Freitag, 21. August 2015

Til Schweiger: einfach ist manchmal zu einfach

Til Schweiger stand ich bisher eher indifferent gegenüber. Mir gefielen seine »Keinohrhasen« ganz gut…

Keinohrhasen Trailer deutsch / german [2:06]

Hochgeladen am 29.11.2011

Dafür machte er es sich sich in einer Lanz-Talkshow meiner Meinung nach zu einfach:

Til Schweiger- Wutausbruch bei Markus Lanz. [1:30]

Hochgeladen am 03.02.2011
Til Schweiger- Wutausbruch bei Markus Lanz

Ausgegrenzt: Sexualstraftäter gründen Dorf in Florida [2:06]

Veröffentlicht am 17.02.2014
Wer in den USA wegen einer Sexualstraftat verurteilt wird, findet sich an den Internet-Pranger gestellt: Name und Foto werden dort veröffentlicht. Schwierigkeiten bei der Wohnungssuche sind eines der daraus folgenden Probleme. Auf eine christliche Initiative hin haben sich etwa 100 verurteilte Sexualstraftäter zusammengetan und restaurieren eine ehemalige Zuckerrohr-Plantage in Florida als Wohnstatt für sich - fernab anderer Siedlungen.

- USA: Umgang mit Sexualstraftätern Verdammt in alle Ewigkeit (Jörg Häntzschel, Süddeutsche, 17.05.2010)

und: Die Amis sind in Bezug auf Korrektheit – bzw. das, was sie dafür halten – ziemlich hysterisch:
- Zur Brust genommen (Post, 16.09.2005)
- Wäscheleinen-Aktivismus: Streit um luftgetrocknete Schlüpfer (Gabriele Chwallek, n-tv, 19.10.2007)
- USA: Jetzt geht's den Nachbarn an die Wäsche (Nikolaus Piper, Süddeutsche, 19.05.2010)
So liegt im Parlament von New Hampshire ein Gesetzentwurf, nach dem es verboten werden soll, Wäscheleinen zu verbieten. […]
So grotesk der Streit um die Wäscheleinen erscheinen mag, er hat durchaus einen ernsten Kern, und der hängt mit dem amerikanischen Immobilienmarkt zusammen. Die Preise von Häusern und Grundstücken schwanken dort ungleich stärker als in Deutschland. Aufstieg und Niedergang von Stadtvierteln liegen oft dicht beieinander. Zeichen des Verfalls und der Armut schlagen direkt auf die Häuserpreise durch. Deshalb reagieren viele Amerikaner so allergisch auf alles, was sie für einen Ausfluss asozialen Verhaltens halten. Unkraut in Nachbars Garten etwa. Oder eben Wäscheleinen.
mein Kommentar: es lebe die freie Marktwirtschaft!


Kinderpornographie und –missbrauch werden in den USA strengstens verfolgt und geahndet. Schon möglicherweise geringe Verdachtsmomente werden von einer wachsamen Bevölkerung an die zuständigen Stellen weitergeleitet. Insofern sollte das Fotografieren nicht vollständig bekleideter Kinder (auch der eigenen z.B. im Garten oder in der Badewanne) unterlassen werden!

Sexuelle Handlungen an Minderjährigen – auch in gegenseitigem Einvernehmen – werden in vielen Fällen mit langer Haft bestraft. Je nach Bundesstaat variiert die Altersgrenze, unterhalb derer keine wirksame Einwilligung in sexuelle Handlungen erklärt werden kann. Dies kann dazu führen, dass beispielsweise ein 18-Jähriger mit 17-jähriger Freundin oder ein 16-Jähriger mit 15-jähriger Freundin als Sexualstraftäter verurteilt wird.

Das Stillen von Babys in der Öffentlichkeit wird zwar mittlerweile in wohl allen Bundesstaaten von den "indecent exposure"-Strafvorschriften ausgenommen, sollte wie das Nacktbaden am besten jedoch zumindest in Restaurants und Bars bzw. in weniger "liberalen" Gegenden unterlassen werden. (USA / Vereinigte Staaten: Reise- und Sicherheitshinweise, Auswärtiges Amt)
dazu paßt die US-amerikanische sexuelle Belästigungs-Hysterie:
Vermischtes vom 12. August 2015 (Arne Hoffmann, Freie Welt, 13.08.2015)



Doch nun muß Til Schweiger wohl mehr Energie in die mediale Verarbeitung seiner Ankündigung, ein Ausländerheim bauen zu wollen, stecken, als in das Projekt selbst…

Til Schweiger: "Sie gehen mir auf den Sack!" | Menschen bei Maischberger | Das Erste [4:30]

Veröffentlicht am 19.08.2015
Im Talk mit Sandra Maischberger beschimpft der zugeschaltete Til Schweiger den CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer beim Thema Ausländerfeindlichkeit gegenüber Flüchtlingen.

Die meisten »belastbaren« Fakten habe ich im Harzkurier, dem von mir häufig gescholtenen SPIEGEL und beim NDR gefunden:
- Kasernengebäude Osterode ist in neuer Hand (Michael Paetzold, Harzkurier, 20.11.2014)
Osterode. Princess of Finkenwerder will Liegenschaften der Rommelkaserne mit Leben füllen.
Die Gebäude der einstigen Rommel-Kaserne haben einen neuen Besitzer: Princess of Finkenwerder heißt das Unternehmen klangvoll. Kerngeschäft ist die Kasernenprojektierung, die Vorbereitung von Objekten für Akteneinlagerungen, Rechenzentren und Serverräume.

