Mittwoch, 11. Mai 2016

Walter Benjamin: Kapitalismus als Religion

Freud stand als Atheist und Religionskritiker in einem zwiespältigen Verhältnis zur Religion seiner Familie.[33]Erst durch den gegen Ende des 19. Jahrhunderts verstärkt auflodernden Antisemitismus fand seine Rückbesinnung auf die jüdische Tradition statt, die auch in der Mitgliedschaft in einer B’nai-B’rith-Loge ihren Ausdruck fand. Auch stand er später den zionistischen Aktivitäten in Palästina wohlwollend gegenüber, ohne sich selbst als Zionist zu verstehen.[34] Am 18. Februar 1926 schrieb Freud an Enrico Morselli: „Obwohl der Religion meiner Voreltern längst entfremdet, habe ich das Gefühl für die Zusammengehörigkeit mit meinem Volk nie aufgegeben“. Eine Relevanz seiner jüdischen Herkunft für seine Wissenschaft verneinte er hingegen, ohne die Gefahr zu verkennen, dass eine solche von seinen Gegnern postuliert werden könne, was später auch geschah.[23][35]
Freud bezeichnet sich selbst als einen Feind der Religion „in jeder Form und Verdünnung“ und steht somit in der Tradition Ludwig Feuerbachs (dessen Thesen er als seine philosophische Grundlage ansieht) und Friedrich Nietzsches (dem er zugesteht, etliche Einsichten der Psychoanalyse intuitiv vorweggenommen zu haben). Auch Arthur Schopenhauers Schriften hatten großen Einfluss auf den jungen Freud.
Freud bekräftigt die Religionskritik der Philosophen durch Einsichten, die er als naturwissenschaftlichgeprägter Mediziner bei der Entwicklung der klinischen Psychoanalyse gewonnen hat. Dabei drängte sich ihm die Auffassung auf, dass die Religion einer Kindheitsneurose vergleichbar sei.
Hierbei argumentiert er anthropologischontogenetisch und phylogenetisch:
Das anthropologische Argument definiert die Religion als infantiles (= kindliches) Abwehrverhalten gegen die menschliche Unterlegenheit: Der Mensch habe die Naturkräfte personalisiert und zu schützenden Mächten erhoben. Somit helfen sie ihm in seiner Hilflosigkeit. Das zugrunde liegende Verhaltensmuster knüpfe an die frühkindliche Erfahrung mit den schützenden Eltern, besonders mit dem Vater, an.[36]
Auf die frühkindlichen Erfahrungen geht auch Freuds ontogenetischer Ansatz ein: Das ambivalente Verhältnis des Kindes gegenüber dem Vater setzt sich im Glauben des Erwachsenen fort. Er erkennt, dass er auch als solcher sich nicht völlig gegen fremde Übermächte wehren kann, weswegen er seinen Schutz im Gottesglauben sucht. Die Götter fürchtet er, trotzdem überträgt er ihnen seinen Schutz.
Das Motiv der Vatersehnsucht setzt sich bei der stammesgeschichtlichen (phylogenetischen) Erklärung fort. Freud greift in Totem und Tabu (1913) das von Charles Darwin eingeführte Modell einer Urhorde auf, deren Stammesvater als absoluter Despot von den Söhnen sowohl verehrt als auch gehasst wurde, insbesondere aufgrund seines Anspruches, alle Frauen der Horde zu besitzen. Aus Eifersucht hätten sie ihr Oberhaupt gemeinsam umgebracht (Ödipuskomplex). Eine Nachfolge sei aufgrund der wechselseitigen Blockade der Söhne und der nachträglichen Idealisierung des ermordeten Urvaters nicht möglich gewesen. Als Gemeinschaft sollen sich die Söhne der Urhorde darauf verständigt haben, sich die Endogamie, den Besitz der Frauen der eigenen Gruppe zu versagen, so dass lediglich Frauen fremder Stämme und Sippen geheiratet werden durften (Exogamie-Gebot). Anschließende rituelle Mahlzeiten sollen an den vorangegangenen Mord bzw. die darauf folgende Etablierung elementarer Grundlagen des menschlichen Zusammenlebens erinnern. Das menschliche Schuldbewusstsein sei somit der Anfang sozialer Organisation, von Moral, Religion, sittlicher Beschränkung und damit der Kultur überhaupt.
Freud setzte sich bis zu seinem Lebensende mit dem Thema Religion auseinander. Sein letztes Werk (1939), wenige Tage vor seinem Tod veröffentlicht, war eine Studie über den Religionsgründer Moses: Der Mann Moses und die monotheistische Religion. [Sigmund Freud, Religionskritiker Freud, ]
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Im Kapitalismus ist eine Religion zu erblicken, d.h. der Kapitalismus dient essentiell der Befriedigung derselben Sorgen, Qualen, Unruhen, auf die ehemals die so genannten Religionen Antwort gaben. Der Nachweis dieser religiösen Struktur des Kapitalismus, nicht nur, wie Weber meint, als eines religiös bedingten Gebildes, sondern als einer essentiell religiösen Erscheinung, würde heute noch auf den Abweg einer maßlosen Universalpolemik führen. Wir können das Netz in dem wir stehen nicht zuziehn. Später wird dies jedoch überblickt werden.

Drei Züge jedoch sind schon der Gegenwart an dieser religiösen Struktur des Kapitalismus erkennbar. Erstens ist der Kapitalismus eine reine Kultreligion, vielleicht die extremste, die es je gegeben hat. Es hat in ihm alles nur unmittelbar mit Beziehung auf den Kultus Bedeutung, er kennt keine spezielle Dogmatik, keine Theologie. Der Utilitarismus gewinnt unter diesem Gesichtspunkt seine religiöse Färbung. Mit dieser Konkretion des Kultus hängt ein zweiter Zug des Kapitalismus zusammen: die permanente Dauer des Kultus. Der Kapitalismus ist die Zelebrierung eines Kultes sans rêve et sans merci. Es gibt da keinen „Wochentag“<,> keinen Tag der nicht Festtag in dem fürchterlichen Sinne der Entfaltung allen sakralen Pompes<,> der äußersten Anspannung des Verehrenden wäre. Dieser Kultus ist zum dritten verschuldend. Der Kapitalismus ist vermutlich der erste Fall eines nicht entsühnenden, sondern verschuldenden Kultus. Hierin steht dieses Religionssystem im Sturz einer ungeheuren Bewegung. Ein ungeheures Schuldbewußtsein das sich nicht zu entsühnen weiß, greift zum Kultus, um in ihm diese Schuld nicht zu sühnen, sondern universal zu machen, dem Bewußtsein sie einzuhämmern und endlich und vor allem den <101> Gott selbst in diese Schuld einzubegreifen, um endlich ihn selbst an der Entsühnung zu interessieren.

