um Ressourcen ist mittlerweile die zweithäufigste Konfliktursache. Auch der Einsatz von Gewalt nahm bei diesem Konflikttyp stetig zu. Die Ursachen sind meist vielschichtig und liegen oft primär in politischen Problemen und Auseinandersetzungen. 

mms der Vereinten Nationen Ressourcenknappheit wird als eines der größten strukturelle Risiken für Konflikte im 21. Jahrhundert diskutiert.[1] Unter Ressourcen fallen z.B. Gesteine, Salze, fossile Brennstoffe, Mineralien, Metalle, Böden, Wälder, Wasser, Wind oder Sonnenenergie.[2] Das Umweltprogramm der Vereinten Nationen stellte bereits 2009 fest, dass es ein "signifikantes Potenzial für die Verschärfung von Konflikten um natürliche Ressourcen in den nächsten Dekaden" gibt.[3] Anlässlich des Internationalen Tages für die Verhütung der Ausbeutung der Umwelt in Kriegen und bewaffneten Konflikten am 6. November 2017 betonte der UN-Generalsekretär, dass die Umwelt selbst oft "Opfer" von Kriegen werde und deshalb der Schutz natürlicher Ressourcen zentral für Frieden und nachhaltige Entwicklung sei.[4] 



Ressourcenknappheit und Ressourcenreichtum – beides ist ein Konfliktrisiko

Die Konkurrenz um Ressourcen ist ein wichtiger Faktor im internationalen Konfliktgeschehen. Zugleich zeichnen die statistischen Fakten – im Widerspruch zu manchem Katastrophenszenario – ein differenzierteres Bild: Laut Heidelberger Konfliktbarometer spielte 2017 das Thema Ressourcen in 97 von insgesamt 385 Konflikten niedriger bis hoher Intensität eine Rolle[5]. Die Bedeutung von Ressourcen als Konfliktgegenstand hat in den letzten Jahren zugenommen. Sie rangieren heute nach sogenannten Regime-Konflikten, in denen es um die Veränderung des politischen Systems geht, auf Platz zwei. Zudem werden Ressourcenkonflikte immer gewalttätiger ausgetragen. So nahm der sporadische oder massive Einsatz von Gewalt in den letzten Jahren stetig zu (2000: ca. 30%, 2010: 44%, 2017: 65% in). Ressourcen spielten 2017 in 17 von insgesamt 36 Gewaltkonflikten mit hoher Intensität eine entscheidende Rolle – darunter der Kampf um Drogen in Mexiko, um Ackerland in Nigeria oder um wertvolle Bodenschätze in der DR Kongo. 

Der Großteil der vom Heidelberger Konfliktbarometer verzeichneten Ressourcenkonflikte (80%) ist innerstaatlicher Natur. Dabei kann sowohl ein Mangel als auch ein Überfluss an Ressourcen eine konfliktauslösende bzw. eskalierende Wirkung entfalten. Beispielsweise ging es bei den Hungerunruhen 2010 in Haiti vor allem um knappe Nahrungsmittel, während etwa das erneute Aufflammen von Gewalt im Südsudan 2013 eng mit dem Kampf um politische Vorherrschaft und der Kontrolle über die reichen Ölreserven verbunden ist. 

Dagegen spielten nur in 17 von 65 zwischenstaatlichen Konflikten Ressourcen eine zentrale Rolle. Dabei ging es meist um die Verteilung knapper Ressourcen, wie etwa fossile Brennstoffe oder Wasser. Beispielhaft sei an dieser Stelle auf große Dammprojekte verwiesen, wie etwa Indiens Ankündigung eines neuen Staudamms am Chanab-Fluss, der auch durch Pakistan fließt, oder der in Äthiopien entstehende Renaissance-Staudamm am Blauen Nil, der auch den Sudan und Ägypten mit Wasser versorgt. Knappheit und Reichtum sind eng miteinander verknüpft, denn je stärker ein Rohstoff international nachgefragt wird, desto höhere Rendite können die Konfliktparteien auf nationaler Ebene realisieren. 

