Montag, 10. Oktober 2016

Afghanistan – das Operationsergebnis

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Die Operation Enduring Freedom (OEFenglisch für „Operation andauernde Freiheit“) ist die erste und bisher einzige militärische Großoperation im Rahmen des von den Vereinigten Staaten ausgerufenen Krieges gegen den Terrorismus. Die Operation wird in vier Regionen durchgeführt: in Afghanistan, am Horn von Afrika, auf den Philippinen und in Afrika innerhalb und südlich der Sahara. Deutschland beteiligte sich militärisch mit Einheiten der Marine an dem Einsatz im Indischen Ozean. Die Beteiligung an der Teiloperation in Afghanistan wurde ebenfalls beendet. Dort stationierte Einheiten der Bundeswehr sind nur noch Teil der separaten ISAF-Truppen. Militärischer Hauptakteur der Operation Enduring Freedom sind die Streitkräfte der Vereinigten Staaten, jedoch nehmen viele Streitkräfte von Verbündeten der USA an ihr teil.Die Operation sollte ursprünglich „Operation Infinite Justice“ (engl. Operation unendliche Gerechtigkeit) heißen. Nachdem muslimische Gruppen dagegen protestierten, weil aus islamischer Sicht Gerechtigkeit allein bei Allah anzusiedeln sei, wurde der Titel geändert. [Operation Enduring Freedom, Wikipedia, abgerufen am 10.10.2016]
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Doku Deutsch 1979 Der Afghanistan Krieg Verändert Die Welt arte hd Doku Sowjetunion İn Afghanistan [1:16:14]

Veröffentlicht am 11.08.2015
Doku Deutsch 2015.

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Als Reaktion auf die Terroranschläge vom 11. September erklärten die USA den sogenannten Krieg gegen den internationalen Terrorismus. Eine der Maßnahmen im Rahmen dieses Krieges ist die Operation Enduring Freedom. Sie begann am 7. Oktober 2001 und hat das Ziel, Führungs- und Ausbildungseinrichtungen von Terroristen auszuschalten, Terroristen zu bekämpfen, gefangen zu nehmen und vor Gericht zu stellen. Außerdem sollen Dritte dauerhaft von der Unterstützung terroristischer Aktivitäten abgehalten werden.
An der Operation sind inzwischen etwa 70 Nationen beteiligt. Sie wird vom amerikanischen Regionalkommando USCENTCOM mit Hauptquartier in Tampa/Florida geführt.
Als Rechtsgrundlage wird Resolution 1368 des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen vom 12. September 2001 in Anspruch genommen. Diese Resolution verurteilte die Ereignisse vom 11. September 2001 als grauenhafte Terroranschläge und als Bedrohung für den internationalen Frieden und die internationale Sicherheit. Die Resolution bekräftigt das Recht zur individuellen und kollektiven Selbstverteidigung und bestätigt die Notwendigkeit, alle erforderlichen Schritte gegen zukünftige Bedrohungen zu unternehmen.
Der NATO-Rat beschloss daraufhin, die Anschläge vom 11. September 2001 als Angriff auf die Vereinigten Staaten unter Artikel 5 des Washingtoner Vertrags zu werten. Dort ist festgesetzt, dass „ein bewaffneter Angriff gegen eine oder mehrere von ihnen (gemeint sind die Vertragsparteien) in Europa oder Nordamerika als ein Angriff gegen sie alle angesehen werden wird. “
Am 7. Oktober 2001 begannen amerikanische und britische Streitkräfte mit der Operation Enduring Freedom (OEF) in Afghanistan.
[Operation Enduring Freedom, Legitimation, Wikipedia, abgerufen am 10.10.2016]

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Im März 2010 brach Guttenberg ein Tabu beim Thema Afghanistaneinsatz: Er räumte ein, man könne „umgangssprachlich von Krieg“ in Afghanistan reden.[127][128]Er löste damit eine Diskussion aus.[129] Zugleich sorgte diese völkerrechtliche Einordnung des Einsatzes als nicht internationaler bewaffneter Konflikt für mehr Rechtssicherheit für die eingesetzten Soldaten.[130][131]
Während seiner Amtszeit veranlasste Guttenberg zur Verbesserung der Sicherheitslage in Afghanistan eine Aufstockung der deutschen Truppen[132][133][134] und die Verlegung von schweren Waffen in das Kriegsgebiet.[135][136] Daneben forcierte er Verbesserungen bei der Ausbildung der eingesetzten Bundeswehrsoldaten.[137]
Im Verlauf seiner Amtszeit reiste Guttenberg insgesamt neunmal nach Afghanistan und besuchte die dort stationierten Einheiten der Bundeswehr.[138] Dabei traf er auch mehrfach Soldaten unmittelbar an der Front.[139][140][141] [Karl-Theodor zu Guttenberg, Bundesminister der Verteidigung (2009–2011). Afghanistan, Wikipedia, abgerufen am 10.10.2016]

mein Kommentar:
Wundert sich noch jemand, weshalb der Mann in Deutschland so beliebt war? 

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President Bush - War on Terror Speech [2:48]

Hochgeladen am 26.05.2011
Excerpts from President George W. Bush's September 2001 Address to a Joint Session of Congress and the American People:
"All of this was brought upon us in a single day -- and night fell on a different world, a world where freedom itself is under attack. Americans have many questions tonight. Americans are asking: Who attacked our country? The evidence we have gathered all points to a collection of loosely affiliated terrorist organizations known as al Qaeda. They are the some murderers indicted for bombing American embassies in Tanzania and Kenya, and responsible for bombing the USS Cole...
...This group and its leader -- a person named Osama bin Laden -- are linked to many other organizations in different countries, including the Egyptian Islamic Jihad and the Islamic Movement of Uzbekistan. There are thousands of these terrorists in more than 60 countries. They are recruited from their own nations and neighborhoods and brought to camps in places like Afghanistan, where they are trained in the tactics of terror. They are sent back to their homes or sent to hide in countries around the world to plot evil and destruction. The leadership of al Qaeda has great influence in Afghanistan and supports the Taliban regime in controlling most of that country. In Afghanistan, we see al Qaeda's vision for the world...
...It is not only repressing its own people, it is threatening people everywhere by sponsoring and sheltering and supplying terrorists. By aiding and abetting murder, the Taliban regime is committing murder. And tonight, the United States of America makes the following demands on the Taliban: Deliver to United States authorities all the leaders of al Qaeda who hide in your land. (Applause.)...
Our nation, this generation, will lift a dark threat of violence from our people and our future. We will rally the world to this cause by our efforts, by our courage. We will not tire, we will not falter, and we will not fail..."
For licensing and rates, please visit: http://www.filmarchivesonline.com

