Sonntag, 20. August 2017

Shitstorm über Schröder

Warum soll es verwerflicher sein, für Rosneft statt für VW zu arbeiten?

Gerhard Schröder und die SPD gehören zusammen wie Pech und Schwefel. Es spricht für sich, dass ein Politiker, der es als eine besondere Auszeichnung empfindet, Genosse der Bosse zu sein, der mit der Agenda 2010 den Boom im deutschen Niedriglohnsektor zu verantworten hat, und der angibt, mit "Bild und Glotze" regiert zu haben, vom aktuellen Kanzlerkandidaten als Mutmacher und Stimmungskanone angefragt wurde. Doch aufregen darüber könnten sich eigentlich nur die unermüdlichen Protagonisten von Rosa-Rot-Grün, die von einer solchen Konstellation noch immer einen Politikwechsels erhoffen.

Dabei war nie zu erwarten, dass sich die SPD von Schröder distanziert. Schließlich gehört er zur SPD wie auch Gustav Noske, der sich selber 1918 als Bluthund gegen aufmüpfige Arbeiter von den Freikorps feiern ließ. Bei der SPD ist er trotzdem nie in Ungnade gefallen und gehört weiterhin zum Partei-Inventar. Dass ehemalige SPD-Politiker wie ihre Kollegen aus anderen bürgerlichen Parteien später in die Wirtschaft gehen und dort hochdotierte Posten einnehmen, gehört ebenfalls zum politischen Spiel im Kapitalismus.

Die Nichtregierungsorganisation LobbyControl versucht seit Jahren, dort so etwas wie zivilisatorische Maßstäbe einzuziehen. Es soll eine gewisse Karenzzeit eingeführt werden, bis Politiker ihr Insiderwissen der Wirtschaft zur Verfügung stellen können. Doch solange wollen die meisten betroffenen Politiker nicht warten. Sie wissen natürlich, dass sie am meisten verdienen, wenn sie möglichst schnell von der Politik in die Wirtschaft wechseln.

Immer wenn sich die Drehtür zwischen Politik und Wirtschaft zu schnell dreht, gibt es mehr oder weniger heftige Debatten, die immer auch parteipolitisch geprägt sind. Doch sie werden schnell auch wieder beendet. Denn alle Parteien in Regierungsverantwortung sind grundsätzlich zum Wechsel in die Wirtschaft bereit und daher werden sie dann auch nur einige Details, nie aber das Prozedere als solches kritisieren.

mehr:
- Gerhard Schröder, Rosneft und seine Kritiker (Peter Nowak, Telepolis, 18.08.2017)
Übrigens gehört Friedrich Merz, ehemaliger CDU-Vorsitzender seit 2004 zur amerikanischen Anwaltskanzlei "Mayer, Brown, Rove & Maw", die Hudson Advisors berät. Hudson Advisors ist die Inkassotochter von Lone Star, die die anschließende Verwertung der von Lone Star aufgekauften Kredite übernimmt. [Raubtierkapitalismus, die Nächste, Post, 19.01.2008; Quelle: "Heuschrecke" Lone Star gehört zu Bushs Unterstützerkreisen in Texas (Helga Zepp-LaRouche, Neue Solidarität Nr. 33/2006)]
Min Kommentar:
Fast überflüssig zu erwähnen: Nachdem Deutschland alle möglichen Brücken nach Russland abgebrochen hat, ist es praktisch, dort noch einen Fuß in der Tür zu haben. In Zeiten des politisch-korrekten Putin-Bashings wird Schröder mal wieder zum Prügelknaben gemacht.

Das erinnert mich an die Geschichte mit Harald Juhnke, der bei einer Verkehrskontrolle betrunken angehalten wurde.
In einem Zeitungskommentar las ich, wenn sowas Erik Ode passiert wäre, wäre der sofort vom Fenster weggewesen…

Harald Juhnke & Eddi Arent - Putzfrau im Büro 1989 {1:38}

Veröffentlicht am 30.04.2014
Harald Juhnke & Eddi Arent - Putzfrau im Büro 1989

Die Begründung in o.g. Kommentar lautete, von Harald Juhnke habe die Öffentlichkeit nichts anderes erwartet, von Ode schon…

Der Kommissar - Titellied aus der Fernsehserie ZDF.wmv {1:57}

Veröffentlicht am 04.01.2010

Ähnlich ist es mit amerikanischen Politikern und unseren Bundeskanzlern. Von SPD-Politikern erwartet das Publikum einen roten Heiligenschein, während unsere Mainstreammedien den Aufstieg koksschnupfender Außenministersöhnchen in den Aufsichtsrat großer Gaskonzerne – zumal auf dem Höhepunkt der Ukrainekrise kulant übersehen.
Von den USA-Politikern erwartet der Durchschnittsdeutsche halt keine Heiligenscheine.

Die wahren US Interessen in der Ukraine - ARD Monitor {5:19}

Veröffentlicht am 20.03.2014
Demokratie oder doch nur Geld durch Fracking etc.? Die echten Absichten und Ziele der USA in der Ukraine
Mehr Hintergrund-Infos zum Ukraine-Konflikt: http://www.lt-news.com

Biden’s Son Hunter Discharged From Navy Reserve After Failing Cocaine Test (Colleen McCain Nelson, Julian E. Barnes, Wallstreet Journal, 16.10.2014)

Jobs for the boys: Biden's son signs for Ukraine gas giant {3:35}

Veröffentlicht am 14.05.2014
A son of the US Vice-President has joined the board of directors of Ukraine's largest private gas producer. Hunter Biden now leads the company's legal unit - getting the position a few weeks after his father's trip to Kiev. And, as Marina Portnaya explains, this could be more than just a coincidence. READ MORE: http://on.rt.com/bisl8z

Die Männerfreundschaft Schröder-Putin - Bazon Brock 30.04.2014 3sat - Bananenrepublik {7:34}

Veröffentlicht am 02.05.2014

Samstag, 19. August 2017

Obamas Rekord-Tweet zu Charlottesville

Während Donald Trump nach seinen Äußerungen zu Charlottesville heftig in der Kritik steht, schreibt sein Vorgänger Twitter-Geschichte. Barack Obamas Reaktion auf die rassistischen Ausschreitungen hat mehr Likes bekommen als je ein Tweet zuvor. 

