- "Mein kindliches Vertrauen in die US-Justiz ist dahin" (Telepolis, 19.08.2014)
Springer-Journalisten in Ferguson mit Kommunisten im US-Knast
Seit Monaten kann man in der Springer-Presse erfahren, dass Tausende Israelis Schutz im Bunker vor den Raketen der Hamas suchen, dass russische Eliteeinheiten Zivilflugzeuge abschießen und die Ost-Ukraine besetzen. Und nun das: Welt-Reporter Ansgar Graw reist ausgerechnet in den Springer-Patenstaat USA, dort nach Missouri, dort nach Ferguson, wo ein unbewaffneter achtzehnjähriger Schwarzer namens Michael Brown wahlweise "nur" mit sechs Kugeln, darunter zwei Kopfschüssen "erschossen", oder aber – aus europäischer Sicht – ermordet wurde. Der Täter ist vom Dienst suspendiert. Auf den Straßen von Ferguson wurden nun Ansgar Graw von der "Welt" und sein Kollege Frank Herrmann von der US-Polizei aufgespürt und eingesperrt.
Zitat:
Indes appellierte UN-Generalsekretär Ban Ki-moon, der von den USA in Sachen Gaza und Ukraine seit Monaten vorgeführt wird, die US-Paramilitärs sollten in Ferguson doch bitte die "internationalen Standards im Umgang mit Demonstrationen" wahren.
mein Kommentar:
Paramilitärs? mit Kommunisten im Knast? Aufruf zum Einhalten internationaler Standarts?
Reden wir hier über die USA oder über Russland?
siehe auch:
- Was ist los mit dem Handelsblatt? Seltsam, das Blatt erkennt, welches Sicherheitsrisiko die innere Gewalt in den USA darstellt. (Telepolis, 20.08.2014)
Ein befreundeter Journalist hat mir vor kurzem berichtet, in Journalistenkreisen Berlins würde offen darüber gesprochen, in welchem Rollenverhältnis sich unser Land zu den USA befindet – eigenständig oder im Bann und Schutz der imperialen Macht? Die Mehrheit der Meinungsführer fühlt sich vermutlich im Letzterem wohl. Nach meiner Einschätzung übersieht man dabei die Gefahren, die aus der inneren Gewalt der USA folgen. Das Handelsblatt leistet sich nicht nur den Luxus, den Konflikt in der Ukraine und mit Russland anders und fairer zu sehen als die Mehrheit der deutschen Leitmedien (siehe zum Beispiel hier) Das Handelsblatt analysiert auch den Konflikt in Ferguson ziemlich kritisch und durchaus mit gesellschaftspolitischem Verstand. Siehe hier und Anlage. „Ferguson ist bald überall.“ Das entspricht auch der Einschätzung von Norman Birnbaum hier und hier. – Am 11. August hatte ich in den Nachdenkseiten gefragt, ob die Entscheidungsträger der USA verlässlich gegen einen Krieg seien und dabei auch auf die Ermordung des 18-jährigen und den Zusammenhang von innerer Gewalt und Gewaltbereitschaft in den internationalen Beziehungen hingewiesen. Das hatte Zustimmung und auch Kritik eingebracht.
Dienstag, 19. August 2014
Heute vor 2000 Jahren – 19. August 14: Tiberius wird römischer Kaiser
Der zweite römische Kaiser
Heute vor 2000 Jahren wurde Tiberius römischer Kaiser. Durch seinen Status als Stiefsohn des Kaisers Augustus dieser hatte 38 v. Chr. Tiberius' Mutter geheiratet konnte er schon früh politisch aktiv werden. Er bekam bereits mit 19 Jahren ein Senatorenamt übertragen, das man normalerweise erst ab einem vorgeschriebenen Mindestalter von 25 jahren bekleiden konnte. Zusätzlich konnte Tiberius auch sehr früh militärische Erfahrungen sammeln und er unternahm mehrere erfolgreiche Feldzüge.
Tiberius regierte von 14 bis 37 das Kaiserreich, somit war seine 23-jährige Herrschaft eine der längsten Alleinherrschaften eines römischen Kaisers. Er war bestrebt, die konservative Politik seines verstorbenen Stiefvaters fortzusetzen, also eher zurückhaltend und bewahrend zu regieren. Riskante Neueroberungen strebte er nicht an, sondern er konzentrierte sich darauf, die Grenzen des Reiches zu festigen. Da er umsichtig mit den Staatsfinanzen umging, hinterließ er seinem Nachfolger Caligula eine volle Kasse.
Was am 19. August noch geschah:
1965: Nach 20 Monaten endet der Auschwitz-Prozess in Frankfurt mit der Verurteilung von Mitgliedern der Lagermannschaft.
Heute vor 2000 Jahren wurde Tiberius römischer Kaiser. Durch seinen Status als Stiefsohn des Kaisers Augustus dieser hatte 38 v. Chr. Tiberius' Mutter geheiratet konnte er schon früh politisch aktiv werden. Er bekam bereits mit 19 Jahren ein Senatorenamt übertragen, das man normalerweise erst ab einem vorgeschriebenen Mindestalter von 25 jahren bekleiden konnte. Zusätzlich konnte Tiberius auch sehr früh militärische Erfahrungen sammeln und er unternahm mehrere erfolgreiche Feldzüge.
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| Portraitbüste des jungen Tiberius (Abguß) |
Tiberius regierte von 14 bis 37 das Kaiserreich, somit war seine 23-jährige Herrschaft eine der längsten Alleinherrschaften eines römischen Kaisers. Er war bestrebt, die konservative Politik seines verstorbenen Stiefvaters fortzusetzen, also eher zurückhaltend und bewahrend zu regieren. Riskante Neueroberungen strebte er nicht an, sondern er konzentrierte sich darauf, die Grenzen des Reiches zu festigen. Da er umsichtig mit den Staatsfinanzen umging, hinterließ er seinem Nachfolger Caligula eine volle Kasse.
Was am 19. August noch geschah:
1965: Nach 20 Monaten endet der Auschwitz-Prozess in Frankfurt mit der Verurteilung von Mitgliedern der Lagermannschaft.
Harenberg – Abenteuer Geschichte 2014
Ukraine 17 – I love Putin, Putin loves you
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RUSSLAND – Ich will einen wie Putin [14:06]
Veröffentlicht am 10.08.2014
Alter Info-Text:
Das russische Lied "Ich will einen wie Putin". Fast ein Volkslied.
I want a man like Putin
Vom Putin Fan-Club: Putin-Sprüche (Best of Putin-Sprüche, 19.06.2013, Politikforen)
Putin lacht über Reporterfrage {0:26}
Madmargat
Am 10.02.2014 veröffentlicht
Putin spricht deutsch und Klartext {1:34}
Putin & Leitl. Eine Diktatur in Österreich. [1:27]
In der Verfassungskrise 1993 löste er das Parlament (Kongress der Volksdeputierten), das sich seinen Wirtschaftsreformen widersetzt hatte, ohne Rechtsgrundlage auf. Daraufhin enthob das Parlament Jelzin seines Amtes und ernannte den bisherigen Vizepräsidenten Ruzkoi zum neuen Präsidenten. Jelzin setzte sich jedoch mit Hilfe des Militärs durch.
Jelzin gilt in Russland als eine der zentralen Figuren der Coupon-Privatisierung der neunziger Jahre. Diese trug wesentlich zum Entstehen der postsowjetischen Oligarchie bei.
Russland geriet in seiner Regierungszeit in eine tiefe Wirtschaftskrise, in seiner Amtszeit halbierte sich Russlands Bruttonationaleinkommen. Ungeachtet der innenpolitischen Probleme nahm Jelzin als erster russischer Präsident am G-7-Gipfeltreffen der westlichen Industrienationen am 8. Juli 1994 in Neapel teil. Die Wirtschaftsmisere ging weiter, unter anderem aufgrund des Rückgangs der Rohölpreise während der Asienkrise (1997/1998). Am 17. August 1998 war Russland zahlungsunfähig, sogar die Guthaben auf Privatkonten wurden eingefroren.
