Samstag, 8. September 2007

9/11: Die Vorbereitung des Chaos, Beschwichtigungs- und Vertuschungsversuche

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Das Miller-Urey-Experiment (auch Urey-Miller-Experiment oder Miller-Experiment) dient der Bestätigung der Hypothese, dass unter den Bedingungen einer postulierten Uratmosphäre eine Entstehung organischer Moleküle (chemische Evolution), wie sie heute bei Lebewesen vorkommen, möglich ist.
Stanley Miller simulierte 1953 zusammen mit Harold Clayton Urey im Labor der University of Chicagoeine hypothetische frühe Erdatmosphäre. Das Experiment beschrieb er in seiner Veröffentlichung: Herstellung von Aminosäuren unter möglichen Bedingungen einer einfachen Erde.
Im Miller-Urey-Experiment mischt man einfache chemische Substanzen einer hypothetischen frühen Erdatmosphäre – Wasser (H2O), Methan (CH4), Ammoniak (NH3), Wasserstoff (H2) und Kohlenstoffmonoxid (CO) – und setzt diese Mischung elektrischen Entladungen aus, welche die Energiezufuhr durch Gewitterblitze nachbilden sollen. In der Apparatur darf sich, wie in der Uratmosphäre, kein freier Sauerstoff befinden. Im Versuch entstehen nach einer gewissen Zeit organische Moleküle. Die Analyse des entstehenden Molekülgemisches wurde mittels Chromatographie durchgeführt.
[Miller-Urey-Experiment, Wikipedia, abgerufen am 08.10.2019 – Hervorhebung von mir] 
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Wie Forscher um Martin Ferus von der Tschechischen Akademie der Wissenschaften und Fabio Pietrucci von der Pariser Université Pierre et Marie Curie aktuell im Fachjournal “Proceedings of the National Academy of Sciences” (PNAS; DOI: 10.1073/pnas.1700010114) berichten, haben sie Ureys und Millers Ansatz erneut aufgegriffen, die Bedingungen auf der jungen Erde nachgestellt.

Durch die Dreingabe simulierter Blitze durch Elektrizität und einer mittels Laser erzeugten Schockwelle entstand in den aktuellen Exprimenten innerhalb der “Ursuppe”, also einer Ur-Atmosphäre aus Ammoniak, Kohlenmonoxid und Wasserdampf über einer simulierten Oberfläche aus Tonerden und Wasser dann tatsächlich mit vier der für die RNA notwendigen Bausteinen und einer Aminosäure sozusagen die Grundlage des heutigen irdischen Lebens – und das auch ohne die Hinzugabe zusätzlicher Katalysatoren oder exotischer Ausgangsstoffe.
[Andreas Müller, Neues Miller-Urey-Experiment erzeugt Aminosäuren und RNA-Bausteine, grenzwissenschaft-aktuell.de, 12.04.2017]

Was das Miller-Urey-Experiment mit 9/11 zu tun hat?
Ganz einfach. Man mixt ein paar Zutaten zusammen, setzt sie bestimmten Bedingungen aus – und wartet einfach…
Und das Beste: Es kann niemand beweisen! Ich bin einfach nur unfähig und chaotisch! Und daß die Bush-Regierung unfähig war, darüber sind sich ja wohl alle genauso einig, wie über die Tatsache, daß Ronald Reagan angeblich unfähig war. Man sehe sich das Video über David Mitterer im Bayerischen Frühstücksfernsehen an: 
Mentalist David Mitterer im BR - Schwaben und Altbayern (2011) ab Min. 4:50
Ein ganz wesentliches Mittel für seinen Erfolg ist, daß er ein wenig unsicher tut und sich der Fernseh-Moderator überlegen fühlt!

1993 wurde ich über Deutschland auf einem Lufthansaflug Richtung Kairo entführt. Der äthiopische Entführer dirigierte das Flugzeug nach New York City. Er drohte, unseren A310 Jumbo in die Wall Street zu steuern.[Eric Margolis9/11 - Die Mutter aller Zufälle, Lebenshaus Schwäbische Alb, 12.09.2011, Erstübersetzung bei antikriegtv nicht mehr auffindbar – Hervorhebung von mir]

On May 16, 2002, Condoleezza Rice, as National Security Advisor, said, “No one could have predicted that planes could be used as missiles.”
Am 16. Mai 2002 sagte Condoleezza Rice als Nationaler Sicherheitsberater: “Keiner konnte voraussehen, dass Flugzeuge als Raketen verwendet werden könnten.”
[September 11th Advocates Kristen Breitweiser, Patty Casazza, Monica Gabrielle, Mindy Kleinberg & Lorie Van Auken , September 11th Advocates Statement on Hayden, others rewarded after 9/11, 11.05.2006 – Google-Übersetzer – man suche nach dem Stichwort »Hayden«]
dagegen:
In the two years before the Sept. 11 attacks, the North American Aerospace Defense Command conducted exercises simulating what the White House says was unimaginable at the time: hijacked airliners used as weapons to crash into targets and cause mass casualties.

One of the imagined targets was the World Trade Center. In another exercise, jets performed a mock shootdown over the Atlantic Ocean of a jet supposedly laden with chemical poisons headed toward a target in the United States. In a third scenario, the target was the Pentagon — but that drill was not run after Defense officials said it was unrealistic, NORAD and Defense officials say.

NORAD, in a written statement, confirmed that such hijacking exercises occurred. It said the scenarios outlined were regional drills, not regularly scheduled continent-wide exercises.

[…]
A White House spokesman said Sunday that the Bush administration was not aware of the NORAD exercises. But the exercises using real aircraft show that at least one part of the government thought the possibility of such attacks, though unlikely, merited scrutiny.

On April 8, the commission investigating the Sept. 11 attacks heard testimony from national security adviser Condoleezza Rice that the White House didn't anticipate hijacked planes being used as weapons.

On April 12, a watchdog group, the Project on Government Oversight, released a copy of an e-mail written by a former NORAD official referring to the proposed exercise targeting the Pentagon. The e-mail said the simulation was not held because the Pentagon considered it "too unrealistic."

President Bush said at a news conference Tuesday, "Nobody in our government, at least, and I don't think the prior government, could envision flying airplanes into buildings on such a massive scale."

The exercises differed from the Sept. 11 attacks in one important respect: The planes in the simulation were coming from a foreign country.

Until Sept. 11, NORAD was expected to defend the United States and Canada from aircraft based elsewhere. After the attacks, that responsibility broadened to include flights that originated in the two countries.

But there were exceptions in the early drills, including one operation, planned in July 2001 and conducted later, that involved planes from airports in Utah and Washington state that were "hijacked." Those planes were escorted by U.S. and Canadian aircraft to airfields in British Columbia and Alaska.

NORAD officials have acknowledged that "scriptwriters" for the drills included the idea of hijacked aircraft being used as weapons.

"Threats of killing hostages or crashing were left to the scriptwriters to invoke creativity and broaden the required response," Maj. Gen. Craig McKinley, a NORAD official, told the 9/11 commission. No exercise matched the specific events of Sept. 11, NORAD said.

"We have planned and executed numerous scenarios over the years to include aircraft originating from foreign airports penetrating our sovereign airspace," Gen. Ralph Eberhart, NORAD commander, told USA TODAY. "Regrettably, the tragic events of 9/11 were never anticipated or exercised."

[…]

Until Sept. 11, 2001, NORAD conducted four major exercises a year. Most included a hijack scenario, but not all of those involved planes as weapons. Since the attacks, NORAD has conducted more than 100 exercises, all with mock hijackings.
 
In den zwei Jahren vor den Anschlägen vom 11. September führte das nordamerikanische Luft- und Raumfahrt-Verteidigungskommando Übungen durch, die simulierten, was laut Aussage des Weißen Hauses zu dieser Zeit unvorstellbar war: Flugzeugentführungen, die als Waffen eingesetzt wurden, um Ziele anzugreifen und Massenopfer zu fordern.

Eines der vorgestellten Ziele war das World Trade Center. In einer anderen Übung führten Jets einen Scheinschuss über dem Atlantik eines Jets durch, der angeblich mit chemischen Giften beladen war und auf ein Ziel in den Vereinigten Staaten zielte. In einem dritten Szenario war das Pentagon das Ziel - aber diese Übung wurde nicht durchgeführt, nachdem Verteidigungsbeamte sagten, es sei unrealistisch, sagen NORAD- und Verteidigungsbeamte.

NORAD bestätigte in einer schriftlichen Erklärung, dass solche Entführungsübungen stattgefunden haben. Es hieß, die beschriebenen Szenarien seien regionale Übungen, nicht regelmäßig geplante kontinentweite Übungen.

"Zahlreiche zivile und militärische Flugzeugtypen wurden als Scheinflugzeuge eingesetzt", heißt es in der Erklärung. "Diese Übungen testeten die Erkennung und Identifizierung von Tracks, das Verwürfeln und Abfangen von Tracks, Entführungsverfahren, die Koordination der internen und externen Behörden sowie die Verfahren für Betriebssicherheit und Kommunikationssicherheit."

Ein Sprecher des Weißen Hauses sagte am Sonntag, dass die Bush-Administration die NORAD-Übungen nicht kenne. Die Übungen mit echten Flugzeugen zeigen jedoch, dass zumindest ein Teil der Regierung die Möglichkeit solcher Angriffe für geboten hielt, auch wenn sie unwahrscheinlich sind.

Am 8. April hörte die Kommission, die die Anschläge vom 11. September untersuchte, von der nationalen Sicherheitsberaterin Condoleezza Rice, dass das Weiße Haus nicht damit gerechnet habe, gekaperte Flugzeuge als Waffen einzusetzen.

Am 12. April veröffentlichte eine Überwachungsgruppe, das Project on Government Oversight, eine Kopie einer E-Mail, die von einem ehemaligen NORAD-Beamten verfasst wurde und sich auf die vorgeschlagene Übung zum Pentagon bezog. In der E-Mail hieß es, die Simulation wurde nicht durchgeführt, weil das Pentagon sie für "zu unrealistisch" hielt.

Präsident Bush sagte auf einer Pressekonferenz am Dienstag: "Wenigstens niemand in unserer Regierung, und ich glaube nicht, dass die frühere Regierung sich vorstellen kann, Flugzeuge in Gebäuden von solch großem Ausmaß einzusetzen."

Die Übungen unterschieden sich von den Anschlägen vom 11. September in einem wichtigen Punkt: Die Flugzeuge in der Simulation stammten aus einem fremden Land.

Bis zum 11. September sollte NORAD die USA und Kanada vor anderen Flugzeugen verteidigen. Nach den Anschlägen wurde diese Verantwortung auf Flüge ausgeweitet, die aus beiden Ländern stammten.

Es gab jedoch Ausnahmen bei den frühen Übungen, einschließlich einer Operation, die im Juli 2001 geplant und später durchgeführt wurde und Flugzeuge von Flughäfen in Utah und im Bundesstaat Washington betraf, die "entführt" wurden. Diese Flugzeuge wurden von US-amerikanischen und kanadischen Flugzeugen zu Flugplätzen in British Columbia und Alaska eskortiert.

NORAD-Beamte haben anerkannt, dass "Drehbuchautoren" für die Übungen die Idee hatten, gekaperte Flugzeuge als Waffen einzusetzen.

"Die Drohung, Geiseln zu töten oder zusammenzubrechen, wurde den Drehbuchautoren überlassen, um Kreativität hervorzurufen und die erforderliche Reaktion zu erweitern", sagte Generalmajor Craig McKinley, ein NORAD-Beamter, gegenüber der 9/11-Kommission. Laut NORAD stimmte keine Übung mit den spezifischen Ereignissen des 11. Septembers überein.

"Wir haben im Laufe der Jahre zahlreiche Szenarien geplant und durchgeführt, in denen Flugzeuge von ausländischen Flughäfen in unseren souveränen Luftraum eindringen", sagte General Ralph Eberhart, NORAD-Kommandeur, gegenüber USA TODAY. "Bedauerlicherweise wurden die tragischen Ereignisse des 11. September nie vorweggenommen oder ausgeübt."