mehr:
- Walter Benjamin: Kapitalismus als Religion ([Fragment], in: Gesammelte Schriften, Hrsg.: Rolf Tiedemann und Hermann Schweppenhäuser, 7 Bde, Frankfurt am Main: Suhrkamp, 1. Auflage, 1991, Bd. VI, S. 100–103., 690–691., Összehasonlító Irodalomtudományi Tanszék)
Die Freudsche Theorie gehört auch zur Priesterherrschaft von diesem Kult. Sie ist ganz kapitalistisch gedacht. Das Verdrängte, die sündige Vorstellung, ist aus tiefster, noch zu durchleuchtender Analogie das Kapital, welches die Hölle des Unbewußten verzinst.

Der Typus des kapitalistischen religiösen Denkens findet sich großartig in der Philosophie Nietzsches ausgesprochen. Der Gedanke des Übermenschen verlegt den apokalyptischen „Sprung“ nicht in die Umkehr, Sühne, Reinigung, Buße, sondern in die scheinbar stetige, in der letzten Spanne aber sprengende, diskontinuierliche Steigerung. Daher sind Steigerung und Entwicklung im Sinne des „non facit saltum“ unvereinbar. Der Übermensch ist der ohne Umkehr angelangte, der durch den Himmel durchgewachsne, historische Mensch. Diese Sprengung des Himmels durch gesteigerte Menschhaftigkeit, die religiös (auch für Nietzsche) Verschuldung ist und bleibt[,] hat Nietzsche pr<ä>judiziert. Und ähnlich Marx: der nicht umkehrende Kapitalismus <102> wird mit Zins und Zinseszins, als welche Funktion der Schuld (siehe die dämonische Zweideutigkeit dieses Begriffs) sind, Sozialismus.
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Kapitalismus ist eine Religion aus bloßem Kult, ohne Dogma. Der Kapitalismus hat sich – wie nicht allein im Calvinismus, sondern auch an den übrigen orthodoxen christlichen Richtungen zu erweisen sein muss, auf dem Christentum parasitär im Abendland entwickelt, dergestalt dass zuletzt im wesentlichen seine Geschichte die eines Parasiten, des Kapitalismus ist. […]

Die Sorgen: eine Geisteskrankheit, die der kapitalistischen Epoche eignet. Geistige (nicht materielle) Ausweglosigkeit in Armut, Vaganten- Bettel- Mönchtum. Ein Zustand der so ausweglos ist, ist verschuldend. Die »Sorgen« sind der Index dieses Schuldbewußtseins von Ausweglosigkeit. Die »Sorgen« entstehen in der Angst gemeinschaftmäßiger, nicht individuell-materieller Ausweglosigkeit.

Das Christentum zur Reformationzeit hat nicht das Aufkommen des Kapitalismus begünstigt, sondern es hat sich in den Kapitalismus umgewandelt.
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Kapitalismus als Religion ist ein Fragment des deutschen Philosophen Walter Benjamin aus dem Jahr 1921.[1] Der jüdische Marxist behandelt in seinem Fragment die Parallelen und Unterschiede zwischen Kapitalismus und Religion in der Moderne. [Kapitalismus als Religion, Wikipedia]
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Kapitalismus als Religion - Max Uthoff aktualisiert die Thesen Walter Benjamins (2015) [18:38]

Veröffentlicht am 23.09.2015
Kapitalismus als Religion - Max Uthoff aktualisiert die Thesen Walter Benjamins (2015) - Mehr Infos zum Thema: "Kapitalismus als Religion" - 

Volker Pispers über die Religion Kapitalismus - Bis neulich - 2015 [35:40]

Veröffentlicht am 15.05.2015
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siehe auch:
. Die Ideologie und ihre Kritik. Ein Problemaufriss mit einigen Leerstellen und vielen Fußnoten (Samit Khatib, Anthropological Materialism, 06.07.2010)
- Geld und Gott – Kapitalismus als Religion (Armin Stadler, Le Bohémien, 13.02.2014)
- Kapitalismus als Religion (Christoph Fleischmann, seine Homepage, erschienen in: Blätter für deutsche und internationale Politik 1 / 07, Seite 77-85)
- Aspekte der Kulturtheorie Adornos (Conne Island, 28.03.2007)

mein Kommentar:
daß Kapitalismus-kritische Überlegungen bei youtube fast nur in polit-Kabarett-Videos zu finden sind, spricht für sich: deutsches Dichen und Denken findet in Zeiten von TTIP und des Kriegs um die Deutungshoheit anscheinend nur noch im politischen Kabarett. (Und daß sich nach Georg Schramm jetzt auch Volker Pispers von der Bühne zurückzieht, spricht ebenfalls für sich.)

ich habe in der letzten Zeit immer stärker so ein "Leck-mich-am- Arsch-Gefühl". […] Nach über 30 Jahren satirischer Kritik an Gott und der Welt und was es sonst noch alles gibt, habe ich die Schnauze voll davon, mich zum hundertfünfzigsten mal mit all den Comic-Figuren auseinanderzusetzen, die sich tag-täglich dabei widersprechen, wenn sie die Welt kommentieren oder interpretieren.
[Weihnachts(D)App – Zum Abschied ein Festprogramm!, Dieter Thomas vom Frankfurter Fronttheater]
Quelle: Fronttheater
siehe auch:
- Kabarettist Dieter Thomas ist tot (Post, 06.05.2016)