Klartext #1: Ehemaliger Soldat über "Afghanistan und Kampfeinsatz" - mit Johannes Clair [1:41:23]

Veröffentlicht am 14.01.2015
Nur wer sich aus verschiedenen Quellen informiert, kann zu einer differenzierten Meinung gelangen. Augenzeugenberichte sind elementar für eine Demokratie:
Ehrlicher und offener Vortrag des ehemaligen Fallschirmjägers und Bestsellerautors Johannes Clair im Dezember 2014 an der Universität der Bundeswehr in München.
Link zum Buch "Vier Tage im November":
http://www.amazon.de/Vier-Tage-Novemb...
Link zum Veteranenverband "Bund Deutscher Veteranen", in dem sich ehrenamtlich um Betroffene Einsatzgeschädigte und Anghörige gekümmert wird:
http://veteranenverband.de/
Ich freue mich über sachliches Feedback!

Afghanistan - Im Land der Taliban [Doku deutsch] [43:06]

Veröffentlicht am 21.08.2014
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"Taliban" Der Islamische Staat in Afghanistan [Doku deutsch] [23:21]

Veröffentlicht am 17.04.2016

Das 13 Jahr Der verlorene Krieg in Afghanistan Bundeswehr - dokumentation 2016 [44:02]

Veröffentlicht am 03.07.2016
Der Krieg in Afghanistan umfasst eine Reihe von zusammenhängenden bewaffneten Konflikten, die seit 1978 in Afghanistan andauern. Der Konflikt begann im April 1978 mit einem Staatsstreich durch die kommunistische Volkspartei, der einen Aufstand weiter Teile der Bevölkerung nach sich zog. Im Dezember 1979 intervenierte die Sowjetunion militärisch in dem Konflikt und setzte eine neue kommunistische Führung ein
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Wahlbetrug? US-Propagandaregen über Russland

Ganz offiziell wurde die russische Regierung beschuldigt, die US-Präsidentschaftswahl durch Hacks beeinflussen zu wollen. Aber was soll damit bezweckt werden?

In den USA starrt man gerade vor allem auf den Wahlkampf. Präsidentschaftsbewerber Donald Trump sorgte einmal wieder für Aufsehen, nachdem Aufnahmen veröffentlicht wurden, auf denen er sich machohaft sexistisch äußerte. Wirklich schaden dürfte ihm das bei seinen Anhängern nicht, die ihn ja vor allem deswegen bewundern, weil er die Gepflogenheiten nicht einhält. Strauß-Hänger pflegten einst zu sagen: A Hund is er scho. Dabei geht es gerade auf der großen Bühne in Richtung eines möglichen Showdown zwischen Russland und den USA mitsamt der Koalition der Willigen.

Während überall kräftig aufgerüstet wird und die militärischen Muskeln gespielt werden, Abkommen beendet werden und überlegt wird, wie man macht- und geopolitische Interessen auch militärisch durchsetzen könne, wird in Syrien, im Irak, in Afghanistan, im Jemen oder in Afghanistan - aber auch in der Ukraine - weiter gestorben. Auch auf einem anderen Schlachtfeld wird der Ton schärfer, denn neben dem traditionellen Militär wurde in den letzten Jahren auch die Cyberwar-Aktivitäten hochgefahren und Cyberkommandos eingerichtet, neuerdings zieht auch Deutschland mit, um nicht ins Hintertreffen zu geraten - übrigens auch mit Absicht, nicht nur defensiv, sondern auch offensiv im Cyberspace tätig zu werden.

mehr:
- Washington forciert den Konflikt mit Russland im Cyberspace (Florian Rötzer, Telepolis, 10.10.2016)

mein Kommentar:

Seit wann benötigen die USA Russland, um ihre Wahlmaschinen zu manipulieren? :-))

um den Überblick zu behalten:

die USA werfen Putin bei jeder sich bietenden Gelegenheit vor,
- sich ständig – z. B. mit freiem Oberkörper mit einer Kalaschnikow in der Hand auf einem Pferd durch die Pampa galoppierend – narzißtisch in Szene zu setzen,
politische oder homosexuelle Minderheiten zu unterdrücken,
- mißliebige Journalisten ermorden zu lassen oder Oppositionelle einzusperren,
- die Krim annektiert zu haben,
- die Ostukraine militärisch zu unterstützen und die Ukraine insgesamt destabilisieren zu wollen,
- am Abschuß von MH-17 beteiligt gewesen zu sein,
- mit gefährlichen Flugmanövern (am Rande oder sogar im EU-Luftraum) die Flugsicherheit in Gefahr zu bringen,
- mit dubiosen U-Booten in schwedische und britische Hoheitsgewässer einzudringen,
- beim Sport zu dopen,
- den die eigene Bevölkerung mit Fassbomben (wenn nicht sogar Giftgas) drangsalierenden Assad zu unterstützen und
- die US-Wahlcomputer und die Mail-Konten von hochrangigen Politikern zu hacken

zudem kommt kaum ein Artikel in einem westlichen Medium über die Panama-Papers ohne Hinweis auf Putin oder Assad aus…

Zu all diesen Vorwürfen habe ich schon Stellung genommen. Es ist mir zu dumm und zu viel Arbeit, mich noch einmal zu den einzelnen Vorwürfen zu äußern. Ich glaube inzwischen nicht mehr, daß es den USA darum geht, eine gewisse Seriosität zu demonstrieren. Ich glaube, es ist den transatlantischen Meinungsmachern daran gelegen, in der normalen US- und westlichen Bevölkerung das Gefühl einer Bedrohung aufrecht zu erhalten.
Was anscheinend geflissentlich übersehen wird, ist zum Beispiel folgendes:
- Putin-Sprecher entschuldigt sich bei SZ (Süddeutsche Zeitung, 15.04.2016)
Sowas haben US-Amerikaner anscheinend nicht nötig.


