Freitag, 4. September 2015

Sexualstraftäter wegen Nackt-Selfie?

14-Jähriger landet in Polizeidatenbank 

In England ist ein 14-Jähriger als Sexualstraftäter registriert worden, weil er in seinem Schlafzimmer ein Nackt-Selfie von sich angefertigt und an eine Mitschülerin verschickt hat. Da die Ermittlungsbehörden kein öffentliches Interesse gegeben sehen, wurde keine Anklage erhoben. Trotzdem bleibt der Teenager "Simon" nun möglicherweise zehn Jahre lang in der Police National Database (PND) gespeichert, aus der bestimmte Arbeitgeber über einen DBS-Check Informationen beziehen können.
Weil er zum Verschicken Snapchat nutzte, glaubte Simon, dass sein Nacktselfie sich nach zehn Sekunden sebst löschen und nicht in fremde Hände gelangen würde. Damit lag er falsch: Das Bild und Erzählungen darüber machten in der Schule die Runde – weshalb sich Simon als eigentliches Opfer seiner Tat fühlt. Als Opfer, das faktisch bestraft wird, während Täter, die die Bilder immer noch austauschen, straffrei ausgehen, weil die Schule argumentiert, sie dürfe ihre Mobiltelefone nicht durchsuchen.

Zudem waren solche Sexting-Fotos seinen Angaben nach an seiner Schule so gängig, dass mindestens einmal in der Woche untereinander über einen neuen Fall gesprochen wurde. Als Simons Mutter das Vorgehen der Schule kritisierte, stellte sich diese auf den Standpunkt, die Schüler seien unlängst darüber informiert worden, dass Sexting-Fotos auch außerhalb des Schulgeländes verboten seien und zur Anzeige gebracht würden. Simon behauptet dagegen, dass er von diesem erst vor Kurzem geänderten Umgang mit dem Phänomen nichts wusste.

Die Polizei argumentiert, dass sie verpflichtet sei, jeden Fall pflichtgemäß zu dokumentieren, der ihr zu Ohren kommt. Dazu gehöre auch die Aufnahme in die PND. Der Kinder- und Jugendbeauftragten des britischen National Police Chief Council zufolge kann Simon allerdings Widerspruch gegen die Offenlegung der Daten gegenüber potenziellen Arbeitgebern einlegen.

Der Fall hat nicht nur in britischen Medien und Foren die Debatte belebt, ob die Tatbestände, die zur Aufnahme in solche Datenbanken führen, nicht unangemessen weit gefasst sind: Vor allem in den USA landen immer wieder Teenager darin, die mit anderen Teenagern nichts anderes getan haben als das, was ihnen die populäre Kultur als der ganz normale (und keineswegs pädophile) Geschlechtstrieb vorgeben. Der ehemalige Richter William Buhl sagte dem Fernsehsender CNN unlängst, wenn man die aktuelle Rechtslage konsequent umsetzen würde, dann müsste man 30 bis 40 Prozent der US-Schüler von den High Schools nehmen und in Gefängnisse stecken.

mehr:
- Sexualstraftäter wegen Nackt-Selfie? (Peter Mühlbauer, Telepolis, 04.09.2015)

Til Schweigers Ausraster bei Markus Lanz [1:13]

Hochgeladen am 03.02.2011
Til Schweigers Ausraster bei Markus Lanz
Lautstarker Applaus aus dem Publikum. Und Schweiger legte nach: „Das ist dieses deutsche Gutmenschentum, das mich so ankotzt... Du kannst heute jemanden vergewaltigen, -- das gibt es, sorry, aber das ist so, das weiß ich, ich habe mich mit dem Thema beschäftigt -- du kannst jemanden vergewaltigen, kriegst Bewährung und kannst es wieder tun. Das ist so beschissen in diesem Land!"

Schweiger fordert härtere Strafen und Gesetze für Sexualstraftäter: „Als Erstes müssen wir einführen, was in Amerika gang und gäbe ist: Wir brauchen eine Meldepflicht für Sexualstraftäter!"

Das Publikum pflichtet dem Produzenten und Schauspieler noch einmal durch lauten Applaus bei.

Schweiger weiter: „Ich weiß überhaupt nicht, was daran verwerflich ist. In Amerika kann ich im Internet nachgucken und sehen in gefährlichen Farben: In meiner Nachbarschaft wohnt in 300 Metern Luftlinie ein vorbestrafter Sexualstraftäter."

Dass das in Deutschland verpönt und gegen die Menschenwürde sei, führt Schweiger eben auf dieses „deutsche Gutmenschentum" zurück. Doch er bleibt bei seiner Sichtweise: „Ich bin der Meinung, dass jemand, der eine Sexualstraftat begeht, sein Recht in dieser Gesellschaft verwirkt hat. Und ich rufe hier nicht zur Todesstrafe auf. Ich bin ein energischer Gegner der Todesstrafe!"
 
mein Kommentar:
Til, wenn Du Dich mit ein bißchen Phantasie in die Lage von Simon versetzt, mußt Du verzweifeln!

Das reichste Prozent in Deutschland besitzt ein Drittel des Gesamtvermögens

Nach einer Studie des Deutschen Wirtschaftsinstituts ist die Ungleichheit in Deutschland deutlich höher als bislang angenommen
Die wirklichen Reichen oder Superreichen, wie sie auch genannt werden, lassen sich hierzulande nicht in die Karten schauen. Daher ist es ein Geheimnis geblieben, wie hoch die Vermögenskonzentration in Deutschland wirklich ist, auch wenn klar ist, dass die Ungleichheit hierzulande wie in anderen Ländern ungebremst steigt.

Schon Anfang des Jahres hatte das Deutsche Wirtschaftsinstitut in einer Studie moniert, dass wegen der von Rot-Grün abgeschafften Vermögenssteuer das Vermögen der Reichen nur geschätzt werden könne, was dazu führe, dass das "wahre Ausmaß an Vermögensungleichheit unterschätzt" werde. Dazu trägt eben bei, dass Daten über Vermögen, bei denen die Konzentration viel höher als bei den Einkommen ist, fehlen oder mangelhaft sind.

Nach der damaligen Schätzung des Deutschen Wirtschaftsinstituts besitzt das reichste Prozent der Deutschen ein Drittel des privaten Gesamtvermögens, die reichsten 10 Prozent haben einen Anteil von 63-74 Prozent, die reichsten 0,1 Prozent der Haushalte einen Anteil von 14 bis 16 Prozent am gesamten Vermögen - dreimal so viel, wie die ärmeren 50 Prozent der Bevölkerung (Armut wächst in Deutschland weiter ungebremst an). Nach den Daten des Sozio-oekonomischen Panel (SOEP) hätte der Anteil der reichsten 10 Prozent "nur" 60 Porzent betragen.

