Samstag, 23. Juli 2016

Wüstenflüsse, wie ein Diktator verrückt wird, westliche Werte und ein moderater Moderator

Ein Qanat, (arabisch قناةDMG Qanāh, auch Kanat) ist eine traditionelle Form der Frischwasserförderung meist in Wüstengebieten, um Trink- und Nutzwasser aus höher gelegenen Regionen zu beziehen. Ein Qanat besteht aus einem Mutterbrunnen, mehreren vertikalen Zugangsschächten und dem Qanat-Kanal. Der Qanat-Kanal ist ein Stollen, der mit geringem Gefälle vom Mutterbrunnen über die Zugangsschächte bis zum Qanat-Austritt führt. [Qanat, Wikipedia]
Der Ursprung der Qanat-Wassergewinnung liegt vermutlich vor über 2000 v. Chr. im Raum des heutigen Iran, wobei erste schriftliche Hinweise in einem Bericht über einen Feldzug Sargons II. (722 bis 705 v. Chr.) stammen. Vor allem am Rande der Wüsten Lut und Kavir wird heute noch auf diese Art Wasser gewonnen. Als eines der frühesten Qanate kann jenes von Zavareh gelten, das über 5000 Jahre alt ist. Ein anderes Beispiel ist das Qanat von Gonabad, mit einem Mutterbrunnen von 350 m Tiefe und einem Alter von über 2500 Jahren.Von Iran aus verbreitete sich die Technik der unterirdischen Bewässerungskanäle vor allem über die Seidenstraße in der Antiken Welt und erreichte nach der ersten persischen Eroberung im Jahr 525 v. Chr. Ägypten. Qanatsysteme sind beispielsweise in der Oase Charga nachgewiesen. Später breitete sich diese Technik auch in das Römische Reich aus, wo jedoch die Technik der Aquädukte maßgebender war. Ein Beispiel für eine römische Qanat-Leitung wurde in Brey am Rhein entdeckt, noch weiter nördlich, im Kreis Düren liegt mit 1660 m das längste Wassertunnelbauwerk nördlich der Alpen, das auf diese Weise gebaut wurde: der Drover-Berg-Tunnel.

Technologische Verbreitung der Qanate
In Gegenrichtung breitete sich die Technik bis in das nördliche Indien aus, wie Megasthenes etwa 300 v. Chr. berichtet. Doch auch in China sind sie zu finden, z. B. im Bewässerungssystem von Turfan. Mit den Arabern erfuhren die Qanate eine Ausbreitung nach Algerien, Marokko, Sizilien (z. B. die Qanate von Palermo), schließlich Spanien und von hier nach Südamerika.  [Qanat, Geschichte, Wikipedia]
Historisch waren allein im Iran zur Zeit des Perserreichs zwischen 40.000 und 50.000 Qanate gleichzeitig aktiv. Viele antike Qanatsysteme wurden aber aufgegeben und verfielen. Sie wurden in jüngster Vergangenheit im Rahmen von Befliegungen wiederentdeckt. Heute werden im Iran ca. 20.000 bis 25.000 Qanate unterhalten. Diese haben eine Transportleistung von durchschnittlich gut 2.000 bis maximal 35.000 Kubikmeter pro Tag. Zur Zeit des Perserreichs bestand ein Durchfluss von rund 1.000 m³/sec (32 Mrd. m³/Jahr), was etwa dem dreifachen der Elbe in Dresden entspricht. Hatte man keinen permanenten Aquifererreicht, so konnte der Durchfluss je nach Jahreszeit stark schwanken. Genutzt wurde das Wasser als Trinkwasser, der überwiegende Anteil fand jedoch als Nutzwasser in der Oasen-Landwirtschaft Verwendung und machte diese damit in den ansonsten ariden Gebieten erst möglich; denn Alternativen zu den Qanaten gab es in den entsprechenden Gebieten kaum. [Qanat, Anzahl und Rolle, Wikipedia] 

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Underground Power Plants in Iran; Qanats [6:50]

Veröffentlicht am 03.12.2012
This segment of Iran features Pedram Khodadadi's report about underground power plants in Iran, Qanats. Qanats, developed by Iranians, are the underground system dug by hand to bring water into the houses of those people living in arid and semi-arid conditions. 

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QANATS OF IRAN [9:24]

Hochgeladen am 25.06.2009
A qanat (from Arabic: قنات‎) or kareez (from Persian: كاريز‎) is a water management system used to provide a reliable supply of water to human settlements or for irrigation in hot, arid and semi-arid climates. The technology is known to have developed in ancient Persia, and then spread to other cultures, especially along the Silk Road as far east as China as well as by Arabic cultures as far west as Morocco and the Iberian Peninsula. Qanats are constructed as a series of well-like vertical shafts, connected by gently sloping tunnels. This technique: Taps into a subterranean water in a manner that efficiently delivers large quantities of water to the surface without need for pumping. The water drains relying on gravity, with the destination lower than the source, which is typically an upland aquifer. Allows water to be transported long distances in hot dry climates without losing a large proportion of the source water to seepage and evaporation. It is very common in the construction of a qanat for the water source to be found below ground at the foot of a range of foothills of mountains, where the water table is closest to the surface. From this point, the slope of the qanat is maintained closer to level than the surface above, until the water finally flows out of the qanat above ground. To reach an underground aquifer qanats must often be of extreme length. The qanat technology was used most extensively in areas with the following characteristics: An absence of larger rivers with year-round flows sufficient to support irrigation. Proximity of potentially fertile areas to precipitation-rich mountains or mountain ranges. Arid climate with its high surface evaporation rates so that surface reservoirs and canals would result in high losses An aquifer at the potentially fertile area which is too deep for convenient use of simple wells. http://en.wikipedia.org/wiki/Qanat«

sishe auch:
- Iran und seine segensreiche Fülle landwirtschaftlicher Kulturen - Teil 10 (Iran German Radio, 02.10.2014)
- The Qanats of Iran (H. E. Wulff, Scientific American, April 1968, gefunden auf users.bart.nl)
- Qanate: Bewässern wie im Altertum (Gerhard Kortum, Unizeit 29, 09.04.2005)

