Sonntag, 13. März 2016

Oberbiehl: Die schönste Treckerbrücke Deutschlands

Extra 3 vom 09.03.2016 | extra 3 | NDR [30:09]

Veröffentlicht am 10.03.2016
Interview mit Rezept TTIP Egohahn; Die Brücke ins Nichts; Reporter Rollo: Frauen und die Gleichberechtigung; extra 3 mischt sich ein: Der Fall Volker B. und vieles mehr - Christian Ehring zeigt den Irrsinn der Woche.

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Japan: Gericht schaltet AKW ab

Schwerer Rückschlag für Atomlobby zum Fukushima-Jahrestag. In Japan laufen nur noch zwei Reaktoren
Pünktlich zum Jahrestag der dreifachen Reaktorkatastrophe im japanischen Fukushima, die sich heute zum fünften Mal jährt, müssen Japans AKW-Betreiber und die regierende Rechte einen neuen Rückschlag einstecken. Die Japan Times berichtet, dass am Mittwoch ein Gericht die Genehmigung für den Neustart der beiden Reaktoren Takahama 3 und 4 aufgehoben hat. Damit laufen in Japan nur noch zwei Reaktoren und die Bemühungen rund zwei Dutzend der stillstehenden Atommeiler wieder ans Netz zu bringen erhielten einen empfindlichen Rückschlag.

Wie berichtet, war Takahama 3 erst im Januar wieder hochgefahren worden. Reaktor Nummer 4 hätte bereits folgen sollen, doch kam es dort zu einem Kühlwasseraustritt. Das Leck konnte zunächst nicht gefunden werden. Ein ähnliches Problem war im letzten Jahr auch bei einem der beiden jetzt laufenden Reaktoren im AKW Sendai aufgetreten. Diese stehen übrigens am Fuße eines Vulkans.

Gegen das Urteil vom Mittwoch ist Revision möglich, allerdings müssen die Reaktoren zunächst einmal wieder abgeschaltet werden. Der Rechtsweg wird auf jeden Fall viele Monate in Anspruch nehmen. Im letzten Jahr war schon mal eine Neustartgenehmigung, für die beiden Takahama-Reaktoren, von einem Gericht kassiert worden

Die Urteilsbegründung von Mittwoch könnte derweil für andere Fälle in dem erdbebenreichen Land von großer Bedeutung sein, sollte das Urteil nicht von einer höheren Instanz aufgehoben werden. Die Richter folgten nämlich der Ansicht der Kläger, dass die Betreiber ihre Angaben über Erdbebenwahrscheinlichkeiten und Schadensausmaße nicht ausreichend begründet haben. In der Vergangenheit hatte sich wiederholt gezeigt, dass japanische AKW nicht ausreichend gegen starke Erdbeben abgesichert sind.

mehr:
- Japan: Gericht schaltet AKW ab (Wolfgang Pomrehn, Teleplis, 11.03.2016)

siehe auch:
- Fukushima: Nicht einmal für Roboter betretbar (Post, 11.03.2016)


Investigativer Journalismus wird gebraucht

Auftakt zum Logan CIJ Symposium zu investigativem Journalismus in Berlin


In Berlin begann heute die zweitätige Konferenz The Logan CIJ Symposium internationaler investigativer Journalisten. In seiner Keynote konstatierte P. Sainath, die wichtigsten Storys unserer Zeit kämen von außerhalb des konventionellen Medienbetriebs, etwa von WikiLeaks. Zwar griffen die Medien solche Nachrichten auf, doch die Enthüllungen selbst stammten eher von Aktivisten, während Journalisten zu Stenographen reduziert seien. Die Medien seien Corporate Media.

Seinen Befund belegte P. Sainath anhand der Situation in Indien, wo sich die Verlage und TV-Stationen in der Hand von wenigen Superreichen befänden. So hatte der Journalist 2015 eine unerwünschte Reportage über insgesamt 300.000 Suizide von Bauern recherchiert, die aufgrund ihrer Armut ihrem Leben ein Ende setzten. Obwohl mit 800 Millionen die Landwirtschaft die größte Branche sei, käme Kritik am Agrarbusiness in der indischen Presse nicht vor. Der Neoliberalismus habe zur Privatisierung etwa von Wasser geführt. Während die verarmte Bevölkerung nur erschwerten Zugang zu Wasser habe, badeten die Superreichen in diesem Grundnahrungsmittel in protzigen Swimmingpools auf verglasten Balkons. Um in Indien Pressefreiheit zu unterdrücken, bemühe man ein 180 Jahre altes britisches Gesetz der einstigen Kolonialisten.

Auch andere Sprecher bestätigten seinen Befund, dass die interessantesten Enthüllungen von außerhalb des etablierten Journalismus stammten. So wurde etwa der britische Undercoverpolizist Mark Kennedy von Aktivisten enttarnt. Als andere wichtige Quelle wurde das National Security Archive der George Washington University genannt, das regelmäßig freigegebene Akten veröffentlicht. Interessant in diesem Zusammenhang ist die Tatsache, dass Whistleblower Edward Snowden seine Informationen zunächst nicht über die konventionelle Presse leakte, sondern hierzu eine politische Filmemacherin ansprach.

mehr:
- "We need investigative journalism, and we need to investigate journalism" (Markus Kompa, Telepolis, 11.03.2016)
siehe auch:
- Logan Symposium: Consequences of Investigative Reporting (FORA.tv)


FDP diskutiert Volksabstimmung über BR-Austritt aus der ARD

Maßnahme könnte bayerischen Gebührenzahlern Geld sparen
Daniel Föst, der Generalsekretär der bayerischen FDP, hat dem Branchenprotal Meedia offenbart, dass sein Landesverband darüber diskutiert, ein Volksbegehren über Kündigung des Rundfunkstaatsvertrags durch den Freistaat Bayern und einen Austritt des Bayerischen Rundfunks aus der Arbeitsgemeinschaft der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten der Bundesrepublik Deutschland (ARD) ins Leben zu rufen. Ein Kurzgutachten, das der Landesverband dazu anfertigen ließ, kam zum Ergebnis, dass solch ein Volksbegehren rechtlich zulässig wäre.
Anlass der Diskussion und des Gutachtens ist Föst zufolge die Einsicht, dass es "keine Möglichkeit [gibt], den öffentlich-rechtlichen Rundfunk über den klassischen parlamentarischen Weg zu reformieren". Solch eine Reform sei jedoch nötig, weil der Rundfunkstaatsvertrag den Bürgern Fösts Worten nach "einen völlig aufgeblähten, überdimensionierten, kartellähnlichen, ineffizienten und qualitativ schlechten Öffentlich Rechtlichen Rundfunk" aufzwingt. Das "träge" und "viel zu teure" Gebührenfernsehen setzt seiner Meinung nach "völlig falsche Schwerpunkte wie billige Unterhaltung und den Kauf überteuerter Sportrechte".