Jetzt haben Stefan Bach, Andreas Thiemann und Aline Zucco in einer erneuten Studie "The Top Tail of the Wealth Distribution in Germany, France, Spain, and Greece« versucht, die Schätzung für die Reichtumsverteilung an der Spitze in Deutschland, Frankreich, Griechenland und Spanien genauer zu machen. Da bei Befragungen die wenigen Superreichen unter den Tisch fallen, wurden neben dem Household Finance and Consumption Survey (HFCS) der EZB für die Eurozone auch Reichenlisten wie die von Forbes, vor allem aber nationale Reichenlisten zugrundegelegt. Klar sei bislang nur, dass in Deutschland die Ungleichheit in der Eurozone mit am höchsten ist. Berücksichtigt wurden Daten zwischen 2008 und 2011, es dürften sich also neue Verschiebungen ergeben haben. Beispielsweise wird, so die Autoren, aufgrund der Rezession der Wert der Immobilien in Spanien und Griechenland gesunken, in Deutschland aber gestiegen sein. Niedrige Zinsen begünstigen eher Unternehmen, Aktien und Immobilien, während Bankeinlagen oder Altersvorsorge schlechter abschneiden. Es trifft also die Ärmeren. Vermutlich habe in Deutschland und in Frankreich die Konzentration des Reichtums, also die Ungleichheit, noch weiter zugenommen.

mehr:
- Das reichste Prozent in Deutschland besitzt ein Drittel des Gesamtvermögens (Florian Rötzer, Telepolis, 04.09.2015)

mein Kommentar:
Wundert das jemanden?

Zwei Kinder, zwei Welten - Armut und Reichtum in Deutschland [5:21]

Veröffentlicht am 12.12.2010
Zwei Kinder, zwei Familien, sie leben in Erfurt, nur fünf Kilometer voneinander entfernt und doch in zwei ganz verschiedenen Welten. Die einen können sich Wünsche erfüllen, der Alltag der anderen wird vom Sparen beherrscht. Gerade vor Weihnachten zeigt, was Kinder armer Familien von denen wohlhabender Familien unterscheidet

Infobox
Was heißt Armut in Deutschland?

Von Armut bedroht ist jeder, der weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens zur Verfügung hat. So lautet die Definition der EU. Der Richtwert, ab der eine Person in Deutschland im Jahr 2007 als armutsgefährdet galt, lag bei einem Einkommen von weniger als 913 Euro monatlich. Für eine Familie, bestehend aus zwei Erwachsenen und zwei Kindern unter 14 Jahren, belief sich dieser Betrag 2007 auf 1917 Euro monatlich. Bei durchschnittlich 13 Prozent der Bevölkerung in Haushalten mit Kindern lag im Jahr 2007 diese Notgrenze vor. In Haushalten mit einem alleinerziehenden Elternteil waren aber etwa 36 Prozent betroffen.

Laut Armutsbericht der Bundesregierung von 2008 leben in Deutschland rund 1,8 Millionen Kinder von Hartz-IV-Leistungen. Neben Kindern von alleinerziehenden Eltern sind vor allem auch Kinder aus kinderreichen Familien und von Familien mit Migrationshintergrund betroffen. Für sie bedeutet Armut bedeutet nicht nur materielle Armut, sondern auch, dass die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben häufig eingeschränkt ist.
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Donnerstag, 3. September 2015

Vor etwa 100 Jahren – 19./20. Jh.: Entwicklung der medizinischen Bluttransfusion

Eine blutige Geschichte 

Die Transfusion von Blut und Blutprodukten gehört heute zu den häufigsten, wichtigsten und auch sichersten Therapiemaßnahmen der modernen Medizin. Allein in Deutschland werden jährlich mehr als vier Millionen Übertragungen vorgenommen. Der Weg zu dieser medizinischen Routine war lang und opferreich. Erst vor gut 100 Jahren stieg die Chance der Patienten, eine Transfusion zu überleben, deutlich an. 
Doktor Simon Bernheim bei der Tansfusion von Ziegenblut,
Gemälde von Jules Adler, 1892 © Radio France

 Bis weit ins 19. Jahrhundert hinein wurde trotz verheerender Folgen immer wieder versucht, Tierblut, meist von Schafen oder Ziegen, auf den Menschen zu übertragen. Die erste Transfusion von Mensch zu Mensch führte der Engländer James Blundell 1818 durch. Ab 1825 setzte er das Verfahren auch bei Frauen ein, die nach der Geburt eines Kindes zu verbluten drohten. Meist wurde direkt von Schlagader zu Schlagader übertragen. Das Risiko für die Patienten blieb hoch, ein Drittel starb während oder nach Bluttransfusionen. Eine wissenschaftliche Grund lage erhielt die Maßnahme erst mit der Arbeit von Karl Landsteiner, der 1901 das ABO-System der Blutgruppen entdeckte. Die erste Blutbank wurde 1919 in den USA eingerichtet. 

 James Blundell (1790-1878) 
 • englischer Physiologe und Geburtshelfer 
 • gilt als Vater der modernen Transfusionsmedizin 
 • inwieweit seine Transfusionen tatsächlich lebensrettend waren, ist umstritten

 Harenberg - Abenteuer Geschichte 2015

Pentagon rüstet im europäischen "Machtvakuum" auf

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Der japanische Mann: Lieber auf Arbeit als im Kreise der Familie

59 Prozent der japanischen Angestellten ziehen die Arbeit der Familie vor, weil die Familie zu anstrengend ist


Es wirft ein deutliches, wenn auch nicht gänzlich unerwartetes Licht auf die Tatsache, dass der häufig zitierte Leistungsdruck in Japan inzwischen die Familien mit voller Wucht erreicht hat: Japan Today berichtete dieser Tage über eine Befragung von 2.000 verheirateten japanische Angestellten im Alter zwischen 30 und 49 Jahren. Auf die Frage, ob sie das heimische Familienleben ermüde, antworteten 1.180 mit "ja", das sind 59 Prozent.


Zwar ist die Vorstellung der auf romantischer Liebe der Ehepartner basierenden Familie als wichtigste Einheit der Gesellschaft keinesfalls allgemeingültig und die geschichtliche Entwicklung der Vorstellung von Familien mit einem Familiennamen sind in machen Regionen dieser Welt gerade mal etwa 100 Jahre alt. Allgemein gilt jedoch auch in Japan die Familie als Kernzelle der Gesellschaft und damit gemeinhin als eine gute Idee. Eine Frau, die ein Mann liebt, eines oder mehrere Kinder, die als Verbindung in die Zukunft betrachtet werden können sowie eine Heimstatt, die einen vor den unzähligen Sorgen der der Welt außerhalb der eigenen vier Wände schützt.

Warum sieht dies die Mehrheit der verheirateten Arbeitnehmer in Japan so gänzlich anders?

