Mittwoch, 4. Januar 2012

Mein Wunsch für 2012: Ein beschädigter Bundespräsident


Besuch Charles de Gaulles in Québec (Quelle: www.bilan.usherb.ca),
eine hochinteressante Geschichte – vielleicht ein andermal
Dieser Post ist eine Art Karikatur, so wie DeGaulles lange Nase in Karikaturen noch länger wurde. Ob es eine Wahrheit gibt und wir davon nur unterschiedliche Aspekte wahrzunehmen imstande sind oder ob es wirklich nur unterschiedliche Wahrheiten und nicht eine einzige gibt, darüber sollen sich Leute den Kopf zerbrechen, die weniger zu tun haben.

De Gaulle, wie er nachdenklich die Büste Napoleons I. betrachtet
(Crocket, aus popartmachine)
Ich möchte begreiflich machen, daß nicht der arme Wulff das Problem ist sondern wir.

Und bevor ich anfange, schweife ich schon zum ersten Mal ab und erinnere mich an die gute alte Zeit, als es noch den eisernen Vorhang gab, die Parteien im Bundestag noch rechts oder links waren, lange Haare untrüglich einen Penner anzeigten und die Autofahrer (gemeint waren die autofahrenden Männer) in der Verkehrssendung »Der 7. Sinn« gebeten wurden, auf die weiblichen Verkehrsteilnehmer Rücksicht zu nehmen. Ach ja, fast vergessen: es gab nur drei Fernsehprogramme: die ARD, das ZDF und die regionalen dritten Programme. Und die Zeitschrift Quick versuchte – vergeblich – mit leicht bekleideten Frauen auf der Titelseite ihre Verkaufszahlen hoch zu halten. Und das Fernsehen fing grad an, farbig zu werden [siehe: 25. August 1967: Beginn des Farbfernsehens in Deutschland, WDR] – genauso wie Alfred Tetzlaff

Also hier ein paar Bilder aus der »Quick«:
Ausgabe Nr. 31 vom 29. Juli 1982 (Verkaufspreis DM 2.50)
gefunden im Post »Ich trinke Jägermeister weil… auf Chaiyo.blog.de
gefunden auf h-tv.com
Konkret am 28. August 1980: Farbbericht vom Fahrrad-Boom
gefunden im Artikel »Medienkritik mit Haaren« bei netzwertig.com
"Quick" Nr. 33 von 1964
gefunden im Artikel »Alte Zeitschriften gesucht« auf siegburg.de


Ich würde mich riesig freuen, wenn wir einmal dahin kommen, daß die Unklarheit über die Rückholbarkeit von Atommüll aus einem ehemals absolut und lange Zeit angeblich unhinterfragbar sicheren (Stichwort: »Bei uns kommt der Strom aus der Steckdose!«) und jetzt uneinschätzbar gefährlichen Endlager – das deutsche Fukushima? – genausoviel Emotionen freisetzt wie Wulffs Menscheln, wenn er geldwerte Vorteile ausnutzt und angeblich die Pressefreiheit infrage stellt.

De Gaulles karikierte Nase: Was wird größer gemacht als es ist? Und warum? Was ist die Absicht des Karikaturisten? Und wenn wir die Karikaturisten sind: Was machen wir größer als es ist und warum? Vielleicht sollten wir die Ohren größer machen… oder die Augen … oder den Mund… Warum ausgerechnet die Nase?

Und zur Erholung ein Musikvideo:
Gypsy & The Cat- Time To Wander [3:59]
Hochgeladen am 05.12.2011
schöner song♥ und aus der vodafone werbung :D

Zwischenbemerkung vom 4. Januar, 23 Uhr:
Heute abend schaltete ich um 20:20h den Fernseher ein und sah ein »Interview« (absichtlich in Anführungszeichen gesetzt) mit Christian Wulff, in welchem dieser gerade erklärte, den Unternehmer, bei dem er gewohnt habe, kenne er seit seinem 15. Lebensjahr. Es sei für ihn nicht mit dem Begriff von Freundschaft vereinbar, diesem Geld zu zahlen, wenn er bei ihm wohne, genausowenig wie dieser ihm Geld zahle, wenn er bei ihm selbst wohne. (Dabei fällt mir grad ein: ich werde fünf Tage bei einem Bekannten wohnen: Ich habe bei den Telefonaten mit ihm, in welchen ich ihm mein Kommen ankündigte, kein einziges Wort über Geld gesagt.)