Eine differenzierte Analyse zeigt, dass Ressourcen allein nur selten für die Entstehung oder Eskalation gewaltsamer Konflikte ausschlaggebend sind. So hatten von den 2017 gezählten 97 Ressourcenkonflikten lediglich sechs die Auseinandersetzung um Ressourcen als einzigen Gegenstand bzw. Ursache. Bei allen anderen Konflikten ging es primär um etwas anderes – etwa um regionale Vorherrschaft oder Territorien. Die sechs "reinen" Ressourcenkonflikte waren zudem von weitaus geringerer Intensität als andere Auseinandersetzungen (zwei Konflikte gänzlich ohne Gewalt, vier gewalttätige Krisen und keinerlei Kriege). Offensichtlich – und dies ist die wichtigste Erkenntnis aus den statistischen Daten – sind Ressourcenknappheit bzw. Ressourcenreichtum allein in den seltensten Fällen Ursache für Konflikte. Um die komplexen Konfliktdynamiken besser verstehen zu können, lohnt ein detaillierter Blick auf die wichtigsten theoretischen Erklärungsansätze.

mehr:
- Ressourcenkonflikte (Solveigh Richter, Bundeszentrale für politische Bildung, 17.05.2018)

Jochen Scholz über geopolitische Ursachen des Krieges in Syrien {8:47}

Am 29.10.2016 veröffentlicht 
RT Deutsch
Jochen Scholz, ehemaliger Referent im Verteidigungsministerium, äußert sich im Gespräch mit RT Deutsch-Reporter Stefan Dyck zu den Ursachen des Syrien-Kriegs. Das Gespräch fand am Rande des Kongresses „Brandherd Syrien“ bei Kassel statt.
Mehr auf unserer Webseite: https://deutsch.rt.com/

" Das Erdölfördermaximum." Der Peak-Oil. - Mit offenen Karten | ARTE {12:15}

Am 08.04.2017 veröffentlicht 
der Wolpertinger.
Erdöl ist bekanntlich ein fossiler Energieträger. Das geförderte Erdöl wächst nicht nach, wird also irgendwann zur Neige gehen. Und daraus ergibt sich natürlich die Frage, wann es soweit sein wird. Wann wird das Ölfördermaximum erreicht sein und die Produktion zurückgehen?
In den kommenden 20 Jahren wird der Energiebedarf ständig zunehmen, vor allem in den Schwellenländern. Und vom durchschnittlichen Wirtschaftswachstum wird abhängen, wann das Ölfördermaximum erreicht sein wird.
Der unausweichliche Anstieg des Ölpreises wird zur Erschließung von Vorkommen führen, die bisher als unwirtschaftlich galten. Die erwiesenen und die möglichen Ölreserven der Arktis lagern im Wesentlichen unter dem Meeresgrund vor der Küste Russlands und westlich von Grönland. Die geschätzten Vorkommen sind riesig, aber die Angaben sind widersprüchlich und unzuverlässig.
Da sich fossile Energieträger nicht erneuern, wird es irgendwann ein globales Ölfördermaximum geben. Dann wird die Menge an förderbarem Erdöl ihren höchsten Stand erreicht haben. Da die Erdölreserven von großer wirtschaftlicher und geopolitischer Bedeutung sind, werden sie oft zu hoch eingeschätzt. MIT OFFENEN KARTEN erläutert die zum Teil heftigen Diskussionen darüber, wann es so weit sein wird.
Beitragslänge: 12.16 Minuten
Erstausstrahlung: November 2010
Video in französischer Sprache:
Aktuelle Nachrichten /News zum Thema: https://news.google.com/news/search/s...
Map der weltweiten Ölreserven nach Ländern: https://www.eia.gov/beta/internationa...
Spielfilme zum Thema:
Die vierte Revolution - https://www.youtube.com/watch?v=U8MwY...
Literaturnachweis: http://ddc.arte.tv/zur-das-thema/das-...
Original DVD/VOD in der ARTE Boutique:
Quelle: ddc.arte.tv/de