Was macht das japanische Familienleben so anstrengend? An erster und zweiter Stelle für die familiären Probleme nannten die Befragten eine Ehefrau, deren Forderungen und Launen bei ihren Männern Erschöpfungszustände verursachen oder zumindest solche verstärken würden. Diese Gründe erschienen weit wichtiger als die nachfolgenden Begründungen wie Beziehungen ohne Sex, fehlende Freizeit, finanzielle Probleme oder Einmischungen von Seiten der Schwiegereltern.

Die Ehefrau sei unfähig, ihrem Mann zu gefallen, war eine häufige Antwort der befragen Männer. Wenn man nach einem harten Arbeitstag mit 12 bis 14 Arbeitsstunden nach Hause komme, werde man oftmals in einem Ton empfangen, der eher an einen Vorgesetzten erinnere, als an eine zärtliche liebenswerte Lebensgefährtin. Wenn man ihr dann nicht bei der Hausarbeit helfe, sei man ein Versager und wenn man helfe, dann werde man als Stümper bezeichnet.

mehr:
- Lieber auf Arbeit als im Kreise der Familie (Christoph Jehle, Telepolis, 02.09.2015)

mein Kommentar:

Dann ist es ja bis zur »Familienpflege« (in Anlehnung an die Altenpflege) nicht mehr weit. Eine Gesellschaft, die materiell alles hat, kann dann damit beginnen, für emotionale Zuwendung zu zahlen. (Was würde Konfuzius wohl dazu sagen?) Bis Russland da ist, wird es noch wohl einige Ukraine-Krisen dauern…


Verhalte ich mich korrekt, ist die Familie in Harmonie.
Wenn die Familien in Harmonie sind, ist es auch das Dorf.
Sind die Dörfer in Harmonie, ist es auch die Provinz.
Sind die Provinzen in Harmonie, dann ist es auch das Reich.
Sind die Reiche in Harmonie, dann ist es auch der Kosmos.

(Die fünf Konstanten (五常, wǔ cháng), Wikipedia)

siehe dazu auch:
- Japan: Die Libido trocknet aus (Florian Rötzer, Telepolis, 28.01.2015)
- "Zölibatssyndrom" in Japan (Peter Mühlbauer, Telepolis, 11.11.2013)

Mittwoch, 2. September 2015

Heute vor 70 Jahren – 2. September 1945: Japan unterzeichnet die Kapitulation

Der letzte Akt des Zweiten Weltkriegs 

Als in Europa die Waffen bereits schwiegen und die Menschen in den Siegerstaaten den Erfolg und das Ende des Kriegs feierten, wurde in Ostasien noch heftig zwischen Japan und den Alliierten, vor allem den USA, gekämpft. Von eroberten Luftbasen im Süden Japans aus flog die US Army Air Force massive Angriffe auf die Großstädte und Industriestädte des Landes. Da die japanische Führung dennoch nicht gewillt war, zu kapitulieren, beschlossen die USA im August 1945, Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki abzuwerfen. Am 15. August forderte Kaiser Hirohito seine Truppen zur Einstellung der Kämpfe auf. 
Japans Außenminister Mamoru Shigemitsu (mit Stock) und Delegation
auf dem US-Schlachtschiff »Misssouri«

 An Bord des Schlachtschiffs »Missouri« unterzeichneten Außenminister Shigemitsu und General Umezu heute vor 70 Jahren die Kapitulationserklärung des japanischen Kaiserreichs. Damit war der Zweite Weltkrieg, der opferreichste aller Kriege, endgültig beendet. Wie in Deutschland in Nürnberg mussten sich auch in Japan die Hauptkriegsverbrecher ab 1946 vor Gericht verantworten. Die Tokioter Prozesse endeten mit sieben Todesurteilen, 16 lebenslänglichen und zwei langjährigen Haftstrafen für die Repräsentanten der politischmilitärischen Führungsriege Japans. 

 Was am 2. September noch geschah: 
1666: In London zerstört ein Brand vier Fünftel der Innenstadt. 
 Harenberg Abenteuer Geschichte 2015

Verschollene Filmschätze S03E03 1945 Die Kapitulation Japans [26:00]

Veröffentlicht am 15.03.2014
Sonntag, 2. September 1945: Das amerikanische Kriegsschiff
USS Missouri liegt in der Bucht von Tokio. Erwartet werden elf
hohe japanische Regierungs- und Armeeangehörige. Japan soll
seine Kapitulation unterzeichnen.

Die Achse - Gericht über Japan [1:27:53]

Veröffentlicht am 26.09.2014
Der Film handelt vom Hauptkriegsverbrecherprozess gegen die japanische Führung im und vor dem Zweiten Weltkrieg. Der Prozess war demnach gekennzeichnet von großen Verständnisproblemen gegenüber der japanischen Verfassung und Mentalität, was auch zu fragwürdigen Urteilen führte. Zwischen den Szenen aus dem Gerichtssaal wird in Rückblenden die Geschichte des japanischen Imperialismus und des Zweiten Weltkriegs im pazifischen Raum dargestellt, dabei speziell auf japanische Kriegsverbrechen eingegangen. Kurz von den Anfängen der Expansion im späten 19. Jhd. ausgehend, wird v.a. die Besetzung der Mandschurei und von Teilen Chinas in den 30er Jahren, die Eroberung des südostasiatischen Raums und der Angriff gegen die USA am Anfang des Zweiten Weltkriegs und der japanische Widerstand bis Kriegsende nachgezeichnet.


00:00:10 Japans Kapitulation am Ende des Zweiten Weltkriegs: Schlachtschiff Missouri; General McArthur

00:02:00 03.05.1946: Eröffnung des Hauptkriegsverbrecher-Prozesses in Tokio: Tagungsgebäude des Internationalen Militärtribunals

00:06:26 US-Hauptankläger; Gerichtsvorsitzender; Angeklagte, insbesondere Okawa (ExPropagandist), Angeklagte erklären sich für nicht schuldig;

00:10:28 Originalaufnahmen der Seeschlacht von Tsushima (Japan - Russland) 1905, Fahrt über Brücke und Schienen der süd-mandschurischen Eisenbahn

00:13:47 Der letzte chinesische Kaiser Puyi als japanischer Marionettenherrscher im Satellitenstaat Mandschukuo

00:17:12 Feuer und Explosionen in den Straßen von Schanghai; Flüchtlinge, Anklage im Gerichtssaal gegen die damalige japanische Aggression

00:19:03 Drill im japanischen Militär: Soldaten beim Aufstehen, Essen, Judo, Schieß- und Angriffsübungen; Japaner an einer Shinto-Anlage mit Torii (hölzernes Pfahl-Tor mit
geschwungenem Dach); der Tenno, Kaiser Hirohito, u.a. zu Pferd;

00:21:05 Auseinandersetzung im Gerichtssaal über Sprachprobleme; Ex-Premier Hirota - im Gerichtssaal und früher mit seinem Kabinett

00:24:54 Vormarsch der japanischen Kwantung-Armee auf Nanking 1937

00:26:52 Amerikanischer Missionar aus Nanking als Zeuge vor dem Gericht: O-Ton über japanische Massen-Mordaktionen in Nanking

