Mittwoch, 6. Juni 2012

Heute vor 30 Jahren – 6. Juni 1982: Die israelische Armee marschiert in den Libanon ein.


Einmarsch in den Libanon
Heute vor 30 Jahren marschierte die israelische Armee in den Südlibanon ein. Damit begann der fünfte israelisch-arabische Krieg, der bis 1985 andauerte. Auslöser war ein Attentat auf den israelischen Botschafter Shlomo Argov in London, verübt von der Abu-Nidal-Gruppe, die vermutlich für den irakischen Geheimdienst arbeitete. Obwohl die PLO nichts mit den Attentätern zu tun hatte, diente der Anschlag als Rechtfertigung für die Operation »Frieden für Galiläa«, die der damalige Verteidigungsminister Ariel Scharon leitete. Sein Ziel war es, die militärische und politische Präsenz der PLO im Libanon zu beenden.
Israelischer Panzer in Damour im Libanon, Juni 1982
Scharons Armee stand bereits am 9. Juni vor den Toren Beiruts. Zwei Tage später wurde ein Waffenstillstand vereinbart, der von palästinensischen und schiitischen Truppen kontrollierte Westteil Beiruts wurde über zwei Monate belagert. Die Versorgung der dort lebenden 80 000 Menschen war kaum möglich, bei den permanenten Bombardements starben Tausende. Angesichts der rücksichtslosen Vorgehensweise sah sich Israel einer Welle der Kritik ausgesetzt. Sogar die Israel-freundliche »New York Times« beklagte das »Libanon-Gemetzel«.
Brockhaus – Abenteuer Geschichte

Heute vor 68 Jahren – 6. Juni 1944: Landung der Alliierten in Frankreich

Alliierter Sturm auf die »Festung Europa« 

Into the Jaws of Death, berühmtes Foto der Landung von Truppen der US-Army
am D-Day am Omaha Beach  (aus Wikipedia)

  Als »D-Day« wird in der angelsächsischen Welt gemeinhin der 6. Juni 1944 bezeichnet, der Tag, an dem die Alliierten in der Normandie landeten, um den entscheidenden Schlag zur Befreiung Europas von der Naziherrschaft zu führen. Die Invasionsstreitmacht umfasste 6000 schwimmende Einheiten, davon 4000 speziell entwickelte Landungsboote, mit denen in der ersten Phase der Offensive 150000 Mann angelandet werden sollten. Unterstützt wurde die Landung von 15000 Kampfflugzeugen. An fünf Strandabschnitten zwischen Cherbourg und Caen sollten die amerikanischen, kanadischen und britischen Verbände zunächst die deutschen Verteidigungsstellungen bekämpfen, um erste Brückenköpfe einrichten zu können. Als die Küste unter Kontrolle war, konnten enorme Kontingente an Soldaten und Material angelandet werden, um den Angriff über Paris auf Deutschland weiterzuführen. 

Plan zur Operation Overlord und der begleitenden Bomberoffensive,
mit den deutschen Stellungen am 6. Juni 1944
 Bereits wenige Tage nach der Landung zeichneten sich militärische Erfolge ab, obwohl die gewaltigen alliierten Verbände zunächst nur schleppend vorankamen. Ende August 1944 wurde Paris befreit, bald standen die Truppen an der Grenze zum Deutschen Reich. 
Brockhaus - Abenteuer Geschichte 2012 

Dienstag, 5. Juni 2012

Heute vor 231 Jahren: 5. Juni 1771 – Prinz Ernst August wird geboren

Ernst August I. von Hannover:
 Mit 66 Jahren auf den Königsthron!


1771 Am 5. Juni wird Prinz Ernst August im Londoner Buckingham Palast geboren. Er ist der fünfte Sohn König Georgs III. von Großbritannien und Irland und Königin Sophie Charlotte

1786 Ernst August wird zunächst von Hauslehrern erzogen. Im Sommer 1786 geht er gemeinsam mit seinen beiden Brüdern Prinz August Friedrich und Prinz Adolph Friedrich zum Studium nach Göttingen. Dort stehen sie unter der persönlichen Aufsicht des berühmten Mathematikers und Physikers Georg Christoph Lichtenberg

1791 Prinz Ernst August und sein Bruder Adolph Friedrich treten in die hannoversche Armee ein. Dort erhält Ernst August eine Kavallerie- und Taktikausbildung. Obwohl er sehr kurzsichtig ist, erweist er sich als ausgezeichneter Reiter und Schütze. Wegen seiner guten Leistungen wird Ernst August nach nur zwei Monaten zum Rittmeister (Hauptmann der Kavallerie) ernannt. 