PEAK OIL deutsch Ölfördermaximum {17:24}

Am 20.08.2014 veröffentlicht 
Nature23
Erdöl

siehe auch:
- Der "Meister Schlag" der USA gegen Venezuela (Stella Calloni, Voltaire.net, 14.05.2018)
- Kriegsreporter im Jemen: “Es ist schwer neutral zu bleiben” (Al Sharmani-Armani, European Journalism Observatory, 04.05.2018)
- Der Krieg um die Vorherrschaft im Nahen Osten (Angelika Gutsche, Freitag-Community, 20.04.2018)
- Ressourcenkriege (Johannes Heinle, Sapereaude, 2018?)
- Gier nach Öl: Daniele Ganser zum Syrien-Krieg der NATO (Gero R. Rüger, NeoPresse, 27.07.2017)
- Der Angriff von Bush und Blair auf den Irak 2003 (aus: Daniele Ganser, Illegale Kriege: Wie die NATO-Länder die UNO sabotieren. Eine Chronik von Kuba bis Syrien, Orell Füssli Verlag, Zürich, 8. Auflage, 2017)
- Der Irakkrieg, das Öl und die Glaubwürdigkeit des Westens (Paul Schreyer, NachDenkSeiten, 19.07.2016)
Wesley Clark: „Es gab einen Putsch“ und „Wir werden 7 Regierungen stürzen“ (Post, 12.04.2015)

Samstag, 19. Mai 2018

Freitag, 18. Mai 2018

Krieg unter ziemlich besten Freunden: Gaddafi, Sarkozy und die Zerstörung Libyens

Korruption auf Regierungsebene, ein auf Lügen basierender Krieg und die Abgründe der Machtelite: Die Verhaftung eines dubiosen französischen Geschäftsmannes öffnet den Blick auf die skandalöse Vorgeschichte der Verwüstung Libyens.

Im Januar 2018 wird ein enger Vertrauter und Freund des früheren französischen Staatspräsidenten Nicolas Sarkozy auf Antrag der französischen Justiz in London verhaftet. Mit der Verhaftung des Geschäftsmannes Alexandre Djouhri holt Sarkozy, neben vielen anderen Untersuchungen, auch seine Vergangenheit auf dem libyschen Kriegsschauplatz ein. 
Zugleich bietet sich der Welt ein Bild der real existierenden Politik Europas, das so gar nicht dem Narrativ entspricht, welches den Wählern in jeder Tagesschau allabendlich präsentiert wird. Routinierte Journalisten und Talkshow-Politiker tun das, was die französische Justiz und Medien wie Mediapart [1] Le Monde oder Libération seit Jahren recherchiert haben, gerne als Verschwörungstheorie ab (dieser Begriff erspart eine Menge an Recherchen). 
Tatsächlich aber ist es der Blick in einen Abgrund, dessen Konturen seit Anfang des Jahres 2018 immer klarer hervortreten. Es ist auch ein Fallbeispiel dafür, wie mörderische und völkerrechtswidrige Kriege auch heute noch auch bei uns mit Propaganda-Kampagnen als notwendige Kriege, ja als humanitäre Interventionen verkauft werden. [2]
mehr:
- Krieg unter ziemlich besten Freunden: Gaddafi, Sarkozy und die Zerstörung Libyens (Malte Rauch, NachDenkSeiten, 16.05.2018)

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Nowitschok – »Nur Russland«?

Am Montag wurde der Leiter des tschechischen militärischen Forschungsinstituts in Brno gefeuert – auf Anweisung der Verteidigungsministerin Karla Šlechtová höchstpersönlich. Der entlassene Bohuslav Šafář hatte zuvor ausgesagt, dass das tschechische Militär in geringen Mengen Nowitschok herstellte und damit die Erklärungdes tschechischen Präsidenten Milos Zeman bestätigt. Gestern meldete dann auch noch das Investigativteam der Süddeutschen, dass auch der BND in den 90-ern im Besitz von Nowitschok war. Diese jüngsten Entwicklungen im Fall Skripal – der zum folgenreichsten Zerwürfnis zwischen dem Westen und Russland seit den Ereignissen auf der Krim 2014 eskalierte – illustrieren exemplarisch, dass die zentrale Frage nach der Herkunft des Nowitschok bis heute ungeklärt ist.
mehr:
- Ich selbst könnte Nowitschok herstellen (Jakob Reimann, NachDenkSeiten, 17.05.2018)