Tatsächlich geriet der öffentlich-rechtliche Rundfunk in Deutschland in den letzten Jahren unter anderem wegen der mangelnden Qualität von Degeto-Fernsehspielen und anderen Programmen, Moderatorengehältern von zum Teil über 500.000 Euro jährlich, Intendantengehältern von mehreren 100.000 Euro jährlich und Anspruch auf bis zu 12.000 Euro Rente monatlich und der hohen Zahl der 22 TV- und 70 Hörfunksender mit 16 Orchestern, acht Chören und doppelten Kamerateams bei Sport-Großereignissen im Ausland in die Kritik.

Ein reformierter Rundfunk, so der bayerische FDP-Generalsekretär, würde die Bürger nur die Hälfte der derzeit zu zahlenden Gebühren kosten, mehr "Bildung, Information, Politik und Kultur" und sich nicht auf Quoten konzentrieren. Ein bayerisches Volksbegehren würde seiner Ansicht nach die Diskussion darüber bundesweit befördern - vor allem "dann, wenn sich Initiativen in anderen Bundesländern anschließen".

mehr:
- FDP diskutiert Volksabstimmung über BR-Austritt aus der ARD (Peter Mühlbauer, Telepolis, 11.03.2016)

Die Infragestellung unseres Standard-Narrativs

David C. Korten über die Notwendigkeit einer neuen Erzählung, um sich vom "heiligen Geld" und der Macht der Konzerne zu lösen
Ein Blick in die Nachrichten zeigt: Hört die eine Krise auf, übernimmt die nächste. Die Erklärungskraft der Weltwirtschaft definiert nicht wenige dieser Krisen - durch eine funktionierende Wirtschaft können Revolutionen verhindert werden, so der geläufige Sermon der Entscheidungsträger in Wirtschaft und Politik. Eine prosperierende Ökonomie schaffe Sicherheit, Stabilität und Wohlstand.

David C. Korten arbeitete mehr als 30 Jahre in führenden Wirtschafts-, Wissenschafts- und Entwicklungsinstituten, bevor er sich vom Establishment abwendete. Er machte seinen Doktor der Wirtschaft an der Stanford University Graduate School of Business. Heute ist er Mitbegründer des YES! Magazins und Vorsitzender der New Economy Working Group.

Im Phänomen-Verlag erschien Ende 2015 sein neues Buch Change the Story, Change the Future. Weltsichten und ökonomischer Wandel. Korten plädiert für einen Narrationswechsel: Statt einer Story des heiligen Geldes und Marktes wäre es an der Zeit, von der lebendigen Erde zu sprechen. Im Telepolis-Interview geht er auf die Eckpunkte dieses Story-Turns ein. Was kommt nach der Narration der Krise?

mehr:
- Was kommt nach der Krisenerzählung? (Dominik Irtenkauf, Telepolis, 12.03.2016)
Unsere derzeitige Wirtschaft arbeitet vor allem mit der Annahme, dass wir konsumgetriebene, geldgierige Roboter sind, die auf einem toten Felsen leben. Dieser Weg führt uns in den Konsum als eine willkommene Ablenkung von unserer Bedeutungslosigkeit und Einsamkeit, dass wir uns einbilden können, wir wären bewusste Lebewesen.

Wenn wir mit dieser tieferen Erzählung beginnen, würden wir das gesamte Abenteuer der Schöpfung als einen Prozess des Lernens, der Individuation und der Kreativität hin zu einer größeren Komplexität, Bewusstheit, Schönheit und Möglichkeiten wahr- und ernstnehmen. Dann realisieren wir, dass wir Teil eines viel Größeren sind. Wir können eine Bedeutung finden, uns wieder mit anderen Menschen verbinden und vor allem auch ein neues Verhältnis zu den Kräften der Erde eingehen, wovon unsere Existenz letztlich abhängig ist. […]
Ich glaube, der Schlüssel für eine Befreiung von der Herrschaft der Konzerne ist eine authentische Erzählung. Je tiefer man sich mit unserer Realität beschäftigt, mit der Hilfe unserer fortgeschrittenen Wissenschaften, desto klarer wird die authentische Erzählung. Die tiefsten Erklärungen für die Gründe, warum wir hier sind, woher wir kommen und wie unser ganzes Leben funktioniert, befinden sich jenseits unseres menschlichen Verständnisses, sogar die Avantgarde der Wissenschaften versteht das nicht völlig. Was ich in meinem neuen Buch darzulegen versuchte, war, diese Erzählung in einem eher zugänglichen Rahmen zu präsentieren. Was mir die größte Hoffnung für die menschliche Zukunft schenkt, ist die Tatsache, dass diese Geschichte im menschlichen Herzen wohnt. Wir werden mit ihr geboren.  […]
Doch selbst die Menschen in Machtpositionen sind bis zu einem gewissen Grad Gefangene dieses Systems. Es fasziniert mich hierbei, dass wir alle miteinander verbunden sind und wir erzogen werden, uns mit der Kultur zu arrangieren, in der wir leben. Jene Menschen leben in einer ziemlich anderen Kultur, die das heilige Geld und den heiligen Markt in den Fokus rückt, was sie in ihrem Glauben bestätigt, sie seien diejenigen, die Wohlstand schaffen. Geld bedeutet Wohlstand, Geldverdienen schafft Wohlstand und die Superreichen verdienen unser besonderes Lob und höchste Anerkennung. Dies ist aber falsch. Meine Hoffnung setzt darauf, dass immer mehr Menschen diese Erkenntnis selbst machen. Sie sind bereit für eine neue Geschichte.  
Das existierende System hat nur so viel Energie, wie wir ihm leihen. Wenn wir unsere Lebensenergie zurückhalten, und sie stattdessen in den Wiederaufbau unserer Gemeinschaften investieren, in den Aufbau unserer eigenen Wirtschaftssysteme, können wir die Energie über unsere Lebenszusammenhänge wieder zurück erlangen. Mit jedem Schritt, den wir in diese Richtung machen, ziehen wir unsere Lebensenergie aus einem Mangelsystem zurück und übertragen diese zur Schaffung eines neuen Systems, das auf einer authentischen Beziehung zu unseren Mitmenschen und zur lebenden Erde gegründet ist, der Gemeinschaft des Lebens, die die Konditionen schafft und aufrecht erhält, die für die Existenz unseres Lebens essenziell sind.  