1792 Im März erhält Ernst August das Patent eines Obersten der 9. Hannoverschen leichten Dragoner. 1793 wird er zum Kommandeur der 1. Kavalleriebrigade ernannt. 

1793 Während des ersten Koalitionskrieges gegen das revolutionäre Frankreich (1792-97) ist Ernst August in Flandern stationiert und dient unter seinem älteren Bruder Friedrich, Herzog von York, dem Oberbefehlshaber der vereinigten britischen, hannoverschen und österreichischen Truppen. 

1794 In der Schlacht von Tourcoing verliert er sein linkes Auge und kehrt zur Genesung nach England zurück. Dies ist sein erster Besuch in der Heimat seit 1786. 

1798 Ernst August wird zum Generalleutnant befördert und 1803 zum General. 

1799 Am 29. August ernennt König Georg III. seinen Sohn Ernst August zum 1. Herzog von Cumberland und Teviotdale und Earl of Armagh. 

1815 Am 29. Mai heiratet er in Neustrelitz seine Cousine Prinzessin Friederike, die Tochter Karls II., Großherzog von Mecklenburg-Strelitz. 

1837 Am 20. Juni stirbt König Wilhelm IV. von Großbritannien und Irland. Da er – wie vorher schon sein Bruder Georg IV. – keine erbberechtigten Nachkommen hinterlassen hat, folgt ihm seine Nichte Victoria auf den Thron. Sie ist das einzige Kind Prinz Eduards, des verstorbenen vierten Sohnes von König Georg III. Da die Erbfolgegesetze in Hannover einen männlichen Erben vorsehen, kann Victoria nicht Königin von Hannover werden. Stattdessen wird ihr Onkel, der Herzog von Cumberland, im Alter von 66 Jahren als Ernst August I. König von Hannover und Herzog von Braunschweig-Lüneburg. Damit ist die 123-jährige Personalunion zwischen Großbritannien und Hannover beendet. 

1851 Ernst August gilt als reaktionärer Monarch. Bei seinem Amtsantritt 1837 hebt er die relativ freiheitliche Verfassung, die seine Vorgänger 1833 erlassen haben, wieder auf. [siehe Göttinger Sieben] Er stirbt am 18. November 1851 in Hannover. Der König und seine Gemahlin Königin Friederike finden ihre letzte Ruhe in einem Mausoleum im malerischen Berggarten, der zu den berühmten Herrenhäuser Gärten in Hannover gehört. Errichtet worden war das Bauwerk bereits in den Jahren 1842 bis 1847 nach Plänen des Hofbaumeisters Georg Ludwig Friedrich Laves


Wussten Sie schon, dass…
 
… Ernst August unter Bridge-Spielern durch die "Duke of Cumberland Hand" bekannt ist? 
Ihren Namen verdankt diese Kartenverteilung der folgenden Anekdote: Als Ernst August bei einer Bridge-Partie in der englischen Stadt Bath ein ganz hervorragendes Blatt erhielt, erklärten ihm seine Mitspieler, dass sie die Karten in einer bestimmten Reihenfolge geordnet hätten und er trotz aller Stärken seines Blattes keinen einzigen Stich gewinnen könne. Der Herzog von Cumberland soll £ 20.000 dagegen gewettet haben, die er prompt verlor. 

… Ernst August 1796 in die Freimaurerei aufgenommen wurde? 
 Ab 1828 war er Großmeister der von ihm gegründeten Großloge des Königreichs Hannover. 1866 ging sie in der preußischen Großloge Royal York zur Freundschaft auf, nachdem Hannover von Preußen annektiert worden war und nun auch dort die Kabinettsorder Friedrichs des Großen wirksam wurde, nach der alle Freimaurer des Landes in einer der drei altpreußischen Großlogen sein mussten. 

… man sich in Hannover gern "unterm Schwanz" eines Pferdes verabredet? 
Im Jahre 1861 wurde auf dem Vorplatz des Hauptbahnhofs in Hannover ein imposantes Standbild enthüllt: Es zeigt König Ernst August I. hoch zu Ross. Auch heute noch ist dieses Reiterdenkmal ein beliebter und bekannter Treffpunkt
aus einem Werbeblatt der MDM Braunschweig
 

Sonntag, 3. Juni 2012

Heute vor 69 Jahren – 3. Juni 1943: Uraufführung von Jean-Paul Sartres »Die Fliegen«

mehr:
- 3.6.1943: "Die Fliegen" uraufgeführt (KalenderBlatt der Deutschen Welle) und
- Die Fliegen (Wikipedia)

Jean-Paul Sartre Portrait 1/2 [7:54]

Hochgeladen am 16.12.2011
Jean-Paul Sartre (1905-1980) Autor, Philosoph, Publizist und Humanist!

