Mittwoch, 24. August 2016

Die Neoliberalisierung der Universität

Der Herr im Jobcenter – mein „Arbeitsvermittler“ – schüttelt mir freundlich-abwartend die Hand. Möglicherweise ist er etwas nervös angesichts meines Doktortitels, den er auch sofort pflichtschuldig ausspricht (woran mir überhaupt nichts liegt). Er weiß, dass er mir außer Zwangsmaßnahmen, Callcenter und Saisonarbeit (Erdbeeren pflücken) nichts zu bieten hat. Wir beide wissen – und wissen, dass der andere es weiß –, dass er von seinen Vorgesetzten darauf angesetzt wurde, die in der „Tagesschau“ verkündete Arbeitsmarktstatistik zu exekutieren, die sich selbst und der Welt vorgaukelt, dass Deutschland Vorreiter in der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit sei. Deutschland Superland, Land der Ideen und der Forschung, engagiert im „Wettbewerb um die besten Köpfe“, Bildungsrepublik, Wirtschaftsmacht, Exportweltmeister, historisch niedrige Arbeitslosenquote (und Fußball-Macht natürlich auch noch). In der medial geprägten Buzzword-Rhetorik von „Brand Germany“ spiegelt sich die neoliberale Exzellenz-Logik, die alle Relationen aus dem Blick verloren hat, unter anderem die, dass man sich in einer stark gebeutelten europäischen und globalen Umgebung trefflich als Hoffnungs-Leitwolf inszenieren kann, nicht nur in dem, was beharrlich „Flüchtlingskrise“ genannt wird (als wären die Flüchtlinge daran schuld).

Wenn sich aber der (scheinbar nur) Einäugige von den Blinden zum König machen lässt, zeigt sich darin eher ein allgemeiner Realitätsverlust denn eine Erfolgsgeschichte. Doch auch Akademikerinnen wachen erst auf, wenn sie an die Decke stoßen, und selbst die vermögen gerade sie, herangezogen in der unhinterfragten Selbstverständlichkeit ihres Privilegs zu lernen und zu lehren, oft noch lange ungläubig zu ignorieren.

Tatsächlich hat sich die Decke aber längst immer weiter gesenkt, und sie bietet immer weniger Luftlöcher. Mein Arbeitsvermittler, so zeigt sich schnell, kann und soll nicht wirklich mehr etwas für mich tun. Es geht nicht mehr um Fördern, sondern nur noch um Fordern – und also um die Verletzung schon des ersten Kapitels des SGB II (Grundsatz Fördern und Fordern). Gleichzeitig zeigt sich das unmittelbar anhängende Problem eines nicht vorhandenen akademischen und eingebrochenen alternativen Arbeitsmarktes für Geistes- und Sozialwissenschaftlerinnen. Es offenbart sich der eigentliche Druck, unter dem der neoliberalisierte Staat operiert. Das Ziel ist die Erfüllung einer imaginären Arbeitslosenstatistik ohne entsprechende Grundlage. Das aber funktioniert im Fall von Akademikerinnen nur noch, indem sich die Arbeitsvermittlerinnen als berufsmäßige Entqualifizierer betätigen. Damit wird es zunehmend kafkaesk.

mehr:
- Exzellente Entqualifizierung: Das neue akademische Prekariat (Britta Ohm, Blätter für deutsche und internationale Politik, 8/2016)

Prof. Dr. W. Berger - Neoliberalismus {18:59}

RathausCafe
Am 19.10.2011 veröffentlicht
Professor Dr. Dr. Wolfgang Berger - Vortrag
http://www.youtube.com/watch?v=1Ks_CA...
Wertschöpfung ist die Produktion von Waren und Dienstleistungen für die Bedürfnisse der Menschen. Offiziell werden dazu aber auch Produkte gezählt, die kaum ein Mensch freiwillig nachfragen würde wie z.B. Rüstung, Privatarmeen, Staatssicherheit, Überwachungstechnik, Genfraß und ein großer Teil der Pharmatherapien, die nur abgesetzt werden können, weil die wesentlich preiswerteren natürlichen Alternativen unterdrückt und die Krankenkassen gezwungen werden, die teureren Pharmaprodukte zu bezahlen. Kaum ein Mensch würde freiwillig Genfraß kaufen, wahrscheinlich oder erst recht noch nicht einmal diejenigen, die daran verdienen. Trotzdem hat es diese Branche in die Spitzengruppe der Weltwirtschaft geschafft, was nur durch konzertierte Zwangsmaßnahmen zwischen Konzernen und Staaten möglich war. Würde alles mit rechten Dingen zugehen, dann müßte man den Teil der Wirtschaft, der nicht den freiwilligen Bedürfnissen der Menschen dient und der nur durch Zwangsmarketing existieren kann, eigentlich sogar als konsumptive Ausgabe vom Bruttosozialprodukt abziehen, da er den Wohlstand der Menschen nicht erhöht, sondern reduziert.
http://de.indymedia.org/2008/01/20505...
Mit Ausnahme der Dienstleistungen für die Kundenbetreuung sind Banken überhaupt nicht an der Wertschöpfung beteiligt. Trotzdem beanspruchen sie Renditen, von denen die mittelständische Realwirtschaft nur träumen kann.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,15...
Da Werte aber nur aus Wertschöpfung entstehen, wie das Wort unschwer erkennen läßt, können Profite, die ohne Wertschöpfung generiert werden, nur aus der Umverteilung von Werten stammen. Eine geheimnisvolle dritte Möglichkeit existiert nicht. Zinsen und Spekulationsgewinne haben mit Wertschöpfung genauso viel zu tun wie Lotto, Toto oder Poker. Das alles sind Nullsummenspiele, bei denen Gewinne und Verluste unter dem Strich immer gleich groß sind. Wenn die einen reich werden, ohne dafür produktiv zu arbeiten, dann müssen mit naturgesetzlicher Konsequenz andere produktiv arbeiten, ohne dafür angemessen bezahlt zu werden. Das nennt man auch Sklaverei. Wenn auf der einen Seite die Provisionen von Hedgefond-Managern Jahr für Jahr immer phantastischere Rekorde erreichen, dann ist es kein Zufall, sondern ein kausaler Zusammenhang, daß auf der anderen Seite die Zahl derer, die sich zunehmend arm arbeiten oder die sogar verhungern ebenfalls zunimmt. Der Schweizer Diplomat Jean Ziegler spricht bei 40.000 Hungertoten pro Tag von „Mord", zumal die heute produzierten Nahrungsmittel - auch ohne Gentechnik - für 12 Milliarden Menschen reichen würden. Ein besonders frappierender Widerspruch müßte eigentlich sogar jedem komplett gehirngewaschenen Untertanen einleuchten: Wie kann es sein, daß die ganze Welt direkt oder indirekt bei denen verschuldet ist, die selber fast gar nichts zur Wertschöpfung beitragen???
http://www.germanwatch.org/zeitung/20...
http://www.foonds.com/article/12600//...
Das monetäre System
http://www.youtube.com/watch?v=fUILAr...
http://www.youtube.com/watch?v=p-CaCi...
http://www.youtube.com/watch?v=m7NU3V...
Der Finanzielle Staatsstreich
http://www.youtube.com/watch?v=fuw_Lc...
http://www.youtube.com/watch?v=sQ0_2T...
Andreas Popp - Bankrotterklärung
http://www.youtube.com/watch?v=f44LLn...
http://www.youtube.com/watch?v=3nixBG...
Andreas Popp - Der Geldbetrug
http://www.youtube.com/watch?v=ZtWIRh...
http://www.youtube.com/watch?v=zqWPX_...
Kapitalvernichtende Lebensversicherung
http://www.youtube.com/watch?v=fg4Dsy...
http://www.youtube.com/watch?v=kztMYS...
Prof. Franz Hörmann - Das Geldsystem
http://www.youtube.com/watch?v=4_LETK...
http://www.youtube.com/watch?v=TV9qUf...
Dr. Henning Witte - Das Geldsystem
http://www.youtube.com/watch?v=t0i6ky...
http://www.youtube.com/watch?v=RocUlk...
Was ist Monetarismus?
http://www.youtube.com/watch?v=YNyUAd...
http://www.youtube.com/watch?v=j_ob44...
http://www.wissensmanufaktur.net
http://www.volks-initiative.info
http://www.alpenparlament.tv
http://www.monetative.de
http://www.berndsenf.de

Lone Star kommt in obigem Video ab Min. 6:00 vor:
- Raubtierkapitalismus, die Nächste (Post, 19.01.2008) 

Zerstört Sich Der Kapitalismus Selbst Marx Reloaded Arte Doku Hd {52:19}

Lee Juerga
Am 15.08.2015 veröffentlicht
Doku Deutsch 2015.

Kapitalismus am Ende? Konsequenzen der neoliberalen Weltordnung [1:23:18]

Veröffentlicht am 15.12.2015
Bankenkrise, Griechenlandrettung, TTIP und CETA – ökonomische Weichenstellungen tangieren in Zeiten gemeinsamer europäischer Gesetzgebung und Globalisierung weit mehr als nur einzelne Volkswirtschaften. Angesichts des wachsenden Einflusses multinationaler Großkonzerne und undurchschaubarer Verstrickungen im Finanzsystem ist nicht nur in der Wissenschaft zunehmend die Rede von einer neoliberalen Postdemokratie. Zu dieser Entwicklung sprach im Rahmen der Reihe "Was ist wirklich?" der Universität Regensburg der ehemaligen Chef-Volkswirt der UNO-Organisation für Welthandel und Entwicklung, Heiner Flassbeck.

