Dienstag, 13. März 2012

»Wie sind Sie denn versichert?«

Zur besseren Versorgung von psychisch kranken Patienten wurde vor kurzem in Baden-Württemberg ein Facharztvertrag nach § 73 c SGB V für die Fachbereiche Psychotherapie, Neurologie und Psychiatrie abgeschlossen (siehe auch PP, Heft 11/2011). Unterschrieben haben die AOK Baden-Württemberg, die Bosch-BKK sowie der Medi-Verbund und Berufsverbände. Nun müssen Psychotherapeuten und Ärzte entscheiden, ob sie an dem „Psycho-Vertrag“ teilnehmen. Er verspricht in akuten Fällen einen Termin innerhalb von drei Tagen bei einem Psychotherapeuten. Um teilzunehmen, müssen Patienten sich in den Hausarztvertrag der AOK einschreiben, der auch eine Teilnahme in den Facharztverträgen Kardiologie und Gastroenterologie – soweit erforderlich – verbindlich nach sich zieht. Und sie müssen natürlich bei der AOK oder Bosch-BKK versichert sein.

Mögliche Szenarien für telefonische Kontaktaufnahmen:



Patient (P): Ich brauche eine Psychotherapie und habe eine Überweisung vom Hausarzt. Gibt es bei Ihnen auch so lange Wartezeiten?

Psychotherapeut (Psych): Wie sind Sie denn versichert?

P: Ich bin nicht privat versichert, wenn Sie das meinen.

Psych: Nein, in welcher gesetzlichen Kasse?

P: Ich bin in der TK. Macht das denn einen Unterschied?

Psych: Ja, denn bei der AOK gibt es einen Vertrag, mit dem Sie schneller einen Termin bekommen.

P: Na ja, ich bin aber mit der TK ansonsten sehr zufrieden.

Psych: Ja, also, ich bin verpflichtet, erst die Versicherten der AOK zu nehmen. Deswegen dauert es bei mir ziemlich lange. Da müssen Sie schon bis zu drei Monate bis zu einem Erstgespräch warten.

P: Und wenn ich in der AOK wäre?

Psych: Ja, dann könnten Sie an diesem Vertrag teilnehmen. Dann müsste ich Ihnen innerhalb von drei Tagen einen Termin geben, wenn es dringend ist.

P: Na ja, so dringend ist es nicht. Sagen Sie, bekommen Sie eigentlich mehr Geld, wenn Sie Leute in die AOK bringen?

Psych: Nein, aber für die Behandlung von Patienten der AOK.

P: Das ist doch dasselbe.

Ein anderer Patient:

P: Mich schickt der Soziale Dienst (SD) der Krankenkassen. Ich bin schon seit einer Woche krankgeschrieben, und es wird nicht besser.

Psych: Leider kann ich Ihnen da nicht helfen. Ich kann erst wieder Patienten in Behandlung nehmen, wenn die jetzigen Behandlungen abgeschlossen sind, das wird so in drei Monaten sein.

P: Die Frau vom SD hat gesagt, wenn Sie an dem AOK-Vertrag teilnehmen, dann müssen Sie mir einen Termin in drei Tagen geben.

Psych: Ich nehme aber nicht an dem Vertrag teil.

P: Ja, ich weiß, aber die Frau hat gemeint, ich soll Sie dazu überreden. Dann würde ich schneller einen Termin bekommen und Sie mehr Geld.

Psych: Das ist eine schwierige Frage. Sind Sie denn schon irgendwo eingeschrieben?

P: Nein, mein Hausarzt macht da auch nicht mit, aber den soll ich dann wechseln, hat die Frau vom SD gesagt.

Psych: Sind Sie denn mit Ihrem Hausarzt unzufrieden?


P: Nein, gar nicht. Der ist super, kommt nachts. Hat mich auch zu einem guten Kardiologen geschickt.

Psych: Ist denn Ihr Kardiologe im Facharztvertrag?

P: Keine Ahnung, aber warum ist das wichtig?

Psych: Wenn Sie sich in den Psycho-Facharztvertrag einschreiben, sind Sie auch für alle anderen Facharztverträge eingeschrieben.

P: Dürfen die sowas?

Psych: Offenbar.

P: Ja, und wenn ich mich einschreibe und dann einfach weiter zu einem gehe, der nicht im Vertrag ist?

