Freitag, 26. Februar 2016

Putin 3 – Die Gleichschaltung der westlichen Medien

Der Medienwissenschaftler Uwe Krüger hat 2013 das Ergebnis seiner wissenschaftlichen Arbeit über die Zusammenhänge von Größen des deutschen Journalismus mit außen- und sicherheitspolitisch aktiven Eliten veröffentlicht. Der Titel seines Buches: „Meinungsmacht“[*]. Seine Beobachtungen sind wichtig, um die Grundlinien wichtiger Medienschaffenden in der wieder auflebenden Auseinandersetzung zwischen West und Ost und damit das überwiegende Medienecho beim Konflikt um die Ukraine besser zu verstehen und vor allem auch die Orientierung an transatlantischem und US-amerikanischen Denken einordnen zu können.
mehr:
- Die US-nah organisierte Gleichschaltung wichtiger Leitmedien (Teil II zur Putin- Rede, Ukraine, etc.) (Albrecht Müller, NachDenkSeiten, 21.03.2014)
Uwe Krüger hat beobachtet und beschreibt, dass sich Journalisten in verschiedenen Zirkeln mit den Mächtigen treffen, und sich dieses Eingebundensein in ihren journalistischen Werken niederschlägt. Wörtlich: „Am auffälligsten war der Befund, dass vier leitende Journalisten der „Süddeutschen Zeitung“ (Kornelius), der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Frankenberger), der „Welt“ (Stürmer) und der „Zeit“ (Joffe) stark in US- und NATO-affinen Strukturen eingebunden sind.“ Das deckt sich mit den Beobachtungen vieler unserer Leserinnen und Leser. Allerdings beobachten wir das Phänomen der Anlehnung und gleich Richtung bei einer Reihe anderer Journalistinnen und Journalisten. Die Daten im Buch von Uwe Krüger beziehen sich auf die Jahre 2002-2009. Die meisten Beobachtungen sind noch aktuell. Siehe dazu auch ein Telepolis-Interview zum Thema.

Hier ist eine Tabelle mit Größen des deutschen Journalismus, die in transatlantisch ausgerichteten außen- und sicherheitspolitischen Eliten-Organisationen eingebunden waren und sind.
Diese Tabelle ist ein Auszug aus einer Tabelle des Buches von Uwe Krüger (siehe dort die Seiten 119-122):
MediumNameOrganisation, in der der Journalist zwischen 2002 und 2009 involviert war
ZEITJosef JoffeAmerican Academy in Berlin
American Council on Germany
American Institute for Contemporary German Studies
Aspen Institute Deutschland
Atlantik-Brücke
Bilderberg
Europe’s World
Goldman Sachs Foundation
Hypovereinsbank
International Institute for Strategic Studies
„Internationale Politik“
Münchner Sicherheitskonferenz
„The American Interest“
Trilaterale Kommission
ZEITMatthias NaßAtlantik-Brücke
Bilderberg
ZEITMarc BrostAtlantik-Brücke
Süddeutsche ZeitungStefan KorneliusAmerican Institute for Contemporary German Studies
Bundesakademie für Sicherheitspolitik
Deutsche Atlantische Gesellschaft
Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik
„Internationale Politik“
Körber-Stiftung
Münchner Sicherheitskonferenz
ZDFClaus KleberAspen Institute Deutschland
ZDFPeter FreyBundesakademie für Sicherheitspolitik
Körber-Stiftung
BILDKai DiekmannAtlantik-Brücke
FAZKlaus-Dieter FrankenbergerAtlantische Initiative
Bundesakademie für Sicherheitspolitik
Institut für Europäische Politik
Münchner Sicherheitskonferenz
Trilaterale Kommission
WELTMichael StürmerDeutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik
European Council on Foreign Relations
German British Forum
Münchner Sicherheitskonferenz
Valdai Discussion Club