"FRISS ODER HARTZ" Deutscher Neoliberalismus im Rückblick [1:41:41]

Veröffentlicht am 01.12.2015
DER SOUNDTRACK ZUM BUCH "FRISS ODER HARTZ".
Das Video ist an das Buch "Friss oder Hartz" (Laurent Joachim, BoD, 2014, http://www.frissoderhartz.com) angelehnt. Wie im Buch versinnbildlichen zahlreiche Archivdokumente die Arbeitsmarkt- und Sozialstaatsreformen der rot-grünen Schröder-Regierung ab 2003 (Agenda 2010 / Hartz IV), sowie die daraus resultierenden und bis heute andauernden Missstände auf dem Arbeitsmarkt bzw. die einhergehende Verarmung eines Großteils der Gesellschaft.
Aus dem Archivmaterial sind folgende Wortbeiträge besonders erwähnenswert: Bundeskanzler Gerhard Schröders (SPD) Verkündung der Reformen 00:00:23 Detlev Wetzel (IG Metall) über den gesellschaftlichen Wert der Arbeit: 00:20:21. Brita Hasselmann (B90/Die Grünen), Rede im Bundestag über die Bedeutung von Armut: 00:24:03. Prof. Stefan Sell (Hochschule Koblenz) über Missstände am Arbeitsmarkt: 00:37:1200:42:1000:42:3900:48:0001:05:57 (über das Aufstockungssystem); 01:12:4001:14:13. Ottmar Schreiner (SPD) über Hartz-IV-Sanktionen: 01:15:39. Inge Hannemann und Katja Kipping (Die Linke) über Hartz-IV-Sanktionen: 01:21:55. Gregor Gysi (Die Linke) "Die Agenda 2010 war ein einmaliger Sozialstaatsabbau": 01:23:27. Heiner Flassbeck über die Auswirkungen der deutschen Arbeitsmarktpolitik in der EU: 01:24:27. Günter Wallraff über das Buch "Die Lastenträger" (KiWi, 2014") und die Kluft zwischen Arm und Reich: 01:26:44. Ulrich Schneider (Geschäftsführer des Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverbandes) über den "Armutsbericht 2015": 01:32:34. Prof. Christoph Butterwegge (Universität Köln) "Bilanz nach zehn Jahren, Hartz IV war ein Reinfall": 01:34:37.
Das Buch hat 296 Seiten und 855 Fußnoten mit Verweis auf Quellen und Dokumenten. Es ist als eBuch für 9,99 Euro und als klassisches Buch für 15,- Euro überall im Handel lieferbar. Darüber hinaus ist eine eBuch Sonderausgabe mit Volltext aber ohne Quellen und Fußnoten für 0,99 Euro für kurze Zeit verfügbar. (Vorabpublikationen gab es auf Telepolis (http://www.heise.de/tp/artikel/40/401...), LabourNet.de (http://www.frissoderhartz.com/doc/int... ) und work-watch.de (http://www.work-watch.de/2014/06/wie-...).
FRISS ODER HARTZ — Seit den Hartz-Reformen vor zehn Jahren haben sich der deutsche Arbeitsmarkt, und im Zuge die deutsche Gesellschaft, im wahrsten Sinne des Wortes dramatisch verändert. Die politisch gewollte Schaffung eines Niedriglohnsektors führte zu einer schleichenden Verarmung etwa eines Fünftels der Bevölkerung. Die daraus entstandene Parallelgesellschaft hat sich fest etabliert und wird weitestgehend von den politischen und moralischen Eliten des Landes als angeblich alternativlos propagiert. Abhängige Erwerbsarbeit ermöglicht den Menschen nur noch in einigen wenigen noch geschonten Branchen eine Familie zu gründen und ein Leben in Würde zu führen. Trotz Arbeit müssen Millionen Sozialleistungen vom Staat beantragen. Existenzängste und Armut kosten die Betroffenen Gesundheit und schließlich Lebensjahre. Unserem Land entgeht dadurch wertvolles Humankapital. Das Gros des Steueraufkommens des Staats liefern dabei weiterhin die Lohn- und Verbrauchssteuer, die die Ärmsten überproportional belasten, während Kapitalerträge, Erbschaften und Firmengewinne geschont werden. Manche Firmen drücken sich trotzdem vor Steuer und Verantwortung oder entlassen Personal und zahlen gleichzeitig schwindelerregende Boni und Dividenden an ihre Manager und Anteilseigner. Im Laufe der Jahre haben solche Verhältnisse eine beunruhigende Veränderung der Gesellschaft herbeigeführt. Deutschland ist so reich wie noch nie, aber die Kluft zwischen arm und reich wächst parallel dazu rasanter denn je. Das Prinzip der Wohlstandsökonomie im Dienste aller Bürger wird zunehmend abgelöst, damit die unverschämten Ansprüche von wenigen bedient werden können. Partikularinteressen werden wider besseres Gewissens und wider des Gemeinwohls durchgesetzt. Die negativen Folgen werden dann schöngeredet und auf die zukünftigen Generationen abgeladen. Sozialvertrag und Umverteilungsprinzip werden nur noch notdürftig eingelöst. Für gemeinschaftliche Einrichtungen des Staates oder der Gemeinden fehle angeblich das Geld. Gravierende soziopolitische und demographische Probleme bleiben national und global ungelöst oder verschärfen sich sogar drastisch, weil politischer Mut zur Ergreifung von zukunftsweisenden Lösungen fehlt. Nach nüchterner Bestandsaufnahme zwingt sich eine logische Schlussfolgerung auf: Wenn Millionen HARTZEN müssen, nur damit wenige TEBARTZEN können, kann es nicht gut gehen. Ein Buch von Laurent Joachim. Mehr über das Buch gibt es hier http://www.frissoderhartz.com/doc/inf... und hier http://www.frissoderhartz.com/doc/int...

KW2 | 07.2 | 14.11.2012 | Die Anfänge des Neoliberalismus {45:24}

Walter Ötsch
Am 02.06.2014 veröffentlicht

Der Neoliberalismus in der Psychotherapie (Klaus Ottomeyer) {28:35}

medico international
Am 09.06.2015 veröffentlicht
Klaus Ottomeyer (Alpen-Adria-Universität Klagenfurt) referiert unter dem Titel: "Der Neoliberalismus in der Psychotherapie … und wie man ihn bekämpfen kann".
Bericht und Video-Dokumentation des Symposiums: https://www.medico.de/fit-fuer-die-ka...
Der Resilienzdiskurs in der Politik und in der Hilfe. 10jähriges Jubiläum der stiftung medico international und Symposium am 5. und 6. Juni 2015.
Ein neuer Stern am Himmel von Pädagogik und Psychologie, aber auch der Organisationsberatung, in der Entwicklungszusammenarbeit, ja selbst in der Sicherheitspolitik scheint aufgegangen zu sein: das Resilienzkonzept.
Wer heute das Wort Resilienz googelt, stößt auf bald 480.000 Einträge: Resilienz in der Erziehungsberatung, Resilienz in der Traumabehandlung, Resilienz in den einschlägigen Ratgeberspalten der Yellow Press, Resilienz aber auch in der Frage des Aufbaus von Gesundheitsdiensten in Westafrika, in den Trainingskursen für Führungskräfte, beim Schutz vor Klimawandel und kriegerischer Gewalt. Fast scheint es, als wäre ein Allheilmittel gefunden gegen all die Krisen und Probleme, denen Menschen in der heutigen Welt ausgesetzt sind.
Die stiftung medico international, die in diesem Jahr ihr zehnjähriges Jubiläum begeht, will sich mit ihrem diesjährigen Symposium kritisch mit dem Konzept auseinander setzen. Denn bei genauer Betrachtung entpuppt sich die Resilienz-Idee vielleicht auch als Teil jener neoliberalen Hegemonie, zu deren Wesen es eben auch zählt, gesellschaftliche Verantwortung in die Sphäre des Privaten abzudrängen.
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Homepage: https://www.medico.de/
Facebook: https://www.facebook.com/medicointern...
Twitter: https://twitter.com/nothilfe
Online-Spenden: https://www.medico.de/spenden

Prof. Mausfeld Der Neoliberalismus und das Ende der Demokratie. (Ton überarbeitet) [1:46:51]

Veröffentlicht am 04.05.2016
Prof. Mausfeld (warum schweigen die Lämmer) Der Neoliberalismus und das Ende der Demokratie. (Ton überarbeitet)
Ursprüngliche YT Quelle: https://youtu.be/vBc4A1HNmPk
Prof Dr.Rainer Mausfeld von der Universität Kiel in der Fortsetzung seiner Vortragsreihe: "Warum schweigen die Lämmer."
Was wurde aus dem Projekt "Aufklärung"?
Der Neoliberalismus ist das von den Eliten geplante finale Ende der Demokratie.
Zur Einführung in diesen Vortrag empfehle ich seinen in -=newscan=- oder anderen Kanälen verfügbaren Vortrag: "Warum schweigen die Lämmer".
Dieser Vortag hier ist als Fortsetzung dazu gedacht.
Ausserdem empfehle ich den Vortag von Werner Rügemer "Herrscher und Vasallen". Die schrittweise Eroberung Europas durch die USA.Hier der Link: https://www.youtube.com/watch?v=w23nU...
Falls sie einen Kommentar zum Video hinterlassen möchten, dann nur hier:
https://youtu.be/n8R7dcaai9g

Walter Ötsch: Neoliberalismus und Postdemokratie {40:11}

keep the fire burning
Am 10.06.2015 veröffentlicht
Demokratie und Macht
Wie hat sich die Demokratie in den letzten 20 Jahren gewandelt? Welche neuen Formen sind entstanden? Wie haben sich politische und ökonomische Macht verschoben? Leben wir schon in der Postdemokratie? Wie kann sich Demokratie erneuern?
Als Ersatz für den Programmpunkt von Colin Crouch, der wegen Flugverkehrbeeinträchtigungen seine Teilnahme absagen mußte:
Walter Ötsch, ICAE, Impulsreferat zu den Entwicklungen des Neoliberalismus und Beziehungen zu den von Colin Crouch "Postdemokratie" genannten Entwicklungen der Demokratie im Schatten bzw. unter dem Einfluß der neoliberalen Entwicklungen der letzten 20 Jahre.
www.icea.at
Mitschnit Michael Schweiger
http://cba.fro.at/17549

siehe auch:
- Kapitalismuskritik: Hackt nicht immer auf den Neoliberalen herum (Dorothea Siems, Die Welt, 10.04.2015)
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Siems gehört der Ludwig-Erhard-Stiftung an.[3]  
[Dorothea Siems, Mitgliedschaften, Wikipedia, abgerufen am 24.08.2016]
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- Wirtschaft für Kinder: Was bedeutet "neoliberal"? Wie ein Begriff, der früher Gutes meinte, zum Schimpfwort wurde. (Uwe Jean Heuser, Die Zeit, 25.11.2010, beachte auch die Kommentare!)