Jean-Paul Sartre Portrait 2/2 [8:18]


Noch eine Anmerkung zum KalenderBlatt:

Zitat: »In dessen Zelle im Hochsicherheitsgefängnis Stuttgart-Stammheim besucht er den Terroristen Andreas Baader, in Sartres Augen ein moderner Orest. Denn er habe ›aufrichtig versucht, Prinzipien in die Tat umzusetzen‹.«

Dazu gibt es andere Quellen. In einem Film über Hans-Joachim Klein (Klein fuhr zusammen mit Daniel Cohn-Bendit Sartre nach Stammheim) sagte dieser, wie ich mich zu erinnern glaube, Sartre habe nach dem Besuch Baader »ein Arschloch« genannt. Die taz (Erich Fromm – Die Kunst der Abfuhr, 10.09.2004) schreibt dazu: »Inoffiziell soll Sartre Cohn-Bendit mitgeteilt haben, dass er Baader für einen Idioten hielt, einen Narren, ungebildet.«
Also: Vorsicht mit Zitaten!
siehe dazu auch:
- Sartre in Stammheim (Wolfgang, Kraushaar, Lettre International 80, Frühjahr 2008)

Noch ein Sartre-Zitat:
Der Schmerz, das Bedürfnis, die Leidenschaft, die menschliche Mühsal sind nackte, durch Erkenntnis weder überschreitbare noch abwandelbare Realitäten. (Marxismus und Existentialismus, frz. 1960)
Zitat gefunden bei Emil Kaufmann, Macht und Arbeit, Jean-Paul Sartre und die europäische Neuzeit, S. 61 (google books)

Samstag, 2. Juni 2012

Heute vor 45 Jahren – 2. Juni 1967: Tödlicher Zwischenfall bei Schahbesuch


Das Echo eines Schusses

Bei einer Anti-Schah-Demonstration heute vor 45 Jahren, am 2. Juni 1967, starb der 26-jährige Student Benno Ohnesorg in Berlin [heute: Schillerstraße 29] durch einen Schuß in den Hinterkopf. Abgefeuert hatte die Kugel der Polizist Karl-Heinz Kurras.



Der 2. Juni gilt als Wendepunkt in der Studentenbewegung. Die Ermordung Ohnesorgs und der spätere Freispruch für den Polizisten Kurras durch das Gericht waren für die rebellischen Studenten der Beweis für die Repressivität des Staatsapparats der BRD. Ohnesorgs Tod diente allen gewaltbereiten Gruppen als Legitimation für ihre Aktionen, er wurde zum Märtyrer und Kurras zur Symbolfigur eines autoritären Staats stilisiert. Erst 42 Jahre später kam eine groteske Pointe ans Licht: Kurras war Mitglied der SED und arbeitete für die Stasi. Die Akten in der Birthler-Behörde belegen: Der Schütze stand ideologisch denen nah, die damals demonstrierten. Die SED profitierte in zweierlei Hinsicht von der Tat ihres Agenten: Sie diente als Beweis für die reaktionären Strukturen in der BRD und der Radikalisierung der Studentenbewegung.

Schweigemarsch zum Tod von Benno Ohnesorg in Hannover, Juni 1967

Benno Ohnesorg (1940-1967)
• Lehre als Schaufenster-Dekorateur, holte Abitur nach
• Studium der Romanistik und Germanistik in Westberlin
• sein Freund, der Schriftsteller Uwe Timm, veröffentlichte 2005 über ihn das Buch »Der Freund und der Fremde«
Brockhaus – Abenteuer Geschichte 2012

Donnerstag, 31. Mai 2012

Heute vor 50 Jahren – 31. Mai 1962: Hinrichtung Adolf Eichmanns in Jerusalem


Die Banalität des Bösen?





Seine letzten Worte: »In einem kurzen Weilchen, meine Herren, sehen wir uns ohnehin alle wieder. Das ist das Los aller Menschen. Es lebe Deutschland. Es lebe Argentinien. Es lebe Österreich.« In der Nacht des 31. Mai 1962 öffnete sich der Fallboden unter dem Galgen im Gefängnis Ramleh bei Tel Aviv – Adolf Eichmann (1906 bis 1962) wurde hingerichtet. Vorher hatte der SS-Obersturmbannführer, einer der Hauptverantwortlichen für den Holocaust, um eine Flasche Rotwein gebeten und sie zur Hälfte leer getrunken.


