Freitag, 30. Mai 2014

Leseempfehlungen für den 30. Mai 2014

- Nach Ehrenmord an schwangerer Frau – Vater verteidigt Steinigung seiner Tochter (n-tv, 28.05.2014)
Es war eine Liebeshochzeit, doch den Eltern der Braut passte die Ehe nicht. Deswegen bewerfen Familienmitglieder und Dutzende weitere Menschen die junge Schwangere mit Steinen, bis sie stirbt - zu Recht, wie ihr Vater findet. 

- Familie steinigt schwangere Frau - Vater sieht sich im Recht (Huffington Post, 29.05.2014)
Man vermag sich nicht vorzustellen, was in den Köpfen solcher Menschen vorgehen muss: Nach der Steinigung seiner schwangeren Tochter in der ostpakistanischen Metropole Lahore hat der Vater der 25-Jährigen die Tat als gerechtfertigt verteidigt. Ein Polizeisprecher sagte am Mittwoch, der Vater habe die Tötung seiner Tochter am Vortag gestanden. Er habe zur Begründung angegeben, dass deren Liebesheirat Schande über die Familie gebracht habe.

- Auch in Entwicklungsländern – Jeder dritte Erdenbürger ist zu dick (n-tv, 29.05.2014)
Der Anteil der zu schweren oder gar fettleibigen Menschen steigt weltweit sogar schneller an als der Bevölkerungszuwachs. Über die Hälfte aller besonders stark übergewichtigen Menschen lebt in zehn Ländern - dazu gehört auch Deutschland.

- Studie zu Übergewicht – Jeder zweite Deutsche wiegt zu viel (Süddeutsche, 29.05.2014)
Egal ob Industrie- oder Entwicklungsland: Auf der ganzen Welt sind immer mehr Menschen übergewichtig oder fettleibig. Vor allem im Nahen Osten gibt es Probleme, aber auch die Deutschen sind zu dick - bereits im Kindes- oder Jugendalter. 

- Erschreckende Studie: Fast ein Drittel der Weltbevölkerung ist übergewichtig oder fettleibig (Huffington Post, 29.05.2014)
Es ist eine erschreckende Bestandsaufnahme - und eine bizarre noch dazu, wenn man bedenkt, dass Abermillionen von Menschen auf der Welt hungern müssen: Fast ein Drittel der Weltbevölkerung ist übergewichtig oder fettleibig. Das geht aus einer Studie hervor, in der Daten aus über 180 Ländern ausgewertet wurden. 
Wogen 1980 noch 857 Millionen Menschen weltweit zu viel, waren es 2013 bereits 2,1 Milliarden Menschen. Das ist wesentlich schneller als der Anstieg der Weltbevölkerung. Die Entwicklung treffe auf Industrie- und Entwicklungsländer gleichermaßen zu, schreiben die Autoren der Studie.

siehe auch:
Ist Adipositas doch Willensschwäche? (HAPP Hannover, 28.05.2014)
Obwohl Gewichtsreduktion durch Reduktion der Kalorienzufuhr und Erhöhung des Kalorienverbrauchs scheinbar einfach zu erreichen ist, zeigen konservative Maßnahmen zu Gewichtsreduktion und -erhalt doch nur eine begrenzte Wirksamkeit. Bei der Mehrzahl der Betroffenen kommt es nach Beendigung eines Therapieprogramms zu einem Wiederanstieg des Körpergewichts – oft bis zum Ausgangsgewicht oder sogar darüber. Längerfristige dauerhafte Veränderung der Ernährungs- und Bewegungsgewohnheiten scheinen mit den gängigen Programmen schwer erreichbar zu sein. Bei morbid adipösen Patienten werden daher zunehmend bariatrische Operationen durchgeführt, hier das bislang einzige Gewichtsreduktionsverfahren mit mittel- und langfristigem Erfolg beeinflussen.

- Deutsche Bank – Spekulation mit Nahrungsmitteln ist böse - oder? (Süddeutsche, 29.05.2014)
Die Deutsche Bank verschärft die Lage für hungernde Menschen, weil sie mit Agrarrohstoffen spekuliert - diesen Vorwurf erheben Kritiker. Ob das stimmt, ist heftig umstritten. Zwei Fachleute geben Pro und Contra.  

- Moderner Glaube – Warum Religion gut tut (Süddeutsche, 28.05.2014)
Therapeuten, Mediziner, Hirn- und Sozialforscher sagen: Glauben tut gut. Wer fromm ist, lebt gesünder, wiegt weniger und hat einen niedrigeren Cholesterinspiegel als Ungläubige. Der Glaube als Teil der Wellness- und Fitness-Bewegung? Eine gruselige Vorstellung.  


Kōan-Beispiel Hirschhausen: »Wenn ein Mann durch den Wald läuft, und es ist keine Frau in der Nähe, ist er dann trotzdem im Unrecht?« [4:40] LOL!
Polenski: »Man ist immer bestrebt, irgendeine Form zu halten, das ist unglaublich anstrengend.« [5:40] 
»Am Anfang weiß man nicht, was man will, man weiß nur, was man nicht will.« [6:55]
Polenski, Beispiel für Nichtstun: »Ich spüre in mir Gier, ich will jetzt unbedingt das und das. Oder: Ich will jetzt unbedingt gut aussehen. Oder: Ich hab’ eine Traurigkeit in mir. Und jetzt muß ich was machen, und dann entsteht Aktionismus. Und ich geh’ in die Welt hinaus, ich mach’ Karriere, ich flirte, ich mach’ dies und das. Ich bin die ganze Zeit in Bewegung. Und jetzt das Gegenteil: einfach anhalten, nichts zu tun. Das gibt erst mal ’n Ruck. Dann spürt man sich: Mann, das bin ich auch. Ich lauf’ nicht mehr weg. Nach einer gewissen Zeit der Übung löst sich diese Emotion auf… wie so ’ne Wolke.… Und dann: blauer Himmel…« […]
»Ich schaue kleine Dinge mir großen Augen an, und große Dinge haben auf einmal keine Bedeutung mehr…«
»Der Punkt ist ja nicht: das Wesentliche kostet uns alle Kraft und Energie, sondern das Unwesentliche, der Krimskram rundherum. Wie komme ich in dieses Wesentliche? Dadurch, daß ich in Kraft und Stille sitze. Es ist nicht nur die Stille sondern auch die Kraft. […] Zur Kraft komme ich, wenn ich eine richtige Haltung einnehme.«

- Amazon bezeichnet Druck auf Verlage als “legitime Verhandlungstaktik” (ZDNet, 28.05.2014)
Amazon hat erstmals zu den Verhandlungen mit Hachette Stellung genommen. Sie wurden durch verzögerte Lieferungen und eine geringere Präsenz der Bücher dieser Verlagsgruppe in der Website des Onlinehändlers öffentlich – und führten zu lautstarken Vorwürfen, dass Amazon seine Marktmacht missbrauche.

