Freitag, 25. Mai 2018

Künstliche Intelligenz und Wittgenstein: Worte, die unseren Verstand verhexen

Schon Wittgenstein machte darauf aufmerksam, wie Sprache unser Bild der Welt beeinflußt:
Man hört immer wieder die Bemerkung, daß die Philosophie keinen Fortschritt mache, daß die gleichen philosophischen Probleme, die schon die Griechen beschäftigten, uns noch beschäftigen. Die das aber sagen, verstehen nicht den Grund, warum es so sein muß.
Der ist aber, daß unsere Sprache sich gleich geblieben ist und uns immer wieder zu denselben Fragen verführt. Solange es ein Verbum «sein» geben wird, das zu funktionieren scheint wie «essen» und «trinken», solange es Adjektive «identisch», «wahr», «falsch», «möglich» geben wird, solange von einem Fluß der Zeit und von einer Ausdehnung des Raumes die Rede sein wird, usw., usw., solange werden die Menschen immer wieder an die gleichen rätselhaften Schwierigkeiten stoßen, und auf etwas starren, was keine Erklärung scheint wegheben zu können. [Ludwig Wittgenstein, Vermischte Bemerkungen: Aus dem Nachlaß (1950/51), Suhrkamp, Frankfurt/Main, 1977, S. 163]


Beispiel 1: Künstliche Intelligenz bei Autos und Rasenmähern

Mercedes F 015 - Erste Fahrt im Benz der Zukunft {4:28}

AUTO BILD
Am 27.03.2015 veröffentlicht 
Mehr infos unter: http://www.autobild.de/artikel/merced...
Mercedes zeigt mit dem F 015, wie der selbstfahrende Benz der Zukunft aussehen könnte. Jetzt haben die Schwaben neue Details bekanntgegeben. Autonomes Fahren, Lounge-Feeling im Innenraum und ein emissionsfreier Antrieb - so sieht die Zukunft bei Mercedes aus!
»Ich sitze mit dem Rücken zur Fahrbahn« – Da würde sich Wittgenstein im Grabe umdrehen. Ich weiß auch nicht, ob da eine intelligente Rechtschreib-Korrektur hilfreich sein könnte…

Autonomes Fahren: Wie nah ist der große Durchbruch? | Galileo | ProSieben {16:51}

Galileo
Am 21.12.2018 veröffentlicht 
Das autonome Fahren scheint zum Greifen nah! In Deutschland gibt es schließlich schon autonome Fahrzeuge auf öffentlichen Straßen. Doch wie nahe ist der große Durchbruch wirklich? Galileo hat sich auf Spurensuche begeben.
#Galileo #ProSieben
► Die besten Videos von #Galileo: http://bit.ly/GalileoTop25

- Rasenroboter-Test: Sechs von acht Geräten mähen gut (help.orf.at, 30.04.2018)


Die Philosophie ist ein Kampf gegen die Verhexung unseres Verstandes durch die Mittel unserer Sprache.
[Ludwig WittgensteinPhilosophische Untersuchungen 109 (1953, posthum)]
Was soll dieses Gelabere von selbstfahrenden Autos, wenn es schon solche Probleme bei autonomen Rasenmähmaschinen gibt!

Rasenroboter Test 2018: Zwei Mähroboter versagen im Sicherheitstest {3:55}

Stiftung Warentest
Am 24.04.2018 veröffentlicht 
8 Rasenroboter waren im Test – wir zeigen die Unterschiede der Mähroboter, wie wir getestet haben und welche beiden Geräte in der Sicherheitsprüfung versagt haben. Alle Testergebnisse der Rasenmähroboter unter ►►► http://www.test.de/rasenroboter ◄◄◄
Fünf Mähroboter im Test waren für Flächen bis 1 000 Quadrat­meter und drei Geräte für große Flächen über 1 000 Quadrat­meter. Preisspektrum: Zwischen 800 und 2 850 Euro. Im Test­feld sind Produkte so namhafter Hersteller wie Bosch, Gardena und Husqvarna. Doch obwohl sechs von acht Rasenmährobotern gut mähten, erreichte am Ende keiner eine bessere Note als Befriedigend. Denn bei allen Mährobotern im Test gibt es ein Unfall­risiko. Insbesondere spielende Kinder können von den Rasenmäher-Robotern verletzt werden. Bei zweien sind die Sicher­heits­bedenken so groß, dass die Stiftung Warentest die rote Karte zog.
Ein stehendes Kind erkannten alle Rasenmäher-Roboter. Bei krabbelnden Kindern hielten sechs ebenfalls recht­zeitig an. Zwei Modelle fuhren auf die Fußattrappe auf und hinterließen deutliche Schnitte an dem Kinder­schuh. Barfuß hätte das zu heftigen Verletzungen geführt. Vergleich­bare Unfälle mit selbst­fahrenden Rasenmähern hat es bereits gegeben. Wir bewerteten daher beide Mähroboter mit mangelhaft.
Jenseits aller Sicher­heits­bedenken: Der Rasen kann sich bei den meisten Robotern sehen lassen – auch an Stellen, an denen sie oft rangieren, etwa vor der Lade­station. Nur ein Rasenroboter schneidet unsauber. Folge: ausgefranste, bräunende Grasspitzen. Dasselbe Gerät schwächelt auch als Einziges bei zehn Zenti­meter hohem Rasen, den alle anderen Mähroboter im Test problemlos schaffen.
Folgende Mähroboter waren im Test (Ausgabe 5/2018):
Rasenroboter für Flächen bis 1000 Quadratmeter:
• Al-Ko Robolinho 110
• Ambrogio L60B+
• Bosch Indego 400 Connect
• Gardena smart Sileno 19060-60
• Robomow RC304u
Rasenroboter für Flächen größer als 1000 Quadratmeter
• Honda Miimo 310
• Husqvarna Automower 420
• Viking iMow MI 632C


