Donnerstag, 20. März 2014

Dianne Feinstein vs. CIA und NSA: Geheimdienste spionieren Geheimdienst-Ausschuß aus

Porträt Dianne Feinstein ist in ihrem politischen Leben nie angeeckt, nun aber legt sie sich mit der CIA an.
Zitat:
Die 80-jährige Demokratin aus San Francisco sitzt seit 1992 im Senat, leitet dort seit fünf Jahren den Ausschuss für geheimdienstliche Angelegenheiten und ist eine der Macherinnen der Demokratischen Partei. […] Sie hat eine heftige Debatte um den noch unveröffentlichten Bericht ihres Komitees über CIA-Folter in der Regierungszeit von Präsident George W. Bush, ausgelöst. Vor Tagen hat Feinstein im Senat in einer 40-Minuten-Rede der CIA vorgeworfen, von ihrem Komitee benutzte Computer durchsucht und mehr als 900 Dokumente „elektronisch entfernt“ zu haben. 
Besonders empört war sie über eine Anzeige von CIA-Rechtsberater Robert Eatinger beim US-Justizministerium gegen Mitarbeiter des Geheimdienstausschusses, die angeblich Geheimdokumente entwendet haben sollen. Eben dieser Eatinger sei von 2004 bis 2009 Rechtsberater des Anti-Terrorismus-Zentrums der CIA gewesen, des Teils der Behörde also, der das vom Komitee untersuchte Verhörprogramm gemanagt habe, so Feinstein. Sein Name komme mehr als 1.600-mal im Berichtsentwurf ihres Ausschusses vor.
[Die FeinsinnigeKonrad Ege, der Freitag, 20.03.2014 – Hervorhebungen von mir]

Feinstein: CIA Spied on Intelligence Committee (Full Speech) {38:36}

Roll Call
Am 11.03.2014 veröffentlicht
Senate Intelligence Chairwoman Dianne Feinstein on Tuesday accused the CIA of spying on her committee's computers without authorization — in possible violation of the law and the Constitution — and suggested the CIA may have also tried to engage in an effort to intimidate her staff.
Ganzer Text der Rede:
- Transcript: Sen. Dianne Feinstein says CIA searched Intelligence Committee computers (Washington Post, 11.03.2014 – Google-Übersetzer des Artikel bei democraticunderground)

weitere Artikel zur Kontrolle der Arbeit von US-Geheimdiensten:
- Zeitung: US-Geheimprogramm zur Ermordung von Qaida-Kämpfern enthüllt (SPIEGEL Online, 13.07.2009)
Wut im US-Kongress: Die Regierung Bush hat dem Parlament jahrelang ein Programm zur Gefangennahme und gezielten Tötung von al-Qaida-Mitgliedern verheimlicht. Obamas Justizminister ließ es sofort stoppen - jetzt gibt es Rufe, vor allem die Rolle von Ex-Vizepräsident Cheney in der Affäre aufzuklären. 
Washington - Der US-Geheimdienst CIA hat offenbar jahrelang an einem Plan zur Tötung von Qaida-Mitgliedern gearbeitet. Das berichtet das "Wall Street Journal". Grundlage sei eine Anweisung des damaligen Präsidenten George W. Bush aus dem Jahr 2001 gewesen. 

- USA – CIA sollte angeblich al-Qaida-Mitglieder töten (ZEIT Online, 13.07.2009)
Dem US-Kongress soll ein CIA-Programm zur Terrorbekämpfung vorenthalten worden sein. Justizminister Holder erwägt eine Untersuchung von Foltervorwürfen

- C.I.A. verließ sich auf schlampige Söldner (Der Standard, 21.08.2009)
Pannen bei Terroristenjagd: Blackwater soll bei Raketen-Installation geschlampt haben - C.I.A. drückte Auslöser in Zentrale

- Dianne Feinstein – Die Frau, die noch mehr wissen sollte (FAZ, 29.10.2013)
Es ist ein Tiefschlag für Obamas Krisenmanagement: Ausgerechnet die Demokratin Dianne Feinstein schließt sich den Kritikern der NSA an. Die Vorsitzende des Senatsausschusses für die Geheimdienste verurteilt das Ausspähen von Verbündeten.

- US-Senatsausschuss für Geheimdienste fordert Revision der US-Spähprogramme (RIA Novosti, 29.10.2013)
Die Vorsitzende des US-Senatsausschusses für die Geheimdienste, Dianne Feinstein, hat in einer am Montag verbreiteten Erklärung eine wesentliche Revision der Programme für das Sammeln von Aufklärungsinformationen gefordert.

- Spähangriff: US-Senatorin erhebt schwere Vorwürfe gegen die CIA (Heise Online, 11.03.2014)
In ungewohnter Deutlichkeit hat Dianne Feinstein, die Vorsitzende des Geheimdienstausschusses im US-Senat, die CIA öffentlich beschuldigt, gesetzwidrig Senatscomputer durchsucht zu haben. Außerdem sollen darauf Dateien gelöscht worden sein.  

- Dianne Feinstein Calls Out the C.I.A. (The New Yorker, 11.03.2014)
“The C.I.A. just went and searched the committee’s computers,” Senator Dianne Feinstein said on Tuesday, in a speech on the Senate floor. She accused the Agency of sabotaging the oversight efforts of the Senate Select Committee on Intelligence, which she chairs, and thus the separation of powers; engaging in “a potential effort to intimidate this staff,” by accusing them of “hacking”; breaking its word; and maybe breaking the law. “Besides the constitutional implications, the C.I.A. search may also have violated the Fourth Amendment, the Computer Fraud and Abuse Act, as well as Executive Order 12333, which prohibits the C.I.A. from conducting domestic searches or surveillance,” she said. The C.I.A. spied on the Senate, and the senator is angry.

- Politik US-Senat – CIA löst NSA als Späh-Buhmann ab (Die Welt, 12.03.2014)
Der US-Geheimdienst CIA soll einen Senatscomputer gehackt haben. Wichtige Dokumente für einen Untersuchungsbericht über Folter verschwanden. Jetzt rufen Senatoren nach Entlassungen und Haftstrafen.  

- C.I.A.-Affäre: Der Offenbarungseid von Dianne Feinstein – Video, Zusammenfassung, Einschätzung (Radio Utopie, 12.03.2014)
Das unfassbare Statement der Geheimdienste-Ausschuss-Vorsitzenden im U.S.-Senat über die Aktivitäten der Central Intelligence Agency.   

- US-Senat: CIA hat über Folterprogramme gelogen (Quelle, 02.04.2014)
In einem Bericht kommt der US-Senat zu einem vernichtenden Urteil über die CIA. Die soll über eigene Folterprogramme gelogen und etwa Erfolge übertrieben haben. Über den unveröffentlichten Report selbst gibt es derzeit heftigen Streit.   

- Politik – Geheimdienste – Foltermethoden der CIA werden veröffentlicht (Die Welt, 04.04.2014)
Der US-Senat will Einzelheiten über die brutalen Verhörmethoden der CIA veröffentlichen. Offenbar hat der Geheimdienst Gefangene auf eine Art und Weise gefoltert, von der man bislang nichts wusste.