- China wirft USA massive Cyberspionage vor (ZDNet, 28.05.2014)
China wirft den USA massive Internet-Spionage vor. Einer Untersuchung der China Academy of Cyber Space zufolge sollen die Vereinigten Staaten nicht nur die chinesische Regierung und hochrangige Politiker überwachen, sondern auch “chinesische Firmen, Forschungseinrichtungen, einfache Netzbürger und eine große Zahl von Handynutzern”, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters.

- Bericht: Peking drängt chinesische Banken zur Stilllegung von IBM-Servern (ZDNet, 27.05.2014)
Die chinesische Regierung drängt die Banken des Landes offenbar dazu, High-End-Server von IBM durch chinesische Modelle zu ersetzen. Wie Bloomberg unter Berufung auf “mit der Sache vertraute Personen” berichtet, prüfen die Chinesische Volksbank sowie andere Regierungseinrichtungen, inklusive des Finanzministeriums, ob der Einsatz von IBM-Servern bei Handels- und Geschäftsbanken des Landes Chinas Finanzsicherheit gefährdet. 

- Alarmierende Sicherheitsmängel bei Atomtransporten durch Hamburg (Schattenblick, 28.05.2014, Pressemitteilung Robin Wood)
Seit Februar dieses Jahres sind in offenbar fünf Fällen Atomtransporte durch Hamburg wegen Sicherheitsmängeln gestoppt worden. Es habe "einige Fälle" mit "Mängeln an den Transportcontainern" gegeben, so dass "Beförderungsverbote ausgesprochen wurden", teilte der Hamburger Senat in seiner Antwort auf eine Kleine Anfrage der Linken-Abgeordneten Dora Heyenn und Christiane Schneider mit (Drs. 20/11730). Bei den insgesamt 61 Atomtransporten seit Anfang Februar 2014 wurden 32 Kontrollen durchgeführt. Dabei wurden in 17 Fällen Sicherheitsmängel festgestellt. Das heißt: Mehr als die Hälfte der Atomtransporte durch Hamburg wies sicherheitsrelevante Mängel auf!

- Syrien: UN mit ihrem Latein am Ende - Sicherheitsrat erwägt Übertragung an ICC (Schattenblick, 27.05.2014, IPS-Tagesdienst vom 27. Mai 2014)
New York, 27. Mai (IPS) - Die Vereinten Nationen sind mit ihren Bemühungen, eine Lösung für den Bürgerkrieg in Syrien zu finden, an einem Endpunkt angelangt. Verantwortlich für die Sackgasse sind der Stillstand der Friedensgespräche und die fortgesetzte Pattsituation im UN-Sicherheitsrat.

- Aus Erfahrung klug (Schattenblick, 27.05.2014, Philipps-Universität Marburg - 27.05.2014)
EU-Projekt mit Marburger Wissenschaftlern untersucht traditionelles Wissen von Bauern über nachhaltige Landwirtschaft 

- Aktuelle Studie: Themenblogger wollen Trends aufzeigen und erklären statt kritisieren (Schattenblick, 26.05.2014, Universität Hohenheim - 26.05.2014)
Universität Hohenheim untersucht das Selbstverständnis von Themenbloggern und ihr Verhältnis zum Journalismus 
Sie sind gut ausgebildet, schreiben vorzugsweise über Kultur oder Technik und Internet und haben den Anspruch, komplexe Themen verständlich aufzubereiten. In einer aktuellen Studie im Auftrag des Deutschen Fachjournalisten-Verbands (DFJV) beleuchtet Kommunikationswissenschaftler Prof. Dr. Michael Schenk von der Universität Hohenheim Arbeit und Selbstverständnis von Themenbloggern. Die Frage, ob Blogger Journalisten sind, wird derzeit kontrovers diskutiert. Die Studienteilnehmer würden sie mehrheitlich bejahen.

- "Die Sendung mit der Maus" als weltweit prägendstes Kinderprogramm nominiert (Schattenblick, 27.05.2014, Westdeutscher Rundfunk Köln (WDR) - Pressemitteilung vom 27. Mai 2014)
"Die Sendung mit der Maus" (WDR) ist von TV-Experten aus aller Welt im Rahmen des 50. PRIX JEUNESSE INTERNATIONAL in der Kategorie "Prägendstes Programm" nominiert worden. 






Die Einfachheit, mit der komplizierte Zusammenhänge dargestellt werden, finde ich auch heute noch genial. (Wahrscheinlich sind deshalb drei Viertel der Zuschauer Erwachsene [Quelle: Kinderfernsehforschung], siehe auch Das Magazin "Die Sendung mit der Maus": Analyse einer Redaktions- und Sendungskonzeption [googleboooks]). Den Originalversuch zur Kettenreaktion habe ich hier gefunden… [ab 9:30]

- Vom Chaos zur Ordnung: Wie Ameisen ihre Nahrungssuche optimieren (Schattenblick, 29.05.2014, Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung - 26.05.2014)
Ameisen sind zu komplexen Problemlösungen fähig - und ihre Strategien könnten breite Anwendung in Optimierungstechniken finden. Eine einzelne Ameise wandert bei der Nahrungssuche nach dem Zufallsprinzip herum, wie Biologen feststellten. Im Kollektiv aber zeigen die Ameisen ein weit hierüber hinaus reichendes Verhalten, wie jetzt eine mathematische Studie zeigt: Ab einem bestimmten Punkt verändern sich die Bewegungsmuster der Tiere vom Chaos zur Ordnung. Dies geschieht überraschend wirkungsvoll durch Selbst-Organisation. Das Verhalten der Ameisen zu verstehen könnte helfen bei der Analyse ähnlicher Phänomene - etwa wie Menschen sich im Internet bewegen. 

- KUBICKI zum Generalbundesanwalt (Schattenblick, 29.05.2014, fdk - freie demokratische korrespondenz 320/2014 - 28. Mai 2014)
Berlin. Zu den Medienberichten, Generalbundesanwalt Harald Range wolle nicht in der NSA-Affäre ermitteln, erklärt der stellvertretende FDP-Bundesvorsitzende WOLFGANG KUBICKI: "Die beabsichtigte Entscheidung der Generalbundesanwaltschaft, kein Ermittlungsverfahren gegen Verantwortliche der NSA und des britischen Geheimdienstes GCHQ einzuleiten, ist eine Bankrotterklärung des Rechtsstaates gegenüber kriminellen Aktivitä- ten, die sich gegen die Bürgerinnen und Bürger der Bundesrepublik Deutschland gerichtet haben. Welche Ergebnisse mögliche Ermittlungen haben könnten, kann man erst beurteilen, nachdem die Ermittlungen durchgeführt wurden. Man hat bei der Generalbundesanwaltschaft den Eindruck einer vorauseilenden Feigheit vor dem Freund. Als rechtschaffender Bürger unseres Landes kann man sich nur schämen."