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Krüger sieht seine Forschungsergebnisse weitgehend durch die eher theoretischen Analysen des Medienwissenschaftlers Lutz Hachmeister zur Medienpolitik bestätigt. Hachmeister war schon 2007 in „Nervöse Zone“ zu der Schlussfolgerung gekommen, dass sich bei Politik, Wirtschaft und Leitmedien eine „geschlossene Gesellschaft“ herausgebildet habe. Krüger bezieht sich auch auf Peter Ludes, der feststellt, dass Journalisten als Mitwisser ihr Privileg des Zugangs zu Politikern nicht gefährden wollen und daher auf Kritik verzichten. 
Josef Joffe selbst bezeichnete die Verflechtungen zwischen Journalisten und Meinungsmachern aus Politik und Wirtschaft als „schreckliche, symbiotische Beziehung“[11]:
„Jeder benutzt den anderen. Wir wollen, dass sie uns etwas erzählen, uns gar in ihr Vertrauen ziehen. Die benutzen uns natürlich genauso, denn sie kennen das moderne ontologische Prinzip, dass nichts existiert, was nicht in den Medien steht.[12] (Uwe Krüger, Meinungsmacht, 2013, Frühere wissenschaftliche und journalistische Behandlung der Thematik, Wikipedia, Hervorhebungen von mir)
In Krügers Dissertation zum Einfluss der Eliten auf deutsche Journalisten und Medien[13] wird ein theoretisches Modell entwickelt, das Medienverhalten mit Hilfe von Pressure Groups und sozialen Netzwerken erklärt und das vorhersagt, dass Leitmedien mehr oder weniger den laufenden Diskurs der Eliten reflektieren, aber dessen Grenzen nicht überschreiten und dessen Prämissen nicht kritisch hinterfragen.Ausgangsthese Krügers ist „dass eine konsensuell geeinte Elite in wichtigen Fragen (Krieg und Frieden, makroökonomische Ordnung) gegen die Interessen eines Großteils der Bevölkerung regieren kann und dass journalistische Eliten zu stark in das Elitenmilieu eingebunden sein könnten, um noch als Anwälte des öffentlichen Interesses kritisch-kontrollierend zu wirken.“Im empirischen Teil fokussiert seine soziale Netzwerkanalyse zunächst die soziale Umgebung von 219 leitenden Redakteuren deutscher Leitmedien. Jeder Dritte unterhielt informelle Kontakte mit Politik- und Wirtschaftseliten; bei vier Außenpolitik-Journalisten, Stefan KorneliusKlaus-Dieter FrankenbergerMichael Stürmer und Josef Joffe finden sich dichte Netzwerke im US- und Nato-affinen Elitenmilieu. Weitere analysierte Journalisten sind Kai Diekmann (Bild), Peter Frey und Claus Kleber (ZDF) und Matthias Naß (ZEIT).Eine anschließende Frame-Analyse fragt, inwieweit der Output dieser vier Journalisten in den umstrittenen Fragen der Definition von Sicherheit (erweiterter Sicherheitsbegriff) und Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr auf der Linie der ermittelten Bezugsgruppen liegt. Abschließend werden die Berichte über die Münchner Sicherheitskonferenz und deren Gegner in fünf Tageszeitungen inhaltsanalytischuntersucht. Sie kommt zu dem Schluss, dass die Eliten-nahen Leitmedien FAZ, Welt und Süddeutsche den auf der Sicherheitskonferenz laufenden Elitendiskurs ausführlich abbilden, dabei aber die Proteste und die Gegenveranstaltung Münchner Friedenskonferenz marginalisieren und delegitimieren.[14]
„Als hoch problematisch erscheinen erstens die direkten Verbindungen zur Wirtschaft, genauer die Beratertätigkeit von Chefredakteuren und Herausgebern für gewinnorientierte Konzerne: Josef Joffe (Zeit) als Beirat der HypoVereinsbank sowie Stefan Aust (Spiegel) und Helmut Markwort (Focus) als Beiräte der Deutschen Telekom AG.
Zweitens muss die Einbindung von Journalisten in eine Organisation der Bundesregierung kritisch gesehen werden, namentlich Klaus-Dieter Frankenberger (FAZ), Stefan Kornelius (SZ) und Peter Frey (ZDF) als Beiräte der Bundesakademie für Sicherheitspolitik, eines Think Tanks im Geschäftsbereich des Bundesverteidigungsministeriums.
Der Beirat berät laut Akademie-Satzung das Kuratorium, das wiederum aus der Bundeskanzlerin sowie den Bundesministern der Verteidigung, des Inneren, des Auswärtigen, der Finanzen, der Justiz, für Wirtschaft und für Entwicklungshilfe besteht. Die drei Journalisten verpflichteten sich somit, jene Bundesregierung zu beraten, die sie doch eigentlich als Anwälte der Öffentlichkeit kritisieren und kontrollieren sollen.” (S. 148)[15]
Zu der Frage, welche Art der Beeinflussung der Journalisten durch die Eliten vorliege, vermutet Krüger, dass "Journalisten mit Eliten-kompatiblen Werten und Meinungen höhere Chancen (haben), Zugang zu den höchsten Kreisen zu bekommen, und die Einbindung in das Elitenmilieu verstärkt dann über die Zeit hinweg die Konformität. Das heißt auch: Journalisten mit Eliten-kompatiblen Meinungen haben bessere Chancen, Karriere zu machen, denn sie können im eigenen Haus und in der Branche mit exklusiven Informationen und hochrangigen Interviewpartnern punkten."[16] Krüger argumentiert mit dem Konzept des sozialen Kapitals Pierre Bourdieus.[17]In einer an Krüger anschließenden Untersuchung wurden auch Jochen Bittners Verflechtungen mit Elitennetzwerken analysiert.[18] (Uwe Krüger, Meinungsmacht, 2013, Forschungsansatz, Thesen und Ergebnisse der Untersuchung Krügers, Wikipedia)
In der Rezension des Portals für Politikwissenschaft wird der Forschungsarbeit Krügers bescheinigt, dass er mit der Analyse des fragwürdigen Umgangs mit der Meinungsmacht, der zu selten Gegenstand methodisch fundierter wissenschaftlicher Analysen sei, einen bemerkenswerten Beitrag zu einer offenen und sachlichen Diskussion über die Unabhängigkeit von Journalisten jenseits von Verschwörungstheorien geleistet habe.[19]In der Rezension der FAZ bemängelt Boris Holzer, dass die Kausalität der Vereinnahmung von Journalisten durch Elitennetzwerke nicht eindeutig nachweisbar sei.[20]
Bemerkung von mir:
Das ist ja wohl auch der Sinn und Zweck des Ganzen! 
Peter Zudeick von der SZ bestätigt, dass Medien zur "Selbstgleichschaltung" neigen, interpretiert dies aber nicht als Beeinflussung, sondern als selbständige Entscheidung der Journalisten.[21] (Uwe Krüger, Rezeption und Kritik, Rezensionen, Wikipedia)