Mittwoch, 16. Mai 2018

Dirk Pohlmann: "Der duale Staat – Recht, Macht und Ausnahmezustand"

Dirk Pohlmann: "Der duale Staat – Recht, Macht und Ausnahmezustand" {2:06:59}

Gruppe42
Am 16.05.2018 veröffentlicht 
"Der Staat - das klingt in unseren Ohren nicht unbedingt freundlich, aber es klingt nach Recht und Ordnung. In der Schule und an der Universität erfahren wir von den ehernen Regeln der Demokratie. Gewaltenteilung, Rechtsstaat, Wahlen, parlamentarische Repräsentanz, alles scheint altehrwürdig und wohlgeregelt im Staats und Verfassungsrecht. Bis in die Details und bis in die letzten Winkel ist festgelegt, wer nach welchen Regeln für was zuständig und verantworlich ist. Dass daran nicht gerüttelt wird, dafür sorgt die Demokratie, sie bezeichnet sich selbst gerne als „wehrhaft“.
Da ist ein Begriff wie „Deep State“ oder „Dualer Staat“ störend. Er legt nahe, dass es neben dem bekannten, demokratisch legitimierten Staat noch einen anderen gibt, der nicht gewählt wird, der sich selbst ermächtig, der eingreift, wann es passt. Aber wann? Wer bildet ihn? Was tut er? Wann tötet er? Warum liest man darüber so wenig? Und warum beschäftigen sich „seriöse“ Medien damit eigentlich überhaupt nicht? Medien, Politiker und Universitätslehrer verweisen den Begriff des „parallelen Staates" gerne in den Bereich der „Verschwörungstheorien“.
Und doch ist er real. In allen Staatsformen, aber insbesondere in der Demokratie, gibt es im Unterschied zum normativen Ideal die realpolitische Existenz eines „Machtstaates“ oder „Maßnahmenstaates“, des "Deep State". Auch akademische Politologen und Rechtswissenschaftler haben sich damit beschäftigt, ausnahmslos Personen, die sich mit dem Widerspruch zwischen Realpolitik einerseits und der Idee des liberalen Rechtsstaates andererseits beschäftigt haben. Sie haben erkannt: Der „Deep State" hängt mit den Erfordernissen der Hegemonialmacht im „Grossraum“ zusammen.
Dementsprechend gibt es Länder, in denen der „Tiefe Staat“ Alltagswissen ist, z.B. die Türkei oder Italien. Dort ist die Realität des parallelen Staates so unübersehbar zutage getreten, dass auch Staatspräsidenten von ihm reden - müssen. Und es gibt Länder, in denen man in öffentlichen Ämtern nicht von ihm sprechen kann, ohne Reputation und Karriere zu riskieren.
Die staatstragenden Kräfte vieler Länder blenden diese Realität deshalb weiter aus. Oder sie versuchen es zumindest. Aber auch in diesen Ländern ist der „Deep State“ aktiv geworden. Nicht nur in Vasallenstaaten, sondern auch im Zentralreich des Hegemons selbst.
Anhand praktischer Beispiele legt der Journalist Dirk Pohlmann praktisch und theoretisch dar, was es mit dem "Deep State“ auf sich hat. Sein Vortrag ist eine Mischung aus staatsrechtlicher Analyse und Bericht, wann und wo der Deep State sichtbar geworden ist. Ein spannendes Thema, dessen Bedeutung kaum überschätzt werden kann. Es ist besser, darüber Bescheid zu wissen, als nur die Konsequenzen verständnislos erleben zu müssen.
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Quelle: NATO’s Sneak-behind Armies {Masterlist} (Adam Larson, The 12/7-9/11 Treadmill and beyond, 03.08.2008)