Das gefällt mehr als drei Millionen Twitter Usern: Der Tweet von Barack Obama zu den Ausschreitungen in Charlottesville hat die meisten „Gefällt mir“-Angaben in der Twitter-Geschichte bekommen. „Niemand ist mit Hass auf einen Menschen wegen dessen Hautfarbe, Hintergrund oder Religion geboren worden“, schrieb der ehemalige Präsident der Vereinigten Staaten am Samstag.
mehr:
- Mandela-Zitat: Obamas Tweet zu Charlottesville bricht Rekorde (FAZ.net, 16.08.2017)

Freitag, 18. August 2017

Die 68er als Vorbild für die Neue Rechte

Ideengeschichte Thomas Wagner spricht mit den neuen Rechtsintellektuellen. Sie knüpfen an den Geist von 1968 an

Als am Wochenende die amerikanische Neue Rechte, die Alt-Right-Bewegung und der Klu Klux Klan durch Charlottesville marschierten, skandierten sie: „You will not replace us!“ – „Ihr werdet uns nicht ersetzen.“ Da das Pronomen „you“ und das Nomen „jew“ akkustisch schwer zu differenzieren sind, konnte man auch hören: „Der Jude wird uns nicht ersetzen.“

Die Parole von der Ersetzung baut eine beunruhigende Brücke in die Alte Welt. Die Idee des „grand remplacement“ stammt von dem Franzosen Renaud Camus. Er geht davon aus, dass die europäischen Völker durch Masseneinwanderungen mit anderen „ausgetauscht“ werden sollen. Die Drahtzieher dieses gespenstischen Vorgangs beschreibt Blogger und Publizist Martin Sellner so: „Nationale und internationale Konzerne, die sich durch das Fehlen von Einwanderungsgrenzen eine Lohnkostenminderung und vom Abbau ethnokultureller Gemeinschaften eine Erleichterung ihres Wirtschaftstreibens erwarten.“ Aber auch Parteien auf Stimmenfang. Camus’ Buch ist eine Bibel der Neuen Rechten, es ist in Götz Kubitscheks Antaios-Verlag erschienen. Sellner ist der Kopf der österreichischen Identitären.

mehr:
- Kubitschek träumt (Mladen Gladić, der Freitag 33/2017)

Eine gigantische Abhörmaßnahme

Überwachung Die sächsische Justiz hat jahrelang Bürger abhören lassen. Ihr Vergehen: Sie haben sich gegen rechts engagiert. Man benutzte sie als Lockvögel

Es war so ähnlich wie früher im Stasi-Staat. Beamte in Zivil folgten Holger S. (Name geändert) mit ihrem Dienstwagen. Sie beobachteten ihn in der Freizeit. Sie machten Aufnahmen. „Ich habe ein Foto vorliegen, bei dem ich gerade meine Einkäufe in den Kofferraum meines Autos lege“, sagt S. konsterniert. Der Mann war einer der führenden Leute bei der „Betriebssportgemeinschaft Chemie Leipzig“, einem bekannten örtlichen Fußballverein. Die Fans des Viertligisten gelten als links, als engagiert, manchmal eifernd. Die Staatsanwaltschaft ordnete eine Überwachung an. Sie ging offenbar davon aus, dass sie über die BSG Chemie Aktionen gegen Rechtsradikale und Neonazis ermitteln könnte.

Es war eine gigantische Abhörmaßnahme, die sich gegen 14 Leipziger richtete. Allein über Holger S. wurden 24.000 Seiten von Abschriften der Mitschnitte angelegt. Die Behörden wollten so nachweisen, dass der Beschattete einer kriminellen linken Vereinigung angehört habe. Die Gruppe soll in 16 konkreten Fällen Rechtsextreme angegriffen haben. „Die Personen wurden als Nazis beschimpft, verunglimpft und verprügelt“, hatte Oberstaatsanwalt Oliver Möller die Vorwürfe im Herbst, kurz nach Bekanntwerden der Überwachung, begründet. Um den vermeintlichen Tätern auf die Spur zu kommen, warf die Dresdner Justiz ein regelrechtes Big-Brother-Netz aus. 32 Telefonanschlüsse wurden observiert und dabei 838 Telefonkontakte abgefangen. Nach drei Jahren, unzähligen Stunden Ermittlungsarbeit und hunderttausenden Blatt Papier war das Ergebnis bescheiden: Aus Mangel an Beweisen wurde das Verfahren im November 2016 eingestellt.

mehr:
- Unter Verdacht (Martin Linke, der Freitag 32/2017, 10.08.2017)

Nachlese zum G20-Gipfel – Wrestling vs. schonungslose Analyse

Das Komitee für Grundrechte und Demokratie im Nachtrag zu den Auseinandersetzungen in Hamburg

In der ersten Hälfte des Juli schien es in Deutschland nur ein Thema zu geben. Die linke Militanz bei den Protesten gegen den G20-Gipfel in Hamburg wurde von einer ganz großen Koalition zu einer Generalabrechnung mit allen gemacht, die es wagten, noch daran zu erinnern, dass es Gewalt nicht nur bei einem Teil der Protestierer gibt. Nicht nur linke Zentren wie die Rote Flora waren zum Abschuss freigeben, auch das politisch sehr gemäßigte Gängeviertel in Hamburg geriet in den Fokus, weil es sich mit der Roten Flora solidarisiert hat.

Auch in Frankfurt wurde die Schließung von linken Zentren gefordert, weil die sich ebenfalls mit den Hamburger Floristen solidarisiert haben. Da die meisten dieser Zentren rechtsgültige Verträge haben, konnte die Politik des kurzen Prozesses nicht umgesetzt werden. Doch die Kampagne hat durchaus politische Folgen, die AfD sieht sich bestätigt, wenn ihre Parolen gegen die Linke von einer ganz großen Koalition vor- oder nachgebetet werden. Nun macht die Rechtspartei Wahlwerbung mit der Parole: "Den linken Terror stoppen."

Auch wer in den Tagen nach dem Hamburger Gipfel auf die Polizeigewalt und die Einschränkung der Grundrechte verwies, musste sich schon vorwerfen lassen, linke Militanz zu verteidigen. Das zeigte sich besonders deutlich, als der CDU-Rechtsaußen Wolfgang Bosbach eine Talkshow verlies, weil die linke Publizistin Jutta Ditfurth es wagte, über Polizeigewalt zu reden und dabei eigene Beobachtungen zur Grundlage machte. Bosbach sah damit die Polizei beleidigt, die er mit seinem Abgang ausdrücklich unterstützen wollte. Doch auch der Hamburger SPD-Bürgermeister hat nach dem G20-Gipfel mehrmals jegliche Polizeigewalt rundweg abgestritten.

mehr:
- G20: Die Eskalation begann mit der Ernennung von Dudde zum Polizeichef (Peter Nowack, Telepolis, 17.08.2017)

siehe auch:
Hat sich die Polizei im Camp an der Elbe richtig verhalten? (Christoph Heinemann, Peter Ulrich Meyer, Oliver Schirg, Hamburger Abendblatt, 04.07.2017)
Mit Video: Verwaltungsgericht bestätigt Polizeiauflagen gegen Protest-Camp auf Elbinsel Entenwerder (SHZ, 04.07.2017)
Zitat:
Das Hamburger Verwaltungsgericht hat die Auflagen gegen ein Protest-Camp auf der Elbhalbinsel Entenwerder bestätigt. Nach Angaben einer Gerichtssprecherin dürfen die G20-Gegner weiterhin keine Schlafzelte aufstellen sowie Küchen und Duschen errichten. Es würden weiter keine Übernachtungen geduldet, twitterte die Polizei.
Beim OVG waren am Montagvormittag zudem zwei weitere Beschwerden von Gipfelgegnern anhängig. Sie gehen gegen die Allgemeinverfügung der Polizei vor, wonach es beim G20-Gipfel am 7. und 8. Juli in einem 38 Quadratkilometer großen Gebiet keine Demonstrationen geben darf. Konkret geht es um den Ort der Abschlusskundgebung der Großdemo am 8. Juli - die Gegner wollen zum Heiligengeistfeld ziehen - und um Proteste im Gängeviertel.
Weitere für den 7. Juli angemeldete Demonstrationen bleiben nach Mitteilungen des Verwaltungsgerichts vom Montag verboten: die Versammlungen „Gutes Leben für alle statt Wachstumswahn“ und „Freihandel Macht Flucht“.
Auf der Grünfläche in Entenwerder hatten G20-Gegner am Sonntag mehrere Zelte errichtet, nachdem es eine Entscheidung des Hamburger Verwaltungsgerichts für ein Protestcamp auf der Elbhalbinsel gegeben hatte. Die Polizei aber verbot das Übernachten in dem Camp.