Wulff-Interview mit ARD und ZDF am 04.01.2012 - Christian Wulff Präsident auf Bewährung ? [21:29]
Hochgeladen am 04.01.2012
In einem TV-Interview hat Bundespräsident Christian Wulff erneut Fehler bei seiner Amtsführung eingestanden. An Rücktritt habe er aber nie gedacht.

Zwischenbemerkung vom 5. Januar, 10 Uhr:
Ich weiß jetzt, wo ich hinwill, und ich will keine Antwort geben, ich will eine Frage stellen! (Die Geschichte von der im Sterben liegenden Gertrude Stein, zu der ich verlinke, habe ich anders gehört, aber die Wirkung ist – so hoffe ich – dieselbe!) Es geht also um die Frage, nicht um die Antwort. Ein skandinavischer Nobelpreisträger, dessen Name mir entfallen ist, soll einmal gesagt haben: »Wenn wir ein Problem sauber formulieren können, haben wir 50 Prozent der Antwort.«

Die Frage also lautet:

Dürfen wir vom Bundespräsidenten (stellvertretend für alle, die öffentliche Ämter bekleiden oder eine sonstwie geartete Vorbildfunktion haben) etwas erwarten bzw. Fähigkeiten und ein mit diesen Fähigkeiten verbundenes Verhalten verlangen, was wir selbst nicht umzusetzen oder zu leben imstande sind? Haben wir das Recht (Frage: welches Recht?) seinen Rücktritt zu verlangen, wenn wir entdecken, daß er ähnliche Probleme hat, ähnliche Fehler macht, und ähnlich angreifbar und peinlich handelt wie wir selbst?

siehe auch:
- Heute wird Bob Dylan 70 Jahre alt (Post, 24.11.2011)
»Ich hab schon viele mißratene Artikel über seine Person gelesen, aber dieser setzt in Punkto Zynismus neue Maßstäbe. Journalisten und vor allem Journalistinnen sollten aufhören, über ihn zu schreiben. Sie können's nicht. Was sie nicht verstehen, und das scheint die einzige nachvollziehbare Aussage des Artikels zu sein, können sie auch nicht beschreiben. 
"I try my best to be just like I am, but everybody wants you to be just like them" 
sagt im Kern das wesentliche. Und das jemand, der 40 Jahre seines Lebens mit in Artikeln und anderswo gegossenem Unverständnis leben muß, weil er nicht die Absicht hat, Klischees zu bedienen, mit dem Boxen anfängt, wenn's denn stimmt, kann ich gut nachvollziehen.« (Kommentar moaeburch  zu Bob Dylan – Der Gottvater aller echten Männer, Stern, 03.04.2007, Hervorhebung von mir)
Putin spricht deutsch und Klartext [1:34]

Veröffentlicht am 20.04.2014
Die Propaganda wirkt:
2014 in Deutschland wird "Putinversteher" als Schimpfwort benutzt!

siehe auch:
- Wenn Herr K. einen Menschen liebte (Bertold Brecht, gefunden bei: Weiterbildungskolleg der Stadt Gronau)
- Kaum ein US-Präsident hat je schlimmer enttäuscht als Obama (Rudolf Taschner, die Presse, 21.08.2014)

mein Kommentar:
Anscheinend benötigen die Menschen Persönlichkeiten, zu denen sie aufschauen können. Aber wehe, diese erfüllen nicht ihre Erwartungen! Beispiel Obama: nicht die überzogenen Erwartungen werden thematisiert, das Problem muß Obama sein! Und sei es, daß man ihm vorwirft, diese Erwartungen geweckt zu haben… Wie kleine Kinder: schuld sind immer die Anderen!



Dienstag, 3. Januar 2012

Jage die Ängste fort




Jage die Ängste fort und die Angst vor den Ängsten.
Für die paar Jahre wird wohl alles noch reichen.
Das Brot im Kasten und der Anzug im Schrank.

Sage nicht mein. Es ist dir alles geliehen.
Lebe auf Zeit und sieh, wie wenig du brauchst.
Richte dich ein. Und halte den Koffer bereit.

Es ist wahr, was sie sagen: Was kommen muss, kommt.
Geh dem Leid nicht entgegen. Und ist es da, sieh ihm still ins Gesicht.
Es ist vergänglich wie Glück.

Erwarte nichts. Und hüte besorgt dein Geheimnis.
Auch der Bruder verrät, geht es um dich oder ihn.
Dein eignen Schatten nimm zum Weggefährten.