- NSA: Die Schere im Kopf – Wie Massenüberwachung jeden Protest im Keim erstickt (Blätter für deutsche und internationale Politik, Juni 2014) 
Lange Zeit galt das Internet als ein beispielloses Instrument der Demokratisierung und Liberalisierung, ja sogar der Emanzipation. Nach Ansicht der amerikanischen Regierung aber drohen dieses weltweite Netzwerk und andere Kommunikationstechnologien die Macht der USA zu untergraben. Aus dieser Sicht betrachtet, ist das zentrale Ziel der NSA, „alles zu sammeln“, letztlich schlüssig. Die Beobachtung sämtlicher Bereiche des Internets und aller anderen Kommunikationsmittel durch die NSA ist entscheidend dafür, dass niemand der Kontrolle der amerikanischen Regierung entgeht. Wenn die amerikanische Regierung alles erfahren kann, was jeder tut, sagt, denkt und plant – die eigenen Bürger, die Menschen in anderen Ländern, internationale Unternehmen, Vertreter anderer Regierungen –, hat sie die größtmögliche Macht erreicht. Das gilt umso mehr, wenn die Regierung unter immer höherer Geheimhaltung operiert. Damit entsteht ein „Einwegspiegel“: Die amerikanische Regierung sieht, was der Rest der Welt tut und macht, während niemand Einblick in ihr eigenes Handeln bekommt. Es ist ein nicht zu überbietendes Ungleichgewicht, das die gefährlichste aller menschlichen Möglichkeiten eröffnet: die Ausübung grenzenloser Macht ohne jede Transparenz oder Rechenschaftspflicht.

- Geheimdienst-Affäre – CIA entschuldigt sich für Spähangriff auf US-Senat (Stern, 01.08.2014)
Noch vor Monaten hatte CIA-Direktor Brennan die Vorwürfe zurückgewisen, der US-Geheimdienst würde Computer des Senats ausspähen. Nun entschuldigt sich die CIA - Rücktrittsforderungen werden laut. 

- Washington – CIA entschuldigt sich für Spähangriff auf Senatscomputer (Südwest-Presse, 01.08.2014)
Der US-Geheimdienst CIA hat sich für einen Spähangriff auf Computer des Geheimdienstausschusses des Senats entschuldigt. 

- CIA-Spionage in Washington – Amerikas Kontrolleure werden entlarvt (Tagesspiegel, 01.08.2014)
Nun geraten Amerikas Geheimdienste auch im eigenen Land unter Druck: Die CIA spähte Computer im US-Senat aus - Angela Merkel und Edward Snowden konnte eigentlich nichts besseres passieren. Ein Kommentar. 
Kann man den Rechtsstaat am besten dadurch schützen, dass man ihn abschafft? Vor dieser auf den ersten Blick irrwitzigen Frage stehen Amerikas Kongressabgeordnete, seit CIA-Chef John Brennan zugab, was er Monate lang nicht nur bestritt, sondern als glatte Lüge darstellte. Der Geheimdienst hat Computer jenes Senatsausschusses durchschnüffelt, dem die Kontrolle der Geheimdienste obliegt und von der Festplatte eines Ausschussrechners 920 Dokumente gelöscht, die die Verwicklung der CIA in rechtswidrige Verhörpraktiken belegen.  

- Barack Obama räumt Fehler ein – "Wir haben einige Leute gefoltert" (Stern, 02.08.2014)
Dunkelhaft, Schlafentzug, simuliertes Ertränken: Mit diesen Foltermethoden arbeiteten die USA nach den Anschlägen von 9/11. US-Präsident Obama bezeichnet das als Fehler, nimmt aber die CIA in Schutz. 

- Über eine Million als “Terroristen” in US-Datenbank erfasst, diesmal aber kein Snowden-Leak (netzpolitik.org, 06.08.2014)
The Intercept hat Dokumente veröffentlicht aus denen hervorgeht, dass 40% der in der US-amerikanischen “Terrorist Screening Database” erfassten Personen nicht konkret einer terroristischen Vereinigung zugeordnet werden. Außerdem zeigen die Unterlagen, wie massiv die Datenbanken der US-Regierung in der jüngsten Zukunft ausgebaut wurden. Von 2010 bis 2013 hatt sich die Zahl der Einträge in das Terrorist Identities Datamart Environment (TIDE) etwa verdoppelt …  

- Die "New York Times" führt das Wort "Folter" ein (Huffington Post, 08.08.2014)
Die "New York Times" hat ihre Praxis aufgegeben, brutale Verhörmethoden des Geheimdienstes vorsichtig zu umschreiben. "Von jetzt an wird die "Times" das Wort "Folter" für Praktiken benutzen, bei denen klar ist, dass Gefangenen Schmerzen zugefügt wurden, um an Informationen zu gelangen", schrieb der neue Chefredakteur Dean Baquet in einem Leitartikel am Freitag. Das sei das Ergebnis einer jahrelangen Debatte innerhalb der Redaktion.

Angesichts jüngster Foltervorwürfe hat CIA-Direktor John Brennan Fehlverhalten bei "harschen Verhören" von Terrorverdächtigen eingestanden. "Keiner dieser Fehltritte sollte entschuldigt, heruntergespielt oder bestritten werden", sagte Brennan am Donnerstag im Hauptquartier des US-Geheimdienstes bei Washington. "In einigen Fällen haben wir es schlicht versäumt, die Standards einzuhalten, die wir uns gesetzt haben und die die Amerikaner von uns erwarten."
[Folterreport: CIA-Chef spricht von Einzelfällen – Feinstein kontert, dpa, heise Online, 12.12.2014]
😂😂😂 

mein Kommentar:
Wir im Westen sind so ans Auge-Zudrücken gewöhnt, das dürfte uns auch diesmal nicht schwerfallen – falls es überhaupt in größerem Rahmen in der Presse auftaucht…

Zur Arbeit der US-amerikanischen Geheimdienste paßt auch der folgende Artikel:
- Cisco zu Postmanipulationen: "Wir können so nicht arbeiten" (heise online, 19.05.2014)

Heute vor 166 Jahren – 20. März 1848: Der Industrielle Fritz Henkel wird geboren

Perborat + Silikat = Persil 

Als das Wäschewaschen noch eine tagelange Prozedur aus mehreren Waschgängen mit Kochen, Spülen und Bleichen war und kräftezehrendes Reiben, Schwenken und Walken erforderte, brachte die Firma Henkel 1907 mit »Persil« ein »selbsttätiges Waschmittel« auf den Markt. Was für eine Verheißung für die geplagten Frauen. Und das Produkt hielt, was die Werbung versprach. Eine Kombination von Natriumsilikat und Natriumperborat, das beim Kochen der Wäsche fein perlenden Sauerstoff freisetzt, machte die anstrengende Behandlung der Wäsche überflüssig und revolutionierte das Waschen. »Persil« wurde und blieb das Leitprodukt der Firma Henkel. 

Werbung für »Persil«, eines der bekanntesten
Produkte der Firma Henkel, 1908
Der Firmengründer Friedrich Karl (genannt Fritz) Henkel kam am 20. März 1848 als fünftes von sechs Kindern eines hessischen Dorfschullehrers zur Welt. Schon früh von chemischen Vorgängen fasziniert, wurde er 1874 Teilhaber einer  Farbengroßhandlung und gründete zwei Jahre später ein Unternehmen in Aachen, um ein »billiges und vorzügliches Waschmittel« herzustellen. 1878 zog die Firma nach Düsseldorf um und einige Jahrzehnte später eroberte das bekannte Waschmittel Deutschlands Waschküchen. 