- SPD-Agrarkonferenz sendet klares Signal gegen Gentechnik (Schattenblick, 29.05.2014, Pressemitteilung der SPD-Landtagsfraktion vom 27.05.2014)
Arnold und Priesmeier: Ländlicher Raum ist mehr als Landwirtschaft Die agrarpolitischen Experten der SPD in Bund und Ländern fordern einen umfassendes Nein der Bundesregierung zur grünen Gentechnik und auch zur Genforschung. Von der zweitägigen Konferenz der Agrarsprecher gehe ein klares Signal aus, betont der Gastgeber und agrarpolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Horst Arnold: "Es gibt eine deutliche Position in unserer Gesellschaft und auch in der Landwirtschaft, dass Gentechnik auf absehbare Zeit in Deutschland keine Akzeptanz finden wird. Deshalb sind wir auch dafür, dass nicht einzelne Bundesländer aus der Gentechnik aussteigen, sondern gleich die Bundesrepublik komplett."

- Schattenspiele um die transatlantische Staatsräson (Schattenblick, 28.05.2014)
Folgt man dem Wortlaut der Nachrichtensendungen, dann scheint niemand in der Bundesrepublik zu wissen, ob die Streitkräfte der USA nur im rheinland-pfälzischen Luftwaffenstützpunkt Büchel Atomwaffen lagern oder auch an anderer Stelle in der Bundesrepublik einsatzfähige Nuklearsprengköpfe vorrätig halten. Nichts Genaues weiß man nicht, scherzt der Bürger an dieser Stelle und bezieht die Bundesregierung automatisch in seinen Verdacht ein, wie so oft von der US-Regierung im unklaren gelassen zu werden. Dies scheint auch aus einer Anfrage der Grünen im Bundestag hervorzugehen, die angesichts der geplanten Modernisierung der US-Kernwaffen in Deutschland laut der Grünen-Sicherheitspolitikerin Agnieszka Brugger erbracht hat, daß die Bundesregierung zum einen die atomare Abrüstung verlange, während sie zum andern an der "nuklearen Teilhabe" der Bundeswehr festhalte [1], bei der deutsche Kampfbomber US-amerikanische Atomwaffen ins Ziel bringen sollen.

- Änderung des Umweltstatistikgesetzes beschlossen (Schattenblick, 29.05.2014, Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit - Berlin, 28. Mai 2014)
Das Bundeskabinett hat heute das vom Bundesumweltministerium vorgelegte "Gesetz zur Änderung des Umweltstatistikgesetzes (UStatG)" beschlossen. Mit der Gesetzesänderung schafft die Bundesregierung die notwendigen Voraussetzungen, um ihre Berichtspflichten zu Treibhausgasemissionen zu erfüllen, die sich aus der Klimarahmenkonvention und dem Kyoto-Protokoll ergeben.

- Ist eine "anlasslose, flächendeckende Speicherung von Daten" mit dem deutschen Grundgesetz vereinbar? (Telepolis, 29.05.2014)
Wie sich ein ehemaliger Verfassungsrichter im NSA-Untersuchungsausschuss an seine eigenen Urteile nicht mehr erinnern will 

- Nö. Tschö. (lawblog.de, 28.05.2014) 
Wollen es sich die Ermittlungsbehörden in Sachen NSA einfach machen? Generalbundesanwalt Harald Range ist nach Medienberichten der Auffassung, er könne sowieso nicht herausfinden, ob und in welchem Umfang amerikanische und englische Geheimdienste (illegal) in Deutschland operieren. Angeblich stünden weder Zeugen noch Dokumente zur Verfügung. Deshalb wolle Range nach monatelangen Vorermittlungen gar nicht erst ein förmliches Verfahren einleiten.

- "Unser Medienplan sieht vor, euch bis zum Tod zu attackieren" (Telepolis, 29.05.2014)
Das kokette Spiel mit der Gewalt - Der Front National und das Feindbild der System-Journalisten 
Seit Sonntagabend dominiert der Front National die französischen Medien. Bekannte Parteivertreter, der alte Frontmann und Gründer Jean-Marie Le Pen und seine Tochter Marine, reagieren auf das neue Interesse der Journalisten, wie es lange Zeit Gekränkte tun, herablassend und giftig. Der Ton wird ruppiger.

- "Amerika muss immer führen" (Telepolis, 29.05.2014)
US-Präsident Barack Obama meldet in einer Grundsatzrede den globalen Führungsanspruch der USA an und will dabei nicht alleine auf militärische Macht setzen
 Nach dem großen Druck, den das Weiße Haus im Rahmen der Ukraine-Politik nicht nur auf Russland, sondern gleichermaßen auf die EU, die Nato, die OSZE und den IWF ausgeübt hatte, war schon klar geworden, dass der wegen seiner bislang eher zurückhaltenden Außenpolitik in den USA unter Kritik stehende US-Präsident Barack Obama versucht, den Schalthebel wieder umzuwerfen und zur Durchsetzung der US-Interessen einen dritten Weg zwischen Isolationismus und Interventionismus zu gehen. 

- USA – McCain nennt Obamas neue Außenpolitik unzuverlässig (ZEIT Online, 29.05.2014)
Nach Auffassung von Präsident Obama sollen die USA kein Weltpolizist mehr sein. Damit bringt er die Republikaner gegen sich auf, sie fürchten um das "starke Amerika".

- Chaos in Abchasien (Telepolis, 29.05.2014)
Rebellen vertreiben Präsidenten – Hintergrund ist möglicherweise die Rückkehr georgischer Flüchtlinge 
Abchasien ist ein Gebiet im westlichen Kaukasus, das von 1931 bis zum Ende des Kalten Krieges als Autonome Republik zur Georgischen Sozialistischen Sowjetrepublik gehörte. Nachdem sich die Sowjetunion Ende 1991 auflöste, erklärte Wladislaw Ardsinba, der damalige Vorsitzende des Obersten Sowjets der Autonomen Republik, das Gebiet am 23. Juli 1992 für unabhängig. Danach kam es zu einem Krieg gegen Georgien, an dem sich auf Seiten der teilweise moslemischen Abchasen auch tschetschenische Wahabiten unter Führung des Terroristen Schamil Bassajew beteiligten.

- Financial Times gegen Thomas Piketty (Telepolis, 28.05.2014)
Die Aussagen Pikettys seien von den Zahlen nicht gedeckt, allerdings sind auch die Vergleichszahlen der FT systematisch falsch 
Die Financial Times ist in Sachen internationale Ökonomie weltweit vermutlich die einflussreichste private Publikation. Dementsprechend hat ihre ökonomische Abteilung einiges an Ruf zu verlieren, und genau das könnte ihr mit einer Kritik an Thomas Pikettys "Capital in the 21st Century" gelungen sein, die zwar nicht völlig aus der Luft gegriffen ist, in ihrer schärfsten Aussage aber doch entweder Unkenntnis oder böse Absicht offenbart.