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Das Great-Man-Made-River-Projekt (GMMRP oder GMMR, dt. Großes menschengemachtes Fluss-Projekt) in Libyen war das weltweit größte Trinkwasser-Pipeline-Projekt für eine bessere Wasserversorgung von Bevölkerung und Landwirtschaft.In den vier Meter hohen Rohren[1] wird fossiles Grundwasser aus tief liegenden Speichergesteinen des Nubischen Sandstein-Aquifer, dem Kufra-Becken, Sirt-Becken, Murzuk-Becken, Hamadah-Becken und Jufrah-Becken der Wüste Sahara in Richtung der libyschen Mittelmeerküste geleitet und versorgt bereits seit einigen Jahren die beiden Großstädte Tripolis (seit 1996) und Benghasi sowie die gesamte Küstenregion mit Wasser. Die Pipeline verläuft parallel zu großen Teilen der Küste Libyens und transportiert täglich mehr als 6 Mio. m³ Trinkwasser. Die Wasser- und die damit verbundene Lebensqualität hat sich seitdem dort erheblich verbessert.Die angezapften Reservoire haben keine Zuflüsse, es handelt sich hier also um den Verbrauch einer nicht erneuerbaren Ressource. Wie lange die Wasserreserven ausreichen werden, ist strittig. Nach Kalkulationen der damals amtierenden libyschen Regierung Gaddafi reichte die fossile Wassermenge mindestens noch 4.000 bis 5.000 Jahre.[2]Optimistische Schätzungen sprechen heute von bis zu 250 Jahren Nutzungsdauer, internationale Experten dagegen von 30 bis 50 Jahren bei maximaler Fördermenge. [Great-Man-Made-River-Projekt, Wikipedia]

- The Great Man-Made River: Year In Review 1996 (Charlotte Blum, Encyclopedia Britannica, Datum unbekannt)
Zitat:
The pipeline itself was the largest in the world with a diameter of 4 m (13 ft). It was being manufactured on-site in Libya at a factory that had been built especially for the purpose. The pipe, manufactured in 7-m (23-ft) sections, was made up of layers of concrete and steel plates, and the sections were laid by specially made cranes, which were capable of lifting as much as 200 metric tons. Some 13,000 people were working in Libya on the project at any one time, 2,500 of them in the pipeline-construction plant. GMR1 was capable of transporting 2 million cu m (70.6 million cu ft) of water per day. In 1996 only a quarter of the capacity was used, but volumes were expected to increase with the completion of an ongoing program to drill more water wells.

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Doku Libyens Wüstenwasser - Der künstliche Fluss durch die Sahara - Great Man Made River Libya [50:03]

Hochgeladen am 30.03.2011
Great-Man-Made-River Projekt

Über Libyens "Weltwunder", das GMMRP: Great Man Made River-Projekt. Pipelines zur Wasserversorgung der libyschen Städte und landwirtschaftlicher Nutzflächen.

Anfang der 1960er Jahre wurde in Libyen erstmals Erdöl gefunden, die Ausbeutung der Vorkommen begann. Damit verbunden war die intensive Suche neuer Lagerstätten. Die Erkundung wurde bis tief in die Sahara ausgedehnt. Sozusagen als Nebenresultat dieser Explorationstätigkeit stießen die Bohrtrupps damals auf reiche Süßwasservorkommen, deren Umfang für aride Zonen, wie sie der größte Teil Libyens darstellt, die Ausbeutung geradezu unabdingbar erscheinen lassen.

Mit diesen Wasserreserven nahmen Pläne Gestalt an, dass Libyen eines Tages die Versorgung seiner Bevölkerung mit landwirtschaftlichen Produkten aus eigenem Aufkommen sichern kann und darüber hinaus diese Erzeugnisse exportiert.
Ursprüngliche Vorstellungen zur Errichtung riesiger Farmen in der Wüste nahe der Brunnen ließen sich nicht verwirklichen. Die Alternative war die Fortleitung des Wassers aus den Brunnenfeldern in die Küstenregionen, um die dort vorhandene Landwirtschaft zu vervielfachen.

Die zu transportierenden Wassermengen bewegen sich nach Abschluss der Arbeiten in Größenordnungen von über 2 Mio. Kubikmeter pro Tag, damit erscheint die Bezeichnung des Leitungssystems als größten von Menschenhand geschaffenen Fluss als gerechtfertigt. Dieses Projekt wird von dem libyschen Revolutionsführer Muammar el Gaddafi auch als 8. Wunderwerk der Welt bezeichnet und gilt bis heute als die größte Baustelle der Welt.

Das große Projekt "Fluss durch Menschenhand" startete im Januar 1984 nach anderen Berichten zufolge ab September 1984. Es transportiert die Wassermassen von Kufra und den Sareer Reservoirs unterirdisch zu den Küstengebieten Bengasi, Sirte und Tripolis. Das Wasser stammt aus riesigen unterirdischen Seen, die sich als Folge der abtauenden Gletscher nach der letzten Eiszeit gebildet haben. Das kostbare Süßwasser kommt aus 2.000 m Tiefe und ist 20.000 bis 30.000 Jahre alt. Die Versorgung der Bevölkerungszentren geschieht über ein riesiges Netzwerk von Pipelines, das nach Beendigung der Arbeiten ca. 3.380 km umfassen wird. Zwei spezielle Rohrfabriken wurden in Brega und der Sarir Region gebaut, um sicherzustellen, dass immer genügend Leitungsmaterial für das Projekt vorhanden ist. Diese Rohrstücke wiegen zwischen 73 und 78 Tonnen und haben einen Durchmesser von 4 m und sind jeweils 7,25 m lang. Dieses Jahrhundertprojekt beinhaltet drei Phasen: In der ersten Phase werden Pipelines von Tazerbon und Sarir im Süden nach Adjedabia im Norden verlegt. In der zweiten Phase werden 2 Millionen Kubikmeter Wasser täglich von den Brunnen der Fezzan - Region zuzüglich weiterer 500.000 Kubikmeter aus den Hasawna-Bergen transportiert. In der dritten Phase werden noch einmal 1,68 Millionen Kubikmeter zu den ersten zwei Phasen dazukommen.

Für das große Projekt mussten 960 Brunnen mit einer Tiefe von 450 bis 650 Meter gebohrt werden. Dieses Netz von Brunnen bedeckt eine Fläche von 8000 qkm. Jedes Rohrsegment ist mit 18 km carbonisiertem Metalldraht umsponnen. Das bedeutet allein für die erste Phase wurde eine Menge Draht verbraucht, mit der man den Globus 230-mal einwickeln könnte. Die Wasserreserven im Kufrabecken entsprechen der Wassermenge, die in 220 Jahren den Nil herunter fließen. Nach Fertigstellung des Projekts werden jeden Tag Wassermassen transportiert, die der Hälfte des weltweit geförderten Erdöls entsprechen. Mit den Sand und den Steinen, die für die Produktion der Rohrleitungen benötigt werden, hätte man 16-mal die ägyptische Pyramide von Gizeh bauen können. Der verbrauchte Zement hätte für eine Autobahn von Tripolis bis Bombay gereicht. Experten sagen voraus, dass die libysche Bevölkerung bei einen täglichem Wasserverbrauch von 6 Millionen Kubikmetern pro Tag für über 50 Jahre versorgt sein wird.