Dienstag, 10. Mai 2016

»Die Pflicht jedes Christen ist es ein Revolutionär zu sein«

Che Guevara, der in Bolivien ermordete Revolutionär, sagte, „sobald die Christen es wagen, ein umfassendes revolutionäres Zeugnis abzulegen, wird die lateinamerikanische Revolution unbesiegbar sein. Denn bisher haben die Christen erlaubt, dass ihre Lehre durch die Reaktionäre instrumentalisiert wird." (1) Che sagt damit nicht, dass die Revolution von den Christen ausgehen wird, sondern, dass ihre Teilnahme entscheidend ist. Dieses Wort ist im Hinblick auf die starke religiöse Bindung der Mehrheit der LateinamerikanerInnen nicht nur eine realistische Einschätzung der Mobilisierungsmöglichkeiten, sondern Che drückt damit auch aus, dass die Christen eine ganz neue Dimension einbringen müssten, damit der revolutionäre Prozess gelingt. Der chilenische Befreiungstheologe Pablo Richard schließt seine Einleitung zum Buch „Los Cristianos y la Revolución“ mit einem Wort des kolumbianischen Priesters Camilo Torres und einem von Che: „Die Pflicht jedes Christen ist es ein Revolutionär zu sein“ (Camilo) und „die Pflicht jedes Revolutionärs ist es die Revolution zu machen“ (Che) (2).
Die lateinamerikanische Kirche diente seit der Eroberung des Kontinents durch Spanier und Portugiesen den Mächtigen und Unterdrückern, von wenigen Ausnahmen, wie es der Bischof Bartolomé de Las Casas war, abgesehen. Es war eine Kirche der Reichen, der Nachkommen der Europäer, die durch ihre Predigten und jenseitigen Strafandrohungen das System der Ausbeutung ideologisch abstützte. Erst in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurden sich im Rahmen der gesellschaftlichen Veränderungen immer mehr Christen in den städtischen Zentren ihrer sozialen Verantwortung bewusst. Die Dominanz der feudalen Ordnung bröckelte langsam ab, eine Industriegesellschaft war im Entstehen. Diese Christen und Christinnen beriefen sich auf die Sozialenzykliken der Päpste, konnten sich aber nur schwer politisch artikulieren. Noch 1936 bedurfte es z.B. in Chile einer Klarstellung durch Rom, dass es den Katholiken erlaubt ist, auch die neue Partei der Christdemokraten zu wählen, nicht nur die Konservative Partei, die Partei der Großgrundbesitzer.

mehr:
- Befreiung und Theologie: Lateinamerikanische Christen auf dem Weg zur Freiheit (Herbert Berger, Homepage Peter Fleissner, Aufsichtsratmitglied der ICBSS, Datum unbekannt, PDF)

siehe auch:

- Zeitenwechsel: der aufhaltsame Aufstieg des Geldkapitals in der Geschichte (Heinz-Dieter Haustein, LIT-Verlag, Münster, 2011, GoogleBooks)
- «Dein Leben macht längst Sinn» (Interview mit Margot Käßmann, zeitzeichen, 21.12.2015)

Doku Che Guevara Geschichte Eines Rebellen [1:59:00]

Veröffentlicht am 11.08.2015
Doku Deutsch.

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Die Lehre vom Bodhisattva ist auch im Theravada-Buddhismus, der ältesten und einzigen noch existierenden Schule des Hinayana, bekannt. Der Theravada lehrt jedoch neben dem Erreichen des Bodhi mit Hilfe eines Bodhisattva vor allem das Erlangen der „Erleuchtung“, des „Erwachens“, durch eigenes Bemühen. Dieses Ideal des Arhat, des „Heiligen“, der die Überwindung des Kreislaufs der Reinkarnationen (siehe auch Samsara) aus eigenem Bemühen anstrebt, wird vom Mahayana nicht als vollständige Befreiung verstanden. Der einzige im Theravada bekannte Bodhisattva ist der kommende Buddha Maitreya.
 [Bodhisattva, Bodhisattvas im Theravada, Wikipedia]

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Der Tod war sein größter Sieg Che Guevaras letzter Kampf - Doku [43:33]

Veröffentlicht am 02.12.2015
Junge im Mädchenkörper - Der harte Weg eines 12-Jährigen | Transsexualität Dokumentation
Anakonda [Doku deutsch]
Der Löwenmann | Kevin Richardson Dokumentation
Die 5 Biologischen Naturgesetze - Die Dokumentation
Neue Nase mit 14 - Mädchen und ihr Traum - Doku/Dokumentation
Zum Töten Geboren - Weisser Hai - Dokumentation/Doku
Die Todeswelle - Tsunami 2004 - Doku/Dokumentation
Miss Dokumentation
Special Forces: Scharfschützen Dokumentation
[DOKU] Sex auf dem Deutschen Strich - Dokumentation Deutsch (2015) [HD]
Menschenexperimente im Kalten Krieg - Dokumentation/Doku
Freie Liebe Gruppensex auf einem neuen Level Doku, Dokumentation, Reportage)
Titanic - 100 Jahre nach der Katastrophe - Doku/Dokumentation
10500 v. Chr. Geheimnisse der Hochkulturen ( volle Dokumentation)
Illuminaten (Doku) Die geheime Weltverschwörung
300 Tage Allein auf einer Insel[DOKU Deutsch HD]
BBC Das Wunderwerk Mensch 3v4 Die Geburt des Lebens Dokumentation; BBC Exklusiv 3v4
Dokumentation - Bagger - Giganten der Baustelle
Doku Crystal Meth 2015 - Die schädlichste Droge der Welt [Dokumentation Meth]
Dokumentation - Fremdenlegion

Schnappschuss mit Che - Dokumentation [51:08]

Hochgeladen am 05.02.2011
Félix Rodríguez ist der Mann, der im Oktober 1967 Che Guevara in den Bergen Boliviens aufspürte, verhörte und dann erschießen ließ. Benigno war ein Kampfgefährte Che Guevaras, seine rechte Hand und sein MG-Schütze, er konnte Rodríguez seinerzeit entkommen. Nach seiner Flucht aus Bolivien gehörte Benigno einem kubanischen Killerkommando an, das weltweit auf den vermeintlichen Mörder Che Guevaras Jagd machte. Doch Rodríguez überlebte den Rachefeldzug. Dies ist die Geschichte eines Jägers und eines Gejagten, einer erbarmungslosen Feindschaft, aus der eine Freundschaft erwuchs. Denn nur von Rodríguez konnte Benigno die letzte Wahrheit erfahren: Warum hat sein Idol Che sich an jenem 8. Oktober 1967 ergeben, hat er um sein Leben gebettelt, was geschah in seinen letzten Stunden, die er alleine mit seinem Jäger Rodríguez in der Dorfschule von La Higuera verbrachte...?