Beispiel 2: Alexa, ein aufgemotztes ELIZA


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ELIZA ist ein 1966 von Joseph Weizenbaum entwickeltes Computerprogramm, das die Möglichkeiten der Kommunikation zwischen einem Menschen und einem Computer über natürliche Sprache aufzeigen sollte.
Den Namen ELIZA wählte Weizenbaum in Anlehnung an das Schauspiel Pygmalion von George Bernard Shaw.[1] Das Programm kann über Skripte verschiedene Gesprächspartner simulieren. Bekannt geworden ist es für die oberflächliche Simulation eines Psychotherapeuten, der die non-direktiven Methoden der klientenzentrierten Psychotherapie nach Carl Rogers verwendet.
Weizenbaum schrieb das Programm in MAD-SLIP für eine IBM 7094, die das Time-Sharing-System CTSS des Massachusetts Institute of Technology verwendete.
ELIZA kann als frühe Umsetzung des Turing-Tests gesehen werden. Diesen hätte es jedoch nicht bestanden, da ein Benutzer recht einfach herausfinden kann, dass er mit einer Maschine kommuniziert.
[ELIZA, Wikipedia, abgerufen am 25.05.2018]
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siehe dazu:
Ein Amazon-Echo hat das Gespräch eines Ehepaares ohne dessen Wissen aufgezeichnet und an einen Bekannten geschickt. Der Konzern nennt den Vorfall „höchst ungewöhnlich“.
[Alexa belauscht Ehepaar – und verschickt das Gespräch an einen Kollegen, FAZ, 25.05.2018]

Wie wär’s, wenn ich einem Zigarettenautomaten künstliche Intelligenz zuschriebe (natürlich ein Pleonasmus: KI IST schon eine Zuschreibung): 
Es ist doch toll, wenn ich auf einen Knopf drücke, und unten kommt die Marke raus, die ich wollte…

Die Ergebnisse der Philosophie sind die Entdeckung irgendeines schlichten Unsinns und die Beulen, die sich der Verstand beim Anrennen an die Grenze der Sprache geholt hat. Sie, die Beulen, lassen uns den Wert jener Entdeckung erkennen.
[Ludwig Wittgenstein, Philosophische Untersuchungen 119 (1953, posthum)]

Boris Johnson fällt auf einen Telefonstreich herein

Der britische Außenminister Boris Johnson lässt sich am Telefon über Russland und Präsident Putin aus. Er glaubt, mit dem neuen armenischen Premierminister Paschinjan zu sprechen. Der Anruf kommt allerdings ganz woanders her.
Als britischer Außenminister ist es für Boris Johnson eigentlich nichts Außergewöhnliches fast täglich Telefonate mit Staatschefs aus aller Welt zu führen. Doch mit dem neusten Anruf hatte Boris Johnson mit Sicherheit nicht gerechnet. Denn der Mann, der sich am anderen Ende der Leitung als Nikol Paschinjan vorstellte, war gar nicht Armeniens neu gewählter Premierminister, sondern ein russisches Komiker-Duo, das sich einen Scherz erlaubte.

Hinter dem Telefonstreich stecken die angeblich Kreml-nahen Komiker Wladimir Krasnow und Alexej Stoljarow. Die als "Wowan" und "Lenux" bekannten Männer veröffentlichten anschließend das Gespräch mit Johnson auf YouTube.

Das britische Außenministerium bestätigte den Vorfall, behauptete aber gleichzeitig: "Wir wussten sofort, dass es ein Scherz-Anruf war". Trotzdem dauerte die Unterhaltung rund 18 Minuten. Ob das Gespräch geschnitten wurde, ist nicht klar.

mehr:
- 18-Minuten-Gespräch – Boris Johnson fällt auf Telefonstreich herein (n-tv, 24.05.2018)
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Prank with Boris Johnson (English version) {18:22}

Am 24.05.2018 veröffentlicht 
Vovan222prank
Russian pranksters Vovan and Lexus talk to Foreign Secretary Boris Johnson as Prime Minister of Armenia Pashinyan.
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Fall Skripal – Die Lügen von Boris Johnson, Sanktionen, Eskalation & 64 offene Fragen - Jens Berger {14:45}

Am 05.04.2018 veröffentlicht 
MrMarxismo
Fall Skripal – Sanktionen, Lügen, Eskalation und 64 offene Fragen - Jens Berger
Quelle:
NachDenkSeiten
https://www.youtube.com/watch?v=keP8V...

Boris Johnson: insults, gaffes and apologies – video profile {2:33}

Am 14.07.2016 veröffentlicht 
Guardian News
Boris Johnson was a surprise choice as Theresa May’s foreign secretary.
Subscribe to Guardian Wires ► http://bit.ly/guardianwiressub
He has insulted the present US president as well as both candidates to be Barack Obama’s successor. He has used racist language towards Africans. And he has written an offensive limerick about the president of Turkey.

Mein Kommentar:
Da hat Jens Berger seine Energie zum Fenster rausgeworfen. Boris Johnson besteht nur aus offenen Fragen!