Psych: Da müssen Sie mal die AOK fragen.

Und noch ein Patient: Ich habe eine Überweisung vom Hausarzt. Ich soll entweder eine Analyse oder eine tiefenpsychologische Therapie machen. Bin ich da bei Ihnen richtig?

Psych: Ja, das mache ich beides. In Vorgesprächen können wir klären, was für Sie das richtige ist.

P: Der Hausarzt hat mich gleich in diesen Psycho-Vertrag eingeschrieben, damit ich schneller einen Termin bekomme.

Psych: Dann muss ich Ihnen aber gleich sagen, dass eine Analyse in dem Vertrag nur bei bestimmten Diagnosen möglich ist.

P: Davon hat der Hausarzt nichts gesagt. Er meinte, dass ich jetzt schon so lange daran herummache, dass ich auch mit einer langen Therapie rechnen müsse. Ich bin 55 Jahre alt, und da hat sich viel angesammelt. Könnten Sie denn schon sagen, ob eine Analyse für mich infrage kommt?

Psych: Das geht so am Telefon natürlich nicht. Am besten, wir machen mal einen Termin aus und sehen dann weiter. In drei Wochen habe ich einen frei.

P: Der Hausarzt hat aber was von drei Tagen gesagt.

Psych: Das gilt nur für ganz akute Fälle.

Montag, 12. März 2012

Ein neuer Theobald

Günter Theobald, Ohne Titel 2011,
Dispersionsfarbe und Acryl auf Papier, auf Karton,
14,8 x 10,5 cm

Sonntag, 11. März 2012

Heute vor 100 Jahren: Der Bergarbeiterstreik im Ruhrgebiet beginnt

Bergleute im Ruhrgebiet begehren auf

Die Geschäfte liefen gut im Industriegebiet an der Ruhr und die Gewinne der Unternehmen stiegen stetig. Die Bergarbeiter wollten ihren Anteil an der florierenden Konjunktur haben und forderten im Frühjahr 1912 eine Lohnerhöhung um 15% sowie die Einführung der Achtstundenschicht. Der Zechenverband lehnte dieses Ansinnen unmissverständlich ab. Um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen, legten daraufhin an die 200 000 Knappen am 11. März 1912 die Arbeit nieder.
Gendarmerie vor der Zeche Sterkrade in Oberhausen, März 1912
Unter den Gewerkschaften herrschte jedoch Uneinigkeit: Der konservative Christliche Gewerkverein distanzierte sich von den Forderungen der sozialdemokratisch bzw. liberal orientierten Arbeitervertretungen und rief seine Mitglieder auf, die Arbeit fortzusetzen. Vor den Zechentoren kam es zu Auseinandersetzungen zwischen Streikenden und Streikbrechern. Zwei Tage nach Beginn des Streiks rückten 5000 Soldaten in die Kreise Dortmund, Hamm und Recklinghausen ein, Kaiser Wilhelm II. gab die Parole »Scharfschießen« aus. Vier Arbeiter wurden bei rigiden Einsätzen von Polizei und Militär getötet. Am 19. März brach der Streik zusammen, über 700 Streikende wurden zu Gefängnis und zu Geldstrafen verurteilt.
Brockhaus – Abenteuer Geschichte
Darstellung des Streiks bei Astrid Brand

Samstag, 10. März 2012

Heute vor 60 Jahren: Von wem stammt die berühmte politische Note vom März 1952

… in der es u. a. heißt:

»Deutschland wird als einheitlicher Staat wiederhergestellt. Damit wird der Spaltung Deutschlands ein Ende gemacht, und das geeinte Deutschland gewinnt die Möglichkeit, sich als unabhängiger, demokratischer, friedliebender Staat zu entwickeln.«


Stalin schlägt Wiedervereinigung vor

Im März 1952 übersandte der sowjetische Partei- und Regierungschef Josef Stalin (1879-1953) den Westmächten, also den Vereinigten Staaten, Großbritannien und Frankreich, eine diplomatische Note (Stalin-Note), in der er die Wiedervereinigung und Neutralisierung Deutschlands vorschlug. Im Gegenzug forderte er den Abzug aller Besatzungstruppen.