00:31:36 Amerikanische Kriegsschiffe einzeln und im Verband, u.a. vor der Golden Gate Bridge; Schlachtschiff- und Flugzeugträger-Deck von oben; japanische Kriegsschiffe, Expansion des Dritten Reichs vor 1939

00:34:28 Drei-Mächte-Pakts in Berlin Ende September 1940; Besetzung Französisch-lndochinas durch die Japaner: japanische Truppen gehen im Hafen von Saigon an Land; US-Präsident Roosevelt mit hohen Offizieren;

00:40:22 Besuch des japanischen Außenministers Matsuoka in Berlin; Ankunft an der Reichskanzlei; mit Hitler auf dem Balkon der Reichskanzlei

00:41:35 Kreml; Besuch von Außenminister Matsuoka in Moskau; Abschluss eines japanisch-russischen Neutralitätspakts

00:43:08 Der japanische Ex-Botschafter in Berlin sagt im Gericht aus über die Wirkung des Hitler-Stalin-Pakts auf Japan

00:44:32 Der japanische Ministerpräsident und Mitglieder der japanischen Regierung im Sommer 1941

00:45:34 Der deutsche Ex-Sonderbeauftragte für Japan sagt im Gericht aus, dass Deutschland über die japanisch-amerikanischen Verhandlungen nur unzureichend informiert wurde

00:50:13 Japanische Flugzeugträger, US-Außenminister Hüll steigt aus dem Flugzeug; Note zum Abbruch der Verhandlungen am 7.12.1941;

00:51:40 Japanischer Angriff auf Pearl Harbour am 07.12.1941: Flugzeugträger, Flugzeuge über den Bergen von Hawaii; Schlachtschiffe werden bombardiert und torpediert;

00:56:03 Versuch, im Prozess die Verantwortung für den Angriff auf Pearl Harbour zu klären;

00:58:35 Japaner landen auf den Philippinen; Versenkung der britischen Kriegsschiffe "Prince of Wales" und "Repulse", Kapitulation von Singapur

00:03:25 Eine australische Krankenschwester sagt vor Gericht aus über japanische Kriegsverbrechen bei der Besetzung Singapurs

00:07:48: Japanische Angriffe und Eroberungen von Pearl Harbour bis zum Mai 1942

00:09:58 Sowjetische Annexionen 1939/40; Besetzung des Iran durch Sowjets und Briten; Besetzung Islands und Grönlands durch die USA; größte Ausdehnung des deutsch und japanisch besetzten Gebiets im Zweiten Weltkrieg

00:10:58 Amerikanische Bomber überfliegen pazifische Inseln, greifen an; General McArthur geht an Land auf den Philippinen

00:13:51 Amerikanischer Angriff auf Iwo Jima; Bilder von der Potsdamer Konferenz, von der aus Japan ein Ultimatum gestellt wurde; Truman warnt Japan - droht mit einer Zerstörung aus der Luft wie es sie noch nie gegeben hat

00:16:52 Atombombenabwurf; Stalin; Parade auf dem Roten Platz in Moskau; Kamikaze-Angriffe

00:20:20 Der engste politische Berater des Tenno vor Gericht, der japanische Kaiser/Tenno, nun als Zivilist; Japanischer Prinz; Gefängnis innen und US-Militärpolizei;

00:23:43 Urteilsverkündung im Gerichtssaal

00:26:19 Shinto-Schrein; Shinto-Priester
 

Nato probt den hybriden Krieg und den Cyberwar

Ende September beginnt mit Trident Juncture 2015 die größte Nato-Militärübung seit langem
Von Ende September bis 6. November findet mit der Nato-Übung Trident Juncture 2015 in Spanien, Portugal und Italien eine der größten Militärübungen seit längerer Zeit statt. Nach Angaben der Bundeswehr ist es die größte seit 10 Jahren. Sie wird sich auch auf den Atlantik und das Mittelmeer sowie Kanada, Norwegen, Deutschland, Belgien und die Niederlande erstrecken.

Vorgesehen sind zwei Teile. Zunächst findet eine "computergestützte Rahmenübung" (CAX/CPX), anschließend eine Übung mit Volltruppe (LIVEX) statt. Trainiert werden soll die NATO Response Force, die "schnelle Eingreiftruppe für weltweite Einsätze", bei denen "Land-, Luft-, See- und Spezialkräfte", wie es heißt, "historisch komplex" und weiträumig agieren. Aber es geht auch um die "Nato-Speerspitze", die gegen Russland gerichtet ist, was auch klar machen dürfte, auf was sich die Nato im Südwesten Europas vorbereiten und wen sie beeindrucken will - oder sollte man von Machtdemonstration und Provokation sprechen?

An der Übung werden 36.000 Soldaten mit 140 Flugzeugen sowie 60 Schiffen und U-Booten aus den Nato-Mitgliedsländern und sieben weiteren Ländern teilnehmen, Deutschland ist mit 3000 Soldaten beteiligt, stellt also fast 10 Prozent des Personals. Nach der Nato stellt die Übung einen Höhepunkt einer Serie von "dynamischen" Übungen dar, es sei die "ehrgeizigste Übung der modernen Nato-Geschichte".

mehr:
- Nato probt den hybriden Krieg und den Cyberwar (Florian Rötzer, Telepolis, 31.08.2015)

Coming soon Exercise Trident Juncture 2015 [1:20]

Veröffentlicht am 16.07.2015
Trident Juncture 2015 will take place from October 3rd until November 6th and will include highly ready and technologically advanced forces comprised of land, air, maritime and special forces components. It will culminate with the certification of the Headquarters Staff from Joint Force Command Brunssum to lead the NATO Response Force, if activated throughout 2016.

Trident Juncture 2015 Preview [1:33]

Veröffentlicht am 22.07.2015
Trident Juncture 2015 Preview
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Wie war das noch mit dem Korea-Krieg?

Zum Antikriegstag: Über die Wiederbewaffnung Deutschlands und das missionarische Sendungsbewusstsein der USA 

Im familiären Geschichtsgedächtnis wurden ab 1945 das Schweigen der aus dem zweiten Weltkrieg heimkehrenden deutschen Soldaten und nächtliche Alpträume der Väter in der Regel mit den Schrecken der Kriegsgefangenschaft in Verbindung gebracht. Heute wissen wir um die hundertausendfachen Täterschaften von Wehrmachtsangehörigen, die an den Verbrechen im nationalsozialistischen "Rassenkrieg" aktiv beteiligt waren.

Viele Heimkehrer verstummten, weil sie zu Mördern geworden waren. Wie konnten sie aber unter solchen Vorrausetzungen tiefere, offenherzige Beziehungen auch nur zu ihren eigenen Kindern aufbauen? Die Abgründe des beschädigten Seelenlebens mussten sich somit auch auf den Lebensweg der nächsten und übernächsten Generation auswirken. So ist es nach jedem Krieg.