Donnerstag, 24. Mai 2018

Die Skripals und das Giftgas: für unsere Qualitätsmedien nicht mehr interessant?

Mit der Entlassung von Sergei Skripal aus dem Krankenhaus an einen unbekannten Ort entstehen neue Fragen
Der 66-jährige russische Ex- und Doppelagent Sergei Skripal hat sich offenbar von dem Anschlag vom 4. März erholt und ist gestern aus dem Krankenhaus entlassen worden. Bei seiner Tochter Julia war dies viel schneller erfolgt, sie wurde bereits am 9. April entlassen. Der Polizist Nick Bailey, der die beiden auf der Parkbank gefunden hatte, war auch im Krankenhaus behandelt, aber schnell wieder entlassen worden.
Die britische Regierung, die zu schnell und ohne Beweise von einem Nowitschok-Anschlag, der von Russland ausgegangen sein soll, gesprochen hat, will die beiden Skripals weiterhin von der Öffentlichkeit fernhalten. Die Polizei gab bekannt, die Ermittlungen des "Antiterror-Polizeinetzwerks" würden fortgesetzt. Aus Gründen des Schutzes der beiden Skripals wurde weder erklärt, wo sie sich aufhalten, noch welche Schutzmaßnahmen ergriffen wurden.
Bei Sergei Skripal teilte die Polizei schon gar nichts darüber mit, warum er es vorzieht, an einem geheimen Ort versteckt zu werden und jeden Kontakt mit der Öffentlichkeit zu vermeiden. Julia soll in einem von ihr angeblich verfassten Text, den die Polizei veröffentlichte, erklärt haben, sie wünsche keine Besuche, auch nicht von Verwandten oder von der russischen Botschaft.
Das kann man glauben oder nicht. Seltsam daran ist, dass die Polizei sicher lange und ausgiebig die beiden Skripals verhört hat, ohne dass die Untersuchung dadurch Fortschritte gemacht zu haben scheint. Es wurden nicht einmal neue vorläufige Ergebnisse bekannt.
Zunächst war erklärt worden, dass das Nervengift aus der Nowitschok-Gruppe - offiziell wurde nicht gesagt, um welches Gift es sich handelt, angeblich soll es A-234 gewesen sein - tödlich wirke, es sei das tödlichste Nervengift, das bislang entwickelt wurde. Es wurde von sowjetischen Wissenschaftlern in militärischen Geheimlabors erfunden, aber nach dem Ende des Kalten Kriegs durch Beteiligte schnell bekannt gemacht.
mehr:
- Warum überlebten die Skripals den Anschlag mit dem angeblich tödlichsten Nervengift Nowitschok? (Florian Rötzer, Telepolis, 19.05.2018)

Yakovenko: "What's happening in the UK?" {1:01}

Am 20.04.2018 veröffentlicht 
RT UK
"Why is no-one calling for this meeting?"
Alexander Yakovenko (diplomat)​ slams British journalists over the Skripal case as he asks "what's happening in the UK?"

siehe auch:
- Meinung: Der unglaubliche Fall Skripal wird immer rätselhafter - London schuldet Moskau eine Erklärung (Robert Bridge, RTDeutsch, 22.05.2018)
- Nowitschok – »Nur Russland«? (Post, 18.05.2018)
- Skripal-Syrien-Giftgas-Propagandanebel, staatsfinanziertes Russland-Bashing und Verwunderung: Auch Tschechien forschte an Nowitschok (Post, 04.05.2018)

Nachrichtensprecher rastet aus und sagt die WAHRHEIT! (Mit deutschen Untertiteln) {1:59}