- Nigeria: Hilfloses Militär? (Telepolis, 28.05.2014)
Angeblich weiß man, wo die von Boko Haram entführten Schulmädchen gefangen gehalten werden, wagt aber keinen Befreiungsversuch 
Am 15. April entführte die salafistische Anti-Bildungs-Sekte Boko Haram 276 Schulmädchen. Das lenkte viel Aufmerksamkeit auf die Terrorgruppe, die vorher trotz Tausender Todesopfer nur wenig Beachtung gefunden hatte.

- Wenn Journalisten nicht für Online-Inhalte ihres Mediums zahlen wollen (Telepolis, 28.05.2014)
Überraschendes Ergebnis einer Umfrage, vor allem TV- und Hörfunkjournalisten scheinen von dem, was sie in ihrem Sender machen, nicht viel zu halten 
Eine Umfrage unter Journalisten brachte Überraschendes. Für die Studie "Medienmacher 2014 – Recherche, Qualitätsanspruch und Finanzierung im digitalen Alltag" wurden von der der Online-Rechercheplattform ResponseSource.de über 1300 hauptberufliche Journalisten befragt.

- Blocks und Blockaden (der Freitag, 29.05.2014)
China/Russland - Moskau setzt angesichts gestörter Beziehungen zum Westen auf den Osten und findet mit der Pekinger Führung einen strategischen Partner, der ebenfalls Beistand sucht

- Vier alte Männer in engen Anzügen (der Freitag, 29.05.2014)
Musik – Kraftwerk gehört zur unkritisierbaren Elektropop-Avantgarde. Warum das ein Fehler ist, erklärt Timon-Karl Kaleyta, Kopf der gefeierten Band Susanne Blech

- Modern, toll, ekelhaft (der Freitag, 27.05.2014)
Würdigung – Louis-Ferdinand Céline ist eine der ambivalentesten Gestalten der Literaturgeschichte. Heute wäre er 120 Jahre alt geworden 

- Rechtsradikalismus – Die Ukraine stellt Europa bloß (Cicero, 28.05.2014)
Die Europäische Union sollte sich etwas schämen. Monatelang unterstellte sie der Ukraine Rechtsradikalismus. Nach der Europawahl zeigt sich: Diese Behauptung war nicht nur falsch, die Rechten sitzen zudem im Westen. Ein Kommentar

http://agentluxe.com/wp-content/uploads/2012/06/helmut-newton-1.jpg
gefunden bei: Helmut Newton – A Legendary fashion photographerPosted on June 20, 2012
- Helmut Newton: Ausstellung zu Sex und Landschaften (Cicero, 28.05.2014)
Im Sommer 2014 feiert die Helmut Newton Stiftung im Berliner Museum für Fotografie ihr zehnjähriges Bestehen. Als Eröffnungsausstellung bestimmte Helmut Newton damals, kurz vor seinem Tod, „Us and Them“ und „Sex and Landscapes“. Nun, zum Jubiläum zehn Jahre später, wählt die Stiftungspräsidentin June Newton wiederum die gleiche Kombination und betont damit die Kontinuität der Stiftungsarbeit sowie die Zeitlosigkeit des Newton’schen aber auch des eigenen Werkes.

- Europawahl – Die Mathematik hebelt das Grundgesetz aus (Cicero, 28.05.2014)
Bei der Europawahl waren die Stimmen extrem unterschiedlich viel wert. Denn das Verfahren, nach dem die Mandate vergeben wurden, taugt nicht für eine Wahl ohne Sperrklausel. Dem Bundesverfassungsgericht war das offenbar egal

- Ukraine-Krise – Wir brauchen wieder eine Wehrpflicht (Cicero, 23.05.2014)
Nach dem Zerfall der Sowjetunion setzte sich fest: Deutschland ist von Freunden umgeben, die Aufgabe der Landesverteidigung hat sich erledigt. Diese Annahme war falsch, schreibt der renommierte Sicherheits-Kommentator Karl Feldmeyer in der neuen Ausgabe von Cicero

- Hatz auf Hoeneß – Wie das Netz den Ton in den Medien diktiert (Cicero, 19.05.2014)
Aus bösen Tweets werden am nächsten Tag Überschriften in den Tageszeitungen: Der Fall Hoeneß zeigt, wie sehr die (Un-)Sitten der virtuellen Welt inzwischen auch das echte Leben bestimmen

- Aktienmärkte – Außer Kontrolle: Computer treiben Börsen in Richtung Crash (Deutsche Wirtschafts Nachrichten, 29.05.2014)
Die Warnung der EZB vor einem Börsen-Crash könnte mit einem rasanten Anstieg des Computerhandels zu tun haben: Die sogenannten Algos erzeugen immer höhere Fantasiepreise. Die kleinste Überraschung - etwa bei den Zinsen - kann das System gefährden. Gut möglich, dass die Entwicklung außer Kontrolle geraten ist.

- Europa – Frankreich auf der Kippe: Ganz schlechte Zahlen und kein Rezept (Deutsche Wirtschafts Nachrichten, 29.05.2014)
Frankreich bleibt unter Druck: Am Mittwoch musste die Regierung einen neuen Rekord bei der Arbeitslosigkeit melden. Langfristig ist die Wirtschaft in Frankreich seit dem EU-Beitritt gekippt. Jetzt ist die Regierung ratlos. Marine Le Pen wartet, bis ihr die reifen Früchte in den Schoss fallen. Der Absturz wäre jedoch zu vermeiden gewesen.

- EU-Parlament – EU: Le Pen, Wilders und die FPÖ gründen rechtes Bündnis (Deutsche Wirtschafts Nachrichten, 29.05.2014)
In Brüssel stehen die rechten Parteien vor der Bildung einer Fraktion. Marine Le Pen fehlen noch zwei Länder. Es wäre die erste rechte Fraktion im EU-Parlament. Ob die NPD auch in das Bündnis aufgenommen wird, ließ Le Pen zunächst unkommentiert.

- Europa – Krise in Italien: Konkurse und viele Suizide von Unternehmern (Deutsche Wirtschafts Nachrichten, 29.05.2014)
Die Krise kehrt nach Italien zurück: Im Jahr 2013 schlossen in Italien jeden Tag rund 54 Unternehmen. Besonders tragisch: Die Zahl der Suizide von Unternehmern in kleinen und mittleren Betrieben steigt dramatisch. Die meisten verzweifeln wegen ihrer Schulden.

- Verschlüsselung – Ist TrueCrypt noch sicher? (ZEIT Online, 29.05.2014)
Die Entwickler von TrueCrypt warnen davor, das Verschlüsselungsprogramm zu nutzen. Ältere Versionen wurden entfernt. Fachleute rätseln, ob es sich um einen Hack handelt.