siehe auch:
- Gladio (Wikipedia)
- Stay-behind-Organisation (Wikipedia)
- Niccolò Machiavelli (Wikipedia)
- Ernst Fraenkel (Politikwissenschaftler) (Wikipedia)
- Der Sinn illegaler Arbeit (Ernst Fraenkel, Beiträge zum Widerstand 1933-1945, Gedenkstätte Deutscher Widerstand Berlin, ©2001, PDF)
- Die Transformation des Ausnahmezustands. Ernst Fraenkels Analyse der NS-Herrschaft und ihre politische Aktualität (Michael Wildt, Zeitgeschichte digital, 2011, PDF)
- Kursiv: Klassiker der politischen Literatur – Ernst Fraenkel: „Deutschland und die westlichen Demokratien“, Kohlhammer Verlag (Buchbesprechung von Rainer Kühn, Deutschlandfunk, 20.07.2009)
Hans Morgenthau (Wikipedia)
- Carl Schmitt (Wikipedia)
- Curtis E. LeMay (Wikipedia)
- Thomas S. Power (engl. Wikipedia)
Quelle: Thomas S. Power Quotes (azquotes.com)
ab Ende 1940er – US-Aufklärungsflüge über der UdSSR, großenteils als Provokation:

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On 6 May 1956 six reconnaissance bombers, flying abreast, crossed the North Pole and penetrated Soviet airspace in broad daylight as if on a nuclear bombing run. Any Soviet radar operator seeing the bombers would have no way of knowing that the mission was an act of espionage and not of war.[2]
[United States aerial reconnaissance of the Soviet Union, U-2 missions (engl. Wikipedia, abgerufen am 02.01.2019]
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- A Cold War RB-47E Over-Flight of the USSR (Harold Austin, rb-29.net, Datum unbekannt)
siehe auch:
- Secret Casualties of the Cold War (Paul Glenshaw, Air&Space, Dezember 2017)


Mehr als 150 vermisste US-Air-Force-Soldaten sind ein Teil der Bilanz des geheimen Luftkrieges der Supermächte, bei dem durchweg westliche Flugzeuge in sowjetischen Luftraum eindrangen. […] Westdeutschland war eine Art Basis für die amerikanische Spionagetätigkeit. […] 1956 folgt die U2 als hochfliegendes Geheimdienst-Fotoflugzeug, das russische Jäger wieder nicht erreichen können, mit Missionen über der Sowjetunion, um die dortige Bomberanzahl festzustellen. Es ergibt sich, dass die „Bomberlücke“, die zahlenmäßige Überlegenheit der russischen Bomber, eine reine Propagandaerfindung ist. […] Die Überflüge waren provokativ genug, um den Dritten Weltkrieg heraufzubeschwören. Neue Dokumente widersprechen der These von den völlig eigenmächtigen Handlungen höchster Air-Force-Offiziere ohne Wissen des amerikanischen Präsidenten und sie werfen viele Fragen auf, u. a. die, welchen Sinn es hatte, US-Aufklärer, die äußerlich nicht von identischen Atombombern zu unterscheiden waren, in Formation die Sowjetunion überfliegen zu lassen.
[Tödliche Aufklärung: Abschuss über der Sowjetunion, Wolf-Dieter Roth, Telepolis, 3008.2005]

1956 – Project Homerun:
Project HOMERUN (engl. Wikipedia)


Der geheime Luftkrieg der Supermächte - Abschuss über der Sowjetunion - ZDF-History {44:12}