»›Psychologik‹ sozialer Urteilsbildung: Die Wahrheit wird in der Mitte gesucht«
aus dem Dia-Vortrag von Rainer Mausfeld (siehe: Warum schweigen die Lämmer? – Der Mensch im Geflecht von Medien, Manipulation und Macht, Post, 16.07.2016)

Ab und zu schießen sich die US-amerikanischen Poltitiker übereifrig selbst ins Bein:
Ich könnte manchmal auf die Knie fallen vor Begeisterung, wenn die Theaterakteure des Machtspiels auf unserem Planeten überdrehen und sich damit einmal selbst ans Bein pinkeln. So dem US-Außenminister Kerry vor wenigen Tagen geschehen.

Ukraine: Russia not behaving like '21st century G8 major nation' - Kerry [1:30]

Veröffentlicht am 05.03.2014
US Secretary of State John Kerry spoke at the US embassy in Kiev on Tuesday after meeting with the Rada-appointed interim president of Ukraine, Oleksandr Turchynov, and the Rada-appointed interim prime minister of Ukraine, Arseniy Yatsenyuk.

Kerry said Russia was not behaving like a "21st century G8 major nation" by deploying troops in Crimea. Kerry added that if Moscow did not agree to cooperate with the new Ukrainian authorities, the US' partners would have no choice but to join the Obama administration in imposing sanctions "in order to isolate Russia politically, diplomatically and economically".

Kerry also confirmed that the US would, together with the IMF, provide Ukraine with $1bn (€730m) in loan guarantees in order to support the country's recovery.

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Video on Demand: http://www.ruptly.tv

»You just don't in the 21st century behave in 19th century fashion by invading another country on completely trumped-up pretext.« 
(Diese Äußerung stammt aus einem Interview, in dem er das, was er in dem Video sagt, wiederholte. Es darf nicht überraschen, wenn dieser Satz in vielen US-amerikanischen Publikationen nicht zitiert wird.)

Promt twitterte Michael Moore»Um, does he know 2003 was part of the 21st cen?«

siehe auch:
- Wissenschaftler stützen These von Wahlbetrug bei US-Präsidentschaftswahl (Peter-Michael Ziegler, heise-News, 19.11.2004)

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Am 8. November 2000 gab die Wahlkommission des Bundesstaates Florida das Wahlergebnis der Präsidentschaftswahl 2000 bekannt. Es ergab einen so knappen Vorsprung für Bush, dass das Palm Beach County Canvassing Board die Stimmen noch einmal auszählte. Sie zeigte ein zu Gunsten des demokratischen Präsidentschaftskandidaten Al Gore verbessertes Ergebnis. Er forderte daraufhin, dass in vier weiteren Landkreisen Handauszählungen vorzunehmen seien. Eine dagegen erhobene Beschwerde wurde am 13. November vom Federal District Court abgewiesen.
Der vorgegebene Termin zur Abgabe der wiederholt ausgezählten Stimmen war aber so eng bemessen, dass sich der Supreme Court of Florida am 21. November 2000 gezwungen sah, die Deadline auf den 26. November zu verschieben.[1] [Bush v. Gore, Ausgangslage, Wikipedia, abgerufen am 10.10.2016]
Am 4. Dezember 2000 ließ der Supreme Court unerwarteterweise einstimmig die Berufung zu, das Urteil des Supreme Court of Florida verletze das verfassungsrechtliche Prinzip, wonach Wahlstatuten nicht während eines laufenden Wahlverfahrens geändert werden dürften.[2] Seine Zuständigkeit begründete er damit, dass es sich um die Wahl des US-Präsidenten handle und die US-Verfassung zur gesetzlichen Regelung der Elektorenwahl die Legislative der Einzelstaaten ermächtige. Weil das Gerichtsurteil des Supreme Court of Florida somit das Gewaltenteilungsprinzip verletzen könnte, sei es in dieser Hinsicht präziser von der Judikative zu begründen. Demzufolge hob der Supreme Court das Urteil auf und wies es an den Supreme Court of Florida zur Neubeurteilung zurück.[3] [Bush v. Gore, Zweites Urteil des Supreme Court vom 9. Dezember 2000, Wikipedia, abgerufen am 10.10.2016]
In seinem ausführlichen Entscheid vom 12. Dezember 2000 wies der Supreme Court die Entscheidung über die Handauszählungen umstrittener Stimmen an den Supreme Court of Florida zurück. Gleichzeitig befand das Gericht, für Handzählungen sei die Zeit abgelaufen.[6]
Mit einer Mehrheit von sieben zu zwei befand das Gericht, dass die vom Supreme Court of Florida angeordneten Handauszählungen der über 60.000 maschinell nicht erfassten Stimmzettel verfassungsrechtlich problematisch seien. Hauptsächlich kritisiert es, dass es in den verschiedenen Distrikten des Bundesstaates Florida keine einheitlichen Standards dafür gebe, wie die strittigen Stimmen ausgewertet werden sollen. Damit werde die Equal Protection Clause des 14. Zusatzartikels in verfassungswidriger Weise verletzt.Weiter entschied das Gericht mit einer knappen Fünf-zu-vier-Mehrheit, dass innerhalb der vorgesehenen Frist bis zum 12. Dezember 2000 keine verfassungsgemäß konforme Neuauszählung mehr gewährleistet werden könne. Da es eindeutig sei, dass jede bis zu diesem Zeitpunkt nicht abschließbare Neuauszählung gegen die Verfassung verstoße, sei das Urteil des Supreme Court of Florida nicht annehmbar. Es müsse in Übereinstimmung mit den vom Supreme Court aufgeführten Grundsätzen neu gefasst werden.[7]
Von der Minderheit stimmten zwei Richter dafür, die angeordnete Neuauszählung wie begonnen weiterlaufen zu lassen. Zwei Richter teilten zwar die Mehrheitsmeinung dahingehend, dass die laufende Neuauszählung nicht korrekt ablaufe. Sie wollten aber den Fall an den Supreme Court of Florida zurückweisen. Er solle einheitliche Standards für die Neuauszählung festlegen, allenfalls auch unter Verlängerung der Frist.
In zwei separaten Minderheitsmeinungen hielten die übrigen vier Richter zum einen dagegen, dass der Eingriff des Bundesgerichts in die Kompetenzen der Einzelstaaten, das Wahlverfahren zu gestalten und durchzuführen, nicht durch hinreichend schwerwiegende Gründe untermauert worden sei. Das Gericht hätte dieser abweichenden Meinung nach die Gliedstaatenkompetenz respektieren und den Entscheid des Supreme Court of Florida gar nicht zur Überprüfung annehmen sollen. Zum anderen werde die Frist zur Bestimmung der Wahlmänner in unberechtigter Weise so ausgelegt, so dass die Stimmen von Tausenden von Wählern nicht berücksichtigt werden könnten.
Das Gericht war in seiner Ansicht gespalten. Die gemeinsame per curiam-Entscheidung der sieben zu zwei Mehrheit umfasste 13 der 65 Seiten des Schriftsatzes. Die restlichen Ausführungen enthielten die dissenting opinions der einzelnen Richter. Das Urteil hielt sich entlang der bekannten ideologischen Grenzlinie innerhalb des Gerichts. Mit der konservativen Gruppe von William H. Rehnquist (Chief Justice), Antonin Scalia und Clarence Thomas stimmten aus dem gemäßigten Lager Sandra Day O’Connor und Anthony KennedyDavid Souter schloss sich der liberalen Gruppe an, die Stephen BreyerRuth Bader Ginsburg und John Paul Stevens umfasste. [Bush v. Gore, Drittes Urteil des Supreme Court vom 12. Dezember 2000, Wikipedia, abgerufen am 10.10.2016]
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siehe dazu auch:
- Die Wahl, die nicht enden wollte (Uwe Schmitt, n24, 07.11.2010)
- Nachgezählt: Al Gore hätte die US-Präsidentschaftswahl gewonnen (Florian Rötzer, heise-News, 12.11.2001) 
- Urteil des US Supreme Courts: Gore vor dem Aus (SPON, 13.12.2000)
- Chronologie US-Wahlstreit: Die unendliche Geschichte (SPON, 12.12.2000)
- US-Wahl Abstimmungs-Chaos in Florida (SPON, 09.11.2000)