Til Schweigers Flüchtlingsheim-Pläne: Gefallene Glücksritter (Ansgar Siemens, Wolf-Wiedmann Schmidt, SPIEGEL Online, 22.08.2015)
im Interview in der aktuellen SPIEGEL-Ausgabe sagt Schweiger:
»Ich kenne Koch gar nicht, er ist ein Bekannter von Jan Karras, einem guten Freund von mir. Er ist bei der Produktion des Kino-Tatorts, den wir gerade drehen, für die Sicherheit zuständig. Er hat mich auf die Idee mit dem Flüchtlingsheim gebracht.«
Der Stern vermeldet eifrig (neben Lifestyle-Unterwäsche-Photos von Liliane Matthäus) 
Pläne für Flüchtlingsheim – Behörden warnen Til Schweiger vor Alleingang (06.08.2015)
die Welt habe berichtet, 
Balkan-Flüchtlinge: Rund 94.000 Asylbewerbern droht Wiedereinreise-Sperre (Manuel Bewarder, Karsten Kammholz, Interview mit dem Chef des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge, Manfred Schmidt, Welt, 08.08.2015)
Wenn jemand behauptet, dass er es besser kann, ist die erste Reaktion einer Verwaltung immer zunächst zurückhaltend. Schließlich leisten wir bereits viel und wissen, welche Tücken es gibt.
- Land hält an Flüchtlingsheim in Osterode fest (NDR, 21.08.2015)
In Osterode am Harz soll eine Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge entstehen. Daran hat sich nichts geändert. Das Land Niedersachsen plant weiterhin, die Rommel-Kaserne zu mieten. "Die Verhandlungen über einen Mietvertrag gehen weiter", sagte ein Sprecher des Innenministeriums am Freitag. Das Land werde sich aber vertraglich absichern, damit die Gebäude nach den Vorstellungen des Ministeriums hergerichtet werden. Denn Recherchen von NDR Info hatten ergeben, dass die ehemalige Kaserne mit Giftstoffen belastet ist.
Kein Wunder, dass Experten die Kosten für eine Umwandlung der ehemaligen Kaserne auf eine bis zu zweistellige Millionensumme schätzen. Im sogenannten Businessplan der jetzt als Eigentümerin ins Grundbuch eingetragenen Firma Princess of Finkenwerder wurden lediglich 1,5 Millionen Euro als notwendige Summe genannt. Mit dem Papier, das NDR Info vorliegt, hatte sich Princess of Finkenwerder auf Investorensuche begeben. Es trägt den Titel "Rommel-Kaserne 2.0" und wird bezeichnet als "Investment-Memorandum Bergstraße 27". Es sollte offenbar hohe Gewinnerwartungen bei potenziellen Geldgebern wecken. Auf 14 Seiten wurde die Investitionslage über den grünen Klee gelobt - und nicht alles, was da zu lesen ist, spricht für eine präzise Realitätswahrnehmung: "Fundierte Gespräche und Verhandlungen mit den Verantwortlichen aus Innenministerium und Kreis stehen unmittelbar vor erfolgreicher Einigung" heißt es dort. Der Vermietungsbeginn ist in dem Papier für Juni 2015 avisiert. Bislang ist man von einer Einigung weit entfernt. […]
Geradezu märchenhaft sind die Gewinnerwartungen in dem genannten Papier: Die eingesetzten 1,5 Millionen Euro sollen innerhalb von fünf Jahren mehr als verdoppelt werden können. Das Papier geht davon aus, dass pro untergebrachtem Flüchtling 48 Euro pro Tag eingenommen werden - pro Jahr würden daraus 8,6 Millionen Euro. Eine Zahl, die erkennbar viel mit Fantasie zu hat - denn bis heute ist noch nicht einmal klar, auf welcher Berechnungsgrundlage das Land eventuelle Zahlungen leisten würde. Nicht erwähnt wird in dem Papier auch, dass das für insgesamt rund 160.000 Euro erworbene Areal hoch belastet ist: Im Grundbuch sind 19 Sicherungshypotheken verschiedener Gläubiger eingetragen - mit einem Gesamtwert von rund 380.000 Euro.
Nicht einmal der Ort des Geschehens wird im Businessplan korrekt benannt: Osterode wird dort "Osterrode" geschrieben. Als Ansprechpartner für das Investmentpapier wird Wolfgang Koch genannt, maßgebender Protagonist der Princess of Finkenwerder und Verhandlungspartner des niedersächsischen Innenministeriums, wenn es um die mögliche Erstaufnahmestelle in Osterode geht. Angegeben ist dort lediglich eine Mobilnummer. Koch war am Mittwochabend für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.
- Flüchtlingsheim: Zweifel an Schweigers Partner (Stefan Schölermann, NDR Info, 17.08.2015)
Die Pläne waren hochfliegend: Man wolle etwas Positives schaffen, das die Stadt weiterbringt. Das sagte der Unternehmer Wolfgang Koch, kurz nachdem er das Areal auf dem Gelände der ehemaligen Rommel-Kaserne in Osterode in einer Zwangsversteigerung im November 2014 für rund 160.000 Euro erworben hatte. Seit auch noch der Schauspieler Til Schweiger als Mentor im Boot ist, wird das heruntergekommene Kasernengemäuer in den Medien als künftiges Vorzeigeflüchtlingsheim in Niedersachsen gepriesen. Das Modell: Koch und seine Firma Princess of Finkenwerder bringen die Kaserne wieder in Top-Zustand - das Land mietet dann das rund 80.000 Quadratmeter große Areal, um dort ein Flüchtlingsheim betreiben lassen zu können.
Ein Blick in die Bücher von Wirtschaftsauskunfteien lässt allerdings Zweifel aufkommen, ob aus diesen Plänen jemals Wirklichkeit wird - zumindest mit dem Stader Geschäftsmann Wolfgang Koch und seinem Firmengeflecht als Partner. Nach übereinstimmenden Rechercheergebnissen von NDR Info und der Zeitung "Die Welt" sind Zweifel an der Seriosität von Koch und seinen Firmen offenbar angebracht. Die angesehene Wirtschaftsauskunftei Creditreform bescheinigt Princess of Finkenwerder einen deutlichen Negativwert, wenn es um die Bonität geht. Creditreform beziffert die Wahrscheinlichkeit, dass die Firma als möglicher Kreditnehmer innerhalb eines Jahres ausfällt, auf 96 Prozent.
- Söldnerfirma für Flüchtlinge? Streit in Osterode (Stefan Schölermann, NDR Info, 23.03.2015)
- Rommel-Kaserne wird ab Juni Erstaufnahmelager (NDR, 17.03.2015)
- Flüchtlinge: Bedingungen sollen verbessert werden (NDR, 27.02.2015)
Hubert Meyer, Geschäftsführer des niedersächsischen Landkreistages, bekräftigte am Freitag erneut seine Forderung nach 120 Millionen Euro Soforthilfe für die Kommunen zur Aufnahme und Betreuung von Flüchtlingen. Die jährliche Zahlung des Landes Niedersachsen an die Kommunen je Flüchtling müsse von 6.195 auf 10.000 Euro angehoben werden, so Meyer. Dass die Kommunen finanzielle Unterstützung brauchen, betonte die FDP-Landtagsabgeordnete Sylvia Bruns bereits vor der Konferenz. "Ich finde, wir sollten uns dringend um die Menschen kümmern, die hier Asyl suchen. Das hat aber Kosten zur Folge." Pistorius zeigte sich offen für eine Erhöhung der Pauschale. Er stellte aber auch klar, dass die Kommunen nicht alle Ausgaben für die Flüchtlinge ans Land weiterreichen könnten. Die Aufnahme der Hilfesuchenden sei eine nationale Aufgabe, zu der neben Bund und Land eben auch die Kommunen einen eigenen Beitrag leisten müssten.
- Diakonie betreibt Erstaufnahmelager in Osnabrück (Kora Blanken, NDR, 10.12.2014)

ehemalige Internetpräsenz von Greenzone Consulting

- Privatbetreiber und Söldner für die Erstaufnahmeeinrichtung Osterode? (Flüchtlingsrat Niedersachsen, 31.03.2015)
Im November 2014 waren sie noch ein Herz und eine Seele: Der Geschäftsführer des Stader Unternehmens „Princess of Finkenwerder“ und sein „Partner“ Jan Karras aus Hamburg stellten der Öffentlichkeit ihre Pläne ihre Pläne zum Umbau der brachliegenden Osteroder Kaserne vor (s. Harzkurier vom 21. November 2014, PDF). „Wir bauen die Gebäude entsprechend aus und vermitteln sie dann an unsere Kunden weiter“, erläuterte Koch die Geschäftsidee. Schon damals vermuteten Anwohner_innen, die Kaserne solle in eine Flüchtlingseinrichtung umgewandelt werden. Sie sollten Recht behalten: Innenministerium und Stadt luden Ende Februar zu einer Informationsveranstaltung am 16. März ein und erläuterten ihre Pläne, in Osterode eine fünfte Aufnahmeeinrichtung zu schaffen.