Am 09.05.2016 veröffentlicht 
Christian Meyer-Pedersen
Keine Untertitel sichtbar? Die Übersetzung findet ihr am Ende dieses Textes.
Dieser britische Nachrichtensprecher, der sich Jonathan Pie nennt, ist eigentlich gar keiner, sondern Satiriker Tom Walker, der auf seinem Youtube-Kanal https://www.youtube.com/user/tomwalke... kein Blatt vor den Mund nimmt, wenn es um die wahren Hintergründe der Nachrichten geht, die uns täglich präsentiert werden. Wer in England unterwegs ist und Jonahtan Pie live sehen möchte findet hier die aktuellen Termine: http://www.jonathanpie.com/
Da die Untertitel bei einigen nicht funktionieren, habe ich hier das Transkript noch mal in deutsch angehängt:
… Ein militärisches Eingreifen des Vereinigten Königreiches ist unwahrscheinlich …
Warum machen wir das draußen? …
Nun, weil es kalt ist und es fängt zu regnen an und wir können das genau so gut im Studio machen. Ich fragte mich gerade warum …
Ja, Sie haben leicht Reden in Ihrem Elfenbeinturm. Ich frage mich nur …
Ach ja? Ach wirklich? Okay. Habt ihr gehört, was er gerade gesagt hat? Also er sagte: „Warum machst du nicht ein einziges Mal in deinem Leben die verdammten Nachrichten?!“ Okay, nein nein nein. Nein, ich mache jetzt … Nein. Hier sind die verdammten Nachrichten!
Ex-Werber, Fernseh- und PR-Mann, Alt-Etonier und gelegentlicher Schweinepriester David Cameron möchte gern Syrien bombardieren. Dummerweise war Russland zuerst da und Amerika macht es schon seit Ewigkeiten. Er möchte Syrien bombardieren, um den Fluss von Flüchtlingen zu stoppen, die vor den Bomben fliehen.
Er hofft außerdem, dass sich dadurch dem wachsenden Einfluss des islamischen Extremismus Einhalt gebieten lässt. Die Bombardierung Syriens zerstört natürlich die einzige verbliebene multikulturelle Gesellschaft in der Region, und öffnet sie somit dem wachsenden Einfluss des islamischen Extremismus.
Syrien zu bombardieren ist daher vollkommen SCHWACHSINNIG!
Zu den anderen Nachrichten … nein. … Nein nein nein, ich mach’ die … Nein! ich mach’ die verdammten Nachrichten!
Zu den anderen Nachrichten: Muslime sind schlecht. China ist schlecht, aber nicht so schlecht, wie früher. Und Russland ist immer schlecht. Atomwaffen sind gut. Und zu sagen, man sollte auf den Einsatz von Atomwaffen verzichten, ist schlecht.
Zur Wirtschaft: Schulden sind gut. Korrupte Banken sind schlecht, aber nicht schlecht genug, dass wir etwas dagegen unternehmen müssten. Und Armut im Vereinigten Königreich ist reine Einbildung.
Zum Wohnungsmarkt: Jeremy Corbyns Pläne, erschwingliche Wohnungen zu bauen und Sozialwohnungen für die ärmsten Menschen unserer Gesellschaft zu schaffen, ist eine fürchterliche Idee. Das sagt zumindest Multimillionär, Immobilienmagnat und komplettes Arschloch Sir Alan Sugar.
Zur Umwelt: Da gibt es nichts, worüber wir uns Sorgen machen müssten. Also konsumieren Sie einfach weiter, wie gewohnt.
Und zu guter Letzt – Unterhaltung: Matt Damons intelligente und sprachgewandte Betrachtungen über Sexualität in Hollywood, die uns zeigen, das er ein absolut homophober Idiot ist
Mein Name ist Jonathan Pie und das waren die VERDAMMTEN NACHRICHTEN!
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Was haben wir vom Untergang der Titanic gelernt? - Georg Schramm über "verschollene Zivilisationen" {2:31}

Am 16.05.2018 veröffentlicht 
MrMarxismo
"Verschollene Zivilisationen" - Was haben wir vom Untergang der Titanic gelernt? - Georg Schramm
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Literaturnobelpreis: Die Selbstzerfleischung einer Elite-Truppe

Mit der Absage des diesjährigen Nobelpreises sollte das Komitee eigentlich beginnen, sich neu zu ordnen. Aber im edelsten Gremium des Literaturbetriebs toben die bösen Geister.

Mehr als zwei Wochen währte die Pause im fortlaufenden Skandal um die Schwedische Akademie: Der Literaturnobelpreis für das Jahr 2018 war abgesagt, die Zeit zur Neuordnung schien gekommen. Doch nun toben sie wieder, die bösen Geister im edelsten Gremium, das es innerhalb des literarischen Betriebs gibt.
Am Dienstagabend veröffentlichten drei Mitglieder der Akademie, die im Laufe des Skandals ihre Funktionen vorläufig aufgegeben hatten, aber nicht formell ausgeschieden waren, einen Brief an die Rest-Akademie: Sie könnten sich eine Rückkehr vorstellen, um die Institution zu retten, doch nur unter der Bedingung, dass eines der im Amt verbliebenen Mitglieder, nämlich der Literaturkritiker Horace Engdahl, seinen Sitz in der Akademie aufgebe. Dieser antwortete postwendend: Die Hobbys der ausgeschiedenen Mitglieder interessierten nicht. Er sei auf Lebenszeit zum Mitglied der Akademie bestimmt, und er gedenke, es bis zu seinem Tod zu bleiben.
mehr:
- Literaturnobelpreis: Die Schwedische Akademie zerfleischt sich weiter (Thomas Steinfeld, Süddeutsche Zeitung, 23.05.2018)

siehe auch:
- Nobelpreis posthum (Tom Appletom, Telepolis, 20.05.2018)

Nord Stream 2: Im Würgegriff Russlands oder in der Fracking-Traufe?

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Vorabdruck. Mit dem Bau der Pipeline »Nord Stream 2« will die Bundesrepublik zum Verteilerzentrum für Erdgas werden. Das missfällt einigen EU-Mitgliedern und den USA, die Russland außen vor lassen wollen