Umgehende Wiederbewaffnungspläne nach Verabschiedung des Grundgesetzes

In der Bevölkerung bestand nach Niederwerfung des deutschen Faschismus bis in die bürgerlichen Kreise hinein ein breiter Konsens: Nie wieder Militär, nie wieder Krieg! Entsprechende Voten der Parteivorsitzenden von CDU und SPD sind heute weithin vergessen. Die alsbald nach Verabschiedung des Grundgesetzes - zunächst unter Ausschluss von Öffentlichkeit und Parlament - betriebene Remilitarisierung hat umso tiefere Gräben in die Gesellschaft gerissen und über eine ideologische Neuprogrammierung die Geschichte der Bundesrepublik nachhaltig geprägt.

Für Wiederaufrüstung, Atomwaffenpläne und restriktive Handhabung des Grundrechts auf Kriegsdienstverweigerung erhielt die Adenauer-Administration Schützenhilfe u.a. von katholischen Verbänden, Hoftheologen und Kirchenleitungen. Nonkonformisten aus dem christlichen Lager wurden sozial isoliert, diffamiert und förmlich zu Unpersonen erklärt. Wer nicht mitspielte, musste - bis hin zum Arbeitsplatzverlust - auch materiell büßen.

Ungleich aggressiver gestaltete sich das Vorgehen gegen orthodoxe Marxisten oder Menschen, die man als solche betrachte. Manch ein Kindergarten- oder Schulkind der Remilitarisierungszeit aus kommunistischen Familien kann erzählen, wie Papa oder Mama damals im Gefängnis saß. In Bonn setzte die Polizei trotz winterlicher Temperaturen Wasserwerfer gegen linke Friedensdemonstranten ein. In Essen kam am 11. Mai 1952 der 21-jährige Kommunist Philip Müller durch eine Polizeikugel ums Leben. Er war aus Bayern zu einer Jugendkarawane gegen die Remilitarisierung Deutschlands angereist und hatte wie viele andere nichts vom Verbot der Demonstration mitbekommen.

Da für Adenauer die kommunistische Weltgefahr schlimmer noch als der Nationalsozialismus war, musste ein Schlussstrich unter das "dunkelste Kapitel deutscher Geschichte" schnell bewerkstelligt werden. Die Soldaten und alle gesellschaftlichen Gruppen, die Hitlers Eroberungs- und Vernichtungskrieg mitgetragen hatten, waren gemäß amtlicher Geschichtsdeutung ja nur ihrer Pflicht gefolgt. Sogar US-General Eisenhower wurde - wider besseres Wissen - zu einer Art "Ehrenerklärung" für die Wehrmacht gedrängt.

Ohne US-amerikanische Assistenz wäre der bundesdeutsche Geschichtsrevisionismus - samt Geheimkomplex "Operation Gehlen" - wohl kaum zum Zuge gekommen. Vierzig Generäle und zehntausend Offiziere aus der "sauberen Wehrmacht" sowie auch einige hundert SS-Offiziere bildeten dann den Kern des Gründungspersonals der Bundeswehr. Das Wort "Macht" kam im Namen des neuen Militärs allerdings nicht mehr vor.

mehr:
- Wie war das noch mit dem Korea-Krieg? (Peter Bürger, Telepolis, 01.09.2015)

Doku-Reihe - Operation Wunderland - Ein Volk wird umerzogen - Teil 1 von 3 [43:35]

Veröffentlicht am 13.11.2012
Weitere Teile der Doku-Reihe folgen!
'Operation Wunderland' enthüllt zum ersten Mal wie die USA sich nach dem Krieg Westdeutschland nach ihren Wünschen gestalteten. Alle entscheidenden Fäden hinter den Kulissen zogen in der Zeit nach 1945 die Amerikaner. Das Maß dieser Einflussnahme reichte weit über Entnazifizierung, Umerziehung und Marshall-Plan hinaus. Amerikanischen Propagandaexperten gelang es, die öffentliche Meinung in Deutschland so geschickt zu beeinflussen, dass im demokratischen Prozess immer das herauskam, was Washington vorgab.

Der Korea Krieg - Vorgeschichte und Verlauf - Doku Koreakrieg [1:16:35]

Veröffentlicht am 07.04.2013
Sehenswert auch die Dokumentation "CIA Operation Laos" 
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Kometeneinschläge und Leben auf der Erde

Neue japanische Studie zeigt, wie nach dem Aufprall eines Kometen auf einen Planeten Moleküle erzeugt werden, die für die Ausbildung von Leben wichtig sind 

Um herauszufinden, welche Auswirkungen ein urzeitlicher Kometeneinschlag auf die Entstehung von Leben auf der Erde oder anderen Planeten gehabt haben könnte, simulierten zwei japanische Geochemiker in einer Versuchsreihe unter Laborbedingungen einen Kometeneinschlag en miniature. Bei dem Experiment kristallisierte sich heraus, dass Impakt-Ereignisse Katalysatoren für biochemische Reaktionen sein können. Im Zuge dieses Prozesses können aus einfachen Aminosäuren höhere, komplexere Proteine entstehen, die für die Ausbildung von biologischem Leben elementar sind.

Steine schmelzen glasartig auf und werden hochgeschleudert. Gigantische Feuerstürme ziehen über die Erde. Milliarden Tonnen Gesteinstrümmer, Asche, Ruß und Gase steigen in einer riesigen Rauchsäule bis in die obersten Schichten der Stratosphäre. Große Staub- und giftige Schwefelwolken ummanteln den Globus und bilden einen Wolkenteppich, der Sonnenstrahlen, Licht und Wärme abschirmt. Eisige Kälte hält Einzug. Viele Pflanzen und Tiere sterben sofort, ein Großteil erst im Verlaufe der nächsten Zehntausend Jahre, wenige überleben.

mehr:
- Kometeneinschlag im Labor (Harald Zaun, Telepolis, 26.08.2015)

Dienstag, 1. September 2015

Der blinde Fleck des Journalismus

Medien kritisieren alles und alle. Doch Kritik am Journalismus geißeln sie als »Medienschelte«. Thomas Meyer erklärt, warum das so nicht gut ist
Im Sinne einer Politik des full disclosure zeigt die Autorin dieses Textes hier dreierlei an. Erstens: Ich bin mit Thomas Meyer nicht befreundet, kenne ihn aber persönlich und schätze ihn. Zweitens: In meinen nunmehr fast 20 Berufsjahren als politische Journalistin habe ich mich öfter über die bornierte Schiedsrichter-Mentalität geärgert, die man sich in unserem Berufsstand offenbar ungestraft leisten kann. Drittens: Bei einem unerwartet kurzen Ausflug in die politische Sphäre war ich selbst der Gegenstand von Berichterstattung, die weitgehend gleichgerichtet ausfiel, zum Teil sach­liche Fehler enthielt und zum Teil ­Urteile fällte, die zumindest mir als Betroffene maßlos vorkamen (die Frau ist total überfordert / unfähig / beratungsresistent / von Hybris besessen / verrückt / kriminell). Vor dem Hintergrund dieser Erfahrungen setze ich mich hier mit Meyers Thesen zur Unbelangbarkeit von Journalisten auseinander.