Feg deine Stube wohl. Und tausche den Gruss mit dem Nachbarn.
Flicke heiter den Zaun und auch die Glocke am Tor.
Die Wunde in dir halte wach unter dem Dach im Einstweilen.

Zerreiss deine Pläne. Sei klug und halte dich an Wunder.
Sie sind lang schon verzeichnet im grossen Plan.
Jage die Ängste fort und die Angst vor den Ängsten.


Maschka Kaléko "Das Lied geht weiter"
Dank an D.!

Sonntag, 1. Januar 2012

Heute vor 100 Jahren: Proklamation der Republik China

Demokratie und Volkswohl in China

»Yuan Shikai läßt sich seinen Zopf abschneiden«,
Karikatur in »Le Petit Journal« vom 3. März 1912
Die Ereignisse der Revolution von 1911 hatten die Quing-Dynastie in höchste Bedrängnis gebracht und der Wille zur Modernisierung verbreitete sich überall in China. So rief der Revolutionsführer Sun Yat-Sen (1866-1925) am 1. Januar 1912 die Republik China aus und wurde ihr erster provisorischer Präsident. Im Februar 1912 dankten die Qing-Dynastie und der letzte Kaiser Pu Yi ab.

Sun Yat-Sens politische Vorstellungen beruhten auf den »Drei Prinzipien des Volkes«: Nationalismus, Demokratie und Volkswohl. Der jungen Republik fehlten aber die realen Mittel, vor allem die bewaffneten Streitkräfte, um ihre Macht zu festigen. Um einen Bürgerkrieg abzuwenden, trat Sun Yat-Sen im Februar 1912 zurück und machte den Weg für die Präsidentschaft des Militärführers Yuan Shikai frei. As erster offizieller Präsident der Republik China offenbarte er bald Alleinherrschaftsansprüche, ging gegen Reformpolitiker vor und rief sich 1915 selbst zum Kaiser aus. Damit hatte Yuan Shikai den Bogen jedoch überspannt: Er verlor die Unterstützung des Militärs und musste 1916 abdanken. Es folgte über ein Jahrzehnt der Bürgerkriege zwischen regionalen Militärführern.
Brockbaus - Abenteuer Geschichte 2012

Samstag, 31. Dezember 2011

Heute vor zehn Jahren: Abschied von der D-Mark

Das Ende der blauen Hunderter

Symbolische Beisetzung der D-Mark im niedersächsischen Gifhorn
Vor allem viele ältere Menschen trauerten, als es heute vor zehn Jahren hieß, von der Deutschen Mark Abschied zu nehmen. Über ein halbes Jahrhundert lang war sie ihnen ein stabiles Zahlungsmittel gewesen. Dazu war sie als Motor des deutschen »Wirtschaftswunders« der 1950er- und 60er-Jahre sogar Symbol für überwundene Zeiten der Not und der Garant des wirtschaftlichen Wohlstands. Sorge machte sich daher breit, genährt von den Katastrophenszenarien vieler »Wirtschaftsexperten«, der Euro würde bald schwachem und instabile Verhältnisse mit sich bringen.

Ab Mitternacht gab es die neuen Euroscheine an den Geldautomaten. Die Geldtransporteure fuhren Zusatzschichten, damit die Deutschen flüssig blieben. Zwar konnte man in den nächsten zwei Monaten auch noch mit der guten, alten DM bezahlen, doch die Umstellung ging unerwartet zügig voran. Schon Ende Januar hatte kaum noch jemand die grünen Zwanziger mit der Geige und die blauen Hunderter im Portemonnaie. Auch die Hiobsjünger verstummten bald, erreichte der Euro doch zeitweilig im Verhältnis zum Dollar eine Stärke, die die Deutsche Mark nie besessen hatte.
Brockhaus – Abenteuer Geschichte 2011

Mittwoch, 28. Dezember 2011

Die Toten des Jahres 2011

Loriot, Christa Wolf, Václav Havel, Steve Jobs. Aber auch: Osama bin Laden, Muammar al-Gaddafi, Kim Jong Il. Über die Menschen, die in diesem Jahr gestorben sind
mehr:
- Rückblick: Die Toten des Jahres 2011 (ZON, 28.12.2011)

Einfach da…

Immer denken wir, das Wesentliche müsse durch unsere Hände gemacht werden, wenn etwas Entscheidendes in unserem Leben sich ereignen solle, müßten wir etwas tun. Von früh auf bis spät sind wir bemüht, uns wichtig zu nehmen, immer angehalten von dem Glauben, daß es auf uns ankomme und daß wir Wesentliches verpassen würden, täten wir dieses oder jenes nicht.