Hier Weiter lesen:  http://libyen.com/Wirtschaft/Great-Ma...

Adresse:

Great Man Made River (GMMR)
Tripoli, Libya
P.O. BOX. 81188
TEL. +218/213336704
FAX. +218/214445012

http://www.nodig-bau.de/praxisbericht...

http://de.wikipedia.org/wiki/Great-Ma...

der wahre Kriegsgrund: Libyen und das Great-Man-Made-River-Projekt (Rettung der dritten Welt

Hier weiter lesen:  http://indiz1ert.wordpress.com/2011/0...

siehe auch:
- Das Geheimnis des Wüstentunnels (Peter Münder, Spiegel Special, 1998)
Zitat:
Der Bau-Ingenieur und Sprengmeister aus dem westfälischen Geseke läßt Kieselsteine und Bausand durch seine Hand rieseln und zeigt auf ein gigantisches, kreisrundes Wasserbecken: "So ein großartiges Projekt gibt es auf der ganzen Welt nicht noch einmal."

Unverkennbar stolz ist Ludolph auf seine Mitarbeit an einem der größten und mit 25 Milliarden Dollar auch der teuersten zivilen Bauvorhaben der Erde: Das Wasserreservoir in der Nähe von Bengasi gehört zum Projekt "Great Man Made River" (GMMR), mit dem Libyens exzentrischer Staatschef Muammar el-Gaddafi in die Weltgeschichte als Volksbeglücker eingehen will.
Mit Hilfe der Petrodollar-Millionen will Gaddafi ein "achtes Weltwunder" schaffen: Riesige Röhren sollen fossile Wasservorräte aus dem Süden des Landes über bis zu 2000 Kilometer in die großen Städte an der Mittelmeerküste schaffen - und zugleich eines Tages die Bewässerung von Kornfeldern und Obstplantagen in der Wüste ermöglichen.

Gaddafi, dem Westen verhaßt als Erbauer von Giftgasfabriken, Förderer ungezählter Terroristenzirkel und mutmaßlicher Hintermann des Lockerbie-Attentats von 1988, nutzt das GMMR-Projekt, um sich der Welt als Vertreter friedlicher Absichten zu präsentieren - als Mann, dessen Devise "Wasser marsch!" heißt und nicht mehr "Feuer frei!"

Vor allem die Amerikaner tun sich schwer, ihm diese Wandlung abzunehmen. Die US-Regierung argwöhnt, das GMMR-Projekt mit seinen aufwendigen unterirdischen Röhrensystemen nebst bunkerartigen Sammelbecken diene insgeheim militärischen Zwecken: In den vier Meter breiten Röhren, die sich durch das Land ziehen sollen, ließen sich Schienen verlegen, über die eines Tages Panzer und Mannschaften bis an die Landesgrenzen transportiert werden könnten.

Hatte Gaddafi, so fragen sich US-Experten, nicht schon lange den nordkoreanischen Hardliner Kim Il Sung bewundert, der geheime militärische Projekte meist in unterirdischen Tunnelsystemen untergebracht hat, perfekt abgeschirmt gegen alle Überwachungssatelliten? Ende letzten Jahres zitierte die "New York Times" einen US-Militärexperten: "Wenn Sie hören, Saddam Hussein baut ein riesiges Tunnelsystem, das bis an die Grenze zu einem verfeindeten Nachbarstaat reicht, würden Sie dann nicht auch mißtrauisch werden? Das ist bei Gaddafi genauso."
 
mein Kommentar:
Der Verdacht des Militärexperten (was machen Militärexperten? Sie verdienen ihr Geld, indem sie Veracht äußern) erinnert mich an den – wahrscheinlich fiktiven – Funkverkehr der Polizeizentrale Berlin im Jahr 1967:
Zentrale an Dora 3: Feststellen, ob die Verschwörer in dem Laden auch Milchpulver gekauft haben. Wichtig!
Zentrale an Labor: Feststellen, was die Verschwörer mit Milch, Eier, Mehl und Puddingpulver machen können. 
Labor an Zentrale: Pudding.
Zentrale an Waffenexperten: Ermitteln, wozu die Verschwörer den ganzen Joghurt brauchen könnten.
Gustav 4 an Zentrale: Die Verschwörer haben im Supermarkt Zucker und Zimt besorgt. Erbitten weitere Anweisungen.
Zentrale an Gustav 4: Feststellen, ob auch Grieß. [aus Pudding-Mörder (Wolfgang Ebert, ZEIT-Archiv, 14.04.1967)]
ein Ausschnitt aus obigem Artikel und noch weitere hochoffizielle Absurditäten aus dem Dunstkreis des Todes von Benno Ohnesorg in:
68er-Revolte und Ukraine-Krise: Die Identität des Westens und der Kampf um die Deutunghoheit oder Der Unterschied zwischen Pudding und Sprengstoff (Post, 27.06.2015) 

- Das „Great-Man-Made-River“-Projekt (Erich Johann Papp, Forum Gas Wasser Wärme 1/2007, Nodig Bau)
- Bewässerung: Sahara-Wasser für Libyens Küste (Marin Gehlen, ZON, 27.12.2010)
- Das Great-Man-Made-River-Projekt (Angelika Gutsche, Freitag Community, 13.05.2015)
Zitat:
Umso schockierender waren die Nachrichten, dass dieses wichtigste unter den Infrastrukturprojekten Libyens im Juli 2011 Ziel eines Bomben-Angriffes durch die NATO-Staaten geworden ist. Nachdem bereits die Wasserleitung von Brega durch Bomben getroffen wurde, bombardierte die NATO am 22. Juli die in der Nähe gelegene Fabrik, in der die Röhren für die Wasserleitungen hergestellt wurden, und zerstörte große Teile der Anlage. Bei dem Angriff kamen auch sechs Sicherheitskräfte des Werks ums Leben. Als Vorwand für den Angriff gab die NATO bei einer Pressekonferenz am 26. Juli 2011 in Neapel an, es hätte sich bei dem angegriffenen Ziel um militärische Versorgungseinrichtungen gehandelt und in der benachbarten Betonfabrik seien bewaffnete Gaddafi-Kräfte mit Raketenabschussvorrichtungen gesichtet worden. Allerdings geht aus damaligen Google-Earth-Aufnahmen eindeutig hervor, dass es sich bei den fraglichen Bauwerken um eine Röhrenfabrik und keinesfalls um militärische Einrichtungen handelte. Dass die Angreifer wussten, was das Ziel ihres Angriffs war, lässt auch die Äußerung des Rebellensprechers Shamsiddin Abdulmolah in einem Interview vier Tage vor der Bombardierung des Röhrenwerks vermuten: „Ihre [Gaddafis Kämpfer, die sich in Brega aufhielten] Lebensmittel- und Wasserversorgung wird gekappt und sie werden nicht mehr schlafen können.“ Sollte also die Zerstörung des Röhrenwerks auch dazu dienen, die Reparatur der Wasserpipeline nach Brega zu verhindern?