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statt eines Kommentars:
Auch das Gutachten 2005 des Sachverständigenrats zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen stellt fest: »Ärzte sind sich zwar der werbenden, verzerrenden Darstellung der produktbezogenen Information bewusst. Sie leugnen jedoch – trotz gegenteiliger empirischer Befunde – häufig, dass diese ihr Verhalten beeinflussen. Sie glauben vielfach an ihre persönliche Immunität über den Marketingmaßnahmen der Industrie…«
Es ist kennzeichnend für die »gefühlte Unabhängigkeit« von Ärzten, dass sie laut Umfrage zu 61% der Meinung sind, dass Industriewerbung und Kontakte ihr eigenes Verschreibungsverhalten nicht beeinflussen würde, nur 16 % dies jedoch für ihre KollegInnen annehmen (!). Daraus folgt, dass Aufklärung und Aus-, Fort-, und Weiterbildung vor allem an der »Pharma(früh)sozialisation« ansetzen und Gegenstrategien entwickeln muss. […] (V. Aderhold, D. Lehmkuhl, Material zum Verhältnis Psychiatrie und Pharmaindustrie (aus: Der Mast muß weg, 1/2008, Hervorhebungen durch die Verfasser
siehe dazu:
- Ist die Psychopharmakologie verrückt geworden? – Kapitalismus-infizierte Wissenschaft (Post, 31.01.2016)
Uwe Krüger hat Artikel und andere Medienprodukte der genannten Journalisten untersucht und festgestellt: Die Journalisten lagen ganz auf Linie mit den Eliten. Sie mahnten zu stärkerem militärischen Engagement und empfahlen mehr Führung und Überzeugungsarbeit bei der skeptischen Bevölkerung, um die Linie durchzusetzen. Zu welchen Ergebnissen diese Agitation führt, konnten wir erleben, als im Kontext der Münchner Sicherheitskonferenz dieses Jahres Bundespräsident Gauck, Außenminister Steinmeier und Verteidigungsministerin von der Leyen einvernehmlich mehr Verantwortung in der Welt einforderten, was gleichbedeutend ist mit mehr militärischem Engagement. Solche Schübe der außen- und sicherheitspolitischen Veränderungen werden genau von diesen Kreisen von Journalisten in Kombination mit den verschiedenen Institutionen bewerkstelligt.Die Nähe zu den Eliten und zu deren politischer Orientierung zahlt sich auch für die Karriere der genannten Journalisten aus. Joffe, Frey, Kleber etc. sind auch dank ihrer ideologischen Ausrichtung und ihrer Verbundenheit mit den mächtigen Zirkeln der Eliten beruflich erfolgreich.Die genannten Personen sind einflussreich. Sie bestimmen durch ihre Prominenz und ihre gleiche Ausrichtung auch die Berichterstattung und Kommentierung von anderen Journalistinnen und Journalisten. Im eigenen Medium gilt das oft ganz direkt. Ein typisches Beispiel ist der Kommentar zur Putin Rede von Julian Hans in der Süddeutschen Zeitung vom 19. März 2014. Die Überschrift in der Printausgabe lautete: „Europas Alptraum“. Typisch für die Verdrehung im Sinne der westlichen „Staatengemeinschaft“ war u.a. der Schluss: 
„Im Zeitraum von gerade einmal drei Wochen hat Europa erlebt, wie seine über Jahrzehnte stabile Sicherheitsordnung zerbröselte. Wie soll man Putin entgegentreten? Keiner weiß es. Und für die Völker Mitteleuropas sind die alten Schreckgespenster zurückgekehrt – ihr Albtraum.“ 
Da ist keine Rede von der Mitwirkung der Europäischen Union, der USA und der NATO an der Erosion der stabilen Sicherheitsordnung. Von den Zumutungen und den gebrochenen Versprechungen gegenüber Russland wird nicht berichtet. Schuld sind allein die Russen. 
„Mir fiel auf, dass durch das bekannte Rotationsprinzip nach kurzzeitigen Aufenthalt in USA plötzlich ein anderer „Zungenschlag“ zu vernehmen war, der anderswo als Gehirnwäsche gebrandmarkt wird.“ (zitierte Meinung eines Lesers der NachDenkSeiten)
siehe auch:
- Darf man von Gleichschaltung der Medien sprechen? Und davon, dass die Demokratie höchst gefährdet ist? (Albrecht Müller, NachDenkSeiten, 15.05.2014)
- Sie sind alle gleichgeschaltet – ZDF, ARD, Spiegel Online usw. (Albrecht Müller, NachDenkSeiten, 26.06.2010, man beachte das Datum!)
- Die verwirrende Debatte zum Gipfel in Kanada ist ein außerordentlich gutes Beispiel für die Möglichkeit der umfassenden Manipulation (Albrecht Müller, NachDenkSeiten, 26.06.2010, man beachte das Datum!)

Meine Anmerkung:
Honi soit qui mal y pense

kritische Artikel zu den NachDenkSeiten:
- In Ungnade gefallen (Michael Schöfer, Kommentare zum Zeitgeschehen, 26.08.2015)
- Wolfgang Lieb in eigener Sache: Ich habe mich schweren Herzens entschlossen, nicht mehr für die NachDenkSeiten zu arbeiten (Wolfgang Lieb, NachDenkSeiten, 23.10.2015)
Das Treiben der NachDenkSeiten als Rückblick - und gleichzeitig mein letzter Artikel hier (Wolfgang Lieb, Die Journalistenhatz der NachDenkSeiten und des Weltnetz.tv, 03.11.2015)

mein Kommentar:

Öffentlichkeitsarbeit abseits vom Mainstream scheint mit einer sehr hohen psychischen Belastung einherzugehen, die Gefahr, den Boden unter den Füßen zu verlieren, sehr groß.
Die Kämpfe unter denen, die lange zusammenarbeiten und dann auseinandergehen, scheinen von einer absurd anmutenden Aggressivität …
Angst vor Identitätsverlust?
Je kleiner die Anzahl der Gleichgesinnten, desto wichtiger werden diese scheinbar!
(Entstehen so Gruppendruck und Sekten?)

Donnerstag, 25. Februar 2016

Peter Lustig ist gestorben

Peter Lustig, der langjährige Moderator der Sendung "Löwenzahn", starb am Dienstag im Alter von 78 Jahren. Im ZDF hatte er 25 Jahre lang Begeisterung für Technik, Geschichte und Umwelt vermittelt.
Peter Lustig, der schlaue Mann mit der Latzhose, hat vielen über 25 Jahre hinweg Begeisterung für Technik, Geschichte und Umwelt nahe gebracht. Der Fernsehmoderator starb am gestrigen Dienstag im Alter von 78 Jahren in der Nähe von Husum, wie das ZDF mitteilte.