Adolf Eichmann vor Gericht in Jerusalem, April 1961
Am Tag zuvor hatte das Oberste Gericht Israels das Todesurteil vom 15. Dezember 1961 bestätigt. Präsident Jizchak Ben Zwi lehnte das Gnadengesuch Eichmanns und das seiner Frau mit folgendem Bibelvers als Notiz ab: »Wie dein Schwert die Frauen um ihre Kinder gebracht, so sei unter den Frauen deine Mutter kinderlos gemacht.« Eichmanns Leichnam wurde verbrannt, die Asche ins Mittelmeer gestreut. Er ist bislang der einzige Mensch, der von der israelischen Justiz hingerichtet wurde.


Eichmann in einem Interview:
»Ich war kein normaler Befehlsempfänger, dann wäre ich ja ein Trottel gewesen. Sondern ich habe mitgedacht, ich war ein Idealist gewesen … Hätten wir 10,3 mio Juden getötet, dann wäre ich befriedigt und würde sagen, gut, wir haben einen Feind vernichtet.«
Brockhaus – Abenteuer Geschichte 2012

Das Milgran-Experiment bei Wikipedia

Mittwoch, 30. Mai 2012

Fernsehempfehlung: Jesse Stone

Der erste Kriminalfilm aus der Jesse-Stone-Reihe , Eiskalt wird kommenden Sonntag, 3. Juni, um 21:45h auf ZDF neo ausgestrahlt. An den darauffolgenden Sonntagen werden die übrigen fünf der in Deutschland verfügbaren Filme gezeigt.



Es sind angenehm ruhige Episoden, die, wie TV-Spielfilm kommentierte, »der in Ehren gealterte Tom Selleck fast im Alleingang trägt«.

Gut gefiel mir Selleck auch in »Quigley down under«, einer meiner Lieblingsschauspieler.

Dienstag, 29. Mai 2012

Die Macht der Rating-Agenturen

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Anhand von drei Buchstaben heben oder senken die drei mächtigsten Rating-Agenturen Standard & Poor’s, Moody’s und Fitch ihre Daumen über Unternehmen, Banken bis hin zu ganzen Staatswesen und beeinflussen damit weltweit maßgeblich das Wirtschaftsgeschehen. Darüber aber, warum diese Rating-Agenturen überhaupt soviel Macht besitzen wird in der Öffentlichkeit wenig debattiert. Auch sind bislang die Informationen über die Akteure, die hinter den Rating-Agenturen stehen äußerst dürftig. Ein Gespräch mit dem Privatisierungsexperten Werner Rügemer über sein neues Buch Rating-Agenturen. Einblicke in die Kapitalmacht der Gegenwart.

► Herr Rügemer, bei der Finanzkrise 2007 haben die drei wichtigsten Rating-Agenturen Standard & Poor’s, Moody’s und Fitch nicht unbedingt ein glückliches Händchen bewiesen. Warum haben sie heute noch das Sagen? 


Werner Rügemer: Herr Jellen, wenn man von den Interessen der Agenturen und ihrer Eigentümer ausgeht, hatten sie durchaus ein glückliches Händchen. Sie haben im Vorfeld als Mitverursacher der Finanzkrise sehr viel verdient und Krisen selbst sind für sie auch sehr lukrativ. Sie haben auch heute noch das Sagen, weil sie wie die Banken, Hedgefonds, Wirtschaftsprüfer und Versicherungen zum Kern der Finanzindustrie gehören, die ja ebenfalls nach der Krise immer noch das Sagen haben, ja sogar noch mächtiger geworden sind.
▶︎ Können Sie eine Einschätzung abgeben, wie viele der weltweiten Kapitalströme die Rating-Agenturen mit ihren Bewertungen auch heute noch kontrollieren?
Werner Rügemer: Das kann ich nicht abschätzen, denn ein großer und wachsender Teil der Kapitalströme findet heute in dark pools des Schattenbanksystems (shadow banking) statt. Hier wird nicht reguliert. Da erfassen weder nationale noch internationale Finanzinstitutionen die Zahlen.
mehr:
- Die Macht der Rating-Agenturen (Reinhard Jellen, Interview mit Werner Rügemer, Telepolis, 29.05.2012)
Wer steckt eigentlich hinter den Rating-Agenturen, von denen im Zuge der Finanzkrise so oft die Rede ist? Und nach welchen Kriterien arbeiten sie?
In diesem Buch wird zum ersten Mal die Eigentümerstruktur der drei großen Agenturen offengelegt: Es handelt sich dabei um die größten Hedge- und Investmentfonds, die aus der hohen und dauerhaften Verschuldung von Unternehmen, Staaten und Konsumenten Gewinn ziehen. Ein Blick auf die Praxis der Rating-Agenturen zeigt: Ihre Macht gewinnen sie durch ihre Eigentümer, aber auch durch die staatlich und überstaatlich erteilte Wächterfunktion. Sie sind mit Fonds, Banken, Staaten, Zentralbanken, Europäischer Union und Internationalem Währungsfonds Teil der gegenwärtigen Kapitalmacht und schrecken vor suggestiven Ratings ebenso wenig zurück wie vor der Inszenierung von Krisen.
[Rating-Agenturen: Einblicke in die Kapitalmacht der Gegenwart, Leseprobe, gefunden bei kritisches-netzwerk.de]