Die Reaktionen der Bürgerinnen und Bürger sind bemerkenswert: Die Einrichtung selbst stößt auf weitestgehende Akzeptanz, viele Osteroder äußern – auch in Leserbriefen – ihre Hilfsbereitschaft. Auf erhebliche Vorbehalte stößt jedoch die Betreiberfirma (siehe Harzkurier 18. März: Bürger äußern sich skeptisch über Betreiber, PDF). Es erscheint in der Tat erklärungsbedürftig, warum die Landesregierung die staatliche Aufgabe, eine Erstaufnahme von Flüchtlingen und ihre Verteilung auf die Kommunen zu gewährleisten, einem Privatunternehmen übertragen will. Der dafür vorgesehene Generalunternehmer, die Hamburger Princess of Finkenwerder GmbH & Co KG, besitzt weder Erfahrungen noch Qualifikationen für die Übernahme einer solchen Aufgabe. Im Übrigen verlangt die Durchführung einer solchen Aufgabe eine strikte Orientierung am Gemeinwohl – das verträgt sich schlecht mit dem Ziel, über den Betrieb einer solchen Einrichtung private Gewinne zu erwirtschaften.

- Dubiose Gemengelage (taz, 23.03.2015)
MIGRATION Ein Flüchtlingsheim in Osterode soll von einer privaten Firma geleitet werden. Deren Partner betreibt eine Söldner-Agentur

Der Geschäftspartner des künftigen Betreibers einer Flüchtlingsunterkunft in Osterode leitet eine Söldner- und Sicherheitsagentur. Für die Linke im Kreistag ist diese Gemengelage "unseriös und beinahe schon zynisch". In der ehemaligen Osteroder Rommel-Kaserne soll die fünfte Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge des Bundeslandes entstehen. Das Areal gehört der Firma "Princess of Finkenwerder" mit Sitz in Stade. Die Landesregierung hat bestätigt, dass das Unternehmen auch Betreiber des Heims werden soll.

Zunächst äußerten die Bürgerinitiative "Für Osterode" und der evangelische Kirche Bedenken, weil die Firma keine Erfahrung mit der Leitung von Flüchtlingsheimen habe. Der Kreistagsabgeordnete der Linken Frank Kosching verweist darauf, dass die anderen niedersächsischen Erstaufnahmelager vom Land selbst und von der Diakonie geleitet werden. "Land und Diakonisches Werk haben Gemeinwohlaufgaben zu erfüllen, die Princess of Finkenwerder ist dagegen ein privatwirtschaftliches Unternehmen, das davon lebt, Gewinne zu erwirtschaften", sagt Kosching. Daraus ergebe sich "notwendigerweise ein Interessenkonflikt beim Betrieb des Lagers."


- Heldenstatus in der Schwebe (Milena Hassenkamp, ZEIT Online, 12.08.2015)
Til Schweiger könnte Deutschlands George Clooney werden. Aber so, wie die Debatte um sein Vorzeigeheim im Harz gerade läuft, hat er noch einen weiten Weg vor sich.

Ätschibätsch. Fast so klingt Til Schweigers jüngst verkündete Idee, ein "Vorzeige-Flüchtlingsheim" zu bauen, mit Freizeitangebot und Traumatherapie. Damit wollte er all jene Facebook-Kommentatoren ruhigstellen, die ihn "so richtig ankotzen". Nämlich all jene, die seinen Spendenaufruf für Flüchtlinge aus fremdenfeindlichen Gründen ablehnten oder ihn als Heuchelei bezeichneten. Der Schauspieler und Filmproduzent wollte mit seiner Aktion zeigen: Er redet nicht nur, sondern er tut auch etwas. Das ist die eine Sache.

Eine andere Sache sind die Umstände, unter denen das Projekt entstand. Bereits 2014 kaufte Schweigers Freund Wolfgang Koch, beziehungsweise dessen Firma Princess of Finkenwerder, die Rommel-Kaserne in Osterode. Ein gewisser Jan Karras sollte sich mit seiner Firma Greenzone Consulting um die Sicherheit kümmern. Zum einen ist Karras bereits für Schweigers persönliche Sicherheit verantwortlich, zum anderen für private Sicherheitseinsätze in Konfliktländern wie Afghanistan – Gebiete also, aus denen Flüchtlinge in das neue Vorzeigeheim einziehen könnten. Nach allerlei Kritik ist Jan Karras mittlerweile aus dem Projekt ausgeschieden. Vielleicht war er ein Sicherheitsrisiko für Schweigers saubere Idee.

Doch selbst Deutschlands Vorzeigefilmstar hat eigene Beziehungen zum ehemaligen Kriegsgebiet. 2012 flog er nach Afghanistan, um den deutschen Truppen seinen neuen Film Schutzengel über einen Afghanistan-Heimkehrer vorzuführen und um "seine Verbundenheit mit den in Afghanistan eingesetzten Soldatinnen und Soldaten" zu zeigen. Die Reaktionen der Soldaten auf den Film wurden später zu einem rührigen Trailer geschnitten, der den gescheiterten Bundeswehreinsatz in Afghanistan, der politisch höchst brisant war, in eine seichte Komödie verwandelte.


- LINKE im Kreistag Osterode gegen Zusammenarbeit mit Kaserneneigentümer „Princess of Finkenwerder“ (DIE LINKE, 18.03.2015)
DIE LINKE im Kreistag Osterode lehnt den Betrieb des geplanten Erstaufnahmelagers durch den Eigentümer der ehemaligen Rommelkaserne, die Princess of Finkenwerder GmbH, unter den gegebenen Umständen ab. Kreistagsabgeordneter Frank Kosching: „Die Rommelkaserne wäre ideal für die menschenwürdige Unterbringung von an Leib und Leben bedrohten asylsuchenden Menschen. Wir würden es sehr begrüßen, wenn eine entsprechende Nutzung möglich wäre. Aus unserer Sicht ist dies jedoch mit dem gegenwärtigen Eigentümer nicht seriös machbar. Das Land Niedersachsen arbeitet offenbar mit einer Firma zusammen, die aus unserer Sicht unqualifiziert und unseriös ist.“

- Warum Til Schweiger ein Flüchtlingsheim baut (L. S. Gabriel, Politically Incorrect, 03.08.2015)
Til Schweiger, der Schauspieler, den keiner versteht, möchte zumindest von allen geliebt werden. Da er neuerdings aber sein Publikum beschimpft und nun auch noch ruchbar wurde, in welch skrupelloser Art und Weise sich dieser selbstverliebte Bessermensch offenbar an anderen bereichert und das auch noch als gute Tat verkaufen will, wird es wohl immer schwerer werden Applaus zu bekommen. Er will ein „Vorzeige-Flüchtlingsheim“ bauen, tönt der Mime, der erst vor kurzem völlig ausrastete, weil viele Kommentatoren auf seiner Facebookseite nicht vor Ehrfurcht zerflossen, als er einen Spendenaufruf für Illegale unterstützte. Im Gegenteil, die Menschen diskutierten über das sattsam als undankbar bekannte Verhalten der Asylforderer und zweifelten an Schweigers Realitätssinn.

aus einem Thread in politikforen.net:
Herr Schwaiger hat die Kaserne Anfang 2014 recht preiswert zusammen mit Freunden vom Bund erworben. Er versucht schon seit längerem die Kaserne als Flüchtlingsheim nutzen zu dürfen. Die Verhandlungen mit den Behörden stocken aber wohl seit einiger Zeit. 
Das Land Niedersachsen zahlt mittlerweile 8.200 Euro Miete pro Flüchtling pro Jahr. Das sind bei einer Aufnahmekapazität von 600 Flüchtlingen rund 4.900.000 € Einnahmen pro Jahr für Herrn Schwaiger und Freunde. Nach Abzug der Kosten wird ein sehr ordentlicher Gewinn übrigbleiben. Es ist eine Geldanlage mit hoher Rendite. 
Was ich nicht verstehe ist, dass von verschiedenen Seiten der Eindruck erweckt wird, dass es sich um eine spontane Entscheidung von Herrn Schwaiger handelt. Was ich ebenfalls nicht verstehe, in der Presse werden die von mir oben aufgeschriebenen Informationen nur vereinzelt gebracht. Dabei sind diese nachprüfbaren Fakten aus meiner Sicht zum Verständnis der Geschichte elementar.
mein Kommentar:
darüber, daß Til Schweiger die Kaserne gekauft hat, habe ich nirgendwo im Netz was gefunden. Jetzt muß er sich auch gegen Falschmeldungen verteidigen!


