Donnerstag, 22. November 2012

Heute vor 56 Jahren – 22. November 1956: Ungarns Ministerpräsident Imre Nagy verhaftet

»Ich bitte nicht um Gnade« 

 Wenn in Ungarn am 23. Oktober alljährlich des Beginns des ungarischen Aufstands gegen die kommunistische Diktatur gedacht wird, ist das Grab des einstigen Ministerpräsidenten Imre Nagy auf dem Budapester Neuen Friedhof stets gut besucht und schön geschmückt. Für die meisten Ungarn ist der kommunistische Reformer der unvergessene Held des blutigen Freiheitskampfs, der im Oktober 1956 begann und im November vom sowjetischen Militär gewaltsam niedergeworfen wurde.


Kerzen auf dem Grab von Imre Nagy in Budapest, 2006
 Als die Hoffnung auf ein freies Ungarn endete, floh Nagy in die jugoslawische Botschaft in Budapest. Drei Wochen verbrachte er in dem von Panzern umstellten Gebäude, bis ihm die neuen Machthaber Straffreiheit zusicherten. Der Gutgläubige ließ sich täuschen: Als Nagy das Gebäude am 22. November 1956 verließ, wurde er von Geheimdienstleuten des sowjetischen KGB verhaftet und nach Rumänien verschleppt. Das neue Regime machte ihm den Prozess: Nagy wurde am 16. Juni 1958 wegen »Landesverrats« zum Tode verurteilt und am gleichen Tag im Budapester Gefängnis gehängt. »Ich bitte nicht um Gnade«, waren seine letzten Worte. 


Imre Nagy (1896-1958) 


ungarischer Politiker und Staatsmann 
 schloss sich 1918 den Bolschewiki an 
 1953 erstmals Ministerpräsident 
 stellte sich 1956 an die Spitze des Volksaufstands 
 Brockhaus - Abenteuer Geschichte 2012

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