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Korten benutzt zwei Modelle um das Verhältnis des Menschen zur Erde zu beschreiben, das „Cowboy“- und das „Raumschiff“-Modell. Dem „Cowboy“-Modell nach betrachten die meisten Menschen die Erde als ein unerschöpfliches Reservoir an Rohstoffen um die menschliche Spezies zu versorgen und dass diese Ressourcen stetig erneuert werden. In Wirklichkeit ähnelt die Erde laut Korten mehr einem „Raumschiff“ in dem die Ressourcen weitaus stärker begrenzt sind und in der sich der Mensch fortlaufend bemühen muss, diese aktiv zu erneuern und zu erhalten. (David Korten, Wikipedia)

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Hartmann: Conversations with Great Minds - David Korten, The Great Turning. P1 [14:32]

Hochgeladen am 31.10.2011
For tonight's Conversations with Great Minds - Thom is joined by David Korten. David is an economist, author, and former Professor of the Harvard Business School. His political activism has made him a prominent critic of corporate globalization. His 2006 book "The Great Turning: From Empire to Earth Community" argues that the development of empires about 5,000 years ago initiated unequal distribution of power and social benefits to a small portion of the population.
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David Korten: From Serving Money to Serving Life: A Sacred Story for Our Time [1:19:38]

Veröffentlicht am 05.05.2015
When we get our story wrong, we get our future wrong. Much like the Trans-Pacific Partnership "trade deal", everything we are told about capitalism and our economy is a pack of lies. Time for a new story, says preeminent scholar and critic of corporate globalization, David Korten, the best-selling author of When Corporations Rule the World and The Great Turning. David has a brand new book, Change the Story, Change the Future - a Living Economy for a Living Earth. He is the co-founder and board chair of YES! Magazine, co-chair of the New Economy Working Group, founder and president of the Living Economies Forum (formerly the People-Centered Development Forum), a member of the Club of Rome, and a former board member of the Business Alliance for Local Living Economies (BALLE) and associate of the International Forum on Globalization.

This Earth Day address was recorded April 22, 2015 at Seattle University Pigott Auditorium.

mein Kommentar:
ethisches Leben erfordert viele kleine Entscheidungen, deren Konsequenzen Anstrengung ohne sofortige Belohnung nach sich ziehen. Die Oligarchen der Welt werden begierig darauf sein, ihr Handeln zu korrigieren.

siehe:
- Die drei Geistesgifte als Motor des Lebensrades (Post, 13.03.2016)

Freitag, 11. März 2016

Was ist Armut? – Der Armutsbericht des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes

Der Armutsbericht des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes trifft auf hartnäckige Verständnisbarrieren
Das Armutskonzept des Armutsberichts des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes führt immer wieder zu Verwirrung, auch in den sogenannten Qualitätsmedien. Arm ist, wer weniger als 60% des Medianeinkommens zur Verfügung hat. Die inhaltliche Begründung der Verbände für dieses Konzept ist einfach: Armut bedeutet in jeder Gesellschaft etwas anderes. Deshalb braucht es eine relative Definition.

Dazu s.a. das Telepolis-Gespräch mit Ulrich Schneider, dem Vorsitzenden des Paritätischen Wohlfahtsverbands: "Soziale Ungleichheit wird als Gesellschaftselixier gepriesen"


Die Grenze von 60% des Medianeinkommens hat sich bewährt. Unterhalb dieser Marge ist keine kulturelle Teilhabe an der Gesellschaft möglich. Dieses Konzept benötigt etwas Hintergrundwissen und Nachdenken, damit es verständlich wird. Der Bericht hat sich in diesem Jahr bemüht, diesem Bedürfnis gerecht zu werden und ein ausführliches Kapitel vorangestellt, in dem die Methodik vorgestellt und erklärt wird. Doch das fruchtet nicht bei allen, es gibt auch in diesem Jahr hartnäckige Verständnisbarrieren. Ich will im Folgenden versuchen, einige dieser Blockaden zu lösen. Guido Kleinhubbert hat auf Spiegel-Online den Armutsbericht einer unsäglichen Polemik unterzogen. Wer über Armut in Deutschland redet, betreibt das Geschäft der Rechtsradikalen, da er Ressentiments schürt! Bettina Hammer hat auf Telepolis alles politisch Notwendige dazu formuliert (Pssst, nicht über die Armut in Deutschland reden, bitte!). Ich kann mich also auf die methodischen Bemerkungen von Guido Kleinhubbert konzentrieren.
mehr:
- Was ist Armut? Probleme mit der Prozentrechnung (Christoph Stein, Telepolis, 09.03.2016)

siehe auch:
- Sozialverband: Der gefährliche Blues vom bitterarmen Deutschland (Guido Kleinhubbert, SPON, 23.02.2016)
- Deutschland: Die oberen zehn Prozent besitzen 52 Prozent des Vermögens (SPON, 25.01.2016)
- Erbschaftsteuer: Deutschland lässt sich Milliarden entgehen (Nicolai Kwasniewski, SPON, 19.01.2016)
- Globalisierungstheoretikerin Saskia Sassen (Post, 10.03.2016)
- Maschmeyer: Schmarotzer mit Heiligenschein (Post, 04.03.2016)

Fukushima: Nicht einmal für Roboter betretbar

Es geht kaum voran mit der Aufarbeitung des Unfalls, in die Reaktoren, in denen sich Kernschmelze ereignet hat, kommen weder Menschen noch Roboter
Zwei Tage vor dem fünften Jahrestag des Fukushima-Unglücks ordnete ein Gericht in der Shiga-Präfektur an, dass die Reaktoren 3 und 4 des Takahama-AKW in der benachbarten Präfektur Fukui wieder ausgeschaltet werden müssen. Sie gehörten zu den ersten, die nach dem Unglück wieder hochgefahren werden durften, nachdem sie als sicher erklärt worden waren. Das Gericht befand jetzt, der Betreiber Kansai habe nicht genauer dargelegt, inwieweit die zwei Reaktoren nach den neuen Sicherheitsstandards aufgerüstet wurden, um einen Blackout zu überstehen oder um eine Evakuierung bei einem Unfall durchführen zu können. Kläger und Anwohner gaben ihre Freude vor dem Gericht zum Ausdruck.

Kansai will zwar der gerichtlichen Anordnung Folge leisten, aber dagegen klagen. Schon im April 2015 hatte ein Gericht aufgrund von Sicherheitsversprechen Einspruch erhoben, die Reaktoren wieder anfahren zu lassen. Die seit Dezember 2012 amtierende japanische Regierung unter Shinzo Abe drängt darauf, möglichst schnell viele AKW wieder an den Start zu bringen, in der Bevölkerung herrscht weiterhin großenteils nach dem Fukushima-Unglück Skepsis. Japan war lange Jahre atomstromfrei. Erst letztes Jahr gingen die ersten Reaktoren wieder in Betrieb. Reaktor 3 des Takahama-AKW war am 29. Januar 2016 wieder gestartet, Reaktor 4 war zunächst wegen eines Lecks erst später angefahren worden und startete am 26. Februar. Nach 3 Tagen war der Betrieb aber nach einer Panne schon wieder am Ende. Jetzt also muss auch Reaktor 3 wieder vom Netz. In Betrieb sind in ganz Japan damit wieder nur die zwei Reaktoren im AKW Sendai, die im August 2015 angefahren wurden. Kurzzeitig war auch Reaktor 1 des AKW Ōi 2012 wieder angeschaltet worden, ein Gericht entschied aber 2014, dass Reaktor 1 und 2 nicht wieder hochgefahren werden dürfen. Das AKW könnte über einem aktiven Erdbebenspalt liegen.

mehr:
- Fukushima: Nicht einmal für Roboter betretbar (Florian Rötzer, Telepolis, 11.03.2016)

FUKUSHIMA - Nuklearkatastrophe - 2016 Doku - Ultra HD [1:17:22]

Veröffentlicht am 12.10.2015
Nuklearkatastrophe - FUKUSHIMA - 2015

Fukushima und die Wahrheit hinter dem SuperGAU[DOKU Deutsch HD] [52:20]

Veröffentlicht am 13.10.2013
Doku über die wahre Geschichte des Atomunglücks von Fukushima(Japan).

siehe auch:
- „Maulkorb für die WHO“ (Felix Werdermann, Interview mit Alex Rosen, IPPNW, der Freitag, 11.03.2016)
- Kosten für die Ewigkeit (Felix Werdermann, der Freitag 08.03.2016)
- Inkonsequente Atompolitik (Anika Limbach, der Freitag, 19.02.2016)

Polen: Kampf um die Sprache – Kampf um die Deutungsmacht?