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Ein Lager oder auch aus dem Englischen übernommen Camp, ist ein Ort, an dem mehrere Personen meist provisorisch untergebracht sind. Lager haben somit meist einen kurzfristigen Charakter, können aber durchaus und unter bestimmten Umständen, die von Bauweise und Zweckbestimmung abhängen, auch für längere Zeit genutzt werden.
Ursprünglich bezeichnete Lager wohl einfach das Nachtlager, d. h. die Stelle, an der sich jemand niederlegte, um die Nacht zu verbringen. Noch heute wird in der Jägersprache der Ruheplatz bestimmter Tiere als Lager bezeichnet. [Lager (Camp), Wikipedia, abgerufen am 08.09.2017]
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Maischberger | Eklat: Bosbach verlässt Sendung {1:22:19}

Am 31.08.2017 veröffentlicht 
Victor Craft
Eine spannende Diskussionsrunde über die linksextremistische Gewalt und die Ausschreitungen in Hamburg während des G20-Gipfels. Wolfgang Bosbach ...Eine spannende Diskussionsrunde über die linksextremistische Gewalt und die Ausschreitungen in Hamburg während des G20-Gipfels. Wolfgang Bosbach ...
Sandra Maischbergers Talk über die G20-Krawalle in Hamburg endet im Eklat: Der CDU-Politiker Wolfgang Bosbach verlässt nach einer hitzigen Diskussion vor ...
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Eklat: Bosbach verlässt Sendung, Grüne verweigert sich Rauswurf | G20-Talk bei Maischberger 12.07.17 Maischberger vom 12.07.2017 Gäste: Wolfgang ...
Nach einem Streit mit Jutta Ditfurth. Thema: Gewalt in Hamburg: Warum versagt der Staat? Die schweren Krawalle rund um den G20-Gipfel sorgen für Entsetzen ...
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mein Kommentar:
»Die schweren Krawalle […] sorgten für Entsetzen.«
Das Thema des Maischberger-Talks lautete: 
»Gewalt in Hamburg: Warum versagt der Staat?«
Folgendermaßen wurden die Talk-Teilnehmer vorgestellt:
Wolfgang Bosbach, CDU-Innnen-Experte
Jutta Ditfurth, ehemalige Grünen-Chefin und Publizistin
Joachim Lenders, Hamburger Polizeihauptkommissar
Jan van Aken, Linken-Politiker, hat die Demonstration organisiert
Katharina Barley, Bundes-Familienministerin
Hans-Ulrich Jörges, stern-Journalist


»Gewalt in Hamburg: Warum versagt der Staat?« 
[Thema des Maischberger-Talks]
Der Philosoph behandelt eine Frage;
wie eine Krankheit.
[Ludwig Wittgenstein, Philosophische Untersuchungen – Teil I, §255, Seite 98. Google Books]
Die für uns wichtigsten Aspekte der Dinge sind durch ihre Einfachheit und Alltäglichkeit verborgen.
[Ludwig WittgensteinPhilosophische Untersuchungen 198] 
Was ist dein Ziel in der Philosophie?
Der Fliege den Ausweg aus dem Fliegenglas zeigen.
[Ludwig WittgensteinPhilosophische Untersuchungen 309]
Die Ergebnisse der Philosophie sind die Entdeckung irgendeines schlichten Unsinns und die Beulen, die sich der Verstand beim Anrennen an die Grenze der Sprache geholt hat. Sie, die Beulen, lassen uns den Wert jener Entdeckung erkennen.
[Ludwig WittgensteinPhilosophische Untersuchungen 119]

Wat is'n Dampfmaschin? {1:45}

Am 09.01.2007 veröffentlicht 
eXceed2k
Ausschnitt aus dem Film "Feuerzangenbowle"!


Die öffentliche Meinungsbildung lässt sich also sehr wirkungsvoll bereits dadurch steuern, dass man zunächst die ‚Ränder‘ dessen festlegt, was noch als ‚vernünftig‘ anzusehen ist. Wer also die Ränder des in der Öffentlichkeit sichtbaren Meinungsspektrum markieren kann und damit die Ränder des ‚vernünftigerweise Akzeptablen‘, der hat schon einen großen Teil des Meinungsmanagements erreicht. In einer neoliberalen, also ‚marktkonformen‘ Konzeption von ‚Demokratie‘ ist es naheliegenderweise besonders wichtig, den linken Rand des ‚Zulässigen‘ – also dessen, was man noch ‚verantwortlich‘ vertreten kann – zu markieren. Beispielsweise können die herrschenden Eliten die Auffassungen von Jürgen Habermas als das Äußerste deklarieren, was wir ‚in unserer liberalen Demokratie‘ vernünftigerweise zu akzeptieren bereit sind. Positionen, die radikaler sind und deutlicher auf das Zentrum der Macht zielen, werden dann bereits durch diese nahezu unsichtbare Markierung der Grenzen des ‚Akzeptablen‘ für die Öffentlichkeit als ‚Unverantwortlich‘ gekennzeichnet. Sie gehören damit nicht mehr zum Bereich dessen, was ‚sinnvoll‘ diskutiert werden kann. [„Warum schweigen die Lämmer?“ Demokratie, Psychologie und Techniken des Meinungs- und Empörungsmanagements, Rainer Mausfeld, Vortrag an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, am 22. Juni 2015, gefunden auf den NachDenkSeiten, PDF, S. 5 unten]
- Das nachträgliche G20-Theater gerät zur Provinzposse (Rüdiger Suchsland, Telepolis, 13.07.2017)
mein Kommentar:
Wenn Bosbach, den staatstragenden Naiven spielend, Grenzen zu ziehen versucht, die sich einfach nicht ziehen lassen, dann kommt sowas dabei raus:
»Mich interessiert nur, ob Konsequenzen gezogen werden. Es ist atemberaubend, dass hier der Polizei auch nur der Ansatz eines Vorwurfs gemacht wird. […] Es ist pures Glück, dass es keine Toten gab. Das waren bürgerkriegsähnliche Zustände. […] Wenn der Staat ein 'Wehret den Anfängen!' nicht beherzigt, werden die Zustände immer schlimmer.« [Bosbach in der Talkshow, zitiert in: TV-Kritik "Maischberger: "Bosbach verlässt Talkrunde - seine Gegnerin bleibt sitzen, Axel Wolfsberger, Focus, 13.07.2017]
mein Kommentar:
Mit dem ersten Satz hat sich Bosbach selbst abgeschossen. Warum der Staat versagt hat (Thema der Talkrunde), scheint ihn nicht zu interessieren. Jutta Ditfurth, die minutenlang versucht, den Ablauf der Demonstration, wie sie ihn wahrgenommen hat, zu beschreiben, wird ständig von Bosbach unterbrochen und nach ihren politischen und rechtlichen Überzeugungen befragt. (Ich habe nach dem wiederholten Ansehen des Diskussionsverlaufs immer stärker den Eindruck, daß Bosbach von vorneherein auf Krawall gebürstet war.)
Bei Sandra Maischberger brachte am vergangenen Mittwoch Jutta Ditfurth mit ihrem Mix aus frech, böse und unbelehrbar fast die gesamte Talkrunde gegen sich auf. Das war schon vor der Wende so, als sie noch Chefin der Grünen war. Nach guter einer Stunde hatte sich der CDU-Innenexperte Wolfgang Bosbach so sehr aufgeregt, dass er empört die Runde verließ: „Frau Ditfurth ist persönlich, vom Verhalten und von ihrer – in Anführungszeichen – Argumentation unerträglich“, war das letzte, was er in der Gesprächsrunde noch sagte. Später sollte er erklären: „Talkshows machen nur dann Sinn, wenn alle die Bereitschaft mitbringen, sich ernsthaft mit der Position des Gegenübers zu beschäftigen und ihn ausreden zu lassen“. [Streit Nach Bosbach-Abgang geht weiter: Jutta Ditfurth reicht Maischberger-Entschuldigung noch nicht, Meedia, 14.07.2047]
mein Kommentar: 
»frech, böse und unbelehrbar«
Da würde ich mir doch mal wünschen, daß das an konkreten Szenen der Talkrunde festgemacht wird. Daß Ditfurth – außer natürlich Bosbach und Lenders – die »gesamte Talkrunde gegen sich aufbrachte«, kann ich nicht feststellen. Im Gegenteil: mich haben die aggressiven Äußerungen von Bosbach und Lenders – und daß die beiden ständig van Aken und Ditfurth ins Wort fielen – von Anfang an gestört.