- Machtkampf um Supreme Court – Plötzlicher Tod eines Richters erschüttert Washington (Veit Medick, Marc Pitzke, SPON, 14.02.2016)


Samstag, 8. Oktober 2016

Politik heute: Willkommen in der postfaktischen Welt!

Das Wort „postfaktisch“ ist in aller Munde. Angela Merkel beschrieb damit die Praxis, Gefühlen und Spekulationen mehr zu glauben als Tatsachen. Das ist verführerisch. Aber vor allem gefährlich
Es heißt ja neuerdings, wir lebten in postfaktischen Zeiten. Das hat nicht irgendwer gesagt, sondern die Kanzlerin Angela Merkel. Genauso hat sie es gesagt. Das ist ein Fakt. Wir konnten es alle sehen in der Bundespressekonferenz. Der Begriff „postfaktisch“ aber waberte schon vorher durch Zeitungen, Radio und Fernsehen. Die Kanzlerin selbst hatte es auf dem Rückflug vom G-20-Gipfel in China von Journalisten aufgeschnappt. Das Wort müsse sie erst einmal in ihren Wortschatz aufnehmen, sagte sie, so jedenfalls stand‘s im Spiegel. Ist das jetzt ein Fakt? Dazu später mehr.

Fakt ist aber, dass „postfaktisch“ das Wort der Woche ist, vermutlich wird es sogar das Wort des Jahres, ja, vielleicht wird es sogar einmal die Ära der Kanzlerschaft Angela Merkels definieren. Reingefallen. Das war jetzt natürlich Spekulation, mehr so ein Gefühl. Aber genau darum geht’s ja in der postfaktischen Welt, um die Vermischung von Tatsachen mit Gefühlen und Spekulationen und was dabei herauskommt.

mehr:
- Politik und Wahrheit: Willkommen in der postfaktischen Welt (Constantin Wißmann, Cicero, 23.09.2016)
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Wenn wir nicht mehr an das System glauben: Militärisch-industrielle Angstunternehmer

Hassprediger, Narziss, Rowdy, Aufschneider, Teilzeitclown, Vollzeitpsychopath, Hitzkopf, Rassist, Ignorant, Faschist, Wüterich, Autist – im Vokabular seiner Gegner fehlt kaum eine abwertende Bezeichnung für Donald Trump. Alle diese Zuschreibungen haben jedoch eines gemeinsam: Sie gehen davon aus, dass man es mit einem Außenseiter und Abweichler zu tun hat, der gängige Regeln verhöhnt, um die Welt nach seinen eigenen Vorstellungen zu gestalten.

Optimisten können mit diesem Befund gut leben. Der politische Alltag, so ihre Prognose, wird es richten, weil Trump wie alle Poltergeister vor ihm zwischen Anpassung und Untergang wird wählen müssen. Demnach wäre selbst ein zunehmend unwahrscheinlicher Wahlsieg im November mehr Katharsis als Katastrophe. Pessimisten hingegen haben den Glauben an die Integrationskraft US-amerikanischer Politik und Kultur längst verloren. In ihren Augen ist der republikanische Präsidentschaftskandidat ein nicht integrierbarer Störenfried, der einem amerikanischen Faschismus den Weg ebnen und am Ende zum Sprengmeister des Systems werden kann.

So unterschiedlich die Befunde auch klingen, sind sie doch aus ein und derselben Unterstellung abgeleitet: „The Donald“ verletzt nicht nur Normen, er fällt aus der Norm. Historisch belastbarer ist indes die Gegenthese: Trump entspricht – ganz unabhängig vom Wahlausgang – viel mehr der Norm, als die meisten wahrhaben wollen. Und genau hier liegt die eigentliche Gefahr des Phänomens Trump.