Die in der Fabrik produzierten Stahlbetonröhren werden dringend benötigt, um Rohre von defekten Leitungen, deren Länge insgesamt über 4.000 Kilometer misst, bei Reparaturen austauschen zu können. Die Funktionsfähigkeit des Röhrenwerks ist somit für die Versorgung des ganzen Landes mit Wasser von größter Wichtigkeit. Mit dem Flugzeugangriff auf das Röhrenwerk hat sich die NATO unmissverständlich eines Verstoßes gegen das internationale Recht schuldig gemacht, das den Angriff auf Ziele, die der zivilen Infrastruktur und Versorgung der Bevölkerung dienen, als Kriegsverbrechen einstuft. In Paragraph 54 heißt es: „Das Angreifen, Zerstören, Entfernen oder Abschalten benötigter Objekte, die für das Überleben der Zivilbevölkerung unverzichtbar sind, ist verboten.“ Einen Monat nach dem Angriff auf das Great-Man-Made-River-Projekt war mehr als die Hälfte Libyens ohne Fließendwasser.
- NATO bombs the Great Man-Made River (Human rights investigations, 27.07.2011)
- Folgen "humanitärer Interventionen" ‒ das Beispiel Libyen (Joachim Guillard, Nachgetragen, 06.12.2015, als PDF)
Zitat:
Ab 2008 begann die libysche Führung die Verträge mit ausländischen Konzernen noch stärker an den nationalen Interessen auszurichten. Sie verlangten höhere Abschlussgebühren sowie einen wesentlich höheren Anteil des Gewinns und ließen die lokalen Tochterfirmen der Öl-Multis verpflichten, eine bestimmte Zahl Libyer auszubilden und zu denselben Bedingungen wie die eigenen Angestellten anzustellen. Die neuen Bedingungen schmälerten die Gewinnaussichten um Milliarden. Libyen sperrte sich zudem gegen stärkere Ausweitung der Produktion.

Nicht nur hier versprachen die libyschen „Rebellen“ rasche Abhilfe: die Öffnung der übrigen Wirtschaft und des Bankwesens, sowie der Wiederaufbau der zerstörten Infrastruktur verhießen auch außerhalb von Öl und Gas Milliarden-Geschäfte. Begehrlichkeiten weckten z.B. allein schon die 150 Milliarden Dollar Auslandsguthaben, die der IWF angesichts der Schulden anderer Staaten 2010 als geradezu anrüchig moniert hatte. Auch das einzigartige Wasserprojekt, durch das die Küstenstädte mit den unter der Sahara liegenden Grundwasservorräten versorgt werden, das „Great Man-Made River“-Projekt, würde in den Händen von privaten Konzernen wie Veolia enorme Gewinne bringen. 4000 Kilometer Pipelines mit dem Durchmesser von Straßentunneln bringen heute bereits 6,5 Millionen Kubikmeter pro Tag zu den Verbrauchern. Bei den aktuellen Wasserpreisen von 2 Euro und mehr könnten problemlos Einnahmen von über 4 Milliarden Euro pro Jahr erzielen – und das Jahrhunderte lang.

- Operation Nordafrika – Die Nato-Bestien sind gekommen - Wie einem Land Nordafrikas die 'Menschenrechte' gebracht werden (Anneliese Fikentscher, Andreas Neumann, Arbeiterfotografie, 18.11.2011)
Zitat:
Von der Nato wurde ein Land überfallen, das sich mit einem Jahrzehnte währenden Projekt, dem „Great-Man-Made-River-Projekt“, in einer Wüstenregion eine einzigartige Wasserversorgung für Bevölkerung und Landwirtschaft geschaffen hatte. [4]

Von der Nato wurde ein Land überfallen, das dabei war, Afrika mit einem eigenen Kommunikationssatelliten, einer eigenen Investmentgesellschaft, einer eigenen Zentralbank (Sitz Nigeria), einem eigenen Währungsfonds (Sitz Kamerun) und einer eigenen Entwicklungsbank (Sitz Tripolis) aus der brutalen Abhängigkeit von Weltbank und Weltwährungsfonds zu befreien. [5][6]
Was der Normalbürger über die Menschenrechte erfährt