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In seinem 2000 erschienenen Werk Das Unbehagen im Kapitalismus. Die neue Wirtschaft und ihre Folgen hob Heuser hervor, dass der Mensch in der Dynamik der globalisierten Ökonomie mit zunehmend komplexeren Marktinformationen umzugehen habe und mehr Aufmerksamkeit und Lebenszeit auf das wirtschaftliche Kalkül einsetzen müsse. Ähnlich wie der amerikanische Soziologe Richard Sennett stellte Heuser fest, dass der Mensch für ein solches Verhalten nicht geschaffen sei. Die schnelle Folge von Entscheidungssituationen riskiere, Menschen zu überfordern. Die Muster der Wahrnehmungen, Empfindungen und Entscheidungen des Menschen entsprächen nicht dem rationalen, konsequent am eigenen Vorteil orientierten Verhalten, das der Markt einfordere, und es trete zunehmend ein Zielkonflikt zwischen privatem wirtschaftlichem Vorteil und den Bedürfnissen nach sozialem Zusammenhalt und fairen Verhältnissen auf. Auf dieser Basis könnten alte Gemeinschaftsinstitutionen nicht mehr wirksam arbeiten. Die Gesellschaft stehe vor der Herausforderung, nach Lösungen zu suchen, welche den Gemeinsinn und die Freiheit stärken; in diesem Zusammenhang sieht Heuser insbesondere das soziale Unternehmertum als zentrales Moment einer funktionierenden Gesellschaft an.[1]  
[Uwe Jean Heuser, Wikipedia, abgerufen am 24.08.2016 – Hervorhebung von mir]  
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Der Neoliberalismus formt aus dem unterdrückten Arbeiter einen freien Unternehmer, einen Unternehmer seiner selbst. Jeder ist heute ein selbstausbeutender Arbeiter seines eigenen Unternehmers. Jeder ist Herr und Knecht in einer Person. Auch der Klassenkampf verwandelt sich in einen inneren Kampf mit sich selbst. Wer heute scheitert, beschuldigt sich selbst und schämt sich. Man problematisiert sich selbst statt der Gesellschaft.
[Byung-Chul Han, Neoliberales Herrschaftssystem: Warum heute keine Revolution möglich ist, Süddeutsche, 03.09.2014]
- Ungleichheitsforscher Thomas Piketty: Das Kapital ist zurück (Bastian Brinkmann im Inteview mit Thomas Piketty, Süddeutsche, 27.03.2014)

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In Das Kapital im 21. Jahrhundert verknüpft Piketty seine vorangehenden historischen Forschungen zur Einkommensverteilung und Vermögensverteilung mit einer Theorie des Kapitalismus. Er argumentiert, dass unregulierter Kapitalismus unweigerlich zu steigender Vermögenskonzentration führt. Starke Vermögenskonzentration führe zu einer stagnierenden Wirtschaft und sei eine Bedrohung für die Demokratie. Sobald die Kapitalrendite („r“) größer als das Wirtschaftswachstum („g“) sei, also „r > g“, trete diese Entwicklung ein. In der Geschichte sei r in der Regel größer gewesen als g, im 19. Jahrhundert sei dann erstmals g > r gewesen. Allerdings hätten Ende des 19. Jahrhunderts bis zur Zeit des Ersten Weltkriegsdie Kapitaleinkünfte gegenüber dem Wirtschaftswachstum stark zugenommen. Die starke Ungleichheit dieser (in Europa Belle Époque und in den USA Gilded Age genannten) Ära sei dann durch den Ersten Weltkrieg vorerst beendet worden. Dieser sowie die Great Depression und der Zweite Weltkrieghätten zu einem Abbau der Vermögenskonzentration geführt und somit dazu, dass das Wirtschaftswachstum größer als die Kapitaleinkünfte gewesen sei (gr). Diese Entwicklung habe Ende des 20. Jahrhunderts aufgehört.Piketty behauptete in einem Interview mit der ZEIT, dass Deutschland das Land sei, das nie seine Schulden aus den Weltkriegen bezahlt habe.[8] In einem Gastbeitrag in derselben Zeitschrift warf ihm Historiker Christopher Kopper daraufhin einen Irrtum bei der Analyse der historischen Präzedenzfälle vor.[9]In Le Monde machte Piketty die ungleiche Verteilung von Reichtum auch für Terrorismus verantwortlich. [10]  
[Thomas Piketty, Forschung, Vermögen, Wikipedia, abgerufen am 24.08.2016 – Hervorhebung von mir] 
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Thomas Pikettys Wirtschaftswälzer versetzt die Welt in Aufregung, Kulturplatz 27.8.2014 {5:16}

SRF Kultur
Am 29.08.2014 veröffentlicht
Selten hat ein Sachbuch so eingeschlagen. «Das Kapital im 21. Jahrhundert» des französischen Ökonomieprofessors Thomas Piketty hat die Debatte um das heutige Wirtschaftssystem neu belebt. «Wer hat, dem wird gegeben. Wenige Reiche werden immer reicher. Und das immer schneller»: Diese Diagnose verkauft sich in den USA, als wär es der neueste Thriller von Dan Brown. Pikettys Buch kündet von einer beunruhigenden ökonomischen Ungleichheit, die nicht zuletzt die Demokratie bedroht. Thomas Piketty: «Das Kapital im 21. Jahrhundert» erscheint im Oktober 2014 im Verlag C.H.Beck.
Die Sendung «Kulturplatz»: http://www.srf.ch/sendungen/kulturplatz
Mehr Kulturberichterstattung auf: http://www.srf.ch/kultur

Piketty über Reichtum und Arbeit | Made in Germany {4:48}

DW Deutsch
Am 08.10.2014 veröffentlicht
In vielen westlichen Demokratien schrumpft die Mittelschicht und immer mehr Familien können keine Vermögen mehr ansparen. Star-Ökonom Thomas Piketty hat mit seinem Buch "Das Kapital im 21. Jahrhundert" einen internationalen Bestseller gelandet. Vermögen vermehrt sich bei den Reichen überproportional stark, so Pikettys These. Was steckt dahinter und was lässt sich dagegen unternehmen?
Weitere Themen von Made in Germany: http://www.dw.de/german/madeingermany

Der Rockstar-Ökonom Piketty über Ungleichheit in Europa {19:50}

Global Conversation
Am 15.10.2015 veröffentlicht
Ungleichheit, ein weltweites Anliegen
Euronews-Reporter Isabelle Kumar: "Rebell oder Rockstar sind keine Begriffe, die man in der Regel mit Wirtschaftswissenschaftlern verbindet. Aber sie scheinen an dem Franzosen Thomas Piketty zu kleben, der mit seinem Buch "Das Kapital im 21. Jahrhundert" über Vermögens- und Einkommensungleichheit bekannt wurde. Thomas Piketty, Ihr Diskurs über die Ungleichheit hat wirklich einen Nerv getroffen und ihr Buch hat alle Erwartungen übertroffen - hat Sie das übe…
LESEN SIE MEHR: http://de.euronews.com/2015/10/14/der...
Abonnieren Sie! http://www.youtube.com/subscription_c...
Internet: http://de.euronews.com/globalconversa...
"The Global Conversation" - das euronews-Diskussionsforum. Euronews trifft Staats- und Regierungschefs sowie wichtige Persönlichkeiten, um ihre Vorschläge zu wichtigen Themen der Gesellschaft und Lösungen für die aktuellen Probleme zu diskutieren.

Das Philosophische Quartett |2011| Irrationale Finanzwelt-Das Gespenst des Kapitals (Vogl,Steingart) {1:01:47}

vonMierendorff
Am 12.10.2014 veröffentlicht
Gäste: Joseph Vogl, Gabor Steingart (EA 19.06.2011)
Inhalt: "Was ist los mit der Welt-Finanzökonomie? Wenn der Schein nicht trügt, hat sie sich von vertrauten konservativen Formen der Geldmehrung ab- und einem nicht mehr nachvollziehbaren System der so unerbittlichen wie irrationalen Gewinnmaximierung zugewendet – mit den nun bekannten Ergebnissen. Am Anfang war – es ist erst gut drei Jahre her und doch schon längst Geschichte – der Zusammenbruch des amerikanischen Immobilienmarkts und in dessen Folge unter anderem der Crash der New Yorker Lehman-Brothers-Bank. Was Betrachtern im ersten Augenblick noch als wenn auch schwerwiegendes, so doch nationales Ereignis erschien, entwickelte sich in einem schier endlosen Katastrophenstrudel zum Global-Desaster der Finanzwelt und vieler Volkswirtschaften.
Wie konnte es dazu kommen, wie war es möglich, dass sich nahezu alle Welt wie besinnungslos auf finanzökonomische Spiele einließ, deren Risiken derart unüberschaubar waren? Betroffen forscht man nach den Ursachen: War dieses Finanzsystem auf Sand gebaut? Wurde die Natur des Geldes pervertiert, und wofür stand das Kapital – für das Äquivalent erbrachter Leistung und effizienter Produktion? War es erwirtschaftet – oder diente es nur als Spielmasse für Spekulationen und Luftgeschäfte? Hatte der Kapitalismus seine Grundlagen verraten?
Mit Joseph Vogl und Gabor Steingart haben sich Peter Sloterdijk und Rüdiger Safranski zwei Experten in die Runde des Philosophischen Quartetts geladen, die durchaus unterschiedlich auf die gegebene Situation reagieren. Während Vogl, Kulturwissenschaftler an der Humboldt-Universität Berlin, in einem aufsehenerregenden Essay das Kapital als „Gespenst“ ausmacht und damit zeigen will, dass die Logik der weltweiten Finanzökonomie nur eine scheinbare sei, da sie sich in den letzten Jahrzehnten immer weiter von den realpolitischen Bindungen an das Gleichgewicht von Angebot und Nachfrage gelöst hat und nun auf nichts anderem mehr als auf der absurden Unvernunft des sich selbst garantierenden Geldes beruhe, stellt sich für Steingart eine andere Frage. Er nämlich hinterfragt nicht zuvörderst eine Struktur, er fragt nach den handelnden Menschen, ihrer schuldhaften Gier nach gewissenloser Gewinnmaximierung und dem Aussetzen jeder systemstabilisierenden Verantwortung. Virtuelle, fiktive Ökonomie verdiene eben diesen Namen nicht.
Die globale Finanzkrise ist, auch wenn Politiker dies gern behaupten, noch ganz und gar nicht überstanden. Hat man aus ihr gelernt, sind Maßnahmen zu ihrer Bewältigung und Vorkehrungen zur Abwehr einer folgenden krisenhaften Verdichtung getroffen worden? Hat man die gegenwärtige Krise überhaupt begriffen? Ist, so fragen die Philosophen, die Finanzwirtschaft noch eine Triebkraft der Realwirtschaft – oder ist sie zum Parasiten geworden, der die Realwirtschaft überwuchert und zu ersticken droht? Ist die Finanzwirtschaft also, in der es dem Anspruch nach rational zugehen soll, selbst zum Ausdruck des Irrationalen geworden?
In der Finanzökonomie wird schon viel zu lange mit künftigen und erwarteten Werten gehandelt, es wird eine Zukunft bewirtschaftet, von der man glaubt, dass sie sich kalkulieren und berechnen ließe. Die Krise aber beweist das Gegenteil. Die Finanzwirtschaft musste durch staatliches Handeln, durch Garantien der Steuerzahler also, gerettet werden. Gibt es überhaupt eine Chance für die ordungspolitische Zähmung der Finanzmärkte, ehe sie immer wieder versagen? Aus den angeblich kontrollierbaren Risiken sind wieder die unberechenbaren Gefahren geworden. Gehören die Katastrophen zum Geschäftsmodell? Gilt, so fragen Peter Sloterdijk und Rüdiger Safranski schließlich sich und ihre Gäste, für die Finanzwirtschaft vielleicht dasselbe wie für den Zauberlehrling, der sich der Geister, die er rief, nicht mehr erwehren konnte?" (Text: ftsmedia.de)