In Jelzins Amtszeit fiel auch der Erste Tschetschenienkrieg (1994 bis 1996).Gerüchte über eine Alkoholkrankheit Jelzins gab es während seiner ganzen Amtszeit.[7]
Am 31. Dezember 1999 erklärte Jelzin seinen Rücktritt, er übergab um 12 Uhr Moskauer Zeit die Regierungsgeschäfte an Ministerpräsident Wladimir Putin. Eine der ersten Amtshandlungen Putins garantierte Jelzin dann die Freiheit vor Strafverfolgung.
[Boris Nikolajewitsch Jelzin, Präsidentschaft, Wikipedia, abgerufen am 20.09.2019]==========
1. Ansichten eines Putinverstehers
Wladimir Putin ist Macho und Macher, Zar und Star, coole Sau und weiser Patriarch – der Alleskönner in der Champions League der Weltpolitik. Er angelt die dicksten Fische, reitet zu Pferd durch die Taiga, fliegt mit Kranichen im Ultraleichtflieger und steuert Düsenjets. Er betäubt den sibirischen Tiger mit einem gezielten Schuss, spielt Klavier, singt Fats Domino und kann Goethe rezitieren. Er ist sportgestählt und trägt den schwarzen Gürtel im Judo, ist Doktor der Rechtswissenschaft, Ex-Major des Geheimdiensts und Präsident des größten Flächenlands der Erde. Ohne Frage: ein Held. […]
Der hier veröffentlichte Text ist das Einleitungskapitel aus dem am 1. September im Westendverlag erscheinenden Buch: "Wir sind die Guten. Ansichten eines Putinverstehers oder wie uns die Medien manipulieren" (208 Seiten, EUR 16.99, als eBook EUR 12,99) von Mathias Bröckers und Paul Schreyer, die beide auch für Telepolis schreiben.
Seit der Westen sich im Kampf mit Putins Russland um die Ukraine wähnt, werden auch in Deutschland längst vergessene Kriegsängste wieder wach. Doch worum geht es in diesem Spiel wirklich? Und welche Rolle spielen die Medien? Irritiert spüren viele Leitartikler, wie ein wachsender Teil der Leserschaft ihnen nicht mehr länger folgt. Öffentliche und veröffentlichte Meinung gehen drastisch auseinander. Kritisiert wird eine Einseitigkeit in der Berichterstattung, die den Medienmachern selbst als böse Unterstellung gilt. Dabei ist das ständige Mantra vom "bösen Putin" kaum zu überhören. Wie kommt es, dass dem Publikum kein komplexeres Bild zugemutet wird? Bröckers und Schreyer schauen hinter die Kulissen und analysieren neben der Rolle der Medien auch den historischen Hintergrund des Ukraine-Konflikts, sowie die Rolle der Geopolitik. Denn tatsächlich sind Geostrategie und internationale Machtpolitik kein vergangenes Relikt des Kalten Krieges, sondern ein sehr einflussreiches Instrument der Gegenwart. Wer aber sind die realen Akteure und welche Interessen verfolgen sie?Diesen Raubtierkapitalismus, der über Russland hergefallen war wie ein Kannibale über einen Säugling, gebändigt und das wirtschaftlich wie sozial ruinierte Land wieder auf einen prosperierenden Weg gebracht zu haben - das ist die Leistung, für die Putin als "Retter Russlands" gewählt wurde und geliebt wird. Dass er dazu die Demokratie in eine "Demokratur" verbog, dass er Meinungs- und Pressefreiheit einschränkte, dass nicht nur das Parlament, sondern auch die Justiz durch eine Machtvertikale von oben "gelenkt" werden, dass er Privateigentum und Marktwirtschaft zwar rechtlich etablierte, sie aber in ein staatskapitalistisches Korsett drängte und querschießende Oligarchen beseitigte, dass er nationale, patriotische Elemente stets betont und den Wertekanon des Westens verspottet: All dies hat Putin in den westlichen Medien zu einer Unperson gemacht und den Kreml, kaum hatte er sein Image als Hort blutrünstiger kommunistischer Kader abgestreift, erneut zu einer Bastion des Bösen.
Nicht Putins autokratische Regierungsführung oder homophoben Gesetze sind der Grund, warum er im Westen zur Unperson wurde – viele der Alliierten des Westens rangieren diesbezüglich weit unter dem Niveau Russlands –, sondern die Tatsache, dass er den immensen Ressourcenreichtum Russlands der fröhlichen Ausbeutung durch transnationale Konzerne entzogen und unter die Kontrolle des Staats gebracht hat. Und damit hat er sich auch wieder zu einem wichtigen Player im "Great Game" gemacht – dem seit Jahrhunderten währenden Kampf der großen Nationen um die Rohstoffe und Ressourcen dieser Erde.
[Mathias Bröckers, Paul Schreyer, Die Guten und die Bösen, Teil 1: Ansichten eines Putinverstehers, Telepolis, 18.08.2014]
2. Weswegen wir Putinversteher wurden
Seit im Zuge der Krise um die Ukraine in den Medien das Wort "Putinversteher" aufgetaucht ist und als Diskreditierung all jener eingesetzt wird, die sich weigern, diesen Konflikt als Schwarzweißfilm mit eindeutiger Rollenverteilung in Gute (USA, EU und Nato) und Böse (Putin und Russland) zu sehen, sind wir, die Autoren, bekennende Putinversteher. Dass "Verständnis" nicht "Zustimmung" oder "Akzeptanz" bedeutet - diese semantische Klarstellung scheint wichtig zu sein: Hitler zu "verstehen" heißt keinesfalls, ihm zuzustimmen.
Und so verhält es sich auch mit dem russischen Präsidenten, der schon oft mit Hitler verglichen wurde: Hillary Clinton, ehemalige US-Außenministerin und potentielle Präsidentschaftskandidatin, sorgte für die internationale Premiere des neuen Hitler-Vergleichs, Deutschlands Finanzminister Wolfgang Schäuble legte indirekt nach, indem er den Beitritt der Krim zu Russland mit Hitlers Einnahme des Sudetenlands gleichsetzte. Der Verweis auf den Bad Boy Nummer eins der politischen Zeitgeschichte scheint im Zuge der medialen Zuspitzung kriegerischer Konflikte offenbar unvermeidlich und ist - auch wenn sich angesehene Intellektuelle dieses Jobs befleißigen und uns wie Hans Magnus Enzensberger vor dem Irakkrieg etwa Saddam Hussein als neuen Hitler präsentieren - nichts anderes als dumpfe Propaganda. […]
Denn je boshafter, hitlerartiger Putin in den Medien porträtiert wird, desto wichtiger wird ein nüchternes und realistisches Verstehen - nicht durch psychologisierende Spekulation über eine Person, sondern durch politische Analyse, nicht durch einseitige Ideologie, sondern durch ein möglichst objektives Erkennen der Lage.
Von einem solchen möglichst neutralen Erkenntnisgewinn haben sich die westlichen Medien während der gesamten Krise in der Ukraine weitgehend - und seit der Zuspitzung der Lage im November 2013 nahezu vollständig - verabschiedet. Und so kam es, dass die im Westen verbreitete Ideologie mit Putin als neuem Quasi-Hitler von der Bevölkerung mehrheitlich als solche erkannt wurde und sich die Journalisten wunderten, dass ihre über Monate auf allen Kanälen penetrierte Freund-Feind-Unterscheidung vom Publikum nicht angenommen wurde.