Das "Institut für Nationales Gedenken" geht nicht nur gegen Lech Walesa vor, der neue Generalstaatsanwalt kündigt hartes Vorgehen an 

Auf dem Warschauer Chopin-Flughafen herrschte am Freitag vor einer Woche Verwirrung unter den vielen Journalisten. Fernsehkameras wurden auf die Stative auf und wieder abmontiert: Kommt nun Lech Walesa hier von seiner langen Amerikareise an - oder nicht?

In seiner Abwesenheit wurde der Solidarnosc-Begründer mit einem Aktenfund belastet, der ihm Spitzeltätigkeit in den 1970er Jahren zugunsten des Inlandgeheimdienst SB vorwirft.

Meldungen machen die Runde, dass er doch in Danzig landen solle, ein paar Busse mit seinen Fans haben darum schon abgedreht. Schließlich die Enttäuschung - die Solidarnosc-Legende war gelandet, hat sich durch einen Hinterausgang herausgeschlichen, um den Medienvertretern vorerst auszuweichen.

Grazyna Zajeczkowska, Mitte Fünfzig, die auf dem Flughafen ihre Unterstützung kundtun wollte, ist empört: "Er hat die politische Freiheit in Polen erkämpft, jetzt will sich Kaczynski an ihm rächen." Wie viele liberale Polen glaubt sie, dass die Akten jetzt auftauchen, da die Premierministerin Beata Szydlo ihren Rechenschaftsbericht zu hundert Tagen Regierung ablegt - als Ablenkungsmanöver. Der Chef der Regierungspartei "Recht und Gerechtigkeit" (PiS) Jaroslaw Kaczynski übt Rache oder er stellt Gerechtigkeit her - bei dieser Frage teilt sich Polen.

mehr:
- Polen: Geschichtspolizeiliche Maßnahmen (Jens Mattern, Telepolis, 10.03.2016)

Ein Volk geht auf die Barrikaden - 30 Jahre Solidarnosc in Polen | Politik Direkt [6:19]

Hochgeladen am 03.09.2010
Es war der 31. August 1980. Der Elektriker der Lenin-Werft, Lech Walesa, unterschreibt die Gründungsunterlagen für Solidarnosc. Innerhalb von nur wenigen Monaten ist rund ein Drittel der erwachsenen Bürger Polens Mitglied in der neu gegründeten Gewerkschaft, die das Machtmonopol der Kommunisten nun in Frage stellt. In Deutschland fällt die Solidarität mit der katholisch geprägten Bewegung aber eher zurückhaltend aus. Und auch die etablierte Politik tut sich in Zeiten der allmählichen Ost-Annäherung schwer mit den Protestlern aus dem kommunistischen Nachbarland.

Polen: Ein rotes Meer [29:00]

Hochgeladen am 24.07.2011
Doku über die Schiffskirche von Nowa Huta, Symbol des Widerstands gegen die kommunistischen Machthaber (2005).

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Unglück oder Attentat? Kaczynski-Absturz spaltet die Polen [2:13]

Veröffentlicht am 10.04.2013
Am 10. April 2010 sterben der polnische Präsident Lech Kaczynski und 95 andere Menschen beim Absturz der Präsidentenmaschine nahe Smolensk - am dritten Jahrestag des Dramas sind die Polen tief gespalten. Viele glauben nicht an die offizielle Version, die einen Pilotenfehler als Unglücksursache ansieht; sie vermuten einen Mordanschlag. Der jetzige Ministerpräsident Donald Tusk ruft die Polen zu Einigkeit auf.

Donnerstag, 10. März 2016

Globalisierungstheoretikerin Saskia Sassen

Die Globalisierungstheoretikerin Saskia Sassen prangert die Probleme der Welt an, enthält uns aber Lösungen vor.
Ja, sie scheint zu torkeln, diese Welt. Wie eine Betrunkene stolpert unsere Gegenwart von Krise zu Krise – aus der Bankenkrise wurde die Griechenlandpleite, aus dem Syrienkrieg die Flüchtlingskrise. Schlag auf Schlag folgen die Erschütterungen, und wenn die Weltpolitik kurz innehält, sind es Terror und Amok, Umweltzerstörung und Klimakatastrophen, die uns den Atem nehmen. Woher aber diese ständigen Umwälzungen? Was genau stimmt hier eigentlich nicht?

Eine drängende Frage, der sich die Soziologin Saskia Sassen widmet. Wie und wo die abstrakte Logik des Politik- und Wirtschaftssystems, sprich: des Kapitalismus, konkret wird, das beschäftigt die Professorin der Columbia-Universität seit mehr als 30 Jahren. Prägnant formulierte sie in ihrem Buch zur "Global City", wie die Finanzzentren der Millionenstädte ähnlich viel oder mehr Macht ausüben als gewählte Regierungen. Zuletzt schrieb sie über das Wesen von Terror und asymmetrischen Kriegen inmitten unserer Großstädte, von Bagdad bis Paris. Machtstrukturen und Geografie zusammenzudenken und so Unsichtbares sichtbar zu machen, das ist Sassens Methode.

Mit dem Blick auf konkrete Orte und Ereignisse will sie auch in diesem Buch die Strukturen fassen, die unsere Gegenwart zerrütten. Als wesentlich betrachtet Sassen das Phänomen der Ausgrenzungen, so der Titel ihres Buchs. Die Armen und die Mittelschicht – sowohl der USA, als auch der Krisenstaaten Europas – werden aus ihren Häusern und Jobs gedrängt. Araber und Afrikaner fliehen vor Krieg und Hunger aus ihren Heimaten. Zeitgleich vernichten Industrie und Vermüllung große Areale intakter Natur und damit Lebensgrundlage für Menschen.