- zum Schluß noch drei Posts von Schweigers Facebook-Seite:
»Hat dieser Til Schweiger überhaupt eine Genehmigung sich für Flüchtlinge einzusetzen?
Ist das überhaupt schon gesetzlich geregelt, wer das darf und wer nicht? Da MUSS es doch einen juristischen Rahmen geben! Ein Amt! Eine Behörde, die das reglementiert! Wo kommen wir denn hier hin, wenn sich jeder einfach so für Flüchtlinge einsetzen kann?
Freunde, das hier ist immer noch Deutschland! Da kann doch nicht einfach jeder Gutes tun wie er lustig ist.« (Ingmar Stadelmann)

»Es git sicherlich irgendwo einen 53-doppelseitigen Antrag inlusive 4-seitigem Kleingedruckten in dem man Herkunft, Religion, Schuhgröße und Stuhlgang angeben muss, damit man sich sozial engagieren darf.« (Nadine Grohe)

»Ein Blick in die Kommentarspalten, und Du weißt, weshalb es Schuhe mit Klettverschluß auch für Erwachsene gibt.« (Til Schweiger) 
Cheech & Chong - Lost Due to Incompetence (Theme For A Big Green Van) [2:48]

Veröffentlicht am 15.03.2014
More cool music from 'Up in Smoke'. (deutscher Titel: Viel Rauch um nichts) Written by Danny Kortchmar.

Genug von politischer Korrektheit

Donald Trump trifft mit seiner ungehobelten Art den Nerv vieler Amerikaner. Sie würden gerne so reden wie er, nur trauen sie sich nicht.

Ein jäher Absturz wurde ihm mehrmals schon prophezeit. Donald Trump aber ist politisch quicklebendig und liegt unverändert an der Spitze des republikanischen Kandidatenfelds. Der New Yorker Milliardär mochte mexikanische Einwanderer schlechtreden und Frauenfeindliches von sich geben, er beleidigte einen Kriegshelden und kritisierte lautstark und unhöflich manche seiner republikanischen Konkurrenten. Seiner Popularität tat dies bislang zum Erstaunen des politischen Kommentariats in Washington und New York keinen Abbruch.

Im Gegenteil: Trump fuhrwerkt im republikanischen Vorwahlkampf herum, als sei nichts vorgefallen. Und er bleibt der Darling der Wähler. Warum nur? Vielleicht liegt die Antwort darin, dass sich der Immobilienmogul resolut weigert, «politisch korrekt» zu denken und zu reden – und damit viele Amerikaner anspricht, die gern genauso reden würden wie Trump, sich indes nicht trauen. Trump wäre mithin der Champion einer Reaktion gegen politische Korrektheit in allen ihren Spielarten wie auch gegen die damit einhergehende Sprachpolizei.

mehr:
- Genug von politischer Korrektheit (Martin Kilian, Tagesanzeiger, 13.08.2015)

Is Donald Trump part of the 'war on women'? | Fox News Republican Debate [2:09]

Veröffentlicht am 06.08.2015
Real estate mogul: America doesn't have time for political correctness
Watch Megyn Kelly talk about Cleveland Debate, Elections, Presidential Debates, Presidential Primaries, and Republicans.

Top 10 Crazy Donald Trump Moments [8:35]

Veröffentlicht am 29.01.2013
This guy is "yuge!" Join http://www.WatchMojo.com as we count down ten of Donald Trump's craziest moments.
zzz

Tsipras ist zurückgetreten

Am Donnerstagabend hat Griechenlands Ministerpräsident Alexis Tsipras im Fernsehen seinen Rücktritt verkündet. Kurz vorher hatte der ESM eine weitere 26 Milliarden Euro freigegeben.

Der Schritt kam wenig überraschend. Der griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras hat am Donnerstagabend seinen Rücktritt erklärt. Zuvor hatten die Euroländer dem nunmehr dritten »Hilfs«-Paket für Griechenland zugestimmt. Auf die für den 20. August angekündigte Vertrauensfrage hat Tsipras somit verzichtet. Der Politiker gab den Schritt bei einem Auftritt im Staatsfernsehen bekannt.

Der Rücktritt ist als taktisches Manöver zu werten, mit dem Tsipras hofft, den linken Flügel seiner Partei Syriza abzustrafen. Bei der Abstimmung über die im dritten Paket geforderten Reformen und Haushaltskürzungen hatte ihm ein Drittel seiner Fraktion die Gefolgschaft verweigert, sodass es Tsipras seinen Kurs nur mit Hilfe der Opposition durchsetzen konnte.

mehr:
- Neuwahlen am 20. September – Tsipras ist zurückgetreten (Freie Welt, 21.08.2015)

Die verordnete zerebrale Implosion der US-amerikanischen Intelligenzija

Geprägt wurde der Begriff in den 1860er Jahren vom russischen Publizisten Pjotr Dmitrijewitsch Boborykin. Die Intelligenzija sei die gesellschaftliche Schicht von Menschen, die „klug, verständnisvoll, wissend, denkend und auf professionellem Niveau kreativ beschäftigt sind und zur Entwicklung und Verbreitung von Kultur beitragen.“ Nikolai Alexandrowitsch Berdjajewfasste den Begriff später wesentlich weiter, er rechnete auch Vertreter nicht gebildeter Schichten (wie z. B. des Bauerntums) zur Intelligenzija, sofern sie aktiv am öffentlichen Leben teilnahmen. [Intelligenzija, Wikipedia]

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An kalifornischen Universitäten sollen Äußerungen wie "America is the Land of Opportunity", "I don’t believe in race" und "I believe the most qualified person should get the job" verschwinden 
Früher galten US-Universitäten als beliebte Auftrittsorte für Komiker. Inzwischen meiden Jerry Seinfeld Chris Rock, Larry the Cable Guy und viele andere Unterhalter diese Orte. Der Grund dafür ist ein Tabuklima, das zunehmend nicht mehr nur das Witzemachen einschränkt.

Das Schlagwort, mit dem dort immer neue Tabus aufgebaut werden, heißt "Mikroaggression". Der Begriff wurde vor 45 Jahren vom Harvard-Psychiater Chester Pierce erfunden und sollte pejorative aber nicht justiziable Bemerkungen gegenüber Schwarzen beschreiben. Danach weiteten ihn Anhänger der Identitätspolitik auf Bemerkungen aus, die gar nicht in der Absicht geäußert werden, jemanden zu diskriminieren.