[Mathias Bröckers, Paul Schreyer, Die Guten und die Bösen, Teil 2: Weswegen wir Putinversteher wurden, Telepolis, 18.08.2014]
3. Die geostrategischen Interessen hinter dem Ukraine-Konflikt
Auf einen wesentlichen Unterschied zwischen Russland und der Ukraine wurde in jüngster Zeit häufig hingewiesen: In Moskau bestimmt seit Putin die Politik, welche Oligarchen Geschäfte machen dürfen, in der Ukraine bestimmen die Oligarchen, wer in Kiew Politik machen darf. Solange Gorbatschow und der oft betrunkene Jelzin die Amerikaner in Russland Business machen ließen, war alles in Ordnung, erst als Putin den Ausverkauf stoppte und den Oligarchen Michail Chodorkowski ins Gefängnis steckte, weil er sein ergaunertes Ölimperium an Big Oil USA verkaufen und politisch aktiv werden wollte, wurde die Politik des Kremls zum Problem. […]
Die amerikanische Geostrategie muss man also kennen, wenn man die Ereignisse in der Ukraine verstehen will – ebenso wie ihren Gegenpol, die "eurasische" Strategie, die der russische Soziologe und Philosoph Alexander Dugin entworfen hat und die sich gegen die Universalität des westlichen Systems und eine globale amerikanische Bevormundung richtet (Kapitel 14). In beiden Konzepten spielt die Ukraine als "Dreh- und Angelpunkt" (Brzezinski) zwischen dem transatlantischen und dem eurasischen Block eine entscheidende Rolle – und droht nach dem vom Westen massiv geförderten Putsch und dem anschließenden Bürgerkrieg jetzt zu zerreißen. In diesem Krieg geht es nicht um Freiheit oder Menschenrechte, sondern um Macht und Stellungskriege auf dem geopolitischen Schachbrett. Und wie im verfrüht beendet geglaubten Kalten Krieg wird in seiner Neuauflage der Kampf wieder mit Stellvertretern geführt – in diesem Fall mit der ohnehin schon gespaltenen und streitenden Bevölkerung der Ukraine.
[Mathias Bröckers, Paul Schreyer, Die Guten und die Bösen, Teil 3: Die geostrategischen Interessen hinter dem Ukraine-Konflikt, Telepolis, 18.08.2014]
4. Zum wiederholten Mal wird das zerrissene Land zum Aufmarsch- und Schlachtfeld, bei dem sich die Landsleute gegenseitig bekriegen, weil fremde Mächte es als Stellvertreter für ihre Kämpfe nutzen
Nehmen wir einmal folgendes Szenario an: In Deutschland findet ein von einer äußeren Macht geförderter Putsch statt, bei dem die demokratisch gewählte Regierung mit Waffengewalt abgesetzt und durch ein Regime ersetzt wird, in dem die NPD und ihre bewaffneten Kameradschaften einen bedeutenden Einfluss haben. Daraufhin besetzen in Nordrhein- Westfalen aufgebrachte Bürger Rathäuser und Verwaltungsgebäude und errichten Straßensperren, weil sie die Junta in Berlin nicht als legitime Regierung ansehen. Sie fordern Autonomie für ihre Region, wollen dazu ein Referendum abhalten, doch Berlin schickt Panzer und Soldaten, um diese "Separatisten" und "Terroristen" zu eliminieren. […]
Was einst die Statthalter des Zaren, des polnischen Adels oder der Donaumonarchen waren, sind heute Oligarchen und Provinzfürsten, die Wirtschaft und Medien kontrollieren und damit auch die Politik in Kiew. Gegen ein derart korrumpiertes, pseudodemokratisches Feudalsystem wendet sich der Protest der ukrainischen Bevölkerung seit vielen Jahren und kulminierte im Herbst 2013, als sich die amtierende Regierung weigerte, das von der Europäischen Union angebotene Assoziierungsabkommen zu unterzeichnen. Dabei handelte es sich schlichtweg um ein "unanständiges" Angebot, weil es eine gleichzeitige Zoll- und Handelsunion mit Russland ausschloss und weil es militärische Zusammenarbeit und damit die Anwesenheit der Nato in der Ukraine einschloss. Außerdem konnte dieses Angebot, soweit es einen möglichen Beitritt zur EU betraf, nicht ernstgemeint sein, gleichwohl es den Protestierenden auf dem Maidan so suggeriert wurde und sie deshalb auch mit Europafähnchen auftraten.
[Mathias Bröckers, Paul Schreyer, Die Guten und die Bösen, Teil 4: Zum wiederholten Mal wird das zerrissene Land zum Aufmarsch- und Schlachtfeld, bei dem sich die Landsleute gegenseitig bekriegen, weil fremde Mächte es als Stellvertreter für ihre Kämpfe nutzen, Telepolis, 18.08.2014]
RUSSLAND – Ich will einen wie Putin [14:06]
Veröffentlicht am 10.08.2014
Alter Info-Text:
Das russische Lied "Ich will einen wie Putin". Fast ein Volkslied.
I want a man like Putin
Sharon Tennison, die Präsidentin der amerikanischen NGO CCI, war in den letzten Jahrzehnten oft in Russland und hat Putin gegen Desinformationen in "westlichen" Medien verteidigt. Nun ist sie wieder in Russland unterwegs und hat die letzten beiden Wochen in St. Petersburg und Moskau verbracht. In ihren Newsletter schildert sie ihre Eindrücke, nachdem sie mit vielen Russen gesprochen hat. Auffallend ist, dass man wirklich sagen kann, "die" Russen stehen hinter Putin; in dieser Form war dies früher nicht der Fall.
[Wie die Menschen in Russland über Putin denken, CeiberWeiber, 15.09.2014]
Durch den vermutlich unbeabsichtigten Abschuss eines malaysischen Verkehrsflugzeuges spitzt sich die Ukraine-Krise zu. In Russland verbreiten die Medien, den Abschuss habe selbstverständlich die ukrainische Regierung zu verantworten, während in Deutschland und den USA die "neo-imperialistische" Politik Wladimir Putins für den Abschuss verantwortlich gemacht wird. Vermutlich wird sich herausstellen, dass es sich in der Tat um pro-russische Separatisten handelte, die diesen Abschuss zu verantworten haben.
Der Westen reagiert auf dieses Unglück mit einer Verschärfung der Sanktionen gegen Russland, und die ukrainische Regierung weitet den militärischen Einsatz gegen die Separatisten aus. Wie im Falle des Irak-Krieges des damaligen US-Präsidenten George W. Bush zeigen auch die deutschen Medien auffallend wenig Resistenz gegen eine Ideologisierung der Außenpolitik des Westens. Dass eine solche Ideologisierung von Russland aus, offenbar auch mit einigem Erfolg, betrieben wird, überrascht nicht. In einer voll entwickelten Demokratie erwartet man aber etwas anderes, nämlich eine gewisse kritische Distanz gegenüber Nato- und CIA-gesteuerten Informationen.
[Julian Nida-Rümelin, Kommentar zur Ukraine-Krise – Die Vorwürfe gegen Putin klingen stark nach Kriegs-Propaganda, Stern, 29.07.2014]
Vom Putin Fan-Club: Putin-Sprüche (Best of Putin-Sprüche, 19.06.2013, Politikforen)
Putin lacht über Reporterfrage {0:26}
Madmargat
Am 10.02.2014 veröffentlicht
Putin spricht deutsch und Klartext {1:34}
Veröffentlicht am 20.04.2014
Die Propaganda wirkt:
2014 in Deutschland wird "Putinversteher" als Schimpfwort benutzt!
Putin & Leitl. Eine Diktatur in Österreich. [1:27]
schmu bu
Veröffentlicht am 16.02.2015
Veröffentlicht am 16.02.2015
Russischer Präsident Wladimir Putin beim Staatsbesuch in Österreich, die Wirtschaftskammer und ihre Präsident Christoph Leitl.
aktualisiert am 20.09.2019
Montag, 18. August 2014
Ukraine 16 – Eine Gefährdung unserer Europäischen Kultur
- Die Irrationalität in der Ukraine-Krise gefährdet unsere Demokratie (Gastkommentar von Alexander Unzicker bei Telepolis, 15.08.2014)
Laut Julian Nida-Rümelin lebt die Demokratie von der Vision, dass sich die Öffentlichkeit ein verlässliches politisches Urteil bilden kann (Interview). Wenn dies zutrifft, muss man sich Sorgen machen.