- Sexuelle Gewalt – Verzögerten Polizisten die Suche nach Vergewaltigungsopfern? (ZEIT Online, 29.05.2014)
Zwei junge Mädchen sind in der nordindischen Provinz Uttar Pradesh erhängt aufgefunden worden. Mehrere Männer sollen sie zuvor schwer missbraucht haben.

- UN-Bericht – Syrien wird Chemiewaffen nicht fristgerecht zerstören (ZEIT Online, 29.05.2014)
Probleme mit dem Abtransport: Weil das Assad-Regime darauf besteht, dass die Waffen auf dem Landweg transportiert werden, verzögert sich die Zerstörung, warnen die UN.

- Menschenführung im Unternehmen mit Stil oder Stiel? (Huffington Post, 29.05.2014)
Glaubt man diversen Umfrageergebnissen, sorgen Manager und Mitarbeiter in Deutschland gemeinsam für ein eher demotivierendes Arbeitsklima. Warum sind Unternehmen trotzdem überwiegend erfolgreich?




- Warum Sie Glück niemals finden werden (Huffington Post, 29.05.2014)
Glück ist eines der Dinge, die wir im Leben am meisten herbeisehnen, für die wir im Leben am meisten Zeit aufwenden. Ich würde sogar wetten, dass Sie jetzt, in diesem Moment, auch nach Glück suchen. Wenn ja, hasse ich mich selbst dafür, Ihnen nun mitzuteilen, dass Sie es wohl nie finden werden.


Ständig steigender materieller Wohlstand ist das Glücksversprechen der westlichen Kultur. Dieses einzulösen, wird immer schwieriger. Dafür gibt es viele Gründe. Doch was geschieht, wenn dieses Glücksversprechen nicht mehr erfüllt wird? Solange die Bevölkerungen der früh industrialisierten Länder darauf ausgerichtet bleiben, ihren materiellen Wohlstand zu mehren, wird dessen Rückgang zu heftigen Reaktionen führen - bis hin zur Infragestellung der freiheitlich-demokratischen Ordnung. Solchen Reaktionen gilt es vorzubeugen oder sie zumindest zu dämpfen. Deshalb sollten materielle Wohlstandseinbußen durch nicht-materielle Wohlstandsformen ausgeglichen werden. (Info-Text)

- Aufruf: Würde ist unteilbar – gegen Ausnahmen vom Mindestlohn (annotazioni.de, 28.05.2014)
Deutschland wird einen allgemeinen gesetzlichen Mindestlohn bekommen – doch drohen mindestens Jugendliche und Langzeitarbeitslose von diesem ausgenommen zu werden. Am heutigen Mittwoch hat in Berlin ein breites Bündnis mit einem Aufruf Position gegen solche Ausnahmen bezogen. Wir dokumentieren den Aufruf, der sich an Bundesregierung, Bundesrat und Abgeordnete des Bundestags richtet.

- 20 Jahre "Rolling Stone": Mehr Seiten, mehr Themen - mehr Rock'n'Roll (Horizont.net, 28.05.2014)
Sind Straßenkicker die letzten echten Helden des Fußballs? Und warum sehen Geigerinnen eigentlich wie Pop-Sternchen aus? Antworten darauf verspricht die aktuelle Ausgabe des "Rolling Stone", mit der das Axel Springer Mediahouse Berlin das 20-jährige Jubiläum des Musikmagazins feiert. Ein Geschenk gibt es auch: Künftig erscheint das Heft monatlich mit 16 Seiten mehr.


The Rolling Stones performing "Sympathy For The Devil", live at the Trans World Dome, St Louis, Missouri, December 12 1997. "Sympathy For The Devil" was originally featured on the 1968 album Beggars Banquet and was composed by Jagger/ Richards. This version features Mick Jagger on vocals, Keith Richards on guitar, Charlie Watts on drums, Ronnie Wood on guitar, Darryl Jones on bass, Chuck Leavell on piano, Lisa Fischer and Bernard Fowler on backing vocals, Blondie Chaplin on backing vocals and percussion, Bobby Keys and Tim Ries on saxophone, Michael Davis and Kent Smith on horns. (youtube Info-Text)

Please allow me to introduce myself
I'm a man of wealth and taste
I've been around for a long, long year
Stole many a man's soul to waste

And I was 'round when Jesus Christ
Had his moment of doubt and pain
Made damn sure that Pilate
Washed his hands and sealed his fate

Pleased to meet you
Hope you guess my name
But what's puzzling you
Is the nature of my game

I stuck around St. Petersburg
When I saw it was a time for a change
Killed the czar and his ministers
Anastasia screamed in vain

I rode a tank
Held a general's rank
When the blitzkrieg raged
And the bodies stank

Pleased to meet you
Hope you guess my name, oh yeah
Ah, what's puzzling you
Is the nature of my game, oh yeah
(Woo woo, woo woo)

I watched with glee
While your kings and queens
Fought for ten decades
For the gods they made
(Woo woo, woo woo)

I shouted out,
Who killed the Kennedys?
When after all
It was you and me
(Who who, who who)

Let me please introduce myself
I'm a man of wealth and taste
And I laid traps for troubadours
Who get killed before they reached Bombay
(Woo woo, who who)

Pleased to meet you
Hope you guessed my name, oh yeah
(Who who)
But what's puzzling you
Is the nature of my game, oh yeah, get down, baby
(Who who, who who)

Pleased to meet you
Hope you guessed my name, oh yeah
But what's confusing you
Is just the nature of my game
(Woo woo, who who)

Just as every cop is a criminal
And all the sinners saints
As heads is tails
Just call me Lucifer
'Cause I'm in need of some restraint
(Who who, who who)

So if you meet me
Have some courtesy
Have some sympathy, and some taste
(Woo woo)
Use all your well-learned politesse
Or I'll lay your soul to waste, mm yeah
(Woo woo, woo woo)

Pleased to meet you
Hope you guessed my name, mm yeah
(Who who)
But what's puzzling you
Is the nature of my game, mm mean it, get down
(Woo woo, woo woo)

Woo, who
Oh yeah, get on down
Oh yeah
Oh yeah!
(Woo woo)

Tell me baby, what's my name
Tell me honey, can ya guess my name
Tell me baby, what's my name
I tell you one time, you're to blame

Oh, who
Woo, woo
Woo, who
Woo, woo
Woo, who, who
Woo, who, who
Oh, yeah

What's my name
Tell me, baby, what's my name
Tell me, sweetie, what's my name

Woo, who, who
Woo, who, who
Woo, who, who
Woo, who, who
Woo, who, who
Woo, who, who
Oh, yeah
Woo woo
Woo woo

Songwriters
JAGGER, MICK / RICHARDS, KEITH

Donnerstag, 29. Mai 2014

Magnum zum Vatertag

Herrentag – Universelle Vaterliebe (ZEIT-Magazin, 29.05.2014)
Ob nun Vatertag oder Herrentag genannt – in Himmelfahrt sehen viele nur einen Anlass zum testonsteronstarken Trinken. Dabei gehört zum Mannsein so viel mehr. Familiensinn, Fürsorge, Zärtlichkeit, Verantwortungsgefühl zum Beispiel. Die Agentur Magnum hat seit ihrer Gründung 1947 unzählige Fotos von Vätern mit ihren Kindern archiviert. Sie zeigen Weltschriftsteller, Großkünstler, Minenarbeiter oder Flüchtlinge und vermitteln: Vaterliebe besitzt eine universelle Schönheit. 