Bewundernswert ist die Ruhe und Gelassenheit, die van Aken ausstrahlte!

Es gibt in der Psychotherapie den Begriff der »Szene in der Szene«:
Damit ist gemeint, daß sich die emotionale Dynamik eines Themas, über das Therapeut und Patient reden, im Gespräch über das Thema »reinszeniert«, das Gesprächspaar Therapeut-Patient quasi von der emotionalen Dynamik des Themas »infiziert« werden und sich diese emotionale Dynamik im Verhalten der beiden wieder abbildet.

In gleicher Weise verstehe ich diese Diskussionsrunde, die wohl einen professionellen Begleiter gebraucht hätte: die emotionale Dynamik der G20-Demo (Bosbach & Co.: Wir haben sowas von recht, da brauchen wir uns auf Deine Argumente gar nicht einlassen!) bildete sich in der Talkrunde wieder ab. 
Kurioserweise beantwortete gerade diese verunglückte Sendung ihre eigene Frage sehr anschaulich. Warum versagte der Staat? Er versagte, weil unverantwortlicherweise Leute eingeladen waren, die einander nicht grün sind, kein Interesse an gedeihlichem Austausch haben - und keinen Zentimeter weichen wollten. [Bosbach verlässt Studio – Bei G20 eskaliert sogar der Maischberger-Talk, Arno Frank, SPON, 13.07.2017]
Hamburg hat gezeigt, was Demokratie in diesem Land noch wert ist, nämlich nichts.
Journalisten wird ihre Akkreditierung entzogen, genehmigte Demonstrationen werden durch die Polizei in brutaler Art und Weise bereits nach 5 Minuten aufgelöst, weit über 30 qkm werden zur 'No-Go-Area' erklärt, Demonstranten am Schlafen und Essen gehindert, nur damit sich 20 Politiker sich gegenseitig die Eier schaukeln können (sorry Mrs Merkel) und das alles in einem sog. 'demokratischen' Staat.
 [Maischberger-Sendung zum G20-Gipfel: Bosbach flieht vor Jutta Ditfurth, taz, Kommentar von Virilio, 13.07.2017, 18:36h] 
Man muss nicht Jutta Ditfurths Position vertreten, wenn man ihr aufmerksam zuhört, um zu begreifen, weshalb nach ihrer Beobachtung es zu den gewaltsamen Ausschreitungen in Hamburg kam. Ditfurth kennt die Szene seit Jahren und beurteilt diese aus soziologischer Sicht. Hört man ihren Aussagen genau zu, so wird deutlich, dass die Gewalt sich offenbar schrittweise aufgebaut hat und vermutlich im Anfangsstadium zu wenig für die Deeskalation getan wurde.
Dass einige Polizisten offenbar auch Journalisten, die über die Vorgänge vor Ort berichten wollten, tätlich angegriffen haben, zeugt von mangelnder Gelassenheit einzelner Polizisten und vor allem von einer Personalschulung, die diskutiert werden muss. Choleriker sollten nach meiner Ansicht bei solch sensiblen Einsätzen außen vor bleiben, weil das Eskalieren einer Situation dadurch vorprogrammiert ist. […]
Meinen Eindruck, dass Wolfgang Bosbach die Kritik Jutta Ditfurths am Verhalten übergriffiger Polizisten, die sie gegenüber Bosbachs Parteifreund Joachim Lenders (Landesvorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft in Hamburg) äußerte, spontan zum Schweigen bringen wollte, werde ich allerdings nicht los.
Wer deeskalieren möchte, auch bei zukünftigen Veranstaltungen, muss die Akteure beider Seiten der Barrikaden ganz genau unter die Lupe nehmen und darf sich keine Denkverbote auferlegen. Hier helfen nur schonungslose Analysen. [Helga König, Sonntagskolumne, Gedanken zur Ethik und Kultur, 16.07.2017]

Bosbach spricht Ditfurth die Bereitschaft ab, »sich ernsthaft mit der Position des Gegenüber zu beschäftigen und ihn ausreden zu lassen« – ein Vorwurf, der eins zu eins auf ihn selber zutrifft – etwas, was ich bei Paargesprächen immer wieder beobachte, wenn sich die beiden ineinander verhakt haben, und wo man schon ziemlich stabil und souverän sein muß, um da noch dazwischen zu kommen.
Mein Fazit: Bosbach wollte von Anfang an das, was er sich für den G20-Gipfel gewünscht hätte: dazwischen gehen und aufräumen und klar zeigen, wer hier das Sagen hat.
Das kann man natürlich tun, zum Verständnis trägt das rein gar nichts bei.