Denn die Meinungsbildung der Öffentlichkeit scheint nach ähnlichen Mustern wie beim Fernsehen zu verlaufen: ein spannender Plot und gute Schauspieler befördern Emotionen und Überzeugungen, Auslassungen oder logische Brüche im Drehbuch spielen dagegen eine untergeordnete Rolle. Nur: die Nachrichten sind auch zu so einer Art von Fernsehen geworden. Die Rede ist von der Ukraine. Es ist nicht eine Krise wie viele andere, ihr Kennzeichen ist eine beunruhigende Irrationalität der Akteure. Wo Verstand und Logik ausgeschaltet ist, ist unsere Demokratie in Gefahr.
Da widerspreche ich: Hier wäre eine genauere Analyse notwendig: Bei wem sind Verstand und Logik ausgeschaltet? Man erinnnere sich an die Vorgeschichte des Ersten Weltkriegs: Das ganze funktionierte nur über den im Volk entzündeten Hurra-Patriotismus.
Die Demokratie benötigt eine freie, unabhängige Presse als Vierte Macht. Nur durch die unabhängige und kritische Berichterstattung dessen, was unsere Oligarchen tun, bleiben die Selbstreinigungskräfte unseres politisch-wirtschaftlichen Systems gewahrt und funktionsfähig.
Mit Oligarchen meine ich in diesem Zusammenhang Personen, die aufgrund ihrer materiellen Ressourcen und/oder ihrer gesellschaftlichen Position eigene Interessen auf einer systemrelevanten Ebene um- und durchzusetzen imstande sind. Dass diese Personen – oder Gruppierungen – ein Interesse daran haben, ihr Tun zu verschleiern, ist klar. Dass sie deswegen ein Interesse daran haben, auf die Medien Einfluss zu nehmen (sprich: im Westen transatlantische Think-Tanks, in Russland staatlich kontrollierte Medien), ist nachvollziehbar – und natürlich.
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In dem Moment, in welchem gesellschaftlich einflussreiche Medien so stark beeinflusst werden, dass sie nicht mehr dazu imstande sind, gesellschaftliches Geschehen kritisch, mit Abstand und reflektiert zu berichten und es zu hinterfragen, vor allem in dem Moment, in welchem der Verlust dieser Fähigkeit von immer mehr Menschen wahrgenommen wird, in diesem Moment verlieren diese Medien ihre Glaubwürdigkeit und damit ihre Funktionen: die Funktion, eine stabile und verlässliche Diskussionsplattform zu bieten und, wie erwähnt, dadurch die Selbstreinigungskräfte unserer Gesellschaft lebendig zu halten.
Joseph Beuys - Ja Ja Ja Ne Ne Ne (1968) [1:04:55]
Veröffentlicht am 11.09.2012
Keine Beschreibung verfügbar
Eine Gesellschaft ist nur dann stabil, wenn es eine genügend große Gruppe an Menschen gibt, die an die Werte dieser Gesellschaft glauben, so sehr glauben, dass diese Werte für sie handlungsrelevant werden. Der Glaube an die Werte einer Gesellschaft nimmt in dem Maße ab, in welchem das Handeln gesellschaftlich wichtiger Funktionsträger nicht mehr nachvollzogen werden kann oder den gesellschaftlich propagierten Werten zuwiderläuft.
Man erinnere sich: 1903 veröffentlichte Konrad Duden seine »Rechtschreibung der Buchdruckereien deutscher Sprache«, den so genannten Buchdruckerduden, mit dessen Hilfe Schreibvarianten reduziert werden sollten. [Wikipedia]. Da die unterschiedlichen Schreibweisen eines Wortes im Orthographischen Wörterbuch noch recht zahlreich war, wünschen sich die Buchdrucker in »ihrem« Duden für jedes Wort nur eine Schreibweise. Auf einer Buchdruckertagung in Konstanz im Juni 1902 gaben sie »ganz unverhohlen ihrer Missstimmung über durch die neuen Regelbüchern nur noch vermehrte Unsicherheit der Rechtschreibung Ausdruck«. [Wikipedia]
Die Entstehungsgeschichte des Dudens soll ein Beispiel dafür sein, dass eine Gesellschaft verlässliche und bindende Regeln benötigt. In dem Maße, in welchem Regeln von den Menschen nicht mehr als verlässlich und für alle bindend wahrgenommen werden, kündigen die Menschen einer Gesellschaft ihre Solidarität auf. Gesellschaftliche Solidarität ist aber eine der Grundvoraussetzungen für die Demokratiefähigkeit einer Gesellschaft. Die Demokratiefähigkeit einer Gesellschaft ist abhängig von einem ausgewogenen Verhältnis zwischen Egoismus und gesellschaftlicher Solidarität. Dieses Verhältnis ist nicht Ergebnis eines rationalen Denkprozesses, dieses Verhältnis wird gelernt. Dafür benötigt man Vorbilder. Mit Peter Scholl-Latour ist jemand von uns gegangen, dem alle Mut bescheinigen. (Ulrich Wickert ist sogar so weit gegangen, ihn als »Mann« zu bezeichnen, dazu ausnahmsweise die BILD-Zeitung: Peter Scholl-Latour 85, 09.03.2009, außerdem beim Deutschlandradio) Gleichgültig, ob Scholl-Latour in seinen Einschätzungen richtig oder falsch lag, durfte man darauf vertrauen dass er 1. die Dinge so sagte, wie er sie meinte und 2. in einem halben Jahr noch die gleiche Meinung vertreten würde. Man durfte auch darauf vertrauen dass, wenn er in einem halben Jahr eine andere Meinung vertreten würde, er seinen Irrtum eingestehen würde. Wir brauchen solche Menschen. Nicht, weil sie Recht haben, sondern weil sie integer – und damit Orientierungspfeiler – sind. (Nicht umsonst wurde Scholl-Latour auch »letzter Welterklärer« genannt.)
Joseph Beuys - Sonne statt Reagan 1982 [2:41]
Hochgeladen am 09.10.2008
Joseph Beuys - Sonne statt Reagan 1982
(Sun instead Reagan)
Aus dem Land, das sich selbst zerstört
und uns den 'way of life' Diktiert
da kommt Reagan und bringt Waffen und Tod
und hört er Frieden, sieht er rot.
Er sagt als Präsident von USA
Atomkrieg ? - Ja bitte dort und da
ob Polen, Mittler Osten, Nicaragua
er will den Endsieg, das ist doch klar.
Doch wir wollen: Sonne statt Reagan
ohne Rüstung leben !
Ob West, ob Ost
auf Raketen muß Rost !
Wir wollen: Sonne statt Reagan
ohne Rüstung leben !
Ob West, ob Ost
auf Raketen muß Rost !
Er will die Säcke im Osten reizen
die auch nicht mit Atomen geizen
doch dein Krieg um hirnverbrannte Ziele
der läuft nicht Reagan - wir sind viele !
Hau ab mit deinen Nuklearstrategen
deinen Russenhassern, deinem Strahlenregen
Mensch Knitterface, der Film ist aus
nimm' die Raketen mit nach Haus !
Denn wir wollen: Sonne statt Reagan
ohne Rüstung leben !
Ob Ost, ob West
Kalten Kriegern die Pest !
Wir wollen: Sonne statt Reagan
ohne Rüstung leben !
Ob Ost, ob West
Kalten Kriegern die Pest !
Dieser Reagan kommt als Mann der Rüstungsindustrie
but the peoples of the States don't want it - nie !
und den wahren Frieden wird's erst geben
wenn alle Menschen ohne Waffen leben.
Wir wollen: Sonne statt Reagan
ohne Rüstung leben !
Ob West, ob Ost
auf Raketen muß Rost !
Sonne statt Reagan
ohne Rüstung leben !
Ob Ost, ob West
Kalten Kriegern die Pest !
Wir wollen: Sonne statt Reagan
ohne Rüstung leben !