So geht der Alltag dahin,
so verrinnen die Tage, so entschwinden die Jahre.
Aber wer eigentlich sind wir?
Wieviel Schönheit wird überlagert durch all das,
was wir glauben an Pflichten erledigen zu müssen!
Wieviel von der Zauberkraft unseres Herzens geht zugrunde an all dem Gestampfe, Gerenne, Getrete und Gelaufe in unserem Leben, am Platzbehaupten, Hinterherlaufen, Sich-selber-vorweg-Sein!
Wär’ es nicht möglich,
es reifte das, was wir sind, in unserer Tiefe,
und wir könnten’s gar nicht erklügeln, nicht beschließen,
es wäre nur einfach da?

Eugen Drewermann

Dank an Fr. T.

Für mich gibt’s dazu drei Antworten – keine Ent-gegnungen! – oder besser Weiterführungen.

Die eine ist von Walt Disney, die zweite von Dieter Thomas (beide im Momente-Post von Ende November)… und die dritte von Dieter Falk:



Dienstag, 27. Dezember 2011

Mein Neujahrsgruß

befindet sich zum Genießen auf meinem Psycho-Blog

Sonntag, 25. Dezember 2011

Unbedingt ansehen: La fête!!

… in der Orangerie der Herrenhäuser Gärten, präsentiert von „Kleines Fest“ und dem GOP Varieté-Theater. Noch bis zum 12. Januar…
Die beste Bühnenshow, die ich bisher gesehen habe!! Ich war sprachlos!

Samstag, 24. Dezember 2011

Adventsrätsel (das Vierundzwanzigste von vierundzwanzig)

Steckst Du ein Haus in eine Deutsche Stadt, weißt Du den Mann, der viel gelogen hat.?


(Lösung zu Nr. 23)
(erstes Wort)
(Lösung zu Nr. 24)

Freitag, 23. Dezember 2011

Adventsrätsel (das Dreiundzwanzigste von vierundzwanzig)

Wo kommen alle Säcke zusammen?

(Lösung zu Nr. 22)

Donnerstag, 22. Dezember 2011

Adventsrätsel (das Zweiundzwanzigste von vierundzwanzig)

Was wird hinten immer länger, wenn es vorn kürzer wird?

(Lösung zu Nr. 21)

Mittwoch, 21. Dezember 2011

Adventsrätsel (das Einundzwanzigste von vierundzwanzig)

Was wiegt ein Kartoffelhändler, der 1,80 Meter groß ist und 40 Jahre alt ist?

(Lösung zu Nr. 20)

Dienstag, 20. Dezember 2011

Adventsrätsel (das Zwanzigste von vierundzwanzig)

In welche Fässer kann man keinen Wein füllen?

(Lösung zu Nr. 19)

Montag, 19. Dezember 2011

Adventsrätsel (das Neunzehnte von vierundzwanzig)

Welche Krankheit hat noch nie ein Land beherrscht?

(Lösung zu Nr. 18)

Sonntag, 18. Dezember 2011

Adventsrätsel (das Achtzehnte von vierundzwanzig)

Sag: »Postbote« ohne »O«!

(Lösung zu Nr. 17)

Samstag, 17. Dezember 2011

Adventsrätsel (das Siebzehnte von vierundzwanzig)

Was hat immer ein Auge offen und kann doch nichts sehen?

(Lösung zu Nr. 16 x 500)

Freitag, 16. Dezember 2011

Adventsrätsel (das Sechzehnte von vierundzwanzig)

Was hat 1000 Beine und kann doch nicht laufen?

(Lösung zu Nr. 15)

Donnerstag, 15. Dezember 2011

Adventsrätsel (das Fünfzehnte von vierundzwanzig)

Wenn man ihn braucht, wirft man ihn weg. Wenn man ihn nicht braucht, holt man ihn wieder.

(Lösung zu Nr. 14)

Mittwoch, 14. Dezember 2011

Adventsrätsel (das Vierzehnte von vierundzwanzig)

Was ist der Unterschied zwischen einem Chemiker und einer Hebamme?

(Lösung von Nr. 13)

Dienstag, 13. Dezember 2011

Adventsrätsel (das Dreizehnte von vierundzwanzig)

Welches Haus besteht nur aus Essen und hat keine Tür?

(Lösung zu Nr. 12)