siehe auch:
- Die Schuld der anderen (Jakob Augstein, der Freitag, 13.07.2017)
Zitat:
Die G20 stehen für ein Weltmachtsystem, in dem acht Menschen ebenso viel besitzen wie 3,7 Milliarden. Diese Zahl ist der Inbegriff schierer Gewalt. Und auch der Gipfel selbst, der eine stolze, freie Stadt als Geisel nahm, war ein Akt der Gewalt. Hunderttausende von selbstbewussten Bürgern wurden zu Statisten einer quasi-monarchischen Show degradiert, die alle Werte konterkariert, die wir gerade im Zeitalter der Globalisierung hochhalten müssen.
Die Friedenspreisträgerin Carolin Emcke twitterte: „Jede TV-Minute, die der Gewalt der Hooligans gewidmet wurde, war eine Minute, in der nicht die Beschlüsse der #G20 kritisiert werden konnten.“ Dabei ist gar nicht vorstellbar, dass friedliche Proteste gegen den Gipfel auch nur annähernd so viel Beachtung gefunden hätten wie die gewalttätigen Auseinandersetzungen. Machen wir uns nichts vor: ein paar pflichtschuldige Bilder, ein paar wohlwollende Worte – das wäre es gewesen. Erst die Gewalt macht den Protest gegen G20 erwähnenswert. Denn auch wenn dieser Gedanke in der gegenwärtigen Aufwühlung wie ein Affront erscheint: Natürlich hat auch die Gewalt der Demonstranten eine politische Dimension. Und dabei kommt es nicht einmal darauf an, ob der gewaltbetrunkene Randalierer sich dessen selber bewusst ist.
Die Gewaltdemonstranten haben Autos angezündet. Das ist eine Straftat. Vorstellbar wäre noch der Hinweis, dass die Besitzer dieser Autos, die sich unschuldig und unbeteiligt wähnen, plötzlich daran erinnert werden, dass sie beides eben nicht sind – unschuldig und unbeteiligt. Denn das Auto, das eine Familie in Hamburg-Ottensen gekauft und bezahlt hat und das da am Wochenende angezündet wurde, ist selber kein wertneutraler Gegenstand, sondern ein politisches Objekt.
Es besteht aus Rohstoffen, die unter den Terms of Trade einer von den G20 beherrschten Welt gefördert und gehandelt wurden: Kupfer aus Chile, Bauxit aus Guinea oder Seltene Erden aus China – geschürft, transportiert, verarbeitet unter Bedingungen, die man mit gutem Gewissen weder den Menschen noch dem Planeten zumuten kann. Aber die Familie aus Ottensen hat kein schlechtes Gewissen. Wir alle haben kein schlechtes Gewissen.  
Wir erkennen die Gewalt nicht, die wir selber ausüben. Nur die, die wir selber erfahren.  

Ich glaube, dass die Krise heute viel mit Gier zu tun hat. Das Über-Ich ist ziemlich zurückgedrängt, die Sexualität völlig befreit, die doppelte Moral der Nachkriegsjahre längst aufgegeben. Das wollten wir alle, das haben wir mithilfe der Psychoanalyse sehr unterstützt. Aber die so genannte Spaßgesellschaft, die ihrer Gier freien Lauf lässt, kann doch auch nicht das Richtige sein. Ein Großteil der Menschen ist interessenlos. Da lauert die Gefahr! Das tägliche Brot soll jeder haben, aber auch das tägliche Brot der Bildung, sonst werden immer wieder Kriege entstehen, die alles zerstören. Es ist klar, dass es Ungleichheit geben muss und immer geben wird, schon deswegen, damit sich Leistung, Erfindung oder Lust am Denken entwickeln können. Ohne wäre es auch wahnsinnig langweilig … Aber die Chancengleichheit als soziales Gleichgewicht, die müsste man doch einrichten können! Das wird einem immer bewusster, je älter man wird. Deswegen ist die Psychoanalyse nach wie vor gut, weil sie die Gleichgültigkeit dieser Krise aufdeckt: Das Gewissen, das Über-Ich ist hier verlogen. Der Fundamentalismus ist kein Gegengewicht zur absoluten Morallosigkeit. Wir wollen die Welt ändern, aber wie? Panik führt zu Extremen, zum Auseinanderbrechen der demokratischen Gesellschaft. Vor allem, wenn sie so jung und fragil ist, wie sie es damals, 1929, war. Hoffentlich ist sie das heute nicht mehr.
Man muss intensiver überlegen, was man dagegen tun kann. Warum ist dieses und jenes passiert? Es geht um Erinnerungsarbeit, um die „Unfähigkeit zu trauern“. Wir wollten nur noch Profit, aber woher das Geld stammt, das wollten wir nicht mehr wissen. Auslöser war doch wohl die blanke Gier. Ich selbst habe zu Geld eigentlich keine Beziehung. Die Lust, mehr Geld zu haben, als ich benötige, um das kaufen zu können, was ich brauche und liebe, diese Lust ist bei mir praktisch nicht vorhanden. Geld, das nur herumliegt, das ist doch Quatsch! Aber die Angst, die nun aufgetaucht ist, ist nicht ganz schlecht, denn wir brauchen Angst, um voranzukommen. Das große Zähneklappern kann ich aber nicht erkennen. Es scheint, als blieben wir diesmal vernünftig. [Margarete Mitscherlich: "Wissen Sie, wie es ist, wenn man tot ist?", Margarete Mitscherlich im Interview, Journal Frankfurt 24/2009]
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Der damalige Innenminister Claudio Scajola äußerte in der Öffentlichkeit, dass die Polizei „ihre Aufgabe würdevoll erfüllt“ habe. Der damalige Vizeminister Gianfranco Fini sagte, dass die Demonstranten bekommen hätten, „was sie verdienten“.[55] [G8-Gipfel in Genua 2001, Aufarbeitung, Wikipedia, abgerufen am 19.08.2017]
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Die Ereignisse in der Polizeikaserne und die Gerichtsverfahren veranlassten die britische Zeitung The Guardian zu der Aussage: „Genoa tells us that when the state feels threatened, the rule of law can be suspended. Anywhere.“ (Genua sagt uns, dass, wenn der Staat sich bedroht fühlt, die Herrschaft des Gesetzes außer Kraft gesetzt werden kann – überall.)[62] [G8-Gipfel in Genua 2001, Aufarbeitung, Wikipedia, abgerufen am 19.08.2017]
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Seit dem Gipfel und verstärkt nach den Terroranschlägen am 11. September 2001 gilt nach dem Summit policing der Grundsatz, für G8/G20-Gipfel einen Ort zu wählen, der möglichst abgelegen ist und gut abgesichert werden kann. Laut Tony Blair soll verhindert werden, dass die publizistische Wirkung von Protesten den Gipfel in den Augen der Öffentlichkeit ruiniert.[1] [G8-Gipfel in Genua 2001, Wikipedia, abgerufen am 19.08.2017]
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mein Fazit:
Für mich war der G20-Gipfel nicht nur eine mittelalterlich anmutende Herrschaftsdemonstration des Staates, er war – bewußt oder unbewußt – auch eine medial aufbereitete Inszenierung, die von der organisierten Gewalt des Kapitalismus ablenken und die G20-Demonstranten zu entpolitisieren versuchte!
Und die mediale Aufbereitung mittels einer Talkrunde mit einem auf Krawall gebürsteten Bosbach, der den Rechtsstaat raushängen läßt und einer standhaften Jutta Ditfurth, die mit ihrer »Unbelehrbarkeit« die ganze Runde gegen sich aufbrachte… 
Da kann sich jeder seinen eigenen Reim drauf machen.