Werbeslogans für Persil  
»Alles neu macht Persil«, 1929
»Persil bleibt Persil«, 1953  
»Das beste Persil, das es je gab«,1959 
»Persil –  Da weiß man, was man hat«, 1973 
Harenberg - Abenteuer Geschichte 2014 

Mittwoch, 19. März 2014

Heute vor 33 Jahren – 19. März 1982: Argentinier hissen Flagge auf den Falklands

Krieg im Atlantik 

Am 19. März 1982 hissten argentinische Truppen ihre Nationalflagge auf der »Falkland-Dependenz« Südgeorgien. Am 2. April besetzten argentinische Truppen die britischen Falklandinseln und hissten erneut die Nationalflagge. Nachdem der UN-Sicherheitsrat einen Tag später mit der Forderung nach sofortigem Abzug der Streitkräfte nicht zum Ziel kam, setzte Margaret Thatcher die britische Flotte in Bewegung. 80 Tage später waren die Schlacht und die Inseln für Argentinien verloren. Am 20. Juni 1982 wehte wieder der Union Jack über den Falklands. Bei den Gefechten starben 649 Argentinier und 258 Briten.

Argentinische Truppen auf den Falklands, 1982
Seit 1976 herrschte in Argentinien eine Militärdiktatur. Die Junta ließ Oppositionelle foltern, ermorden und beiseiteschaffen. Doch während der Invasion entwickelte sich eine Welle nationaler Begeisterung. Die Besetzung der Inseln lenkte von Verbrechen und dem Wirtschaftschaos ab. Ähnlich verhielt es sich in Großbritannien: Unter der Regierung Thatchers wurde die Kluft zwischen Arm und Reich immer größer. Die militärische Intervention kam dort also auch gelegen, um die schlechte Stimmung im Land zu wenden, und es tat sich tatsächlich nationaler Eifer auf. Außenminister Lord Carrington trat allerdings aus Protest zurück.

Was am 19. März noch geschah: 
1944: Die deutsche Wehrmacht besetzt Ungarn.
Harenberg - Abenteuer Geschichte 2014 

Dienstag, 18. März 2014

«SIE VERSTEHN MISCH NISCH? KRASS!»



Die Korrektur von Klausuren, Klassenarbeiten und Tests an einer Sekundarschule kann zu Depressionen führen, wenn man sich als Lehrer einreden lässt, für die Ergebnisse mitverantwortlich zu sein. Im Gegenzug wird man natürlich auch immer wieder mit interessanten Überraschungen belohnt, denn gerade die schwachen Schüler gehen oft sehr kreativ mit ihrem Nichtwissen um. Grob lassen sich falsche Antworten in drei Gruppen einteilen: a) Antworten von Schülern, die wissen, dass sie die Lösungen nicht kennen; b) Antworten von Schülern, die glauben, dass sie die Lösungen wissen; und c) Antworten von Schülern, welche die Antworten möglicherweise kennen, aber den Arbeitsauftrag aus sprachlichen Gründen nicht verstehen beziehungsweise bewältigen können.


Eine Aufgabe wie Erkläre bitte, warum Städte früher häufig bei Brücken gegründet wurden! lässt sich folglich auf ganz verschiedene Arten bewältigen. Etwa richtig: Flüsse konnten nur an wenigen Stellen überquert werden, daher trafen an Brücken viele Menschen aufeinander. Händler und Kaufleute konnten hier ihre Geschäfte tätigen, die Dienste von Handwerkern wurden bald gebraucht. So entstanden häufig ganze Städte




Die Schüler der Gruppe a), die die Lösung nicht wissen, weil sie nicht gelernt haben, würden die Aufgabe einfach überspringen.
Ein typisches Angebot aus Gruppe b) würde lauten: An der Brücke ist es schön.
Diejenigen, die zur Gruppe c) gehören, könnten folgende Erklärungen abgeben: Alle trafen sich hier. Hier war Heirat möglich. Auch Haus mit vielen Sachen. Musstu wissen, weißdu! Gehst du Brücke, nich nass.
Die originellsten Lösungsvorschläge kommen aber meistens aus der Gruppe b):

 
1.  Erkläre anhand der amerikanischen Verfassung, was mit Gewaltenteilung gemeint ist.
    Antwort: Gewalt ist nicht gut.
2.  Erkläre, warum die Besiedlung des amerikanischen Kontinents für die Indianer ein Unglück darstellte.
    Antwort: Weil sie keine Sachen anhatten. Da sind sie erfroren.
3.  Nenne eine Gruppe von weißen Siedlern, die von der Ostküste an die Westküste Amerikas zogen.
    Antwort: Die Indianer.
4.  Ordne die Aussage «Mehr als Gold haben Lettern aus Blei die Welt verändert» einem konkreten geschichtlichen Ereignis zu, das diese Aussage erklärt!
    Antwort: Mittelalter.

Wenn diese Schüler ahnen, dass sie zwar einen Teil der Antwort kennen, aber nicht die ganze, greifen sie zu phantasievollen und lustigen Tricks, um vielleicht doch noch die volle Ausbeute an Punkten einzuheimsen:

1.  Nenne drei Personengruppen, die durch den sozialen Arbeitsschutz besonders abgesichert werden. Richtig wäre: Mütter, Jugendliche, Behinderte. Für jede Nennung gäbe es einen Punkt. Einmal schrieb einer meiner Schüler: Mütter, Väter, Eltern. Ein anderer: Blinde, Rollstuhlfahrer und Behinderte.

2.  Nenne die sechs Gründungsmitglieder der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl. Eine Schülerin versuchte es damit: Die sechs Gründungsmitglieder der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl sind Deutschland, England, Frankreich, Polen, Italien, Schweden, Schweiz, Holland, Spanien, Portugal, USA, China, Russland und Dänemark. Welche Länder es genau sind, weiß ich aber nicht. Bitte kreuzen Sie die richtigen für mich an, Herr Serin!