[…]
Bis zum 11. September 2001 führte NORAD vier Hauptübungen pro Jahr durch. Die meisten beinhalteten ein Hijack-Szenario, aber nicht alle beteiligten Flugzeuge als Waffen. Seit den Angriffen hat NORAD mehr als 100 Übungen durchgeführt, alle mit Scheinentführungen.
[Steven Komarow, Tom Squitieri, NORAD had drills of jets as weapons, USA TODAY, 18.04.2004 – Google-Übersetzer – Hervorhebungen von mir]

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“Given the warnings of incipient terrorist attacks that had been repeatedly received by the Administration and the FBI, why would anyone coordinate two major annual air training exercises at this time, and divert key resources to the North Pole on an outdated mission? Who was in a position to do this?”

The 911 Commission carefully overlooked these considerations.

“It ignored the issue of the drills and continuously pointed to FAA incompetence. Thus the the mock live hijackings which were apparently in progress on the morning of September 11th should be investigated as a plausible explanation for why the national defense was such an abysmal failure.”
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Information regarding military exercises is classified and difficult to research. Though there was unusually high and confusing drill activity on 9/11, this strange coincidence has not gained much public notice. This essay quotes military officials from their own magazines, and compares their statements to what the 9/11 Commission wrote about the so-called surprise factor, and also to the Commission’s position that the drills aided the response.

Though both the 9/11 Commission Report and members of the Bush Administration repeatedly stated that the use of planes as weapons could not have been predicted, other official sources indicate that military exercises had been underway to counteract this very possibility.
1. Was it a Surprise that Hijacked Planes Were Used as Weapons on 9/11?

The element of surprise has been widely given (and quoted) as the reason why the 9/11 attacks were so successful against the world’s greatest military power.

Before proceeding to the statements on both sides of the issue, the context for these attacks should be understood in light of three defense procedures which were unusually and significantly changed in the months preceding 9/11:

  1. A May 8th 2001 Statement by the President gave responsibility for coordinating, training and planning all national defense programs related to weapons of mass destruction to Vice President Cheney, whose office was not part of the National Command Authority. Transportation Secretary Norman Mineta testified before the 9/11 Commission that he was present and observed Dick Cheney in the Presidential Emergency Operating Center tracking the position of Flight 77 for many miles as it approached the Pentagon.[1] “Based on Norm Minetta’s testimony and other information, it appears that the military have regarded Cheney as a ‘Deputy Commander-in-Chief’. They also understand that he is the real power behind the throne…It appears that Vice President Dick Cheney was in charge of all the many air defense exercises that took place on the morning of September 11, 2001.”[2]
  2. The 1997 hijacking scramble protocol CJCSI 3610, which distinguished emergent situations (requiring immediate action between the FAA and the military) from non-emergent situations (requiring decision input from the highest levels of the DoD) was rewritten June 1, 2001, as ordered by Defense Secretary Donald Rumsfeld.[3] As a result, the number of fighter-interceptor scrambles fell from the usual average of 7-8 per month before the rewrite, to zero during the 3.3 months before September 11th, and to zero on September 11th itself.[4]
  3. Changes in the dates of annual and semi-annual military air defense exercises resulted in an unprecedented concentration of air drills on September 11th, and included hijackings and drills in which planes hit buildings. These will be explored later. 
The transfer of two line defense roles to senior members of the Bush-Cheney Administration, paired with the concentration of air drills on the day itself, raise serious questions regarding the success of the attacks.
Early expressions of surprise over the attacks: In response to the seemingly inexplicable success of the 9/11 attacks, a chorus of astonishment issued from the White House, the military, and the FBI. Tim Ruppert asked Donald Rumsfeld on September 30, 2001 whether he had ever imagined that the Pentagon would be attacked by a terrorist using an American commercial airline. “Oh goodness no! “Never would have crossed anyone’s mind.”[5] His Commander-in-Chief had earlier said that “al Qaeda “struck in a way that was unimaginable.”[6]

General Richard Myer, acting air defense commander, told the military press in late October: “You hate to admit it, but we hadn’t thought about this.”[7] FBI Director Robert Mueller declared a week after the attacks, “There were no warning signs that I’m aware of that would indicate this type of operation in the country.”[8]

White House Press Secretary Ari Fleischer fell into step. “Until the attack took place, I think it is fair to say that no one envisioned that as a possibility.”[9]

However, on May 17, 2002, CBC News revealed that a 1999 report, “Sociology and Psychology of Terrorism: Who Becomes a Terrorist and Why?” “…warned the executive branch that bin Laden’s terrorists might hijack an airliner and dive bomb it into the Pentagon or other government building.”[10]

On May 19th, the London Observer quoted a New York newspaper report that “angry citizens are asking why they have suddenly learned what George W. Bush knew all along: that weeks before the event, the CIA had warned the President and other top officials of an active plot to seize civilian aircraft.”[11]

Later that day, Bob Woodward and Dan Eggen of the Washington Post covered the hijack briefing in more detail:

“The top-secret briefing memo presented to President Bush on Aug. 6 carried the headline, ‘Bin Laden Determined to Strike in U.S.’. . . .The President’s Daily Briefing underscored that Osama bin Laden and his followers hoped to ‘bring the fight to America.’. . .The August 6th memo. . .suggested that bin Laden’s followers might be planning to hijack U.S. airliners.”[12]
The story had, several days earlier, prompted a press conference from White House spokesman Ari Fleischer, saying: “Never did we imagine what would take place on September 11th, where people use those airplanes as missiles and weapons.” His statement was echoed later in the day by National Security Advisor Condoleezza Rice, as quoted below in a Baltimore Sun article.[13]

A 2003 Joint Inquiry into the Intelligence Community tells a different story.

The denials continued into 2004, when Donald Rumsfeld told the 9/11 Commission, “I knew of no intelligence during the six-plus months leading up to September 11 to indicate terrorists would hijack commercial airlines, use them as missiles to fly into the Pentagon or the World Trade Center towers.”[14]

But a Congressional Joint Inquiry report, released July 24th, 2003,15 suggested that the government had failed to act on warnings of a terrorist attack within the country, involving aircraft as missiles. The New York Times published excerpts:

“Shortly after…May 1998…the community began to acquire intelligence that bin Laden’s network intended to strike within the United States. Many of these reports were disseminated throughout the community and to senior U.S. policy makers…the totality of the information…clearly reiterated a consistent and critically important theme: bin Laden’s intent to launch terrorist attacks within the United States…In the spring of 1999, the [intelligence] community obtained information about a planned bin Laden attack on a government facility in Washington, D.C…In September 1999, the community obtained information that bin Laden and others were planning a terrorist act in the United States, possibly against specific landmarks in California and New York City…In March 2000, the community obtained information regarding the type of targets…The Statue of Liberty was specifically mentioned, as were skyscrapers, ports, airports and nuclear power plants…In April 2001, the community obtained information…that bin Laden was interested in commercial pilots as potential terrorists. The source warned that the United States should not focus only on embassy bombings, that terrorists sought “spectacular and traumatic” attacks and that the first World Trade Center bombing would be appealing.” [16]
Four days later, the Baltimore Sun published the following:

“President Bush’s adviser [Condoleezza Rice] told the public in May 2002 that a pre-Sept. 11 intelligence briefing for the president on terrorism contained only a general warning of threats and largely historical information, not specific plots, the report said.

But the authors of the congressional report, released last week, stated the briefing given to the president a month before the suicide hijackings included recent intelligence that al-Qaida was planning to send operatives to the United States to carry out an attack using high explosives.

At the same May 2002 press briefing, Rice also said that “I don’t think anybody could have predicted that these people would take an airplane and slam it into the World Trade Center, take another one and slam it into the Pentagon; that they would try to use an airplane as a missile, a hijacked airplane as a missile.”

But the congressional report states that “from at least 1994, and continuing into the summer of 2001, the Intelligence Community received information indicating that terrorists were contemplating, among other means of attack, the use of aircraft as weapons.”[17]

„Warum sollte man angesichts der Warnungen vor beginnenden Terroranschlägen, die wiederholt von der Regierung und dem FBI empfangen wurden, zu diesem Zeitpunkt zwei große jährliche Lufttrainingsübungen koordinieren und wichtige Ressourcen für eine veraltete Mission an den Nordpol weiterleiten? Wer war in der Lage, dies zu tun? "

Die 911-Kommission hat diese Überlegungen sorgfältig übersehen.

„Das Problem der Übungen wurde ignoriert und es wurde ständig auf die Inkompetenz der FAA hingewiesen. Daher sollten die Schein-Live-Entführungen, die anscheinend am Morgen des 11. September stattfanden, als plausible Erklärung dafür untersucht werden, warum die Landesverteidigung ein derart miserables Versagen war. “
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Informationen zu militärischen Übungen sind klassifiziert und schwer zu recherchieren. Obwohl es am 11. September ungewöhnlich hohe und verwirrende Übungstätigkeiten gab, hat dieser seltsame Zufall in der Öffentlichkeit nicht viel Beachtung gefunden. In diesem Aufsatz werden Militärbeamte aus ihren eigenen Magazinen zitiert und ihre Aussagen mit den Aussagen der 9/11-Kommission zum sogenannten Überraschungsfaktor sowie mit der Position der Kommission verglichen, dass die Übungen die Reaktion unterstützten.

Obwohl sowohl im Bericht der Kommission vom 11. September als auch von Mitgliedern der Bush-Administration wiederholt festgestellt wurde, dass der Einsatz von Flugzeugen als Waffen nicht vorhergesagt werden konnte, deuten andere offizielle Quellen darauf hin, dass militärische Übungen durchgeführt wurden, um genau dieser Möglichkeit entgegenzuwirken.


1. War es eine Überraschung, dass entführte Flugzeuge am 11. September als Waffen eingesetzt wurden?
Das Überraschungsmoment wurde häufig als Grund für den Erfolg der Anschläge vom 11. September gegen die größte Militärmacht der Welt angeführt.

Bevor zu den Aussagen auf beiden Seiten des Problems übergegangen wird, sollte der Kontext für diese Angriffe im Lichte von drei Verteidigungsverfahren verstanden werden, die in den Monaten vor dem 11. September ungewöhnlich und erheblich geändert wurden:

  1. In einer Erklärung des Präsidenten vom 8. Mai 2001 wurde Vizepräsident Cheney, dessen Amt nicht Teil der Nationalen Kommandobehörde war, die Verantwortung für die Koordinierung, Ausbildung und Planung aller nationalen Verteidigungsprogramme im Zusammenhang mit Massenvernichtungswaffen übertragen. Transportminister Norman Mineta sagte vor der 9/11 Commission aus, dass er anwesend war und beobachtete Dick Cheney im Presidential Emergency Operating Center, wie er die Position von Flug 77 für viele Meilen verfolgte, als er sich dem Pentagon näherte. [1] „Auf der Grundlage von Norm Minettas Aussagen und anderen Informationen scheint das Militär Cheney als 'stellvertretenden Oberbefehlshaber' angesehen zu haben. Sie verstehen auch, dass er die wahre Macht hinter dem Thron ist… Es scheint, dass Vizepräsident Dick Cheney für alle Luftverteidigungsübungen verantwortlich war, die am Morgen des 11. September 2001 stattfanden. “ [2]
  2. Das 1997 verabschiedete Hijacking-Scramble-Protokoll CJCSI 3610, das auf Anordnung von Verteidigungsminister Donald Rumsfeld am 1. Juni 2001 neu formuliert wurde, um aufkommende Situationen (die ein sofortiges Eingreifen der FAA und des Militärs erfordern) von nicht aufkommenden Situationen zu unterscheiden. [3] Infolgedessen sank die Anzahl der Fighter-Interceptor-Scrambles von durchschnittlich 7 bis 8 pro Monat vor dem Umschreiben auf null in den 3,3 Monaten vor dem 11. September und auf null am 11. September. [4]
  3. Änderungen an den Daten der jährlichen und halbjährlichen militärischen Luftverteidigungsübungen führten am 11. September zu einer beispiellosen Konzentration von Luftübungen und beinhalteten Entführungen und Übungen, bei denen Flugzeuge Gebäude trafen. Diese werden später untersucht.

Die Übertragung von zwei Linienverteidigungsfunktionen an hochrangige Mitglieder der Bush-Cheney-Administration in Verbindung mit der Konzentration der Luftübungen am Tag selbst wirft ernsthafte Fragen hinsichtlich des Erfolgs der Angriffe auf.