Von "Ungleichheit" zu sprechen, schreibt Sassen, reiche angesichts dieser Zustände nicht. Ausgrenzung sei zur Analyse der treffendere Begriff. Das Wohlstands- und Friedensversprechen von Demokratie und freier Marktwirtschaft gelte für immer weniger anstatt für immer mehr Menschen. Der Reichtum konzentriere sich, während die Armen marginalisiert, getötet oder eingesperrt würden. Was wir erleben, sei "eine neue Phase des Überlebenskampfes". Zugespitzt lautet Sassens These: Was zur Ausbeutung nicht mehr nützt, lässt der Kapitalismus verschwinden, ob Mensch oder Natur.

mehr:
- Saskia Sassen: Unter Räubern (Maria Exner, ZON, 06.03.2016)
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Heute vor 104 Jahren – 10. März 1912: Yuan Shikai wird Präsident Chinas

Yuan Shikai - Warlord und Diktator 

Yuan Shikai (1859-1916) stieg als Offizier in den Kriegen Chinas gegen Japan und Korea auf und wurde 1895 Kommandeur der »neuen Arrnee« der Kaiserinwitwe Cixi (1835-1908). Planvoll wie skrupellos verfolgte er fortan das Ziel, zum Militärmachthaber in China aufzusteigen und den Ministerrat auszuschalten. Beim Sturz der Monarchie 1912 spielte er als Oberbefehlshaber der Armee Nordchinas eine Schlüsselrolle, hielt sich aber zugleich alle Optionen offen. Zunächst ließ er sich zum Premier des Kindkaisers Puyi ernennen, näherte sich aber zugleich den Revolutionären um Sun Yat-sen (1866-1925) an. Als er erkannte, dass sich die Machtverhältnisse umkehrten, erzwang er Puyis Abdankung und ließ sich am 10. März 1912 zum ersten Präsidenten der neuen Republik China wählen. 
Der Zopf muß ab: Yuan Shikai als Präsident der Rapublik
China, März 1912
Das Erstarken der nationalchinesischen Partei Kuomintang empfand Yuan Shikai als Bedrohung seiner persönlichen Macht, die er als Militärdiktatur verstand. Er trieb daher Sun Yat-sen ins Exil. Anschließend machte er sich im Dezember 1915 selbst zum Kaiser und führte die Monarchie wieder ein. Von seinen eigenen Kommandeuren im März 1916 gestürzt, starb er wenig später. 

Was am 10. März noch geschah: 
1098: Gründung des ersten Kreuzfahrerstaates, der Grafschaft Edessa (Bestand bis 1149/59)

Harenberg - Abenteuer Geschichte 2016 
Yuan Shikai [3:18]

Hochgeladen am 06.11.2009
General Yuan Shikai was the premier military commander of the late Qing dynasty. He served as Imperial Resident in Korea before the start of the Sino-Japanese War when Yuan Shikai returned to active military service. Later he was made commander of the New Army, the most modern military force in Imperial China. He turned against Emperor GuangXu to support Empress-Dowager Cixi in stopping reform efforts but after her death he made an agreement with the republican revolutionaries to obtain the Qing abdication in return for becoming President of the Republic of China. In December 1915 - January 1916 he proclaimed himself Emperor of China. However, the republicans adamantly opposed him while most monarchists remained loyal to the former Qing Emperor and his own family suffered from in-fighting over who would be heir-to-the-throne. Before 1916 was over he had been forced to abdicate, was expelled from power and died.

Double Ten 1911 Historic Event Leads to Fall of Qing Dynasty [2:58]

Veröffentlicht am 16.10.2012
October 10th, 1911 was the day that marked the collapse of the Qing Dynasty and led to the end of China's 2,000 years of dynastic rule.

On that day, a bomb accidentally exploded—triggering a coup in the city of Wuchang, in Hubei Province.

China under the Qing Dynasty was challenged on every front during the first decade of the 20th Century. These challenges included moral disintegration, defeat by Japan, Empress Dowager's coup d'état against the emperor, and the Boxer Rebellion.

The October 10th Wuchang Uprising toppled the Qing Dynasty—the last imperial dynasty. The coup triggered the Xinhai Revolution or 1911 Chinese Revolution and ended with the abdication of the last Qing Emperor Puyi on February 12th, 1912. It led to the establishment of the Republic of China (ROC) in 1912.

One of the key players in the downfall of the Qing Dynasty during the Double Ten Wuchang Uprising was Sun Yat-sen.

Sun became the first president and the founding father of the Republic of China under the Nationalist Party or KMT. As the pioneer of the Republic, Sun was regarded as the "Father of the Nation." He co-founded the KMT and became its first leader.

Another key figure was Yuan Shikai—a leading general under the ousted Qing Dynasty—who became the second president of the Republic of China. According to historical texts, Yuan established himself as a military dictator and later tried to declare himself as the emperor.

However, the aspirations of the pioneer revolutionaries to replace the Qing Dynasty with a republican government never really took off. After Yuan's death in 1916, and until 1928, China remained divided as warlords fought for power. This became a period in the history of the Republic of China known as the Warlord Era.

Despite these, the Double Ten 1911 Wuchang Uprising marks a major turning point in Chinese history. It ended China's 2,000-year tradition of dynastic rule by emperors, who were regarded as the 'Son of Heaven' in traditional Chinese culture. It also ended the Manchus nearly 300 years domination of the Han Chinese.

In 1949 Nationalist forces were defeated by the Communists and fled, moving the Republic of China to Taiwan where it has remained until today. October 10th continues to be one of the most important national holidays in Taiwan.

The Last Emperor of China [1:40:54]

Veröffentlicht am 24.03.2012
The Last Emperor of China

Empress Dowager Cixi [3:53]

Hochgeladen am 26.08.2010
Empress Dowager Cixi (Chinese: 慈禧太后; pinyin: Cíxǐ Tàihòu; Wade-Giles: Tz'u-Hsi T'ai-hou) (29 November 1835 -- 15 November 1908), of the Manchu Yehe Nara Clan, was a powerful and charismatic figure who became the de facto ruler of the Manchu Qing Dynasty in China for 47 years from 1861 to her death in 1908.

Selected by the Xianfeng Emperor as a concubine in her adolescence, she climbed the ranks of Xianfeng's harem and gave birth to a son who became the Tongzhi Emperor upon Xianfeng's death. Cixi ousted a group of regents appointed by the late emperor and assumed regency over her young son with the Empress Dowager Ci'an. Cixi then consolidated control and established near-absolute rule over the dynasty. She installed her nephew as the Guangxu Emperor in 1875. A conservative ruler who refused to adopt Western models of government, Cixi rejected reformist views and placed Guangxu under house arrest in later years for supporting reformers. However, after a humiliating clash with the Eight-Nation Alliance, external and internal pressures led Cixi to attempt institutional changes and appoint reform-minded officials. Ultimately, the Qing Dynasty collapsed a few years after her death.

Historians from both Kuomintang and Communist backgrounds have generally portrayed her as a despot and villain responsible for the fall of the Qing Dynasty, but in recent years professional historians have suggested that she was a scapegoat for problems beyond her control, a leader no more ruthless than others, and in fact an effective if reluctant reformer in the last years of her life.