siehe auch:
- Dumm gelaufen – Der Hamburger G 20-Gipfel und der Wahlkampf (Joachim Hirsch, LinksNetz.de, August 2017)
- G20-Gipfel: Ausschluss von Journalisten vom G20-Gipfel war fehlerhaft (ZON, 19.08.2017, beachte auch die Kommentare!)
mein Kommentar:
Man genieße den Sprachgebrauch: der Ausschluß war nicht »falsch« sondern »fehlerhaft«!
Na sowas – »teilweise falsche BKA-Informationen«! Das hätte ich mir nie im Leben vorstellen können! :-)

Aufräumarbeiten nach dem G20-Gipfel: Was würde geschehen, wenn… (Post, 23.07.2017)
- Gedanken zu G20 bei Maischberger: Viele Emotionen, wenige Fakten (Stephan Humer, Internetsoziologie, 17.07.2017)
- „Maischberger“-Eklat – Jetzt spricht Wolfgang Bosbach (Frankfurter Rundschau, Kultur, 13.07.2017)
- Scholz und Dudde müssen haltlose Anschuldigungen zurücknehmen (Pressemitteilung, G20-Protestcamp Altona, 11.07.2017)
- Die linke Gewalt gegen Sachen, von der man so viel hört. (Don Alphonso, FAZ.net, 11.07.2017)
man genieße den Kommentar von Uwe Dippel (13. Juli 2017 um 19:10 Uhr):
»Wäre es meine Talkshow gewesen, hätte ich Ditfurth Hausverbot erteilt, und sie gebeten, zu gehen. Natürlich bin ich absolute Meinungsfreiheit, und dennoch muss ich mir in meinem Haus nicht unbedingt alles anhören, was ich im Grunde für durchgeknallt halte.«
- Contradictio in adiecto (Wortwuchs.net)
Natürlich nicht, lieber absolute Meinungsfreiheit, zwingt Dich ja keiner!
Und hinterfrage keinesfalls Dein Wertesystem!
Auch Du darfst wählen! Wir haben ja Meinungsfreiheit, auch für Durchgeknallte…


Polizist empfindet G20-Gipfel als »bodenlose Frechheit« (Elsa Koester, Neues Deutschland, 08.06.2017)

aktualisiert am 08.09.2017

Donnerstag, 17. August 2017

Trump ist Rassist! – Na und?

Alt-Right Viele Kritiker des Neoliberalismus übersehen den Rassismus Donald Trumps. Das ist leichtfertig

Rassismus begleitet die Geschichte der USA von Beginn an. Als am 4. Juli 1776 die Gründerväter die Unabhängigkeitserklärung mit der Präambel unterzeichneten, dass alle Menschen gleich und frei geboren seien, empfanden sie es als Selbsverständlichkeit, dass schwarze Menschen davon ausgenommen wurden. Seitdem ringt das Land mit den Folgen der „Ursünde“, wie Barack Obama die Sklaverei nannte. Und es stimmt auch, dass die heutigen Rassisten bereits in den Jahren von Obamas Präsidentschaft wieder erstarkten. Ein Schwarzer im Weißen Haus – das war für viele „White Supremacists“ ein Beweis ihrer kruden Verfallsthesen. Im Internet und in ihren Talk-Radios warnten sie vor einem „Genozid an Weißen“.

Trotz dieser langen Vorgeschichte gilt: Der rassistische Hass, der sich gerade in dem 40.000-Einwohner-Ort Charlottesville austobte, ist ohne einen Präsidenten Donald Trump so nicht vorstellbar. In der Universitäts-Stadt versammelten sich Tausende Neonazis, Ku-Klux-Klan-Anhänger, rechte Paramilitärs und Vertreter der „alternativen Rechten“, der Alt-Right. Trauriger Höhepunkt war das Attentat eines Rechtsextremen, der sein Auto in eine Gegendemonstration lenkte. Die 32-jährige Heather Heyer starb, 19 Menschen wurden verletzt.

Und was tat Trump? Er sprach von schlimmer Gewalt auf „vielen Seiten“. Im Netz wurde er dafür von Neonazis bejubelt, die sehr genau registrierten, dass der Präsident eben nicht die „White Supremacists“ verurteilte. 48 Stunden später rang er sich den Satz ab: „Rassismus ist böse.“ Überzeugt klang das nicht. Trump hat immer wieder die Nähe zur extremen Rechten gesucht und im Wahlkampf rassistische Botschaften verbreitet. Das alles ist bekannt, und so kann der rassistische Exzess von Charlottesville auch nicht wirklich überraschen. Wenn der Hater-in-Chief im Weißen Haus sitzt, fühlen sich viele Hassgetriebene ermutigt, sich ihrer letzten moralischen Fesseln zu entledigen.

mehr:
- Hater-in-Chief (Jan Pfaff, der Freitag 33/2017)

- Trumps Pressekonferenz: Lehrstunde in Nazi-Verharmlosung (Sascha Lobo, SPON, 16.08.2017)

Jan Pfaff erklärt uns im Freitag, wie leichtfertig es möglicherweise ist, wenn die Neobliberalismus-Kritiker den latenten Rassismus Donald Trumps übersehen, und Sascha Lobo nimmt für uns im Spiegel Trumps Argumentations-Ketten unter Zuhilfenahme der eristischen Dialektik Schopenhauers Satz für Satz auseinander und weist nach, daß Amerikas Rechtsextreme sich diese Rechthaber-Taktik auf ihren Internet-Foren zunutze machen. Wikipedia lehrt uns: 
Heute wird diese Form der Argumentation auch als Rabulistik bezeichnet. Die Bedeutungen von Logik und Dialektik sind heute klar voneinander abgegrenzt. Dies ist aber eher eine Folge der Neubestimmung der Dialektik durch Schopenhauers Rivalen Hegel. [Eristische Dialektik, Eristik, Logik und Dialektik, abgerufen am 17.08.2017]
Wann haben ethische Maßstäbe die USA je daran gehindert, ein anderes Land anzugreifen? Da gab es noch keinen Trump.
Wieviele Menschen sind von der politisch korrekten Elite der USA (also Politikern, die Frauen eben nicht an die Möse greifen und genau gelernt haben, was sie vor Kameras oder Reporten sagen und nicht sagen dürfen) in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg getötet oder ins Elend geworfen worden?
Wieviele Länder sind von eben diesen sauberen und nicht-gestörten Politikern und Wirtschaftbossen bedrängt, destabilisiert oder ins Machtvakuum expediert worden?