Das journalistische Übermenschentum
Der Politikwissenschaftler stellt seiner auf ruhige Weise gnadenlosen Analyse des politischen Journalismus in Deutschland eine Formulierung des verstorbenen FAZ-Herausgebers Frank Schirrmacher voran: Der hatte im März 2014, wenige Wochen vor seinem Tod, vor einem um sich greifenden „journalistischen Übermenschentum“ gewarnt. Er illustrierte seine Warnung mit dem Beispiel des ZDF-Moderators Claus Kleber, der im heute journal den Siemens-Vorstandsvorsitzenden Joe Kaeser eher angeprangert als interviewt hatte: Es ging um die Frage, wie Kaesers Russland-Reise im Frühjahr 2014 während der Ukraine-Krise moralisch zu bewerten sei. Meyer fügt diesem Beispiel für die Übergriffigkeit und Rollenanmaßung mancher „Alphajournalisten“ weitere hinzu, etwa das überlange Kreuzverhör, in dem Marietta Slomka den SPD-Vorsitzenden Sigmar Gabriel zu der Frage vernahm, ob eine Mitgliederentscheidung der Sozialdemokraten über den Koalitionsvertrag der Großen Koalition verfassungskonform sei. (Slomka war nicht dieser Ansicht, was sie den streng Befragten auch fast acht Minuten lang spüren ließ.) Oder die einzigartige Herablassung, mit der der Spiegel den SPD-Spitzenkandidaten Peer Steinbrück als „Narziss“, „Schauspieler“ und „Clown“ abqualifizierte. Man könnte zahlreiche weitere Belege für solche Überhebungen nennen – wobei ihre Urheber in bemerkenswert geringem Maße zu reflektieren scheinen, wie Derartiges bei den Betroffenen, vor allem aber beim Publikum ankommt. Auflagenschwund und Medienverdrossenheit könnten ja immerhin den Verdacht nahe legen, dass Leser und Zuschauer sich vielleicht doch weniger mit den Haltungsnotenvergebern identifizieren als mit den Benoteten.

In einem Porträt des scheidenden Regierenden Bürgermeisters von Berlin, Klaus Wowereit, hieß es in der Welt: „Wir erleben in Reinform: Positionsverweigerung zwecks Unangreifbarkeit, hundertprozentiges Emotionsmanagement statt Intuition, Neutralisierung des Menschen durch das Amt, die Maschinalisierung des Klaus Wowereit. ... Zwar sieht dieser Mensch auf dem Sofa aus wie jener – man mag es kaum noch aussprechen – ‚Wowi‘, doch der, den wir kannten, oder zu kennen meinten, hat schon lange diesen Körper verlassen. Vor uns sitzt eine Hülle und redet in Hülsen.“

mehr:
- Der blinde Fleck des Journalismus (Susanne Gaschke, Berliner Republik, 3/15)

Ukraine: Noch nicht demokratiefähig

Die rechten Maidan-Aktivisten protestieren mit brutaler Gewalt gegen das Minsker Abkommen
Vor dem ukrainischen Parlament spielten sich gestern Szenen ab, die an die Zeit der Maidan-Unruhen erinnerten. Extrem gewalttätig gingen hunderte Demonstranten gegen die Polizisten vor. Es wehten die Fahnen des Rechten Sektors und der rechtsextremen Swoboda-Partei, beide aktiv bei der Maidanbewegung. Mehr als 120 Polizisten wurden verletzt. Einer der Militanten hatte eine Handgranate geworfen, ein Polizist starb, so der Innenminister, durch ein Schrapnell in sein Herz. 30 Personen wurden festgenommen, darunter auch der Werfer der Handgranate. Es seien weitere Handgranaten gefunden worden, was deutlich macht, wie gefährlich die Situation ist, wenn die Kriegsheimkehrer in Kiew genauso auftreten wie an der Front.

Für den Rechten Sektor ist jeder Abgeordneter, der für das Gesetz stimmt, ein Verbrecher. Nach ihm kamen viele Soldaten, Veteranen und Aktivisten, um vor dem Parlament die "Ehre des Vaterlands" zu verteidigen. Schuld an den gewalttätigen Auseinandersetzungen wird Poroschenko gegeben, der sich wie Janukowitsch verhalte und zu "despotischen Mitteln" greife. Aus Protest gegen die "Legalisierung des Separatismus" sei das erste Blut geflossen. Die Stimmung soll offensichtlich weiter aufgeheizt werden, Poroschenko wird als Vertreter Putins und der EU betrachtet.

Im Parlament wurde mit einer Mehrheit von 265 Stimmen, wenn auch knapp und mit großer Opposition sowie Tumulten, in erster Lesung die Verfassungsreform angenommen. Sie sieht eine Dezentralisierung des Staats zugunsten der Regionen und Kommunen vor, was auch die beiden "Volksrepubliken" betrifft. Einen Sonderstatus wird es aber für sie nicht geben, wie Poroschenko immer wieder die Rechtsnationalisten beruhigend sagte, was diese aber nicht hören wollen.

Symptomatisch für die Zerrissenheit des Landes wurde das Gesetz von den Parteien von Poroschenko und Jazenjuk sowie vom Oppositionsblock, dem ehemalige Mitglieder der Partei der Regionen angehören, angenommen. Die drei anderen Parteien der Regierungskoalition, die Radikale Partei, die Vaterlandspartei und die Samopovich-Partei, stimmten dagegen. Der Widerstand im Parlament und außerhalb wird vor allem damit begründet, dass die Dezentralisierung eine Unterwerfung unter Russland bedeute. Man wehrt sich auch gegen die EU, die der Ukraine ein solches Nachgeben aufoktroyieren würde.


mehr:
- Ukraine: Militante Nationalisten proben den Aufstand (Florian Rötzer, Telepolis, 01.09.2015)

mein Kommentar:
unerwachsen, zur Zeit noch nicht demokratiefähig
Willkommen in der EU!

Montag, 31. August 2015

Immer mal wieder: MH-17

ARD manipuliert, promotet die Tatverdächtigen und mauert – Russland informiert. Die Fakten. 

 Die Verlogenheit der deutschen Massenmedien stinkt zum Himmel überm Donbass. Die ARD der Manipulation, des Verschweigens und des Lügens zu bezichtigen, hieße Euros nach Athen tragen. (Und von dort zurück in die Taschen der europäischen Banken, ich weiß.)