Ein Merkblatt aus dem Büro des Präsidenten der University of California wertet inzwischen sogar Sätze wie "America ist the Land of Opportunity" (Amerika ist das Land der Möglichkeit[en]") als Mikroagressionen. Als Begründung dafür führt das Dokument auf, die Äußerung impliziere, dass Rasse und Geschlecht keine Rolle beim Erfolg spielen würden. Mit der selben Begründung hat man auch die Sätze "I believe the most qualified person should get the job" ("Ich glaube, dass die qualizierteste Person die Stelle bekommen sollte") und "Gender plays no part in who we hire" ("Das Geschlecht spielt bei der Entscheidung, wen wir einstellen, keine Rolle") in die Quasi-Verbotsliste aufgenommen.

mehr:
- Angebliche "Mikroaggressionen" (Peter Mühlbauer, Telepolis, 20.08.2015)

Chris Rock - When Can White People Say Niggah? [3:37]

Veröffentlicht am 19.07.2014
chris rock
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chris rock bigger and blacker
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Chris Rock - A Special Message For White People [2:03]

Veröffentlicht am 03.11.2012
Chris Rock has a special message for white people.

siehe auch:
Vermischtes vom 12. August 2015 (Arne Hoffmann, Freie Welt, 13.08.2015)
- Jetzt kommt die Sprachpolizei (Martin Kilian, Tagesanzeiger, 21.08.2015)
Bestimmte Bücher werden als verletzend empfunden und aus den Seminaren verbannt. Die Sprachpolizei patrouilliert den Campus und registriert selbst kleinste «Mikroaggressionen». Lehrende sollen vorsorglich «vor Auslösern» warnen, wenn in Vorlesungen Stoffe behandelt werden, die bei Studenten psychologische Traumata hervorrufen könnten. Und Identitätspolitik wie politische Korrektheit, beides eigentlich alte Hüte, sind wieder da. «Etwas Merkwürdiges passiert an amerikanischen Universitäten und Colleges», melden der Sozialpsychologe Jonathan Haidt und der Anwalt Greg Lukianoff in einem kürzlich im «Atlantic Monthly» publizierten Artikel..

George Carlin on soft language [9:26]

Hochgeladen am 12.07.2008
One of my favorite George Carlin bits in which he describes the sterilization of the American language. From the 1990 special Doin' it Again.

George Carlin on language of politics [9:28]

Veröffentlicht am 22.05.2014

George Carlin american bullshit truth politics [8:45]

Hochgeladen am 01.12.2008
George Carlin talks about American Marketing, the debt buying power

George Carlin the illusion of freedom YouTube [6:04]

Veröffentlicht am 17.03.2012

mein Kommentar:
Was macht ein Land, dem es zu gut geht?
Es lähmt sich selber!


Laokoon-Gruppe aus Marmor in den Vatikanischen MuseenQuelle: Laokoon (Wikipedia)

Mittwoch, 19. August 2015

Wir sind die Guten und lieben Wachstum, weil es uns dann besser geht

In der Geschichte der Menschheit hat es immer wieder Leute gegeben, die es schafften, ihr habgieriges Handeln attraktiv zu verkaufen. Das für mich eindrücklichste Beispiel ist Cäsar (s.u.) Die notwendigerweise entstehenden »Kollateralschäden« wurden mit einem Deckmantel von Ignoranz, Fortschrittsglaube, Rassismus und Scheinheiligkeit zugedeckt. Diese Mechanismen haben sich bis heute kaum verändert. Motto: »Wir sind die Guten!«


Reicher Mann und armer Mann
standen da und sah’n sich an.
Und der Arme sagte bleich:
»Wär’ ich nicht arm, wärst Du nicht reich.« (Bertold Brecht)


Es prach der Herr zum Knecht:
»Mir ist entsetzlich schlecht!«
Da sprach der Knecht zum Herrn:
»Das hört man aber gern!«  (Robert Gernhardt)


Adani Group's Inclusive Growth Story [5:31]

Veröffentlicht am 23.06.2015
This is the story of Mundra - a small village in Kachchh, which over the last two decades has transformed from a small sleepy village to a major hub of economic development.
The winds of change was brought by Adani Group’s investments in infrastructure, education, health care facilities and more.
With the group’s vision of ‘inclusive growth’ this fast paced growth has benefited all the stakeholders including the locals, employment seekers, corporates and more.

New Walk Through of Adani Township [11:41]

Hochgeladen am 10.08.2011
For More Detail mail on info@bricksproperty.in
www.bricksproperty.in

Adani for a Greener Planet [5:26]

Veröffentlicht am 03.06.2015
Mundra, previously just a small village in Gujarat, now hosts India’s largest commercial port, power plant and edible oil refinery plant.
The speed and scale of industrialization is equally supported by green initiatives that protect and preserve the environment for sustainable growth of all the communities and ecology in the area.
In this video, the environment experts and locals talk about how they work hand in hand with us towards preserving this delicate balance. Together we create an example for sustainable development.

George Carlin - advertising and bull shit [9:43]

Hochgeladen am 18.08.2009
George Carlin - pretty much explains it all. 

Can We Trust Adani with the Great Barrier Reef? | Great Barrier Reef | GetUp! Australia [3:10]

Veröffentlicht am 06.06.2014
https://www.getup.org.au/adani
Adani cannot be trusted with our Great Barrier Reef. Help spread the word by sharing this video with your friends and family. To see even more about Adani, and read the research yourself, visit https://www.getup.org.au/adani

GetUp Australia - Over 670,000 people campaigning for a progressive Australia .
Join the movement at:
Website http://www.getup.org.au
Facebook https://www.facebook.com/GetUpAustralia
Twitter http://twitter.com/GetUp

siehe auch:
- Megaprojekt zur Kohleförderung bedroht Weltnaturerbe Great Barrier Reef (WWF, 14.05.2014)
- Hautkrebs: Dramatische Zunahme (Medizinauskunft, 09.05.2006)
- Kohleprojekt in Australien: Umweltschützer fahren Kampagne gegen Deutsche Bank (Maria Marquart, Stefan Kaiser, SPIEGEL Online, 20.05.2014)
- Australisches Gericht bremst Bergwerk aus (Neues Deutschland, 06.08.2015)
Das Projekt soll nach Angaben von Adani 10 000 Arbeitsplätze schaffen. Dies bestreiten jedoch Umweltschützer. Sie gehen davon aus, dass maximal rund 1400 neue Jobs geschaffen werden. Stattdessen werde die Mine jährlich zwölf Milliarden Liter Wasser verbrauchen und so das bestehende Problem der Wasserknappheit massiv verschärfen.
Australien: Krieg gegen "Eco-Warriors" (Thomas Pany, Telepolis, 19.08.2015)

Avatar - Aufbruch nach Pandora Trailer Deutsch HD [3:15]

Hochgeladen am 23.12.2011
Weitere Infos zum Film unter: Avatar - Aufbruch nach Pandora


Der Westen gewann die Weltherrschaft 
nicht durch die Überlegenheit seiner Ideen 
oder Werte oder Religion, 
sondern vielmehr durch seine Überlegenheit 
bei der Anwendung organisierter Gewalt. 
(Samuel Phillips Huntington, 1927-2008, US-amerikanischer Politikwissenschaftler und Autor)
mein Kommentar: Er tut nur so…

Caesars größte Schlacht - Die Eroberung Galliens (HD Doku) [44:34]

Veröffentlicht am 26.02.2015
Zwischen 58 und 50 vor Christus führte Julius Caesar einen blutigen Feldzug, um ganz Gallien - das heutige Frankreich - in das Römische Reich einzugliedern. Caesar beschreibt in "De Bello Gallico" seine Taten als heldenhaft. Aber in jenem Zeitraum wurden eine Million Menschen getötet, eine weitere Million gefangen genommen und 800 Städte zerstört. Waren Caesars Schilderungen nur ein Meisterwerk der Propaganda, die die düstere und brutale Realität des Feldzugs verschleierten?