Regelmäßig projiziere ich, um die Schüler für die richtigen Lösungen zu sensibilisieren, ihre falschen an die Wand. Anschließend bitte ich sie, zu diesen die entsprechenden Arbeitsaufträge zu fomulieren. Der Erfolg stellt sich nicht sofort ein. Lange Zeit kämpfe ich vor allem mit Niederlagen:
«Wie könnte die Frage zu folgender Antwort lauten: Weil sie keine Sachen anhatten. Da sind sie erfroren. Ja, Kenneth?»
«Wer ist erfroren?»
«Nein! … Angelina?»
«Warum sind sie erfroren?»
«Nein. Auch nicht. Die Aufgabe lautet: Erkläre, warum die Besiedlung des amerikanischen Kontinents für die Indianer ein Unglück darstellte! Ich hoffe, ihr begreift, warum diese Antwort falsch ist.»
Die meisten Schüler sind oft nicht der Meinung, die Antworten sein falsch, sondern argumentieren, die Arbeitsaufträge seien falsch gestellt.
Ein weiterer Fall: «Die Indianer. Auf welche Aufgabe könnte das eurer Meinung nach die Antwort sein? Ja … Roy.»
«Welche Weißen zogen in Amerika von Ost nach West?»
Ich hatte nicht damit gerechnet, dass es Roys eigene Antwort gewesen war und dass er sich die dazugehörige Frage gemerkt hatte.
Alternativ dazu verlange ich von meinen Klassen, vor der Lösung einer Aufgabe diese in eigenen Worten zu erklären. Hat man die Aufgabenstellung verstanden, kann man immer noch falsch antworten. Ein Mindestmaß an sprachlicher Kompetenz ist für das inhaltliche Erfassen von Arbeitsaufträgen allerdings unabdingbar. Gerade an der Kevin-Prince-Boateng-Sekundarschule haperte es diesbezüglich bei vielen Jugendlichen mit nichtdeutscher Muttersprache:
«Nuri. Hier steht: Beurteile, ob die Herrschaft Ludwigs XIV. aus der Sicht eines Bauern gerecht war! Gib die Aufgabe bitte in eigenen Worten wieder. Sag, was du jetzt zu tun hast!»
«Weiß nisch. Was habisch zu tun?»
«Du sollst dir die Aufgabe durchlesen und mir dann erklären, was du machen sollst.»
«Die Aufgabe durschlesen.»
«Und?»
«Hab durschgelesen.»
«Und, was sollst du machen?»
«Aufgabe durschlesen.»
«Und was steht drin in der Aufgabe?»
«Beurteile, ob die Herrschaft Ludwig … aus den Bauern gerecht war!»
«Beurteile, ob die Herrschaft Ludwigs XIV. aus der Sicht eines Bauern gerecht war.»
« … aus der Sicht eines Bauern.»
«Und jetzt mal in eigenen Worten. Was steht dadrin?»
«Beurteile, ob die Herrschaft Ludwig aus der Sicht … »
«In eigenen Worten sollst du es sagen.»
«Sag isch doch.»
«Du liest nur vor.»
«Kann nisch anders sagen.»
«Los, versuch es! Versuch in eigenen Worten zu sagen, was in der Aufgabe steht. Mensch, Nuri! Das ist doch nicht so schwer.»
«Urteilen die Herrschaften. Sehen die Bauern Ludwisch gerescht.»
«Nuri! Was meinst du? Ich versteh nich.»
«Escht!? Herr Serin. Sie verstehen nisch? Krass. Ich dachte, Sie Lehrer. Isch dachte, nur wir verstehen nisch. Sie verstehn misch nisch.»
Mir war klar, dass ich vermutlich dem Siebtklässler Nuri zunächst die Fünf-Schritt- Lesetechnik, die eigentlich zur Erschließung längerer und komplizierter Texte diente, beibringen müsste, damit er sie auf den Einzelsatz anwenden konnte:

1.  Lies dir den Satz Beurteile, ob die Herrschaft Ludwigs XIV. aus der Sicht eines Bauern gerecht war! bitte zunächst einmal zügig durch, um dir einen Überblick zu verschaffen. Zunächst sollst du dir eine grobe Vorstellung vom Inhalt und Aufbau des Satzes machen.
2.  Überlege, welche Fragen in diesem Satz zum Ausdruck kommen. Zur Übung kannst du die Fragen auf einen Zettel schreiben.
3.  Lies den Satz jetzt gründlich durch. Denke dabei an die Fragen, auf die dir der Satz Antwort geben soll. Mache kleine Pausen, damit sich das Gelesene festigen kann.
4.  Teile den Satz in Sinnabschnitte und fasse jeden Sinnabschnitt in eigenen Worten zusammen. Finde für die einzelnen Sinnabschnitte des Satzes Überschriften.
5.  Fasse nun zusammen, worum es in dem Satz insgesamt geht.

Aber wie soll man das bei zwei Stunden in der Woche schaffen, ohne die besseren Schüler zu vernachlässigen? Wahrscheinlich hätte Nuri schon die einzelnen Schritte der Fünf-Schritt-Lesetechnik nicht verstanden. Aber es war mir nicht möglich, für jeden Schüler, der kaum Deutsch konnte, einen Dolmetscher mit in den Unterricht zu bringen. Und für welche Sprache überhaupt, wenn manche Jugendliche nicht einmal ihre Muttersprache beherrschten? Dennoch: Bei aller Verzweiflung über den oftmals ausbleibenden Lernfortschritt finde ich es manchmal sogar besser, wenn Jugendliche falsch antworten. Da weiß ich wenigstens nicht vorher, was mich erwartet. Es gibt nichts Langweiligeres, als wenn alle Schüler die Lösungen kennen. Dann liest man nämlich bei der Korrektur von Tests und Klassenarbeiten über zwanzigmal immer wieder das Gleiche.


November 2010, Kevin-Prince-Boateng-Sekundarschule, Wedding, Geschichte, 10. Klasse

Ich: Mensch, du könntest wirklich besser sein!
Nadeshda: Ist aber langweilig.
Ich: Ja und. Meinste, mit der Einstellung wirst du später jemanden überzeugen, dich einzustellen?
Nadeshda: Ich will nicht arbeiten. Ich nehm mir 'nen reichen Mann.
Ich: So gut siehst du aber auch wieder nicht aus.


aus Stephan Serin, Musstu wissen, weiss’ du, rororo 2012


siehe auch:
- Föhn mich nicht zu (Post, 05.09.2010)

Sonntag, 16. März 2014

Heute vor 75 Jahren – 16. März 1939: Einrichtung des »Protektorats Böhmen und Mähren«

Hitler verleibt dem Reich die »Resttschechei« ein 

Im November 1937 hatte Reichskanzler Adolf Hitler der Wehrmacht seine militärischen Pläne erläutert und dabei neben Österreich auch die Tschechoslowakei als Objekt einer ersten Expansionsphase herausgestellt. Im folgenden Jahr erzwang er zunächst die Abtretung des mehrheitlich deutsch besiedelten Sudetenlandes an das Deutsche Reich. Am 15. März 1939 besetzte die Wehrmacht dann die »Resttschechei«. Noch am selben Abend diktierte Hitler auf der Prager Burg den »Erlass zur Einrichtung des Protektorats Böhmen und Mähren«, der vor 75 Jahren, am 16. März 1939, in Kraft trat.

Londoner Geografen arbeiten nach der Zerschlagung
der Tschechoslowakei an der Änderung der Landkarte Europas, 1939
Dem Protektorat wurde die Staatlichkeit aberkannt, stattdessen wurde es ein (theoretisch) autonomer Bestandteil des Deutschen Reichs. »Gefährliche Elemente«, Kommunisten und oppositionelle Intellektuelle, deutsche Emigranten, fielen »Säuberungsaktionen« zum Opfer, etwa 70.000 tschechische Juden wurden Opfer des Holocausts. Zur Symbolfigur der brutalen Fremdherrschaft wurde vor allem Reichsprotektor Reinhard Heydrich, der am 4. Juni 1942 den Folgen eines Attentats erlag.