Erste überraschte Äußerungen über die Anschläge: Als Reaktion auf den scheinbar unerklärlichen Erfolg der Anschläge vom 11. September wurde vom Weißen Haus, vom Militär und vom FBI ein erstaunlicher Refrain ausgegeben. Tim Ruppert fragte Donald Rumsfeld am 30. September 2001, ob er jemals gedacht habe, dass das Pentagon von einem Terroristen mit einer amerikanischen kommerziellen Fluggesellschaft angegriffen werden würde. „Oh Gott, nein! "Wäre niemandem in den Sinn gekommen." [5] Sein Oberbefehlshaber hatte zuvor gesagt, dass "Al-Qaida" auf eine unvorstellbare Weise zuschlug." [6]

General Richard Myer, amtierender Luftverteidigungskommandeur, sagte Ende Oktober gegenüber der Militärpresse: „Sie geben es nicht gern zu, aber wir hatten nicht darüber nachgedacht.“ [7] FBI-Direktor Robert Mueller erklärte eine Woche nach den Anschlägen: „Es gab keine Warnsignale, die mir bekannt sind, deuten auf diese Art von Operation im Land hin.“ [8]

Der Pressesprecher des Weißen Hauses, Ari Fleischer, geriet ins Wanken. "Bis der Angriff stattfand, denke ich, ist es fair zu sagen, dass niemand dies als eine Möglichkeit ansah."

Am 17. Mai 2002 enthüllten die CBC-Nachrichten jedoch, dass ein Bericht aus dem Jahr 1999 mit dem Titel „Soziologie und Psychologie des Terrorismus: Wer wird Terrorist und warum?“ Die Exekutive warnte, dass Bin Ladens Terroristen ein Verkehrsflugzeug entführen und es bombardieren könnten das Pentagon oder ein anderes Regierungsgebäude. “ [10]

Am 19. Mai zitierte der London Observer einen Zeitungsbericht aus New York: „Wütende Bürger fragen, warum sie plötzlich erfahren haben, was George W. Bush die ganze Zeit über wusste: In den Wochen vor dem Ereignis hatte die CIA den Präsidenten und andere hochrangige Beamte davor gewarnt ein aktives Komplott, um zivile Flugzeuge zu beschlagnahmen. “ [11]

Später an diesem Tag berichteten Bob Woodward und Dan Eggen von der Washington Post ausführlicher über die Entführungsbesprechung:

„Das streng geheime Memo, das Präsident Bush am 6. August überreicht wurde, trug die Überschrift‚ Bin Laden, der entschlossen ist, in den USA zu streiken '. . . Das Daily Briefing des Präsidenten unterstrich, dass Osama bin Laden und seine Anhänger gehofft hatten, "den Kampf nach Amerika zu bringen". . .Das Memo vom 6. August. . Ich habe vermutet, dass die Anhänger von bin Laden planen, US-amerikanische Verkehrsflugzeuge zu entführen. “ [12]
Die Geschichte hatte einige Tage zuvor zu einer Pressekonferenz des Sprechers des Weißen Hauses, Ari Fleischer, geführt, in der es hieß: „Wir hätten uns nie vorgestellt, was am 11. September passieren würde, wenn die Leute diese Flugzeuge als Raketen und Waffen einsetzen.“ Seine Aussage wurde später wiederholt am Tag von National Security Advisor Condoleezza Rice, wie unten in einem Artikel von Baltimore Sun zitiert. [13]

Eine gemeinsame Untersuchung in der Geheimdienstgemeinschaft von 2003 erzählt eine andere Geschichte.
Die Ablehnungen wurden bis 2004 fortgesetzt, als Donald Rumsfeld der 9/11-Kommission sagte: „Ich wusste in den mehr als sechs Monaten vor dem 11. September nichts von Geheimdiensten, die darauf hindeuten würden, dass Terroristen kommerzielle Fluggesellschaften entführen und sie als Raketen für den Flug in das Pentagon einsetzen würden oder die World Trade Center-Türme. “ [14]

In einem gemeinsamen Untersuchungsbericht des Kongresses vom 24. Juli 2003 15 wurde jedoch darauf hingewiesen, dass die Regierung die Warnungen vor einem Terroranschlag im Land, an dem Flugzeuge als Raketen beteiligt waren, nicht beachtet hatte. Die New York Times veröffentlichte Auszüge:

„Kurz nach dem… Mai 1998… begann die Gemeinde, Informationen über das Netzwerk von bin Laden zu sammeln, das in den USA zuschlagen wollte. Viele dieser Berichte wurden in der gesamten Gemeinschaft und an hochrangige politische Entscheidungsträger in den USA verbreitet. Die Gesamtheit der Informationen wiederholte eindeutig ein konsequentes und kritisch wichtiges Thema: Bin Ladens Absicht, Terroranschläge in den Vereinigten Staaten zu starten [nachrichtendienstliche] Gemeinschaft erhielt Informationen über einen geplanten Anschlag von Bin Laden auf eine Regierungsanlage in Washington, DC ... Im September 1999 erhielt die Gemeinschaft Informationen, dass Bin Laden und andere einen terroristischen Anschlag in den Vereinigten Staaten planten, möglicherweise gegen bestimmte Wahrzeichen in Kalifornien und New York City ... Im März 2000 erhielt die Gemeinde Informationen über die Art der Ziele ... Die Freiheitsstatue wurde ausdrücklich erwähnt, ebenso wie Wolkenkratzer, Häfen, Flughäfen und Kernkraftwerke ... Im April 2001 erhielt die Gemeinde Informationen ... über diese Mülltonne Laden interessierte sich für Berufspiloten als potenzielle Terroristen. Die Quelle warnte, dass sich die USA nicht nur auf Bombenanschläge auf Botschaften konzentrieren sollten, dass Terroristen "spektakuläre und traumatische" Angriffe suchten und dass der erste Bombenanschlag auf das World Trade Center attraktiv sein würde. " [16]
Vier Tage später veröffentlichte die Baltimore Sun Folgendes:

Die Beraterin von Präsident Bush [Condoleezza Rice] teilte der Öffentlichkeit im Mai 2002 mit, dass ein Pre-Sept. 11 Geheimdienstinformationen für den Präsidenten zum Thema Terrorismus enthielten nur eine allgemeine Warnung vor Bedrohungen und größtenteils historische Informationen, keine spezifischen Handlungen, hieß es in dem Bericht.

Aber die Autoren des Kongressberichts, der letzte Woche veröffentlicht wurde, gaben an, dass der Präsident einen Monat vor den Selbstmorddelikten unterrichtet worden war. Neuere Informationen besagten, dass al-Qaida plant, Aktivisten in die USA zu schicken, um einen Angriff mit hochexplosivem Sprengstoff durchzuführen.

Bei der Pressekonferenz im Mai 2002 sagte Rice auch: „Ich glaube, niemand hätte vorhersagen können, dass diese Leute ein Flugzeug nehmen und es ins World Trade Center schleudern, ein anderes nehmen und es ins Pentagon schleudern. dass sie versuchen würden, ein Flugzeug als Rakete zu benutzen, ein entführtes Flugzeug als Rakete. “

In dem Kongressbericht heißt es jedoch, dass "die Geheimdienstgemeinschaft von mindestens 1994 bis in den Sommer 2001 Informationen erhalten hat, aus denen hervorgeht, dass Terroristen unter anderem über den Einsatz von Flugzeugen als Waffen nachgedacht haben." [17]     