siehe auch:
Enthemmte Wirtschaft – Krisen, Politik und Grenzen der Demokratie (Reinhard Jellen, Telepolis, Heise-Verlag 2012 – Google-Books)
- Nach uns die Sintflut (Werner Rügemer, junge Welt, 12.10.2010 – PDF,  gefunden bei Tadema)
Privatisierung als Ursache der Finanzkatastrophe (Reinhard Jellen, Gespräch mit Werner Rügemer über Cross Border Leasing, Telepolis, 28.10.2008)

Freitag, 25. Mai 2012

»Erst kommt das Fressen…«

GESUNDHEITSREFORM

Das Ende der Schweigepflicht

Mit der Gesundheitsreform sollten Krankenhäuser effizienter, billiger, transparenter werden. Die Operation ist gelungen. Aber den Patienten geht es nicht gut. Fünf Klinikärzte berichten aus ihrem Alltag

mehr bei ZEIT Online…

Man beachte auch die Kommentare!

Mittwoch, 23. Mai 2012

Heute vor 78 Jahren – 23. Mai 1934: Robert Moog kommt zur Welt

Synthesizer werden einem heute im Supermarkt schon nachgeschmissen. Der Erfinder, Robert Moog, wurde heute vor 78 Jahren geboren.


Wikipedia:
»Die ersten Synthesizer in den 1950er und Anfang der 1960er waren entweder schlecht zu bedienen – zum Beispiel mit Lochkarten beim Mark II Music, der im Columbia-Princeton Electronic Music Center stand – oder von enormer Größe. Entscheidend war sicher auch, dass Moog Student von Peter Mauzey war, einer der Entwickler des Mark II Music. Moog stellte seinen ersten Synthesizer 1964 auf einem Kongress der Audio Engineering Society vor. Er war durch seine kompakte Größe anfangs nur eine Kuriosität, weil die Konfiguration noch Stunden dauerte, aber dies war bis 1968 behoben. In diesen Jahren beschäftigte Moog den Musiker Walter Carlos, der 1968 mit dem Album Switched-On Bach drei Grammys gewann und damit eine musikalische Revolution auslöste.«


Es war wirklich eine Sensation, ein ganzes Orchester zu hören und dabei zu wissen, daß die Musik auf einem »Tasteninstrument« erzeugt worden war, damals fast unglaublich!






Leider habe ich kein Originalstück aus »Switched on Bach« gefunden. Das hier kommt ihm relativ nahe:



Google würdigt heute (23. Mai 2012) den Erfinder des Synthesizers mit einem kleinen Software-Moog auf der Startseite
 
Hier ein Ausschnitt einer BBC-Sendung:
BBC Archive Tomorrow's World Moog Synthesiser [4:50]


Hier kommt Robert Moog selbst zu Wort:
Robert Moog – Electronic Music [2:28]


Walter Carlos [nach Geschlechtsumwandlung Wendy Carlos] spielte auch die Musik zu Stanley Kubrick’s Clockwerk Orange, nach meiner Erinnerung der erste Film, dessen Musik komplett mit dem Synthesizer hergestellt worden war. 