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Der zur Verwirklichung des Sammasambuddha führende Weg ist (nach ursprünglicher Lehre) der Weg des Bodhisattva. [Buddha, Drei Arten von Buddhas, Samyaksambuddha, Wikipedia]
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Erzbischof Oscar Romero, Teil 1/3 [9:30]

Hochgeladen am 25.07.2010
Oscar Romero, Erzbischof von San Salvador, war einer der prominentesten Kritiker des Militär-Regimes in El Salvador. Heuer sind es 30 Jahre, dass er am Altar ermordet wurde. Romero und andere kirchlich, politisch oder gewerkschaftlich organisierte Menschen wurden Opfer der Todesschwadronen in dem kleinen mittelamerikanischen Land mit den großen sozialen Unterschieden. Die sozialen Probleme sind nach dem Ende von Militärregime und Bürgerkrieg immer noch groß, ebenso die Kluft zwischen Arm und Reich. Doch die Menschen El Salvadors - 60 Prozent von ihnen gehören der römisch-katholischen Kirche an - leben zu einem Großteil aus der Hoffnung, die sie mit dem Tod - und, vor allem wie sie glauben, der Auferstehung - Oscar Romeros verbinden.

Gestaltung: Maria Katharina Moser

‚Dieser Papst praktiziert die Befreiungstheologie' [6:17]

Veröffentlicht am 24.06.2014
Er ist Dichter, suspendierter katholischer Priester, Revolutionär und einer der berühmtesten Vertreter der Theologie der Befreiung: Ernesto Cardenal. Der 89-jährige Nicaraguaner wird am 25. Juni 2014 für sein Lebenswerk mit dem Theodor-Wanner-Preis des Stuttgarter Instituts für Auslandsbeziehungen ausgezeichnet. Im Interview mit dem Internetportal Weltkirche spricht er über die Befreiungstheologie, Papst Franziskus und den Seligsprechungsprozess von Oscar Romero.

Weitere Informationen zur Theologie der Befreiung finden Sie auf dem Internetportal Weltkirche.

Ernesto Cardenal: Revolutionär und Dichter | Journal Interview [12:07]

Veröffentlicht am 17.08.2014
Ernesto Cardenal Martínez, geboren 1925 in Granada, ist ein nicaraguanischer Politiker und Dichter. Er ist einer der bekanntesten Vertreter der Befreiungstheologie. .Im Gespräch mit der DW spricht er über Glaube, Politik und die Kraft der Poesie.

Obama zu TTIP und TPP: "Die Welt sollte nach Amerikas Regeln spielen" [6:46]

Veröffentlicht am 03.05.2016
Nach den Leaks von Greenpeace hat die Diskussion um TTIP und dessen transpazifischen Bruder TPP erneut Fahrt aufgenommen. In einem Gastbeitrag in der Washington Post verteidigt US-Präsident Barack Obama die geplanten Abkommen und fordert offen, dass sich die Welt nach Regeln richten soll, die die USA bestimmen. Doch da die Verhandlungen im Geheimen stattfinden, weiß niemand so wirklich, was das bedeutet. Jorgo Riss, Direktor von Greenpeace kritisiert die negativen Auswirkungen von TTIP auf den Umwelt- und Verbraucherschutz. Auf die Europäische Union übt Washington massiven Druck aus, so Riss. Europaweit fluten derweil Bürger die sozialen Medien mit ablehnenden Kommentaren zu TTIP. Mehr auf unserer Webseite: https://deutsch.rt.com/

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RT Deutsch nimmt die Herausforderung an, die etablierte deutsche Medienlandschaft aufzurütteln und mit einer alternativen Berichterstattung etablierte Meinungen zu hinterfragen. Wir zeigen und schreiben das, was sonst verschwiegen oder weggeschnitten wird. RT - Der fehlende Part.
»Ich denke, dass für die heutige Welt das monopolare Modell nicht nur ungeeignet, sondern überhaupt unmöglich ist. Nur nicht, weil für eine Einzel-Führerschaft in der heutigen, gerade in der heutigen, Welt weder die militärpolitischen, noch die ökonomischen Ressourcen ausreichen. Aber was noch wichtiger ist – das Modell selbst erweist sich als nicht praktikabel, weil es selbst keine Basis hat und nicht die sittlich-moralische Basis der modernen Zivilisation sein kann.« [aus der Rede Putins vor der Münchner Sicherheitskonferenz, Februar 2007]
Through an interpreter, one of his soldiers asked one of the Americans if he believed in God. The American shook his head no and said he didn’t. Overhearing the conversation, Hasanzada quickly ordered the interpreter not to respond. But it was no use: the Afghan soldier had seen the American’s body language and understood. “My soldier got very upset, quit the army within days, and gave his salary to poor local people,” says Hasanzada. “At least he didn’t react with his Kalashnikov.” (aus Afghanistan: ‘Green on Blue’ Killings Explained, Sami Yousafzai, Newsweek, 27.08.2012)
zum letzten Zitat siehe:
- Ein kurzer Kommentar zu fast allem (Post, 09.10.2014)
- Eisenhowers Warnung (Post, 13.09.2005)

Bob Dylan - Masters of War - lyrics [5:56]   Übersetzung   Interpretation (Words in the Bucket, 27.02.2015)   “Masters of War”; the meaning of the music and the lyrics (Tony Attwood, 18.08.2014, sehr empfohlen)


Veröffentlicht am 04.11.2013
via YouTube Capture


zu dem Lied siehe auch:
Heute vor 20 Jahren – Bob Dylans versteckte Botschaft bei der Grammy-Verleihung (20.02.2011, aktualisiert am 12.12.2015 – Masters of WarBlowin’ in the Wind

Montag, 9. Mai 2016

Sozialleistungen: Nahles macht dicht

Unmenschlich Die Arbeits- und Sozialministerin will mit eingeschränkten Sozialleistungen den Zuzug aus osteuropäischen EU-Staaten drosseln

Die Sicherung des Existenzminimums ist ein Menschenrecht. So urteilte das Bundesverfassungsgericht, und das höchste Bundessozialgericht bekräftigte diese Auffassung noch im Dezember 2015 mit einer Entscheidung, nach der EU-Ausländern Hartz IV oder Sozialhilfe zusteht, wenn sie ein halbes Jahr in Deutschland verbracht haben.