Reinhard Heydrich (1904-1942) 
einer der Organisatoren der »Endlösung der Judenfrage«
Leiter der Sicherheitspolizei und des Sicherheitsdienstes
im Auftrag der tschechischen Exilregierungin Prag von Attentätern getötet

Harenberg - Abenteuer Geschichte 2014 

Samstag, 15. März 2014

Pink Floyd - Live in Venice Italy 1989

Pink Floyd "Live in Venice Italy 1989" FuLL Widescreen HD [1:31:37]

Veröffentlicht am 21.10.2013
Pink Floyd "Live in Venice Italy 1989" FuLL Widescreen HD

Angaben aus einem anderen Upload:
Pink Floyd - Live In Venice July 15,1989
01. Shine You Crazy Diamond (part 1)
02. Learning To Fly
03. Yet Another Movie
04. Round And Around
05. Sorrow
06. The Dogs Of War
07. On The Turning Away
08. Time
09. The Great Gig In The Sky
10. Wish You Were Here
11. Money
12. Another Brick In The Wall (part 2)
13. Comfortably Numb
14. Run Like Hell
David Gilmour - Lead guitars and Lead vocals
Nick Mason - Drums and Percussion
Richard Wright - Keyboards and Vocals
with:
Tim Renwick - Guitars
Gary Wallis - Percussion
Jon Carin - Keyboards, Synthesizers and Vocals

Guy Pratt - Bass and Vocals
Scott Page - Saxophones
Rachel Fury, Durga McBroom and Lorelei McBroom - Backing Vocals

Freitag, 14. März 2014

In memoriam Dr. Eyad al-Sarraj, Psychiater und Menschenrechtsaktivist, 1944-2013

Für mentale Gesundheit und Menschenrechte 

In memoriam Dr. Eyad al-Sarraj, Psychiater und Menschenrechtsaktivist, 1944-2013

Gaza, im Januar 1988 im Shifa-Hospital. Dort trafen wir Dr. Eyad al-Sarraj. Er begleitete uns und erklärte mit sanfter Stimme den harschen Anblick der verwundeten jungen Menschen und die Vernachlässigung und den Schmutz des Shifa-Regierungskrankenhauses. Nach eineinhalb Stunden in seiner Wohnung war die Stimmung gut und kooperativ. Es war Eyad, der den Prozess und den Wandel in unserer Gruppe bewirkte. Plötzlich hatten wir einen palästinensischen Doktor zum Freund. 

Zwei Monate später, in Neve Tzedek in Tel Aviv, fand die Gründungskonferenz der Vereinigung Israelischer und Palästinensischer Ärzte für Menschenrechte (AIPPHR) statt. Der Saal war voll von Ärzten aus Israel, dem Gazastreifen, Ost-Jerusalem, der West Bank und den Golanhöhen. Eyad sagte: "Ich bin ein palästinensischer Arzt aus Gaza, und ich bin stolz, an der Gründung dieser Ärzte-Organisation für Menschenrechte teilzuhaben. Ich rufe Sie alle auf, daran mitzuwirken." Die Organisation wurde am gleichen Tag gegründet. Danke, Eyad!

Er sammelte Gelder und kehrte nach Gaza zurück, mit der Möglichkeit, seinen Traum zu verwirklichen: ein Zentrum für psychische Gesundheit in Gaza. Das war nicht einfach in einer Gesellschaft, in der es keine Infrastruktur und kein professionelles Personal gab. Ich beteiligte mich zusammen mit anderen Kollegen als Freiwillige beim Gaza Zentrum für Mentale Gesundheit (GCMH) an der Ausbildung von therapeutischem Personal. 

Wir stellten Kontakte zur psychologischen Abteilung der Universität Tel Aviv her und schufen einen Rahmen für Supervision und Ausbildung. Dieses Netzwerk arbeitete weiter, bis die Armee den Studenten aus Gaza nicht mehr erlaubte, für ihre Studien nach Tel Aviv zu kommen. 

Eyad gehörte nicht zu irgendeiner politischen Partei in Gaza. Er war nicht einverstanden mit der verbreiteten Meinung: Zuerst bekämpfen wir die Besatzung, und erst danach kämpfen wir für Unversehrtheit zu Hause. Die palästinensische Behörde mochte seine Meinung oder seine politische Unabhängigkeit nicht. Eyad wurde während der Zeit des Vorsitzenden Yasser Arafat 1995/96 dreimal verhaftet. Die Inhaftierung durch die eigenen Leute deprimierte ihn. Er brauchte eine lange Zeit und viele Gespräche, um wieder er selbst zu werden. Währenddessen machte das GCMH Fortschritte. Eyad kümmerte sich besonders um Kinder und Jugendliche. Er verstand deren schwierige emotionale Situation, in der die traditionelle Institution der Familie unmittelbar vor ihren eigenen Augen zerstört worden war, indem der Vater seinen Platz in der Familie verlor, entweder infolge der Schläge und Erniedrigung durch israelische Soldaten vor den Augen der Familie oder durch den Mangel und die Arbeitslosigkeit, die den Eltern aufgezwungen wurden. 

Eyad kämpfte für die Frauen in Gaza und schuf ein spezielles therapeutisches Netzwerk für sie. Das war keine leichte Aufgabe in einer traditionellen Gesellschaft im beschleunigten Prozess der Rückkehr zur Religion. Auf der ganzen Strecke unseres gemeinsamen Weges war Eyad ein untrennbarer Teil des Kampfes gegen Folter. Eyads publizierte Artikel über seine psychologische Sichtweise als Ergebnis seiner Arbeit mit Kindern und Jugendlichen in Gaza ernteten große internationale Aufmerksamkeit. Eyad sagte vor dem Menschenrechtsausschuss der Vereinten Nationen aus – nach der Operation "Vergossenes Blei" (der israelischen Armee, Anmerkung des Übersetzers) 2009. Sein Zeugnis war wichtiger Teil des Goldstoneberichts

2008 wurde das Gaza Center for Medical Health von der israelischen Armee bombardiert. Die Zerstörungen waren schwer und es war schwer für Eyad, ihnen ins Auge zu sehen. Ich traf ihn einige Zeit nach der Bombardierung. Ich sah, dass er krank war. Einige Jahre vergingen für Eyad in seinem Kampf gegen die maligne Leukämie, an der am 17. Dezember 2013 in einem Krankenhaus in Israel verstarb. 

Eyad wurde in Beersheva geboren und floh als kleiner Flüchtlingsjunge nach Gaza – er sah sich selbst als stolzer Gaza-Bürger. Er war nicht religiös und war nicht mit irgendeiner politischen Partei verbunden, sondern sein Wunsch war es, mit all der Großzügigkeit zu helfen, die ihn charakterisierte. Ich vermisse dich sehr, lieber Freund, einen Menschen, mit dem zu sprechen und Gedanken auszutauschen solch eine einzigartige Erfahrung war. Unsere Welt ist anders und ärmer ohne ihn. 