[Elizabeth Woodworth, The Military Drills of September 11th: Why a New Investigation is Needed, Global Research 27.09.2007 – Google-Übersetzer, – Hervorhebungen von mir]
Fußnoten:
1 9/11 Commission Transportation Secretary Norman Mineta Testimony. 
http://www.youtube.com/results?search_query=norman+mineta
2 Colonel Robert Bowman, PhD, U.S. Air Force(ret.)
Director of Advanced Space Programs Development under Presidents Ford and Carter. Email, September 26, 2007.
3 The flight base commanders were required by the June 1st “Joint Chiefs of Staff Instruction” to seek approval from the Secretary of Defense before responding to hijackings, whereas before the rewrite they could have responded routinely. Robin Hordon, retired pilot and FAA officer, has ”emphasized that the debate has deliberately been channeled by NORAD and the government to focus on reactions to hijackings, when the real issue is the emergency condition of the aircraft well before a hijacking is even confirmed.” http://www.unexplained-mysteries.com/forum/index.php?showtopic=36598&st=90
4 Guns and Butter. Interview with Robin Hordon, former FAA ATC, Boston Center. KPFA Radio, April 18, 2007.)
 (http://www.kpfa.org/archives/index.php?arch=19792)
The original and the rewritten documents are available at 
http://www.dtic.mil/doctrine/jel/cjcsd/cjcsi/3610_01.pdf (7/31/1997: CJCSI 3610.10 and
5 “Text: Rumsfeld on NBC’s ‘Meet the Press’”, September 30, 2001. 
(http://www.washingtonpost.com/wp-srv/nation/specials/attacked/transcripts/nbctext_093001.html
6 White House News Release. “President Meets with Muslim Leaders,” Sept. 26, 2001. 
http://www.whitehouse.gov/news/releases/2001/09/20010926-8.html
7 American Free Press Service, Oct. 23rd, 2001.
 (http://www.defenselink.mil/news/newsarticle.aspx?id=44621)
8 Text: Justice Department Briefing, Washington Post, Monday, Sept. 17, 2001. http://www.washingtonpost.com/wp-srv/nation/specials/attacked/transcripts/justice091701.html  
9 What Bush Knew Before Sept. 11,” Washington, May 17, 2002 
(http://www.cbsnews.com/stories/2002/05/16/attack/main509294.shtml )
10 Ibid.
11 Ed Vulliamy. “A Bad Call?” Observer, May 19, 2002 (citing Joe Conason of the New York Observer.) 
12 Bob Woodward and Dan Eggen. “Aug. Memo Focused On Attacks in U.S.” Washington Post, May 19, 2002. 
(http://www.washingtonpost.com/ac2/wp-dyn?pagename=article&node=&contentId=A35744-2002May17&notFound=true). 
A transcript of this presidential briefing was later published by CNN: “Transcript: Bin Laden detrmined to strike in US,” April 10, 2004. 
(http://www.cnn.com/2004/ALLPOLITICS/04/10/august6.memo/index.html)
13 The White House. “Press Briefing by Ari Fleischer,” May 16, 2002. 
(http://www.whitehouse.gov/news/releases/2002/05/20020516-4.html
14 “Bush, Clinton figures defend terrorism policies,” CNN Report, March 24, 2004.
 http://edition.cnn.com/2004/ALLPOLITICS/03/23/911.commission/index.html
15 “9/11 Report: Joint Congressional Inquiry. Report of the Joint Inquiry into the Terrorist Attacks of September 11, 2001 – by the House Permanent Select Committee on Intelligence and the Senate Select Comminttee on Intelligence. 858 p. Published 2002 and publicly released on July 24, 2003. http://news.findlaw.com/hdocs/docs/911rpt/  
16 “Excerpts From Report on Intelligence Actions and the Sept. 11 Attacks,” NYT, July 25, 2003. Available for purchase at (http://www.nytimes.com/2003/07/25/national/25TTEX.html?ex=1189569600&en=87b62bfc380ea076&ei=5070 
See also, “9/11: Threats about airplanes as weapons prior to 9/11,” Dr. Matthew Robinson, Associate Professor of Criminal Justice, Appalachian State University, http://www.justiceblind.com/airplanes.html, and see, “US Received Warnings of “Airplanes As Weapons,” By Dana Priest, Washington Post, Sept. 19, 2002. http://www.globalpolicy.org/wtc/analysis/2002/0918warn.htm
(article has disappeared from the WP website and the Lexis Nexis database) See also: Michael Isikoff and Mark Hosenball, “The Secrets of September 11. The White House is battling to keep a report on the terror attacks secret. Does the 2004 election have anything to do with it?” Newsweek, April 30, 2003. The quoted material, printed in December 2002, became available to the public on July 24, 2003, at 
http://www.gpoaccess.gov/serialset/creports/pdf/fullreport_errata.pdf, and is found on pp. 124-5.
17 “9/11 report, Rice remarks in conflict: Investigators say Bush got specific data on threats,” Associated Press, July 29, 2003
18 9/11CR, p. 45.
19 9/11CR, pp. 345-6.
20 9/11CR, p. 274.
21 9/11CR, p. 273.
22 Ibid., p. 275.
23 Public hearings of the National Commission on Terrorist Attacks Upon the United States, 10th, April 13, 2004, p. 28.
 http://www.9-11commission.gov/hearings/index.htm
24 9/11CR, pp.261-2.
25 CNN Report. “Transcript: Bin Laden determined to strike in US”, Saturday, April 10, 2004. (http://www.cnn.com/2004/ALLPOLITICS/04/10/august6.memo/index.html) This transcript includes a sentence left out by the 9/11 Commission Report: “An Egyptian Islamic Jihad (EIJ) operative told – – service at the same time that bin Laden was planning to exploit the operative’s access to the U.S. to mount a terrorist strike.”
26 Public hearings of the National Commission on Terrorist Attacks Upon the United States, 9th, April 8, 2004, p. 8. 
http://www.9-11commission.gov/hearings/index.htm
27 9/11CR, p. 18.
28 9/11CR, p. 352.
29 Kevin Howe. “Expert Stresses Need for Intelligence.” Monterey County Herald, July 18, 2002. (http://web.archive.org/web/20021128002557/http://www.montereyherald.com/mld/montereyherald/3686928.htm)
30 Dennis Ryan. “Contingency planning Pentagon MASCAL exercise simulates scenarios in preparing for emergencies,” Nov. 3, 2000.http://www.mdw.army.mil/content/anmviewer.asp?a=290
31 Matt Mientka.”Pentagon Medics Trained For Strike,” U.S .Medicine, October 2001. (http://www.usmedicine.com/article.cfm?articleID=272&issueID=31)  
32 National Transportation Security Summit. Washington, DC, Oct. 30, 2001. “MTI Report S-01-02,” Mineta Transportation Institute, San José State University,2001. http://transweb.sjsu.edu/mtiportal/research/publications/documents/terrorism/Terrorism%20Symposium%202001.htm
33 Steven Komarow and Tom Squitieri. “NORAD had drills of jets as weapons,” USA Today, April 18, 2004, 
http://www.usatoday.com/news/washington/2004-04-18-norad_x.htm
34 “September 11, 2001,” The New Yorker, September 24, 2001. 
(http://web.archive.org/web/20020215175752/http://www.newyorker.com/fact/content/?010924fa_FACT)
35 Public hearings of the National Commission on Terrorist Attacks Upon the United States, 2nd, Day 2, May 23, 2003.
 (http://www.9-11commission.gov/archive/hearing2/9-11Commission_Hearing_2003-05-23.htm
This lack of cooperation with Commissioner Ben-Veniste is underscored by the fact that the 10-member Commission panel was forced to issue subpoenas to both NORAD and the FAA, and encountered “serious delays” in obtaining information from the Defense Department. “We are especially dismayed by problems in the production of records of activities of NORAD and certain Air Force commonds on Sept. 11th,” the panel reported.(In the Commission’s November 7 Press Release, 
see http://www.fas.org/irp/news/2003/11/911-110703.pdf)
A second subpoena served on the Pentagon was similarly unsuccessful in obtaining records. (Philip Shenon. 9/11 Panel Issues Subpoena to Pentagon. Washington Post, Nov. 8, 2003.
 http://nucnews.net/nucnews/2003nn/0311nn/031108nn.htm#501)  
36 Ibid.
37 9/11CR, p. 458.
38 Arkin, William M. “Code Names: Deciphering U.S. Military Plans, Programs and Operations in the 9/11 World”, Steerforth, 2005, p. 379.
39 “21st Space Wing Priorities,” Space Observer, March 23, 2001, p. 2. 
http://web.archive.org/web/20030320100542/http:/www.peterson.af.mil/21sw/observer/23mar01.pdf
40 Richard A. Clarke. “Against all Enemies: Inside America’s War on Terror”, Free Press, 2004, pp. 4-5.
42 Steven Komarow and Tom Squitieri. “NORAD had drills of jets as weapons,” USA Today, April 18, 2004, 
http://www.usatoday.com/news/washington/2004-04-18-norad_x.htm
43 John J. Lumpkin, Associated Press. “Agency planned exercise on Sept. 11 built around a plane crashing into a building,” August 21, 2002. 
http://www.boston.com/news/packages/sept11/anniversary/wire_stories/0903_plane_exercise.htm  
44 Bill Nichols, Homeland defense needs now ‘grim reality,’ Sept. 11, 2001. 
(http://www.usatoday.com/news/nation/2001/09/11/security.htm)
45 .” U.S. Devastated by Terrorist Attacks: Bush Faces Defining Moment, As Others Scramble For Advantage.” USA Today, Sept. 11, 2001. http://web.archive.org/web/20030312214742/http://www.evote.com/features/2001-09/091101attack.asp
46 See Commissioner Ben-Veniste’s long list of prior incidents, cited above.
47 9/11CR, p. 458.
48 Cooperative Research. “Complete 9/11 Timeline. Military Exercises up to 9/11.”
 (http://www.cooperativeresearch.org/timeline.jsp?timeline=complete_911_timeline&before_9/11=militaryExercises)
49 “Moments of Crisis, Part 1: Terror Hits the Towers: How Government Officials Reacted to Sept. 11 Attacks.” ABC News, September 14, 2002. http://s3.amazonaws.com/911timeline/2002/abcnews091402.html
50 Michael Bronner. “9/11 Live: The NORAD Tapes.” Vanity Fair, August 2006, p. 2. 
http://www.vanityfair.com/politics/features/2006/08/norad200608?currentPage=10
51 Richard A. Clarke. “Against all Enemies: Inside America’s War on Terror”, Free Press, 2004, pp. 4-5.
52 William B. Scott. “Exercise Jump-Starts Response to Attacks, Aviation Week & Space Technology, June 3, 2002. http://web.archive.org/web/20020917072642/http://www.awstonline.com/ or 
http://911research.wtc7.net/cache/planes/defense/aviationnow_jumpstart.htm
53 “Conversation With Major General Larry Arnold, Commander, 1st Air Force, Tyndall AFB, Florida.” Code One, An Airpower Projection Magazine, 1st Quarter, 2002. http://www.codeonemagazine.com/archives/2002/articles/jan_02/defense/
54 Michael Bronner. “9/11 Live: The NORAD Tapes.” Vanity Fair, August 2006, p. 10.
55 Robert A. Baker. “Commander of 9/11 Air Defenses Retires.” Newhouse News Service, March 31, 2005. (http://web.archive.org/web/20050519084002/http://www.newhousenews.com/archive/baker033105.html 
56 Kathleen Rehm, “Myers and Sept. 11: ‘We Hadn’t Thought About This,’” American Forces Press Service, Oct. 23, 2001. 
http://www.defenselink.mil/news/newsarticle.aspx?id=44621
57 9/11CR, p. 28.
58 9/11CR. The first 30 pages of the Commission Report alone contain statements criticizing the FAA for delays and false assumptions on pages 11, 26, 27, 29, and 30. 


im Woodworth-Artikel erwähnt:
- THE SOCIOLOGY AND PSYCHOLOGY OF TERRORISM: WHO BECOMES A TERRORIST AND WHY? (Rex A. Hudson, Federal Research Division, Library of Congress,  September 1999 – Google-Übersetzer)

9/11 War Games {56:35 – Start bei 1:46}

corbettreport
Am 11.09.2018 veröffentlicht 
Little did we know at the time, 9/11 was not a normal day of blue sky aviation. On the contrary, it was one of the busiest days in the history of American aviation, a dense forest of live fly exercises, drills, simulations, fake radar injects and utter confusion. And that was before the attacks even began. This is the story of 9/11 that you didn't watch unfold on your TV that fateful day in 2001. This is the story of the 9/11 War Games.

zu Able Archer 1983 siehe:
Propaganda, Medien und die Kriege der Guten (Post, 28.02.2019 – siehe Abschnitt »Die US-Militärs zu Beginn des Kalten Krieges «)
Die Amis spielen mal wieder mit dem Roten Knopf (Post, 02.02.2019)
ABLE ARCHER 83: Die sowjetische Kriegsangst war real (Post, 07.11.2018)
"Die geheime Geschichte der NATO-Übung, die beinahe einen Nuklearkrieg ausgelöst hätte" (Post, 28.11.2016)
- Able Archer 83: "Um Haaresbreite" (Post, 10.11.2015)

Dirk Pohlmann über "Der duale Staat: Recht, Macht und Ausnahmezustand" {2:06:59 – Start bei 41:35}

Gruppe42
Am 16.05.2018 veröffentlicht 
"Der Staat - das klingt in unseren Ohren nicht unbedingt freundlich, aber es klingt nach Recht und Ordnung. In der Schule und an der Universität erfahren wir von den ehernen Regeln der Demokratie. Gewaltenteilung, Rechtsstaat, Wahlen, parlamentarische Repräsentanz, alles scheint altehrwürdig und wohlgeregelt im Staats und Verfassungsrecht. Bis in die Details und bis in die letzten Winkel ist festgelegt, wer nach welchen Regeln für was zuständig und verantworlich ist. Dass daran nicht gerüttelt wird, dafür sorgt die Demokratie, sie bezeichnet sich selbst gerne als „wehrhaft“.
Da ist ein Begriff wie „Deep State“ oder „Dualer Staat“ störend. Er legt nahe, dass es neben dem bekannten, demokratisch legitimierten Staat noch einen anderen gibt, der nicht gewählt wird, der sich selbst ermächtig, der eingreift, wann es passt. Aber wann? Wer bildet ihn? Was tut er? Wann tötet er? Warum liest man darüber so wenig? Und warum beschäftigen sich „seriöse“ Medien damit eigentlich überhaupt nicht? Medien, Politiker und Universitätslehrer verweisen den Begriff des „parallelen Staates" gerne in den Bereich der „Verschwörungstheorien“.
Und doch ist er real. In allen Staatsformen, aber insbesondere in der Demokratie, gibt es im Unterschied zum normativen Ideal die realpolitische Existenz eines „Machtstaates“ oder „Maßnahmenstaates“, des "Deep State". Auch akademische Politologen und Rechtswissenschaftler haben sich damit beschäftigt, ausnahmslos Personen, die sich mit dem Widerspruch zwischen Realpolitik einerseits und der Idee des liberalen Rechtsstaates andererseits beschäftigt haben. Sie haben erkannt: Der „Deep State" hängt mit den Erfordernissen der Hegemonialmacht im „Grossraum“ zusammen.
Dementsprechend gibt es Länder, in denen der „Tiefe Staat“ Alltagswissen ist, z.B. die Türkei oder Italien. Dort ist die Realität des parallelen Staates so unübersehbar zutage getreten, dass auch Staatspräsidenten von ihm reden - müssen. Und es gibt Länder, in denen man in öffentlichen Ämtern nicht von ihm sprechen kann, ohne Reputation und Karriere zu riskieren.
Die staatstragenden Kräfte vieler Länder blenden diese Realität deshalb weiter aus. Oder sie versuchen es zumindest. Aber auch in diesen Ländern ist der „Deep State“ aktiv geworden. Nicht nur in Vasallenstaaten, sondern auch im Zentralreich des Hegemons selbst.
Anhand praktischer Beispiele legt der Journalist Dirk Pohlmann praktisch und theoretisch dar, was es mit dem "Deep State“ auf sich hat. Sein Vortrag ist eine Mischung aus staatsrechtlicher Analyse und Bericht, wann und wo der Deep State sichtbar geworden ist. Ein spannendes Thema, dessen Bedeutung kaum überschätzt werden kann. Es ist besser, darüber Bescheid zu wissen, als nur die Konsequenzen verständnislos erleben zu müssen.
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aktualisiert am 09.09.2019


Donnerstag, 6. September 2007

Briefmarken und Allgemeinbildung

In September und Oktober erscheinen neue Briefmarken, die uns einiges über unsere Geschichte zu sagen haben. Es lohnt, genauer hinzusehen:


50 Jahre Wissenschaftsrat

Der Wissenschaftsrat wurde am 5. September 1957 von Bund und Ländern gegründet und ist damit das älteste wissenschaftspolitische Beratungsgremium in Europa. Seine Mitglieder – Wissenschaftler und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens – beraten die Bundesregierung und die Regierungen der Länder. Sie erarbeiten Konzepte zur Entwicklung der Forschung und des Hochschulbereichs, sprechen Empfehlungen für die Finanzierung von Forschungseinrichtungen aus und befassen sich damit, wie die Konkurrenzfähigkeit wissenschaftlicher Arbeit und Lehre in Deutschland gesichert werden kann. Der Wissenschaftsrat ermöglicht einen Dialog zwischen Wissenschaft und Politik, denn in ihm wirken Wissenschaftler und Vertreter von Bund und Ländern gleichberechtigt zusammen.