Die sozialdemokratische Arbeits- und Sozialministerin Andrea Nahles will dieses Menschenrecht nun drastisch einschränken. Sie schließt alle EU-Bürger von Sozialleistungen aus, wenn diese sich nicht mindestens fünf Jahre „verfestigt“ in Deutschland aufgehalten haben und keine primären Ansprüche auf Arbeitslosengeld erworben haben.

Damit will sie den Zuzug insbesondere aus osteuropäischen EU-Staaten drosseln, in denen nur geringe Sozialleistungen bezahlt werden. EU-Bürgern, die hierzulande in Not geraten, soll lediglich noch ein vierwöchiges Übergangsgeld gewährt werden, inklusive einer Rückfahrkarte in ihr Heimatland. Betroffen davon sind 440.000 von vier Millionen in Deutschland lebenden EU-Ausländern.

Zufall, dass dieser Vorschlag pünktlich drei Tage vor dem Parteitag der AfD, auf dem sich die Rechtspopulisten ein Programm gaben, in die Welt gesetzt wurde? Was der AfD recht ist, soll der SPD billig sein, und sie glaubt sich der Unterstützung in der Bevölkerung sicher. Der geplante Gesetzesentwurf, ist wieder einmal ein Exempel, auf welche Weise es Rechten gelingt, die Regierungsparteien vor sich herzutreiben. Nahles behauptet, er ändere nichts am Status quo, sondern schließe nur eine Gesetzeslücke.

mehr:
- Nahles macht dicht (Ulrike Baureithel, der Freitag, 06.05.2016)

mein Kommentar:

Was lernen wir daraus? Moral muß man sich leisten können, und nicht alles, was wünschenswert ist, ist umsetzbar. Nachdem die Warner früh- und rechtzeitig zu Rechtsextremen erklärt wurden (und die Warnungen selbst dadurch undiskutierbar gemacht wurden), muß das an das Gute glaubende Volk behutsam auf die begrenzten Ressourcen, die zur Verfügung stehen, hingewiesen werden.
Was für ein Theater! Wir brauchen Edward Bernays!

siehe auch:

- Angewandte Psychoanalyse: Masse und Mob – Wie sich Emotionen in der Menge entladen, und wie sie gesteuert werden können (Post, 14.03.2016)
- Über die Notwendigkeit gemeinsamer Mythen (Post, 05.04.2016)

US-Bodentruppen auch im Jemen im Einsatz

Die US-Regierung weitet Schritt für Schritt die militärischen Interventionen in der Region aus
Es ist das letzte Jahr der Amtszeit von Barack Obama, der einst angetreten war, die von den USA geführten Kriege zu beenden, die unter Bush errichteten illegalen Praktiken wie Folter, Verschleppung und unbegrenzte Inhaftierung (Guantanamo) zu stoppen und gar auf eine atomwaffenfreie Welt hinzuarbeiten. Überall konnte Obama, der militärstrategisch von Bodentruppen auf den Drohnenkrieg und Einsätze von Spezialtruppen mit gezileten Tötungen auch in Nichtkriegsländern umsattelte, seine Ziele nicht durchsetzen.

Mittlerweile kochen die Konflikte mit Russland und auch China hoch, hat ein neues nukleares Wettrüsten begonnen, werden die Taliban in Afghanistan stärker und weiten sich die Einflussgebiete von al-Qaida und Islamischer Staat über Jemen, Syrien und den Irak hinaus in die ganze Region und Afrika aus.

Im Irak und seit kurzem auch in Syrien sind US-Soldaten auch wieder am Boden in Kampfeinsätzen tätig, möglicherweise auch schon in Libyen. In Afghanistan sind noch 9800 US-Soldaten stationiert, die schon seit letztem Jahr, wie in Kunduz offenbar wurde, nicht nur afghanische Truppen trainieren und beraten, sondern in Kampfeinsätzen tätig sind. Wie am Freitag bekannt wurde, wurden vor zwei Wochen erstmals wieder US-Soldaten in den Jemen verlegt.

mehr:
- US-Bodentruppen auch im Jemen im Einsatz (Florian Rötzer, Telepolis, 09.05.2016)

mein Kommentar:
Das sollte Putin versuchen, da wäre was los!

siehe auch:
Able Archer 83: "Um Haaresbreite" (Post, 13.11.2015)
Fundgrube – Helmut Schmidt: Wie gefährlich ist Amerika? (Post, 29.08.2015)
»Für den Frieden der Welt geht von Russland heute viel weniger Gefahr aus als etwa von Amerika. Das können sie ruhig so drucken.«
Der Ukraine-Konflikt 6 – Wer stoppt die USA? (Post, 25.04.2014)
- Das Gebaren einer Großmacht im Niedergang (Post, 04.02.2008)