Selbstverständlich ist damit nicht gesagt, dass Trump eine Mehrheit vertritt oder auf sonstige Weise das moderne Amerika repräsentiert. Im Gegenteil: Dieses Land ist heute bunter denn je, nie zuvor war die Toleranz für Unterschiedliches und Vielfältiges derart ausgeprägt. Auch und gerade in der sogenannten Provinz – dem „fly-over-country“ zwischen San Francisco und New York – boomt der Markt alternativer Wirtschafts- und Gemeinschaftsprojekte zur Wiederbelebung krisengeschüttelter Kommunen.[1]

Und dennoch ist Donald Trump kein irrlichternder Fremdkörper. Er bedient sich vielmehr aus einem in allen Milieus vorhandenen Ideen- und Gefühlshaushalt. Auf diese Weise spielt er der Mitte der Gesellschaft ihre eigenen Melodien vor. Sie mögen schrill, verzerrt oder wie aus allen Fugen klingen – wiedererkennbar und eingängig sind sie trotzdem. Die Kohorte der Angstunternehmer

Damit reiht sich Trump in eine Kohorte politischer Aktivisten ein, die einen festen Platz in der amerikanischen Geschichte haben und immer wieder dem Land ihren Stempel aufdrücken konnten: den Angstunternehmern. Gemeint sind Choreografen von Emotionen, vor allem aber Stichwortgeber und Nutznießer von Ängsten.

Das Geschäft von Angstunternehmern besteht darin, Unsicherheit in Angst zu verwandeln, abstrakte Risiken in akute Gefahren umzudeuten und Gefahren umstandslos als Bedrohung innerer oder äußerer Sicherheit aufzubauschen. Ihr ungeschriebenes Statut lässt sich in einem einzigen Satz zusammenfassen: Je rücksichtsloser das Spiel mit Ressentiments, Affekten und Ängsten, desto einträglicher die politische Dividende. Zwar versprechen Angstunternehmer stets eine Bändigung des Bedrohlichen, aber wenn sie im Geschäft bleiben wollen, müssen sie diffuse Ängste am Köcheln halten. Andernfalls verspielen sie ihr wichtigstes Kapital. Daher benötigen sie inszenierte Kulturkämpfe und eine Politik der moralischen Panik.

mehr:
- United States of Angst: Donald Trump und der Extremismus der Mitte (Bernd Greiner, Blätter für deutsche und internationale Politik, September 2016)
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siehe auch:
Ex-Botschafter Klaus Scharioth warnt vor Donald Trump (WAZ, 07.10.2016)
- Nie alleine mit Donald – Eigene Anwälte misstrauten Trump (n-tv, 07.10.2016)
- Von Martin Luther bis Donald Trump (Markgräfler Tagblatt, 07.10.2016)
- Präsidentschaftskandidat: Das denken Amerikaner in Deutschland über Donald Trump (Kölnische Rundschau, 06.10.2016)
- Donald Trump steht am Abgrund (Daniel Haufler, FR online, 05.10.2016)
- Trump und der rote Knopf: USA modernisieren ihre Atomwaffen-Arsenale (Olaf Standke, Neues Deutschland, 28.09.2016)
- „Postfaktisch“ – Donald Trump und die neue Dimension des Lügens (Christian Bos, Berliner Zeitung, 28.09.2016)
- Donald Trump kritisiert die Fed und warnt vor dem Crash (Goldreporter, 27.09.2016)
- Amerikas Muslime und die Furcht vor Donald Trump (Merkur, 27.09.2016)
- TV-Kritik „Anne Will“: Bescheuerte Amerikaner? (Frank Lübberding, FAZ, 29.06.2016)

Anne Will | 25.09.2016 | Emotionen statt Fakten - Warum ist Trump so erfolgreich? | [1:00:46]

Veröffentlicht am 25.09.2016
Anne Will mit Thomas Gottschalk, Martin Schulz, Oskar Lafontaine, Constanze Stelzenmüller, Roger Johnson
sendung vom 25.09.2016

- Bruce Springsteen: Donald Trump ist ein Vollidiot (Münchner Abendzeitung, 24.09.2016)
- Donald Trump Says Earth Is Flat (Maine Republic Email Alert, 20.09.2016)
- Noam Chomsky: "Trump-Unterstützer sind nicht die Armen" (FR online, 16.09.2016)
- Demokratie: Kampf der Gefühle? (Luisa Theresa Braun, der Freitag, 14.09.2016)
- US-Aktien schwächer - Politische Unsicherheit dominiert (Passaurer Neue Presse, 24.08.2016)
- Politik und Unsicherheit: Strategien in einer sich wandelnden Sicherheitskultur (Christopher Daase, Stefan Engert, Georgios Kolliarakis, Hrsg., Campus Verlag, 2014, GoogleBooks)
- Die Unsicherheit von der Angst trennen (Jochen Volz, 32. Biennale São Paulo, Goethe Institut Brasilien, 2016)
- Widerstand 1933-1945 - Sozialdemokraten und Gewerkschafter gegen Hitler – Untergang der Weimarer Republik (Ankündigung Wanderausstellung, Friedrich-Ebert-Stiftung)

Planet Wissen - Von der Weimarer Republik zum Zweiten Weltkrieg [58:18]

Veröffentlicht am 31.05.2012
Was die radikalen Nationalisten in Frankreich einte, war ihre Abscheu gegen die "korrumpierten politischen Parteien", die ihrer Meinung nach nicht ausreichend für die nationalen Belange Frankreichs kämpften. Im Gegensatz dazu traten sie betont unpolitisch auf und gaben vor, die Interessen der "guten Franzosen" zu vertreten und das "bedrohte Vaterland" zu retten. Sie diffamierten Juden und "Ausländer", die sie aus der nationalen Gemeinschaft ausschließen wollten. Sie sehnten sich nach einem starken Mann an der Spitze des Staates und wollten die Klassengegensätze überwinden.
[…]
La Rocques Partei griff dabei Themen wie Arbeit, Familie und Vaterland auf, die zuvor von den Konservativen besetzt waren. Und wie die Konservativen forderte auch er eine Stärkung der Exekutive, predigte den Nationalismus der Schützengräben und vertrat traditionelle Werte. Er akzeptierte die Spielregeln des Parteiensystems und gab sich legalistisch, was ihm einige partielle Wahlerfolge einbrachte. Nachdem Marschall Philippe Pétain 1940 die Macht übernommen hatte, schloss sich La Roque dessen Kollaborationsregierung an. Doch nicht alle Parteimitglieder folgten ihm. Nicht wenige lehnten es ab, mit der neuen Regierung in Vichy zu kooperieren. Aus patriotischen Gründen schlossen sie sich dem Widerstand an. [Französischer Faschismus – Die Republik widersteht (Ulrich Pfeil, ZEIT, 17.10.2013)]