250. Geburtstag Heinrich Friedrich Carl Freiherr vom und zum Stein

Heinrich Friedrich Carl Freiherr vom und zum Stein (1757-1831) war Staatsmann in preußischen Diensten und gilt als einer der bedeutendsten Staatsreformer und -modernisierer in der deutschen Geschichte. Stein beseitigte die Leibeigenschaft und setzte sich als Staatsminister für eine öffentlich kontrollierte Regierung ein, die den Bürgern gegenüber verantwortlich ist. Von den Bürgern verlangte er die Mitgestaltung des Staatswesens in Form der Selbstverwaltung. Seine Verwaltungs-, Wirtschafts- und Bildungsreformen in Preußen trugen wesentlich dazu bei, dass sich die Menschen dort nicht länger nur als Untertanen eines Königs, sondern als Bürger eines Staates sahen, mit dem sie sich identifizieren konnten.


100 Jahre Deutscher Werkbund

Im Oktober 1907 schlossen sich zwölf Künstler und Architekten sowie zwölf Firmen in München zum Deutschen Werkbund (DWB) zusammen. Ihr Ziel war es, die industrialisierte Lebenswelt "»vom Sofakissen bis zum Städtebau« nach künstlerischen Gesichtspunkten zu »veredeln«. Damit war der DWB weltweit Vorreiter für die ästhetische Gestaltung von Industrieprodukten. Dass sich heute Unternehmen um ein einheitliches Erscheinungsbild (»Corporate Identity«) bemühen und dass Industrie-Design an Hochschulen unterrichtet wird, ist in erster Linie Verdienst dieser Vereinigung. Sie setzt sich his heute mit der Gestaltung unserer Lebenswelt, besonders in den Bereichen Architektur, Design, Grafik, Fotografie, Kunsthandwerk, Städtebau, Stadtentwicklung und Landschaftsgestaltung auseinander.


Sonderbriefmarken-Serie »Weltkulturerbe der UNESCO«: Limes (Blockausgabe)

Während der römischen Kaiserzeit bestand etwa zwischen 90 und 260 n. Chr. eine künstliche Grenzlinie zwischen Rhein und Donau. Der obergermanisch-raetische Limes markierte und kontrollierte die beiden antiken Provinzen Obergermanien (Germania superior) und Rätien (Raetia) im heutigen Süd- bzw. Südwestdeutschland. 2003 nahm die UNESCO diesen 550 km langen Abschnitt der römischen Außengrenze in die Liste des Weltkulturerbes auf. Mit einer Gesamtfläche von 250 qkm bilden die ehemaligen römischen Anlagen – Legionslager, Kastelle, Wachtürme, Mauern und Erdwälle – zusammengenommen das größte archäologische Denkmal Deutschlands.

postfrisch 9/10 2007

Montag, 3. September 2007

Medizin und Mitgefühl

Sprechstunde: Die Droge Arzt

Bereits in den 1950er-Jahren lud der ungarische Arzt Michael Balint Allgemeinmediziner in London zu Seminaren ein, um sich mit ihnen über die Wirkung und Bedeutung der »Droge Arzt« auszutauschen. Der Pionier der psychosomatischen Medizin ging davon aus, dass etwa ein Drittel der Arbeit eines praktischen Arztes Psychotherapie sei, ob er diese gelernt habe oder nicht. Inzwischen haben zahlreiche wissenschaftliche Studien bewiesen: Je besser die Beziehung zwischen Arzt und Patient, desto wirksamer ist die Behandlung – unabhängig von den Symptomen, mit denen ein Patient in die Praxis kommt.

Die Einsicht, dass es nötig ist, sich einem Patienten zuzuwenden, um ihm helfen zu können, ist vielen Medizinern dennoch fremd geblieben. Und spielt in der technisch ausgerichteten und an Symptomen orientierten Ausbildung nach wie vor keine Rolle, zumindest in Deutschland. Auch das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen, das 2004 eigens eingerichtet wurde, um herauszufinden, welche Therapien nachweislich wirken, beschränkt sich darauf, bei neuen Medikamenten die Spreu vom Weizen zu trennen.

»Mit der Frage nach dem Stellenwert der Empathie für den Behandlungserfolg haben wir uns noch nicht beschäftigt«, sagt Sprecherin Anna-Sabine Ernst – als sei der Zusammenhang zwischen dem, was verordnet wird, und dem, der es verordnet, ohne jede Bedeutung.

Axel Meeßen, Leiter der Abteilung Grundsatzfragen der medizinischen Versorgung beim Verband der Angestellten-Krankenkassen (VdAK), ist davon überzeugt, »dass der häufigste Grund für das Absetzen von Medikamenten und den Abbruch einer Behandlung Probleme in der Beziehung zwischen Arzt und Patient« seien. Mitgefühl müsse daher »immer Bestandteil der ärztlichen Leistung sein« und keine extra abzurechnende »Sonderleistung«.

»Ohne Vertrauen läuft gar nichts«, bestätigt der niedergelassene Allgemeinmediziner Hans-Michael Mühlenfeld. »Um meine Patienten langfristig begleiten zu können, muss ich dafür sorgen, dass sie sich bei mir gut aufgehoben fühlen.« Der Landesvorsitzende des Bremer Hausärzteverbandes begrüßt daher die erst kürzlich zwischen Krankenkassen und Ärztevertretern vereinbarte Aufwertung der sprechenden Medizin bei der Vergütung als »ersten Schritt« für mehr Kommunikation und Mitgefühl in der Diagnostik. Darüber hinaus müsse die Fähigkeit, eine gute Arzt-Patienten-Beziehung herzustellen, ähnlich wie in Großbritannien, Teil der Ausbildung werden und auch später in der Fortbildung immer wieder trainiert werden.

Eine Bewertung von Ärzten und Krankenhäusern etwa durch Patientenverbände, Verbraucherzentralen oder Krankenkassen kann ebenfalls dafür sorgen, der vertrauensvollen Beziehung zwischen Arzt und Patient mehr Geltung zu verschaffen: Indem öffentlich gemacht wird, welche Ärzte auch zuhören können und welche nicht.
• Birgit-Sara Fabianek



Jon Kabat Zinn wuchs zur Zeit des Vietnamkriegs in den Straßen von New York auf. »Wir waren eine entschlossene, manchmal etwas wirrköpfige Generation auf der Suche nach Authentizität und Verheißung, die uns die amerikanische Gesellschaft im kalten Krieg nicht geben konnte. Im Alter von 22 Jahren las ich ein Plakat mit der Aufschrift: »Die drei Säulen des Zen«. Ich hatte keine Ahnung, was das war, ging aber zu dem Vortrag und begann zu meditieren. Und das tue ich jetzt täglich, seit über 40 Jahren«, antwortet der Mediziner auf die Frage, was ihn inspirierte, das Thema Achtsamkeit aus der buddhistischen Lehre herauszulösen und in die medizinische Versorgung zu integrieren. In Deutschland erschien zuletzt 2006 sein Buch »Zur Besinnung kommen«.


»Wir wollen auch die kranke Medizin verändern«

Über Verantwortung und Mitgefühl in der Medizin. Fragen an Jon Kabat-Zinn, Gründer der Achtsamkeitsmedizin in den USA
_________________
Von Eva Baumann-Lerch

Publik-Forum: Professor Kahat-Zinn, was verstehen Sie unter Achtsamkeit?
Kabat-Zinn: Achtsamkeit (englisch mindfulness) bedeutet: Ganz in der Gegenwart, im Hier und Jetzt zu sein. Sich seiner Gefühle, Gedanken und Handlungen voll bewusst zu werden. Dieses Gewahrsein ist ohne Wertung und kann zu einer Geisteshaltung werden, die das ganze Leben prägt.

Publik-Forum: Wie haben Sie das im Krankenhausalltag umgesetzt?
Kabat-Zinn: Wir haben es einfach probiert und geschaut, was passiert. Zuerst haben wir uns im Keller des medizinischen Instituts mit Patienten verabredet, die unzufrieden mit ihrer Behandlung waren und deren Heilung nicht voranging. Dazu haben wir Übungen aus der Atemmeditation des Zen, aus der Vipassana-Meditation und auch ein wenig Yoga zusammengestellt und mit den Patienten geübt. Danach passierte Folgendes: Menschen mit schweren chronischen Krankheiten stellten Veränderungen fest, Fortschritte, die sie vorher trotz jahrelanger Behandlung nicht machen konnten. Wir haben das dokumentiert und ausgebaut, bis ich Ende der 1970er-Jahre die Stress Reduction Clinic gründen konnte.

Publik-Forum: Bei welchen Krankheiten sind diese Übungen sinnvoll?
Kabat-Zinn: MBSR kann bei fast allen Krankheiten und in jedem Stadium angewendet werden, wenn die Patienten dafür offen sind. Wir sagen ihnen gleich zu Beginn, dass sie viel Disziplin brauchen, acht Wochen lang, etwa 45 Minuten täglich. Wir versprechen ihnen keine Heilung, nur eine größere Ruhe und Gelassenheit, mit ihrer Situation umzugehen. Aber oft erleben wir. dass die Krankheitssymptome tatsächlich zurückgehen.

Publik-Forum: Ist das nachgewiesen?
Kabat-Zinn: Wir haben eine große Anzahl an Studien, die das belegen und auch im Internet verfügbar sind. Ein Beispiel: Psoriasispatienten, also Menschen, die an Schuppenflechte leiden, wurden angehalten, während der Bestrahlung zu meditieren. Während sie also in dem Lichtkasten saßen und ihre kranke Haut bestrahlt wurde, übten sie sich in Achtsamkeit und machten sich empfänglich für das heilende Licht. Die Haut dieser Patienten heilte viermal schneller als die von Patienten einer Vergleichsgruppe, die nicht meditiert hatten.

Publik-Forum: Die Medizin ist eine hochentwickelte Wissenschaft mit beeindruckenden und präzisen technischen Geräten. Reicht das nicht?
Kabat-Zinn: Die Medizin ist von der Technik entmachtet worden. Sie achtet nicht mehr auf die Gefühle, die Geschichten, die Deutungen der Patienten, sondern bedient vor allem Geräte. Dabei gehen wichtige Hinweise und Therapiemöglichkeiten verloren. Die Selbstheilungskräfte, die in den Menschen liegen, werden dadurch nicht mehr angesprochen.

Publik-Forum: Warum bieten Sie diese Übungen in der Klinik an, statt Patienten an Meditationszentren zu verweisen?
Kabat-Zinn: Die meisten Patienten würden niemals ein Meditationszentrum betreten. Sie haben ja mit Buddhismus oder anderen Strömungen nichts zu tun, warum sollten sie auch? Sie lassen sich auf unsere Methode ein, weil sie leiden und weil sie der Autorität der Ärzte vertrauen. Außerdem soll MBSR nicht nur eine nette kleine Therapie für einzelne Patienten sein, denen sonst nichts hilft. Wir wollen auch die Medizin selbst verändern. Denn auch die Medizin leidet an einer Krankheit: Sie ignoriert die tiefe innere Wirklichkeit der menschlichen Existenz. Es war meine Vision, die gesamte Denkstruktur der Medizin und all die falschen Vorstellungen über die Arzt-Patienten-Beziehung umzukrempeln.

Publik-Forum: Sie meinen, die Krankenhäuser sind selbst krank?
Kabat-Zinn: Krankenhäuser sind Orte, die das Leiden der ganzen Gesellschaft an sich ziehen. Buddhistisch formuliert sind sie Dukkha-Magneten. Ihre Kraftfelder ziehen diejenigen an, die zu einer bestimmten Zeit am meisten leiden. Die Menschen kommen in die Klinik, wenn sie nirgendwo anders mehr hinkönnen, wenn sie keine Optionen und Ressourcen mehr haben. Kann es einen besseren Ort geben, um Wege der Achtsamkeit zu üben, zur Überwindung von Kummer und Leid?