»Ich habe [den italienischen Verteidigungsminister] so verstanden, dass die Anwendung von Gewalt nur dann als legitim gilt, wenn sie auf der Grundlage einer Entscheidung der NATO, der EU oder der UNO basiert. Wenn er das tatsächlich meint, dann haben wir verschiedene Standpunkte. Oder ich habe mich verhört. Legitim ist eine Anwendung von Gewalt nur dann zu nennen, wenn ihr ein UNO-Beschluss zu Grunde liegt. Und man darf die UNO nicht durch die NATO oder die EU ersetzen. […]
Die Menschheitsgeschichte kennt natürlich auch Perioden monopolaren Zustandes und des Strebens nach Weltherrschaft. Alles war schon mal da in der Geschichte der Menschheit. Aber was ist eigentlich eine monopolare Welt? Wie man diesen Terminus auch schmückt, am Ende bedeutet er praktisch nur eines: es gibt ein Zentrum der Macht, ein Zentrum der Stärke, ein Entscheidungs-Zentrum.
Es ist die Welt eines einzigen Hausherren, eines Souveräns. Und das ist am Ende nicht nur tödlich für alle, die sich innerhalb dieses Systems befinden, sondern auch für den Souverän selbst, weil es ihn von innen zerstört.
Das hat natürlich nichts mit Demokratie gemein. Weil Demokratie bekanntermaßen die Herrschaft der Mehrheit bedeutet, unter Berücksichtigung der Interessen und Meinungen der Minderheit.
Nebenbei gesagt, lehrt man uns - Russland – ständig Demokratie. Nur die, die uns lehren, haben selbst, aus irgendeinem Grund, keine rechte Lust zu lernen.
Ich denke, dass für die heutige Welt das monopolare Modell nicht nur ungeeignet, sondern überhaupt unmöglich ist. Nur nicht, weil für eine Einzel-Führerschaft in der heutigen, gerade in der heutigen, Welt weder die militärpolitischen, noch die ökonomischen Ressourcen ausreichen. Aber was noch wichtiger ist – das Modell selbst erweist sich als nicht praktikabel, weil es selbst keine Basis hat und nicht die sittlich-moralische Basis der modernen Zivilisation sein kann.«
 [aus der Rede Putins vor der Münchner Sicherheitskonferenz, Februar 2007]
Jemen - Eine Republik der Stämme - Mit offenen Karten [10:42]

Veröffentlicht am 24.04.2013
Der Jemen, ein armer, landwirtschaftlich geprägter Staat mit hohem Bevölkerungswachstum und eine Art „Republik der Stämme" mit einem sunnitischen Süden und einem schiitischen Norden, ist Schauplatz terroristischer Anschläge und liegt an einer der wichtigsten Schifffahrtsrouten der Welt.

Land Grabbing und die Folgen für Afrika (Arte 'Mit offenen Karten') [11:47]

Veröffentlicht am 23.04.2016
Erstausstrahlung: 26.04.2014

Nestle - Das dreckige Geschäft mit dem Wasser der 3. Welt [Dokumentation] [44:47]

Veröffentlicht am 20.03.2013
Einer von vielen Skandalen der Firma Nestle. Ekelhafte Machenschaften die verbreitet und deren Produkte boykottiert werden müssen...

Huehner fuer Afrika - Vom Unsinn des globalen Handels [43:01]

Veröffentlicht am 23.01.2015
....die Länder der sog. ersten Welt sind Schuld, dass die afrikanischen Länder auf keinen grünen Zweig kommen.
Und wir wundern uns, dass die sich in Boote setzen und versuchen nach Europa zu schippern...
Aber die Gutmenschen Europas demonstrieren nicht gegen den perversen Freihandel mit Afrika... nein... sie demonstrieren gegen die Gruppen die versuchen die Verursacher dieser Misere zu verjagen...
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Vergiftete Geschenke - Wie die EU Afrika in die Armut treibt [1:36:34]

Veröffentlicht am 19.03.2015
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Ein Kind, das heute an Hunger stirbt, wird ermordet | Jean Ziegler, Globalisierungskritiker [10:06]

Hochgeladen am 20.11.2011
» Ein Kind, das heute an Hunger stirbt, wird ermordet. « Jean Ziegler
Nicht gehaltene Rede zur Eröffnung der Salzburger Festspiele 2011

Video-Quelle: http://youtu.be/cNxthf5hKEc
siehe auch: http://youtu.be/IN7kWoyGGi4


eine Nachricht vom Video-Ersteller:

Verehrte Freunde und Besucher!
Anläßlich der Eröffnung der Salzburger Festspiele wurde der Schweizer Soziologe und Globalisierungskritiker Jean Ziegler gebeten die Eröffnungsrede zu halten. Doch kurz zuvor wurde er prompt wieder ausgeladen mit der unbewiesenen Behauptung er pflege enge freundschaftliche Beziehungen zu dem lybischen Staatschef Muammar Al Gaddafi. Er selbst bestreitet diese Vorwürfe jedoch vehement und mutmaßt hinter diesem Komplott die wahren Drahtzieher die auch die Salzburger Festspiele sponsern: Nestlé und Crédit Suisse. So wußte es die Berliner Zeitung zu berichten und solange glaubwürdige Stellungsnahmen ausbleiben muß dies als Vermutung stehen bleiben. Macht euch dazu eure eigenen Gedanken.
Als ich diesen Text hier zum ersten Mal las liefen mir Tränen des Zorns und des Mitgefühls über die Backen und auch als ich schließlich das Mikrofon einschaltete konnte ich diese Emotionen nicht unterdrücken. Ich hoffe ich konnte mit diesem kleinen Beitrag zum Erreichen einer gerechteren Gesellschaft auch euch ein wenig sensibilisieren.
An Alle die denken dies könne uns und hier nicht passieren: bedenkt wie sich die Schere zwischen Arm und Reich in unserem eigenen Land seit den Wiedervereinigung weiter geöffnet hat, die Kluft größer geworden ist. Der Mittelstand, einst der Motor einer gerechten Verteilung und des Wohlstandes, ist auf einem historischen Tiefststand angelangt und sehen könnt ihr das jeden Tag in euren Innenstädten die längst von einigen wenigen Großkonzernen übernommen wurden. Die scheinbare Vielfalt in den Supermärkten ist eine tödliche Illusion! Ohne Konzerne läßt sich diese Welt kaum noch steuern, aber ausschließlich mit ihnen auch nicht!
LG QueenOfUnimatrixZero

Alle Bilder welche nicht dem Public Domain Pool oder der Creative Commons entnommen wurden fallen unter das in Deutschland verbriefte Zitatrecht, in den USA unter Fair Use.