Iris Sahnewas
Am 23.04.2013 veröffentlicht 
Die Aufklärungsflüge der Amerikaner in den Luftraum des Ostblocks waren weitaus zahlreicher als behauptet. In der Luft wurde der Kalte Krieg mit Kameras, Bordkanonen und Raketen weitergeführt. Es gab Abschüsse, Gefangennahmen und Tote.
Mehr als 150 vermisste US-Air-Force-Soldaten sind Teil der Bilanz des geheimen Luftkrieges, bei dem durchweg westliche Flugzeuge in den sowjetischen Luftraum eindrangen.
Im April 1950 hat Anatolij Gerasimov den US-Aufklärer PB 4Y2 im Visier seines sowjetischen Jagdflugzeuges. Gerade hat ihm der Pilot des amerikanischen Spionageflugzeugs noch zugewinkt. Dann dreht dieser Richtung Westen ab. Von der Bodenleitstelle erhalten Gerasimov und drei weitere Jagdpiloten den Feuerbefehl. Ein Kugelhagel bringt die amerikanische Maschine zum Absturz. Es ist der erste Abschuss in einer langen Reihe von geheim gehaltenen Zwischenfällen - viele davon mit tödlichem Ausgang.
SENDETERMIN
Di, 28.08.12, 12.00 Uhr
Westdeutschland war dabei eine Art Basis für die amerikanischen Spionageflüge. Im Film kommt das bedrohliche Ausmaß der von russischer wie amerikanischer Seite lange verschleierten Operationen wie das Absetzen von Agenten bei Nachtflügen und geheime Einsätze zur Zielkartenerstellung für einen Nuklearangriff zur Sprache, von Beteiligten in beeindruckenden Aussagen belegt. Neue Dokumente werfen viele Fragen auf, u.a. welchen Sinn es hatte, US-Aufklärer, die äußerlich nicht von Atombombern zu unterscheiden waren, in Formation die Sowjetunion überfliegen zu lassen. Die Flüge waren provokativ genug, um den Dritten Weltkrieg heraufzubeschwören.

1957 – Sputnikschock – Raketenlücke:
Ein Meisterstück der Propaganda des militärisch-industriellen Komplexes: Die Raketenlücke (15.03.2015)
1957 – Französisch-israelisches Geheimabkommen über die Unterstützung des Baus eines Forschungsreaktors im Kernforschungszentrum Negev durch Frankreich:
Israelische Atomwaffen, Israelisches Atomwaffenprogramm (Wikipedia)
1958 – Großbritannien verkauft 20 Tonnen überschüssiges schweres Wasser an die israelische Atomenergiebehörde:
Israelische Atomwaffen, Israelisches Atomwaffenprogramm (Wikipedia)
seit 1958 – Force de dissuasion nucléaire:
- Force de frappe (Wikipedia)
1961 – Gary Powers abgeschossen:
Francis Gary Powers (Wikipedia)
1962 – Frankreich stellt Uranlieferungen an Israel ein:
Israelische Atomwaffen, Israelisches Atomwaffenprogramm (Wikipedia)
1962 – Kubakrise:
Kubakrise (Wikipedia)


Thirteen Days (2000) german Trailer {2:31}
SpeedBottles
Am 05.01.2012 veröffentlicht 
Der US-amerikanische Spielfilm Thirteen Days ist ein Polit-Thriller aus dem Jahr 2000, der sich mit den 13 Tagen der Kubakrise aus der Sicht der Amerikaner beschäftigt. Der Film ist eine Mischung aus Dokumentation und Thriller und orientiert sich weitgehend an historischen Fakten. Die Hauptpersonen des Films sind der politische Berater John F. Kennedys, Kenneth „Kenny" O'Donnell, gespielt von Kevin Costner, Präsident John F. Kennedy selbst, dargestellt von Bruce Greenwood, und dessen Bruder Robert „Bobby" Kennedy, gespielt von Steven Culp. Regie führte Roger Donaldson.
Eines schönen Tages, hoch oben über Kuba. Ein amerikanisches U2 Aufklärungsflugzeug macht Aufnahmen von Objekten, die sich später als sowjetische ballistische Boden-Boden Mittelstrecken-Raketen der Klasse "SS4" herausstellen, die die Sowjets in den letzten Tagen angefangen haben aufzustellen.
Der Status Quo wird von dieser Aktion der Sowjets in J.F. Kennedys Augen stark erschüttert. Darüberhinaus befinden sich die USA jetzt in unmittelbarer Gefahr die von diesen stationierten Raketen ausgeht.
Begleitet von seinem Bruder Bobby, seinem Special Advisor Kenny O'Donnel (Kevin Costner) und seinen Ministern kämpft sich JFK (Bruce Greenwood) durch eine politische Schlacht, durchzogen von diplomatischen Gratwanderungen bei denen die Eskalation der Dinge (und somit ein möglicher dritter Weltkrieg) eine ständige Bedrohung darstellt und auch die eigenen Minister Kennedy meist ungewollt einige Steine vor die Füße werfen.
Während dem ständigen hin und her schaukeln der politischen Situation und der abweisend-aggressiven Haltung der Sowjetunion rückt die Komplettierung der Raketenstellungen auf Kuba immer näher und die amerikanische Regierung gerät zunehmend unter Druck.
Die Welt steht an der Schwelle zum Atomkrieg.....