Dies ist eine gekürzte und übersetzte Fassung des Nachrufs von Dr. Ruchama Marton. Übersetzung Matthias Jochheim (IPPNW, Deutschland). Den vollständigen Nachruf in englisch finden Sie unter: www.phr.org.il/default.asp?PageID=190&ltemID=1844 


Dr. Ruchama Marton ist Präsidentin der "Physicians For Human Rights Israel" und Trägerin des alternativen Nobelpreises
ippnw-forum nr 137, märz 2014



Eyad al-Sarraj war Träger des Olof-Palme-Preises 2010 und des Martin-Ennals-Award 1998







Eyad El-Sarraj, Psychiatrist Who Fought for Palestinians’ Rights, Dies at 70 (New York Times)
Zum Tode von Dr. Eyad al-Sarraj (medico international)
Palestinians honour Gaza psychiatric pioneer (Aljazeera, Gruß übrigens an meine Freunde von der NSA!)





 








Ruchama Marton ist Gründerin der Physicians for Human Rights Israel und Trägerin des Emil-Grünzweig-Menschenrechtspreises 1999

Donnerstag, 13. März 2014

Elektronische Gesundheitskarte rechtswidrig

Wie das Hamburger Abendblatt berichtete, verstößt die Anfang 2014 eingeführte Gesundheitskarte mit Bild laut eines Gutachtens der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) gegen das Gesetz. Die Krankenkassen hätten es versäumt, die Fotos zu überprüfen. 

Aufgefallen war dies als Mitglieder Fotos des "Star Wars"-Charakters "Darth Vader" oder berühmter Persönlichkeiten, wie Brad Pitt oder Lady Gaga eingereicht hatten. Derzeit sind zwischen 55 und 60 Millionen E-Cards im Umlauf. Wie viele davon ungültig sind, ist nicht bekannt. Deshalb müssten prinzipiell alle Karten eingezogen oder nachgerüstet werden, da sie so keine gesetzlich gültigen Identitätsnachweise darstellen. 

Die Aktion "Stoppt die e-card", ein Bündnis aus 54 Bürgerrechtsorganisationen, Datenschützern, Patienten- und Ärzteverbänden, fordert seit Langem die Abschaffung der Karte. Dr. Manfred Lotze, Vertreter der IPPNW im Bündnis, warnt: "Die NSA hat vorgemacht, wie schnell Daten zu entschlüsseln sind – das sollte auch den letzten Sicherheitsgläubigen eines Besseren belehren." Trotz allem ist das Bundesministerium für Gesundheit der Ansicht, die Krankenkassen hätten keinen Fehler gemacht, da die Verifizierung der Daten nicht zwingend während der Übermittlung des Lichtbilds geschehen müsste. [Hervorhebung von mir] Informationen darüber, wann die Überprüfung stattfinden müsse, gibt es allerdings nicht. 
ippnw forum nr137, märz2014



Eine Zusammenfassung des zeitlichen Ablaufs (alle Infos aus Wikipedia, abgerufen am 13.03.2014): 
In dem Gesetz zur Modernisierung der gesetzlichen Krankenversicherung vom 14. November 2003 (Inkrafttreten am 1.1.2004) wurde die Einführung der eGK zum 1. Januar 2006 in § 291a SGB V gesetzlich festgeschrieben.

Die Vorlage zum Gesundheitsmodernisierungsgesetz von 2003 fordert das Aufbringen eines Lichtbildes, um Missbrauch zu verhindern.[21] [A 5]
Gemäß dem verbindlichen Sicherheitskonzept der gematik [22] sind die Krankenkassen als Herausgeber der eGK für die Einhaltung der gesetzlichen Anforderungen und den Spezifikationen der gematik GmbH verantwortlich. [A 6] Jede Krankenkasse verantwortet selbst die Einhaltung der datenschutzrechtlichen Bestimmungen und berücksichtigt neben dem Sicherheitskonzept der gematik GmbH die Anforderungen des Bundesbeauftragten für den Datenschutz und die Informationsfreiheit (BfDI) und die europäischen Vorgaben.
Der Bundesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit Peter Schaar fordert am 3. Juni 2009 in der Tagesschau, dass „die Krankenkassen dafür Sorge tragen müssen, dass die Fotos den Betroffenen zuzuordnen sind“.

Im Januar 2005 [also ein Jahr vor der im Gesetz geplanten Einführung, Anmerkung von mir] gründeten die Spitzenverbände der Selbstverwaltung [wer das außer der Kassenärztlichen Bundesverwaltung noch ist, ist für mich nicht eruierbar] im Januar 2005 die Betriebsorganisation gematik (Gesellschaft für Telematikanwendungen der Gesundheitskarte mbH).

Der 110. Deutsche Ärztetag beschloss im Mai 2007, die eGK in der heute vorliegenden Form abzulehnen und neue Wege zu gehen, die eine größere Datensicherheit und eindeutige Aussagen über die Finanzierbarkeit aufweisen. Der 111. Ärztetag erneuerte im Mai 2008 seine Kritik an der elektronischen Gesundheitskarte in der jetzigen Form und verlangte einen Stopp der Tests. Bei der Mehrheit der Delegierten überwogen die datenschutzrechtlichen Bedenken gegen die zentrale Speicherung der Patienteninformationen.  
Der Verband der privaten Krankenversicherer stieg unter Hinweis auf die fehlende Investitionssicherheit im Juli 2009 aus der Teilnahme am Basis-Rollout der neuen Chipkarten-Lesegeräte aus. (Der entsprechende Link bei Wikipedia funktioniert nicht mehr.)
Der 113. Deutsche Ärztetag beschloss am 14. Mai 2010, das Projekt Gesundheitskarte „in der weiterverfolgten Zielsetzung endgültig aufzugeben“.
Auch der 116. Deutsche Ärztetag im Mai 2013 in Hannover bekräftigte die in seinen Beschlüssen der letzten Jahre formulierte Ablehnung des Großprojektes „Elektronische Gesundheitskarte“. „In den vergangenen 7 Jahren hat sich herausgestellt, dass das eGK-Projekt nicht geeignet ist, eine moderne, sichere, patienten- und arztdienliche elektronische Kommunikation im Gesundheitswesen zu befördern. Die bisher investierten Gelder sind der medizinischen Versorgung verloren gegangen.“ [10]

Die Artikel-29-Datenschutzgruppe (das unabhängige Beratungsgremium der Europäischen Gemeinschaft in Fragen des Datenschutzes) fordert, dass „Patienten absolut zweifelsfrei identifizierbar sein müssen".