Die Westalliierten und die Bundesregierung unter Konrad Adenauer (CDU) waren überzeugt, dass es sich bei diesem Angebot um ein taktisches Manöver der Sowjetunion handelte, das die Westintegration der Bundesrepublik verhindern sollte. Ein Notenwechsel zwischen der UdSSR und den Westmächten in dieser Frage wurde daher im September 1952 ergebnislos abgebrochen. In der deutschen Bevölkerung löste die Stalin-Note jedoch heftige Diskussionen aus. Die Fragen, ob die strikt ablehnende Haltung Adenauers eine frühe Wiedervereinigung verhinderte, und welche Folgen eine solche gehabt hätte, werden noch heute diskutiert.
aus Brockhaus – Abenteuer Geschichte 2012




Freitag, 9. März 2012

Eltern bitte lesen: Manfred Spitzer, Bildung ohne System

zu finden in Nervenheilkunde 3/2012 (der Artikel kann im Schattauer-Archiv von der verlinkten Seite heruntergeladen werden)

Links zu weiteren Aufsätzen von Manfred Spitzer

Welche Organisation führt traditionell die Symbole Zirkel und Winkel in ihrem Emblem?


Freimaurer
Kommunistische Partei
Templerorden

Freimaurer - im Tempel der Humanität

Die Symbole Zirkel und Winkel sowie das Wort »Maurer« führen die Freimaurer, weil sie ihren Ursprung in den mittelalterlichen Bauhütten haben, in denen sich Steinmetze und Bauleute einst zu Bruderschaften zusammenschlossen. In diesen Logen (von eng!.: lodge, »Hütte«) der Steinmetze galten die brüderliche Gleichstellung der Mitglieder, die Pflicht zur Wohltätigkeit sowie strenge Vorschriften für das Benehmen. Im Juni 1717 trafen sich die Mitglieder von vier Logen in einer Londoner Taverne und gründeten die »Großloge von London und Westminster«, die als erste Loge der modernen Freimaurerei gilt. Freimaurer bauen am »Tempel der Humanität« und lehnen alle Systeme ab, die die alleinige Verbindlichkeit beanspruchen. Freimaurer werden aus der katholischen Kirche ausgeschlossen und in vielen islamischen Staaten verfolgt.
Quelle: Autarkes Rattelsdorf

Der Kommunistischen Partei dienten Hammer und Sichel, die Zeichen für Industriearbeit und Landwirtschaft, als Symbol. Sie waren auch auf der Flagge der ehemaligen Sowjetunion zu sehen.

Die Ritter des Templerordens führten ein großes rotes Kreuz auf weißem Feld in ihren Fahnen.
Quelle: deutscher-templer-orden
Quelle: Brockhaus – Abenteuer Geschichte 2012

Media Saturn: Geiz macht Sprache geil!

Wie wir aus wohlunterrichteter Quelle erfahren, läßt der Media-Saturn-Konzern aus Kostengründen alle Werbemittel in China drucken und verzichtet auf die Verwendung von Hilfsverben. Außerdem hat er als erster deutscher Konzern eine Legastheniker-Quote eingeführt.
Derzeit werden neben Endsaftern, Höhrgeräte kompatiblen Telefonen, Schwulen-Bildschirmen, Latteemachiato, 2.0 Megapiselkameras und Bradpfannen u. a. Kopfhörer für perfeckten Sound, Kühlschränke, deren Türdichtungen antike Bakterien draußen halten, eine Bügelstation mit Durchlaufschnitzler und Fleischwolf, Kabel für signalfreie Übertragung sowie der erste Staubsauger mit beheizbarer Tassenabstellfläche beworben.



mehr beim Zwiebelfisch

Donnerstag, 8. März 2012

Heute vor 44 Jahren: über 800.000 Sozialhilfeempfänger

8. März 1968:
»Die Armut in Deutschland ist nach Angaben des Reichsbundes der Kriegs- und Zivilbeschädigten, Sozialrentner und Hinterbliebenen noch lange nicht verschwunden. Trotz wachsenden Wohlstandes leben rund 835.000 Menschen von der Sozialhilfe.« 
(aus dem Chronik Tageskalender)


»Die Zahl der Hartz IV Empfänger ist auf den höchsten Stand seit August 2008 angestiegen. Dies teilte der deutsche Landkreistag mit. Im April 2010 bekamen danach 6,7 Millionen Menschen Leistungen der Grundsicherung für Arbeitssuchende, also Arbeitslosengeld II und Sozialgeld. Das bedeutet im Vergleich zum Vormonat März einen Anstieg von 1,1 Prozent. Innerhalb eines Jahres stieg die Anzahl der betroffenen Kinder unter 15 Jahren um 2,1 Prozent auf ca. 1,7 Millionen an.