Für das Fernsehpublikum, vor allem den in den 1980er Jahren aufgewachsenen Kindern und Jugendlichen, ist Peter Lustig synonym mit seiner Rolle als Erklärbär der Sendung "Löwenzahn". In fast 200 Folgen wunderte der im fiktiven Bärstadt in einem Bauwagen wohnende Erfinder mit Latzhose sich stellvertretend für die Zuschauer durch jedes Phänomen zwischen Himmel und Erde.

mehr:
- Der schlaue Mann mit der Latzhose - zum Tode von Peter Lustig (Philip Steffan, heise Online, 24.02.2016)

siehe auch:

- Peter Lustig-Bildergalerie (Cicero)
- "Löwenzahn": ZDF-Moderator Peter Lustig ist tot (SPON, 24.02.2016)
- "Jetzt kommt ja eh nichts mehr, also abschalten" (Jan Küveler, Welt, 24.06.2016)
- „Löwenzahn“-Moderator Peter Lustig ist tot (FAZ, 24.02.2016)
- Peter Lustig gestorben: Sein Bauwagen war unser Sehnsuchtsort (Jörg Thomann, FAZ, 24.02.2016)
- Löwenzahn-Moderator – Peter Lustig ist tot (Süddeutsche, 24.02.2016)
- Mit 78 Jahren: "Löwenzahn"-Moderator Peter Lustig ist tot (MDR-Nachrichten, 24.02.2016)

Löwenzahn Classics 169 Der Schatz der Vergangenheit [23:45]

Veröffentlicht am 26.09.2013

Steht der Bauwagen etwa auf den Überresten einer alten Grabstätte? Aufgeregt betrachtet Peter Lustig die alte Tonscherbe aus seinem Garten. Klarer Fall: Ein Archäologe muss helfen! An einer großen Ausgrabungsstätte beginnt für Peter eine spannende Odyssee um Erdschichten, Grabungstechniken und Bestimmungsmethoden. Er lernt dabei eine Menge über das Leben der alten Römer: wie sie wohnten, wie sie sich kleideten und welche Spuren noch heute von ihnen zu finden sind.

Ein Leben voller Neugier - Löwenzahn mit Peter Lustig in HD {12:57}

PeterMittendrin
Am 28.02.2016 veröffentlicht 
Tüfteln, forschen, entdecken - das war das Leben von Peter Lustig 25 Jahre lang bei der Wissenssendung "Löwenzahn". Sein Heim war der blaue Bauwagen im fiktiven Bärstadt.
Peter Lustig erlebte hier spannende und witzige Geschichten, und ganz nebenbei erklärte er auf seine unnachahmliche Art Wissenswertes aus Natur, Umwelt und Technik. Sein Werdegang bis zum Protagonisten von "Löwenzahn" war so ungewöhnlich wie Peter Lustig selbst.
Das Lebensbild zeigt Ausschnitte aus Sendungen und Interviews mit der Kultfigur Peter Lustig. Er hat seit den 80er Jahren Generationen von jungen Menschen gelehrt, immer neugierig zu bleiben, Dinge zu hinterfragen und sich schließlich über die gewonnenen Erkenntnisse zu freuen.

Abschied von Peter Lustig - ZDFtivi [1:56]
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Veröffentlicht am 24.02.2016
Die ganze Folge gibt es in der ZDFtivi-Mediathek: http://www.tivi.de/mediathek/loewenza...
Weiter Infos zu Löwenzahn: http://www.tivi.de/fernsehen/loewenza...

Mittwoch, 24. Februar 2016

Heute vor 70 Jahren– 24. Februar 1946: Perón gewinnt Präsidentenwahl in Argentinien

Heilsversprechen für Argentiniens Massen 

Heute vor 70 Jahren wurde Juan Perón (1895-1974) als Kandidat der Arbeiterpartei mit 52% der Stimmen zum Präsidenten Argentiniens gewählt. Oberst Perón war bereits vorher an mehreren Staatsstreichen beteiligt gewesen und hatte als Staatssekretär (ab 1943) ehrgeizige Sozialprogramme entwickelt. Er setzte auf eine Allianz mit Hitler-Deutschland und die Vorherrschaft Argentiniens in Lateinamerika. Nach 1945 gewährte er flüchtigen NS-Tätern großzügig Exil. 
Juan und Evita Perón bei ihrer Fahrt durch Buenos Aires,
nach der Wiederwahl Peróns im Januar 1952
Als Präsident ab Juni 1946 setzte er – unterstützt von seiner charismatischen Ehefrau Evita (1919-1952) - auf eine forcierte Industrialisierung und Arbeitermitbestimmung, gestaltete seine autoritäre Sozialpolitik aber auch mit faschistischen Organisationsformen wie Massenaufmärschen und Propagandaaktionen. Der »Perónismus« (Selbstbezeichnung: Iusticialismo) wurde ein feststehender Begriff. Liberale Ehegesetze brachten Perón in schwere Konflikte mit der katholischen Kirche, die im September 1955 zu seinem Sturz und Gang ins Exil nach Spanien führten. Im Juni 1973 kehrte Per6n nach Argentinien zurück und wurde erneut Präsident. Während seiner von Gewaltakten und Terror begleiteten zweiten Amtszeit starb er bereits am 1. August 1974. Seine im Präsidentenamt folgende zweite Ehefrau Isabel (* 1931) wurde 1976 vom Militär gestürzt. 

Harenberg - Abenteuer Geschichte 2016 

Argentinien -- zwischen Anden und Rio de la Plata [7:27]

Veröffentlicht am 08.04.2012
Nach Brasilien ist Argentinien das zweitgrößte Land Südamerikas und erstreckt sich über sechs verschiedene Klimazonen. Ein Land der Extreme, denn auf 2,8 Millionen Quadratkilometern leben gerade mal rund 36 Millionen Menschen, ein Drittel davon im Großraum der Hauptstadt Buenos Aires. Der Film führt von Buenos Aires durch das Zweistromland zu den Wasserfällen von Iguazu, über Salta und das Hochland der Anden durch das Gebiet der "Pachamama" in die Weinanbaugebiete um Mendoza, entlang der Kordillieren nach Süden in die "Argentinische Schweiz". Von dort aus nach Patagonien zum Versteck von Butch Cassidy sowie den Seelöwen- und Pinguinkolonien der Halbinsel Valdes bis hin zum Urlaubs-Dorado der Argentinier rund um "Mar de Plata".

[DOKU] Buenos Aires - Gesichter einer Stadt [13:48]

Veröffentlicht am 29.09.2013
Große Dokusammlung
http://goo.gl/2Ja3DR
Das Doku-Archive öffnet wieder seine Schublade.