Hier mit die bekannteste Szene:
A Clockwork Orange – 9th Symphony [2:49]


Auch die Rockmusik versuchte, sich des Synthesizers zu bemächtigen. Der einzige Rockmusiker, der das Instrument perfekt beherrscht – und auch heute noch auf dem alten Ding spielt –, ist Keith Emerson:
Keith Emerson breaks down the moog [3:59]


moog performance [2:11]

 
Tarkus war für mich ein unglaubliches Album. Eine düstere, teilweise fast böse und hochdiffizile Musik, nicht dieser sexy-mini-super-flower-pop-op-cola Disko-Kram…
Afri Cola original Werbung von Charles Wilp [1:02]


Dazu dann Perry Rhodan lesen… wow!
TARKUS (NEW HAVEN). Part 1 (montage vidéo) [9:54]


Noch im gleichen Jahr erschien Pictures at an Exhibition. Auf dem Video kann man wunderbar sehen, wie Keith Emerson während des Spiels an der Klangfarbe »feilt« (z.B. 3:45, 4:50, 5:10):
ELP Pictures At An Exhibition '71 1/4

(aufgenommen wahrscheinlich am 9. Dezember 1970 im Lyceum Theatre in London)

Man mache sich bewußt, daß der Moog-Synthesizer damals ein analoges Gerät war. Die Röhren waren äußerst anfällig für Unterschiede in Temperatur und Luftfeuchtigkeit. Wie Keith Emerson das immer hingefummelt hat, daß die ELP-Stücke immer gleich klangen, ist für mich ein Phänomen. Auf dem folgenden Video sieht man die Schwierigkeiten von Patrick Moraz (Nachfolger für Rick Wakeman bei Yes), seinen Moog unter Kontrolle zu bekommen:

YES - Patrick Moraz Destroying Close To The Edge [5:54]

(in den Kommentaren zu dem Video wird Moraz teilweise leidenschaftlich verteidigt…)

Auf dem folgenden Video ist auch Karn Evil 9 aus der Platte Brain Salad Surgery zu finden, noch heute eines meiner Lieblingsstücke. Das Cover ist übrigens von dem verstorbenen H. R. Giger, der als Bühnenbildner und Kostümgestalter wesentlich den Charakter von Ridley Scott’s Alien geprägt hat. (Das Prequel Prometheus kommt im August in die Kinos. ➞ Trailer)
ELP / Karn Evil 9 3rd Impression / 1974 California Jam [9:52]

(leider habe ich nirgendwo eine annehmbare Version gefunden)

Hier ein Solo-Ausschnitt aus dem populärsten ELP-Werk Lucky Man, welches Greg Lake im Alter von 16 Jahren komponierte:
Keith Emerson - Lucky Man Moog Solo.mpg [2:05]


Keith Emerson mit Marc Bonilla mit Karn Evil 9 2006:
Keith Emerson & Marc Bonilla "Karn Evil No. 9" - Hungary 2006[5:16]


Hier übrigens das deutsche Äquivalent zu ELP: Triumvirat
Triumvirat - The History of Mystery Part One [7:52]


Jean Michel Jarre aus dem Jahr 1976:
1976 Jean Michel Jarre[3:38]


Hier zeigt er die analogen Synthesizer, die er im Lauf der Zeit verwendet hat:
Legendary Instruments - Jean Michel Jarre


Wie schwierig es ist, diese analogen Geräte bei Laune zu halten:

jean michel jarre a day with the analog synths


Jean Michel Jarre - Oxygene Live at Theatre Marigny Paris (full show high quality) 1:26:24]



Dann gibt’s auch noch Vangelis:

Vangelis - rare recording [5:52]


Klaus Schulze:

Klaus Schulze interview German Arte 10 May 2008 [9:13]


Kraftwerk, Autobahn:
autobahn "live" by dyko feat. wolfgang flür ex-kraftwerk [4:12]


Can , Don’t Say No (von der LP Saw Delight, 1977) 

Don't Say No - CAN (1977) [7:25]


Und natürlich darf Rick Wakeman nicht fehlen, hier 2003 in Montreux:
Yes - Rick Wakeman On Keyboards [5:28]



Und hier noch Joe Zawinul mit Weather Report und ihrem wohl bekanntesten Stück, Birdland:



Weather Report - Birdland [7:25]





Dienstag, 22. Mai 2012

Heute vor 40 Jahren – 22. Mai 1972: Der erste amtierende US-Präsident in Moskau

Diese Zusammenfassung ist nicht verfügbar. Klicke hier, um den Post aufzurufen.