 ARD’s gefährlicher Schwachsinn 

 Man sehe sich nur das Gefasel um den ersten Jahrestag des MH17-Unglückes an; beispielsweise den nur noch "hirnrissig" zu nennenden ARD-Kommentar von Hermann Krause vom WDR. Der ist an – in jedem Satz - dilettantischer Verlogenheit und Manipulation nicht zu überbieten. Zitat: „Der Eindruck entsteht, Russland habe etwas zu verbergen.“ Hallo, bei wem? Russland ist das einzige Land, das Fakten zu MH17 auf den Tisch legte. Das einzige. Die USA haben nicht die Spur eines Satelliten-Fotos o. ä. vorlegen können. Die Briten haben die Blackboxen bekommen, aber angeblich nichts gehört. Die Holländer verschieben die Veröffentlichung des längst fälligen Berichtes immer weiter. Erinnern Sie sich noch wie schnell Informationen aus der pulverisierten Germanwings-Machine veröffentlicht wurden? Die Untersuchung dieser himmelschreienden Differenz wäre echter Journalisten würdig. Doch die ducken sich ab – gehorsam und dem Imperium ergeben. Der Vollständigkeit halber bleibt festzuhalten, dass die ARD in ihren Mitleid heuchelnden Luftblasen eben nicht die Kernfrage stellt: Warum wohl gibt es - angeblich - noch keine Gewissheit? Glaubt irgendjemand, die NATO würde nur eine Sekunde zögern, Beweise gegen Russland mit großem Tamtam und Kriegsgeheul zu veröffentlichen?!
mehr:
- MH17: ARD und ZDF verschweigen russische Pressekonferenz in Malaysia (Hinter der Fichte, 25.07.2015)

siehe auch:
- Ukraine 13 – Unser westliches System und die MH 17-Berichterstattung (Post, 27.07.2014)
- Wieder MH-17 und wieder: Nebelbomben gegen Russland (Post, 07.06.2015)
- Perfide Kriegspropaganda mit Absturz-Opfern (Harry Nutt, Berliner Zeitung, 20.07.2014)
Es ist schon bemerkenswert, welche Geduld Angela Merkel immer wieder in Gesprächen mit Wladimir Putin aufbringen muss, der erratisch changiert zwischen dem Habitus eines mächtigen Staatsmannes und der linkischen Verachtung diplomatischer Spielregeln. Aber wenn der Eindruck nicht täuscht, dann vollzieht sich in diesem bösen Spiel um Macht und territoriale Experimente gerade ein Wandel.

mein Kommentar: 
Mir wird das zu dumm. O.K., die Amis haben die Propagandaschlacht gewonnen. Gefühlte Meinung in der Bevölkerung: Es waren die Separatisten mit einer russischen BUK. Die westliche Aufgeregtheit mit den voreiligen Schuldzuweisungen hat sich ausgezahlt. (Siehe vor allem den Post vom 27.07.) Welche Kämpfe da hinter den Kulissen laufen, kriegt Otto Normalverbaucher nicht mit.

Aber aus welchem Grund die Separatisten das Passagierflugzeug abgeschossen haben sollen, darüber hat sich hier im Westen kein Mensch Gedanken gemacht. 
Was sollen die für einen Grund gehabt haben? 
Wollen die kleine Kinder fressen? 
Oder sind die einfach nur ganz furchtbar böse (wie die Aliens in »Alien«)? 
Wer von denen, die einen IQ von mehr als 80 haben, soll denn das glauben?

Wer genug Geduld und Energie hat, kann ab und zu mal bei Gabriele Wolff vorbeischauen: sauber recherchiert! Die Frau macht sich Arbeit!
- Ukraine: Informationskrieg um MH 17 (3) (GabrieleWolff, 19.01.2015)

Herzlichen Glückwunsch! Das Photo hat sich ausgezahlt! Das bleibt in den Köpfen!
Ist ja nicht neu!

Das berühmte Photo des Robert Capa aus dem Spanischen Bürgerkrieg hat sich inzwischen ebenfalls als Fake herausgestellt:
Dieses berühmte Foto (Hier in einer Ausstellung) vom September 1936 
aus dem Spanischen Bürgerkrieg von Robert Capa soll gestellt sein. 
Gerüchte darüber gab es seit langem. Jetzt sind sie 
nach neuen Zeitungsberichten wieder virulent. Angeblich gab es in der Gegend 
zum Zeitpunkt der Aufnahme gar keine Kampfhandlungen. (Quelle: Capas Kriegsfoto - nur gestellt? Ich hatt' einen Kameraden, Javier Cáceres, Süddeutsche Zeitung, 17.05.2010)

In »Hart aber fair« wurde Iwan Rodjonov ständig vor einem maskierten
Heckenschützen plaziert. 
(Der Ukraine-Konflikt 3 – Westliche Naivität oder westliche Machtpolitik?, Post, 25.03.2014)
Dieses Bild wird ebenfalls in den Köpfen bleiben: Iwan Rodjonov, russischer Chef-Propagandist mit einem maskierten Heckenschützen im Hintergrund!
Der Historiker Francisco Moreno, der insbesondere das Frontgeschehen in Córdoba erforscht hat und bislang der These anhing, dass der "Loyalistische Soldat im Moment seines Todes" in Cerro Muriano fotografiert worden war, erklärt nun, derartige Fotos hätten dort "unmöglich" aufgenommen werden können. Dafür seien die Gefechte dort Anfang September viel zu schwer gewesen. Wenn aber, so Moreno, die Kulisse Espejo sei und die anderen Fotos als fraglos gestellt angesehen werden müssen, so gelte dies "mit Sicherheit"auch für den Tod des Soldaten.
- Gestelltes Zeugnis? Zweifel an Robert Capas berühmtem Foto (3sat Kultur, 17.08.2009)

Daniel Barenboim schadet Israel. Ministerin Miri Regev kämpft um Merkel-Räson

Der Dirigent Daniel Barenboim ist anscheinend ein vaterlandsloser Geselle: Ist er nun Argentinier, Israeli oder gar Palästinenser? Denn einen palästinensischen Pass besitzt er auch. Seit Jahrzehnten lebt er in Deutschland. In Berlin ist er seit 1992 Generalmusikdirektor der Staatsoper Unter den Linden in Berlin. Das Orchester der Staatskapelle Berlin hat ihn sogar zum Chefdirigenten auf Lebenszeit gewählt. So einer sollte sich doch gefälligst an die Merkel-Staats-Räson halten, nach der Israels Sicherheit "grundsätzliches Orientierungs- und Handlungsprinzip" deutscher Politik ist. Aber der Dirigent macht das einfach nicht. Jetzt will er sogar in den Iran fahren, in das Land, dass auf der schwarzen Liste Israels steht. Das bringt die israelische Ministerin für Kultur und Sport, Miri Regev, um den Schlaf. Umbringen könnte sie den Barenboim. Da der aber in jeder Hinsicht außerhalb ihrer Reichweite ist, setzt die ehemalige Brigadegeneralin Regev die Bundeskanzlerin unter Druck: Die soll den Auftritt Barenboims im Iran verhindern.