Democracy Lecture: Thomas Piketty – Das Ende des Kapitalismus im 21. Jahrhundert? {38:55}

Haus der Kulturen der Welt
Am 17.11.2014 veröffentlicht
Kein politisches Buch hat in den letzten Jahren für derartige Furore gesorgt wie Thomas Pikettys »Das Kapital im 21. Jahrhundert«. Sein Befund: Im Zuge der kapitalistischen Entwicklung konzentriert sich der gesellschaftliche Reichtum immer stärker in den Händen der Kapitalbesitzer. Was aber folgt daraus?
Kann von Aufstieg durch Arbeit heute keine Rede mehr sein? Erodiert somit letztlich die Legitimationsgrundlage der gesamten »kapitalistischen Ordnung«? Darüber diskutieren mit Thomas Piketty zum Erscheinen der deutschen Ausgabe (im Verlag C.H. Beck): die Philosophin Susan Neiman, der Politikwissenschaftler Hans-Jürgen Urban und der Kulturwissenschaftler Joseph Vogl, moderiert von Mathias Greffrath.
Democracy Lecture der »Blätter für deutsche und internationale Politik« in Zusammenarbeit mit dem Haus der Kulturen der Welt, 07. November 2014

Mit freundlicher Unterstützung von:
Verlag C.H.Beck, Einstein Forum, Dussmann das KulturKaufhaus
Video: http://www.kontext-tv.de/
Übersetzung: Lilian-Astrid Geese

Das philosophische Quartett: Ist die Welt noch zu retten? {1:01:23}

m0rallyb4nkrupt
Am 09.11.2012 veröffentlicht
Das philosophische Quartett:
Ist die Welt noch zu retten?
vom 21.09.2008
Über diese Fragen diskutieren Peter Sloterdijk und Rüdiger Safranski am Sonntag, 21. September 2008, 0.10 Uhr im "Philosophischen Quartett" des ZDF. Ihre Gesprächspartner sind der Katastrophen-Experte, Bestseller-Autor und Globalisierungspessimist Harald Welzer und der Beobachter der Globalwirkungen in Wissenschaft, Wirtschaft und Politik, Franz Josef Radermacher, ein prominenter Globalisierungsoptimist. Wirtschaftswissenschaftler Franz Josef Radermacher sagt: Ja, die Welt ist noch zu retten! Projekte für Wohlstand und Wohlfahrt könnten, global gesteuert und auf Interessenausgleich ausgerichtet, auf Befriedung und langfristige Sicherheit hinwirken. Kulturwissenschaftler Harald Welzer ist dagegen skeptisch - vor allem aufgrund der dramatischen Klimaveränderungen. Wie wird die Welt umgehen mit Gewaltkonflikten, Bürgerkriegen, ethnischen Säuberungen und gewaltigen Flüchtlingsströmen bei schwindenden Überlebensräumen? Ist die eine, einige Welt nur ein Gutmenschentraum oder die einzige, letzte Chance, die der Menschheit gegeben ist? Schön und friedvoll scheint unser Planet allenfalls noch aus der Perspektive der Astronauten auszusehen. Und doch ist alles, was die Erde, ihre Zivilisationen und Kulturen heute bedroht, nur ein Vorgeschmack auf die großen globalen Krisen, die das 21. Jahrhundert bestehen muss, wenn die Menschheit überleben will. Wie schlecht steht es um die Welt? Terror und Kriege, Umweltkatastrophen, Menschenrechtsdesaster und Korruption, politischer Betrug und brutale Durchsetzung von Profitinteressen bedrohen die Gesellschaften.
Anmerkung vom Kanalbetreiber:
Es ist erstaunlich wie sich der sog. menschengemachte Klimawandel aufrecht erhält. Am Ende der Sendung, bei den Buchtipps, gibt es immerhin einige leuchtende Momente... Dennoch fand ich diese Diskussion recht interessant und sie wurde hier bisher noch nicht hochgeladen.



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Jesaja (hebr. Jeschajahu ישעיהו) ist neben JeremiaEzechiel und anderen einer der wichtigsten Schriftpropheten des Tanach, der hebräischen Bibel. Im hebräischen Kanon gehört er zu den hinteren Propheten der Nevi’im. Im Kanon des Alten Testaments steht sein Buch an erster Stelle der Prophetenbücher. Jesaja ben Amoz wirkte im damaligen Südreich Juda zwischen 740 und 701 v. Chr. in der Zeit der Bedrohung durch die antike Großmacht Assyrien.
Er verkündete Juda, Israel und Assur JHWHs Gericht, aber auch eine endzeitliche Wende zu universalem Frieden, Gerechtigkeit und Heil. Als erster Prophet Israels verhieß er den Israeliten einen zukünftigen Messias als gerechten Richter und Retter der Armen. 
Das gleichnamige biblische Buch wurde im Mittelalter in 66 Kapitel unterteilt. […]
Die ersten 39 Kapitel bestehen überwiegend aus Prophezeiungen, in denen Jesaja den Nationen droht, die Judaverfolgen. Zu den Nationen gehören unter anderem AssyrienÄgyptenBabylonienSyrien und Moab. Generell besagen die Prophezeiungen, dass Gott der Herr der Welt sei und alle ungläubigen Völker bestraft, die sich sicher genug fühlen. Jesaja erwähnt hier auch einen Messias, eine geweihte Person, die Macht von Gott bekommen hat, und dessen Königreich, in dem Gerechtigkeit vorherrschen werde. Interessant an dieser Prophezeiung ist, dass Jesaja konkret darüber schreibt, von wem dieser Messias abstammen wird. Bei Jesaja 11,1 heißt es nämlich, dass der Messias ein Nachkomme von König David sein wird. Die Wirkungszeit des Propheten in Jerusalem beträgt etwa 40 Jahre.
Ab Kapitel 40 richtet sich die Botschaft an die nach Babylonien verschleppten Juden. Ihnen wird die Befreiung zugesagt. Dabei beteuert der Autor, dass die Juden das auserwählte Volk des Herrn seien und dass JHWH ihr einziger Gott sei.
Die letzten Abschnitte enthalten poetisch formulierte Prophezeiungen über die prächtige Zukunft Zions. Obwohl das Buch die Verdammung von falschen Götzendienern erwähnt, endet es mit einer Nachricht der Hoffnung auf einen rechtschaffenen Herrscher. Im Buch Jesaja werden die Seraphim dargestellt und Immanuel und die Verheißung des Friedefürsten erwähnt.
[Jesaja, Wikipedia, abgerufen am 24.08.2016]  
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5. Ja, richte einen Tisch zu, laß wachen auf der Warte, esset, trinket; macht euch auf, ihr Fürsten, schmieret den Schild!
6. Denn der HERR sagt zu mir also: Gehe hin, stelle einen Wächter, der da schaue und ansage.
7. Er siehet aber Reiter reiten und fahren auf Rossen, Eseln und Kamelen und hat mit großem Fleiß Achtung darauf.
8. Und ein Löwe rief: HERR, ich stehe auf der Warte immerdar des Tages und stelle mich auf meine Hut alle Nacht.
9. Und siehe, da kommt einer, der fähret auf einem Wagen, der antwortet und spricht: Babel ist gefallen, sie ist gefallen, und alle Bilder ihrer Götter sind zu Boden geschlagen!
 
[Jesaja, 21.5-9, Bibeltext.com, Modernisierter Text] 

Bob Dylan - All along the Watchtower (Live in Woodstock 1994) {5:22}

JIMBLUESROCK CHANNEL
Am 03.03.2017 veröffentlicht
BOB DYLAN All Along The Watchtower at Woodstock 1994

Bob Dylan: All Along The Watchtower, Explored {7:55}   (Übersetzung s.u. bei Andreas Wolf)

Veröffentlicht am 15.06.2016
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SOURCES AND FURTHER READING:
Clinton Heylin, "Bob Dylan: The Recording Sessions, 1960-1994" (pg 69-71)
https://books.google.com/books?id=c9d...
Albin J. Zak III, "Bob Dylan and Jimi Hendrix: Juxtaposition and Transformation "All along the Watchtower" Journal of the American Musicological Society, Vol. 57, No. 3 (Fall 2004), pp. 599-644
Nicholas Taylor, "Bob Dylan: John Wesley Harding" (via Pop Matters) 2000
http://www.popmatters.com/review/dyla...
Robert Johnson Wikipedia:
https://en.wikipedia.org/wiki/Robert_...
Herb Bowie, "All Along The Watchtower" (via Reason To Rock)
http://www.reasontorock.com/tracks/wa...
D.A. Pennebaker, "Don't Look Now" 1967
http://www.imdb.com/title/tt0061589/
Kees de Graaf, "All Along The Watchtower Analysis (via his website)
http://www.keesdegraaf.com/index.php/...

siehe auch:
- All along the Watchtower (Andreas Wolf, Sichten und Ordnen, 25.11.2013)
- Bob Dylan's "All along the Watchtower" - a lyric analysis - Part 1 (Kees de Graaf auf seiner Seite, 07.12.2011)