Beitrag über die Toten Hosen in Buenos Aires im ZDF Heute-Journal - 2.11.09 [4:22]
Hochgeladen am 02.11.2009
Beitrag über die Konzerte der Hosen in Südamerika, im speziellen Buenos Aires. Mit Bildern vom Pepsi-Festival, der Coverband "Opelgang" und ein Interview mit Campi.
Für einige Lacher könnte die Aussprache der Punklegenden "Ramones" führen :D

Putin 2 – 2001: Das Werben vor dem Deutschen Bundestag: zukunftsfähiges Angebot oder Schreckensnachricht?

Diese Botschaft löste entsetzte, jedenfalls nachdenklich uninteressierte Gesichter auf der Regierungsbank aus. Hier sehen Sie den damaligen Außenminister Joschka Fischer und den Innenminister Schily. Sie sehen aus, als sei ihnen nicht ein zukunftsfähiges Angebot sondern eine Schreckensnachricht übermittelt worden.

Da diese schreckliche Gefahr heute besteht und sie sozusagen täglich dadurch verschärft wird, dass die Entstehung des Konfliktes zwischen West und Ost falsch dargestellt wird, werden die NachDenkSeiten immer wieder Material zur sachgerechteren Beurteilung liefern. Wir bitten unsere Leserinnen und Leser, diese intensive Beschäftigung mit den Kriegen und Kriegsgefahren und ihrer propagandistischen Vorbereitung zu entschuldigen. Wir bitten Sie zugleich bei der Aufklärung mitzuhelfen, damit wenigstens die Kriegshetze kein breites Gehör findet und damit gebrochen wird.

Viele unserer Leserinnen und Leser sind sehr aktiv. Den Hinweis auf die Bundestagsrede des russischen Präsidenten im Jahre 2001 und die Reaktion Fischers und Schilys erhielt ich von einer Leserin der NachDenkSeiten. Das Foto mit den entsetzten bis gelangweilten Gesichtern der beiden Minister war mir schon beim Anschauen dieses Films über Putin aufgefallen

Da die Leserin der NachDenkSeiten die wesentlichen Passagen zusammengefasst hat und die Links auf die Dokumente eingebaut hat, geben wir den Text Ihrer E-Mail einfach wieder:

„Als ich Jens Bergers Artikel vom 15.2. zur Berichterstattung über Medwedews Rede in München gelesen habe, fiel mir Wladimir Putins Rede im Deutschen Bundestag von 2001 dazu ein. Ich finde, sie wäre eine schöne Ergänzung zu Herrn Bergers Text. Schon damals wirbt Putin um eine enge Zusammenarbeit zwischen Russland und Europa.


mehr:
- Russlands Präsident hat schon 2001 im Deutschen Bundestag angeboten, die Potenziale Russlands mit denen der anderen Teile Europas zu vereinigen (Albrecht Müller, NachDenkSeiten, 17.02.2016, Hervorhebung von mir)
„Niemand bezweifelt den großen Wert der Beziehungen Europas und der Vereinigten Staaten. Doch bin ich einfach der Meinung, dass Europa sicher und langfristig den Ruf eines mächtigen und real selbstständigen Mittelpunkts der Weltpolitik festigen wird, wenn Sie Ihre eigenen Möglichkeiten mit den russischen menschlichen, territorialen und Naturressourcen, mit dem Wirtschafts-, Kultur- und Verteidigungspotential Russlands vereinigen würden.“
Ich würde dem nicht widersprechen wollen. Direkt danach richtet sich die Kamera auf Otto Schily und Joschka Fischer. Ihre Reaktion auf dieses großartige Angebot des russischen Präsidenten finde ich wirklich bemerkenswert: Für mich sehen sie aus, als habe man ihnen gerade eine Schreckensnachricht eröffnet. Erstaunlich. Und merkwürdig: auf dem Video in der Mediathek des Bundestags ist es nicht zu sehen.
Ich habe mir die Zeit genommen, das YouTube-Video von Putins Rede und das Video in der Mediathek des Bundetages miteinander zu vergleichen: Die Aussage ist richtig, die Reaktionen von Schily und Fischer sind im Bundestags-Video nicht zu sehen.

mein Kommentar:

Man kann sich auch in was verbeißen. Die Reaktion von Fischer und Schily scheint mir überbewertet. Die Differenz zwischen den Videos hat wenig Bedeutung. (Vielleicht ist das Mediathek-Video das Original, in das die Reaktionen von Fischer und Schily reingeschnitten wurden)

siehe auch:

- Bundestagsrede – Putin: „Russland ist ein freundliches Land" (FAZ, 25.09.2001)
- Putin im Bundestag: "Alle sind schuldig, vor allem wir Politiker" (SPON, 25.09.2015
Russische Zeitungen: "Putin nahm den Reichstag ein" (Alia Begisheva, SPON, 25.09.2015)

- Die erste Rede eines russischen Präsidenten im Deutschen Bundestag (Rolf Wiggershaus, Deutschlandradio Kultur, 25.09.2011)
- Altkanzler beim Wirtschaftstreffen – Gerhard Schröder – der Russlandversteher (Armin Lehmann, Tagesspiegel, 01.10.2014)
- Tschetschenien und Kaliningrad (in: Katrin Bastian, Die Europäische Union und Russland: Multilaterale und bilaterale Dimensionen in der europäischen Außenpolitik, Juni 2006)
- Ex-Verteidigungsminister Rühe: "Putin hat versagt" (Interview mit Benjamin Bidder, SPON, 20.03.2014)
- Russland – Enttäuschte Liebe (Holger Schmale, Berliner Zeitung, 03.04.2014)