Bis zum letztem Atem - Indianer [Doku deutsch] [43:26]

Veröffentlicht am 08.05.2015
Doku Deutsch HD

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Am 8. Oktober 1856 gingen chinesische Beamte an Bord der Lorcha Arrow, eines chinesischen Schiffs, das in Hongkong registriert war und unter britischer Flagge fuhr. Gegen dieses Schiff bestand Verdacht auf PiraterieSchmuggel und illegalen Opiumhandel. Chinesische Kaufleute ließen häufig solche Schiffe mit chinesischer Besatzung unter einem britischen „Marionettenkapitän“ fahren, um den eigenen Fiskus zu betrügen. Seit dem Ersten Opiumkrieg hatten chinesische Beamte kein Recht, britische Schiffe zu kontrollieren. Zwölf von 14 chinesischen Besatzungmitgliedern wurden verhaftet, gefangen gesetzt und auch auf Verlangen Großbritanniens nicht freigelassen. Daraufhin erklärten die Briten China den Krieg.[1]Unter dem Vorwand der Rache für die Hinrichtung des französischen Missionars Auguste Chapdelaine in Guangxi schloss sich Frankreich der britischen Militäroperation gegen China an, der tatsächliche Grund lag aber im Versuch der Erweiterung der Einflusssphäre in China. [Zweiter Opiumkrieg, Anlass, Wikipedia, abgerufen am 18.08.2015]
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Der Opiumkrieg - The Opium War (Drama 1997) 3/9 german language [11:07]

Hochgeladen am 19.12.2011
Das Drama beschreibt in chronologischer Reihenfolge den verzweifelten Kampf des kaiserlichen Generalgouverneurs Lin Zexu gegen die britischen Opiumhändler der East India Company. Dieses Vorhaben endet für China in der Jahrhundertkatastrophe, welche sich schon wenige Jahre nach dem Vertrag von Nanking wiederholen sollte.
Der Film wurde 1997 anlässlich der Rückgabe Hongkongs an China öffentlicht uraufgeführt und war der bis dahin teuerste chinesische Film aller Zeiten. Das ZDF strahlte ihn 2004 gegen Mitternacht das erste und einzige Mal in deutscher Sprache aus, so dass der Film den deutschen Zuschauern fast gar nicht bekannt sein dürfte. Wegen der politischen Relevanz und dem anhaltenden wissenschaftlichen Interesse sollte er jedoch für jedermann zugänglich sein; daher dient seine erneute Veröffentlichung ausdrücklich der politischen Bildung!

Doku - Boxeraufstand Herbst 1899 bis 7. September 1901 [42:09]

Veröffentlicht am 09.05.2014

Boer War Documentary [26:10]

Veröffentlicht am 15.02.2013
A short documentary film of the Boer War (1899-1902). This documentary is dedicated to Colonel John Blake, an Irish American who fought bravely on Boer side against occupying British forces. The film is produced by A.S. Snyman, author of Blake's War, a romantic historical novel, partially based on the life of Colonel John Blake.


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Nun aber änderten die Buren ihre Taktik und gingen zu einem für die Briten äußerst verlustreichen Guerillakrieg über. Unter ihrem Anführer, General Christiaan De Wet, kämpften sie noch volle zwei Jahre lang weiter. In kleinen Trupps führten sie Überraschungsangriffe durch – zumeist auf die Nachrichtenverbindungen, Nachschub- und Verkehrswege der Briten –, um sich dann rasch zurückzuziehen.Da ein so operierender Gegner auf konventionelle Weise kaum zu fassen war, wandte Kitchener eine Strategie der „verbrannten Erde“ an: Die Farmen in den Guerillagebieten wurden zerstört und die Ernten vernichtet, um den Gegner auszuhungern. Rund 120.000 Farmbewohner, vor allem Frauen und Kinder, wurden in Konzentrationslagern interniert. Davon starben über 26.000 aufgrund katastrophaler Lebensbedingungen an Hunger und Krankheiten. Der Begriff „Konzentrationslager“ war erstmals auf Spanisch („campos de concentracíon“) während der Niederschlagung eines Aufstands gegen die spanische Kolonialmacht auf Kuba 1896 verwendet worden.

Burische Frauen und Kinder in einem britischen Konzentrationslager während des Zweiten Burenkriegs
Darüber hinaus schränkte Kitchener die Bewegungsfreiheit der burischen Guerilla immer weiter ein. Dazu legte er zunächst entlang der Bahnstrecken und schließlich über das ganze Land ein System von Blockhäusern an, die mit kleinen Garnisonen belegt waren.
Zum Zeitpunkt des Friedensschlusses standen 250.000 (von insgesamt 450.000 eingesetzten) britischen Soldaten rund 30.000 Kämpfer auf Seiten der Buren gegenüber. [Zweiter Burenkrieg, Guerillakrieg und „verbrannte Erde“, Wikipedia, abgerufen am 19.08.2015, im Film ab 20:20]
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Schatten über dem Kongo [1:32:14]

Hochgeladen am 02.08.2011
Im Jahr 1885 wurde auf der Kongo-Konferenz in Berlin der belgische König Leopold II. als Herrscher über den Kongo eingesetzt. Damit begann eine beinahe beispiellose Geschichte von Ausbeutung und Verfolgung mit millionenfachem Mord an der Bevölkerung, deren Auswirkungen bis heute reichen. Seine brutale Tyrannenherrschaft raubte dem Land alle kostbaren Naturschätze und kostete etwa 10 Millionen Menschen das Leben.

Reportage - Afrika - Kongogräuel, Weisser-Koenig, roter-Kautschuk, schwarzer-Tod [1:29:52]

Veröffentlicht am 06.06.2012
Reportage - Afrika - Kongogräuel, Weisser-Koenig, roter-Kautschuk, schwarzer-Tod

Evil Empire Britain [8:06]


Der mündige Bürger stört!

Strafen für die neuen Vergehen werden von Behörden schnell verhängt, auch kritische Internet-Kommentare und Satire kommen unter die Räder 
In Spanien trat im Juli das so genannte "Gesetz zum Schutz der Bürger" in Kraft, das von der gesamten Opposition als "ley mordaza" (Knebelgesetz) bezeichnet wird. Denn Bürger werden nicht geschützt, sondern wie erwartet dafür bestraft, wenn sie eine kritische Meinung kundtun. Die bisherige Anwendung zeigt, dass es sogar noch restriktiver gehandhabt wird, als ohnehin befürchtet worden war, da nun auch Satire darüber geahndet wird. Als Kollateralschaden, womit die Macher der rechten Volkspartei (PP) nicht gerechnet haben, droht selbst einer von ihr regierten Gemeinde wegen eine Geldstrafe von bis zu 30.000 Euro.

Es gab nie einen Zweifel daran, dass der Name des Gesetzes als "Neusprech" im Sinne von George Orwell eingeordnet werden muss. Denn der Schutz der Bürger ist nicht das Ziel. Es steht die Bestrafung derer im Vordergrund, die aufbegehren oder eine kritische Meinung äußern. So hatten Experten stets davor gewarnt, dass sich das Gesetz gegen die Bewegungen richtet, die in den vergangenen Jahren zahlreich gegen die tiefen Einschnitte ins Sozialsystem entstanden sind ("Eigentlich müsste die UNO längst Blauhelmtruppen nach Spanien schicken") .