Ob West, ob Ost
auf Raketen muß Rost !
Wir wollen: Sonne statt Reagan
Seit Monaten werden von »unseren« Politikern – oder Institutionen – an Putin Warnungen ausgesprochen, die auf noch nicht überprüften oder nicht überprüfbaren Vorfällen beruhen. Seit Monaten machen sich unsere Politiker damit lächerlich und unglaubwürdig. Und seit Monaten wird nur in den alternativen, aber nicht in den Leitmedien über diese reflexhaften Schuldzuweisungen und Warnungen diskutiert. (Ausnahmen: ZAPP, extra3, Neues aus der Anstalt) Politiker und Journalisten scheinen zum großen Teil frei zu sein von Schamgefühlen. Wenn ich in einer Fernsehsendung meinen Gesprächspartner dazu bringen will, einen Vorgang oder eine Situation auf eine bestimmte Art und Weise zu beurteilen, degradierte ich ihn zu einem Instrument meiner Überzeugung. (»Freiheit ist immer auch die Freiheit des Andersdenkenden!«) Wenn ich mein Handeln reflektiere, müsste ich danach Scham empfinden. Scham kann ein wichtiges Korrektiv sein! Aber wo sehe ich Korrekturen?!
Ein zartes Pfänzchen regt sich möglicherweise beim SPIEGEL:
- Ukraine-Konflikt: Wenn Hysterie brandgefährlich wird (Christian Neef, 16.08.2014)
Kann eine mögliche Falschmeldung aus einem Konflikt einen Krieg entzünden? In der Ukraine-Krise scheint die Gefahr nach dem angeblichen Angriff eines russischen Militärkonvois größer denn je.
Nirgendwo in den letzten Monaten habe ich in der Art der Berichterstattung über die Vorgänge in der Ukraine bei unseren Leitmedien irgend eine Art von Selbstreflexion wahrnehmen können, obwohl es wahrlich genügend Anlässe dazu gegeben hätte. Wie vom Fließband werden in Wort und Bild immer die gleichen Beschreibungen und Interpretationen der Realität heruntergebetet. Ich habe keine Kalaschnikow und keinen Panzer gesehen, der nachweislich aus Russland in die Ukraine geliefert worden wäre.
- UN: Keine Beweise, dass Russland Waffen an Ostukraine liefert, crash-magazine online, 02.08.2014
- Verwirrspiel um den Bericht über den Absturz von MH17, Telepolis, 19.08.2014)
- Kriegspropaganda: Eine Kiewer Ente im deutschen Blätterwald (Telepolis, 19.08.2014)
Was ich gesehen habe, ist, dass ein ukrainisches Jagdflugzeug ein öffentliches Gebäude in Lugansk bombardiert, während die ukrainische Regierung behauptet, die Explosion habe im Gebäude stattgefunden. (Man google nach den Begriffen »Lugansk« und »Luftangriff«: Während jede Menge alternativer Medien die OSZE-Bestätigung des Luftangriffs vom 02.06.2014 melden, tut dies kein einziges unserer Leitmedien! Auf der OSZE-Internetpräsenz selbst, die wie mehrere Seiten am 3., 4. und 5. Juni meldeten, nach der Bestätigung nicht mehr erreichbar war, konnte ich die Bestätigung des Luftangriffs vom 03.06.2014 letztlich finden: Latest news from the OSCE Special Monitoring Mission to Ukraine (SMM), based on information received until 18:00 hrs, 2 June (Kyiv time).)
Ich habe Bilder gesehen von einem »pro-russischen Separatisten«, der eine Stoffpuppe hochhält, mit der Schlagzeile »Rebellen verhöhnen die Opfer« (Tagesanzeiger, 30.07.2014) oder »Welt ächtet Putin« (oe24, 19.07.2014, BILD am gleichen Tag). Wie weit ist es mit unserer Medienkultur gekommen, dass sich bisher niemand dafür entschuldigt hat? Wie weit ist es mit unserer Medienkultur gekommen, dass die Kommentarfunktion eines Artikels einfach abgeschaltet wird? (SPIEGEL, FAZ) Wie weit ist es mit unserer politischen Kultur gekommen, wenn unsere Politiker Schuld auf dem Boden nicht nachgewiesener Meldungen zusprechen? Und wie weit ist es mit unserer politischen und medialen Kultur gekommen, wenn diese falschen Schuldzuweisungen nicht thematisiert werden?
Serenading the cattle with my trombone (Lorde - Royals) [4:14]
Veröffentlicht am 03.08.2014
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Ich bin auf die Fähigkeit unserer Kultur, Sachverhalte kritisch zu überprüfen, vernünftig über einen Sachverhalt zu reden und eigenes Verhalten kritisch zu hinterfragen stolz! Dies sind Errungenschaften der Aufklärung. Wir laufen zurzeit Gefahr, diese für unsere kulturelle Identität äußerst wichtigen Qualitäten mit Füßen zu treten! Wofür bezahlen wir einen solch hohen Preis?
| Joseph Beuys, Ich kenne kein Weekend, roter Stempel auf Reclamheft mit Maggiwürze, 1971 |
siehe auch:
- Vor 155 Jahren: Sigmund Freud wird geboren (08.05.2011)
- Heute vor 67 Jahren: Uraufführung von Sartres »Huis Clos (Bei geschlossenen Türen)« (26.05.2011)
- Wir geben ihnen Macht 1 (14.03.2013)
- Realität ist, was wir glauben wollen (29.08.2013)
aktualisiert am 19.08.2014
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Sonntag, 17. August 2014
Atomkraft und der menschliche Faktor
- Löcher im Schweizer AKW (Telepolis, 17.08.2014)
Sicherheit ist auch eine Frage der Nachlässigkeit. Am Reaktor Leibstadt haben Arbeiter für das Aufhängen von Handfeuerlöschern mal eben das Primärcontainment des AKW angebohrt
Das Schweizer AKW Leibstadt liegt direkt an der Grenze zu Baden-Württemberg. Wie erst jetzt aufgefallen ist, waren 2008 für den Schutz im Brandfall Feuerlöscher installiert worden. Anscheinend erschien den Arbeitern dafür die Stahlhülle des Primärcontainments am robustesten, um die Dübel zu halten, so dass sie sechs [korrigiert:] 6 mm breite und 3,8 Zentimeter tiefe Löcher in den Sicherheitsbehälter trieben. Nach Bekanntwerden dieser improvisierten Arbeiten am Schutzbehälter kommentierte Jörg Gantzer vom Landratsamt Waldshut: "Es ist ein unglaublicher Vorgang, dass jemand auf die Idee kommt, die Stahlhülle des Primärcontainments anzubohren ... Kaum auszudenken wenn es in dieser Zeit einen Störfall mit einem Druckanstieg im Reaktor gegeben hätte."
Anmerkung von mir: Wir reden hier nicht von Afrika, dem Nahen Osten oder Osteuropa, wir reden von der Schweiz!!
siehe dazu auch:
Atomkraftwerk – Russische Energie wird wichtiger: Belgien schaltet drei Atomkraftwerke ab (DeutscheWirtschaftsNachrichten, 24.08.2014)
Belgien muss drei seiner Atom-Reaktoren abschalten. In einem Fall gehen die Behörden von Sabotage aus, in zwei weiteren Kraftwerken wurden Haarrisse entdeckt. Durch die Abschaltungen könnte ein Viertel der belgischen Stromversorgung dauerhaft wegfallen. Damit wird die EU noch abhängiger von Energie-Lieferungen aus Russland.
Die belgischen Behörden haben wegen Sicherheitsbedenken drei der landesweit sieben Atomreaktoren längerfristig abgeschaltet. In Doel bei Antwerpen ist die Dampfturbine eines Reaktors heißgelaufen und ausgefallen, weil Öl ausgelaufen ist. Als Ursache wird Sabotage durch einen Mitarbeiter vermutet, der ein Ventil offen gelassen haben soll, die Staatsanwaltschaft ermittelt. In zwei weiteren Reaktoren wurden Haarrisse in Behältern gefunden. Die Reaktoren könnten für immer abgeschaltet bleiben, denn sollten sich die Risse ausdehnen könnte Wasser austreten.