Libyen sollte im März 2011 von den Vereinten Nationen sogar mit einem Menschenrechtspreis ausgezeichnet werden - wie der italienische Filmemacher Fulvio Grimaldi bei seiner Reise durch Deutschland im Oktober 2011 berichtete. [7] Anmerkung: Das entspricht einem am 14.11.2011 bei libyanfreepress [8] bzw. am 22.6.2011 bei mathaba [8b] erschienenen Artikel. Eine offizielle Quelle, die den Sachverhalt bestätigen würde, ist nicht (mehr) ausfindig zu machen. Normalerweise vergeben die Vereinten Nationen alle fünf Jahr einen Menschenrechtspreis - das nächste Mal 2013.
[…]
Doch der Normalbürger in den „westlichen“ Staaten erfährt von alldem nichts - und wenn, dann mit einem propagandistisch gefärbten, diffamierenden Unterton. Auch die deutsche Linke und die deutsche Friedensbewegung informiert darüber fast nicht. Eine der ganz wenigen positiven Ausnahmen findet sich in einem Artikel von Joachim Guilliard mit seiner Bezugnahme auf den Bericht des UN-Menschenrechtsrats [11] - sonst fast durchweg gähnende Leere. IMI: Fehlanzeige. DFG-VK: Fehlanzeige. Friedenskooperative: Fehlanzeige. Und Parteien wie die GRÜNEN und die SPD verschließen sich nicht nur. Sie beziehen eindeutig Gegenposition – das heißt Position für den Krieg.  
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Muammar Muhammad Abdassalam Abu Minyar al-Gaddafi oder Muʿammar Muhammad Abdassalam Abu Minyar al-Qaddhafi (arabisch معمر القذافي Muʿammar al-QaddhāfīDMG Muʿammar al-Qaḏḏāfī  audio?/i; * offiziell 19. Juni 1942 in Sirte; † 20. Oktober 2011 in oder bei Sirte[1]) war seit einem unblutigen Militärputsch vom 1. September 1969 bis 1979 das Staatsoberhaupt von Libyen. Als Revolutionsführerbestimmte er von 1979 bis 2011 diktatorisch die Politik Libyens.
Gaddafi war der am längsten regierende Herrscher in Libyen und einer der am längsten herrschenden Machthaber außerhalb von Monarchien überhaupt,[2] sodass etwa 80 Prozent der zum Zeitpunkt seines Todes lebenden Libyer unter seiner Herrschaft geboren wurden.[3] Gaddafi sicherte seinen Machterhalt auch durch ein rentenökonomisches, auf den Exporterlösen von Erdöl und -gas beruhendes Verteilungssystem nach innen ab.[4] Außerdem instrumentalisierte und politisierte er die Stämme, nach dem Prinzip: Teile und herrsche.[5]Im Februar 2011 kam es zu landesweiten Aufständen in Libyen; gegen Ende des Monats verlor Gaddafi die Kontrolle über weite Teile des libyschen Ostens an Rebellen.[6] 
Im März begannen nach einer UN-Resolution die Vereinigten Staaten, Kanada und mehrere westeuropäische Staaten mit Luftangriffen auf Libyen mit dem Ziel, eine Flugverbotszone durchzusetzen (Internationaler Militäreinsatz in Libyen 2011). Seit dem 27. Juni 2011 wurde Gaddafi als mutmaßlicher Kriegsverbrecher und wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit weltweit mit Haftbefehl gesucht.[7] Seit dem 22. August 2011 galt er als abgesetzt und wurde von der neuen Regierung polizeilich gesucht. Am 20. Oktober 2011 wurde Gaddafi getötet. Die genauen Todesumstände sind nach unabhängigen Quellen weiterhin nicht aufgedeckt und bleiben zweifelhaft.[8][9] [Muammar al-Gaddafi Wikipedia] 


Nach dem Bombenanschlag auf die Diskothek La Belle in Berlin in der Nacht vom 4. auf den 5. April 1986 beschuldigte US-Präsident Ronald Reagan Gaddafi, das Attentat angeordnet zu haben, um damit die Versenkung zweier libyscher Kriegsschiffe durch US-amerikanische Streitkräfte zu rächen. Daraufhin gab Reagan den Befehl,[27] Tripolis und Bengasi zu bombardieren: Bei der Operation El Dorado Canyon beschossen US-Kampfflugzeuge am 15. April 1986 die libysche Hauptstadt Tripolis, wodurch 36 Zivilisten getötet wurden. Es wurde auch von einer getöteten Adoptivtochter Gaddafis berichtet, welche vorher in Libyen völlig unbekannt war und deren Alter zwischen einem und fünf Jahren gelegen haben soll. Die Geschichte wurde weltweit verbreitet.[28]  [Muammar al-Gaddafi, 1980er Jahre, Wikipedia] 
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mein Kommentar: 
nach alldem, was in den letzten Jahren im Westen über Putin erzählt wurde, bin ich inzwischen der automatischen Anschuldigung Reagans bezüglich des La Belle-Attentats gegenüber sehr skeptisch!

Eric Margolis on Moammar Gadhafi [14:01]


Hochgeladen am 10.09.2009
Eric Margolis on 40 years with the controversial and colourful Libyan leader Moammar Gadhafi.

- Verbrechen gegen den Frieden? Na und? Hillary wird von Libyen verfolgt (Eric Margolis, auf seiner Seite, 05.03.2013, unter dem Artikel finden sich interessante Links!)
- The Gaddafi I Knew (Eric Margolis, The American Conservative, 24.10.2011), Zitat:
Westliche Geheimdienste und quasi regierungsbetriebene NGOs benutzten in Libyen dieselben subversiven Taktiken wie in den erfolgreichen „Farbenrevolutionen“ in Georgien, der Ukraine und Syrien, mit denen sie aber im Iran und in Russland gescheitert sind.

Die Franzosen wollten Gaddafi stürzen, weil dieser behauptete, die Wahl des ehemaligen Präsidenten Nicholas Sarkozy finanziell unterstützt zu haben. Sarkozy bestritt das. Die Araber vom Golf wollten Gaddafis Tod, weil dieser nicht aufhörte sie zu beschuldigen, arabischen Reichtum zu stehlen und Hampelmänner der westlichen Mächte zu sein.

Französische Geheimagenten hatten in den 1980er Jahren versucht, Gaddafi zu ermorden. Der Geheimdienst ihrer Majestät MI6 versuchte, den libyschen Anführer mit einer massiven Autobombe in Benghazi zu töten. Beide Versuche scheiterten.
mein Kommentar:
»regierungsbetriebene NGOs«? 
»westliche Geheimdienste benutzen subversive Taktiken«?
Hat der böse Putin dem armen Margolis was in den Tee getan? 
Wie kommt der denn auf sowas?