Dienstag, 23. August 2016

Eine Rückschau auf die deutsche Nachkriegspolitik durch die Brille von Egon Bahr

Egon Bahr war seit 1956 Mitglied der SPD. Von 1960 bis 1966 war Bahr Leiter des Presse- und Informationsamtes des Landes Berlin und als solcher Sprecher des vom Regierenden Bürgermeister Willy Brandt geführten Senats. Auf Bahr geht das Motto sozialliberaler Ostpolitik „Wandel durch Annäherung“ und die „Politik der kleinen Schritte“ zurück.[6] Von 1966 bis 1969, während der Amtszeit von Brandt als Außenminister, war Bahr Sonderbotschafter und im Range eines Ministerialdirigenten Leiter des Politischen Planungsstabes im Auswärtigen Amt, wo er die „neue Ostpolitik“ im Detail vorbereitete. Nach der Bundestagswahl 1969 folgte er Brandt als Staatssekretär ins Bundeskanzleramt. Brandt sandte ihn Ende 1969 als Bevollmächtigten der Bundesregierung nach Moskau. Als Unterhändler in Moskau und Ost-Berlin war Bahr maßgeblich am Moskauer VertragWarschauer VertragTransitabkommen sowie dem Grundlagenvertrag beteiligt. Letztere wurden durch Bahr und den Chefunterhändler der DDR Michael Kohl unterzeichnet. Bahr selbst kommentierte den Vertrag mit den Worten, die „Nicht-Beziehungen zwischen den beiden deutschen Staaten“ würden nun durch „schlechte Beziehungen“ abgelöst.[7]
Bahr wird bisweilen als „Architekt der Ostverträge“ bezeichnet und galt – im Hinblick auf die Entspannungspolitik – als einer der wichtigsten und einflussreichsten Berater Willy Brandts und als sein vielleicht engster Freund: Als Herbert Wehner, Chef der SPD-Bundestagsfraktion, in der Fraktionssitzung am 7. Mai 1974 anlässlich von Brandts Rücktritt ausrief: „Willy, du weißt, wir alle lieben dich“, schlug Bahr die Hände vors Gesicht und hatte einen Weinkrampf. Das wurde gefilmt. Wie er später sagte, empfand er Wehners Ausruf als unfassbaren Gipfel von Heuchelei, da er der Auffassung war, dass Wehner den Sturz von Brandt seit langem betrieben und am Ende mit bewirkt hatte.[8]
Laut der Historikerin Daniela Münkel fragte der geheime Verbindungsmann der DDR-Regierung Hermann von Berg Bahr in einer Unterredung am 21. März 1972, wie er sich zu der Möglichkeit von „Maßnahmen gegen die CDU/CSU“ durch die DDR-Staatssicherheit stelle, um Brandts Mehrheit bei den bevorstehenden Ratifizierungen der Ostverträge im Bundestag zu sichern. Nachdem er sich mit Brandt und Kanzleramtsminister Horst Ehmke beraten habe, habe Bahr bei einem weiteren Treffen am 24. März das nun auch um die Möglichkeit von Bestechung erweiterte Angebot zurückgewiesen. Bahr dementierte allerdings 2013, derartige Gespräche geführt zu haben. In einem Gespräch mit Michael Kohl am 25. April hat er nach eigener Darstellung das Angebot, vor dem bevorstehenden Misstrauensvotum Stimmen der Opposition zu kaufen, mit dem Hinweis abgelehnt, die Bundesregierung würde in diesem Falle „mit denselben Mitteln“ arbeiten wie die Opposition: „Was möglich wäre, würde versucht.“[9] (vgl. Steiner-Wienand-Affäre)
Von 1972 bis 1990 war Bahr Mitglied des Deutschen Bundestages. Er zog 1976 und 1980 als direkt gewählter Abgeordneter des Wahlkreises Flensburg – Schleswig und sonst stets über die Landesliste Schleswig-Holstein in den Bundestag ein. Nach dem Rücktritt von Willy Brandt am 7. Mai 1974 gehörte Bahr dem Kabinett des ab 16. Mai 1974 amtierenden Bundeskanzlers Helmut Schmidt nicht mehr an. Als Erhard Eppler das Amt des Bundesministers für wirtschaftliche Zusammenarbeit niederlegte, trat Bahr jedoch an seiner Stelle am 8. Juli 1974 erneut in die Bundesregierung ein. Nach der Bundestagswahl 1976 schied er am 14. Dezember 1976 endgültig aus der Bundesregierung aus. Von 1976 bis 1981 war er Bundesgeschäftsführer der SPD. Vor allem auf sein Betreiben hin wurde der damalige Bundesvorsitzende der JusosKlaus Uwe Benneter, aus der SPD ausgeschlossen. Benneter hatte zuvor geäußert, die DKP sei ein potenzieller Bündnispartner der SPD, da es sich bei ihr nur um einen „politischen Gegner“ und nicht etwa, wie bei der CDU, um einen „Klassengegner“ handele. Außerdem hatte Benneter auch den Status der Jungsozialisten als SPD-Nachwuchsorganisation in Frage gestellt. Ab 1980 war er im Bundestag Vorsitzender des Unterausschusses für Abrüstung und Rüstungskontrolle.
In den 1980er Jahren vertrat Bahr wiederholt die Auffassung, ein Friedensvertrag für Deutschland als Ganzes sei zur Fiktion geworden. Es könne „nur um zwei Friedensverträge für die beiden deutschen Staaten gehen“.[10] Im September 1986 sicherte Bahr bei Gesprächen im Auftrag der SPD-Führung dem DDR-Staats- und Parteichef Erich Honecker zu, dass „bei der Regierungsübernahme durch die SPD“ nach der Bundestagswahl 1987 „die Regierung der BRD voll die Staatsbürgerschaft der DDR respektieren wird“; dies solle „Teil einer offiziellen Regierungserklärung sein und würde […] von J. Rau […] bei der Bekanntgabe seines Regierungsprogramms eindeutig gesagt werden.“[11] In einer Rede auf dem „Münchner Podium in den Kammerspielen ’88“ : „Ich kenne die Formeln und habe sie selbst benutzt, von der Wiedervereinigung, die gebetsmühlenhaft wiederholt werden, als hätte sich in vierzig Jahren nichts Wesentliches verändert. Aber Gebetsmühlen können die Wirklichkeit nicht verändern.“ [12] Es gebe dringendere Probleme – z. B. Hunger, Aids, Umweltzerstörung, Bevölkerungsexplosion, Rüstung –, und diese ließen sich nicht mit einer Lösung der deutschen Frage verbinden. Daher werde es zwei deutsche Staaten geben, während sich Abrüstungsprozesse vollzögen, eine Westeuropäische Union versucht und „das Europäische Haus“ entworfen werde. „Wer dabei die deutsche Frage aufwirft, stört Europa. Die Deutschen dürfen kein Störenfried mehr sein.“ Im Spätherbst 1988 bezeichnete er die Forderungen nach der deutschen Wiedervereinigung als „Sonntagsrederei, (…) Lüge, Heuchelei, die uns und andere vergiftet, politische Umweltverschmutzung“.[13] Noch fünf Tage nach dem Fall der Berliner Mauer nannte er es eine „Lebenslüge, über Wiedervereinigung zu reden“.[14] [Egon Bahr, Politische Tätigkeit, Wikipedia, abgerufen am 23.08.2016]
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Zum Gedenken an Egon Bahr [6:52]

Veröffentlicht am 20.08.2015
Egon Bahr (* 18. März 1922 in Treffurt; † 20. August 2015)

Deutschland hat einen der wichtigsten Politiker der Nachkriegszeit verloren. Egon Bahr gehörte zu denen, die über Jahrzehnte für die Annäherung der beiden deutschen Staaten gekämpft haben - trotz Mauer und Kaltem Krieg.

Zur Erinnerung ein Kontraste-Interview vom 21.09.1972 zur Zukunft der Verhandlungen zum Grundlagenvertrag zwischen D-Ost und D-West, nach dem Ende der sozialliberalen Koalition und vor den vorgezogenen Neuwahlen 1972.
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Interview mit Egon Bahr über die Nachkriegszeit 1945 - 1949 (1/2) [36:35]

Veröffentlicht am 15.12.2014
In diesem 1994 produzierten Interview spricht Egon Bahr über die Zeit unmittelbar nach dem Kriegsende, Vergewaltigungen, wochenlange Stromausfälle, Lebensmittelrationen, die Anfänge der Berliner Zeitung, den ersten Berliner Bürgermeister Arthur Werner, Karl Maron (später erster Innenminister der DDR), die Ergebnisse der Potsdamer Konferenz, wie er Journalismus von Peter Wyden erlernte, die Zusammenarbeit mit Hans Wallenberg, die non-fraternization Vorgaben der Amerikaner aber auch die Toleranz der Amerikaner, Jakob Kaiser, Konrad Adenauer und dem Unterschied zwischen den "befreiten" und "besiegten" Deutschen.
Außerdem spricht er über den Druck der sowjetischen Militäradministration als es um die Gründung der unterschiedlichen Parteien bzw. die Zwangsverschmelzung von Parteien ging und den anstehenden Winter 1945, auf den sich die Menschen vorbereiten mussten.

19:38 Bemerkenswert ist sein Vergleich der Diskussion um die Schuldfrage von Nazi-Deutschland nach Kriegsende zur heutigen Behandlung der DDR-Vergangenheit, der angesichts der heutigen Diskussion zum Thema "Unrechtsstaat" wieder besonders aktuell ist.

Das Interview führte Michael Kloft.

Interview mit Egon Bahr über die Nachkriegszeit 1945 - 1949 (2/2) [35:19]

Veröffentlicht am 23.12.2014
In diesem zweiten Teil des 1994 produzierten Interviews mit Egon Bahr spricht dieser darüber, dass sich nur wenige Deutsche für die Nürnberger Prozesse interessiert hat, dem Gefühl der Befreiung und die dadurch freigesetzten Energien, die Tagesrationen mit drei Zigaretten, die er von den Amerikanern bekam, das Platzen der Münchener Konferenz und deren Bedeutung für die dann folgende Teilung Deutschlands, den wirtschaftlichen Aufschwung im westlichen Teil und das Hinnehmen der Teilung durch West-Deutschland. Außerdem geht es um die Rolle von Ludwig Erhard im Zusammenhang mit der Währungsreform von 1948, Kurt Schumacher und Konrad Adenauer.

20:00 Der Hungerwinter 1946/47 wird nur kurz gestreift. Auch an die Luftbrücke erinnert sich Egon Bahr, der damals in Tempelhof wohnte, und den die startenden und landenden Flugzeuge nicht beim Schlafen gehindert hatten. Er spricht über Ernst Reuter und General Clay und wie entscheidend es war, dass die Amerikaner Berlin nicht verlassen haben.

Das Interview führte Michael Kloft.
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Geheimoperation Ostpolitik (WDR 2010) [43:56]

Veröffentlicht am 02.01.2015
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Historische Hintergründe zum "Wandel durch Annäherung" (Dokumentation). Ein außenpolitischer Schwerpunkt der ersten SPD/FDP-Bundesregierung Brandt/Scheel war die Besserung der Beziehungen zur DDR und zur Sowjetunion. Neben Egon Bahr sprechen u. a. Erhard Eppler und Valentin Falin.