Zwei weitere Blöcke sind in Doel bereits abgeschaltet, weil im November 2012 bei einer Routineinspektion mit Ultraschall tausende von Rissen in den Reaktordruckbehältern entdeckt worden waren. Zunächst waren die Anlagen nach einer Prüfung im Juni 2013 wieder hochgefahren worden, dann wurden sie im März 2014 wieder abgeschaltet, weil die belgischen Behörden nicht sicher waren, dass die Behälter mechanisch wirklich noch belastbar sind.
siehe dazu auch:
- Zwei belgische Atommeiler vor der definitiven Abschaltung? (Telepolis, 20.08.2014)
Notfallpläne werden geschmiedet, die gefährlichen Risse können in Reaktorbehältern auch in der Schweiz, den Niederlanden, Schweden, Spanien, den USA und Argentinien auftreten
Der flämische Rundfunk VRT berichtet, dass die beiden Atommeiler Doel 3 und Tihange 2 vermutlich wohl nicht mehr ans Netz gehen können. Schon 2012 waren sie abgeschaltet worden, weil 8.000 Risse bei einer Ultraschallprüfung am Reaktorbehälter in Doel 3 entdeckt wurden, weshalb der baugleiche Meiler in Tihange zur Sicherheit ebenfalls vom Netz genommen worden war (Risse an Reaktorbehältern). Allerdings wurde später berichtet, dass die Probleme mit dem verwendeten Stahl schon seit 1979 bekannt waren.
- Atomkraft in Belgien (Überhauptgarnix, 23.08.2014)
Der belgische Atomreaktor BR-3 im Studienzentrum für Kernenergie war der erste kommerzielle Reaktor des Landes. Er wurde am 30. Juni 1987 endgültig stillgelegt.
siehe dazu auch:
- Atom: Der ganz normale Pfusch (Telepolis, 06.09.2014)
Wieder einmal wurde in Deutschland beim Umgang mit hochradioaktivem Material geschlampt. In Japan startet derweil die Regierung ein neues Manöver, um einen Teil der dortigen AKW wieder ans Netz zu bringen
Nach einem Bericht des Norddeutschen Rundfunks hat die Bundesanstalt für Materialforschung 44 sogenannte Castor-Behältern für hochradioaktiven Müll zurückgerufen. Sie sollen noch einmal zum Hersteller, der Gesellschaft für Nukleare Sicherheit, weil Teile der Behälter nicht ausreichend geprüft worden seien. In vier Fällen käme der Rückruf aber zu spät, da sie bereits mit abgebrannten Brennelementen befüllt seien.
Sicherheit ist auch eine Frage der Nachlässigkeit. Am Reaktor Leibstadt haben Arbeiter für das Aufhängen von Handfeuerlöschern mal eben das Primärcontainment des AKW angebohrt
Das Schweizer AKW Leibstadt liegt direkt an der Grenze zu Baden-Württemberg. Wie erst jetzt aufgefallen ist, waren 2008 für den Schutz im Brandfall Feuerlöscher installiert worden. Anscheinend erschien den Arbeitern dafür die Stahlhülle des Primärcontainments am robustesten, um die Dübel zu halten, so dass sie sechs [korrigiert:] 6 mm breite und 3,8 Zentimeter tiefe Löcher in den Sicherheitsbehälter trieben. Nach Bekanntwerden dieser improvisierten Arbeiten am Schutzbehälter kommentierte Jörg Gantzer vom Landratsamt Waldshut: "Es ist ein unglaublicher Vorgang, dass jemand auf die Idee kommt, die Stahlhülle des Primärcontainments anzubohren ... Kaum auszudenken wenn es in dieser Zeit einen Störfall mit einem Druckanstieg im Reaktor gegeben hätte."
Anmerkung von mir: Wir reden hier nicht von Afrika, dem Nahen Osten oder Osteuropa, wir reden von der Schweiz!!
siehe dazu auch:
Atomkraftwerk – Russische Energie wird wichtiger: Belgien schaltet drei Atomkraftwerke ab (DeutscheWirtschaftsNachrichten, 24.08.2014)
Belgien muss drei seiner Atom-Reaktoren abschalten. In einem Fall gehen die Behörden von Sabotage aus, in zwei weiteren Kraftwerken wurden Haarrisse entdeckt. Durch die Abschaltungen könnte ein Viertel der belgischen Stromversorgung dauerhaft wegfallen. Damit wird die EU noch abhängiger von Energie-Lieferungen aus Russland.
Die belgischen Behörden haben wegen Sicherheitsbedenken drei der landesweit sieben Atomreaktoren längerfristig abgeschaltet. In Doel bei Antwerpen ist die Dampfturbine eines Reaktors heißgelaufen und ausgefallen, weil Öl ausgelaufen ist. Als Ursache wird Sabotage durch einen Mitarbeiter vermutet, der ein Ventil offen gelassen haben soll, die Staatsanwaltschaft ermittelt. In zwei weiteren Reaktoren wurden Haarrisse in Behältern gefunden. Die Reaktoren könnten für immer abgeschaltet bleiben, denn sollten sich die Risse ausdehnen könnte Wasser austreten.
Zwei weitere Blöcke sind in Doel bereits abgeschaltet, weil im November 2012 bei einer Routineinspektion mit Ultraschall tausende von Rissen in den Reaktordruckbehältern entdeckt worden waren. Zunächst waren die Anlagen nach einer Prüfung im Juni 2013 wieder hochgefahren worden, dann wurden sie im März 2014 wieder abgeschaltet, weil die belgischen Behörden nicht sicher waren, dass die Behälter mechanisch wirklich noch belastbar sind.
siehe dazu auch:
- Zwei belgische Atommeiler vor der definitiven Abschaltung? (Telepolis, 20.08.2014)
Notfallpläne werden geschmiedet, die gefährlichen Risse können in Reaktorbehältern auch in der Schweiz, den Niederlanden, Schweden, Spanien, den USA und Argentinien auftreten
Der flämische Rundfunk VRT berichtet, dass die beiden Atommeiler Doel 3 und Tihange 2 vermutlich wohl nicht mehr ans Netz gehen können. Schon 2012 waren sie abgeschaltet worden, weil 8.000 Risse bei einer Ultraschallprüfung am Reaktorbehälter in Doel 3 entdeckt wurden, weshalb der baugleiche Meiler in Tihange zur Sicherheit ebenfalls vom Netz genommen worden war (Risse an Reaktorbehältern). Allerdings wurde später berichtet, dass die Probleme mit dem verwendeten Stahl schon seit 1979 bekannt waren.
- Atomkraft in Belgien (Überhauptgarnix, 23.08.2014)
Der belgische Atomreaktor BR-3 im Studienzentrum für Kernenergie war der erste kommerzielle Reaktor des Landes. Er wurde am 30. Juni 1987 endgültig stillgelegt.
Derzeit [August 2014] sind in Belgien noch die beiden Atomkraftwerke Doel und Tihange
mit insgesamt 7 Reaktorblöcken in Betrieb. Sie verfügen über eine
installierte Bruttogesamtleistung von 6.104 MW und decken einen Anteil
von etwa 54% der gesamten Stromerzeugung Belgiens. Betreiber der beiden
Atomkraftwerke ist der belgische Konzern Electrabel der wiederum zum französischen Energiekonzern GDF Suez gehört.
siehe dazu auch:
- Atom: Der ganz normale Pfusch (Telepolis, 06.09.2014)
Wieder einmal wurde in Deutschland beim Umgang mit hochradioaktivem Material geschlampt. In Japan startet derweil die Regierung ein neues Manöver, um einen Teil der dortigen AKW wieder ans Netz zu bringen
Nach einem Bericht des Norddeutschen Rundfunks hat die Bundesanstalt für Materialforschung 44 sogenannte Castor-Behältern für hochradioaktiven Müll zurückgerufen. Sie sollen noch einmal zum Hersteller, der Gesellschaft für Nukleare Sicherheit, weil Teile der Behälter nicht ausreichend geprüft worden seien. In vier Fällen käme der Rückruf aber zu spät, da sie bereits mit abgebrannten Brennelementen befüllt seien.
aktualisiert am 06.09.2014
Samstag, 16. August 2014
Peter Scholl-Latour ist tot
DER SPIEGEL (13.11.2006) nannte ihn 2006 anlässlich der Vorstellung seines 27. Buches den »letzten Welterklärer«.