Publik-Forum: Sie hoben diese Übungen aus der buddhistischen Meditationspraxis abgeleitet. Können sich auch gläubige Katholiken, praktizierende Muslime oder Atheisten dorauf einlassen?
Kabat-Zinn: Um MBSR zu üben, muss man weder an Karma noch an Wiedergeburt glauben. Es geht bei dieser Praxis ausschließlich darum, achtsam in sich selbst hineinzufühlen, den inneren Zustand ohne alle Wertung anzunehmen. Das hat eine heilsame Wirkung, ganz unabhängig von religiöser Überzeugung. Wege der Achtsamkeit gibt es ja nicht nur im Buddhismus, sondern auch in anderen Religionen. Denken Sie an Qi Gong, Hatha-Yoga oder christliche Kontemplation.

Publik-Forum: Sie propagieren das nicht nur für Patienten, sondern auch für Ärzte, Psychologen und Pflegende. Worum sollten Mediziner meditieren?
Kabat-Zinn: Wer meditiert, wird innerlich klar und kann sich besser in sein Gegenüber einfühlen. Ein Arzt, der achtsam und innerlich wach ist, wird zutreffendere und genauere Diagnosen stellen und passendere Therapien veranlassen.

Publik-Forum: Die Debatte dreht sich bei uns in Deutschland vor allem um den Kostendruck im Gesundheitswesen. Kann ein Arzt überhaupt mitfühlend sein, wenn er nur drei Minuten Zeit für jeden Patienten hat und im Wartezimmer zwanzig andere warten?
Kabat-Zinn: In drei Minuten geht gar nichts. Wirklich – in drei Minuten kann man unmöglich verantwortlich arbeiten. Wenn mir das als Arzt zugemutet wird, muss ich streiken oder den Job hinschmeißen. Aber wenn einem Arzt auch nur eine Viertelstunde zur Verfügung steht, kann er seine Achtsamkeit einsetzen, Kranke Menschen sind dafür sehr empfänglich. Sie sehen das am Blick, sie hören es in der Stimme, sie spüren es an der Art, wie sie angefasst und behandelt werden. Es macht einen Riesenunterschied für die Heilung, ob Ärzte gehetzt und abweisend oder präsent und mitfühlend sind.

Publik-Forum: Geht der Anspruch nicht über das hinaus, was menschlich und innerhalb des Gesundheitssystems möglich ist?
Kabat-Zinn: Wenn man Mitgefühl als Willensanstrengung betrachtet, ist es bald erschöpft. Durch die Schulung der Achtsamkeit kann sich aber ein grundsätzliches Mitgefühl entwickeln, das ohne Anstrengung einfach da ist. Dieses Mitgefühl wirkt von sich aus, es ist wie die Sonne, die nicht darauf achtet, wem sie ihre Strahlen zukommen lässt, sondern einfach wärmt und strahlt.

Publik-Forum: Was brauchen Patienten, um sich gut behandelt zu fühlen?
Kabat-Zinn: Wir wollen gesehen werden, vollständig und ohne Urteil, mit allem, was wir sind. Wir wollen Fürsorge erfahren, Mitgefühl und echte Begegnung.




Achtsamkeit trainieren

Stressbewältigung durch Achtsamkeit (Mindful Based Stress Reduction, kurz: MBSR) ist eine in den USA entwickelte Methode, Stress, Unruhe und körperliche Schmerzen durch innere Achtsamkeit zu bewältigen. Dabei handelt es sich um ein Übungsprogramm, das im Wesentlichen aus Meditationspraktiken besteht. Neben der traditionellen Sitzmeditation gehören Yogahaltungen und der sogenannte Body Scan zum Programm. Beim Body Scan wird der Körper von innen mit annehmender Aufmerksamkeit systematisch »abgescannt«. MBSR wird den Teilnehmern in achtwöchigen Kursen vermittelt. Während dieser Zeit kommen die Patienten einmal wöchentlich zu einer zweistündigen Übungssitzung zusammen. Außerdem verpflichten sie sich, täglich 45 Minuten zu Hause zu üben.

Wissenschaftliche Studien scheinen die Wirksamkeit des Programms zu belegen. Insbesondere dokumentieren sie eine Linderung von körperlichen und psychischen Symptomen, wachsendes Selbstvertrauen und Kreativität sowie eine verbesserte Immunabwehr. In den Vereinigten Staaten haben in den letzten Jahrzehnten rund 12 000 Menschen an diesen Kursen teilgenommen. Auch in Europa gibt es ein wachsendes Interesse an der Methode. Im deutschsprachigen Raum wird MBSR bereits in einigen Kliniken eingesetzt, beispielsweise am Knappschaftskrankenhaus in Essen und am psychosomatischen Zentrum Waldviertel in Eggenburg in Österreich.
• Eva Baumann-Lerch

Kontakt: MBSR-Verband unter Tel. 030/79 70 11 04 oder im Internet unter www.mbsr-verband.org

aus Publik-Forum Nr. 15/2007

Donnerstag, 30. August 2007

Klare Worte in Palästina

Helga Baumgarten lehrt Politik an der Universität Bir Zeit

Ab wann ist man Nahostexperte? Nach der Lektüre von 50 Büchern über diese Weltgegend? Oder nachdem man selbst drei Werke darüber geschrieben hat? Oder muss man mindestens ein Jahr in Jerusalem gelebt haben?

Die beiden letztgenannten Zuschreibungen treffen auf Helga Baumgarten zu, die erste vermutlich auch. Seit über 20 Jahren lebt die gebürtige Schwäbin in Ostjerusalem. Die ausgebildete Journalistin lehrt Politologie an der palästinensischen Universität Bir Zeit unweit Ramallah. Immer wieder meldet sie sich in Artikeln und Büchern zu Wort. Dreh- und Angelpunkt ihres Schaffens und Schreibens ist dabei der palästinensisch-israelische Konflikt. Helga Baumgarten sieht sich als Aufklärerin. »In den palästinensischen Gebieten und auch hier in Ostjerusalem leben wir in einem Land unter Besatzung. Viele Europäer haben die Fehlwahrnehmung, dass mit dem Beginn des Oslo-Friedensprozesses hier im Lande der Frieden begann«, fasst sie ihre Erfahrung aus Deutschlandreisen und Vorträgen vor deutschsprachigen Touristen in Jerusalem zusammen.

Haben da die ausländischen Medien versagt, indem sie in Hörern, Lesern und Zuschauern den Eindruck entstehen ließen, ab 1993 habe ein Friedensprozess begonnen? Haben es Korrespondenten versäumt, die unblutigen Seiten der israelischen Besatzung zu beleuchten? Diese sind vielfältig: Ob Palästinenser in Ostjerusalem ein Haus bauen wollen, ob Palästinenser aus Bethlehem die heiligen Stätten in Jerusalem besuchen möchten oder ein Bauer im Gazastreifen seine Schnittblumen für den Valentinstag ausführen will – allesamt benötigen sie Israels Zustimmung. »Diese Besatzung ist wesentlich intensiviert worden«, erklärt Helga Baumgarten.

Die Frau mit den kurzen Haaren scheut nicht die klaren Worte. Einmal wurde deshalb in Leipzig das Podium, auf dem sie saß, gestürmt. Immer wieder ruft sie Ereignisse in Erinnerung, die die westlichen Medien aus welchen Gründen auch immer ausblenden. Wer etwa konnte seinerzeit hören oder lesen, dass selbst Hamas-Gründer Scheich Ahmed Yassin Gespräche und Verhandlungen mit Israel angeboten hatte? Israel ging nicht darauf ein. Für Helga Baumgarten hat sich daran bis heute nichts geändert. »Wir haben keinerlei israelische Bereitschaft, wirkliche Verhandlungen mit den Palästinensern aufzunehmen«, stellt sie fest. Auch für die Staatengemeinschaft hat sie kritische Worte übrig: »Wir haben keinerlei Bereitschaft seitens des Westens, Druck auszuüben auf Israel.«

Ohne Druck aber sieht Baumgarten keine Möglichkeit für eine Wende. »Kein Staat der Welt, der die militärische und politische Stärke hat, die Israel besitzt, ist bereit, nachzugeben, wenn kein Druck auf ihn ausgeübt wird. Und dieser Druck fehlt bis heute. Die Rechnung dafür bezahlen alle Palästinenser, aber auch viele Menschen in Israel.«
■ Johannes Zang
aus Publik-Forum 15/2007

Dienstag, 28. August 2007

Wünschenswertes

Geh deinen Weg ruhig - mitten in Lärm und Hast -
und wisse, welchen Frieden die Stille dir schenken kann.

Steh mit allen auf gutem Fuß, wenn es geht,
aber gib dich selber dabei nicht auf.

Sag deine Wahrheit immer ruhig und klar,
und höre die anderen auch an,
selbst die langweilig Stumpfen -
auch sie haben ihre Geschichte.

Laute und zänkische Menschen meide.
Sie sind eine Plage für dein Gemüt.

Wenn du dich selbst mit anderen vergleichen willst,
wisse, daß Eitelkeit oder Bitterkeit auf dich warten;
denn es wird immer größere und geringere Leute geben
als dich.

Freue dich an deinen Erfolgen und an deinen Plänen.
Strebe wohl darnach, weiterzukommen, doch bleibe bescheiden:
Das ist ein guter Besitz im wechselnden Glück des Lebens.

Übe dich in Vorsicht bei deinen Geschäften:
Die Welt ist voll von Tricks und Betrug.
Aber werde dadurch nicht blind
für das, was dir an Tugend begegnet.
Es gibt so viele, die sich um Gutes bemühen,
und im Leben um dich her verbirgt sich viel Heldentum.

Sei du selbst!
Vor allem: heuchle keine Zuneigung, wo du sie nicht spürst;
doch denke auch nicht verächtlich von der Liebe,
wo sie sich wieder regt.
Sie erfährt so viel Entzauberung, erträgt so viel Dürre,
und wächst doch so voller Ausdauer immer neu wie das Gras.

Nimm den Ratschluß der Jahre mit Freundlichkeit an
und gib deine Jugend mit Anmut zurück, wenn sie endet.

Pflege die Kräfte deines Gemütes,
damit es dich schützen kann, wenn Unglück dich trifft;
aber erschöpfe dich nicht durch dunkle Vorahnungen.
Viele Ängste entstehen nur aus Erschöpfung und Verlassenheit.

Erwarte eine heilsame Selbstbeherrschung von dir,
Du bist ein Kind der Schöpfung,
nicht weniger, als die Bäume und Sterne es sind.
Du hast ein Recht darauf, hier zu sein.
Und ob du es merkst oder nicht, ohne Zweifel
entfaltet die Schöpfung sich so, wie sie es soll.

Lebe darum im Frieden mit Gott,
wie immer du ihn jetzt für dich begreifst;
und was auch immer deine Mühen und Träume sind,
in der verwirrenden Unruhe des Lebens,
halte Frieden mit deiner eigenen Seele.

Mit all ihrem Trug,
mit ihrer Plackerei
und ihren zerronnenen Träumen:
die Welt ist immer noch schön!

Lebe sorgfältig.
Versuche, glücklich zu sein.
St. Paul's Church, Baltimore, USA (1692)
Dank an Herrn W.

Dienstag, 14. August 2007

Andere Bewußtseinszustände…

Nachdem konfusius so viele tolle Bilder gepostet hat, möchte ich hier anhand eines Videos zeigen, wie einfach es ist, mithilfe bestimmter Übungen andere Bewußtseinszustände hervorzurufen und lineares Denken innerhalb von Sekundenbruchteilen zu verlassen…

Casting [0:15]

Hochgeladen am 28.05.2006
Casting de Kungfu, menudo salto!!

Bei Risiken und Nebenwirkungen schlagen Sie Ihren Arzt oder beißen den Apotheker!