Bob Dylan mit seinem Sohn Jesse, Woodstock, USA, 1968 © Elliott Landy/Magnum Photos/Agentur Focus
(Das elfte Photo – das mit dem alten VW-Käfer mit dem Winker – stammt übrigens aus Idar-Oberstein…, von wo genau, kriege ich vielleich noch raus…)

Nach Auskunft der »Nahe-Zeitung« (Vielen Dank!) wurde das Photo von René Burri in Baumholder aufgenommen.
Die Postschänke befindet (befand?) sich in der Kennedy-Alle 2.



Sigh

Mittwoch, 28. Mai 2014

Leseempfehlungen für den 28. Mai 2014

- Der Krieg der Journalisten (Telepolis, 27.05.2014)
Am Samstag starb in der Nähe von Slawjansk der erste Journalist. Entführungen, Gewalt und Zensurmaßnahmen gehören zum Alltag der in der Ukraine arbeitenden Journalisten, von denen auch einige bereit sind, ihre Kollegen zu gefährden

- Ein Meilenstein (der Freitag, 28.05.2014)
1954 Vor 60 Jahren erklärt der Oberste Gerichtshof in Washington die Rassentrennung an öffentlichen Schulen für verfassungswidrig. Aber es dauert lange, bis sich etwas ändert
siehe auch: - Ungleiche Hautfarbe, gleiche Schule? (Roths Splitter, 17.05.2014)
und:
- Vor 55 Jahren: Das Urteil in Brown gegen den Schulbezirk von Topeka (Roths Splitter, 17.05.2009

- Kein Kampf der Kulturen (junge Welt, 28.05.2014)
Hintergrund. Zerfallener Staat: Der Bürgerkrieg in der Zentralafrikanischen Republik ist nicht in erster Linie auf ethnische und religiöse Konflikte zurückzuführen. Entscheidend sind die ökonomischen Interessen der alten Kolonialmacht Frankreich


Im September 1976 entließ Bokassa die Regierung und ersetzte sie durch den Conseil de la Révolution Centrafricaine (dt. Zentralafrikanischer Revolutionsrat). Am 4. Dezember 1976, auf dem Parteitag der MESAN, erklärte er die Republik zur Monarchie, dem Zentralafrikanischen Kaiserreich. Sich selbst ließ er zum Kaiser Bokassa I. ausrufen. Sein offizieller vollständiger Titel lautete übersetzt: „Seine kaiserliche Majestät Bokassa der Erste, Kaiser von Zentralafrika durch den Willen des Zentralafrikanischen Volkes vereinigt in der nationalen politischen Partei, der MESAN“. Er erließ eine kaiserliche Verfassung und konvertierte zum Katholizismus. Am 4. Dezember 1977 krönte er sich in einer Zeremonie, die angeblich mehr als 20 Millionen US-Dollar kostete, selbst zum Kaiser, nachdem Papst Paul VI. es abgelehnt hatte, die Krönung vorzunehmen. Ferner hielt er sich für den 13. Apostel Jesu. (Wikipedia)

- Rechte Internationale (junge Welt, 28.05.2014)
Rassistische und offen faschistische Parteien konnten bei den Europa-Wahlen punkten. Etablierte Politik hat keine schlüssige Erklärung

- In den dunklen Räumen von Brüssel: „Die Bürger haben die Schnauze voll“ (Deutsche Wirtschafts Nachrichten, 28.05.2014)
Obwohl es ganz leicht möglich wäre, den Präsidenten der EU-Kommission fair im EU-Parlament zu wählen, kungeln die Parteipolitiker Europas seit gestern Abend in den Brüsseler Hinterzimmern. Sie wollen keine Demokratie. Sie agieren unverfroren als Funktionäre für ihre exklusive Klientel. Gemeinsam mit den Brüsseler Spitzen-Bürokraten brechen die Staats- und Regierungschefs das Recht und demaskieren sich als die eigentlichen Anti-Europäer.

- Ranking – Ohne EU: Die Schweiz ist das wettbewerbsfähigste Land in Europa (Deutsche Wirtschafts Nachrichten, 28.05.2014)
Die Schweiz ist in Sachen Wettbewerbsfähigkeit weltweit die Nummer 2 hinter den USA, so eine Studie. Die Autoren loben die wettbewerbsorientiere Mentalität der Bevölkerung und die Anpassungsfähigkeit der Unternehmen an den Markt.  

- Entwicklung – BASF will große Teile der Forschung aus Europa abziehen (Deutsche Wirtschafts Nachrichten, 28.05.2014)
Im Jahr 2020 solle die Hälfte der Forschung außerhalb Europas stattfinden, teilte BASF mit. Zuletzt hatte der Konzern in Asien und in den USA sechs neue Labore eröffnet. 

- Banken-Krise – IWF-Lagarde warnt: Großbanken verweigern Reformen (Deutsche Wirtschafts Nachrichten, 28.05.2014)
IWF-Chefin Christine Lagarde attackiert die Großbanken: Sie führen die geforderten Reformen nicht durch, weil sie wissen, dass sie im Zweifel vom Steuerzahler gerettet werden.

- Abhörskandal – Generalbundesanwalt will nicht gegen die NSA ermitteln (ZEIT Online, 28.05.2014)
Die Spähaffäre hat in Deutschland wohl kein juristisches Nachspiel. Die Ermittler behaupten, sie hätten keine Chance, an belastbares Material zu kommen.

- Edward Snowden — Snowden bezeichnet sich als High-Tech-Spion (ZEIT Online, 28.05.2014)
Er sei kein einfacher Hacker gewesen, sondern ein ausgebildeter Spion. Im Interview mit einem US-Fernsehsender nennt Edward Snowden Details seiner Arbeit bei der NSA.

- Bill Murray crasht einen Junggesellenabschied und hat guten Rat im Gepäck (Huffington Post, 28.05.2014)
Stellen Sie sich mal vor, sie feiern Ihren Junggesellenabschied und plötzlich steht Bill Murray vor Ihnen. Hollywood-Star Bill Murray. Und anstatt sich über Ihr versoffenes Treiben zu beschweren, nimmt er sich einen Moment Zeit, um Ihnen den ein oder anderen Rat zu geben. 