In diesen Tagen erscheint beim Kölner Papy-Rossa-Verlag das Buch »Die deutsch-russischen Energiebeziehungen« von Franziska Lindner. Wir dokumentieren im folgenden ein leicht bearbeitetes und gekürztes Kapitel über die »Nord Stream 2«-Pipeline und den Widerstand dagegen. Wir danken der Autorin und dem Verlag für die freundliche Genehmigung zum Vorabdruck. (jW)
Im September 2015, also mehr als ein Jahr nach der Verhängung der sektoralen Wirtschaftssanktionen durch die EU gegenüber Russland, wurde zum Ausbau der Ostseepipeline die Projektgesellschaft Nord Stream 2 AG gegründet. Das löste bei den Staaten, die bereits der Leitung »Nord Stream 1« kritisch gegenüberstanden, ein unangenehmes Déjà-vu aus. Zwei weitere Stränge sollen noch im Jahr 2018 begonnen werden und voraussichtlich Ende 2019 in Betrieb gehen, was einer Verdoppelung der Transportkapazität für russisches Erdgas direkt nach Deutschland gleichkäme. Allen voran die Ukraine, Polen und die baltischen Staaten fürchten neben ihrem Bedeutungsverlust als Transitländer und der Verschlechterung ihrer Versorgungssicherheit eine neue deutsch-russische Kooperation, die sich zu ihrem Schaden auf außenpolitische Fragen ausweiten könnte.
mehr:
- Voller Energie (Franziska Lindner, junge Welt, 24.05.2018)
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siehe auch:
- Nord Stream: Explosives Erdgas (Wolfgang Pomrehn, Telepolis, 23.05.2018)
ARTE | Mit offenen Karten - "Die Energieversorgung der EU." Teil 2/2. {11:42}
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" Das Ende der Kohle?" - Mit offenen Karten | ARTE {12:16}
Am 28.10.2017 veröffentlicht 
der Wolpertinger.
Heute setzen die Volkswirtschaften vor allem auf erneuerbare Energien, Erdöl und Erdgas. Doch auch Kohle spielt im weltweiten Energiemix weiter eine wichtige Rolle. Ihr Einsatz geht allerdings zulasten der Umwelt. Immerhin entfällt die Hälfte aller CO2-Emissionen der Energiebranche auf Kohle. Warum ist ihr Ende dennoch nicht abzusehen?
Beitragslänge: 12.17 Minuten
Erstausstrahlung: Oktober 2017
PINS zur Sendung: https://www.pinterest.de/theWolpertin...
Video in französischer Sprache: https://youtu.be/6ef8pTq7Rgg
Bücher/Lektüre zum Thema: https://www.amazon.de/s/ref=nb_sb_nos...
Aktuelle Nachrichten zum Thema: https://news.google.com/news/?ned=de&...
Spielfilme zum Thema:
Der lange Abschied von der Kohle - https://vimeo.com/235012646
Das Wunder von Lengede - https://www.youtube.com/watch?v=X0N4Q...
69 Tage Hoffnung - https://www.youtube.com/watch?v=MdKhr...
Quelle: https://www.arte.tv/de/videos/RC-0140...

ARTE | Mit offenen Karten - "Die Energieversorgung der EU." Teil 2/2. {11:42}
Am 11.04.2017 veröffentlicht 
der Wolpertinger.
Russland ist das wichtigste Lieferland, sowohl für Erdöl als auch für Erdgas. Danach kommt Norwegen das etwa ein Viertel der benötigten Erdöl- und Erdgasmenge liefert. Aus Algerien stammen etwa 11 %. Hinzu kommen Länder mit einem geringeren Anteil, wie z. B. Katar und Libyen. Aus diesen fünf Ländern – Russland, Norwegen, Algerien, Katar und Libyen – stammen 68,8 % der Erdölimporte und 72,6 % der Erdgasimporte.
Die Länder der Europäischen Union verfügen nur über wenig fossile Energierohstoffe und müssen mehr als die Hälfte ihres Energiebedarfs durch Importe decken. MIT OFFENEN KARTEN untersucht die Energiesituation der EU, die Ursachen und Folgen ihrer Importabhängigkeit und die möglichen Alternativen.
Beitragslänge:
Erstausstrahlung:
arte.de
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" Das Schwarze Meer: Geopolitik der Pipelines." Teil 2/2. - Mit offenen Karten | ARTE {9:17}