Donnerstag, 6. Oktober 2016

Der Hype um die Maschinenintelligenz

Da denkt man noch: Wenn es erst einmal Maschinenintelligenz gibt, dann wird eine Welt voller unglaublich guter Dinge entstehen. Bis man ein wenig anfängt, bisher Vorhandenes zu recherchieren

Auf der Isle of Man gab es zu Zeiten der UMTS Euphorie einen Feldversuch. UMTS? Ach, das waren diese heutzutage irrsinnig langsamen mobilen Netzverbindungen, deren Lizenzen für Milliarden gehandelt wurden, weil man sich davon das große Geld versprochen hat. Datenübertragung sollte ein irres Business werden. Sogar mit Video. Gut, dann kam das Internet, das mobile Internet, es kamen 4G und 5G (die ja irgendwie die besserwisserischen Kinder von UMTS sind), aber das wollte ich gar nicht erzählen.

Auf der Isle of Man jedenfalls gab es diesen Feldversuch, was man denn so machen könne, wenn man UMTS erst einmal flächendeckend ausgerollt hat. Dann würden einem ja unglaubliche Anwendungen einfallen, die das Leben der Menschen verändern würden. Gut, Facebook gab es damals noch nicht, das Display eines Handys sah auch mehr nach dem Sehschlitz eines Panzers aus. Aber das Dilemma war groß. Es fiel den Feldversuchlern so gar nichts ein. Die einige einigermaßen passable und erfolgreiche Anwendung beim Testpublikum war ein Service, das nächste Klo auf der Insel zu finden.

Hat sich nicht durchgesetzt, einzelne gehen noch heute am Strand der Insel pinkeln. Aber egal.

Warum ich das erzähle? Weil die ersten Produkte auf uns zukommen, die die neuen Segnungen der aufkeimenden Maschinenintelligenz an Bord haben. Mein Liebling stammt derzeit vom Autobauer Volvo. Der dort in der Mache befindliche Bus mit fahrerfreier Steuerung löst das Dilemma, evt. Fußgänger oder andere ummotorisierte Verkehrsteilnehmer zu überfahren, mittels einer verblüffend einfachen Einrichtung.

Der Bus hupt alles unglaublich laut an, das bei drei von der Straße weg auf dem nächsten Baum sein soll. Einmal europaweit ausgerollt stelle ich mir vor, wie das akustische Grundklima auf den Straßen eher der Rushhour von Bangkok oder Kalkutta zu gleichen beginnt. Und die ersten Spaziergänger mit Hörschaden werden Volvo auf Milliarden verklagen. Zumindest wissen Rettungskräfte schon rein schalltechnisch gleich, wo es wohl in der Stadt gekracht haben muss. Toll.

mehr:
- Für intelligent, dreimal hupen (Harald Taglinger, Telepolis, 06.10.2016)

siehe auch:
- Der Computer als Gott (Michael Matzer, Rezension von Frank Herbert, Bill Ransom, Ein Cyborg fällt aus, Phantastik-Couch, ca. 2007)

Mittwoch, 5. Oktober 2016

Humanitäre Katastrophe in Syrien? – Wir sind die Guten!

Syrien UN-Bericht verweist auf Schuld des Westens an größter humanitärer Katastrophe seit dem 2. Weltkrieg
Die russische Nachrichtenagentur Sputnik meldete am heutigen 3. Oktober und beruft sich auf einen Beitrag des Onlinemagazins The Intercept samt Quellenangabe:

"Die von den USA und der EU verhängten Sanktionen gegen Syrien haben die schlimmste humanitäre Katastrophe seit dem Zweiten Weltkrieg verursacht, wie die Webseite „The Intercept“ unter Berufung auf einen Uno-Bericht schreibt. Demnach beeinflussen die Sanktionen vor allem die syrische Bevölkerung negativ und erschweren die Arbeit der Hilfsorganisationen. Der 40-seitige interne Uno-Bericht, der bereits im Mai 2016 veröffentlicht worden war, zu dem „The Intercept“ jedoch erst jetzt Zugang bekam, bezeichnet die amerikanischen und europäischen Maßnahmen gegen Syrien als „das komplizierteste und weitreichendste Sanktionsregime, das jemals verhängt wurde“. Die antisyrischen Sanktionen destabilisierten demnach maßgeblich die Wirtschaft des Landes, wobei sie ein selbstversorgendes Land in eine hilfsbedürftige Nation verwandelten. Zurzeit sei Syrien von Medikamenten-, Lebensmittel-, Treibstoff-, Wasserpumpen- und Ersatzteil-Lieferungen abhängig. Diese aber würden wegen der eingeschränkten Maßnahmen Washingtons verhindert. Außerdem dürften keinerlei Waren, deren US-Produktionsanteil zehn Prozent übersteigt, nicht mehr nach Syrien transportiert werden. Um diese Sanktionen zu überwinden, müssten die Hilfsorganisationen eine spezielle Lizenz beantragen, wobei aber die Kosten für Rechtsanwaltsbüros den Wert der exportierten Waren selbst überbieten würden. ..."

mehr:
- UN: Westen schuld an humanitärer Katastrophe (Hans Springstein, Freitag-Community, 03.10.2016, beachte auch die Kommentare!)
von einem Kommentator verlinkt:
- Louay Hussein: Die Europäer sollten in Bezug auf uns nicht ihre eigenen demokratischen Prinzipien verraten (AG Friedensforschung, ursprünglich: neues deutschland, Dienstag, 24. Juli 2012)

siehe auch:

- Syrien: Die US-Blame-Game-Strategie knirscht (Post, 25.09.2016)
SYRIEN, von Bomben und Lügen heimgesucht (AlterMannBlog, 28.09.2016)
- Syrien: Ein militärischer Sieg Russlands ist die nächste rote Linie (Post, 12.02.2016)
- Wüstenflüsse, wie ein Diktator verrückt wird, westliche Werte und ein moderater Moderator (Post, 23.07.2016, dort verlinkt und Textauszug aus:)
- Das Great-Man-Made-River-Projekt (Angelika Gutsche, Freitag-Community, 13.05.2015)
- Syrien: Putin über die Verweigerung der USA verärgert (Post, 15.10.2015)

Westen soll 2012 russischen Syrien-Friedensplan ohne Assad ignoriert haben (14.10.2015)
- Syrien: Es darf gebombt werden (Post, 11.10.2015)



»Weil wir am Recht festhalten, es stärken und nicht dulden, dass es durch das Recht des Stärkeren ersetzen wird, stellen wir uns jenen entgegen, die internationales Recht brechen, fremdes Territorium annektieren und Abspaltung in fremden Ländern militärisch unterstützen. Deshalb stehen wir ein für jene Werte, denen wir unser freiheitliches und friedliches Zusammenleben verdanken. Wir werden Politik, Wirtschaft und Verteidigungsbereitschaft den neuen Umständen anpassen.« [Bundespräsident Gauck in seiner Rede zum 75. Jahrestag des Ausbruchs des Zweiten Weltkriegs am 1. September 2014 in Danzig]






Wäre es besser, wenn wir‘s nicht wüßten? Wikileaks hat Geburtstag

 HauptartikelVeröffentlichungen von WikiLeaks
Das erste Material mit Öffentlichkeitswirkung veröffentlichte WikiLeaks 2007. Thema war Korruption in Milliardenhöhe in der Familie des ehemaligen kenianischen Präsidenten Daniel arap Moi. Es wurde am 31. August 2007 im Guardian veröffentlicht.[64] 2008 drehten sich die Veröffentlichungen um interne Dokumente der Julius Baer Bank & Trust Company, Inhalte der Scientology-Kirche, die Mitgliederliste der British National Party und Internetsperrlisten verschiedener Länder. Im selben Jahr gab es auch erste Rechtsstreitigkeiten mit dem Religious Technology Centre, einer Unterorganisation der Scientology-Kirche.
2009 publizierte WikiLeaks ein internes Dokument[65] der Kaupthing-Bank, den Minton-Report über toxische Abfälle in der Elfenbeinküste, einen Entwurf des geheimen Abkommens zwischen der Europäischen Union und den USA zur Auswertung und Weitergabe europäischer Bankdaten an die USA, Nachrichten von Funkmeldeempfängern (Pagern) am Tag der Terroranschläge am 11. September 2001E-Mails von Wissenschaftlern der Climatic Research Unit der University of East Anglia, Auszüge aus den geheimen Toll-Collect-Verträgen und einen Feldjäger-Report zu einer umstrittenen Bombardierung zweier Tanklaster in Afghanistan.
2010 veröffentlichte WikiLeaks ein Dokument über mögliche PR-Strategien der US-amerikanischen Geheimdienste in Deutschland und Frankreich und Planungsdokumente zur Loveparade 2010. Ebenfalls in diesem Jahr wurde eine neue Linie in der Veröffentlichungspraxis eingeschlagen. So wurde mit dem Video zu den Luftangriffen in Bagdad vom 12. Juli 2007 erstmals Material veröffentlicht, das mit Sicht auf den Endkonsumenten journalistisch aufbereitet war und mit Collateral Murder einen griffigen Titel erhielt. Außerdem wurde mit der Publikation des Afghan War Diarys und der Iraq War Logs intensiv mit verschiedenen Medienunternehmen zusammengearbeitet. Beide Publikationen waren jeweils die größte Veröffentlichung von Dokumenten des Militärs der USA.
Für internationales Aufsehen sorgte ab dem 28. November 2010 die Veröffentlichung von rund einer Viertelmillion diplomatischer US-Berichte über zahlreiche Regierungen und deren Mitglieder in aller Welt. Sie wurde als Cablegate bekannt. Bis zum 20. August 2011 waren in verschiedenen Tranchen 19.791 Dokumente veröffentlicht.[66] In den folgenden Tagen wurde das Tempo der Freigabe massiv erhöht und zehntausende weitere Dokumente innerhalb kurzer Zeit der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.[67][68] Am 27. August belief sich die Zahl der einsehbaren Depeschen auf 143.014.[69] Etwa zeitgleich wurde durch einen Pressebericht bekannt, dass eine als cables.csv bezeichnete verschlüsselte Datei von 1,73 Gigabyte Umfang ebenso wie der dazugehörige Schlüssel im Internet verfügbar sei. Sie enthielt die vollständige, unredigierte Sammlung der Botschaftsdepeschen.[70][71] Nach der Datenpanne gab WikiLeaks selbst die komplette Sammlung der Depeschen frei.[72] [Wikileaks, Wikipedia, abgerufen am 05.10.2016]

Julian Assange hat anlässlich des Wikileaks-Jubiläums weitere Enthüllungen versprochen. Die Bedeutung des bisherigen Archivs verglich er mit der Bibliothek von Alexandria.

Am 4. Oktober 2006 registrierte Julian Assange die Domain wikileaks.org. Zehn Jahre später zog der Mitinitiator der Enthüllungsplattform in einer Live-Videoschaltung aus seinem Londoner "Domizil" in den Roten Salon der Volksbühne in Berlin Resümee und kündigte für die nächsten zehn Wochen umfangreiche weitere Publikationen an. Es werde um den US-Wahlkampf, Krieg, Öl, Google und Massenüberwachung gehen. Mit dem ersten Set sei noch im Lauf der Woche zu rechnen. Wikileaks sitze insgesamt auf einem Fundus von einer Million unveröffentlichter Dokumente.

Staatsfeind Assange
Vorab gab es Gerüchte, dass Assange schon zum Geburtstag selbst Materialien veröffentlichen werde, die für Hillary Clinton weitere Steine auf dem Weg zur US-Präsidentschaft werden könnten. Zu ihrer Zeit als Außenministerin hatte sie das Gesicht von Wikileaks zum US-Staatsfeind erhoben, nachdem 2010 auf der Seite nicht nur tausende brisante Dokumente zum Irak- und Afghanistan-Krieg aufgetaucht waren, sondern auch rund 250.000 diplomatische US-Depeschen rund um ihr Ressort das Licht der Öffentlichkeit erblicken sollten.