[Doku] Der Geheimdiplomat Egon Bahr - Zum Tode von Egon Bahr [HD] [43:49]

Veröffentlicht am 30.08.2015
Politiker wie ihn gibt es heute kaum noch. Eine untergegangene "Spezies", ein wahrer "homo politicus". Egon Bahr, Jahrgang 1922, meinungsfreudig, mit klarer Überzeugung, Patriot. Egon Bahr ist keiner, der seine Standpunkte an Umfrageergebnissen orientiert. Keiner, der politische Visionen mit Machtstrategien verwechselt. Und auch keiner, der nach attraktiven Angeboten aus der Wirtschaft schielt. "Tricky Egon" ist der Spitzname für das SPD-Urgestein. Ausgeklügelte Reisediplomatie, sagenumwobene Geheimtreffen, waghalsige Versprechungen und sehr vorsichtige Zugeständnisse - damit hatte der Visionär Bahr großen Erfolg.
Menschen wie ihn, so haben viele den Eindruck, gibt es in der deutschen Politik heute nicht mehr. Eine untergegangene "Spezies", ein wahrer "homo politicus" so wie sein Parteifreund Helmut Schmidt: meinungsfreudig, mit klarer Überzeugung, Patriot. Keiner, der seine Standpunkte an Umfrageergebnissen orientiert, keiner, der politische Visionen mit Machtstrategie verwechselt, auch keiner, der nach attraktiven Angeboten aus der Wirtschaft schielte.
Ein Leben voller Bewegung, das die Menschen bis heute fasziniert. "Tricky Egon", ein Spitzname, der seine Art Politik zu machen, auf den Punkt bringt. Eine Mischung aus ausgeklügelter Reisediplomatie, sagenumwobenen Geheimtreffen und einer eigentümlichen Kombination aus waghalsigen Versprechungen und sehr vorsichtigen kleinen Schritten. Ein politischer Visionär, der die deutsch-deutschen Beziehungen immer im Auge hatte und früh realisierte, welche Politik nötig war, um dem Ziel Deutsche Einheit Schritt für Schritt näher kommen zu können. Ein Patriot mit Visionen und Prinzip, mit Kalkül und Riecher . Seit Anfang der 1960er Jahre einer der wichtigsten Männer an der Seite von Willy Brandt. Die Graue Eminenz und "Strippenzieher", seit 1969 unterwegs als Geheimdiplomat mit der Lizenz zum schonungslosen Sondieren, in Ost und West. Ein Virtuose der geheimen Drähte und back channels . Es ging um reale Gestaltungsräume für seine Neue Ostpolitik, die er 1963 schon auf den Nenner "Wandel durch Annäherung" gebracht hatte und er hauchte ihr mehr Leben ein, als erwartet werden konnte.
"Der Geheimdiplomat Egon Bahr" ein Film über einen Ausnahmepolitiker. Was hatte und hat er, was andere nicht haben? Gibt seine Biographie darüber Aufschluss? Sind es die ganz besonderen Erfahrungen im Zweiten Weltkrieg und während des demokratischen Wiederaufbaus, die ihn zu einem Visionär für Deutschland gemacht haben? Ein Leben, das wechselvoll und zunächst so gar nicht zugeschnitten war auf eine klassisch durchgeplante Politikerkarriere, wie sie in der jüngeren Generation heute so üblich zu sein scheint? Suchen die Menschen deswegen bis heute so zahlreich Rat und Wegweisung bei ihm?
Nicola Graef macht sich auf die Suche nach dem "Geheimnis" von Egon Bahr, dem Politiker und dem Menschen. Blicke hinter die Pokerface-Fassade. Seit einem halben Jahr begleitet die Autorin den nach wie vor äußerst umtriebigen "Strippenzieher". Termine gibt es genug. Besonders die Begegnungen mit den Weggefährten Helmut Schmidt und Henry Kissinger erzählen eindrucksvoll von der weltgeschichtlichen Bedeutung Egon Bahrs und davon, wie "Global Player" miteinander umgehen.
Erstmals ist er bereit, auch über seine privaten Leidenschaften zu plaudern, zusammen mit seiner Ehefrau Adelheid Bonnemann-Böhner. Auf die späte Liebe zu Egon Bahr angesprochen, lacht die Mittsiebzigerin. "Kennen gelernt haben wir uns im Kontext der Politik. Dann war ich Jahre später auf Kur. Neben wem sollte ich zum Abendessen platziert werden? Egon Bahr. Ich sagte zu der Leitung des Hauses: Auf keinen Fall, neben den will ich nicht. Naja, und dann saßen wir doch nebeneinander und das änderte alles."
"Der Geheimdiplomat Egon Bahr" das Portrait einer ebenso aktiven wie schillernden Persönlichkeit der legendären bundesrepublikanischen Politikergeneration, für die Pflichtbewusstsein, Arbeitsethos, Glaubwürdigkeit und Zuverlässigkeit höchste Tugenden waren Tugenden, nach denen sich heutzutage viele im Land wieder zu sehnen scheinen.
Eine Dokumentation von Nicola Graef anlässlich des 90. Geburtstags von Egon Bahr (18. März 2012).

Egon Bahr zur Souveränität der BRD, Totalüberwachung und Steuerung hinter der Fassade [13:58]

Veröffentlicht am 22.11.2013
Bemerkenswertes Interview das so manchem endgültig die Augen öffnen sollte. 
Egon Bahr machte 1940 zunächst eine Ausbildung zum Industriekaufmann bei der Rheinmetall Borsig AG in Berlin. Von 1942 bis 1944 nahm er als Soldat am Zweiten Weltkrieg teil, zuletzt als Fahnenjunker-Unteroffizier an der Luftkriegsschule VI in Kitzingen, wurde dann allerdings wegen „Einschleichens in die Wehrmacht" als „nichtarischer" Rüstungsarbeiter zu Rheinmetall-Borsig rückversetzt, denn er hatte (vergebens) seine jüdische Großmutter verheimlicht.[1] Nach dem Krieg arbeitete er als Journalist bei der Berliner Zeitung, anschließend bei der Allgemeinen Zeitung (Berlin) und dem Tagesspiegel (Berlin).[2] Von 1950 bis 1960 war er Chefkommentator und Leiter des Bonner Büros des RIAS. 1959 wurde er als Presseattaché an die Deutsche Botschaft in Ghana abgeordnet.

Egon Bahr war von 1972 bis 1990 Mitglied des Deutschen Bundestages. Er zog 1976 und 1980 als direkt gewählter Abgeordneter des Wahlkreises Flensburg -- Schleswig und sonst stets über die Landesliste Schleswig-Holstein in den Bundestag ein. Nach dem Rücktritt von Willy Brandt schied auch Bahr am 7. Mai 1974 zunächst aus der Bundesregierung aus. Am 7. Juli 1974 wurde er jedoch von Bundeskanzler Helmut Schmidt als Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit erneut in die Bundesregierung berufen. Nach der Bundestagswahl 1976 schied er am 14. Dezember 1976 endgültig aus der Bundesregierung aus. Von 1976 bis 1981 war er Bundesgeschäftsführer der SPD. Vor allem auf sein Betreiben hin wurde der damalige Bundesvorsitzende der Jusos, Klaus Uwe Benneter, aus der SPD ausgeschlossen. Benneter hatte zuvor geäußert, die DKP sei ein potenzieller Bündnispartner der SPD, da es sich bei ihr nur um einen „politischen Gegner" und nicht etwa, wie bei der CDU, um einen „Klassengegner" handele. Außerdem hatte Benneter auch den Status der Jungsozialisten als SPD-Nachwuchsorganisation in Frage gestellt. Ab 1980 war er im Bundestag Vorsitzender des Unterausschusses für Abrüstung und Rüstungskontrolle. -wikipedia

Quelle und komplettes Interview ist noch bei www.monitor.de zu sehen

zu diesem Thema siehe auch:
- Egon Bahr: Drei Briefe und ein Staatsgeheimnis (Post, 27.05.2015)
Die „Kanzlerakte“ – Dichtung oder Wahrheit (Terra-Kurier, 06.07.2009, 09.03.2015)
Brandt war empört, dass man von ihm verlangte, »einen solchen Unterwerfungsbrief« zu unterschreiben. Schließlich sei er zum Bundeskanzler gewählt und seinem Amtseid verpflichtet. Die Botschafter könnten ihn wohl kaum absetzen! Da musste er sich belehren lassen, dass Konrad Adenauer diese Briefe unterschrieben hatte und danach Ludwig Erhard und danach Kurt Georg Kiesinger . Dass aus den Militärgouverneuren inzwischen Hohe Kommissare geworden waren und nach dem sogenannten Deutschlandvertrag nebst Beitritt zur Nato 1955 die deutsche Souveränität verkündet worden war, änderte daran nichts. Er schloss: »Also habe ich auch unterschrieben« – und hat nie wieder davon gesprochen. [Egon Bahr, Mein Deutschland (Teil 9): Drei Briefe und ein Staatsgeheimnis, Die Zeit, 14.05.2009]

Egon Bahr über Geopolitik Russlands - 20.11.2014 [14:40]

Veröffentlicht am 30.11.2014
Egon Bahr plädiert für eine weniger aggressive Politik gegenüber Russland und versucht die geostrategischen Interessen der beteiligten Mächte näher zu beleuchten.

mein Kommentar:
Man möge mir folgende Frage beantworten:
Wie kann es sein, daß Frau Illner in ihrer Talkshow nach der Strategie Russlands fragt und es anscheinend niemandem auffällt, daß sich in der öffentlich-rechtlichen Medienlandschaft anscheinend niemand Gedanken über die Strategie der USA macht?
Fällt das denn niemandem auf? Herrscht da möglicherweise ein Denkverbot?