Montag, 22. Februar 2016

Heute vor 545 Jahren – 22. Februar 1371; Der erste Stuart-König in Schottland

Vom Unstern einer Dynastie 

Heute vor 645 Jahren bestieg mit Robert II. (1316-1390) der erste König aus dem Haus Stuart den Thron Schottlands. Unter Jakob VI. gelangten die Stuarts auch auf den englischen Thron, doch bescherte dieser ihnen letztlich ein unheilvolles Schicksal: Karl I. von England (reg. 1625-49) wurde, wie zuvor schon seine Großmutter Maria Stuart (reg. 1542-67), hingerichtet, der letzte Stuartkönig, Jakob II. (reg. 1685-88/89) von England, in der »Glorious Revolution« ins Exil vertrieben. Daher sprach man oftmals vom besonderen Unglück dieser Dynastie. 
König Jakob V. von Schottland, Vater und
Vorgänger der unglücklichen Maria Stuart,
Gemälde von Corneille de Lyon
Tatsächlich hatten bereits die schottischen Stuarts kein leichtes Schicksal. Robert III. (reg. 1390-1406) war durch einen Pferdetritt gelähmt und weitgehend regierungsunfähig. Jakob I. (reg. 1406-37), 18 Jahre lang (bis 1424) Gefangener der Engländer, wurde unter entwürdigenden Umständen ermordet. Jakob II. (reg. 1437-60) musste sich seine Herrschaft erkämpfen und starb durch eine explodierende Kanone. Jakob III. (reg. 1460-88) wurde von unzufriedenen Adeligen ermordet, Jakob IV. (1488-1513), Schottlands Renaissancekönig, fiel bei Flodden gegen die Engländer. Und Maria Stuarts Vater Jakob V. (reg. 1513-42) starb nach einer vernichtenden Niederlage gegen die Engländer sechs Tage nach der Geburt seiner Tochter. Noch auf dem Totenbett glaubte er an das nahende Ende der Stuarts. 
Harenberg - Abenteuer Geschichte 2016

Vergangene Welten - Bravehearts Schottland [43:45]
Veröffentlicht am 26.03.2014
Ende des 13. Jahrhunderts ist Schottland im Krieg und die Niederlage gegen England nah. In dieser Zeit geht William Wallace alias Braveheart als größter Held Schottlands in die Geschichte ein: Er wird zum Symbol für Patriotismus und Überlebenswillen. Untersuchungen ermöglichen eine Reise zurück zu Bravehearts Kämpfen für sein Land. Es wird eine hoch entwickelte Kultur rekonstruiert, die 700 Jahre lang verborgen war.

Samstag, 20. Februar 2016

Kanzleramt will Aufklärung über mögliche russische Medienkampagne

BND und Verfassungsschutz sollen untersuchen, ob die russischen Geheimdienste über russische Medien Deutschland destabilisieren wollen
Zum hybriden Krieg, das haben wir mittlerweile von Militärstrategen und Politikern vernommen, gehören Propaganda und Informationsmanipulationen. Das wird seit dem Ukraine-Konflikt den russischen Staatsmedien vorgeworfen, weswegen nun auch die EU und in Deutschland der Deutschlandfunk zurückschießen (Propaganda machen immer nur die anderen). Die alten Propagandamedien des Kalten Kriegs wie Radio Free Europe, auch Radio Liberty genannt, existieren weiterhin und man weiß auch, dass die US-Regierung mit einem Propagandacoup bzw. mit einer Desinformationskampagne den Krieg gegen den Irak angezettelt und dann an entsprechenden medialen Beeinflussungskampagnen gearbeitet hat.

Aber im Westen bleiben die Russen die Bösen, auch wenn ebenfalls seit dem Ukraine-Konflikt das Misstrauen gegenüber den großen Medien in Deutschland gewachsen ist, einseitig zu berichten. Mittlerweile ist daraus der von manchen pauschal-summ geäußerte Vorwurf der Lügenpresse geworden, die Öffentlichkeit hat sich medial gespalten, die Medienkritiker haben oft genug Zuflucht bei Alternativmedien gesucht, die wahrhaft manipulativ arbeiten wie Compact oder sehen die russischen staatlichen Medien als Korrektiv. Geändert hat sich allerdings an der Schwarz-Weiß-Malerei hierzulande ebenso wenig wie an der bei den rechten Alternativmedien oder den russischen Staatsmedien, was sich wiederum nun an oft einseitiger Darstellung des Syrien-Konflikts offenbart, wo die Russen die Bösen spielen müssen, während der Westen mit den Allierten Türkei oder Saudi-Arabien, das einen brutalen Krieg gegen Rebellen in Jemen führt, als die gute Partei geschildert wird, die nur die "gemäßigten Rebellen" in Syrien unterstützt.

mehr:
- Kanzleramt will Aufklärung über mögliche russische Medienkampagne (Florian Rötzer, Telepolis, 19.02.2016)

siehe auch:
- Allensbach: Deutsche haben mehr Angst (Thomas Pany, Telepolis, 17.02.2016)
Insgesamt lässt sich die erheblich gewachsene Beunruhigung mit der faktischen Entwicklung der Kriminalität nur teilweise erklären. Die wachsende Besorgnis verändert jedoch das Verhalten und die Erwartungen an die Politik.◀︎[…] 
Die Bürger setzen vor allem auf eine Verstärkung und Aufrüstung der Polizei, auf Maßnahmen zur Überwachung und Kontrolle sowie die konsequente Abschiebung von straffälligen Asylbewerbern. 92 Prozent unterstützen mehr Personal für die Polizei, 90 Prozent eine bessere Ausrüstung der Sicherheitskräfte. Zwei Drittel möchten der Polizei auch mehr Rechte und Kompetenzen zuweisen, unter anderem auch die Möglichkeit, Terrorverdächtige ohne Nachweis einer konkreten Straftat in Sicherungsverwahrung zu nehmen.◀︎       [Renate Köcher, Geschäftsführerin des Instituts für Demoskopie Allensbach im FAZ-Monatsbericht] 
siehe dazu auch:
Die Lügenpresse (Post, 04.02.2016)
Medien: intellektuelle Korruption in Konfliktzeiten (Post, 06.02.2016) 