Nun ist das Gesetz gut sechs Wochen in Kraft und diverse Beispiele zeigen, wie die Behörden, ohne richterliche Kontrolle, diese neue Waffe einsetzen. Und sie zeigen auch, dass der Name Knebelgesetz die Realität deutlich besser beschreibt. So bewegt zum Beispiel ein Fall in Petrer gerade die Gemüter im Land, womit die kleine Stadt im südspanischen Valencia landesweit bekannt wurde. Dort hatte vergangene Woche, wie die Lokalzeitung "Petreraldia" berichtete, eine Frau per Foto dokumentiert, wie Polizisten der Kleinstadt auf einem Behindertenparkplatz parken. Sie veröffentlichte das Bild per Facebook mit dem Hinweis: "Man parkt wo es einem gerade passt und bekommt keine Strafe."

Dafür wurde sie von den betroffenen Polizisten angezeigt. Die Behörden verhängten eilig in nur 48 Stunden eine Geldstrafe "von mehr als 800 Euro". Die Angeschuldigte soll einen "schweren Verstoß" gegen das "Gesetz zum Schutz der Bürger" begangen haben. Mit diesem Vorgang wird deutlich, dass der Knebel sogar noch deutlich drastischer eingesetzt werden soll, als es sich Gegner einst in Albträumen ausgemalt hatten. Für das Vorgehen gegen die aufmerksame Bürgerin wird ein Paragraph eingesetzt, der eigentlich anderes zugeschnitten war. So sollten vor allem Demonstranten davon abgehalten werden, zum Teil schwere Übergriffe der Sicherheitskräfte und andere Vorgänge zu dokumentieren.

Denn mit diesen Bildern oder Videoaufnahmen konnten in Strafverfahren die Angeschuldigten immer wieder entlastet oder Polizisten angeschuldigt werden. Jetzt drohen nach Artikel 36.23 des Gesetzes Geldstrafen zwischen 600 und 30.000 Euro, wenn "Bilder oder Daten" von "Mitgliedern der Sicherheitskräfte" benutzt werden, "die deren Sicherheit oder die ihrer Familie gefährden". Worin die Gefahr für die Beamten oder ihre Familie im Fall von Petrer bestehen soll, ist völlig unklar. Dabei hatte Innenminister Jorge Fernández sogar beschworen, dass niemand dafür bestraft werde, weil er die Polizei filmt oder fotografiert, obgleich der Gesetzestext deutlich macht, dass eben dies verhindert werden soll.

mehr:
- Spanisches Knebelgesetz knebelt schon (Ralf Streck, Telepolis, 19.08.2015)

siehe auch:
- Spanien beerdigt Demonstrationsfreiheit (El Dorado, der Freitag, Community, 28.06.2015)
- Gesetzlich verordnete Zensur (The European, 13.12.2014)
- Einschüchterung für die Sicherheit (Frankfurter Rundschau Online, 11.12.2014)
- Kommentar Antidemogesetz in Spanien Angst verbreiten, mundtot machen (Reiner Wandler, taz, 11.12.2014)

»Es gibt gute Gründe für Nixon’s intensive Reaktion: Er trifft im nationalen Sicherheitsrat eine Entscheidung und liest sie am nächsten Tag auf der Titelseite der New York Times oder irgendeiner anderen Zeitung. Das macht es praktisch unmöglich zu regieren.«[John Dean (Rechtsberater des Weißen Hauses unter Richard Nixon über das BEkanntwerden der Pentagon-Papiere)siehe dazu auch Atombombe, Demokratie und Deutungssysteme, Post, 11.08.2015]

Demokratie funktioniert einfach nicht [0:06]

Hochgeladen am 28.03.2011
Wer die Grünen wählt ist selbst schuld

siehe auch:
Australien: Krieg gegen "Eco-Warriors" (Thomas Pany, Telepolis, 19.08.2015)
Die Regierung plant eine Gesetzesänderung, damit Umweltschutzaktivisten keine großen Kohleabbauprojekte mehr "gesetzlich sabotieren" können
Diese Umweltschützer… Wegen einer Schlange, der Ornament-Bänderotter, und Echsen, genauer: die Stachelschwanz-Skinke, laut Wikipedia mit einem auffallendem hochentwickelten sozialen Verhalten, wurde ein 20-Milliarden-Großprojekt in Australien gerichtlich gestoppt. Vorerst.

10.000 neue Arbeitsplätze sind mit dem Urteil gegen das Kohleprojekt Carmichael Coal Mine in den Wind gegangen, wettert die australische Regierung. Sie erklärt wehrhaften Umweltaktivisten den Krieg, erklären Unterstützer der Umweltschützer.

Großes Schlagwort-Kino in Australien: Die Regierung will es nutzen, um eine Gesetzesänderung durchzuführen, die es Umweltschützern oder "grünen Gruppen" erschwert Klagen gegen große Projekte vor Gerichten anzustrengen. Das Gesetz, das bisher den Kreis "geschädigter Personen" verhältnismäßig weit fasste, soll geändert werden.

Rise of the Eco-Warriors, Virgo Productions [2:32]

Veröffentlicht am 21.09.2014

Carmichael Coal - tracing the route of export coal in Queensland. [4:41]

Veröffentlicht am 25.05.2014
In March 2014 Greenpeace sent a team to the Galilee Basin in Queensland to trace the expected coal route from Adani's Carmichael Coal mine to the Abbot Point Coal terminal to see first hand some of the potential impacts of the proposed development.

Gegen die "Sabotage" der Ökos

Bislang zählt laut Sektion 487 dazu jeder australische Staatsbürger, der sich in einer Reihe von Aktivitäten für den Schutz oder die Bewahrung der Umwelt in Australien engagiert. Die Regierung beabsichtigt, diesen Passus zu streichen. Sie will die Möglichkeiten einer "Sabotage", wie sie es nennt, von Großprojekten durch Aktivisten streichen, die gar nicht unmittelbar betroffen sind. Die weit entfernt von dem Ort leben, an dem das Großprojekt durchgeführt wird, "aber Echsen oder Schlangen retten wollen".

Die Auffassung, dass eine bestimmte Schlange oder eine Echse oder was auch immer, die Arbeitsbedingungen von Männern und Frauen einem Risiko aussetzen, sei "pervers", sagte der Agrarminister Barnaby Joyce und versuchte gegenüber beunruhigten Farmern, eine Unterscheidung zwischen "Aktivisten, Vandalen" und den Farmern.


siehe auch:
- Der nützliche Kaiser: Joseph II. (Stephan Gruber, Habsburger.net)
- Der Volkserzieher (Jan Friedmann, SPIEGEL Geschichte, 24.11.2009)
Joseph II. setzte im Habsburger-Reich beeindruckende Radikalreformen ins Werk. Aber sein Übereifer machte ihn unbeliebt.
Megaprojekt zur Kohleförderung bedroht Weltnaturerbe Great Barrier Reef (WWF, 14.05.2014)
Hautkrebs: Dramatische Zunahme (Medizinauskunft, 09.05.2006)
Kohleprojekt in Australien: Umweltschützer fahren Kampagne gegen Deutsche Bank (Maria Marquart, Stefan Kaiser, SPIEGEL Online, 20.05.2014)
Australisches Gericht bremst Bergwerk aus (Neues Deutschland, 06.08.2015)Das Projekt soll nach Angaben von Adani 10 000 Arbeitsplätze schaffen. Dies bestreiten jedoch Umweltschützer. Sie gehen davon aus, dass maximal rund 1400 neue Jobs geschaffen werden. Stattdessen werde die Mine jährlich zwölf Milliarden Liter Wasser verbrauchen und so das bestehende Problem der Wasserknappheit massiv verschärfen. 