- Krieg gegen Libyen – Ursachen, Motive und Folgen  (Lühr Henken, Berlin, ist einer der Sprecher des Bundesausschusses Friedensratschlag. Dem vorliegenden Manuskript liegt ein Vortrag zu Grunde, den der Autor am 8. Juni in Düsseldorf gehalten hat., AG Friedensforschung)
Zitat:
Unter Libyens Wüste lagern gewaltige Süßwasserreserven unterhalb einer Tiefe von etwa 300 m, die bereits in den 50er Jahren bei Ölbohrungen entdeckt wurden. Der Nubische Aquifer, der eiszeitliches Wasser enthält, erstreckt sich über Ägypten, Libyen, Sudan und Tschad und ist das größte fossile Frischwasserreservoir der Welt. Inzwischen wird das Wasser aus vier Becken, die im Westen und im Osten Libyens liegen, gefördert. Über ein fast 4.000 km langes Rohrsystem werden die libyschen Küstenstädte mit Trinkwasser versorgt. 1984 startete unter Gaddafi dieses mindestens 30 Mrd. Dollar teure „Great Man Made River-Projekt“ (GMMRP). Durch die 4 m hohen Stahlbetonrohre werden täglich etwa 6,5 Mio. m³ Wasser transportiert. Die libyschen Wasservorräte betragen 37.500 km³, von denen etwa 10.000 bis 12.000 km³ abpumpbar sind. (www.zeit.de, Sahara-Wasser für Libyens Küste, 27.12.10) Um eine Vorstellung von der Dimension zu bekommen, wie groß die Menge des brauchbaren Frischwassers ist, hier ein Vergleich: Es würde einen Bassin der Fläche der Bundesrepublik Deutschland mit einer Tiefe von 33 m füllen. Bei einem Verkaufspreis von 2 Euro pro m³ Wasser, errechnet sich ein Marktwert von 24 Billionen Euro für das abpumpbare Wasser. Da die Förderkosten pro m³ lediglich bei 25 Cent liegen sollen, ergäbe sich eine immense Gewinnspanne. Die drei französischen Konzerne Veolia, Suez-Ondeo und SAUR beherrschen 40 Prozent des Weltwassermarktes. (Vgl. Kurswechsel, arte, 22.3.11) Die „drei Schwestern“ sind also besser aufgestellt als andere Firmen, wenn es um die Privatisierung und den Export des kostbaren Nasses käme. Nach Berechnungen des „UN-Zentrums für Umwelt und Entwicklung für die arabische Region und Europa“ (Cedare) in Kairo reichen die libyschen Wasservorräte bei gleich bleibendem Verbrauch noch 4.860 Jahre. (Zeit.de, 27.12.10) Geplant ist auch, das Wasser für die Wüstenbewässerung einzusetzen, um Libyen unabhängig von Lebensmitteleinfuhren zu machen und landwirtschaftliche Güter zu exportieren.
(http://de.wikipedia.org) Übrigens: Der deutsche Siemens-Konzern rühmt sich auf seiner Website: „Siemens ist am Wasserversorgungsprojekt 'Great man-made River', dem größten Projekt in Libyens Geschichte und dem größten Stromerzeugungs- und -verteilungsprojekt überhaupt, maßgeblich beteiligt.“ (www.siemens.com/about/de/weltweit/libyan_arab_jamahiriya_1343893.htm, gelesen am 7.6.11)
- Geschichtsrevision: Was der Diktator und Tyrann Gaddafi seinem Volk alles antat ... (Schnittpunkt, 12.07.2016)
Zitat:
Was der Diktator und Tyrann Gaddafi seinem Volk alles antat, wird jetzt täglich Stück für Stück bekannt. Hier eine Aufzählung seiner Grausamkeiten unter denen die Libyer 4 Jahrzehnte leiden mussten.
1. Es gab keine Stromrechnung in Libyen. Strom war kostenlos für alle Bürger.
2. Es gab keine Zinsen auf Kredite. Die staatlichen Banken vergaben Darlehen an alle Bürger zu null Prozent Zinsen per Gesetz.
3. Ein Zuhause zu haben galt als ein Menschenrecht in Libyen.
4. Alle Frischvermählten in Libyen erhielten 50.000 US-Dollar. Dieses Geld sollte den Menschen ermöglichen ihre erste Wohnung zu kaufen. Die Regierung wollte so zum Start einer Familie beitragen.
5. Bildung und medizinische Behandlungen waren frei in Libyen. Bevor Gaddafi an die Macht kam konnten nur 25 Prozent der Libyer lesen. Heute liegt die Zahl bei 83 Prozent.
6. Wollten Libyer in der Landwirtschaft Karriere machen, erhielten sie Ackerland, eine Bauernhaus, Geräte, Saatgut und Vieh als Schnellstart für ihre Farmen und das alles kostenlos.
7. Wenn Libyer keine Ausbildung oder medizinische Einrichtungen finden konnten die sie benötigten, hatten sie die Möglichkeit mit der Hilfe staatliche Gelder ins Ausland zu gehen. Sie bekamen 2.300 USD im Monat für Unterkunft und Auto gezahlt.
8. Wenn ein Libyer ein Auto kaufte, subventionierte die Regierung 50 Prozent des Preises.
9. Der Preis für Benzin in Libyen war 0,14 $ (ca. 0,10 Euro) pro Liter.
10. Wenn ein Libyer keine Arbeit bekam nach dem Studium, zahlte der Staat das durchschnittliche Gehalt des Berufs in dem er eine Arbeit suchte, bis eine fachlich adäquate Beschäftigung gefunden wurde.
11. Libyen hat keine Auslandsschulden und ihre Reserven in Höhe von 150.000.000.000 $ sind jetzt weltweit eingefroren und wohl für immer verloren.
12. Ein Teil jeden libyschen Öl-Verkaufs wurde direkt auf die Konten aller libyschen Bürger gutgeschrieben.
13. Mütter die ein Kind gebaren erhielten 5.000 US-Dollar.

14. 25 Prozent der Libyer haben einen Hochschulabschluss.
15. Gaddafi startete Das Great-Man-Made-River-Projekt (GMMRP oder GMMR, dt. Großer menschengemachter Fluss-Projekt) in Libyen Es ist das weltweit größte Trinkwasser-Pipeline-Projekt für eine bessere Wasserversorgung von Bevölkerung und Landwirtschaft.
Gott sei Dank haben Nato und Rebellen das libysche Volk davon befreit …

Bei der AG Friedensforschung findet sich ein Kommentar zu diesen Aussagen:
- Melone oder Minze – ein Jahr nach der „Revolution“ in Libyen (Almut Besold, Orientalisches Institut Universität Leipzig, erschien in: INAMO (Informationsprojekt Naher und Mittlerer Osten e.V.), Heft Nr. 69/Frühjahr 2012, 18. Jahrg., Seiten 36-38, gefunden bei der AG Friedensforschung, siehe Abschnitt »So grausam war Gaddhafi«)

- Was wurde aus Gaddafis „Great-Man-Made-River-Projekt“? (Bürgender, Gegenfrage, 01.06.2016)
Zitat:
Die letzten beiden Phasen des Flussprojekts sollten innerhalb der nächsten 20 Jahre abgeschlossen werden, doch dank des „humanitären“ NATO-Angriffskriegs befindet sich das Projekt in großer Gefahr. Mehr als 60 Prozent der Bevölkerung des Landes hing privat und gewerblich von der Wasserversorgung des Great-Man-Made-River-Projekts ab. Nach den NATO-Bombardements der Wasserversorgung, die im Volksmund auch als „achtes Weltwunder“ bezeichnet wurde, hatten 50 Prozent der libyschen Bevölkerung plötzlich kein fließendes Wasser mehr. Westliche Medien schoben die Schuld auf Gaddafi. Etwa die deutsche Bildzeitung meldete: „Gaddafi dreht seinem Volk den Wasserhahn ab“. Gaddafis „Schergen“ hätten eine Kontrollstation angegriffen und teilweise lahmgelegt, hieß es.