"Die Sudanesen sind wie ein Krebs in unserem Körper" wusste die Ministerin schon mal über sudanesische Flüchtlinge in Israel zu sagen. (⇒ Artikel b. WELT.de) Als man ihr deutete, dass ihre Äußerung beleidigend sein könnte, hat sie sich auch tatsächlich bei den Krebskranken entschuldigt: Dafür, dass sie deren Leiden herabgewürdigt habe, indem sie es mit Afrikanern verglich. (⇒ Artikel b. HAARETZ.com)

Diese äußerst sensible Frau wurde auch mal in der israelischen Zeitschrift HAARETZ mit diesem bemerkenswerten Satz zitiert: Sie sei "glücklich Faschistin zu sein“. Wer wollte ihr widersprechen, arbeitet sie doch als Ministerin am Glück israelischer Bürger, soweit sie das richtige Glaubensbekenntnis haben, und sieht ihre Aufgabe darin, "dem Volk Brot und Spiele zu geben." Das ist der feine Unterschied zu den deutschen Nazis, die dem Volk lieber primär Kriegs-Spiele versprachen, und das Brot hintenan stellten.

mehr:
- Daniel Barenboim schadet Israel – Ministerin Miri Regev kämpft um Merkel-Räson (Ulrich Gellermann, Kritisches Netzwerk, 31.08.2015?)

siehe auch:
- Frieden von unten (Post, 03.02.2015)
aktualisiert am 30.12.2016
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Wie schnell steigt der Meeresspiegel?

Beobachtungen zeigen, dass sich der Anstieg beschleunigt 

 Die Meere spielen für die Menschen seit jeher eine große Rolle nicht nur als Nahrungsmittellieferant sondern auch als Transportweg. Nur wenige Staaten haben keinen Zugang zum Meer, was sie meist – wenn auch nicht immer – erheblich in ihrer Entwicklung behindert hat. Ein größerer Teil der Menschheit lebt entsprechend an den Küsten der Welt- beziehungsweise am Rand der Meere oder gar auf Inseln. Mehrere hundert Millionen Menschen werden in diesem oder spätestens im nächsten Jahrhundert von einem Anstieg des Meeresspiegels betroffen sein.

Im letzten Jahrhundert, zwischen 1901 und 2010, betrug der Anstieg im globalen Durchschnitt 19 Zentimeter. Regional ist die Entwicklung aber ziemlich unterschiedlich. Steigende Landmassen wie in Skandinavien oder sinkende wie in einigen Flussdeltas, zum Beispiel denen des Rheins und der Schelde oder des Ganges und des Brahmaputras in Indien und Bangladesch, überdecken die globale Entwicklung oder verstärken sie. Veränderte Strömungen und ungleichmäßige Verteilung der Erwärmung des Wassers tragen das Ihrige zu regionalen Unterschieden bei. Eine der Ursachen des Meeresspiegelanstiegs ist nämlich die Erwärmung der Ozeane, die sich dadurch ausdehnen.

Eine andere ist der Massenverlust der großen Eismassen auf Grönland und in der Antarktis. Der hat sich in den letzten Jahren deutlich beschleunigt. Die US-Raumfahrtbehörde NASA hat am letzten Mittwoch eine Pressekonferenz abgehalten, auf der die Messungen verschiedener Satelliten aus den letzten drei Jahrzehnten sowie die damit verbundene Forschung vorgestellt wurden.

Die Ergebnisse sind für Fachleute nicht mehr neu, aber auf jeden Fall Besorgnis erregend: Der Meeresspiegelanstieg hat sich in den vergangenen Jahrzehnten genauso beschleunigt wie der Masseverlust der Eisschilde. Seit den 1990ern steigen die Weltmeere im Schnitt um drei Millimeter pro Jahr, was hochgerechnet 30 Zentimeter pro Jahrhundert wären.

Dabei wird es allerdings nicht bleiben. "Wenn wir von unserem Wissen darüber ausgehen, wie sich die Ozeane erwärmen und wie die Eisschilde und Gletscher Wasser in die Meere abgeben, so scheint es ziemlich sicher, dass wir jetzt bereits die Bedingungen für einen Anstieg um drei Fuß (90 Zentimeter) und wahrscheinlich mehr haben", meint Steve Nerem von der University of Colorado in Boulder, USA, und Chef des Sea Level Change Teams. "Wir wissen bloß noch nicht, ob es schon in diesem Jahrhundert oder später passiert."

mehr:
- Wie schnell steigt der Meeresspiegel? (Wolfgang Pomrehn, Telepolis, 31.08.2015)

Heute vor 53 Jahren – 31. August 1962: Trinidad und Tobago wird unabhängig

Der lange Weg in die Unabhängigkeit 

 Erst nachdem Christoph Kolumbus auf seiner dritten Reise 1498 auch nach Trinidad und Tobago gelangt war, erhielt Europa Kenntnis von den beiden Karibikinseln vor der Küste Venezuelas. Gut 50 Jahre später begannen die Spanier mit der Kolonisierung Trinidads. Die einheimische Bevölkerung, Stämme der Arawak und der Kariben, wurde durch eingeschleppte Krankheiten und Sklavenarbeit stark dezimiert. 

 Der Besitz der beiden Inseln war unter den europäischen Kolonialmächten Spanien, Frankreich und Großbritannien lange umstritten, ehe die Briten sich 1814 alle Rechte auf Trinidad sicherten, 1888 beide Inseln administrativ zusammenschlossen und sich als Kronkolonie einverleibten. 

 Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Ruf nach sozialer Gerechtigkeit und staatlicher Unabhängigkeit unüberhörbar. 1954 entstand eine erste Partei der schwarzen Bevölkerung, die 1956 auch die Wahlen gewann. Protestmärsche und Unruhen bewegten die Briten 1959 zu dem Zugeständnis innerer Autonomie und 1962 schließlich zur Entlassung des Karibikstaates in die Unabhängigkeit. 

Der Herzog und die Herzogin von Kent auf dem Weg zur Feier der Unabhängigkeit in
Westminster Abbey, London, 31.08.1962

 Was am 31. August noch geschah: 
 1991: Kirgistan und Usbekistan erklären ihre Unabhängigkeit von der Sowjetunion.
 Harenberg - Abenteuer Geschichte 2015

Mit offenen Karten - Neues aus Usbekistan (2013) [11:37]
Veröffentlicht am 23.06.2013
http://www.m-hesse.com/Usbekistan_Rei...

Usbekistan grenzt als einziges Land Zentralasiens an alle Staaten Zentralasiens. Die wichtige geopolitische Lage bestimmt die Wirtschaft des Landes seit Jahrhunderten und wird die Wirtschaft weiterhin bestimmen. Mit offenen Karten zeigt die Machtverhältnisse in der Region und die besondere Lage des Staates.