Welcher Weg blieb ihm schon, dem erstgeborenen Sohn, bei diesen Eltern? Der Vater, Franz Stephan von Lothringen, in Wien nur "der Franzos" genannt, war der Prototyp eines Lebemanns. Er widmete sich der Jagd, dem Kartenspiel, seinen zahlreichen Liebschaften und der Vermehrung seines persönlichen Vermögens. Die Mutter, Maria Theresia, schaffte es, 16 Kinder zu gebären und gleichzeitig das Reich passabel zu regieren, fürsorglich, frömmelnd, auf Ausgleich bedacht.

Joseph, 1741 geboren, wählte die Vernunft, die Askese, den großen Entwurf. "In einem Reiche, das ich regiere, muss - nach meinen Grundsätzen beherrscht - Vorurteil, Fanatismus, Parteilichkeit und Sklaverei verschwinden, damit jeder meiner Untertanen in den Genuss seiner angeborenen Freiheiten eingesetzt werden kann." Hehre Ansprüche, verkündet beim Amtsantritt als Alleinherrscher 1780.

Er war zugleich ehrgeiziger Aufklärer und absoluter Monarch, eine Kombination, die bis dahin eher nach Preußen als ins barocke Österreich gepasst hatte. In nur zehn Jahren krempelte er sein Land fast vollständig um, was erst die moderne Geschichtsschreibung gebührend würdigte. Er wurde, so sein britischer Biograf Derek Beales, zum "bei weitem innovativsten Herrscher" unter den Habsburgern, ja zu "einem der originellsten, die je ein Land gekannt hat".

Dennoch kursierten gegen Ende seiner Regentschaft in Wien Schmähschriften mit Titeln wie "Die Regierung des Hanswursten" und "Herr! Befreie uns von Krieg und Not - durchs Josephs II. Tod!" Als der Monarch, der für die Regierungsgeschäfte seine Gesundheit ruiniert hatte, 1790 starb, ging ein Aufatmen durch Österreich.


Stuttgart 21: Die brutale Räumung am 30.09.2010 im Schlossgarten [9:11]

Hochgeladen am 26.10.2010
Ein Zusammenschnitt der Staatsgewalt gegen friedliche Demonstranten, Rentner und Schüler am 30.09.2010 aus ca. 40 Videos die hier auf Youtube zu finden sind. Vielen Dank an alle originalen Uploader und Fernsehsender, deren Bilder hier zu sehen sind!


Spielball der Mächte | 3sat kulturzeit: Beitrag zum Buch "EGO..." von Frank Schirrmacher [5:35]

Veröffentlicht am 23.02.2013
Dieses 5.35-min. Video aus der 3sat-Kulturzeit vom 13.02.2013 weist auf das neue Buch "EGO - Das Spiel des Lebens" von Frank Schirrmacher, Blessing-Verlag 2013, hin.
Frank Schirrmacher erzählt davon, wie nach dem Ende des Kalten Krieges ein neuer Kalter Krieg im Herzen unserer Gesellschaft eröffnet wird... (c) 3sat-Kulturzeit/ZDF

EGO: Das Spiel des Lebens ist der Titel eines deutschen Sachbuches von Frank Schirrmacher. Das Buch erschien 2013 im Münchener Verlag Karl Blessing. Die Themen sind den Bereichen MetaethikPhilosophie des GeistesSozialphilosophieHerrschaftssoziologie und Kantianismus zuzuordnen.
Das Buch stellt Fragen zum freien Willen von Menschen und zur Demokratiefähigkeit von Staaten angesichts einer scheinbar berechenbaren, zum automatisierten „Monster“ entwickelten Ökonomie eines radikalen Egoismus ohne Moral.[1]
Der Autor erzählt von einer allgemeinen Manipulation der Menschen durch eine „monströse“ Ökonomie, einen neuen Kalten Krieg, in dem „nur der eigene Vorteil zählt, Moral spielt keine Rolle.“ Das Diktat der Ökonomie stelle nicht nur den freien Willen einzelner Seelen in Frage: In einem berechenbaren Spiel eines radikalen Egoismus, bei dem automatisierte Maschinen an den Aktien- und Devisenmärkten wie etwa an der Wall Street ursprünglich autonom gedachte Staaten als Illusion erscheinen lassen. Selbst Demokratien würden durch den auf Computer-Maschinen übertragenen Kalten Krieg vom politischen Akteur zum Spielball der Märkte, zu Marionetten eines „Monsters“.[1]
„Die Logik des Kalten Krieges ist zur Logik der Zivilgesellschaft geworden und korrumpiert sie. Die Egoismus-Maschinen spielen das große Spiel längst ohne den Menschen. Der Verlierer steht von vornherein fest: wir alle.[2]
„Was erlauben wir, [...] welches Spiel wollen wir spielen? Wollen wir ein uneigentliches Spiel von verdeckten Schachzügen, von heimlichem, indirekten Reden in unseren Gesellschaften, in unseren Demokratien, oder wollen wir etwas anderes? Honorieren wir offenes Spiel mit dem Anderen?[2]
Einen Ausweg erwartet Frank Schirrmacher von der Realwirtschaft, vor allem vom – deutschen – Mittelstand:
„Nehmen Sie Familienunternehmen, die finden auch alle ganz schrecklich, was dort passiert. Das sind Unternehmen, die Marx vielleicht noch Kapitalisten genannt hätte, aber das sind Unternehmen, die sagen: 'Wir sind auf Nachhaltigkeit aus'. Das, woraus Deutschland besteht, der deutsche Mittelstand, ist hier mit im Boot der Kapitalismuskritik.[2] (Inhalt, Wikipedia)

Das Ego, der Informationskapitalismus und die liberale Demokratie. Schirrmacher und Lindner. [1:27:46]

Veröffentlicht am 05.07.2013
Abschied von der Marktkonformität? - Das Ego, der Informationskapitalismus und die liberale Demokratie

Streitgespräch zwischen:
Dr. Frank SCHIRRMACHER, Mit-Herausgeber der Frankfurter
Allgemeinen Zeitung, Buchautor von „Ego -- Das Spiel des Lebens" und

Christian LINDNER MdL, Stellv. Bundesvorsitzender der FDP und Vorsitzender
der nordrhein-westfälischen FDP-Landtagsfraktion.

Moderation: Henrik Böhme, Hauptabteilung Wirtschaft der Deutschen Welle
Frank Schirrmacher: Gefahr einer totalitären Verschmelzung von Staat, Privatwirtschaft und IT-Technologie zulasten der Freiheit.
Christian Lindner: Digitale Informationen ist die Währung der Gegenwart, unregulierten Datenkraken sind eine Gefahr.

Dieses Gespräch wurde im Rahmen der III. Liberalismuskonferenz am 30. Juni 2013 in der Theodor-Heuss-Akademie in Gummersbach geführt und aufgezeichnet. Die Konferenz stand unter dem Titel "Die Perspektiven der Sozialen Marktwirtschaft und die Debatten-Kultur in Deutschland".

mein Kommentar:
Schirrmacher beginnt die Diskussion mit der Erwähnung des NSA-Skandals. Dieser Skandal hat inzwischen solche Ausmaße angenommen, daß er nicht nur unseren Staat sondern unser gesamtes politisches Denken aus den Angeln hebt.