[Eng sub] Empress Dowager Cixi forces young emperor to choose wives [7:18]

Veröffentlicht am 24.10.2015
Empress Dowager Cixi seized power in 1861 and has since ruled the Chinese empire as the regent for several infant emperors, including her nephew, Emperor Guangxu. Now, Guangxu the boy emperor has grown up. He wants to be free from the control and influence of Cixi, his aunt whom he ceremoniously addresses as mother. This clip is from a 2010 historical and political drama, "The Firmament of the Pleiades" (蒼穹之昴). The drama stars Japanese actress Yuko Tanaka (田中裕子) as Empress Dowager Cixi.

Jung Chang, "Empress Dowager Cixi" [40:18]

Veröffentlicht am 21.11.2013

Called both a tyrant and a reformer, Empress Dowager Cixi (1835-1908), who led China for nearly fifty years, belongs on any list of indomitable women rulers. In this extraordinary biography Chang, co-author of Mao: the Unknown Story, recounts the series of wily political maneuvers, ruthless battles with enemies, and insatiable curiosity about the world that made this woman not just a survivor but formidable leader.

Founded by Carla Cohen and Barbara Meade in 1984, Politics & Prose Bookstore is Washington, D.C.'s premier independent bookstore and cultural hub, a gathering place for people interested in reading and discussing books. Politics & Prose offers superior service, unusual book choices, and a haven for book lovers in the store and online. Visit them on the web at http://www.politics-prose.com/

PBS 中国:一个世纪的革命] PBS China A Century of Revolution 1 China In Revolution 1911 1949 [1:53:18]

Veröffentlicht am 18.09.2013
中文名称:PBS 中国:一个世纪的革命
英文名称:PBS China - A Century of Revolution
发行时间:2002年02月05日
电视台:PBS
地区:美国
语言:英语
简介:
《中国:一个世纪的革命》(China - A Century of Revolution),制片人Sue Williams的母亲在中国出生,她的外祖父母也在中国生活了很多年。她从小就耳闻­了不少有关中国在1950年代前的事情。 自从上个世纪80年代后期她陆续拍"China in Revolution","The Mao Years",和"Born Under the Red Flag",合称 "China Trilogy",在Amazon.com的片名叫"China: A Century of Revolution",制作者耗资一百多万美元,制作中花费百分之六七十的时间在与­中国政府及其地方官员的周旋与获得采访允许上,从新闻报道、选裁,到制作、配乐等,都­独具匠心。
CHINA Trilogy
I: CHINA IN REVOLUTION
II: THE MAO YEARS
III: BORN UNDER THE RED FLAG

Utopia, Mao and the Empress Dowager Cixi - An SWF 2013 Lecture by Jung Chang [1:09:17]

Veröffentlicht am 13.12.2013
What is the difference between the vision of an emperor, a dictator and a popularly elected leader? Or is it that all men and women in power have the same idea of Utopia: in particular, their Utopia. Hot in the wake of her new work Empress Dowager Cixi that promises a revisionist take on the much-debated Dowager Empress, internationally renowned author Jung Chang of the best-selling Wild Swans and the highly praised Mao: The Unknown Story makes a return to SWF to share her insights into two great, historical Chinese leaders who remain in the popular imagination long after their demise.  

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The Cultural Foundations of Chinese Communism - Lecture by Elizabeth Perry [1:53:14]

Veröffentlicht am 17.04.2013
April 15, 2013 

How do we explain the surprising trajectory of the Chinese Communist revolution? Why has it taken such a different route from its Russian prototype?

An answer, Elizabeth Perry suggests, lies in the Chinese Communists' creative deployment of cultural resources -- during their revolutionary rise to power and afterward. Skillful "cultural positioning" and "cultural patronage" on the part of Mao Zedong, his comrades, and successors helped to construct a polity in which a foreign political system came to be accepted as familiarly "Chinese." Illustrated by numerous colorful images, Perry's talk traces this process through a case study of the Anyuan coal mine, where Mao and other early Communist leaders mobilized an influential labor movement at the beginning of their revolution. Once known as "China's Little Moscow," Anyuan came over time to serve as a touchstone of "political correctness" that symbolized a distinctively Chinese revolutionary tradition. Perry explores the contested meanings of that tradition as contemporary Chinese debate their revolutionary past in search of a new political future.

Elizabeth J. Perry is the Henry Rosovsky Professor of Government and Director of the Harvard-Yenching Institute. She is a comparativist with special expertise in the politics of China. A fellow of the American Academy of Arts and Sciences and the recipient of a Guggenheim fellowship, she sits on the editorial boards of nearly a dozen major scholarly journals, holds honorary professorships at six Chinese universities, and has served as the President of the Association for Asian Studies. Professor Perry's research focuses on popular protest and grassroots politics in modern and contemporary China.

Her books include Rebels and Revolutionaries in North China, 1845-1945 (1980); Chinese Perspectives on the Nien Rebellion (1981); Popular Protest and Political Culture in Modern China (1992); Proletarian Power: Shanghai in the Cultural Revolution (1997); Silence and Voice in the Study of Contentious Politics (2001); Mao's Invisible Hand: The Political Foundations of Adaptive Governance in China (2011); and Anyuan: Mining China's Revolutionary Tradition (2012). Her book, Shanghai on Strike: the Politics of Chinese Labor (1993), won the John King Fairbank prize from the American Historical Association. Her article, "Chinese Conceptions of Rights" (2008), won the Heinz Eulau award from the American Political Science Association.

Mao's Revolution: What Remains [56:02]

Hochgeladen am 31.01.2008
China expert and Harvard political scientist Roderick MacFarquhar joins UC Berkeley's Graduate School of Journalism Dean Orville Schell for a lecture and discussion of the lasting impact of Chairman Mao's Communist Revolution in China. Series: "UC Berkeley Graduate School of Journalism presents" [12/2005] [Public Affairs] [Show ID: 11239]

Mittwoch, 9. März 2016

US-Wahlkampf: Trump und die Wrestling-Show ignorieren!

Bislang wurde der Erfolg des populistischen Präsidentschaftskandidaten eher mit Unverständnis verfolgt, allmählich löst er angeblich Panik aus
Donald Trump löst bereits Beunruhigung im Ausland aus. Kaum jemand kann sich vorstellen, dass der exzentrische Milliardär, der den Wutbürger vertritt und ein politischer Außenseiter ist, ohne Erfahrung mit Diplomatie, amerikanischer Präsident werden könnte. Doch Wutbürger sind politisch wohl im Kommen, die Menschen kehren sich von den etablierten Parteien und Medien ab, sie sind auf Protest gebürstet und schätzen einfache Antworten, Konsistenz ist weniger gefragt.