Peter Scholl-Latour wurde als »Halbjude« im Saarland geboren, wuchs in Lothringen auf, besuchte ein Jesuitenkolleg, war in Gestapo-Haft, als französischer Offizier im Indochinakrieg, studierte Philologie und Literaturwissenschaft in Mainz und an der Pariser Sorbonne, promovierte über Rudolf G. Binding, studierte in Beirut Arabistik und Islamkunde, fungierte als Regierungssprecher des Saarlandes, war ARD-Korrespondent für Afrika, gründete das ARD-Studio in Paris, Chefkorrespondent beim ZDF, machte als Sonderkorrespondent des ZDF eine Woche Gefangenschaft bei den Vietcong mit, schmuggelte als journalistischer Begleiter des aus Paris zurückkehrenden Ayatollah Chomeini die neue iranische Verfassung in seinem Gepäck, war WRD-Fernsehdirektor, Chefredakteur und Herausgeber des Stern und Vorstandsmitglied bei Grunder + Jahr.
Er befürwortete als erklärter Gaullist eine gemeinsame europäische Verteidiung und kritisierte die EU-Osterweiterung, kritisierte schon im Vorfeld unter Hinweis auf den französischen Algerienkrieg die Kriege im Irak und in Afghanisten und sagte deren Scheitern voraus. Al-Quaida war für ihn ein CIA-Produkt, und er nahm auch kein Blatt vor den Mund, als er George W. Bush den dümmsten Präsidenten der US-amerikanischen Geschichte nannte.
Der Sicherheitsrat lügt [0:46]
Bei der ARD finden sich eine kurze Einschätzung seiner journalistische Tätigkeit und ein hörenswertes Gespräch mit Ulrich Wickert über seine Persönlichkeit. (Gespräch mit Wickert auch beim Deutschlandradio)
Nachrufe
- bei der ZEIT: Nachruf Peter Scholl-Latour – Die letzte Reise des Weltenerklärers (16.08.2014)
- beim SPIEGEL: Nachruf auf Peter Scholl-Latour: Der ewige Abenteurer (16.08.2014)
- beim Stern: Peter Scholl-Latour – "Letzter journalistischer Welterklärer" ist tot (16.08.2014)
beim Deutschlandradio:
zwei Selbstinterpretationen
- http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2014/08/16/drk_20140816_2305_a8853f1f.mp3
- http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2014/08/16/dlf_20140816_1809_8b16c962.mp3
Einschätzungen durch
- Fritz Pleitgen
- Marcel Pott
- Denk ich an Deutschland (Peter Scholl-Latour)
- Scholl-Latour: "Wir leben in einer Zeit der Massenverblödung" (Telepolis, 09.03.2014)
Zitat vom altermannblog:
zu Peter Scholl-Latour siehe auch folgende Posts:
Leseempfehlungen für den 21. Juni 2014 (21.06.2014)
Der Ukraine-Konflikt 5 – Die Nagelprobe des Journalismus (21.04.2014)
Peter Scholl-Latour wird heute 90 Jahre alt (09.03.2014)
Der Ukraine-Konflikt 1 – Westliche Aufgeregtheit und staatliches Gedächtnis (04.03.2014)
einige Zitate:
»Wenn Sie sich einmal anschauen, wie einseitig die hiesigen Medien, von TAZ bis Welt, über die Ereignisse in der Ukraine berichten, dann kann man wirklich von einer Desinformation im großen Stil berichten, flankiert von den technischen Möglichkeiten des digitalen Zeitalters, dann kann man nur feststellen, die Globalisierung hat in der Medienwelt zu einer betrüblichen Provinzialisierung geführt. Ähnliches fand und findet ja bezüglich Syrien und anderen Krisenherden statt.« ("Wir leben in einer Zeit der Massenverblödung", Ramon Schack, Telepolis, 09.03.2014)
»Die Medien machen eine systematische Hetze gegen das Russland Putins.« ("Deutsche an die Front? Berlin denkt um", Internationaler Frühschoppen, 02.02.2014)
“So lupenrein ist unsere Demokratie auch nicht mehr….wenn man allein die Herrschaft der Medien betrachtet, da gibts eben doch sehr starke Beeinflussungen…die Einseitigkeit, die Irreführung der öffentlichen Meinung, hat man ja am Beispiel Syrien gesehen, das ist ein konzentrierter Beschuss….” (Video: maybrit illner "Ägypten zwischen Glaube und Gewalt - Erwartet der Westen zu viel?", »Steht Ägypten vor dem Bürgerkrieg?«, 22.08.2013, ab 53:30)
"Ich fürchte nicht die Stärke des Islam, sondern die Schwäche des Abendlandes. Das Christentum hat teilweise schon abgedankt. Es hat keine verpflichtende Sittenlehre, keine Dogmen mehr. Das ist in den Augen der Muslime auch das Verächtliche am Abendland." - (zitiert bei Eduard Stäuble: Die Schweiz und die geistige Situation der Gegenwart. Schweizerzeit Schriftenreihe Nr. 34, 2000, Seite 39, Fußnote 12, GoogleBooks)
- Die Freiheitskämpfer [in Libyen] benehmen sich genauso schlimm wie die Truppen Gaddhafis. […] Er ist gefoltert und gepfählt worden. Das sind die Methoden der Freiheitskämpfer. Man soll nicht so furchtbar einseitig schwarz-weiß denken und daran denken, daß der libanesische Bürgerkrieg 15 Jahre lang gedauert hat.
- Die Jungs, die da mit Facebook rumspielen, das sind Dilettanten.
- Um eine Revolution zu machen muß man Schläger haben und Ganoven haben und nicht irgendwelche jungen Leute, Idealisten.
- Dieses humanitäre Geschwafel bin ich leid. (Video: Peter Scholl Latour rastet aus Syrien , Salafisten, Islam Der Talkshow Eklat)
Peter Scholl-Latour wurde als »Halbjude« im Saarland geboren, wuchs in Lothringen auf, besuchte ein Jesuitenkolleg, war in Gestapo-Haft, als französischer Offizier im Indochinakrieg, studierte Philologie und Literaturwissenschaft in Mainz und an der Pariser Sorbonne, promovierte über Rudolf G. Binding, studierte in Beirut Arabistik und Islamkunde, fungierte als Regierungssprecher des Saarlandes, war ARD-Korrespondent für Afrika, gründete das ARD-Studio in Paris, Chefkorrespondent beim ZDF, machte als Sonderkorrespondent des ZDF eine Woche Gefangenschaft bei den Vietcong mit, schmuggelte als journalistischer Begleiter des aus Paris zurückkehrenden Ayatollah Chomeini die neue iranische Verfassung in seinem Gepäck, war WRD-Fernsehdirektor, Chefredakteur und Herausgeber des Stern und Vorstandsmitglied bei Grunder + Jahr.
Er befürwortete als erklärter Gaullist eine gemeinsame europäische Verteidiung und kritisierte die EU-Osterweiterung, kritisierte schon im Vorfeld unter Hinweis auf den französischen Algerienkrieg die Kriege im Irak und in Afghanisten und sagte deren Scheitern voraus. Al-Quaida war für ihn ein CIA-Produkt, und er nahm auch kein Blatt vor den Mund, als er George W. Bush den dümmsten Präsidenten der US-amerikanischen Geschichte nannte.