Das Baby will und will nicht aufhören zu weinen. Doch das schwarze Kätzchen weiß sich zu helfen. Liebevoll streichelt es das kleine Menschlein mit seiner Pfote am Kopf. Und siehe da: Schon bald hört das Baby auf zu wimmern und schläft selig ein. (Huffington Post, 27.05.2014



- Auseinandersetzung: Erdogan bricht mit Özdemir - "angeblicher Türke" (Huffington Post, 27.05.2014)
Der Grünen-Vorsitzende Cem Özdemir hat den türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdoğan mit Kritik an dessen Auftritt in Köln gegen sich aufgebracht. Erdoğan bezeichnete Özdemir am Dienstag vor Abgeordneten seiner islamisch-konservativen Regierungspartei AKP als "angeblichen Türken". Özdemir habe vor und nach dem Auftritt sehr hässliche Worte gewählt, sagte Erdoğan vor laufenden Fernsehkameras.  

Dienstag, 27. Mai 2014

Leseempfehlungen für den 27. Mai 2014

- Braunschweig: Stadt muß Verdopplung der Schulden durch Privatisierung einräumen (piratenwirken.de, 06.06.2013)
Wie der Braunschweig-Spiegel berichtet, ist es dem Piraten Ratsherren Schicke-Uffmann gelungen die Folgen der Privatisierung der Braunschweiger Stadtwerke transparent zu machen. Zu dieser gibt es ein, methodisch zweifelhaftes (also schöngerechnetes), Gutachten der KPMG-Gruppe (die die Privatisierung für die Stadt durchgeführt hat), das zu dem Schluss kommt, die Stadt hätte durch diese einen Vorteil von 242 Millionen Euro erlangt. Durch die Nachfragen von Schicke-Uffmann musste die Stadt nun einräumen, dass dieser Vorteil real nicht vorhanden ist. Vielmehr verdoppelt sich durch die Privatisierung die rechnerische Schuldenlast der Stadt der nächsten 100 Jahre sogar von 18 Milliarden Euro auf 36 Milliarden Euro. (Angaben nicht inflationsbereinigt)

siehe dazu auch 
- Water Makes Money - Wie private Konzerne aus Wasser Geld machen (Roths Splitter, 16.02.2013)

- Der geschmierte Pleitegeier (Telepolis, 25.05.2014)
Städte und Gemeinden stehen am Abgrund.Eine Demokratie haben wir schon lange nicht mehr - Teil 26 
Die repräsentativen Demokratien vertreten nicht mehr die Interessen ihrer Völker. Das hat übrigens auch eine aktuelle Studie der Princeton University für die USA festgestellt. Ihr politischer Apparat entfaltet eine Eigendynamik, bei der die Bevölkerung nur noch als Anzapfquelle taugt. Am schmerzhaftesten ist das in den Städten und Gemeinden spürbar. Wenn deren Finanzen ruiniert sind, spürt das jeder einzelne Bürger: Schulen und Kindergärten verfallen, Schwimmbäder müssen schließen, marode Straßen und Brücken werden nicht mehr repariert, Museen, Theater, Bibliotheken werden geschlossen, Sportanlagen kommen herunter. Das Personal schrumpft, dafür aber steigen die Gebühren. Der Alltag aller Bürger wird bei sinkender Leistungsqualität immer teurer.

- Mehr Konfrontation auf dem geopolitischen Schachbrett (Telepolis, 27.05.2014)
Wer profitiert von einer neuen Ära der Angst gegenüber Russland? 
Obama wollte eine neue Ära der Zusammenarbeit mit Russland. Das Gegenteil ist eingetreten, scheinbar provoziert durch das Fehlverhalten Russlands die Krim zu annektieren. Doch wie viel Einfluss haben neokonservative Kräfte, außerhalb und innerhalb des US-Außenministeriums, auf die Krise in der Ukraine, und wie steht Obama dieser Entwicklung gegenüber? 

- „Die Zukunft ist offen und gestaltbar“ (der Freitag, 26.05.2014)
Nachruf Am 18. Mai 2014 starb in München der Quantenphysiker Hans-Peter Dürr im Alter von 84 Jahren. Mit ihm ging ein Riese des Geistes von uns.  



- Zum Tod von Hans-Peter Dürr – Der Unbequeme (FAZ, 19.05.2014) 
Er war ein Schüler von Werner Heisenberg, hat seine Doktorarbeit bei Edward Teller, dem Vater der Wasserstoffbombe, geschrieben. Der Querdenker und Träger des alternativen Nobelpreises ist im Alter von 84 Jahren gestorben.

siehe auch: Hans-Peter Dürr über Hannah Arendt (Roths Splitter, 01.03.2013)

- Alle Macht von oben (der Freitag, 27.05.2014)
Vermögen Wie schaffen es die Superreichen bloß, dass ihnen keiner etwas kann? Jens Berger versucht, das in "Wem gehört Deutschland" zu erklären

- Ägypten – Die Militärdiktatur und die Generation Revolutionsburnout (Cicero, 23.05.2014) 
Bei den Präsidentschaftswahlen in Ägypten am heutigen Montag gilt Ex-Feldmarschall Abdel Fattah Al-Sisi als aussichtsreichster Kandidat. Die einen lieben ihn, weil er hart durchgreift. Doch die Jugend ist frustriert vom Comeback der Militärdiktatur. Das Land ist tief gespalten

- Europäische Union – Deutsche mehrheitlich gegen EU-Beitritt der Türkei (ZEIT Online, 27.05.2014)
In Deutschland sinkt die Akzeptanz für einen EU-Beitritt der Türkei. Vor neun Jahren waren etwa 50 Prozent dagegen – inzwischen sind es mehr als zwei Drittel. 

- Universität Manchester – Die Generation Finanzkrise will Alternativen (ZEIT Online, 26.05.2014)
Universität Manchester Die Generation Finanzkrise will Alternativen Die Post-Crash Economics Society will Konsequenzen aus der Finanzkrise ziehen und die Lehrpläne für Volkswirte revolutionieren. Doch jetzt wehrt sich das Establishment. 

- Sozialverhalten – "Steht dir super!" Warum belügen wir auch unsere engsten Freunde? (ZEIT Online, 27.05.2014)
Die Sache mit der Wahrheit. Die Sache mit der Freundschaft. Dazwischen ist viel Platz. Auch für ein paar hilfreiche Anmerkungen von Wissenschaftlern. 
siehe dazu auch:
- Psychologie – "Lügner sind sympathisch" (ZEIT Online, 17.05.2012)
Der Psychologe Robert Feldman erforscht unser ambivalentes Verhältnis zur Wahrheit: Warum Ehrlichkeit unbeliebt macht und Flunkerer besonders erfolgreich sind, sich kaum jemand für eine Lüge schämt – und Bill Clinton heute als besonders glaubwürdig gilt.