Nach Reuters haben sich bereits einige ausländische Diplomaten aus Europa, aber auch dem Nahen Osten, aus Lateinamerika und Asien an US-Regierungsvertreter gewandt und Besorgnis über die beleidigenden und ausländerfeindlichen Äußerungen des republikanischen Präsidentschaftskandidaten angemeldet. Drudgereport, auf Übertreibung gebürstet, titelte: "TRUMP SHAKES WORLD ORDER".

mehr:
- Trumps Erfolg verstört ausländische Diplomaten (Florian Rötzer, Telepolis, 08.03.2016)
- EX-CIA-Chef gruselt sich vor Trump (Post, 29.02.2016)
- Regieren Psychopathen unsere Welt? (Post, 25.09.2015)

Blick auf US-Wahlen nach Super-Tuesday: Es wird hässlich werden [3:35]


Veröffentlicht am 01.03.2016
Wir schauen auf den "Super Tuesday":http://de.euronews.com/2016/02/29/sup..., den Tag, an dem in zwölf Bundesstaaten in den USA Vorwahlen stattfinden und sprechen mit unserem Washington-Korrespondenten Stefan Grobe. Chris Cummins hat die Fragen gestellt. 

*Fangen wir mit den Republikanern an. Wird Donald Trump seinen Triumph fortsetzen können?*

Es ist gut möglich, dass er diesen Super-Tuesday gewinnt. Den letzten Umfragen zufolge liegt er nur in einem einzigen St…
LESEN SIE MEHR: http://de.euronews.com/2016/02/29/bli...

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Gekauft: Die Milliardäre und der US-Wahlkampf // Gelöschter Beitrag aus ZDF Heute Journal 7.8.2015 [3:54]

Veröffentlicht am 18.08.2015
Gelöschter Beitrag aus ZDF Heute Journal 7.8.2015 mit der offiziellen Begründung, das ZDF hätte keine Internetrechte für FOX-News-Material gehabt. Was ansonsten nie ein Problem darstellt, da man sich die Rechte relativ einfach sichern kann und bislang auch immer tat, soll das bei den 30 Sekunden langen FOX-Beiträgen diesmal nicht der Fall gewesen sein. Da der Beitrag von Ulf Röller relativ kritisch auf die US-Zustände schaut, könnte man auch Zensur vermuten. Im Vorspann des Heute Journal ist der Beitrag in der Ticker-Zeile noch vorhanden, die MAZ wurde später entfernt und die Anmoderation eines anderen Beitrags neu aufgenommen. http://is.gd/DXMQnD

US-Wahlkampf: Trump fordert Einreiseverbot für Muslime [2:56]

Veröffentlicht am 07.12.2015
Hier gibt es einen Kommentar zu Trump: 
http://www.spiegel.de/politik/ausland...
Er will die "vollständige und komplette Schließung" der Landesgrenzen: Der republikanische Präsidentschaftsbewerber Donald Trump hat ein Einreiseverbot für Muslime in die USA gefordert.

Die zerrissenen Staaten von Amerika - Der erbitterte Kampf ums Weiße Haus (Doku) [44:12]

Veröffentlicht am 08.12.2013
"Yes, we can" ist vorbei - stattdessen befindet sich Amerika in einem harten und schmutzigen Wahlkampf. Wahlkampf in einem zerrissenen Land. Marion Schmickler und Stefan Niemann begleiten Menschen durch die Staaten von Amerika - die 23-jährigen Zwillinge Anna und Ida Eskamani, engagierte Obama-Anhängerinnen aus Florida, die für ein liberales, ein fortschrittliches Amerika stehen und lautstark fordern "Four more years". Und Jim Wilson, den 70-jährigen Vietnamveteran und "Superfan" von Mitt Romney.

Mit seinem Truck fährt er tausende Meilen kreuz und quer durch Amerika, hisst seine Flaggen überall dort, wo der Kandidat auftritt. "Wir brauchen endlich wieder einen Präsidenten, der für ein starkes Amerika steht und sich nicht ständig entschuldigt", erklärt Wilson, warum er Romney ein Jahr seines Lebens schenkt.

Durch die Brille der Wahlkampfhelfer erlebt der Zuschauer hautnah mit, was es heißt, heute in Amerika zu leben, was es heißt, alles verloren zu haben, was es heißt, keine Krankenversicherung zu haben, was es heißt, Bürger eines Landes zu sein, dem es immer weniger gelingt, die Kluft zwischen arm und reich zu überbrücken.

siehe auch:
- Trump als Karikatur der Republikaner (Benka, Freitag-Community, 09.03.2016)
- Foreign diplomats voicing alarm to U.S. officials about Trump (Mark Hosenball, Arshad Mohammed, Matt Spetalnick, Reuters, 07.03.2016)
- Faschismus im Frankreich der Zwischenkriegszeit (Post, 11.05.2015)
»Das macht mir insofern Sorge: Wenn Menschen nicht mehr glauben, was in den Medien informiert wird, wenn Menschen auch Politikern nicht mehr glauben, dann fliegt uns unser wunderschönes System Demokratie früher oder später um die Ohren.« (Gabriele Krone-Schmalz im Gespräch mit Frank Elstner; siehe: Gabriele Krone-Schmalz bei Frank Elstner über Ukraine, Militärbeobachter in Zivil und die Notwendigkeit eines sauberen Journalismus, Post, 24.11.2014)

mein Kommentar:

Ich suche und will keine einfachen Antworten. Ich will dieser verfilzten Finanz-, Polit- und Absahner-Oligarchie nur einfach mal ordentlich in den Hintern treten!
Die größte Gefahr, der wir uns im Moment gegenübersehen, ist der Vertrauensverlust in die politische Kaste.
Und wenn die Regierung nach dem Motto »Augen zu und durch« ein Rettungspaket für Griechenland nach dem anderen schnürt,
wenn sie die Ukraine in eine Situation zwingt, die für die Ukraine zu einer Zerreißprobe wird,
wenn sie ständig im Propaganda-Fahrwasser der USA wider Russland schwimmt,
wenn unbequeme Köpfe (wie Sarrazin) nicht in Diskussionen einbezogen sondern mundtot gemacht werden, und
wenn solche Soziopathen wie Maschmeyer 
(Maschmeyer: Schmarotzer mit Heiligenschein (Post, 04.03.2016))
oder solche Firmen wie Dutchdelta
(Kapitalismus: Eine Firma mit null Angestellten vergibt Milliardenkredite (Post, 09.11.2014))
oder unsere Parteien selbst
- Rudolf Schmenger im Interview (Post, 01.09.2015)) und
- Für paranoid erklärte Steuerfahnder werden rehabilitiert (Post, 02.01.2016)
über Jahre hinweg ungestraft ihren unsauberen Geschäften nachgehen dürfen,
dann wankt unser politisches System!
Und wenn ein demokratische System kein Vertrauen mehr genießt, schauen sie die Menschen nach politisch rechten, weniger demokratischen und sogar nach faschistoiden politischen Gruppierungen um! Das haben wir immer wieder gesehen.