Aktuell hängt ganz Libyen von nur einer einzigen Wasserquelle ab. Das Projekt bleibt bis heute massiv gestört, die Wasserkrise Libyens droht weiterhin zu eskalieren. Als die Westmächte in Libyen eintrafen, unter dem offiziellen Vorwand, dem Land beizustehen, konnten die USA und europäische Verbündete geostrategisch wichtige Militärstützpunkte wieder eröffnen, welche Gaddafi im Jahr 1970 geschlossen hatte. Diese befinden sich am Kreuzungspunkt zwischen Mittelmeer, Afrika und dem Mittleren Orient.

Einige Beobachter vermuten Gaddafis Wasserprojekt als wahren Grund für die Invasion ab 2011. Ein weiterer möglicher Grund ist Gaddafis Plan, eine panafrikanische Goldwährung einzuführen. Auch der geplante Abzug von Milliarden Euro aus französischen Banken wird häufig als möglicher Kriegsgrund diskutiert. Vielleicht spielte alles eine Rolle. Aus purer Nächstenliebe und Humanität zerstörte die NATO das Land jedoch wahrscheinlich eher nicht.

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Muammar Muhammad Abdassalam Abu Minyar al-Gaddafi oder Muʿammar Muhammad Abdassalam Abu Minyar al-Qaddhafi (arabisch معمر القذافي Muʿammar al-QaddhāfīDMG Muʿammar al-Qaḏḏāfī  audio?/i; * offiziell 19. Juni 1942 in Sirte; † 20. Oktober 2011 in oder bei Sirte[1]) war seit einem unblutigen Militärputsch vom 1. September 1969 bis 1979 das Staatsoberhaupt von Libyen. Als Revolutionsführerbestimmte er von 1979 bis 2011 diktatorisch die Politik Libyens.
Gaddafi war der am längsten regierende Herrscher in Libyen und einer der am längsten herrschenden Machthaber außerhalb von Monarchien überhaupt,[2] sodass etwa 80 Prozent der zum Zeitpunkt seines Todes lebenden Libyer unter seiner Herrschaft geboren wurden.[3] Gaddafi sicherte seinen Machterhalt auch durch ein rentenökonomisches, auf den Exporterlösen von Erdöl und -gas beruhendes Verteilungssystem nach innen ab.[4] Außerdem instrumentalisierte und politisierte er die Stämme, nach dem Prinzip: Teile und herrsche.[5]
Im Februar 2011 kam es zu landesweiten Aufständen in Libyen; gegen Ende des Monats verlor Gaddafi die Kontrolle über weite Teile des libyschen Ostens an Rebellen.[6] Im März begannen nach einer UN-Resolution die Vereinigten Staaten, Kanada und mehrere westeuropäische Staaten mit Luftangriffen auf Libyen mit dem Ziel, eine Flugverbotszone durchzusetzen (Internationaler Militäreinsatz in Libyen 2011). Seit dem 27. Juni 2011 wurde Gaddafi als mutmaßlicher Kriegsverbrecher und wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit weltweit mit Haftbefehl gesucht.[7] Seit dem 22. August 2011 galt er als abgesetzt und wurde von der neuen Regierung polizeilich gesucht. Am 20. Oktober 2011 wurde Gaddafi getötet. Die genauen Todesumstände sind nach unabhängigen Quellen weiterhin nicht aufgedeckt und bleiben zweifelhaft.[8][9] [Muammar al-Gaddafi, Wikipedia]
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Pipeline to Paradise (Gaddafi's Gift to Libya) [51:46]

Veröffentlicht am 14.11.2013
From the documentary filmmaker and producers Winfried Spinler and its crew, first in Hollywood at the documentary film festival in 2001 presented film, another reality about the states points in Libya and their revolutionary leader Muammar Abu Minyar al-Gaddafi.

Now in times of the raw material shortage it isn't any more only about oil and other mineral resources, now are looked apparently also the biggest water reservoir of the world as desirable properties.

Gaddafi corresponds in this documentary film not to the in general provided world view of the tyrant, but rather to a peace angel for the North-African neighboring states.

The worldwide biggest water reservoir to the greening of the wild areas, linked with thousands of kilometers of pipeline, there flowed up to now the biggest shares of the oil income of Libya.

It is almost incredibly this now scarcely before the completion of the pipelines (2011) an invasion of Libya begins.

Hardly worth mentioning to one of the biggest advocates of this project, to the Egyptian president Mubarak, shortly before the power was taken.

Muammar Gaddafi (Qaddafi) Biography Years before he is Murdered LIBYA [42:28]

Veröffentlicht am 10.10.2015
Biography of Libyan Revolutionary Leader Colonel Muammar Gaddafi many years before he was friendly with the West and ultimately killed - murdered - assassinated.

Muammar Gaddafi Best Interview 1978 [11:35]

Veröffentlicht am 29.09.2013
Interview made one year after the Jamahiriya (People's Power 02 MARCH 1977) was proclaimed by Muammar al-Qathafi (revealing his beautiful vision for mankind and the world).

Qaddafi's Female Bodyguards | Official Trailer [1:26]

Hochgeladen am 15.06.2011
Documentary, 2004
A film by Rania Ajami
A Cipher Production
International Sales: First Hand Films


This documentary investigates the phenomenon of Qaddafi's elite female bodyguard corps and the tensions these women embody: tensions between Islam, modernization in a nomadic society, militarist feminism and an urban dictatorship. What sort of life do these women lead, what is their political position, and how has it evolved?

The female guards in Libya are unique as modern Islamic women that challenge Western stereotypes of the repressed Arab female. Using original and archival footage, and being the first to be allowed access to sites and persons in Libya, this two-year effort goes beyond existing representations of the Muslim woman by elucidating and criticizing a complicated ideal of a modern day Amazon warrior.

Montreal World Film Festival, Avignon/New York, Strasbourg, Mid-East Film Festival, Raindance - London, Fort Lauderdale Int'l Film Festival Student Comp. (Best Doc)


http://www.firsthandfilms.com/index.p...
http://www.raniaajami.com/
http://www.facebook.com/femalebodyguards

Full Colonel Gaddafi interview 02 March 2011 [20:04]

Hochgeladen am 01.03.2011
20 minute edit of the full interview with Libya's Colonel Khadafi with 3 World journalist, filmed in Tripoli on the 28 February 2011

Semantics - The Rise and Fall of Muammar al Gaddafi [1:30:17]

Veröffentlicht am 21.10.2013
Please activate subtitles!

'Semantics - The Rise and Fall of Muammar al Gathafi' is a non-commercial documentary compilation of footage, news articles and speeches about Libya under Colonel Gaddafi and the 'Green Revolution' compiled and with narrative by Critical Productions.