Egon Bahr: SPD-Politiker, Vordenker und Stratege | SWR1 Leute [32:31]

Veröffentlicht am 14.05.2013
Willy Brandt und Egon Bahr - Bahr, inzwischen 93 Jahre alt, erinnert sich in einem gerade erschienen Buch an den früheren Bundeskanzler, an seine eigene Rolle als Unterhändler der Warschauer und Moskauer Verträge, an heftige Auseinandersetzungen und Anfeindungen in der früheren Bundesrepublik. Kanal abonnieren unter: 

Egon Bahr zur Frage "Was bleibt?" [5:55]

Veröffentlicht am 13.11.2014
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Montag, 22. August 2016

Die US-amerikanische Suppe muß ausgelöffelt werden: Die Ukraine nimmt die Donbass-Bevölkerung als Geisel

Mit Minsk II, auch „Minsker Abkommen“ genannt,[1] wird der vom französischen Präsidenten François Hollande, der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel, dem ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko sowie dem russischen Präsidenten Wladimir Putin ausgehandelte und von den Teilnehmern der Trilateralen Kontaktgruppe am 12. Februar 2015 unterzeichnete "Maßnahmenkomplex zur Umsetzung der Minsker Vereinbarungen" bezeichnet. Unterzeichner sind die OSZE-Beauftragte Heidi Tagliavini, der frühere Präsident der Ukraine Leonid Kutschma, der Botschafter der Russischen Föderation in der Ukraine Michail Surabow sowie die Separatistenführer der selbstproklamierten und international nicht anerkannten „Volksrepubliken“ Luhansk und DonezkIgor Plotnizki und Alexander Sachartschenko.
[…]
Beobachter bezweifelten schon früh, dass das Abkommen durchdacht sei: Bereits kurz nach der Unterzeichnung der Vereinbarung traten russlandtreue Kämpfer zum Sturm auf Debalzewe an, eroberten den Ort drei Tage nach der offiziell verkündeten Waffenruhe, womit das Abkommen bereits gebrochen war. Im weiteren Verlauf schwelte der Konflikt mit wechselnder Intensität weiter. Im Juni griffen die regierungsfeindlichen Truppen den Ort Marjinka westlich von Donzek an, im August 2015 kam es im Frontabschnitt von Mariupol zu einem schweren Angriff.[8][9][10] Der Historiker Juri Felschtinski analyiserte: „Die Minsker Verträge sind für Putin eine militärische List zur Umgruppierung der Streitkräfte und zum Überdenken der Situation. Sie sind so zusammengestellt, dass Russland zu nichts verpflichtet wird. Sämtliche Verpflichtungen übernehmen die „Separatisten“ oder Kiew, und sogar Europa – aber nicht Russland. Die Interpretation der Verträge ist beliebig – von jeder der beteiligten Seite. Es ist absolut unmöglich herauszubekommen, wer gegen was verstoßen hat, die „Separatisten“ tragen keine Verantwortung, vor niemandem.“ [11] [Minsk II, Wikipedia, abgerufen am 22.08.2016]
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[…]Ukraine/Russland Die Diplomatie in der erneut aufgeflammten Ukraine-Krise ist einmal mehr zum Erliegen gekommen. Der Ausweg kann nur Minsk II heißen

Wer wen wozu auf der Krim attackiert hat, ob der russische oder eher der ukrainische Geheimdienst Legenden verbreitet, lässt sich nicht klären. Woran man sich halten kann, ist die Aussage von Wladimir Putin, wonach weiteres Verhandeln im Normandie-Format zwischen der Ukraine, Russland, Deutschland und Frankreich keinen Sinn mehr ergibt. Da jenes Forum bisher als diplomatischer Überbau des Minsk-II-Vertrages gilt, wird dem russischen Präsidenten nachgesagt, er wolle aus dem Minsker Prozess aussteigen. Was nachvollziehbar wäre, nachdem die Kiewer Regierung nie wirklich eingestiegen ist.

Es könnte in Berlin oder Paris manchem Kurzzeitgedächtnis entfallen sein: Als am 12. Februar 2015 in der weißrussischen Hauptstadt das Abkommen ausgehandelt war, lautete dessen Kernaussage, dass die prorussischen Volksrepubliken im Donbass formal Teil der Ukraine bleiben, doch auf weitgehende Autonomie rechnen dürfen. Die sollte sowohl in einer reformierten Verfassung wie einzelnen Gesetzen verankert sein. Was lässt sich nach anderthalb Jahren vorweisen? Bis auf eine brüchige Waffenruhe so gut wie nichts. Das in Kapitel drei von Minsk II vereinbarte „Gesetz über den besonderen Status des Donbass“ wird vom Parlament in Kiew blockiert. Das unter Kapitel sechs erwähnte Dekret über eine Amnestie für Teilnehmer „an Kriegshandlungen in einzelnen Bezirken der Regionen Donezk und Luhansk“ lässt ebenso auf sich warten, wie das für in Kapitel acht angemahnte „Maßnahmen zur Verbesserung der humanitären Lage im Donbass“ zutrifft. Stattdessen hat die Regierung Poroschenko sämtliche Sozialtransfers in die Region der Abtrünnigen gekappt. Wer als Pensionär innerhalb des Donbass lebt, muss sich seine Rente außerhalb des Donbass abholen. Oder darauf verzichten und auf Alimentierung durch Hilfe aus Russland oder durch den ukrainischen Oligarchen Rinat Achmetow hoffen.

mehr:
- Putin sagt ab (Lutz Herden, der Freitag, 22.08.2016)

General a.D. Harald Kujat über Minsk II - 11.02.2015 [12:40]

Veröffentlicht am 20.02.2015
General a.D. Harald Kujat spricht über Minsk II und die geopolitischen Faktoren in diesem Krieg.

USA geben nur "Rebellen" Schuld an Minsk II Verletzungen - OSZE-Bericht widerspricht [1:45]

Veröffentlicht am 04.06.2015
Mehr auf unserer Webseite: http://rtdeutsch.com

Glaubt man den Angaben des US-Außenministeriums, dann könnte man zu der Überzeugung gelangen, dass die ukrainische Regierung kein einziges Mal die Waffenstillstandsvereinbarung gebrochen hat. Allerdings spricht der aktuelle OSZE-Bericht von neun Verletzungen auf Seiten der Volksmilizen und acht durch die ukrainischen Streitkräfte. Weitere neun konnten nicht zugeordnet werden. RT Washington Korrespondentin Gayane Chichakyan konfrontierte Marie Harf, die Sprecherin des US-Außenministeriums mit diesen Zahl und fragte, wie auf dieser Basis die USA zu der Aussage kommen "Die überwiegende Mehrheit der Waffenstillstandsverletzungen erfolgte durch die Rebellen“. Die Antwort von Harf ist ziemlich selbstentlarvend.

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Nach Kreuzverhör: USA gestehen Verletzung des Waffenstillstands durch ukrainische Armee ein [12:08]

Veröffentlicht am 29.05.2015
Nach langem Lavieren hat der Sprecher des US-Außenministeriums auf die Fragen der RT-Reporterin Gayane Chichakyan schließlich doch einräumen müssen, dass die ukrainische Armee mit Artillerieangriffen mehrmals das Waffenstillstandsabkommen zwischen Kiew und den ostukrainischen Selbstverteidigungskräften gebrochen habe.

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Hubert Seipel im Dialog mit Alfred Schier am 14.11.2015 [31:16]

Veröffentlicht am 16.11.2015
Kein westlicher Journalist kam Russlands Präsident Wladimir Putin näher als Hubert Seipel. Für die Dreharbeiten zu seiner Dokumentation „Putin und ich“ erlebte Seipel das russische Staatsoberhaupt über Wochen bei ein- und ausgeschalteter Kamera - beim Billardspiel, im Präsidenten-Jet oder bei der Jagd. Im Dialog mit Alfred Schier spricht Grimme-Preisträger Seipel über die Person Putin, über die Perspektive des Westens sowie über die Interessen Putins in der Ukraine und in Syrien.
Alfred Schier spricht Im Dialog mit Hubert Seipel.
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Blank ziehende Mongolen, andere Kulturen, westliche Werte und die Banalität des Bösen

Mongolische Trainer ziehen vor Kampfrichter blank | Rio 2016 | Sportschau [5:48]

Veröffentlicht am 21.08.2016
http://www.sportschau.de/olympia
Der Mongole Mandakhnaran Ganzorig ließ sich im Kampf um Bronze zu früh bejubeln: Sein Verhalten wurde als Unsportlichkeit gewertet und Ikhtiyor Navruzov gewinnt mit dem letzten gegebenen Punkt. Doch ohne außergewöhnlichen Protest geben sich die mongolischen Trainer nicht geschlagen.

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Quelle: Beantwortung der Frage: Was ist Aufklärung?,
Wikipedia, abgerufen am 22.08.2016
Arendt bezeichnet Eichmann als normalen Menschen. Abgesehen davon, dass er eine Karriere im SS-Apparat machen wollte, hatte er kein Motiv, vor allem war er nicht übermäßig antisemitisch. Er war psychisch normal, kein Dämon oder Ungeheuer. Er erfüllte nur seine Pflicht, er hat nicht nur Befehlen gehorcht, sondern dem Gesetz gehorcht.[2] Der Gesetzgeber war Adolf Hitler mit seinem Führerwillen, Eichmann war nicht länger Herr über [s]ich selbständern konnte [er] nichts. Eichmanns Unfähigkeit, selbst zu denken, zeigte sich vor allem an der Verwendung klischeehafter Phrasen, einem Verstecken hinter der Amtssprache. Als auf der Wannseekonferenz die Spitzen von Ministerien, Justiz und Wehrmacht der Endlösung unwidersprochen zustimmten, fühlte Eichmann sich jeder Verantwortung enthoben: die gute Gesellschaft stimmte zu, was sollte er als kleiner Mann da machen? Nach der Wannseekonferenz, als er im Kreis der Großen fachsimpeln durfte, waren minimale Zweifel, eventuelle Gewissensbisse verschwunden. Sein Gewissen hatte er an die Oberen abgetreten. In diesem Augenblick fühlte ich mich wie Pontius Pilatus, bar jeder Schuld.[3] Im Gegensatz dazu betont Arendt, dass es auch unter der totalitären Herrschaft Wahlmöglichkeiten, eine Moral gibt. [Eichmann in Jerusalem, Inhalt und Wirkung, Wikipedia, abgerufen am 22.08.2016]
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Das Milgram-Experiment ist ein erstmals 1961 in New Haven durchgeführtes psychologisches Experiment, das von dem Psychologen Stanley Milgramentwickelt wurde, um die Bereitschaft durchschnittlicher Personen zu testen, autoritären Anweisungen auch dann Folge zu leisten, wenn sie in direktem Widerspruch zu ihrem Gewissen stehen. Der Versuch bestand darin, dass ein „Lehrer“ – die eigentliche Versuchsperson – einem „Schüler“ (ein Schauspieler) bei Fehlern in der Zusammensetzung von Wortpaaren jeweils einen elektrischen Schlag versetzte. Ein Versuchsleiter (ebenso ein Schauspieler) gab dazu Anweisungen. Die Intensität des elektrischen Schlages sollte nach jedem Fehler erhöht werden. Diese Anordnung wurde in verschiedenen Variationen durchgeführt. [Milgram-Experiment, Wikipedia, abgerufen am 22.08.2016]
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Through an interpreter, one of his soldiers asked one of the Americans if he believed in God. The American shook his head no and said he didn’t. Overhearing the conversation, Hasanzada quickly ordered the interpreter not to respond. But it was no use: the Afghan soldier had seen the American’s body language and understood. “My soldier got very upset, quit the army within days, and gave his salary to poor local people,” says Hasanzada. “At least he didn’t react with his Kalashnikov.” [aus Afghanistan: ‘Green on Blue’ Killings Explained, Sami Yousafzai, Newsweek, 27.08.2012]