Lache ess gesonnd! – Die Achte

Bahnhof

Ein Obersteiner geht im Bahnhof zum Fahrkartenschalter und sagt: „Ich hätt’ geere e Faahrkard no Frankfurt.” Daraufhin fragt der Beamte: „Frankfurt am Main oder Frankfurt an der Oder?” Antwortet der Obersteiner: „Daat ess ma egal. Ich weere am Bahnhuhf abgehuhl.”


Bloß kein 13.

Ein Idarer und ein Obersteiner unterhalten sich über das bevorstehende Weihnachtsfest. Der Idarer sagt: „Dies Johr fällt jo Heilischomend of Freedach.” Meint der Obersteiner: „Hoffentlich nedd off de 13.”


Das Geräusch

Ein Idarer will sich eine Kettensäge kaufen. Nachdem er sich umgesehen hat, entscheidet er sich für ein Modell. Der Verkäufer meint: „Gute Wahl, die packt 20 Buchen am Tag.” Drei Tage später kommt der Idarer zurück und knallt die Kettensäge auf die Ladentheke: „Wat hosste mir do fiere Scheesdreck verkaaft? Von weje 20 Buche am Daach, noch nedd een honn eech geschafft.” Der Verkäufer nimmt die Säge und startet den Motor. Darauf der Idarer: „Watt ess daat fiere Geräusch?”


Bus zu hoch

Ein Reisebus mit Idarern fährt durch den Hunsrück. Vor einer Brücke hängt ein Schild „Maximale Durchfahrtshöhe 3 Meter”. Der Busfahrer bremst scharf ab und geht den Bus nachmessen: Oje, 3,05 Meter. Er überlegt kurz, dann nimmt er Hammer und Meißel, steigt auf den Bus und beginnt die Brücke zu bearbeiten. Ein Obersteiner hält an und fragt, was Sache ist. Der Busfahrer erklärt ihm, dass ihm 5 Zentimeter fehlen, um unter der Brücke durchzukommen. „Ejjh, dann sei doch nedd soo domm onn loss eenfach e bissje Loft oss de Reefe!” Sagt der Idarer: „Datt harr eesch mir aach schon iewerläht, aber ett ess joo uuwe zuviel…”


Malermeister

Ein Obersteiner soll in der Börse das Treppengeländer streichen.
Nach drei Tagen fragt der Chef nach der Leistung. „Am erschde Daach zehn Etagen, gister 5 und heit waren’s zwo Etagen.” Der Chef ist sauer: „Warum werden es denn immer weniger?” „Ejjh, de Weech zomm Eemer wird doch aach emmer weerer…”


Nicht geschüttelt

Kommen zwei Idarer in eine Bar in Oberstein: „Martini!” Fragt der Barkeeper: „Dry?” ∙ „Nee, zwoo!”


Der Ausflug an die Mosel

Ein Idarer und ein Obersteiner Verein machen gemeinsam einen Ausflug. Aus Kostengründen haben sie einen Doppeldeckerbus gemietet. Es geht an die Mosel. Unten sitzen die Obersteiner, und schon bei Morbach ist da eine Riesenstimmung, es wird gesungen und getrunken. Nur oben, wo die Idarer sitzen, ist es verdächtig still. Das kommt dem Obersteiner Vorsitzenden doch etwas komisch vor. Er geht hoch und fragt: „Warress denn medd ouch los, dir seid so schdell und sengt aach kee Lejdcher?” Antwortet ein blasser Idarer: „Dir hodd goud lache, dir hodd Jo aach e Fahrer…”


Der Hellseher

Sitzen zwei Idarer auf einem Baum und sägen an dem Ast, auf dem sie sitzen. Kommt ein Obersteiner vorbei und meint: „Wenn dier so werra macht, lejht dier ball alle zwai off der Nas’.” „Besserwisser!”, ignorieren die Idarer den Ratschlag und machen weiter. Eine halbe Stunde später kommt der Obersteiner zurück, als die beiden Idarer aus der Böschung neben dem Baum krabbeln und sich die verstauchten Glieder reiben. Als sie den Obersteiner sehen, meint der eine: „Guck, doo kemmt de Hellseher…”

aus: Reesche Leit onn areme Deiwel

Freitag, 10. August 2007

Donnerstag, 9. August 2007

Die Stimme der Künftigen

Warum braucht die Menschheit einen Weltzukunftsrat? Fragen an den Initiator Jakob von Uexküll

Jakob von Uexküll
geboren 1944, ist der Initiator und Gründer des Weltzukunftsrates. 1980 stiftete der vormalige Briefmarkenhändler den als „Alternativen Nobelpreis“ bekannten „Right Livelihood Award“, von 1984 bis 1989 war er für die Grünen im Europäischen Parlament.
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Am 10. Mai ist auf Ihre Initiative in Hamburg der Weltzukunftsrat gegründet worden. Warum diese neue Organisation?

Wir haben den Weltzukunftsrat (WFC) gegründet, weil die Entscheidungen und Nichtentscheidungen, die heute getroffen werden, einen viel längeren und tiefgreifenderen Einfluss auf das Leben künftiger Generationen haben, als noch vor wenigen Jahren. Doch die künftigen Generationen haben keine Repräsentanz in der Weltpolitik. Deswegen tritt der WFC an, um die heutige Politik auf ihre Zukunftsverträglichkeit hin zu prüfen.

Mit welchen Instrumenten will der WFC Einfluss nehmen?

Vor allem durch die Zusammenarbeit mit Parlamentariern. Der WFC arbeitet eng mit dem Internationalen Parlamentarier-Netzwerk zusammen, Mit dieser Organisation veranstalten wir gemeinsame Hearings, wie zuletzt im November 2006 anlässlich des Weltklima-Gipfels in Nairobi. Ferner gibt es Signale aus dem Generalsekretariat der Vereinten Nationen, mit dem WFC als ständigem Beraterkreis zusammenzuarbeiten.

Dem WFC gehören fünfzig Mitglieder aus allen Erdteilen an. Welche Kriterien waren bei seiner Besetzung ausschlaggebend?

Zunächst haben wir Organisationen und Einzelpersonen um Vorschläge gebeten. So sind 500 Nominierungen bei uns eingegangen. Daraus wurden zwanzig Personen ausgewählt. Bestimmend dabei war die Repräsentanz der Erdteile und Generationen. Außerdem wollten wir Stimmen aus Regierungen und Parlamenten, aus Zivilgesellschaft, Wissenschaft, Wirtschaft und Kunst einbinden. Diese Kerngruppe hat dann die restlichen dreißig Ratsmitglieder gewählt.

Als ersten Arbeitsschwerpunkt hat der Gründungskongress des WFC den Klimawandel identifiziert. Warum dieses Thema?

Es ist das überragende Thema der Weltpolitik. Beim Klimawandel geht es nicht nur um Ökologie, sondern genauso um globale Gerechtigkeit, Sicherheitspolitik, Armutsbekämpfung, Migration. All diesen Herausforderungen können wir nur begegnen, wenn wir weltweite Klimagerechtigkeit und Klimasicherheit schaffen.

Sie haben einen Aufruf zum Ausbau erneuerbarer Energien an den G8-Gipfel formuliert Was gibt Ihnen die Hoffnung, dass dieser Appell dort wahrgenommen wird?

Es gibt bei den politischen und wirtschaftlichen Eliten einen große Orientierungsbedarf. Denn seit einigen Monaten ist das Bewusstsein dafür gewachsen, dass heute einschneidende Schritte notwendig, aber auch möglich sind.

Woher nehmen Sie Ihren Optimismus, dass noch genügend Zeit bleibt, die drohende Klimakatastrophe abzuwenden?

Kein Mensch weiß, ob die Zeit reicht. Sie ist äußerst knapp. Wir wollen dafür eintreten, dass die verbleibenden Chancen genutzt werden. Ob dies gelingt, hängt von jedem Einzelnen ab: von seinem Konsumverhalten und davon, wie er seinen politischen Einfluss als Wähler geltend macht, um den Druck aufzubauen, der für Veränderungen notwendig ist.

aus Publik-Forum 10/2007

Vorsicht, Werbung!

Mittwoch, 8. August 2007

Privatkassen wollen gegen Gesundheitsreform klagen

Die privaten Krankenversicherer (PKV) wollen gegen die Gesundheitsreform klagen. „Es ist klar, dass ein PKV-Unternehmen Verfassungsbeschwerde einreichen wird“, sagte der Sprecher der Deutschen Krankenversicherung (DKV), Frank Neuhaus. Eine Bereitschaft zur Klage hatten in den vergangenen Monaten mehrere Unternehmen erkennen lassen, darunter vor allem die großen Drei, Debeka, DKV und Allianz. Die Krankenversicherer kritisieren vor allem zwei Punkte. So sollen sie ab dem 1. Januar 2009 gezwungen werden, einen neuen Basistarif anzubieten, dessen Prämie den Höchstbeitrag der GKV (derzeit rund 520 Euro) nicht überschreiten darf. Zugleich sollen in dem Tarif jedoch – wie in der PKV üblich – Alterungsrückstellungen gebildet werden. Die privaten Versicherer halten das für nicht finanzierbar und sehen darin einen Eingriff in ihre unternehmerische Freiheit. Für rechtswidrig halten sie auch die Regelung, nach der Versicherte künftig einen Teil ihrer Alterungsrückstellungen bei einem Wechsel des Versicherers mitnehmen dürfen.
aus dem Niedersächsischen Ärzteblatt 6/2007

Montag, 6. August 2007

Warum gibt es Materie?

Kurz nach dem Urknall muss es ebenso viele Antimaterie wie Materieteilchen gegeben haben. Nach den bekannten Gesetzen der Physik hätten diese beiden Materieformen sich gegenseitig völlig vernichten müssen. Doch dann gäbe es heute keinerlei feste Stoffe, weder Sterne noch Planeten. Warum überlebte in diesem Vernichtungskampf die Materie?

Die Theorie der Antimaterie entwickelte der englische Physiker Paul Dirac 1928. Die Skepsis seiner Theorie gegenüber legte sich erst sieben Jahre später, als Carl David Anderson das erste Antiteilchen entdeckte: das Anti-Elektron oder Positron. Seitdem waren in großen Beschleunigern zu allen bekannten Teilchen deren Antiteilchen zu erzeugen. Diese verhalten sich wie Spiegelbilder zu ihren Materiepartnern: Alle Eigenschaften sind gleich, bis auf die elektrische Ladung.

Treffen zwei Vertreter der bei den Familien aufeinander, so zerstören sie sich und gehen in einem Strahlungsblitz auf. Das erklärt, warum es im Universum keine Antimaterie gibt. Doch dieses Phänomen birgt eines der tiefgreifendsten Rätsel.

Nach heutiger Kosmologie war das Universum im ersten Augenblick nach dem Urknall erfüllt mit einem unvorstellbar heißen Gas, in dem sich Strahlung, Teilchen und Antiteilchen ständig ineinander umwandelten. Durch die Expansion des Universums kühlte sich dieses brodelnde Inferno ab. Eine hundertmilliardstel Sekunde nach dem Big Bang war das Universum etwa auf die Größe unseres heutigen Sonnensystems angewachsen, die Temperatur auf eine Million Milliarden Grad gesunken. Jetzt entstanden die Elementarteilchen, wie wir sie heute kennen. Eigentlich hätte die Natur damals genauso viele Materie wie Antimaterieteilchen produzieren müssen. Wäre es so gewesen, hätten sich alle Teilchen gegenseitig vernichtet; übrig geblieben wäre nur Strahlung.

Physiker wissen heute, dass damals auf jeweils etwa zehn Milliarden Teilchen-Antiteilchen-Paare genau ein überschüssiges Teilchen kam, das den Vernichtungskampf überlebte. Dieser winzige Überschuss bildete die gesamte Materie im Universum. Woher kam diese für unsere Existenz entscheidende Vorliebe der Natur? Den entscheidenden Anstoß für eine mögliche Antwort gab 1967 der russische Physiker Andrej Sacharow. Er sagte eine Asymmetrie zwischen Materie und Antimaterie voraus, die in einem rasch expandierenden Universum zu dem heute beobachteten Überschuss führte.

Tatsächlich fanden Physiker mit Beschleunigern die erwarteten Unterschiede im Zerfall instabiler Teilchen. Aber es zeigte sich schnell, dass die Abweichungen von der vollständigen Symmetrie zu klein waren, um die heutige Materiemenge erklären zu können.