und noch ein Zweites:

wenn man sich den Bildungsstand der amerikanischen Durchschnittsbevölkerung ansieht und sich vor Augen führt, mit welchem abenteuerlichen Schrott deren Hirne durch das amerikanische (Privat-)Fernsehen zugeballert wird, braucht man sich über die Qualität des Wahlkampfs nicht zu wundern…
siehe dazu:
- Bildung: Dumme Amis, schlaue Amis (Jan-Martin Wiarda, ZON, 12.08.2004)
- Bildungskrise in den USA: Schüler scheitern am Grundwissen (Marc Pitzke, SPON, 23.06.2011)
- US-Wahlkampf: Der Wettkampf der Wahnsinnigen (Kerstin Kohlenberg, ZON, 16.12.2015)
Cruz zur Mauer an der Grenze zu Mexiko: "Wir werden eine Mauer bauen, die funktioniert, und ich werde Donald Trump dazu bekommen, dafür zu bezahlen." Trump, der vorher noch Mexiko dafür zahlen lassen wollte, ruft jetzt aus: "Ich baue Sie!" Cruz zur Legalisierung von illegalen Einwanderern: "Ich habe das niemals unterstützt und ich habe auch nicht vor, das zu tun." Trump überrascht an der Stelle mit einer neuen Offerte: "Ich würde hart gegen die Familien von Terroristen vorgehen. Die haben das Recht uns umzubringen, aber wir haben nicht das Recht die umzubringen?"
- Vorwahlen in den USA: Der Borderline-Wahlkampf (Michael Kubitzka, BR24, 15.01.2016)
Statt über Inhalte diskutiert Amerika über die Nationalität der Kandidaten und die Frage, ob Paris in Deutschland liegt. Das ist nicht wirklich witzig.
- US-Wahlkampf: Amerika driftet nach links (Zacharias Zacharakis, ZON, 18.01.2016)
Die Mehrheit der Amerikaner glaubt, dass ihnen ihr Land nur wenig Chancen für einen Aufstieg bietet. Laut einer Umfrage des Pew-Meinungsforschungsinstituts aus dem vergangenen Jahr sagen 62 Prozent der Amerikaner, dass ihr "Wirtschaftssystem die mächtigen Interessen ungerecht bevorzugt". Selbst fast 50 Prozent der Republikaner schließen sich inzwischen dieser Meinung an. Obwohl die Konservativen in den USA traditionell für einen möglichst schlanken Staat plädieren, sagt auch die Mehrheit der Republikaner, dass die Regierung seit der Wirtschaftskrise zu wenig für Arme, den Mittelstand und kleine Unternehmen getan habe. Stattdessen hätten vor allem große Konzerne und die Finanzbranche profitiert.

- Warum radikale Politiker den US-Wahlkampf dominieren (Nicolas Richter, Süddeutsche, 30.01.2016)
Der Aufstieg von Trump, Cruz und Sanders hat einen gemeinsamen Nenner: Menschen beachten Spielregeln nur so lange, wie sie das Spiel akzeptieren. In den USA aber habe viele Bürgerinnen und Bürger jede Achtung vor dem Spiel verloren - also vor der Art, wie in Washington regiert wird und wie Geld und Macht im Land verteilt sind. Sie sehnen sich nicht nur nach einem neuen Staatsoberhaupt, sondern nach einem neuen Spiel; deswegen verehren sie jene, die neue Regeln verheißen.
mein Kommentar:
Es scheint mir auf einen Wahlkampf »Wallstreat versus unberechenbar« hinauszulaufen. Wenn die Menschen mit ihrem System unzufrieden sind, setzen sie auf die unberechenbare Karte. Kein Wunder: Der unberechenbare Milliardär Trump scheint noch am resistentesten gegenüber der politisch-wirtschaftlichen Oligarchen-Elite zu sein.
- US-Wahlkampf Trump oder Clinton? Auf wen die Wall Street hofft (Christoph Rottwilm, Manager-Magazin, 11.03.2016)
- US-Wahlkampf: Je heftiger Trump angegriffen wird, desto stärker wird er (Süddeutsche, 06.03.2016)
- US-Wahlkampf: Sieben Gründe, warum Clinton US-Präsidentin wird (03.03.2016)
- US-Wahlkampf: It’s the economy, stupid! (Christoph von Marschall, Tagesspiegel, 01.03.2016)
- Erfolg bei Vorwahlen in New Hampshire: Warum Trump und Sanders für die US-Mittelschicht sprechen (Stephan Richter, ManagerMagazin, 09.02.2016)
Vorwahlen: Mögen Demokratie und Wahnsinn beginnen (Norbert Höfler, stern, 01.02.2016)
- US-Wahlkampf: Hillary Clinton will die Wall Street zügeln (Tim Rahmann, WirtschaftsWoche, Datum unbekannt!)
- US-Wahlkampf und die Wall Street (Nadine König, Union Investment, Datum unbekannt!)
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Dienstag, 8. März 2016

Mr. Zuckerberg will nicht

Was würden Sie tun, wenn Sie ein milliardenschwerer Firmenboss wären und vor Ihrem Jet wartete der Manager eines nicht funktionierenden Flugplatzes, der sich mit Ihnen fotografieren lassen will? Mark Zuckerberg blieb sitzen.

Menschen, die in der deutschen Provinz leben, kennen die Situation: Irgendwo ist etwas los in der heimischen Einöde - sagen wir: die Eröffnung eines neuen Parkplatzsegmentes am örtlichen Baumarkt. Sie stehen da mit einer Currywurst, und auf einmal haben Sie eine Hand auf der Schulter. Sie sind soeben von Ihrem Bürgermeister umarmt worden, der mit routiniert gebleckten Zähnen fröhlich in die Kamera des Lokalpressefotografen grinst.

Sekunden später eilen beide von dannen, um den Bürgermeister dabei abzulichten, wie er Gudrun Schäfer umarmt, deren Friseursalon 20. Jubiläum feiert. Im Abgang hören Sie den von Ihnen nicht gewählten Lächler noch fragen: "Haben Sie den Blumenstrauß parat, Meier?"

Dann ist das Sonderkommando "Unser täglich Bild gib uns heute" wieder weg. Manch deutscher Lokalteil sieht aus wie das Fotoalbum des Bürgermeisters. Ist zumindest da so, wo ich wohne.

Wer nicht in der deutschen Provinz lebt, sondern - sagen wir mal - in Palo Alto, Kalifornien, 23 Milliarden Dollar auf der Kante hat und einen der reichsten Konzerne der Welt führt, der kennt sich mit so etwas natürlich nicht aus. Der versteht das womöglich nicht. Oder falsch.

mehr:
- Posse am Flughafen: Mr. Zuckerberg will aber nicht, Herr Mühlenfeld! (Frank Patalong, SPON, 06.03.2016)
- Spott im Netz: Zuckerberg sauer auf BER-Chef (Christoph Donauer, Stuttgarter Nachrichten, 07.03.2016)
- Facebook-Chef in Berlin: Zuckerberg lehnte Begrüßung in Schönefeld ab (Aero Luftfahrtnachrichten, 06.03.2016)

Frontal21 - Flughafen Berlin Brandenburg - ein Desaster [8:33]

Veröffentlicht am 04.10.2012