Der Sicherheitsrat lügt [0:46]
Hochgeladen am 06.04.2011
"Natürlich lügt der Sicherheitsrat. Wie naiv sind sie denn?"
Bei der ARD finden sich eine kurze Einschätzung seiner journalistische Tätigkeit und ein hörenswertes Gespräch mit Ulrich Wickert über seine Persönlichkeit. (Gespräch mit Wickert auch beim Deutschlandradio)
Nachrufe
- bei der ZEIT: Nachruf Peter Scholl-Latour – Die letzte Reise des Weltenerklärers (16.08.2014)
- beim SPIEGEL: Nachruf auf Peter Scholl-Latour: Der ewige Abenteurer (16.08.2014)
- beim Stern: Peter Scholl-Latour – "Letzter journalistischer Welterklärer" ist tot (16.08.2014)
beim Deutschlandradio:
zwei Selbstinterpretationen
- http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2014/08/16/drk_20140816_2305_a8853f1f.mp3
- http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2014/08/16/dlf_20140816_1809_8b16c962.mp3
Einschätzungen durch
- Fritz Pleitgen
- Marcel Pott
- Denk ich an Deutschland (Peter Scholl-Latour)
- Scholl-Latour: "Wir leben in einer Zeit der Massenverblödung" (Telepolis, 09.03.2014)
Zitat vom altermannblog:
Widerlich die Nachrufe der Michelpresse, die Krokodilstränen vergießen, für einen Mann, der ihnen zunehmend lästig wurde. (Dort gibt es auch einen Link zu einem entsprechenden Artikel von Joachim Fritz Vannahme, bei Bertelsmann Director des Programms Europas Zukunft…) Aus einem Leserkommentar:
»In Zukunft wird Kluges nicht mal mehr genuschelt.«
»In Zukunft wird Kluges nicht mal mehr genuschelt.«
zu Peter Scholl-Latour siehe auch folgende Posts:
Leseempfehlungen für den 21. Juni 2014 (21.06.2014)
Der Ukraine-Konflikt 5 – Die Nagelprobe des Journalismus (21.04.2014)
Peter Scholl-Latour wird heute 90 Jahre alt (09.03.2014)
Der Ukraine-Konflikt 1 – Westliche Aufgeregtheit und staatliches Gedächtnis (04.03.2014)
einige Zitate:
»Wenn Sie sich einmal anschauen, wie einseitig die hiesigen Medien, von TAZ bis Welt, über die Ereignisse in der Ukraine berichten, dann kann man wirklich von einer Desinformation im großen Stil berichten, flankiert von den technischen Möglichkeiten des digitalen Zeitalters, dann kann man nur feststellen, die Globalisierung hat in der Medienwelt zu einer betrüblichen Provinzialisierung geführt. Ähnliches fand und findet ja bezüglich Syrien und anderen Krisenherden statt.« ("Wir leben in einer Zeit der Massenverblödung", Ramon Schack, Telepolis, 09.03.2014)
»Die Medien machen eine systematische Hetze gegen das Russland Putins.« ("Deutsche an die Front? Berlin denkt um", Internationaler Frühschoppen, 02.02.2014)
“So lupenrein ist unsere Demokratie auch nicht mehr….wenn man allein die Herrschaft der Medien betrachtet, da gibts eben doch sehr starke Beeinflussungen…die Einseitigkeit, die Irreführung der öffentlichen Meinung, hat man ja am Beispiel Syrien gesehen, das ist ein konzentrierter Beschuss….” (Video: maybrit illner "Ägypten zwischen Glaube und Gewalt - Erwartet der Westen zu viel?", »Steht Ägypten vor dem Bürgerkrieg?«, 22.08.2013, ab 53:30)
"Ich fürchte nicht die Stärke des Islam, sondern die Schwäche des Abendlandes. Das Christentum hat teilweise schon abgedankt. Es hat keine verpflichtende Sittenlehre, keine Dogmen mehr. Das ist in den Augen der Muslime auch das Verächtliche am Abendland." - (zitiert bei Eduard Stäuble: Die Schweiz und die geistige Situation der Gegenwart. Schweizerzeit Schriftenreihe Nr. 34, 2000, Seite 39, Fußnote 12, GoogleBooks)
- Die Freiheitskämpfer [in Libyen] benehmen sich genauso schlimm wie die Truppen Gaddhafis. […] Er ist gefoltert und gepfählt worden. Das sind die Methoden der Freiheitskämpfer. Man soll nicht so furchtbar einseitig schwarz-weiß denken und daran denken, daß der libanesische Bürgerkrieg 15 Jahre lang gedauert hat.
- Die Jungs, die da mit Facebook rumspielen, das sind Dilettanten.
- Um eine Revolution zu machen muß man Schläger haben und Ganoven haben und nicht irgendwelche jungen Leute, Idealisten.
- Dieses humanitäre Geschwafel bin ich leid. (Video: Peter Scholl Latour rastet aus Syrien , Salafisten, Islam Der Talkshow Eklat)
Heute vor 90 Jahren – 16. August 1924: In London wird der Dawesplan unterzeichnet
Atempause für die deutsche Wirtschaft
Der Konflikt um die Höhe der Reparationen, die Deutschland nach dem Ende des Ersten Weltkriegs an die Alliierten zahlen sollte, eskalierte 1923 mit der französischen Besetzung des Ruhrgebiets. Ein internationaler Sachverständigenausschuss unter der Leitung des Amerikaners Charles Dawes (1865-1951) erarbeitete einen neuen FinanzierungspIan, der die Zahlungen ausschließlich von der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit des Deutschen Reichs abhängig machte. Die jährliche Belastung Deutschlands sollte 1 Mrd. Reichsmark (RM) betragen und nach fünf Jahren auf 2,5 Mrd. RM anwachsen. Als Starthilfe sollte Deutschland eine internationale Anleihe erhalten. Zur Sicherung der Zahlungen mussten die Reichsbahn und die Reichsbank unter internationale Kontrolle gestellt werden.
Der am 16. August 1924 in London unterzeichnete Dawesplan erreichte zumindest zeitweilig sein Ziel, die deutsche und europäische Wirtschaft zu stabilisieren. Als sich die Verpflichtungen für das Deutsche Reich als nicht mehr tragbar erwiesen, trat 1929 der Youngplan an seine Stelle.
Youngplan
▪︎ kam dem deutschen Wunsch nach Senkung der Schuldenlast entgegen
▪︎ beendete die Einschränkung der deutschen Souveränität
▪︎ wurde schon 1932 wieder aufgehoben
Der Konflikt um die Höhe der Reparationen, die Deutschland nach dem Ende des Ersten Weltkriegs an die Alliierten zahlen sollte, eskalierte 1923 mit der französischen Besetzung des Ruhrgebiets. Ein internationaler Sachverständigenausschuss unter der Leitung des Amerikaners Charles Dawes (1865-1951) erarbeitete einen neuen FinanzierungspIan, der die Zahlungen ausschließlich von der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit des Deutschen Reichs abhängig machte. Die jährliche Belastung Deutschlands sollte 1 Mrd. Reichsmark (RM) betragen und nach fünf Jahren auf 2,5 Mrd. RM anwachsen. Als Starthilfe sollte Deutschland eine internationale Anleihe erhalten. Zur Sicherung der Zahlungen mussten die Reichsbahn und die Reichsbank unter internationale Kontrolle gestellt werden.
![]() |
| Der Dawesplan wurde später vom Youngplan abgelöst, wie es die Karikatur von 1929 zeigt. |
Youngplan
▪︎ kam dem deutschen Wunsch nach Senkung der Schuldenlast entgegen
▪︎ beendete die Einschränkung der deutschen Souveränität
▪︎ wurde schon 1932 wieder aufgehoben
Harenberg – Abenteuer Geschichte 2014
Freitag, 15. August 2014
Ukraine 15 – Die – zumindest teilweise – Vernichtung eines gepanzerten russischen Phantom-Konvois
Diese Zusammenfassung ist nicht verfügbar.
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