Die Rede Jean Zieglers kann für 2.50 €uro beim Ecowin Verlag Salzburg bestellt werden. Diese Vorlage wurde der Berliner Zeitung entnommen
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Sonntag, 8. Mai 2016

Panama Papers - das Manifest von John Doe

Razzien, Demos, Rücktritte: Die Panama Papers haben weltweit enorme Reaktionen ausgelöst. Nun meldet sich "John Doe", die anonyme Quelle der Dokumente, in der SZ erstmals öffentlich zu Wort. Sein Manifest lässt sich als Erklärung seines Tuns lesen - und als Aufruf zum Handeln.
Vor mehr als einem Jahr wurde die Süddeutsche Zeitung von einer auf Anonymität bedachten Quelle kontaktiert, die sich selbst "John Doe" nannte, und interne Daten der panamaischen Kanzlei Mossack Fonseca anbot. Die SZ entschied, die Daten gemeinsam mit dem International Consortium of Investigative Journalists (ICIJ) auszuwerten, im Lauf der Recherche wuchs die Kooperation auf mehr als 100 Medien aus rund 80 Ländern an. Die weltweiten Reaktionen auf die Veröffentlichungen der Panama Papers vor gut einem Monat waren enorm, es gab Rücktritte, Massendemonstrationen, Razzien und Ermittlungen in Dutzenden Ländern. Nun hat "John Doe", die anonyme Quelle, der SZ eine Art Manifest zukommen lassen, das sich gleichsam als Erklärung seines Tuns wie als Aufruf zum Handeln lesen lässt. Die SZ veröffentlicht dieses Dokument hier auf Deutsch, auf panamapapers.de aber auch auf Englisch. Der Text und die dahinterstehende politische Haltung hatten keinen redaktionellen Einfluss auf die Veröffentlichungen der SZ oder anderer Recherchepartner, und werden dies auch in Zukunft nicht haben. Mit der Übergabe der Daten der Panama Papers waren und sind keine inhaltlichen Bedingungen verbunden.SZ
Die Ungleichheit der Einkommen, die Kluft zwischen Arm und Reich, ist eines der wichtigsten Themen unserer Zeit. Es betrifft jeden von uns, weltweit. Seit Jahren tobt die Debatte über eine plötzliche Verschlimmerung der Lage, doch Politiker, Wissenschaftler und Aktivisten sind trotz ungezählter Reden, Analysen, schwacher Proteste und ein paar Dokumentarfilmen rat- und hilflos, wie diese Entwicklung aufzuhalten ist. Die Fragen bleiben: Warum? Und warum gerade jetzt?

In den Panama Papers ist die Antwort darauf nun offensichtlich geworden: umfassende, alltägliche Korruption. Dass ausgerechnet eine Rechtsanwaltskanzlei diese Antwort liefert, ist keineswegs Zufall. Mossack Fonseca ist mehr als ein Rädchen im Getriebe der "Vermögensverwaltung". Die Kanzlei nutzte ihren Einfluss, um weltweit Gesetze zu diktieren und zu umgehen und so über Jahrzehnte hinweg die Interessen von Kriminellen durchzusetzen. Mit der Pazifikinsel Niue hat sich Mossack Fonseca im Grunde sogar eine eigene Steueroase erschaffen.

mehr:
- Panama Papers - das Manifest von John Doe (Süddeutsche, 06.05.2016)

Bester Papa

Jean-Paul Belmondo (* 9. April 1933 in Neuilly-sur-Seine) ist ein französischer Film- und Theaterschauspieler. Belmondo wurde in den späten 1950er Jahren zunächst als einer der wichtigsten Darsteller der Nouvelle Vague bekannt. Ab Mitte der 1960er Jahre war er zwei Jahrzehnte lang als Komödiant und agiler Held actionbetonter Filme einer der erfolgreichsten Stars des europäischen Kinos. [Jean-Paul Belmondo, Wikipedia]
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Ikone Paul Belmondo hat über seinen Vater Jean-Paul einen Dokumentarfilm gedreht. Kein anderer hätte das besser gekonnt
Es ist kein herausragender Film, und gerade deshalb trifft er seinen Gegenstand adäquat. Belmondo von Belmondo lautet der etwas ungelenk übersetzte Titel der DVD- und VoD-Veröffentlichung (aus dem französischen Belmondo par Belmondo), der Sohn, Paul Belmondo, fährt mit dem Vater, Jean-Paul Belmondo, die Stationen von dessen Karriere ab: Rom, Rio, Monaco, Paris, zumeist in einem fast angeberisch abgefilmten schwarzen, alten Ford Mustang Cabrio, dazu puffige Musik.

Ein alter Mann – Belmondo ist gezeichnet von einem Schlaganfall vor 15 Jahren – trifft andere alte Männer, manchmal auch Frauen, geplaudert wird ausnahmslos totalbegeistert, „weißt du noch“ und „das war so“. „Alles kann man hier auch nicht erzählen“, sagt Belmondo einmal, was bedeutet, dass keine Information gegeben wird, die sich nicht in ein Lachen auflösen ließe.

Die Stimmung ist sonnig. Der Sohn muss sich nicht abarbeiten am Vater (auch wenn er bei mancher Episode murmelt, dass er davon womöglich „traumatisiert“ worden sei), und der Vater macht sich keine Mühe, den Eindruck zu trüben, er habe Leben und Arbeit genossen. Ein Sonntagskind.

mehr:
- Bester Papa (Matthias Dell, Thomas Groh, Marcos Ewert, Andrea Busche, der Freitag, 04.05.2016)

Belmondo von Belmondo | Offizieller Film Trailer | Deutsch | HD [1:30]

Veröffentlicht am 06.04.2016
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Inhalt: Jean-Paul Belmondo wird in einem einzigartigen Roadtrip von seinem Sohn Paul Belmondo noch einmal an die wichtigsten Stationen seiner Karriere zurückgeführt. Gemeinsam fahren sie die Côte d’Azur entlang, reisen von Nizza über Cannes bis nach Monaco, fliegen an die brasilianische Copacabana, besuchen die wichtigsten Original-Filmlocations und treffen Stars wie Ursula Andress und Brigitte Bardot, Wegbegleiter wie Jean Rochefort, Claude Lelouch sowie Schauspieler, die durch Belmondos Karriere inspiriert wurden. Gemeinsam blicken sie auf eine beispiellose Karriere zurück. Paul Belmondo hinterlegt die zahlreichen sehr persönlichen Erinnerungsmomente der Crème de la Crème des französischen Kinos mit exklusivem Archivmaterial. So schafft es der Sohn des Superstars, auf einfühlsame Weise, das geschichtliche und filmische Umfeld in einen historischen und sozialen Kontext zu setzen und ein ganz eigenes Bild dieser großartigen Filmkarriere zu zeichnen.