»Trotz allem Positiven, das in den vergangenen Jahrzehnten erreicht wurde, haben wir es bisher nicht geschafft, einen effektiven Mechanismus der Zusammenarbeit auszuarbeiten. Die bisher ausgebauten Koordinationsorgane geben Russland keine realen Möglichkeiten, bei der Vorbereitung der Beschlussfassung mitzuwirken. Heutzutage werden Entscheidungen manchmal überhaupt ohne uns getroffen. Wir werden dann nachdrücklich gebeten, sie zu bestätigen. Dann spricht man wieder von der Loyalität gegenüber der NATO. Es wird sogar gesagt, ohne Russland sei es unmöglich, diese Entscheidungen zu verwirklichen. - Wir sollten uns fragen, ob das normal ist, ob das eine echte Partnerschaft ist.«  [aus Putins Rede vom 25.09.2001 vor dem deutschen Bundestag (Wortprotokoll auf der Seite des Deutschen Bundestages)]

»Ich habe [den italienischen Verteidigungsminister] so verstanden, dass die Anwendung von Gewalt nur dann als legitim gilt, wenn sie auf der Grundlage einer Entscheidung der NATO, der EU oder der UNO basiert. Wenn er das tatsächlich meint, dann haben wir verschiedene Standpunkte. Oder ich habe mich verhört. Legitim ist eine Anwendung von Gewalt nur dann zu nennen, wenn ihr ein UNO-Beschluss zu Grunde liegt. Und man darf die UNO nicht durch die NATO oder die EU ersetzen.« [aus Putins Rede 2007 auf der 43. Münchner "Sicherheitskonferenz" in deutscher Übersetzung; Quelle: russland.ru, veröffentlicht bei der AG Friedensforschung, Kassel]

Es war der erste Auftritt eines russischen Staatspräsidenten auf der Sicherheitskonferenz. Und er wirbelte das transatlantische Wohlgefühl ordentlich durcheinander: Den USA unterstellte er das Streben zu "monopolarer Weltherrschaft", sie hätten "ihre Grenzen in fast allen Bereichen überschritten". Die Nato warnte er vor "ungezügelter Militäranwendung". Nordatlantik-Allianz und Europäische Union würden anderen Ländern ihren Willen aufzwingen und auf Gewalt setzen, so Putin. Die Nato-Osterweiterung kritisierte Russlands Präsident massiv, weil deren militärische Infrastruktur "bis an unsere Grenzen" heranreiche. 
Nato-Generalsekretär Jaap de Hoop Scheffer reagierte sichtlich verärgert: Was Putin gesagt habe passe nicht zur viel beschworenen "Partnerschaft zwischen Russland und der Nato". […] Wie könne man sich denn sorgen, "wenn Demokratie und Rechtsstaat näher an die Grenzen rücken", fragte er mit Blick auf Putins Äußerung gegen die Nato-Osterweiterung. [Sicherheitskonferenz in München: Putin schockt die Europäer, Sebastian Fischer, SPON, 10.02.2007] 


»Die EU war tatsächlich überrascht von der Krise, da in Brüssel nicht damit gerechnet wurde, dass Russland mit militärischen Maßnahmen auf ein ursprünglich rein technisches Freihandelsabkommen reagieren würde.« [Dr. Lina Fix, Russland-Expertin der DGAP (Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik), in einem Interview mit dem Deutsch-Türkischen Journal: Das Assozierungsabkommen mit der EU war Auslöser des KonfliktesDeutsch-Türkisches Journal, 04.07.2014 – dazu auch: Der militärische Teil des EU-Assoziierungsabkommens mit der Ukraine, Post, 21.05.2015)]

Weil wir am Recht festhalten, es stärken und nicht dulden, dass es durch das Recht des Stärkeren ersetzen wird, stellen wir uns jenen entgegen, die internationales Recht brechen, fremdes Territorium annektieren und Abspaltung in fremden Ländern militärisch unterstützen. Und deshalb stehen wir ein für jene Werte, denen wir unser freiheitliches und friedliches Zusammenleben verdanken. Wir werden Politik, Wirtschaft und Verteidigungsbereitschaft den neuen Umständen anpassen. [Bundespräsident Gauck in seiner Rede zum Ausbruch des Zweiten Weltkriegs am 1. September 2014 in Danzig/Polen.]
siehe auch:
- Putin hat gesprochen! Howgh! – Die Valdai-Rede und die Rede vor der UN-Vollversammlung (Post, 26.10.2014) 

Ihr Denken veränderte die Welt ☆ Hannah Arendt [1:53:27]


Veröffentlicht am 09.11.2014
"EICHMANN IN JERUSALEM. EIN BERICHT VON DER BANALITÄT DES BÖSEN" ist ein Buch der politischen Theoretikerin Hannah Arendt, das sie anlässlich des 1961 vor dem Bezirksgericht Jerusalem geführten Prozesses gegen den SS-Obersturmbannführer Adolf Eichmann verfasste. Es beruhte auf ihren Prozessberichten in der amerikanischen Presse, erschien erstmals 1963 und rief mehrere langanhaltende Kontroversen hervor.

"Ihr Denken veränderte die Welt ☆ Hannah Arendt" ist ein deutscher Spielfilm von Margarethe von Trotta aus dem Jahr 2012 mit Barbara Sukowa in der Rolle der politischen Theoretikerin und Publizistin Hannah Arendt.

Seine Weltpremiere hatte der Film am 11. September 2012 beim 37. Toronto International Film Festival,[2] die Deutschlandpremiere fand am 8. Januar 2013 im Essener Kino Lichtburg statt, der deutsche Kinostart war am 10. Januar 2013. In der Schweiz kam der Film am 17. Januar, in Österreich am 22. Februar 2013 erstmals in die Kinos.

Der Film spielt in den Jahren 1960 bis 1964 und konzentriert sich auf die Zeit Hannah Arendts im Exil in New York. In jenen Jahren wollte sie das Handeln der Menschen unter dem Nazi-Regime verstehen.

Ausgangspunkt der Handlung ist der Eichmann-Prozess, der möglich geworden war, nachdem im Mai 1960 der Mossad den in Argentinien untergetauchten SS-Obersturmbannführer aufgespürt und nach Israel entführt hatte. Arendt schlägt dem Magazin The New Yorker vor, über den Prozess in Jerusalem zu berichten. Der Herausgeber William Shawn ist begeistert über das Angebot der für klare Standpunkte und scharfsinnige Analysen geschätzten berühmten Denkerin.

Im April 1961 reist Arendt nach Jerusalem, wo sie ihren alten Freund Kurt Blumenfeld wiedertrifft. Sie besucht dort alle wichtigen Gerichtsverhandlungen, in denen sie akribisch alles protokolliert. Der Film baut dabei Originalmaterial in die Spielhandlung ein. Eichmann entpuppt sich im Verlauf des Prozesses nicht als bestialisches Monster, sondern als ein mittelmäßiger Bürokrat, was Arendt überrascht. Im Laufe des Prozesses wird sie auch Zeugin, wie Holocaustüberlebende während der Befragung zusammenbrechen.

Über die Dialoge, die Arendt mit ihrem Mann Heinrich Blücher, ihrer Freundin Mary McCarthy und ihrer Sekretärin Lotte Köhler führt, wird der Zuschauer über ihre politisch-philosophischen Überlegungen informiert. Zwischenszenen handeln von Arendts Leben in Deutschland vor 1933 und von ihrer Beziehung zu Martin Heidegger.

Nach zwei Jahren intensiver Arbeit, umfangreichen Recherchen und vielen Diskussionen schreibt Arendt eine Artikelserie, die sofort einen Skandal in den USA, Israel und in der Welt provoziert. Sie zieht sich aufs Land zurück, um sich der öffentlichen Aufmerksamkeit zu entziehen. Auch viele ihrer Freunde kritisieren sie heftig. Vor allem werden Arendt ihre Anschuldigungen an die Judenräte, mit den deutschen Behörden kooperiert zu haben, ihre These von der „Banalität des Bösen“ und ihre mangelnde Liebe zu den Juden vorgeworfen. Ihre akademische Karriere scheint gefährdet, als sie von Leitern ihrer Universität aufgefordert wird, die Universität zu verlassen. In einer nicht authentischen, für den Film erfundenen Szene wird sie während eines Waldspazierganges von Agenten des Mossad bedrängt, die Veröffentlichung ihres geplanten Buchs Eichmann in Jerusalem aufzugeben.

Arendt jedoch bleibt konsequent bei ihrer Haltung und scheut keine Auseinandersetzungen. Bei ihren Vorlesungen sind die Hörsäle überfüllt, die Studenten hören mit Interesse ihre Analysen und unerschrockenen Schlussfolgerungen. Von den Freunden halten nur noch ihr Mann sowie Mary McCarthy und Lotte Köhler zu ihr.

Besetzung

Barbara Sukowa als Hannah Arendt
Janet McTeer als Mary McCarthy
Klaus Pohl als Martin Heidegger
Nicholas Woodeson als William Shawn
Axel Milberg als Heinrich Blücher
Julia Jentsch als Lotte Köhler
Ulrich Noethen als Hans Jonas
Michael Degen als Kurt Blumenfeld
Victoria Trauttsmansdorf als Charlotte Beradt
Freiderike Becht als Young Hannah Arendt
Harvey Friedman als Thomas Miller
Megan Homosexuell als Francis Wells
Claire Johnson als Frau Serkin
Gilbert Johnston als Professor Kahn
Tom Leik als Jonathan Schell

zur Arendt-Kontroverse siehe:
- Das Böse der Lächerlichkeit preisgeben (Thomas Hummitzsch, Glanz & Elend, Datum unbekannt, abgerufen am 01-09-2016) und
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mein Kommentar:
Wir wollen also Freiheit und Demokratie in die ganze Welt exportieren, Deutschland am Hindukusch verteidigen und die Ursachen der Flüchtlingsströme bekämpfen…
Was Hannah Arendt als die »Banalität des Bösen« bezeichnet, ist nach ihren Worten die Dummheit, nicht gewillt zu sein, sich vorzustellen, was im anderen vor sich geht. Bevor wir uns immer und immer wieder mit dem Appell an unsere sogenannten »westlichen Werten« selbst hypnotisieren, sollten wir Hannah Arendts Standpunkt ganz intensiv bebrüten – und uns dabei an Kants Definition der Aufklärung erinnern…