Montag, 21. Mai 2012

Sonntag, 20. Mai 2012

Robin Hugh Gibb, * 22. Dezember 1949; † 20. Mai 2012

Es gibt keine Band, bei der das Verhältnis von Wertschätzung und der Anzahl der mit mir herumgetragenen Ohrwürmer dermaßen auseinanderdriftet wie bei den BeeGees.
Nach langer Krebserkrankung verstarb nun der zweite der drei Brüder Gibb, übrig ist noch Barry mit der Löwenmähne…

Bee Gees - I Started A Joke (Live-HQ) [3:08] (Text, Interpretation)


Bee Gees (6/32) - Words [3:52] (Text)


Bee Gees - How Deep Is Your Love (live, 1998) [3:50] (Text)


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Freitag, 18. Mai 2012

Tribute to Rick Wakeman, der heute 62 Jahre alt wird

Rick Wakeman, langjähriger Keyboarder der Progressive-Rock-Gruppe Yes, gehört zusammen mit Keith Emerson zu den Größten der Rock-Keyboarder. Zur Zeit tourt er mit Jan Anderson, der unverwechselbaren Yes-Stimme durch Clubs in Großbritannien. (Man suche bei Youtube nach »The Living Tree«)

Hier wahllos ein paar youtube-Videos:

(MTV) Rick Wakeman - Mini-Moog Showing [2:27]

Hochgeladen am 16.05.2006
Prueba de Wakeman con su Moog.

Rick Wakeman on M-Tron [7:24]

Hochgeladen am 20.03.2007
A clip from a recent NAMM show with Rick Wakeman & Dave Spiers discussing the GForce Software M-Tron virtual mellotron. Funny stuff.

Rick Wakeman - Sir Galahad (Live) [4:05]

Veröffentlicht am 16.03.2012

Rick Wakeman - The last Battle ( Wembley 1975 ) [9:59]

Hochgeladen am 15.12.2006
The last Battle performed during King Arthur on ice at wembley in 1975

Rick Wakeman -1984 overture [4:37]

Veröffentlicht am 08.01.2014
Found in my archive !!

Rick Wakeman The Warning and White Rock 1981 [6:20]

Veröffentlicht am 11.11.2014
This video seems to have disappeared from Youtube so I'm glad I saved a copy. Not great quality, but a wonderful encore from the 1981 "1984" tour. I love White Rock and I was so excited when I saw the show that year at the Glasgow Apollo. FYI Steve Harley on Tamborine. For some reason this part of the show was left off the official DVD.

Take Rick Wakeman's Radio 2 Nursery Rhyme Challenge! [3:04]

Veröffentlicht am 17.01.2014
Rick Wakeman brought his kudos to the keyboard on the Chris Evans Breakfast show. Can you tell which well-known composers he's playing in the style of...?

Rick Wakeman - Morning has broken - Royal Albert Hall April 2014 [2:49]

Veröffentlicht am 29.04.2014
"Morning Has Broken" is a popular and well-known Christian hymn first published in 1931. It has words by English author Eleanor Farjeon and is set to a traditional Scottish Gaelic tune known as "Bunessan" (it shares this tune with the 19th century Christmas Carol "Child in the Manger"). It is often sung in children's services. English pop musician and folk singer Cat Stevens (known as Yusuf Islam since 1978) included a version on his 1971 album Teaser and the Firecat. The song became identified with Stevens when it reached number six on the US Billboard Hot 100 and number one on the US easy listening chart in 1972. 
Writing credit for "Morning Has Broken" has occasionally been erroneously attributed to Cat Stevens, who popularised the song abroad. The familiar piano arrangement on Stevens' recording was performed by Rick Wakeman, a classically trained keyboardist best known for his tenures in the English progressive rock band Yes.

Rick Wakeman - Story of Morning has Broken [2:46]

Hochgeladen am 26.01.2010
from british TV. Rick as guest telling his story about Morning has Broken, by Cat Stevens. This clip is short, but rare...sadly I don't know from which show this is from (I don't know so much about british shows, sorry)
*Rick looks very good in this clip* (just a little note from me ;-P)
Recorded directly from TV in 16:9, one minute is missing, I don't know why, it's on my original DVD, but Youtube cut it off... X-(

Rick Wakeman Lisztomania - Reinzi - Chopstiks Fantasia [4:21]

Hochgeladen am 30.04.2011

Rick Wakeman - Nursery Rhyme Concerto [2011] [4:53]

Hochgeladen am 30.04.2011
http://www.flickr.com/photos/12547928...
Rick Wakeman live at Birkenhead Pacific Road April 23rd 2011

Leider bin ich nicht fertig geworden, es muß wohl dann noch ein anderer Post her…
aktualisiert am 29.10.2015