Cast: Jean-Paul Belmondo, Paul Belmondo, Charles Gérard, Ursula Andress, Brigitte Bardot, Alain Belmondo, Florence Belmondo, Claude Lelouch, Jean-Pierre Marielle, Sophia Loren

Regie: Régis Mardon

documentaire jean-paul belmondo [1:37:44]
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Günther Jauch - Gespräch mit Jean-Paul Belmondo 1989 [9:34]

Veröffentlicht am 25.11.2014
Günther Jauch - Gespräch mit Jean-Paul Belmondo 1989 

Ausschnitt aus der TV-Show 'Na siehste'

über den Film 'Der Löwe'

Jean-Paul Belmondo: "un acteur ne se retire jamais" [2:52]

Veröffentlicht am 13.04.2015
Toute l'actualité sur http://www.bfmtv.com/ Le musée Paul-Belmondo fête ses cinq ans. L'occasion pour son fils Jean-Paul et son frère Alain, d'égréner leurs souvenirs communs de ce père sculpteur amoureux du corps féminin. Mais aussi pour l'acteur de parler de sa vie, de ses projets. Evoquant sa carrière, Jean-Paul Belmondo assure: "je ne me retire pas".

Türkei: Auf dem Weg in die Alleinherrschaft?

Wird Ministerpräsident Davutoğlu von Erdoğan abgesetzt? 

Steht der Rücktritt des türkischen Ministerpräsidenten Ahmet Davutoğlu bevor? Wie die regierungskritische Zeitung Cumhurriyet übereinstimmend mit der regierungsnahen Zeitung Hürriyet am Mittwoch berichtete, deutete Ministerpräsident Davutoğlu am Dienstag seinen Rücktritt an.

Grund dafür dürften die wachsenden Spannungen zwischen Präsident Erdoğan und Davutoğlu sein. Erdoğan hatet seinen Premier für Mittwochabend um 18 Uhr zu einem Gespräch in den Präsidentenpalast einbestellt. Schon seit Monaten streiten die beiden über die künftige Ausrichtung der AKP und die wachsenden Machtansprüche des Staatschefs.

Erdoğan versucht, sich der innerparteilichen Opposition zu entledigen
2014 übertrug Erdoğan nach seiner Wahl zum Staatspräsidenten seinem damaligen Außenminister die Ämter des Parteichefs und des Ministerpräsidenten. Er schien sich gewiss zu sein, dass er mit ihm einen sicheren Wegbegleiter an richtiger Stelle eingesetzt hatte. Ein Jahr später, nach den Wahlen im November 2015, gab es vermehrt Differenzen.

Davutoğlu postulierte, eine Rückkehr zum Friedensprozess mit der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) sei möglich - Erdoğan hatte ein paar Monate vorher eigenmächtig diesen Dialog für beendet erklärt. Erdoğan favorisierte einen schnellen Immunitätsentzug für die Abgeordneten der prokurdischen HDP und einen Ausbau der Antiterrorgesetze, während Davutoğlu auf eine Verfassungsänderung mit Zweidrittelmehrheit setzte. Die Aufhebung der Immunität wurde am Dienstag dann auch nach tumultartigen, gewalttätigen Auseinandersetzungen im Parlament, wie wir es nur aus der Ukraine kennen, durchgesetzt.

mehr:
- Türkei: Machtkampf innerhalb der AKP (Elke Dangeleit, Telepolis, 05.05.2016)

ARD | Türkei: Parlamentswahlen und Erdogans Machtkampf [7:34]

Veröffentlicht am 01.11.2015
Bei den Parlamentswahlen im Juni hat die AKP, die Partei von Staatspräsident Erdogan, die absolute Mehrheit verloren. Nach erfolglosen Koalitionsverhandlungen wurden für den 1. November Neuwahlen ausgeschrieben.

Das sagen Türken über den Machtstreit mit Erdogan [1:57]

Veröffentlicht am 05.05.2016
Türkei
Das sagen Türken über den Machtstreit mit Erdogan
Der türkische Ministerpräsident Davutoglu scheint den Machtkampf gegen Staatschef Erdogan verloren zu haben. Bei einem Sonderparteitag der AKP will Davutoglu Medienberichten zufolge nicht mehr für den Vorsitz kandidieren will.
Ohne den Parteivorsitz gilt ein Verbleib im Amt des Ministerpräsidenten als undenkbar. Erst vergangene Woche hatte die Führung der AKP Davutoglus Befugnisse eingeschränkt, was Kolumnisten und Oppositionspolitiker als Schlag gegen den Regierungschef und Parteivorsitzenden werteten.
Davutoglu hatte beide Posten von Erdogan übernommen, nachdem dieser im August 2014 vom Volk zum Staatspräsidenten gewählt worden war. Die beiden Spitzenpolitiker liegen laut Medienberichten unter anderem wegen einer von Erdogan angestrebten Verfassungsänderung zur Einführung eines Präsidialsystems im Clinch.
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Rücktritt Ahmet Davutoglu: Baha Güngör zu den Konsequenzen am 06.05.2016 [5:03]

Veröffentlicht am 06.05.2016
phoenix-Moderatorin Sonja Fuhrmann im Studiotalk mit Baha Güngör (Journalist) zum Rücktritt von Ahmet Davutoglu (Ministerpräsident Türkei).

Bon(n)jour Berlin: Daniel Friedrich Sturm zum Rücktritt von Ahmet Davutoglu am 06.05.2016 [6:09]

Veröffentlicht am 06.05.2016
Bon(n)jour Berlin: phoenix-Moderator Hans-Werner Fittkau im Gespräch mit Daniel Friedrich Sturm (Die Welt) zum Rücktritt von Ahmet Davutoglu (Ministerpräsident Türkei).
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