Am 17.04.2017 veröffentlicht 
der Wolpertinger.
An das Schwarze Meer grenzen die Türkei, Bulgarien, Rumänien, die Ukraine, Russland und Georgien. Es ist fast ein Binnenmeer und mit dem Mittelmeer nur durch die türkischen Meerengen Bosporus und Dardanellen verbunden. Seine Lage zwischen Südosteuropa, Südrussland und dem Kaukasus macht es zu einer Drehscheibe für den Transport von Erdöl und Erdgas.
Nach dem Zerfall der Sowjetunion wollten sich deren Nachfolgerepubliken aus der Abhängigkeit von Russland lösen. Das galt insbesondere für Aserbaidschan und in geringerem Maße für Kasachstan. Beide Staaten fördern Erdöl und Erdgas, vor allem im Kaspischen Meer, und suchen nach neuen Exportwegen für ihre Rohstoffe.Das ist wiederum von Interesse für die europäischen Staaten, die ihre Bezugsquellen diversifizieren wollen, um bei der Einfuhr von Erdöl und Erdgas nicht zu sehr von Russland abhängig zu sein. Und da das Kaspische Meer ein Binnenmeer ist, erscheint die Schwarzmeerregion als besonders geeignet, um die wertvollen Rohstoffe in die wichtigsten Verbraucherländer in Europa und Amerika zu exportieren.
1999 wurde eine Öl-Pipeline zwischen Baku und der georgischen Hafenstadt Supsa in Betrieb genommen. Sie war die erste, die Russland umging, wurde von amerikanischen Mineralölfirmen verlegt und war eine direkte Konkurrenz für die russische Leitung Baku-Grosny-Noworossijsk.Ergänzt wird sie inzwischen durch die Baku-Tiflis-Ceyhan-Pipeline, kurz BTC genannt, die durch die Türkei verläuft und ebenfalls Russland umgeht. Auch sie wurde von einem Konsortium unter Führung von amerikanischen Firmen gebaut und ist seit 2005 in Betrieb.
Die amerikanischen Interessen sind energiewirtschaftlicher und strategischer Art. Die USA möchten den Einfluss Russlands in der Region zurückdrängen und stützen sich dabei auf die Ukraine und auf Georgien. Und 2004 setzten die USA durch, dass Rumänien und Bulgarien in die NATO aufgenommen wurden.
Die Europäische Union grenzt ans Schwarze Meer, seit ihr Rumänien und Bulgarien 2007 beigetreten sind.In Brüssel setzt man sich für den Bau einer Erdgas-Pipeline von der Türkei bis nach Österreich ein. Sie soll durch Bulgarien, Rumänien und Ungarn verlaufen und Europa von 2015 an direkt mit Erdgas vom Kaspischen Meer versorgen. Durch diese "Nabucco" genannte Erdgasleitung könnte auch iranisches Gas strömen, was aber aufgrund des amerikanischen Drucks nicht sicher ist. Deshalb stellt sich die Frage, ob sich der Bau der Pipeline überhaupt lohnt, wenn sie weder russisches noch iranisches Gas transportieren wird.
Ein zweites von der EU unterstütztes Projekt ist eine Öl-Pipeline vom rumänischen Constanta ins italienische Triest. Dadurch soll Erdöl vom Kaspischen Meer nach Westeuropa gelangen. Es würde zunächst mit Tankern vom Ostufer des Schwarzen Meeres zu der 1300 km langen Pipeline transportiert werden. Das hätte mehrere Vorteile:
- Es handelt sich um die kürzeste Strecke vom Kaspischen Meer nach Mittel- und Westeuropa. Außerdem werden die überlasteten türkischen Meerengen umgangen.
- In Triest könnte die Leitung an die Transalpine Ölleitung angeschlossen werden, durch die Österreich und Deutschland versorgt werden.
- Und die energiewirtschaftliche Abhängigkeit von Russland könnte vermindert werden.Rumänien, Serbien und Kroatien unterschrieben im April 2008, aber bisher weder Slowenien noch Italien. Und die Teilnahme Italiens ist aufgrund seiner geografischen Lage für das Projekt unumgänglich. Das Schwarze Meer ist für Russland, die EU und die USA sowohl von strategischer als auch von energiepolitischer Bedeutung. Die Kontrolle über den Transport von Erdöl und Erdgas in der Region ist hart umkämpft, wie erst im Sommer 2008 wieder durch den russisch-georgischen Krieg deutlich wurde. Beitragslänge: 9.15 Minuten Erstausstrahlung: Oktober 2008 Video in französischer Sprache: https://youtu.be/J2qZwlufb68 Aktuelle Nachrichten/News zum Thema: https://news.google.com/news/search/s... Literatur: http://ddc.arte.tv/zur-das-thema/das-... Spielfilme zum Thema: Black Sea - https://www.youtube.com/watch?v=HDFiw... Tristia - Eine Schwarzmeer Oyssee - https://youtu.be/TRb8TcGxx90 Yangin Var - https://www.youtube.com/watch?v=HvfoH... Blauer Ozean - https://www.youtube.com/watch?v=0fSw0... Original DVD/VOD in der ARTE Boutique: http://boutique.arte.tv/f2765-dessous... Quelle: ddc.arte.tv/de
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Mit offenen Karten 10.02.2018 | Wer verteidigt Europa? {14:14}

Am 10.02.2018 veröffentlicht 
Kartensammlung
✔️ Sendung: Arte - Mit offenen Karten (HD)
✔️ Titel: Wer verteidigt Europa?
✔️ Erstausstrahlung: 10.02.2018
✔️ Kurzbeschreibung: 67 Jahre gab es keinen Krieg unter den Mitgliedsstaaten der EU, aber neue internationale Konflikte, die Flüchtlingskrise, Terrorismus und Cyberkriege bedrohen diese Stabilität. Daher kam 2017 wieder die Diskussion über eine eigenständige europäische Verteidigungspolitik auf. Aber geht das überhaupt ohne Nato und USA? Angesichts all der Kriege in Libyen, Syrien, Mali und der Ukraine stellt sich die Frage, ob die EU mit ihren 512 Millionen Einwohnern auf ewig ein Hafen des Friedens bleiben kann. 67 Jahre gab es keinen Krieg unter den Mitgliedsstaaten, aber neue internationale Konflikte, die Flüchtlingskrise, Terrorismus und Cyberkriege bedrohen diese Stabilität. Daher kam 2017 wieder die Diskussion über eine eigenständige europäische Verteidigungspolitik auf. Aber geht das überhaupt ohne Nato und USA?
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Rohingya: ein Beispiel, wie sich die Islamisten die Schwarz-Weiß-Malerei des Westens zunutze machen

Unter den mindestens 53 mit Messern, Spaten und Eisenstangen ermordeten Opfern waren zehn Frauen und 23 Kinder - 14 davon jünger als acht Jahre


In der birmanischen Provinz Rakhine griff die islamistische Arakan Rohingya Salvation Army (ARSA) am 25. August 2017 30 Polizeiposten und Armeestützpunkte an. Die in den Wochen darauf folgenden kriegerischen Auseinandersetzungen veranlassten einen großen Teil der Bevölkerung, das Konfliktgebiet zu verlassen: Ethnische Birmanen (Bamar) flohen ins Landesinnere, moslemische Bengalischsprecher, für die sich in den 1990er Jahren in westlichen Medien der Name "Rohingya" etablierte, eher über die Grenze nach Bangladesch - in das Gebiet, aus dem ihre Vorfahren während der britischen Kolonialzeit einwanderten.