Alan Shore Closing Argument On The Abuses Of Government {4:00}

Veröffentlicht am 11.09.2014
Epic closing argument from ABC's Boston Legal that illustrates the erosion of our Constitutional liberties and abusive government. This can no longer be defined as a Republican versus Democrat issue. Both parties are equally responsible, as are we, the electorate, for we continue to vote the same quality of politician(s) into office over and over.

Note: ABC owns the copyright © to both the audio track and graphic.* Used for educational purposes only.

* Edited for time and content

Was regen wir uns über den Umgang mit Schwulen in Russland auf. Denen geht’s besser, als den Schwarzen noch in den 60er/70er Jahren in den USA.
Wieviele Milliarden US-Dollar hat Trump in die Ukraine gepumpt, um einen politischen Umsturz zu provozieren?
Wieviele Soldaten, Kanonen und Raketen-Abschußbasen ließ Trump an der Grenze zu Russland stationieren, um den gestörten Putin in seinen aggressiven Weltmachtbestrebungen zu beschränken?
Und wieviele Medien und Politiker haben Trump zugejubelt, als er nach einem erneuten sytischen Giftgas-Massakter ein paar Löcher in eine Startbahn geschossen hat?
Große Teile der US-amerikanischen Bevölkerung sind nun mal rassistisch, und große Teile der russischen Bevölkerung sind nun mal homophob. Und sowohl der russische wie auch der amerikanische Präsident müssen dieser Tatsache Rechnung tragen.
dazu:
- USA und der "Westen": Too big to fail? (Willy Wimmer, Freie Welt, 17.08.2017)

Wir reden hier ständig über die falschen Dinge. Daß Trump eine entsetzliche Kindheit gehabt haben muß, steht für mich genauso fest, wie die Tatsache, daß es bisher kein US-Nachkriegspräsident geschafft hat, den militärisch-industriellen Komplex unter Kontrolle zu bringen – und die Tatsache, daß sich unsere eingemerkelten [von eingenordeten] Post-Pegida-Journalisten jetzt des öfteren bemühen, während der Ukraine-Krise verlorengegangenes Vertrauen wieder herzustellen – wenn es nicht gerade um Russland geht.

Die Welt ist weder unter Putin noch unter Trump besser oder schlechter geworden, nur anders.
Und über dieses »anders« könnte man sich ja mal irgendwann in Ruhe unterhalten…
Unsere bekannten Schubladen funktionieren nicht mehr so gut, und die Fassaden bröckeln (Meinungsvielfalt sei Dank?) deutlich schneller als früher – 
als alles noch viel besser war?

Ein Letztes: Unser Problem heißt nicht Trump sondern USA.
Wenn Trump vom Fenster weg ist, kommt der nächste TTIP-Vorstoß.
Werden wir uns dem unterwerfen, weil uns unter Trump so sehr der Arsch auf Grundeis gegangen ist, daß wir nur noch erleichtert sind, daß es keinen Krieg gegeben hat und in der Folge dankbar alles durch- und abwinken???

Mittwoch, 16. August 2017

Mehmet Scholl im Kampf um die Deutungshoheit nicht mehr auf Linie

Seit Jahren steht Mehmet Scholl als Fußballexperte vor der ARD-Kamera. Nun ist es zum Krach gekommen: Scholl ließ zwei Sendungen ausfallen, offenbar passte ihm nicht, dass der Sender über Dopingvorwürfe berichten wollte.

Aufmerksame TV-Zuschauer dürften irritiert gewesen sein. Am vergangenen Mittwoch, kurz vor dem Confed-Cup-Halbfinale zwischen Portugal und Chile, stand nicht wie üblich Mehmet Scholl als Fußballexperte vor der ARD-Kamera, sondern Thomas Hitzlsperger. Der Grund dafür: Streit zwischen Scholl und dem Sender.

Scholl, 46, soll sich im Vorfeld der Sendung geweigert haben, über die Dopingvorwürfe gegen das russische Nationalteam zu sprechen. Das berichtet die "Bild"-Zeitung. Stattdessen habe Scholl über die Erfolge der DFB-Mannschaften sprechen wollen. Einig wurden sich der Experte und die ARD-Redaktion nicht - also soll Scholl vor Sendebeginn das Studio verlassen haben. Auch das zweite Halbfinale zwischen Deutschland und Mexiko ließ er aus, jeweils sprang Hitzlsperger ein.

Die ARD bestätigte dem SPIEGEL den Disput. "Ja, es gab eine Meinungsverschiedenheit", teilte Sportkoordinator Axel Balkausky auf Anfrage mit. Das sei jedoch an sich nicht außergewöhnlich. Man werde das Thema "intern klären". Ob tatsächlich die Dopingberichterstattung Streitanlass gewesen ist, ließ Balkausky unkommentiert.


Dass Scholl mit dem Doping-Thema nichts anzufangen weiß, ist nicht neu. Schon in der Vergangenheit hatte der ehemalige Profi des FC Bayern behauptet, zu dopen ergebe im Fußball keinen Sinn, weil der Sport zu komplex sei. Ein fragwürdiger Standpunkt, den viele aktuelle und ehemalige Fußballer vertreten. Verschiedene Anti-Doping-Experten sehen das anders. Und dass im Fußball gedopt wurde und wird, gilt als sicher.
mehr:
- Streit um Dopingberichterstattung: Scholl boykottierte ARD-Sendungen (SPON, 05.07.2017)

n24 berichtet:
Confed Cup: Weshalb Mehmet Scholl sich wirklich zurück zog {0:47}

Veröffentlicht am 05.07.2017
Der Ex-Fußballprofi Mehmet Scholl ist während des Confed Cups plötzlich von der ARD-Bildfläche verschwunden. Angeblich fühlte er sich unwohl. Wie die Bild berichtet, soll seine Abreise ganz andere Gründe gehabt haben.

in der Südddeutschen Zeitung erschienen über zehn Artikel:
- ARD-Kommentator Mehmet Scholl wollte im TV-Studio nicht über Doping sprechen (Süddeutsche Zeitung, 05.07.2017)
- Doping im Fußball: Mehmet Scholl hat nicht verstanden, worum es geht (Martin Schneider, Süddeutsche Zeitung, 08.07.2017)
Also alles klar: Klappe zu, Affe tot!

bei Google finden sich ähnlich viele Artikel bei der FAZ:
- Fußball-Experte ARD und Scholl trennen sich nach Streit beim Confed Cup (FAZ, 10.08.2017)
- ARD und Mehmet Scholl: Die Wahrheit liegt auf dem Platz (Michael Hanfeld, FAZ, 10.08.2017)

etwa doppelt so viele Artikel finden sich bei Google zum Thema Confed Cup – Russland – Doping
- Confed-Cup-Aus und Doping-Verdacht – Russischer Scherbenhaufen (25.06.2017)
- Das gesamte WM-Team Russlands steht wohl unter Doping-Verdacht – Russen-Team unter Doping-Verdacht (sport1, 25.06.2017)


Scholl zu dem Konflikt im Telefoninterview:
Mehmet Scholl explains his boykott in the ARD! [Ger] {2:10}