This documentary is not promoting anything and is an attempt to redress any imbalance in the mainstream media. 'Semantics' also questions the legitimacy and intention of foreign intervention. Contains graphic images some viewers may find discomforting.

FAIR USE NOTICE: This video may contain copyrighted material. Such material is made available for educational purposes only. This constitutes a 'fair use' of any such copyrighted material as provided for in Title 17 U.S.C. section 106A-117 of the U.S. Copyright Law.

Featuring music by Simon Bell.

Critical Productions 2013

Die Wahrheit über Libyen - eine hervorragende Analyse [1:00:19]

Hochgeladen am 31.12.2011
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(Doku Deutsch HD) Tyrann und Verführer: Muammar Gaddafi [1:13:33]

Veröffentlicht am 31.05.2016
Fast 42 Jahre lang herrschte der selbsternannte Revolutionsführer Gaddafi über das nordafrikanische Land. Als größenwahnsinniger, rücksichtsloser und .

Gaddafi und sein Land.

Libyen - Kampf um die Einheit [57:30]

Veröffentlicht am 07.05.2015
42 Jahre lang herrschte Muammar al-Gaddafi uneingeschränkt über Libyen, bis der Arabische Frühling seinem Regime 2011 nach acht Monaten Krieg ein Ende setzte. Heute, vier Jahre später, ist die Hoffnung auf Frieden im Chaos nahezu erloschen: Kämpfe zwischen Milizen und Armee gehören zum Alltag im neuen libyschen Staat, denn zwei Regierungen erheben Anspruch auf die Macht. Das reiche Libyen ist zu einer „Black Box“ geworden, deren Komplexität nur schwer zu durchschauen ist.
Um Libyen zu verstehen, muss man seine Geschichte kennen. Als erstes Land des Maghreb erlangte es im Dezember 1951 durch einen Uno-Beschluss die Unabhängigkeit. Doch der Nationalstaat konnte sich gegenüber dem Klientelismus der libyschen Stammesgesellschaft nicht durchsetzen, weder unter König Idris noch unter Gaddafi, geschweige denn heute.
Die panarabische Union und die panafrikanische Bewegung waren Versuche, den Nationalstaat in eine supranationale Organisation einzubetten. Gaddafi proklamierte sich zum Anführer beider, um gegenüber dem Westen mehr Gewicht zu haben. Doch keine der Organisationen hatte Bestand. Unter Gaddafi fassten Islamismus und Dschihadismus in Libyen Fuß - sie spalten die Bevölkerung bis heute und stellen eine weitere Bedrohung für den zivilen Frieden dar.

Ist ein Zusammenleben aller Libyer angesichts des nicht enden wollenden Bürgerkriegs überhaupt noch möglich? Welche Ursachen stecken hinter dem politischen Chaos? Die Dokumentation sucht nach Antworten und befragt dazu im Exil lebende ehemalige Gefolgsleute von Gaddafi sowie Akteure des neuen Libyen.
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Peter Scholl Latour rastet aus Syrien , Salafisten, Islam Der Talkshow Eklat [12:14]

Veröffentlicht am 05.09.2012

»Die Freiheitskämpfer von gestern benehmen sich genauso schlimm wie die Truppen Gaddafis.« [Peter Scholl-Latour in obiger Talkshow]

Doku; Spezial zum 2ten Todestag:Muammar al-Gaddafi, Libyen [1:52:43]

Veröffentlicht am 21.10.2013
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Die moderaten Terroristen des terriblen Moderators Kleber [1:14]

Veröffentlicht am 02.11.2015
Der im Wortsinne "Frontmann" des ZDF, Claus Kleber, versucht seit Monaten die Terroristen der Al Kaida und anderer vom Westen unterhaltenen Terrororganisationen in Syrien als gemäßigt zu verteidigen. Vielleicht schneiden sie ihren Opfern die Köpfe ja nur unter örtlicher Betäubung ab. Und das Opfer dem einer von Klebers "Gemäßigten" das Herz herausschnitt und aß (!) war ja immerhin schon tot.Ist es das was Kleber unter gemäßigt versteht. Lawrow sagte in New York klar und deutlich, wer kämpft und handelt wie ein Terrorist, der ist ein Terrorist.
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- Interview mit Jean Ziegler "Gaddafi ist völlig verrückt" (Interview mit Wolfgang Jaschensky, Süddeutsche, 07.03.2011)
- Muammar al-Gaddafi – von wegen verrückt! – Eine Skizze zur Geschichte seines nationalen Projekts (Gruppe „Kritik im Handgemenge“ Bremen, GegenKapitalundNation, PDF, auch zu finden bei ScharfLinks, 30.12.2011)
- »Gaddafi ist völlig verrückt« (Tobias Kühn im Interview mit Raphael Luzon, Europa-Direktor der World Organization of Jews of Libya, Jüdische Allgemeine, 03.03.2011)
- "Wir wussten, dass er verrückt ist" – Gaddafi und der Aufstand in Libyen (Material von reuters, dpa / TM, 3sat Kulturzeit, 22.02.2011)
- Muammar al-Gaddafi erzählt: der verrückte Zauberer (H. P. Schröder, Julius-Hensel-Blog, 07.06.2012)
- Muammar al-Gaddafi - wie ein Erzschurke sich zum Friedensbotschafter wandelt (Dietrich Alexander, die Welt, 17.05.2006)
- Gaddafi – Poet und Schlächter seines eigenen Volkes (Dietrich Alexander, die Welt, 20.10.2011)
- Ist Muammar al-Gaddafi verrückt? (Rainer Sörensen, suite 101, 04.07.2013)
- I. Die Diagnose Psychopathie - historische Wurzeln des Begriffs und Entwicklung in der Weimarer Zeit (Dissertationen an der FU Berlin online)
- Historische Entwicklung des Konzeptes der Persönlichkeitsstörung (Psychopathie)
- Die libysche Katastrophe – Die Opposition läuft in die Falle des Bürgerkriegs (graswurzelrevolution 358, April 2011)
- „Dieser verrückte bunte Vogel“ (Katja Grawinkel im Gespräch mit Ivana Sajević über Gaddafi als „King of the Kings“ (Freischwimmer 2011), Schönschrift, 10.03.2011)
- Rückblick : Die Toten des Jahres 2011 Seite 27/37: Muammar al-Gaddafi ()

mein Kommentar:
Gaddafi ist ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie schwierig es ist, andere Kulturen einzuordnen…
siehe dazu auch:
- Feindbilder und deren Inszenierung (Post, 24.07.2016)

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