In vielen westlichen Medien werden diese Ereignisse sehr verkürzt dargestellt: Rohingya waren dort eine verfolgte Minderheit, Bamar deren Verfolger (vgl. Wird Rakhine der neue Kosovo? und Aung San Suu Kyi kritisiert "Fake News" über Konflikt in Rakhine). Dabei fiel unter den Tisch, dass die ARSA (die früher "Harakah al-Yakin" hieß - also "Glaubensbewegung"), den Erkenntnissen der International Crisis Group (ICG) nach enge Verbindungen zu pakistanischen und saudischen Islamisten hatte.

Zwangskonvertierte Frauen sollten behaupten, die Täter seien Buddhisten gewesen


Am 24. September meldete die birmanische Armee die Entdeckung eines Massengrabes mit den Leichen von 20 Erwachsenen und acht Kindern (vgl. Birma: UN-Beobachter und ein Massengrab). Am Tag darauf fand man 17 weitere verscharrte Tote. Die Getöteten waren nach Angaben der Streitkräfte Hindus, die "auf grausame Weise" von islamistischen Kämpfern der ARSA getötet wurden.
mehr:
Amnesty-Bericht bestätigt Rohingya-Massaker an Hindus in Birma (Peter Mühlbauer, Telepolis, 24.05.2018) 
siehe auch:

Mittwoch, 23. Mai 2018

Regime-Change: It’s the oil, stupid!

Der Kampf um Ressourcen ist mittlerweile die zweithäufigste Konfliktursache. Auch der Einsatz von Gewalt nahm bei diesem Konflikttyp stetig zu. Die Ursachen sind meist vielschichtig und liegen oft primär in politischen Problemen und Auseinandersetzungen. 

mms der Vereinten Nationen Ressourcenknappheit wird als eines der größten strukturelle Risiken für Konflikte im 21. Jahrhundert diskutiert.[1] Unter Ressourcen fallen z.B. Gesteine, Salze, fossile Brennstoffe, Mineralien, Metalle, Böden, Wälder, Wasser, Wind oder Sonnenenergie.[2] Das Umweltprogramm der Vereinten Nationen stellte bereits 2009 fest, dass es ein "signifikantes Potenzial für die Verschärfung von Konflikten um natürliche Ressourcen in den nächsten Dekaden" gibt.[3] Anlässlich des Internationalen Tages für die Verhütung der Ausbeutung der Umwelt in Kriegen und bewaffneten Konflikten am 6. November 2017 betonte der UN-Generalsekretär, dass die Umwelt selbst oft "Opfer" von Kriegen werde und deshalb der Schutz natürlicher Ressourcen zentral für Frieden und nachhaltige Entwicklung sei.[4] 



Ressourcenknappheit und Ressourcenreichtum – beides ist ein Konfliktrisiko

Die Konkurrenz um Ressourcen ist ein wichtiger Faktor im internationalen Konfliktgeschehen. Zugleich zeichnen die statistischen Fakten – im Widerspruch zu manchem Katastrophenszenario – ein differenzierteres Bild: Laut Heidelberger Konfliktbarometer spielte 2017 das Thema Ressourcen in 97 von insgesamt 385 Konflikten niedriger bis hoher Intensität eine Rolle[5]. Die Bedeutung von Ressourcen als Konfliktgegenstand hat in den letzten Jahren zugenommen. Sie rangieren heute nach sogenannten Regime-Konflikten, in denen es um die Veränderung des politischen Systems geht, auf Platz zwei. Zudem werden Ressourcenkonflikte immer gewalttätiger ausgetragen. So nahm der sporadische oder massive Einsatz von Gewalt in den letzten Jahren stetig zu (2000: ca. 30%, 2010: 44%, 2017: 65% in). Ressourcen spielten 2017 in 17 von insgesamt 36 Gewaltkonflikten mit hoher Intensität eine entscheidende Rolle – darunter der Kampf um Drogen in Mexiko, um Ackerland in Nigeria oder um wertvolle Bodenschätze in der DR Kongo. 

Der Großteil der vom Heidelberger Konfliktbarometer verzeichneten Ressourcenkonflikte (80%) ist innerstaatlicher Natur. Dabei kann sowohl ein Mangel als auch ein Überfluss an Ressourcen eine konfliktauslösende bzw. eskalierende Wirkung entfalten. Beispielsweise ging es bei den Hungerunruhen 2010 in Haiti vor allem um knappe Nahrungsmittel, während etwa das erneute Aufflammen von Gewalt im Südsudan 2013 eng mit dem Kampf um politische Vorherrschaft und der Kontrolle über die reichen Ölreserven verbunden ist. 

Dagegen spielten nur in 17 von 65 zwischenstaatlichen Konflikten Ressourcen eine zentrale Rolle. Dabei ging es meist um die Verteilung knapper Ressourcen, wie etwa fossile Brennstoffe oder Wasser. Beispielhaft sei an dieser Stelle auf große Dammprojekte verwiesen, wie etwa Indiens Ankündigung eines neuen Staudamms am Chanab-Fluss, der auch durch Pakistan fließt, oder der in Äthiopien entstehende Renaissance-Staudamm am Blauen Nil, der auch den Sudan und Ägypten mit Wasser versorgt. Knappheit und Reichtum sind eng miteinander verknüpft, denn je stärker ein Rohstoff international nachgefragt wird, desto höhere Rendite können die Konfliktparteien auf nationaler Ebene realisieren. 