Die Anlage 4a des Bundesmantelvertrags [A 7] setzt die Umsetzung der MUSS-Anforderungen des Sicherheitskonzeptes der gematik voraus. Die Ärzteschaft ist zur Identitätsprüfung verpflichtet [Hervorhebung von mir], kann diese aber ohne vorausgegangene zweifelsfreie Zuordnung der eGK zur Person durch Bestätigung durch eine vom Benutzer unabhängige Instanz nicht erfüllen. Der 112. Deutsche Ärztetag vom 19 - 22. Mai 2009 hat deshalb folgende Entschließung gefasst: „Die Krankenkassen werden aufgefordert sicherzustellen, dass die Fotos, die die Versichertenkarten schmücken sollen, tatsächlich den Versicherten darstellen.“[27]
 
Die für die Ausgabe der eGK verantwortlichen Krankenkassen haben entgegen dem gültigen Sicherheitskonzept der gematik, den Forderungen der Datenschutzgruppe der EU, den Anforderungen des Bundesdatenschützers und damit auch entgegen den relevanten Gesetzen keine Bestätigung der Identität durch eine vom Benutzer unabhängige Instanz etabliert und für die Lichtbilder keine Identitätsprüfung vorgesehen. Sie verlassen sich ausschließlich auf ungeprüfte Selbstangaben der Versicherten. Die im gematik-Sicherheitskonzept geforderte Adressprüfung durch eine vom Benutzer unabhängige Instanz ist in den derzeitigen (Stand 2012) Verfahren gleichfalls nicht vorgesehen. Gemäß dem verbindlichen Sicherheitskonzept der gematik sind die Krankenkassen als Herausgeber der eGK für die Einhaltung der Anforderungen verantwortlich. „Die Erreichung der Schutzziele und die Wirksamkeit und Konsistenz der gewählten Prozesse sowie der einzelnen Prozessschritte ist vom Kartenherausgeber zu gewährleisten.“[28] [Hervorhebung von mir

Während auf der KVK nur die oben genannten Daten gespeichert werden durften, muss die eGK geeignet sein, ärztliche Verordnungen (sog. eRezept) und den Berechtigungsnachweis für EU-Ausländer (sog. Europäische Krankenversicherungskarte) zu speichern.[G 11]
Darüber hinaus muss die Gesundheitskarte geeignet sein, folgende freiwillige Anwendungen zu unterstützen, insbesondere das Erheben, Verarbeiten und Nutzen von

  1. medizinischen Daten, soweit sie für die Notfallversorgung erforderlich sind (Notfallversorgungsdaten),
  2. den sogenannten elektronischen Arztbrief,
  3. Daten zur Prüfung der Arzneimitteltherapiesicherheit (persönliche Arzneimittelrisiken und -unverträglichkeiten),
  4. die sogenannte elektronische Patientenakte,
  5. weitere von Versicherten selbst oder für sie zur Verfügung gestellte Daten (Patientenfach), sowie
  6. Daten über in Anspruch genommene Leistungen und deren vorläufige Kosten für die Versicherten.
Dabei können, weil der Speicherplatz – nicht nach den gesetzlichen Vorgaben, aber nach der geplanten technischen Umsetzung – auf der eGK begrenzt ist (32 kB), nur bis zu 8 eRezepte und die Notfalldaten[30] auf der eGK selbst speicherbar sein. Die übrigen freiwilligen Anwendungen wie z. B. eine Patientenakte werden auf Servern der sog. Telematik-Infrastruktur abgelegt. [Hervorhebungen von mir]


Zusammenfassung der Zusammenfassung:

- Anfang 2004 tritt ein Gesetz in Kraft, welches die Einführung einer elektronischen Gesundheitskarte für 2006 vorsieht. Die geplante Chipkarte soll die Identität des Inhabers sicherstellen sowie verwaltungstechnische und medizinische Daten (z.B. Notfalldaten wie »Bluter« oder »Diabetiker«) speichern können.
- 2005 wird eine Gesellschaft gegründet, die das Ganze organisieren und umsetzen soll.
- Das Rollout wird 2009/2010 gegen die Kritik von Datenschützern und den Widerstand der Ärzteschaft erzwungen, etwa 120.000 Arztpraxen in Deutschland müssen neue Lesegeräte anschaffen, obwohl grundlegende gesetzliche Forderungen nicht eingehalten werden und diese Tatsache über Jahre hinweg bekannt ist. 
- Die Speicherfähigkeit der E-Card ist mit 32 kB äußerst begrenzt.
- Alle freiwilligen Daten, für deren Speicherung die Kapazität der E-Card schon von vorneherein nicht ausreicht, sollen in einer »Cloud« gespeichert werden.
- Fünf Jahre nach dem Beginn des Lesegeräte-Rollouts stellt ein Gutachten fest, daß das Handling der E-Card durch die Krankenkassen die gesetzlichen Bestimmungen nicht einhält. Anscheinend kann niemand dafür verantwortlich gemacht werden, daß eine Identitätsprüfung der Chipkarteninhaber nicht möglich ist, obwohl dies die Voraussetzung für die Einführung der Chipkarte war. Laut obigem Artikel ist aber das BGM der Meinung, die Krankenkassen hätten keinen Fehler gemacht. (Die Erfahrung zeigt, daß man sowas nur lange genug behaupten braucht…)
Link zu den Kostenerwartungen (Wikipedia)



Was für ein Herumgemache! Ein eindrucksvolles Beispiel dafür, mit wie heißer Nadel dieses Gesetz gestrickt und wie stümperhaft und borniert es umgesetzt wurde.
Es dürfen Wetten abgegeben werden: 
Wenn also in ein paar Jahren stabile juristische Verhältnisse geschaffen sein werden, wird es dann neue Chipkarten-Lesegeräte geben, die angeschafft werden müssen? 
Den Firmen, die die Chipkarten-Lesegeräte produzieren, wären ja doof, hätten sie Geräte hergestellt, die Chipkarten mit größerer Speicherkapazität lesen könnten. Die Arztpraxen in Deutschland dürfen sich also schon auf das nächste Roll-Out freuen!
Eigentlich gehört dieser Post auf den 1. April. Mal sehen…

Mittwoch, 12. März 2014

Sind wir zur Moral fähig?

Der Mensch ist ein Herdentier und hält sich für Gottes Geschöpf. Wir pflegen täglich unseren Körper, am Wochenende unser Auto, wir spülen unser Geschirr und wischen und staubsaugen die Böden unserer Wohnungen. Aber wie gehen wir mit unserer Seele um?

Wir begeistern uns, wenn ein kleines Kind aus einem Brunnen gerettet wird, sind aber auch dazu in der Lage, Menschen, die Anforderungen nicht zu erfüllen imstande sind, Schmerzen zuzufügen oder sogar zu töten (Milgram-Experiment). Das Privatfernsehen produziert Quotenrenner, in denen die voyeuristische Lust, andere in seelischen Nöten zu sehen, befriedigt wird. Immer wieder sehe ich Menschen, die anderen ihr Laub vor die Türe kehren, ihre Hunde nicht erziehen und in die Gegend kacken lassen oder die zwei Parkplätze in Anspruch nehmen, wo bei ein wenig Achtsamkeit auch einer genügen würde. Wir akzeptieren die Nutzung von Atomenergie, wollen das Entmüllager aber keinesfalls vor unserer Tür. Wir verschleudern natürliche Ressourcen aus Bequemlichkeit. Wir lassen unsere Kinder taufen, die Kirchen sind zu Weihnachten überfüllt, ein schönes »Ave Maria« treibt uns die Tränen in die Augen, und abends schauen wir zu, wie sich zwei bei »Big Brother« unter der Dusche befummeln. Hunderttausende von Männern besuchen täglich Prostituierte, aber die einzige Möglichkeit, damit umzugehen, scheint, das Symptom zu verbieten. Wozu nach der Krankheit fragen? Sind die möglichen Antworten zu unbequem oder gar zu lang?



