Samstag, 27. Oktober 2012

Redewendung – »Dasselbe in Grün«

Wenn zwei Dinge auf dasselbe hinauslaufen und sich lediglich in Nuancen, Details oder Äußerlichkeiten unterscheiden, hört man zuweilen, das sei dasselbe in Grün. Warum eigentlich nicht in Blau oder Rot?

Im Oktober 1921 wurde der Citroën 5 CV, ein populärer Kleinwagen, auf dem Pariser Automobilsalon der Öffentlichkeit präsentiert. Zunächst ausschließlich als Zweisitzer in knallig-gelber Lackierung erhältlich, "petit citron" genannt, kam er Wagen drei Jahre später serienmäßig mit drei Sitzplätzen daher.
Citroën 5 CV Typ C Torpedo 1922 [Bild aus Wikipedia]

Abgekupfert und gefärbt 

 Die Herleitung der Redewendung ist nicht wirklich gesichert, sie ist aber interessant und zumindest plausibel: Im Frühjahr 1924 verließ in Rüsselsheim das erste Auto, das in Deutschland an einem Fließband hergestellt wurde, die Fabrik der Adam apel KG: der Opel 4/12 PS. Es war der erste Kleinwagen, der speziell für ein Publikum mit schmaler Geldbörse gebaut wurde. So war er technisch nicht auf dem besten Stand, hüpfte bei Schlaglöchern wie ein Frosch und hatte auch dessen Farbe: Er war grün. Der Volksmund taufte ihn daher bald »Laubfrosch«.

 Der französische Autobauer Citroën sah in dem Wagen allerdings ein Plagiat seines 5 CV und ging vor Gericht. Das deutsche Gericht wies den Vorwurf mit dem Hinweis auf die abweichende Form des Kühlergrills zurück – und mit dem Verweis auf die grüne Lackierung, denn der Citroën 5 CV war schwarz [naja, oben steht gelb], wie fast alle Autos aus jener Zeit. So war der Opel juristisch etwas anderes, aber irgendwie doch »dasselbe in Grün«.
Brockhaus - Abenteuer Geschichte 2012





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