1963 – John F. Kennedy erfährt im Nationalen Sicherheitsrat die zu erwartenden Opferzahlen bei einem nuklearen Schlagabtausch mit der Sowjetunion:
In Osteuropa – außerhalb der Sowjetunion - wurden insgesamt etwa 100 Millionen Tote erwartet. Es könnte weitere 100 Millionen Tote aufgrund des Fallout in Westeuropa geben, je nach dem, wie der Wind weht (vor allem eine Frage der Jahreszeit). Unabhängig von der Jahreszeit wurden mindestens weitere 100 Millionen Tote vom Fallout in den meist neutralen Ländern um den Sowjetischen Block und China angenommen: Finnland, Österreich, Afghanistan, Indien, Japan und anderswo. Finnland zum Beispiel würde vom Fallout der Bodenexplosionen in den sowjetischen U- Boot-Bunkern in Leningrad ausradiert. (Die Gesamtzahl der Opfer – verwundeten und getöteten – war nicht erfragt worden und wurde nicht angegeben, ebenso wenig die Zahl der Opfer eines sowjetischen Gegenschlages.)2
Die Zahl der Opfer eines US-Erstschlags vor allem auf die Sowjetunion und China wäre, nach der Berechnung der Vereinigten Stabschefs, etwa 600 Millionen Tote. Einhundert Holocausts.
***
Ich erinnere mich, was ich dachte, als ich dieses Blatt Papier mit dem Diagramm in der Hand hielt. Ich dachte, dieses Papier dürfte nicht existieren. Nicht in Amerika, nicht anderswo, niemals. Es zeigte ein Übel, das über alle bisher existierenden menschlichen Vorhaben hinausging. Es sollte nichts auf der Erde geben, nichts reales, was damit in Verbindung stand.
[100 Holocausts: Ein Insiderbericht über die US-Atomwaffenpolitik Daniel Ellsberg, Online 10. September 2009, gefunden auf planwirtschaft.wordpress.com]
siehe auch:
- 141. Summary Record of the 517th Meeting of the National Security Council (Washington, 12.09.1963, Office of the Historian)


1964 – verrückte amerikanische Generale:
WeltvernichtungsmachineDr. Seltsam oder: Wie ich lernte, die Bombe zu lieben {3:37}

Duc
Am 31.01.2017 veröffentlicht 
Achtung! Dieses Video dient als Material für den Unterricht.
Die Weltvernichtungsmaschine in Stanley Kubrick's Satirefilm über den Kalten Krieg aus dem Jahre 1964(!) ist ein Paradebeispiel für das Chicken Game. Auch bekannt als Brinkmanship in der Politik. Bezug findet der Film auch zum sozialpsychologischen Thema des soziales Dilemmas.
Dieses Video wurde erstmals in einem Diskussionsforum im Modul Sozialpsychologie der Humboldt Universität zu Berlin vorgestellt.

1967 – Erste israelische Atombome:
Israelische Atomwaffen, Israelisches Atomwaffenprogramm (Wikipedia)
- Das Phantom von Dimona (Erich Follath, SPON, 26.01.2004)

Israel und die Bombe - Ein radioaktives Tabu Doku (2012) {51:42}

Pepe Borama
Am 03.04.2018 veröffentlicht 
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zuletzt aktualisiert am 02.01.2018