In neuen Theorien spielen Neutrinos und das Higgs-Teilchen entscheidende Rollen. Letzteres soll dafür sorgen, dass es überhaupt Teilchen mit Masse gibt. Die Existenz von nicht nur einem, sondern zwei unterschiedlichen Higgs-Teilchen könnte das Rätsel des Materieüberschusses erklären. Mit Spannung erwarten die Forscher deshalb das Anlaufen des neuen Beschleunigers LHC in Genf 2008. Mit ihm wollen sie das theoretisch vorhergesagte Higgs-Teilchen entdecken. Vielleicht werden sie noch mehr unbekannte Teilchen finden, mit denen sich die Existenz von Materie klären lässt.

aus dem Rheinischen Merkur Nr. 29 vom 19. Juli 2007 (Autor: Thomas Bührke)

Montag, 30. Juli 2007

Der Weg unserer Gesundheitspolitik

Prof. Dr. med. Karl Lauterbach hat ein Buch geschrieben: „Der Zweiklassenstaat. Wie die Privilegierten Deutschland ruinieren“ (erschienen bei Rowohlt, 14,90 Euro). Sabine Rieser hat im Deutschen Ärzteblatt (DÄ 25/2007) eine Rezension geschrieben. Einige Ärzte haben zu der Rezension Leserbriefe geschrieben. Die beiden von Priv.-Doz. H. Schellong und Prof. Serban-Dan Costa wurden im DÄ 30/2007 veröffentlicht.

Wohin der Weg des deutschen Gesundheitswesens führt, bekommen die Kliniken inzwischen zu spüren: Ausschreibungsboom ungebrochen im DÄ 30/2007.

Mittwoch, 11. Juli 2007

Medienkritik

• Tony Blair attackierte in einer Rede bei Reuter Journalisten : "Sie reagieren immer hektischer, peitschen immer bedenkenloser Themen hoch und zielen immer schamloser auf den Bauch statt das Hirn des Publikums. Wenn die Medien die wachsende Politikverdrossenheit kritisieren, dann müssen sie bei sich selber nach den Ursachen suchen", sagt Blair.
(Blair kritisiert Medienhype, Spindoktor,  13.06.2007)

In diesem Kontext auch ein Interview mit John Stauber von PRWatch, ebenfalls über Spindoktor

• Zur regierungsunkritischen Berichterstattung der US-Medien eine Analyse auf NZZ-Online

• Wer kennt Marshall McLuhan?

• Die vierte Gewalt oder Wer kontrolliert die Kontrolleure?

• Zum philosophischen Hintergrund: Aufklärung

• und damit sind wir bei Sartre:
Aus einer Zusammenfassung von »Ist der Existentialismus ein Humanismus?« (Vortrag 1945)

Die zentrale These des atheistischen Existenialismus, den Sartre im Gegensatz zu christlichen Existentialisten wie Gabriel MARCEL und Karl JASPERS repräsentiert, beruht auf der vor allem in "L'être et le néant" breit entwickelten Überzeugung, daß "die Existenz der Essenz vorangehe, oder ... daß man von der Ichheit [der Subjektivität des Individuums, seinem Bewußtsein als "Pour-soi" als cartesianischen cogito] ausgehen müsse", d.h., daß "der Mensch zuerst existiert, sich begegnet, in der Welt auftaucht und sich danach definiert". Der Autor verdeutlicht dieses Verhältnis der Existenz zur Essenz am entgegengesetzten Fall, am Modell eines beliebigen Gebrauchsgegenstandes - eines Papiermessers: seiner "Existenz" geht ein festgelegter Begriff - die Summe seiner konkreten Zweckbestimmungen und Erzeugungstechniken - voraus, auf den als seine "Essenz" der es herstellende Handwerker sich bezieht. Dieser Begriff erlaubt ihm auch, das Messer beliebig oft zu reproduzieren. Nimmt man nun, in Analogie zum Handwerker, einen "Schöpfer-Gott" an, der mit der Schaffung des Menschen in derselben Weise einen deutlichen Begriff des zu verfertigenden "Menschen" (der "menschlichen Natur" u.ä.) verbinden muß wie der Produzent (oder Benutzer) des Papiermessers, so "verwirklicht der individuelle Mensch [als Geschöpf] einen bestimmten Begriff, der im göttlichen Verstande ist", und seine "Essenz" geht seiner "Existenz" voraus. Leugnet man aber, wie Sartre, diesen Schöpfer-Gott, so ist offensichtlich, daß es keine ihrer tatsächlichen Verwirklichung vorausgehende "menschliche Natur" geben kann, da es keinen Gott gibt, um sie zu "entwerfen". Im Gegenteil, der Mensch ist lediglich so, "wie er sich konzipiert - ja nicht allein so, sondern wie er sich will und wie er sich 'nach' der Existenz konzipiert...; der Mensch ist nichts anderes als wozu er sich macht". Dieser Selbst-"Entwurf" des Menschen vollzieht sich in absoluter Freiheit und vollkommener Verantwortlichkeit. Alles menschliche Sein als "Für-sich" ist nicht nur frei, sondern ist selbst Freiheit.

"Der Mensch ist nicht zuvor, um danach frei zu sein, sondern es gibt keinen Unterschied zwischen dem Sein des Menschen und seinem Freisein." (L'être et le néant) Die Freiheit seiner Wahl, die den Menschen zwingt, sich zu "machen", anstatt zu sein, ist jedoch nicht allein die individuelle Freiheit des "Sich"-Wählens, sondern bindet darüber hinaus die ganze Menschheit. "Tatsächlich gibt es nicht 'eine' unserer Handlungen, die, indem sie den Menschen schafft, der wir sein wollen, nicht gleichzeitig ein Bild des Menschen schafft, so wie wir meinen, daß er sein soll." Der Mensch, der sich als individuelles Subjekt wählt, ist unausweichlich zugleich universaler "Gesetzgeber" und mit dem Gewicht seiner vollen und tiefen Verantwortlichkeit belastet. Dieser Schlüsselsatz des Essays entfernt sich bereits merklich von der pessimistisch-solipsistischen Grundhaltung, die in "L'être et le néant"das Besußtsein als cogito in seiner Beziehung zur "Existenz des Anderen" an zwei fundamentale Verhaltensweisen band: sie zu negieren und zu beherrschen ("Sadismus") oder sich ihr zu unterwerfen ("Masochismus"). Der Existentialismus läßt die "Wirklichkeit" des Menschen allein aus seiner "Aktivität" hervorgehen, d.h. aus seiner Freiheit, eine "kontingente [zufällige, nicht notwendige] Situation" zu transzendieren oder zu akzeptieren, in der er sich immer schon vorfindet, in die er "geworfen" ist. "Der Mensch ist nichts anderes als sein Entwurf, er existiert nur in dem Maße, in dem er sich verwirklicht, er ist also nichts anderes als die Gesamtheit seiner Handlungen, nichts anderes als sein Leben."
(aus Kindlers Literaturlexikon, Hervorhebungen von mir)

und damit sind wir bei Sigmund Freud:
Der Leser wird besser verstehen, welche besondere Bedeutung die frühe Kindheit für die Psychoanalyse hat, wenn wir auf den Grundpfeiler der psychoanalytischen Lehre, auf das Unbewußte und seine spezifische Dynamik verweisen; denn ein Hauptcharakter des Unbewußten ist die Beziehung zum Infantilen – das Unbewußte ist das Infantile (Freud, VII, 401). Mit der Entdeckung des Unbewußten hat Freud die Vorstellung, die sich die Philosophie und klassische Psychologie vom psychischen Geschehen machten, grundlegend revolutioniert. Die große Bedeutung dieser Entdeckung – die nicht ein Postulat, sondern das Ergebnis von systematischen Beobachtungen darstellt – wird erst verständlich, wenn wir uns in Erinnerung rufen, daß bis zu seiner Zeit »bewußt« und »psychisch« identisch waren (Freud, XIV, 57), man das Bewußtsein für das wesentliche Regulationssystem hielt, welches, in der Kindheit nur unvollständig ausgebildet, im Laufe der Jugendjahre seine Reife erlangt und die Grundlage für alles seelische Erleben darstellt. Neben dieser formalen Organisation existiert ein Gefühlsleben, welches seine eigenen Gesetze hat und von den Prinzipien der Bedürfnisse und Leidenschaften beherrscht ist.

Mit der Freudschen Erkenntnis kam es zu einer Umkehrung der herkömmlichen Denkkategorien und dadurch zu einer tief gehenden Verunsicherung des Menschen. Freud konnte zeigen, daß das Unbewußte die Basis allen seelischen Erlebens ist. Das grundsätzliche Infragestellen der Macht des Verstandes und des Bewußtseins und die Existenz des Unbewußten bedeutet für den Menschen eine schwer erträgliche Verunsicherung, nämlich nicht Herr im eigenen Hause zu sein, seine Gefühle und Phantasien letztlich nicht mit der Kraft des Verstandes beherrschen zu können.

aus Jochen Stork, Die Seelische Entwicklung des Kleinkindes aus Psychoanalytischer Sicht, in Tiefenpsychologie Bd. 2 (Hsg. Dieter Eicke) Hervorhebungen von mir

Der Verfall des Internet

Bruce Willis scheint einer der Leute zu sein, die zwar nichts auf aber umso mehr im Kopf haben.
Beim Spindoktor gibt’s noch weiterführende Links.

Sonntag, 1. Juli 2007

Der Psychische Apparat

Genug aufs Filpchart gemalt, hier kann man ihn sich ansehen:


Weibliche Genitalverstümmelung

Es gibt sie noch.
Zu einem Artikel im Deutschen Ärzteblatt

Freitag, 29. Juni 2007

Gegen Zwangs-QM

Das uns Ärzten von der Regierung und der dahinter stehenden QM-Lobby aufgezwungene sogenannte Qualitätsmanagement sei, so will man uns Ärzten weismachen, in der Industrie längst Standard. Dem setze ich die Manager-Kritik von Jonathan Elis und René Tissen entgegen, die in ihrem Buch „Die sieben Todsünden im Management“ feststellen: (Zitat) „verrät die Aufmerksamkeit, die dem Qualitätsmangement gewidmet wird, wie sehr die Manager der Vergangenheit verhaftet sind … In den wissensorientierten Branchen hat Qualitätskontrolle eher wenig verloren. Wie will man die Qualität von Serviceleistungen bemessen? … ISO und ITO sind die heutigen Qualitätssiegel. Dabei ist der eigentliche Sinn dieser Standards nichts als Standardisierung … Muß ein Floristikunternehmen mit 46 Angestellten seine Arbeit wirklich nach denselben Verfahrensvorschriften abwickeln wie ein multinationaler Konzern mit 250.000 Mitarbeitern? Der gesunde Menschenverstand würde Nein sagen; aber die Zertifikationsinstitute sagen Ja.“ Die ersten Auswertungen der QM-Anwendungen in Artzpraxen haben gezeigt, daß in schlecht organisierten Praxen die Qualität nach Einführung des QM gesunken ist. Dies ist doch genau das Gegenteil dessen, was – im besten Sinne interpretiert – beabsichtigt war. Die Konsequenz muß lauten: Schluß mit Zwangs-QM, Vorrang für den gesunden Menschenverstand. Der sagt nämlich (Zitat) „Sich allein auf Qualität zu konzentrieren, heißt, Manager kümmern sich ausschließlich um die greifbare Aspekte (z.B. Organisationsqualität) anstatt auch um die weniger greifbaren.“ Zum Beispiel: Wird der Patient davon gesund?
aus einem Leserbrief an das Deutsche Ärzteblatt


Durch dieses bescheuerte Qualitätsmanagement wird nur eines passieren: Es wird eine Mentalität entstehen, die der Geisteshaltung in der kommunistischen Planwirtschaft ähnelt: Jeder weiß, daß es Quatsch ist und nicht funktioniert, und jeder wird mitmachen und so tun, als ob es funktioniert. Die einzigen, die was davon haben, sind Sesselfurzer, die sich dadurch ihre Daseinsberechtigung erarbeiten und 30jährige Grünschnäbel, die keinen Bock haben, etwas mit Patienten zu tun zu haben und den Kämpfern an der Front sagen, wo’s langgeht.

Siehe auch meine Posts vom 24.2.2007 und 10.5.2006