Mittwoch, 16. Mai 2012

Freundschaft

Auf ZEIT Online findet sich eine schier unglaubliche Geschichte, die einer Freundschaft, die von einem deutschen Zionisten und einem SS-Offizier, erzählt vom Enkel.
- Dokumentarfilm – Ihr Freund, der Feind (ZEIT Online, 14.06.2012)


DOKUMENTARFILMIhr Freund, der Feind

Nach dem Tod seiner Großeltern entdeckt unser Autor ein deutsch-jüdisches Familiengeheimnis – deren Verbindung mit einem Nationalsozialisten
Die Wohnung Poster 1Beim Aufräumen des Nachlasses seiner verstorbenen Großmutter entdeckt der Dokumentarfilmer Arnon Goldfinger verstörende Dokumente, die aufzeigen, daß sein Großvater Kurt Tuchler – übrigens befreundet mit Sigmund Freuds jüngstem Sohn Ernst –, ein bekennender Zionist, bis in die 60er Jahre mit Leopold von Mildenstein befreundet war. Mildenstein war zeitweilig SS-Offizier und schrieb nach einer sechsmonatigen Palästinareise 1933 eine zwölfteilige Artikelserie in Joseph Goebbels »Der Angriff«. (Titel: »Ein Nazi fährt nach Palästina«).




Zitat aus dem Artikel:
»Die zionistische Bewegung erhielt nur winzige Unterstützungsbeträge von der deutschen jüdischen Öffentlichkeit. Die deutschen Juden betrachteten sich selbst als deutsche Durchschnittsbürger. Die Behauptung der Zionisten, Juden hätten in Europa keine Zukunft, hielten sie für ärgerlich und unhaltbar. Die meisten konnten sich nicht vorstellen, das hoch entwickelte Deutschland zu verlassen und in die Levante auszuwandern. Andererseits verfolgte das NS-Regime, was die Juden anbelangte, anfangs noch keine klare Politik und zeigte daher großes Interesse an der zionistischen Bewegung. Man kann sagen, dass damals ein ungewöhnliches Interessenbündnis entstand, eine Ironie der Geschichte – die Nazis wollten die Juden loswerden, und die Zionisten wollten sie nach Palästina bringen. Die Begebenheit ist sogar sehr originell verewigt. Mit Erscheinen der Reportagen ließ der Angriff eine Medaille prägen, die in Berlin und anderen deutschen Städten ausgegeben wurde. Auf der einen Seite war ein Hakenkreuz und auf der anderen – ein Davidstern. Ein Werbetrick.« 

 Ich unterdrücke mein Entsetzen und frage: »Und was hat das alles mit meinen Großeltern zu tun?« – »Selbstverständlich, selbstverständlich«, antwortet Barkai wie jemand, der im Begriff ist, eine wichtige Information preiszugeben. »Im Herbst 1933 tritt von Mildenstein seine Reise an, und der Vertreter der zionistischen Vereinigung in Deutschland, der mit ihm an Bord geht und ihm zionistisches Gedankengut einflößen soll, ist Kurt Tuchler, dein Großvater.«

Die Wohnung | Deutscher Trailer HD {1:20}
Veröffentlicht am 18.05.2012
Die Wohnung (Trailer deutsch / german HD) - Kinostart: 14.6.2012
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Bitte ABONNIEREN nicht vergessen:
• http://www.youtube.com/vipmagazin
• http://www.youtube.com/gamesmag
• http://www.youtube.com/LeinwandTV
• http://www.youtube.com/NeueDVDs
• http://www.youtube.com/WissensMagazin
• http://www.youtube.com/WissenXXL
DANKE! :)
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Offizieller deutscher Kino-Trailer zu dem Film "Die Wohnung".
Originaltitel: Ha-Dira
Dokumentation, IL/DE 2011
Filmverleih: Edition Salzgeber
Kinostart (DE): 14.6.2012

Schauspieler/Darsteller: Axel Milberg u.a.

Regisseur: Arnon Goldfinger

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Kritik in programmkino.de
Der Film läuft voraussichtlich ab dem 14. Juni im Künstlerhaus
Termine:
Donnerstag, 21. Juni 2012 - 18:00 
Freitag, 22. Juni 2012 - 18:00 
Samstag, 23. Juni 2012 - 18:00 
Sonntag, 24. Juni 2012 - 18:00 
Montag, 25. Juni 2012 - 17:30 
Dienstag, 26. Juni 2012 - 20:15 
Mittwoch, 27. Juni 2012 - 20:15 
Kino im Künstlerhaus, Sophienstraße 2, 30159 Hannover