Assange habe nicht vor, Clinton "zu zerstören". Mit dieser Behauptung sei er wieder einmal falsch zitiert worden. Anhänger des republikanischen Herausforderers Donald Trump sei er nicht. Wikileaks hatte im Juli bereits zehntausende E-Mails des Democratic National Committee (DNC) als ersten Teil einer Hillary-Serie ins Netz gestellt. Daraufhin warf die Vorsitzende der Dachorganisation der Demokraten, Debbie Wasserman Schultz, das Handtuch. Die Clinton-Kampagne äußerte den Verdacht, dass hinter dem Leak russische Hacker und "staatliche Akteure" steckten.

mehr:
- 10 Jahre Wikileaks: Enthüllungen zu US-Wahlkampf, Google und Massenüberwachung angekündigt (Stefan Krempl, Heise news, 04.10.2016)

WikiLeaks Top 10 [5:27]

Veröffentlicht am 03.10.2016
WikiLeaks has published 10 million documents over the last 10 years -- an average of 3,000 documents per day. What are the top 10? To support go to https://wikileaks.org/donate

siehe auch:

Wikileaks: Assange kündigt neue Veröffentlichungen an (ZON, 04.10.2016)
- Fehlt es an Verantwortung? (Paul Hildebrandt, der Freitag, 04.10.2016)
- Wikileaks und die Selbstverzwergung (Jörg Wittkewitz, Telepolis, 02.11.2011)
- Clinton über Julian Assange: "Können wir den Kerl nicht einfach 'drohnen'"? (Peter Mühlbauer, Telepolis, 04.10.2016)

mein Vorschlag für das Unwort des Jahres: »drohnen« (keine Chance!)
Welches »Qualitätsmedium« hat darüber berichtet?

Das neoliberale Narrativ: Wir sind verkehrt!

Oder: Was sind eigentlich psychische Störungen?
Es hört sich an wie eine Pressemitteilung unter vielen: "Psychischen Störungen mit neuem Magnetresonanztomographen auf den Grund gehen". Mit dieser Überschrift wies eine Mitarbeiterin für "Unternehmenskommunikation" der Uniklinik Hamburg-Eppendorf vor Kurzem darauf hin, dass die Deutsche Forschungsgemeinschaft auf Antrag von zwei Professoren rund vier Millionen Euro zur Verfügung stellt.

Mit dem Geld soll ein neuer Magnetresonanztomograph angeschafft und ein bestehendes Gerät aktualisiert werden. Herzlichen Glückwunsch also - und vier Millionen Euro zur Erforschung psychischer Störungen sind doch eine gute Sache, oder nicht?

In der Pressemitteilung des "Unternehmens" Uniklinik Hamburg-Eppendorf heißt es konkreter, beforscht sollten Ursachen von Schmerzen, Angst und die Plastizität des Gehirns werden. Wenn man bedenkt, dass laut Schätzungen des Dresdner Epidemiologen Hans-Ulrich Wittchen und seiner Kollegen jährlich 14% beziehungsweise 61,5 Millionen der Menschen in den EU-Ländern an einer Angststörung leiden, scheint die Förderung angemessen. Angststörungen sind dieser Forschung zufolge übrigens die häufigsten psychischen Störungen, gefolgt von Schlaflosigkeit und Depressionen (jeweils 7%).

Warum im Gehirn suchen?
Es soll hier nicht darum gehen, dass diese und ähnliche Schätzungen wahrscheinlich viel zu hohe Zahlen suggerieren, die wiederum eine wichtige Funktion in Forschungsanträgen erfüllen, nämlich deren gesellschaftliche und vor allem ökonomische Relevanz untermauern. Stattdessen soll es um die überraschende Frage gehen, warum Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler überhaupt das Gehirn untersuchen, um Grundlagen psychischer Störungen zu entdecken.

"Ja, wo denn sonst?", würde jetzt vielleicht ein alter Bekannter vom Typ karrierestrebender junger Psychiater aus dem Bürgertum und von der Eliteschule fragen. "Ja, wo denn sonst!", würde es ein Ausrufungszeichen zutreffender beschreiben. Schließlich ginge es ihm um eine triviale Feststellung und keine Frage, auf die er allen Ernstes eine Antwort erwartete. Dass dies keineswegs so trivial ist, soll im Folgenden verdeutlicht werden.

Als Wissenschaftstheoretiker fallen mir nämlich eine Reihe anderer Möglichkeiten ein; als solcher kommt es mir vor, als folgten viele Forscherinnen und Forscher der Logik des Betrunkenen, der unter der Laterne seine verlorenen Schlüssel sucht, weil dort eben am meisten Licht ist. Den Schlüssel könnte man auch hochtrabend als "die Grundlagen zum Aufschließen der Haustüre" nennen.

mehr:
- Wenn Psychologie politisch wird: Milliarden zur Erforschung des Gehirns (Stephan Schleim, Telepolis, 05.10.2016)
siehe auch:
- Die Neoliberalisierung der Universität (Post, 24.08.2016)
- Ist die Psychopharmakologie verrückt geworden? – Kapitalismus-infizierte Wissenschaft (Post, 31.01.2016)
- Die olympische Devise "citius, altius, fortius" und ihr Urheber Henri Didon (Norbert Müller, Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Fachbereich Sport, 17.11.2008, PDF)
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Word for Mac: Gesamtseitenzahl

Der Versuch, die Anzahl aller zu einem Dokument gehörenden Seiten in das Dokument einzufügen, kann einen schon wahnsinnig machen! In allen möglichen Foren bekommt man was von Felder, Feldfunktionen und geschweiften Klammern erzählt…
Also:

1. Im Menü »Einfügen« den Befehl »Feld…« wählen.

2. In dem Dialogfeld »Nummerierung« wählen (blöde neue Rechtschreibung!) und in das Feld oberhalb des Wortes »Beschreibung« eingeben: NUMPAGES. Word fügt dann in der Liste »Feldnamen« automatisch »NumPages« ein.


3. fertig!

Irgendwo habe ich gelesen, man könne die Funktion im Menüband unterbringen…