Damit geht der Frühjahrsaufschwung auf dem Arbeitsmarkt an den Arbeitslosengeld II Beziehern vorbei. Die Zahl der Bezieher von Arbeitslosengeld I war im April überraschend stark gesunken. Insgesamt ist die Zahl der Arbeitslosen auf 3,4 Millionen abgerutscht.«

Lesehilfe:
Die Statistik bildet die durchschnittliche Anzahl der Leistungsempfänger des Arbeitslosengeld II von 2005 bis 2012* ab. Im Jahr 2012 (Monat Januar) bezogen durchschnittlich 4.486.852 Personen in Deutschland Arbeitslosengeld II.

Das Arbeitslosengeld II (Alg II) stellt die Grundsicherungsleistung für erwerbsfähige Hilfebedürftige nach dem SGB II dar und wurde durch das Hartz-IV-Gesetz am Anfang des Jahres 2005 mit der Zusammenlegung der ehemaligen Arbeitslosenhilfe und der Sozialhilfe neu geschaffen.
(Quelle: de.statista.com)
 



Mittwoch, 7. März 2012

Think Tank Map

[Quelle: Think Tank Map, thinktankwatch, 07.03.2012]


Dienstag, 28. Februar 2012

Hubert von Goisern kommt…

Hubert von Goisern und Die Alpinkatzen - Heast as net {4:22}
Hochgeladen am 03.10.2009
Music video by Hubert von Goisern und die Alpinkatzen performing Heast as net. (C) 1994 BMG Ariola Austria GmbH

Gott erhalt's - Hubert von Goisern live 1994 "Das war's" {4:53}

Veröffentlicht am 21.04.2017
Hubert von Goisern & die Alpinkatzen live 1994
Letztes Alabama-Konzert - "Das war's"

Hubert von Goisern Die Alpinkatzen Weit, weit weg {6:33}

Veröffentlicht am 11.08.2012

Hubert von Goisern - Iawaramoi (Steirer) und Schleiniger {5:25}

Hochgeladen am 05.10.2008
a schleiniger, a schleiniger, a schleiniger muaß sein
da tanzt ma koa depperter jagersbua drein

schmeis i mein huat in bach und spring eam selber nach
weil mi mein oita schatz a neama mag

hop hop hop hop hop hop heut is koa sünd'
und i habs in kalender gschaut heut get der wind

Hubert von Goisern Kuahmelcher {3:34}

Hochgeladen am 01.12.2010
Wohl einer der schönsten Titel von HvG und Zabine.
Probably one of the most beautiful Pieces of Music Hubert von Goisern and Zabine have ever made.
Vielen Dank an Euch alle für die tollen Kommentare. Es ist mir eine Freude Euch eine machen zu können. ;-)
Thanks very much to all of you for your great Comments, its a Pleasure for me.
Bild - und tonmäßig nicht die beste Qualität, aber das ist eine alte Fernsehaufnahme, sowas gibts leider nicht besser oder gar in HD.
Quality is not the best, but this is an old TV Show and you cant find it in a better Version anymore or even in HD.

Hubert von Goisern die Alpinkatzen Koa Hiatamadl Live @ München HQ {5:34}   Text (Songtexte.com)   Übersetzung (Songtexte.com)

Hochgeladen am 09.06.2011

Hubert von Goisern und Zabine - Juchitzer HD ms68 {7:19}

Veröffentlicht am 23.03.2012
Hubert von Goisern und Zabine - Juchitzer HD ms68

Hubert von Goisern & die Alpinkatzen - Solide Alm.mp4 {4:09}

Hochgeladen am 12.11.2011
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BAP & Hubert von Goisern - Rita 2011 {3:51}   Text und Übersetzung auf der Youtube-Seite

Hochgeladen am 06.09.2011
BAP & Hubert von Goisern - Rita 2011

Original von BAP 1999

Preview: Hubert von Goisern - Brenna tuat's schon lang {3:00}

Veröffentlicht am 20.04.2015
Kino-Trailer zum Film "Hubert von Goisern - Brenna tuat's schon lang"