- Patriot und Realpolitiker (junge Welt, 27.05.2014)
Am Sonntag ist der letzte Präsident der Volksrepublik Polen, Wojciech Jaruzelski, verstorben

Kommentar von mir:

Jaruzelski ist für mich der am meisten unterschätzte und mißverstandene Politiker der Nachkriegszeit, der aus meiner Sicht für Polen ähnlich viel getan hat wie Lech Wałęsa. Er hatte die undankbare Aufgabe, den Bösen zu spielen, um die Sowjets von einer militärischen Intervention abzuhalten.

- HIER konkret Interview mit Jutta Dithfurth zu den Montagsdemos (konkret-magazin, 6/2014)
Immer wieder montags versammelt sich seit einigen Wochen in vielen Städten Deutschlands, Österreichs und der Schweiz eine neue »Friedensbewegung«. Was hat es mit der auf sich? KONKRET sprach darüber mit Jutta Ditfurth, Soziologin und Autorin  

- Büropsychologie – Hauptsache, Sie sehen kompetent aus (SPIEGEL ONLINE, 26.05.2014) 
Auf Chefetagen reden Menschen gern über Dinge, von denen sie keine Ahnung haben. Doch keine Sorge - auch Sie können Ihr Publikum trotz überragenden Nichtwissens beeindrucken. Sie sollten zuvor nur über Ihr Outfit nachdenken.
 
- Jugend in Indien: Wir sind die Hungrigen (SPIEGEL ONLINE, 26.05.2014)
Korruption, Missbrauch, Armut: Nach der Wahl von Narendra Modi hoffen viele Menschen in Indien auf einen Wandel. Hier berichten drei junge Inder, was sie sich für ihr Leben erträumen und was sich im Land verändern muss.

- Franzose in Tokio – "Der deutsche Feierabend hat mich gerettet" (SPIEGEL ONLINE, 27.05.2014) 
Wirtschaftsprüfer Emmanuel Thierry ist Franzose, seine Frau Deutsche, sein Sohn kam in New York zur Welt. Heute lebt die Familie in Tokio. Und erlebt einen Alltag mit Fukushima, peinlichen Verbeugungen im Büro und sehr deutschen Abenden.

- Schule – Die Illusion mit der Inklusion (FAZ, 24.05.2014)
Es ist ein hehres Ideal: Kinder mit und solche ohne Behinderung sollen gemeinsam unterrichtet werden. Doch Lehrer und andere Fachleute sagen: Das hilft keinem der Schüler wirklich.  

- Marine Le Pens Front National – Der Camembert-Faschismus (FAZ, 27.05.2014)
Wie Marine Le Pen es geschafft hat, den politischen und kulturellen Diskurs in Frankreich zu dominieren - und was man dagegen tun kann.

- Verurteilte Christin im Sudan – Todeskandidatin bringt Tochter zur Welt (n-tv, 27.05.2014)
Der Fall sorgt international für Empörung: Eine schwangere Christin wird im Sudan zum Tode verurteilt. Nun bekommt sie im Gefängnis ihr Kind - eine Tochter namens Maya. Mit der Geburt beginnt für die Frau eine tödliche Frist.  

- Staatsgeld in der Finanzkrise – Wer unbemerkt von der Bankenrettung profitierte (Süddeutsche, 27.05.2014) 
Nicht alle Banken haben im Zuge der Finanzkrise Staatsgeld bekommen. Aber profitiert haben sie alle: Allein bei der Deutschen Bank standen zehn Milliarden Euro auf der Kippe - die ohne den Staat weg sein könnten. 


 

Montag, 26. Mai 2014

Wer hat Angst vor Harald Schmidt? | SRF Sternstunde Philosophie

Wer hat Angst vor Harald Schmidt? | SRF Sternstunde Philosophie {55:58}

SRF Kultur
Am 26.05.2014 veröffentlicht
Wer hat Angst vor Harald Schmidt? Die Kultfigur unter den deutschen Entertainern, Harald Schmidt, hat kürzlich den -- vorläufigen -- Abschied vom Fernsehen gegeben. Der Zyniker vom Dienst kennt das Fernsehen wie kein anderer. Mit Gastmoderator Charles Lewinsky spricht er über die Grenzen des Humors und die Zukunft des Fernsehens.
http://www.srf.ch/kultur/gesellschaft...
http://www.srf.ch/kultur
#srfsternstunde #haraldschmidt
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Heute vor 225 Jahren – 26. Mai 1789: Schillers berühmte Antrittsrede in Jena

Was heißt und zu welchem Ende studiert man Universalgeschichte?

Im Mai 1789 hielt Friedrich Schiller (1759-1805) seine Antrittsvorlesung als Historiker der Universität Jena. Der Autor des äußerst erfolgreichen Theaterstücks »Die Räuber« (1782) war besonders bei der studentischen Jugend ungemein populär und beliebt. So versetzte schon die Ankündigung der Vorlesung die Jenaer Studenten in Begeisterung. Kaum einer der 800 Studenten wollte sich den Auftritt des philosophischen Freigeistes entgehen lassen. Der vorgesehene Hörsaal war schließlich derart überfüllt, dass Schiller die Veranstaltung in einen größeren Saal verlegen musste. 

Schiller auf dem Wege zu seiner Antrittsvorlesung in das Griesbachhaus
Ein Gemälde von Erich Kuithan [Quelle: Uni Jena]
Das Griesbachsche Haus am Löbdergraben um 1830,
in dessen Anbau Schiller seine Antrittvorlesung hielt.
[Quelle: Uni Jena]

Die Antrittsrede geriet zu einem großen Triumph und endete mit Vivat-Rufen der Hörerschaft. Dabei war Schiller von der Aussicht auf eine Professur in Geschichte gar nicht hingerissen gewesen. Zwar hatte er bereits eine viel beachtete historische Studie veröffentlicht, doch eigentlich war er Philosoph und unsicher, ob er den Ansprüchen gerecht werden könne. Auch die Einordnung in den akademischen Betrieb erfüllte ihn nicht mit Vorfreude auf das Amt. So bekannte er einem Freund, er würde eine reiche Heirat der einträglichen Professur vorziehen, denn dann könne ihn »die Akademie in Jena im Arsch lecken«. 


Psychologisches Institut im Griesbachhaus [Quelle: Uni Würzburg]
Gedenktafel [Quelle: Uni Würzburg]

Harenberg Abenteuer Geschichte 2014


Schiller - Ein Rebell greift nach den Sternen - 1v3 - Eines Freundes Freund zu sein [52:24]

Friedrich Schiller (1/4) [10:46, Einbetten auf Anfrage deaktiviert]