Eine differenzierte Analyse zeigt, dass Ressourcen allein nur selten für die Entstehung oder Eskalation gewaltsamer Konflikte ausschlaggebend sind. So hatten von den 2017 gezählten 97 Ressourcenkonflikten lediglich sechs die Auseinandersetzung um Ressourcen als einzigen Gegenstand bzw. Ursache. Bei allen anderen Konflikten ging es primär um etwas anderes – etwa um regionale Vorherrschaft oder Territorien. Die sechs "reinen" Ressourcenkonflikte waren zudem von weitaus geringerer Intensität als andere Auseinandersetzungen (zwei Konflikte gänzlich ohne Gewalt, vier gewalttätige Krisen und keinerlei Kriege). Offensichtlich – und dies ist die wichtigste Erkenntnis aus den statistischen Daten – sind Ressourcenknappheit bzw. Ressourcenreichtum allein in den seltensten Fällen Ursache für Konflikte. Um die komplexen Konfliktdynamiken besser verstehen zu können, lohnt ein detaillierter Blick auf die wichtigsten theoretischen Erklärungsansätze.

mehr:
- Ressourcenkonflikte (Solveigh Richter, Bundeszentrale für politische Bildung, 17.05.2018)

Jochen Scholz über geopolitische Ursachen des Krieges in Syrien {8:47}

Am 29.10.2016 veröffentlicht 
RT Deutsch
Jochen Scholz, ehemaliger Referent im Verteidigungsministerium, äußert sich im Gespräch mit RT Deutsch-Reporter Stefan Dyck zu den Ursachen des Syrien-Kriegs. Das Gespräch fand am Rande des Kongresses „Brandherd Syrien“ bei Kassel statt.
Mehr auf unserer Webseite: https://deutsch.rt.com/

" Das Erdölfördermaximum." Der Peak-Oil. - Mit offenen Karten | ARTE {12:15}

Am 08.04.2017 veröffentlicht 
der Wolpertinger.
Erdöl ist bekanntlich ein fossiler Energieträger. Das geförderte Erdöl wächst nicht nach, wird also irgendwann zur Neige gehen. Und daraus ergibt sich natürlich die Frage, wann es soweit sein wird. Wann wird das Ölfördermaximum erreicht sein und die Produktion zurückgehen?
In den kommenden 20 Jahren wird der Energiebedarf ständig zunehmen, vor allem in den Schwellenländern. Und vom durchschnittlichen Wirtschaftswachstum wird abhängen, wann das Ölfördermaximum erreicht sein wird.
Der unausweichliche Anstieg des Ölpreises wird zur Erschließung von Vorkommen führen, die bisher als unwirtschaftlich galten. Die erwiesenen und die möglichen Ölreserven der Arktis lagern im Wesentlichen unter dem Meeresgrund vor der Küste Russlands und westlich von Grönland. Die geschätzten Vorkommen sind riesig, aber die Angaben sind widersprüchlich und unzuverlässig.
Da sich fossile Energieträger nicht erneuern, wird es irgendwann ein globales Ölfördermaximum geben. Dann wird die Menge an förderbarem Erdöl ihren höchsten Stand erreicht haben. Da die Erdölreserven von großer wirtschaftlicher und geopolitischer Bedeutung sind, werden sie oft zu hoch eingeschätzt. MIT OFFENEN KARTEN erläutert die zum Teil heftigen Diskussionen darüber, wann es so weit sein wird.
Beitragslänge: 12.16 Minuten
Erstausstrahlung: November 2010
Video in französischer Sprache:
Aktuelle Nachrichten /News zum Thema: https://news.google.com/news/search/s...
Map der weltweiten Ölreserven nach Ländern: https://www.eia.gov/beta/internationa...
Spielfilme zum Thema:
Die vierte Revolution - https://www.youtube.com/watch?v=U8MwY...
Literaturnachweis: http://ddc.arte.tv/zur-das-thema/das-...
Original DVD/VOD in der ARTE Boutique:
Quelle: ddc.arte.tv/de

PEAK OIL deutsch Ölfördermaximum {17:24}

Am 20.08.2014 veröffentlicht 
Nature23
Erdöl

siehe auch:
- Der "Meister Schlag" der USA gegen Venezuela (Stella Calloni, Voltaire.net, 14.05.2018)
- Kriegsreporter im Jemen: “Es ist schwer neutral zu bleiben” (Al Sharmani-Armani, European Journalism Observatory, 04.05.2018)
- Der Krieg um die Vorherrschaft im Nahen Osten (Angelika Gutsche, Freitag-Community, 20.04.2018)
- Ressourcenkriege (Johannes Heinle, Sapereaude, 2018?)
- Gier nach Öl: Daniele Ganser zum Syrien-Krieg der NATO (Gero R. Rüger, NeoPresse, 27.07.2017)
- Der Angriff von Bush und Blair auf den Irak 2003 (aus: Daniele Ganser, Illegale Kriege: Wie die NATO-Länder die UNO sabotieren. Eine Chronik von Kuba bis Syrien, Orell Füssli Verlag, Zürich, 8. Auflage, 2017)
- Der Irakkrieg, das Öl und die Glaubwürdigkeit des Westens (Paul Schreyer, NachDenkSeiten, 19.07.2016)
Wesley Clark: „Es gab einen Putsch“ und „Wir werden 7 Regierungen stürzen“ (Post, 12.04.2015)

Samstag, 19. Mai 2018