Wir klagen ständig über Politiker, die die Unwahrheit sagen. Politiker aber, die unbequeme Wahrheiten aussprechen, werden nicht gewählt. Täglich werden neue Nebenkriegsschauplätze eröffnet, um die aus den gesellschaftlichen Verhältnissen erwachsende Aggressivität in Bahnen zu lenken. Menschen werden ausgebeutet, als Ware benutzt und weggeworfen, aber die Erregung einem anonymen System gegenüber, in welchem keiner mehr Verantwortung hat (oder: zu haben scheint), erhält eine Form, wenn wir »Deutschland sucht den Superstar« konsumieren und entlädt sich bei Boxkämpfen, Fußballspielen oder telegen aufbereiteten Verfolgungsjagden. Wir gieren danach, eine heile Welt vorgegaukelt zu bekommen und empören uns pflichtschuldigst, wenn die Kulissen des Theaterstücks, in welchem wir uns in unserer Trance suhlen, zusammenbrechen. Während die Supermarkt-Kassiererin gekündigt wird, die sich einen weggeworfenen Joghurt für 39 Cent aus dem Müll einverleibt, wird tagelang in den Nachrichten darüber diskutiert, ob Uli Hoeneß drei, 18,5 oder sogar 26 Millionen Euro an Steuern hinterzogen hat und ob er noch eine Bewährungsstrafe kriegt und ob er nach diesem Fauxpas noch Aufsichtsratschef bei den Bayern bleiben kann.

Wir verwenden eine große Anzahl unterschiedlicher Messlatten; und wir legen sie an die Realität, die uns begegnet, so an, daß unser Weltbild aufrechterhalten bleibt und wir nicht zu sehr gestört werden, in dem was wir tun und von uns und der Welt denken. Edward Snowden gibt seine Karriere auf, um den Menschen etwas über die Dinge mitzuteilen, die hinter dem Vorhang passieren, die Politiker und die Medien haben etwas in der Hand, womit sie ihre Existenzberechtigung zelebrieren können, eine riesiges Kartenhaus an Aufgeregtheiten bannt unsere Aufmerksamkeit… – und fällt in sich zusammen, wenn Putin auf die Krim marschiert und damit angeblich das Völkerrecht bricht. Wenn unsere westlihen Staaten mit unserer angeblich so fortschrittlichen Gesellschaft, das Völkerrecht bricht, naja, dann ist das so, wir sind ja die Guten. Die Tatsache, daß das Flugzeug von Boliviens Präsident Evo Morales mal kurz vom Himmel geholt und der Präsident zwölf Stunden auf dem Wiener Flughafen festgehalten wurde (geschehen am 2. Juli 2013), weil es das Gerücht gab, Edward Snowden befinde sich an Bord und dem Flugzeug daraufhin mal kurz die Überfluggenehmigungen für Frankreich, Spanien, Portugal und Italien entzogen wurden, war unseren westlichen Medien nur eine kurze Meldung wert. Wir messen ständig mit unterschiedlichen Maßstäben, wollen es aber nicht wissen. Wie funktioniert es, daß es ein wahrer Shitstorm über Bischof Tebartz-van Elst niedergeht, weil er 31 Millionen Euro verbaut und die Tatsache, daß ein halbes Dutzend Fußballspieler des AS Monaco mehr als 10 Millionen Euro pro Jahr (steuerfrei) verdienen, erst gar nicht in den Medien auftaucht?



Maßstäbe, Ansprüche, Hoffnungen, Erwartungen, Gewissheiten… All das sind hochkomplizierte und gleichzeitig sehr einfache Phänomene, die durch unseren Geist wandern und uns hierher oder dorthin lenken. Irgendwo drückt irgendjemand auf irgendein Knöpfchen, und wie die Marionetten marschieren wir los und empören uns, verzweifeln, trauern … oder schlagen auch mal zu. Und in dem Durchflutet-Werden durch diese getriggerten intensive Gefühle fühlen wir uns sehr lebendig und glauben, daß wir leben – während uns andere wie einen Tanzbären am Ring in der Nase durch die Manege ziehen. (Meldung in der Tagesschau: »60% der Deutschen sind für die Ukraine!« Na, Bravo!) 

Wir wollen die Welt verstehen, dabei verstehen wir noch nicht einmal uns selbst. Wir haben Überzeugungen, und denen sollen andere gefälligst gerecht werden, aber wir hinterfragen unsere Überzeugungen nicht. Wir haben Forderungen, denen sollen andere nachkommen, aber wir hinterfragen unsere Forderungen nicht. Wir trauern, wollen Unglücke verhindern, das sollen gefälligst andere machen, deren Aufgabe das ja ist, aber wir hinterfragen unser Leiden nicht. Wir wollen leben, wir wollen glücklich leben und machen die Qualität unseres Lebens davon abhängig, daß die Welt da draußen und die Menschen, mit denen wir zu tun haben, so funktioniert und so sind, wie wir das gern hätten. Wir fragen aber nicht danach, was wir uns unter Glück vorstellen, wir fragen uns nicht, warum wir uns Glück so vorstellen, wir wir das tun, wir hinterfragen uns selbst nicht. Wozu auch? Wir wollen ja funktionieren können, wir wollen Stabilität – und wir wollen vor allem recht haben! Und »Germany's Next Topmodel« ist kurzweiliger als das Aufräumen unserer Seele. Wir wollen Stars, zu denen wir aufblicken können und geilen uns daran auf, wenn sie fehltreten oder zusammenbrechen.

Als Kinder haben uns unsere Eltern dazu angehalten, regelmäßig die Zähne zu putzen. Wir kümmern uns um den Ölstand unseres Autos, und nächsten Samstag gehen wir neue Schuhe kaufen, weil, die alten, das geht ja gar nicht mehr. Was ist mit unserer Seele? Wir laufen in Schuhkartons herum, deren Wände wir für die Realität halten. Und wir finanzieren diejenigen, die uns diese Wände anmalen. Wir laufen mit Gewissheiten herum, die nicht die unsrigen sind. Wir lassen uns ständig neue Wahrheiten verkaufen, damit wir selbst nicht denken brauchen. Und wenn wir eine Wahrheit erzählt bekommen, die länger ist als drei Sätze, schalten wir ab. Alles nur eine Energiefrage?

Wir sind Roboter, die sich ständig etwas von freiem Willen vorgaukeln (lassen) und begierig darauf sind, in diesem Glauben bestätigt zu werden. Wir halten uns für die Krone der Schöpfung, nur seltsam, daß sich ständig irgendwelche Kronen dieser Schöpfung die Schädel einschlagen oder sonstwie malträtieren. Wir brauchen unser kurzes Gedächtnis, um nicht an uns (ver-)zweifeln zu müssen. Und wir müssen uns ständig in Bewegung und beschäftig halten, um nicht mit uns selbst konfrontiert zu werden. Jede Sau, die durch’s Dorf gejagt wird, lenkt uns von unserer Hilflosigkeit und unserer Pseudo-Existenz ab. Dem Machtwillen einiger Weniger reicht unser Bedürfnis nach Ablenkung und Verleugnung die Hand…


Tiere sind ein Zweck an sich

Von Leick, Romain und Schmitter, Elke
Haben wir das Recht, Tiere für unsere Bedürfnisse zu nutzen und zu töten? Die Autorin und Philosophin Hilal Sezgin hält ein radikales Plädoyer gegen eine Sonderstellung der menschlichen Spezies.

In diesem SPIEGEL-Interview wird unsere Haltung der Welt gegenüber infrage gestellt.