Veröffentlicht am 08.08.2017

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Seit Scholl bei den beiden Halbfinalspielen des Confed Cups fehlte, gab es Berichte über die Gründe. In seiner Sendung Mehmets Schollplatten im Bayerischen Rundfunk sagte er dazu, dass er vor den Partien über das Thema Doping sprechen sollte. Er habe gesagt: „Ich möchte, dass diese Story für diesen schönen Tag draußen bleibt. Da haben die gesagt, die bleibt nicht draußen und ich darf mich nicht ins Programm einmischen. Da habe ich gesagt: Ich gehe. Und dann bin ich gegangen.“ Diese Aktion wird von den Medien als Grund der Vertragsauflösung angenommen.[20] [Mehmet Scholl, Sportkommentator und Moderator, Wikipedia, abgerufen am 16.08.2017]
(Was Scholl sagte, ist oben in dem Telefoninterview zu hören…)


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Der Spiegel überschrieb: »Scholl boykottierte ARD-Sendungen«
Die Süddeutsche Zeitung hat verstanden: »Mehmet Scholl hat nicht verstanden, worum es geht«
rp Online (10.08.2017) wiegelt ab: »Kein großer Verlust«
und Oliver Fritsch macht in seinem Kommentar in der Zeit klar: »Dieser Sport braucht keinen Sprücheklopfer, er braucht Journalismus.«
(Mehmet Scholl : Es ist nicht mehr die Zeit für lustige Sprüche, ZON, 10.08.2017), 
nachdem ihn zwei Tage zuvor der Satiriker Leo Fischer auf dem Zeit-Twitter-Account für tot erklärt hatte:
Fake-Meldung auf Twitter: „Zeit Magazin“ erklärt Mehmet Scholl für tot (Focus, 10.08.2017)

mein Kommentar:
Daß gerade die Doping-Vorwürfe gegen Russland (gerade auch, da in diesem Jahr der Confed-Cup in Russland stattgefunden hat) immer wieder auf die erste Seite gehoben werden, hat doch ein seltsames »Geschmäckle«.
(siehe: Sport, Staats-Doping und zweierlei Maß, Post, 14.08.2018)
Daß in Russland gedopt wird, kommt auf die Titelseite, daß in Deutschland ähnlich systematisch gedopt wurde (jetzt, wo’s rauskommt, sind wir natürlich sauber), kommt unter ferner liefen.
Und das Geschmäckle wird bei der Lektüre über Scholls Rausschmiß bei der ARD stärker, wenn man bedenkt, daß sich alle unsere Mainstream-Medien über den Rauswurf Scholls ähnlich äußern. In keiner Zeitung oder keinem Fernsehbericht wurde Scholls Rauswurf bedauert oder sogar kritisiert. Unterschiedlich waren nur Anzahl und Inhalt der Begründungen, weshalb Scholl nach acht Jahren als Co-Kommentator einfach nicht mehr tragbar war.

Unisono berichten die Leitmedien, 
er wolle nicht über Doping im Sport reden und
er habe zweimal die Sendung geschwänzt und/oder 
er habe sich schon mehrfach verplappert und/oder 
er wolle der Redaktion in ihre Sendungsgestaltung reinreden. 
Auf jeden Fall sollte für jeden unbedarften Leser nachvollziehbar sein, daß Scholl sein Geld – aus welchem Grund auch immer – einfach nicht mehr wert ist – und daß das aber auch rein gar nichts mit den ständigen Medien-Sticheleien gegen Russland zu tun hat, wo Scholl keine Lust hat sich dafür mißbrauchen zu lassen.
… unisono bei allen Leitmedien!

Ich bin gespannt, wem nächstes Jahr was aufstößt, wenn unsere eingenordeten Leitmedien (»Lügenpresse« ist ja inzwischen »Unwort des Jahres«, und »gleichgeschaltet« ist zu braun) über die Fußball-WM in Russland berichten…

Dienstag, 15. August 2017

KenFM im Gespräch mit: Heinz-Josef Bontrup

KenFM im Gespräch mit: Heinz-Josef Bontrup {1:48:48}

Am 31.07.2017 veröffentlicht 
KenFM
Prof. Heinz-Josef Bontrup ist der Muhammad Ali der deutschen Wirtschaftswissenschaftler.
Er provoziert den Gegner noch während dieser in seiner Ecke sitzt, um ihn dann mit ein paar gut platzierten Argumenten auf die Matte zu schicken.
Wer Bontrup mal live an der Westfälischen Hochschule erlebt hat, muss zugeben, dass sich der Profi für Arbeitsökonomie vor allem für den lohnabhängigen Arbeiter in den Ring wirft.
Bontrup ist stocksauer und dafür gibt es einen Grund. Er rechnet Merkel & Co. seit Jahren vor, dass echte Vollbeschäftigung in Deutschland möglich wäre und, dass dabei alle Seiten gewinnen können.
Als Sprecher der „Arbeitsgruppe Alternative Wirtschaftspolitik“ hat Bontrup auch im Deutschen Bundestag immer wieder versucht, die jeweiligen Wirtschaftsminister für seine Ideen eines fairen Arbeitsmarktes zu begeistern. Oft, sehr oft, hatte er dann aber das Gefühl, dass die, die ihm gegenüber saßen, von der Materie nur oberflächlich etwas verstanden.
Wirtschaftswissenschaft ist, anders als Physik oder Chemie, keine Naturwissenschaft. Der untersuchte Gegenstand, der Markt, wurde von Menschen gemacht, kennt keine festen Regeln, sondern gehorcht eher einer Ideologie.
Gerade deshalb will sich Prof. Bontrup nicht mit dem Status Quo abfinden. Es gibt eine Alternative zu Hartz IV, Niedriglohnsektor, Lohndumping und Altersarmut.
Es geht um einen fairen Verteilerschlüssel. Mehr echte Mitbestimmung durch den Arbeitnehmer und das Beenden der Lobby-Politik, die vor allem den großen Kapitalbesitzern dient, während immer mehr Menschen um ihren Job bangen müssen, Überstunden schieben oder aber wegrationalisiert werden.
Bontrup ist kein Theoretiker, er kennt alle Seiten des Marktes: Werkbank, Forschung und Wissenschaft. Das macht seine Argumente und Kritik so plausibel.
Kaum geht der Gong, knallt er der Politik 90 Minuten einen vor den Latz. Er will eine andere Ordnung im System selbst und keine Brosamen der Beschwichtigung.
Inhaltsübersicht:
00:01:51 Arbeitgeber und Arbeitnehmer vs. Unternehmer und abhängig Beschäftigte
00:12:51 Ungleiche Vermögensverteilung und ihre Rolle bei Finanzkrisen
00:20:33 Der Beginn der Massenarbeitslosigkeit und mögliche Wege aus der Krise
00:39:10 Wohin steuert Deutschland?
00:55:17 Der Lebenszyklus der Gewerkschaften
01:15:43 Heinz-Josef Bontrups Konzept zur Beendigung der Massenarbeitslosigkeit
01:30:17 Das widersprüchliche Verhältnis eines demokratischen Staates zu einer autokratischen Wirtschaft
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