Die Frage eines Psychotherapeuten:
Wenn ein Erwachsener einem Kind ständig Filme zeigt, die dem Kind Angst machen und das Kind dann beruhigt, warum tut er das?
Was hat er davon?
Wenn der Präsident der russischen Föderation in unseren Medien unisono (welches Medium sagt etwas anderes??) ständig als »Zar« oder psychisch krank und mit expansionistischen Bestrebungen agierend dargestellt wird, 
was ist der Vorteil? 
Wie kommte es, daß Tagesschau, ZDF-heute, ZEIT, SPIEGEL, Welt, FAZ, Süddeutsche, usw. mit fast gleichem Wortlauf dasselbe erzählen? 
Wie kann das sein, daß in Bezug auf Putin zwischen politisch linken und politisch rechten Medien nicht mehr unterschieden werden kann? 
Wie kommt es, daß die Tagesschau in bester Propaganda-Manier Putin nach der sogenannten Krim-Annexion auf dem G20-Gipfel in Melbourne als »einsam und verlassen« darstellt
- Tagesschau sachlich und objektiv: »Putin, einsam und verlassen« (Post, 19.11.2014)
- Unsere Qualitätsmedien: Das sind keine Irrtümer; das sind Lügen, Propaganda und Zensur! (Post, 19.11.2014)
obwohl für jeden ARD-Redakteur klar gewesen sein muß, daß halbwegs interessierte Leute ihnen innerhalb weniger Tage auf die Schliche kommen?
Die Sitzordnung für das Mittagsmenü stand schon einen Tag später im Netz:
am 15. November 2015 getwitterter Sitzplan

Hat sich irgendein verantwortlicher ARD-Redakteur einmal darüber Gedanken gemacht, was das für gesellschaftliche Konsequenzen hat, wenn sich Tagesthemen-Moderator Thomas Roth für eine falsche Ukraine-Berichterstattung entschuldigt, 
- “Tagesthemen”-Moderator Thomas Roth entschuldigt sich on Air für Ukraine-Patzer (Post, 02.10.2014)
sie (natürlich) mit »Versehen aus Zeitdruck« erklärt, andererseits die ARD aber in den Tagesthemen solch einen Propaganda-Bericht ausstrahlt, der mit voller Absicht Westpropaganda-konform gefärbt ist? 

Was geschieht mit einer Bevölkerung, die solche einer Fehlkommunikation, solchen Lügen und solchen Doppelbotschaften ausgesetzt ist?


Was geschieht mit einer Bevölkerung, die von den Mainstream-Medien »A« hört, innerhalb kurzer Zeit aber merkt, daß »B« geschieht – 
Was geschieht mit einer Bevölkerung, die von ihrem höchsten politischen Repräsentanten – einem ehemaligen Pfarrer, vorgebetet bekommt, man werde die »westlichen Werte auch militärisch verteidigen [darauf springt sogar das Intellektuellen-Blatt »Cicero« an]
„Weil wir am Recht festhalten, es stärken und nicht dulden, dass es durch das Recht des Stärkeren ersetzen wird, stellen wir uns jenen entgegen, die internationales Recht brechen, fremdes Territorium annektieren und Abspaltung in fremden Ländern militärisch unterstützen. Deshalb stehen wir ein für jene Werte, denen wir unser freiheitliches und friedliches Zusammenleben verdanken. Wir werden Politik, Wirtschaft und Verteidigungsbereitschaft den neuen Umständen anpassen.“
- Die westlichen Werte stehen auf dem Spiel (Judit Hart, Cicero, 03.09.2014)
während das, was angeblich nach außen verteidigt werden soll, im Inneren ausgehöhlt wird…
… und genau diese innere Aushöhlung wird verleugnet.
Was geschieht mit einer Bevölkerung, die eine solche Diskrepanz (meist nur diffus) mitbekommt?
Hat sich das jemand überlegt?

Was hier auf der politischen und gesellschaftlichen Ebene abläuft, darüber wurde im Rahmen der Schizophrenie-Forschung schon in den 50er/60er Jahren geforscht.
Man nannte das – und nennt es noch heute – »schizophrenogene Kommunikation«: 
[…] Das heißt, sie hatte meine Mitteilung aufgegriffen und sie neu eingeordnet. Sie änderte jenes Etikett, das die Mitteilungsart bezeichnet, und genau das, so glaube ich, macht sie ständig. Ein endloses Aufnehmen der Mitteilung eines anderen und darauf Erwidern, als sei es entweder eine Darstellung von Schwäche seitens des Sprechers oder ein Angriff gegen sie, der in eine Schwäche auf seiten des Sprechers umgewandelt werden muß; und so weiter.“ [Bateson, Gregory: Epidemiologie einer Schizophrenie, Original: How the Deviant Sees His Society In: The Epidemiology of Mental Health [Mimeographed], 1955, 5. 25-3 1), 5. 262f.zitiert in Walker, Abenteuer Kommunikation, Stuttgart: Klett-Cotta, 1996]
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 Gregory Bateson (* 9. Mai 1904 in GrantchesterCambridgeshire; † 4. Juli 1980 in San Francisco) war ein angloamerikanischer AnthropologeBiologeSozialwissenschaftlerKybernetiker und Philosoph. Seine Arbeitsgebiete umfassten anthropologische Studien, das Feld der Kommunikationstheorie und Lerntheorie, genauso wie Fragen der ErkenntnistheorieNaturphilosophieÖkologie oder der Linguistik. Bateson behandelte diese wissenschaftlichen Gebiete allerdings nicht als getrennte Disziplinen, sondern als verschiedene Aspekte und Facetten, in denen seine systemisch-kybernetische Denkweise zum Tragen kommt.Batesons Gedanken und Arbeiten waren vor allem geprägt von philosophischen Überlegungen Platons, psychologischen Überlegungen Sigmund Freuds und Carl Gustav Jungs, der Typentheorie Bertrand Russells sowie von Kybernetikern wie Norbert WienerWarren McCullochJohn von Neumann und Claude Shannon mit seiner Informationstheorie. Bateson seinerseits hatte großen Einfluss auf die System- und Familientherapie und beeinflusste verschiedene theoretische Strömungen in der Soziologie und Anthropologie. (Gregory Bateson, Wikipedia)
1951 veröffentlicht Bateson gemeinsam mit dem Psychiater Jürgen Ruesch Kommunikation: Die soziale Matrix der Psychiatrie. Nebst ontogenetischen Analysen versucht vor allem Bateson, auf der Grundlage von Untersuchungen der Kommunikation zwischen Maschine, Tier und Mensch ein formales Bild von Kommunikation zu zeichnen. 1952 ergründete Bateson gemeinsam mit Don D. JacksonJohn H. Weakland und Jay Haley in der sogenannten Palo-Alto-Gruppe Paradoxien der Abstraktion in der Kommunikation, so der Titel des Forschungsprojekts, mit Hauptaugenmerk auf daraus resultierende psychische Erkrankungen. Die ersten grundlegenden Theorien zur menschlichen Kommunikation[2], namentlich die Doppelbindungstheorie, waren Ergebnis dieser Arbeit.
Grundbedingung jedweder Kommunikation sind Wahrnehmung und die komplexe Verarbeitung von Information in einem Organismus, der in einem Subjekt-Objekt-Verhältnis zu existieren weiß, ferner Gestaltwahrnehmung sowie Abstraktionsebenen im Kommunizierenden. Kommunikation funktioniert folglich in der Introspektion sowie zwischen interagierenden Subjekten, Gruppen und Kulturen: Ist dies gegeben, erscheint die Welt, nach erfolgter Kodierung, im Subjekt, und wird nach einer Evaluation der Bildteile subjektiv in der Gewichtung modifiziert. Die folglich prinzipiell stark subjektiv interpretierte Welt, wird durch jede Mitteilung beziehungsweise Information weiter subjektiviert: Eine Information motiviert, indem sie etwas über sich sagt, eine vom Subjekt konstituierte Information über die Vergangenheit (der Nachrichtenaspekt jeder Information) und über die Zukunft (der Kommandoaspekt jeder Information).
In Kommunikation zwischen Menschen ist zudem Metakommunikation eine außerordentlich wichtige Säule des gegenseitigen Verständnisses: Metakommunikation ist ein, wenn man so will, kommunikativer Oberton beziehungsweise eine tatsächlich ausgesprochene Mitteilung, die eine andere Mitteilung klassifiziert, in einen anderen Kontext oder in einen präziseren Kontext bringt. Widersprüche zwischen Mitteilung und Metamitteilung, dementsprechend kommunikative Paradoxa, sind Bestandteil des Spiels, des Humors und der Kreativität, außerhalb dieser Bereiche jedoch pathologisch und führen nach Batesons (heute so nicht mehr anerkannten) Theorie unter Umständen zu Schizophrenie, respektive mit der zusätzlichen Perspektive der Lerntheorie zur Doppelbindung.
In Batesons Theorien ist sonach vor allem der Begriff des Kontexts zentral. Kontext ist als Muster in der Zeit zu verstehen: Kommunikation, Handlungen, Zustände sind ohne Kontext bedeutungslos bzw. irreführend – sie können sich nicht selbst erklären, sondern müssen in Relation gesetzt werden. So bedarf es in menschlicher Kommunikation (wie auch in der Kommunikation der genetischen Programmierung des Einzellers mit dem tatsächlichen Werden des Einzellers) des Kontexts. (Gregory Bateson, Kommunikationstheorie, Wikipedia)
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Zum Schluß lasse ich Vladimir Putin selbst zu Wort kommen:

Die Menschheitsgeschichte kennt natürlich auch Perioden monopolaren Zustandes und des Strebens nach Weltherrschaft. Alles war schon mal da in der Geschichte der Menschheit. Aber was ist eigentlich eine monopolare Welt? Wie man diesen Terminus auch schmückt, am Ende bedeutet er praktisch nur eines: es gibt ein Zentrum der Macht, ein Zentrum der Stärke, ein Entscheidungs-Zentrum.
Es ist die Welt eines einzigen Hausherren, eines Souveräns. Und das ist am Ende nicht nur tödlich für alle, die sich innerhalb dieses Systems befinden, sondern auch für den Souverän selbst, weil es ihn von innen zerstört.
Das hat natürlich nichts mit Demokratie gemein. Weil Demokratie bekanntermaßen die Herrschaft der Mehrheit bedeutet, unter Berücksichtigung der Interessen und Meinungen der Minderheit.
Nebenbei gesagt, lehrt man uns - Russland – ständig Demokratie. Nur die, die uns lehren, haben selbst, aus irgendeinem Grund, keine rechte Lust zu lernen.
Ich denke, dass für die heutige Welt das monopolare Modell nicht nur ungeeignet, sondern überhaupt unmöglich ist. Nur nicht, weil für eine Einzel-Führerschaft in der heutigen, gerade in der heutigen, Welt weder die militärpolitischen, noch die ökonomischen Ressourcen ausreichen. Aber was noch wichtiger ist – das Modell selbst erweist sich als nicht praktikabel, weil es selbst keine Basis hat und nicht die sittlich-moralische Basis der modernen Zivilisation sein kann. […]  "Ich denke, dass für die heutige Welt das monopolare Modell nicht nur ungeeignet, sondern überhaupt unmöglich ist" – Rede des russischen Präsidenten Wladimir Putin auf der 43. Münchner "Sicherheitskonferenz" [diese fand vom 9.-11. Februar 2007 statt, Anmerkung von mir] in deutscher Übersetzung [Quelle: Die Internetzeitung russland.ru; veröffentlicht bei der AG Friedensforschung, Kassel]

Schadsoftware: Erpressungs-Trojaner Locky wütet in Deutschland

Ein neuer Erpressungs-Trojaner verbreitet sich rasant in Deutschland. Locky verschlüsselt dabei ganze PC-Netzwerke. Virenscanner bieten keinen verlässlichen Schutz. Darauf sollten Sie achten.
mehr:
- Schadsoftware: Erpressungs-Trojaner Locky wütet in Deutschland (die Welt, 19.02.2016)

siehe auch:
- Krypto-Trojaner Locky: Was tun gegen den Windows-Schädling (heise Security, 19.02.2016)
Krypto-Trojaner Locky wütet in Deutschland: Über 5000 Infektionen pro Stunde (Ronald Eikenbeg, heise Security, 19.02.2016)
- Erpressungs-Trojaner Locky schlägt offenbar koordiniert zu (Ronald Eikenbeg, heise Security, 16.02.2016)

Achtung:
Keine Mail-Anhänge öffnen, von denen man nicht absolut sicher ist, daß sie sauber sind! Mail mit Inhalten: »Ihre Rechnung« oder »ich habe Dir ein Video geschickt« oder »Ich habe vergeblich versucht Dich zu erreichen« sofort löschen!