Hubert von Goisern Interview Brenna tuat's schon lang / Federn April 2015 {5:50}

Veröffentlicht am 15.04.2015
Ausschnitte aus einem Interview mit HUBERT VON GOISERN anlässlich des Kinostarts von "Hubert von Goisern - Brenna tuat's schon lang" und des Release des Albums "Federn", aufgezeichnet am 13.4. 2015 im Hotel Altstadt Vienna, Wien.
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Die unbekannte Seite von Hubert von Goisern | Kunscht! {4:45}

Veröffentlicht am 27.04.2015
Alpenjodler, Volksmusikrebell, Weltmusiker! Seit über 25 Jahren prägt Hubert von Goisern die Musikszene. Regisseur Marcus H. Rosenmüller hat ihm jetzt noch ein filmisches Denkmal gesetzt.

Mehr KUNSCHT!:

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BAP & Hubert von Goisern & Klaus Doldinger - Für immer jung 2011 {5:16}      Text und Übersetzung auf der Youtube-Seite

Hochgeladen am 05.09.2011
BAP & Hubert von Goisern & Klaus Doldinger - Für immer jung 2011

Original von BAP 2008
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zuletzt aktualisiert am 31.05.2017

Donnerstag, 23. Februar 2012

Heute vor 109 Jahren: Kuba verpachtet das Gebiet um die Guantánamo Bay

Guantanamo Bay Naval Base

Am 23. Februar 1903 wurde von der verfassunggebenden Versammlung Kubas aufgrund des Platt-Amendments ein Leihvertrag mit den USA vereinbart. Kuba trat das Gebiet für 99 Jahre ab, wobei es das Recht für die freie Durchfahrt kubanischer Handelsschiffe eingeräumt bekam. Das gepachtete Gebiet ist 117,6 km² groß und heute mit Flughafen und Befestigungsanlagen ausgestattet. Ebenfalls in diesem Vertrag enthalten war ein weiterer Hafen in Bahía Honda, der aber schon 1912 an Kuba zurückgegeben wurde. Bis 1934 bezahlten die USA 2000 US-Dollar pro Jahr als Pachtgebühr.
Im Jahr 1934 wurde der kubanische Präsident Ramón Grau San Martín abgesetzt, der Vertrag wurde aufgehoben. Nach einer Erneuerung des Vertrages im selben Jahr blieb nur Abschnitt 7 über das Recht der Nutzung der Bucht als Marinestützpunkt erhalten. Weiterhin wurde der Pachtvertrag nachträglich auf unbestimmte Zeit verlängert. Ab dem Jahre 1938 wurde die Pachtgebühr auf 4085 US-Dollar erhöht.
Seit der Revolution 1959 und der Machtergreifung Fidel Castros akzeptiert Kuba die amerikanische Präsenz auf kubanischem Boden nicht mehr und fordert die Rückgabe der Bucht. Die Pachtzahlungen der USA werden jährlich in Form eines Schecks im Juli zugestellt. Im Jahr 1959 wurde dieser einmal eingelöst. Kuba bestreitet seither die Gültigkeit des geänderten Vertrages, da er durch militärischen Druck zustande gekommen sei, während die USA die einmalige Scheckeinlösung als Bestätigung der Fortsetzung der Pacht ansehen.[1]

(aus Wikipedia)

    10vor10 vom 21.05.2009













    auf Youtube gibt es noch viele weitere Videos…

    Samstag, 18. Februar 2012

    Heute vor 35 Jahren: Jungfernflug des Space Shuttle »Enterprise«

    Huckepack in die Lüfte

    Jungfernflug nennt man normalerweise den ersten Flug eines Luftfahrzeugs. Beim Space Shuttle »Enterprise« ist dieses Ereignis aber gar nicht so einfach zu datieren. Am 18. Februar 1977 erhob sich die Raumfähre zwar erstmals in die Luft, doch nicht aus eigener Kraft, sondern auf dem Rücken einer Shuttle Carrier Aircraft, einer eigens für diesen Zweck modifizierten Boeing 747. Insgesamt acht dieser gekoppelten Flüge wurden auf einer Luftwaffenbasis in Kalifornien durchgeführt, zunächst um die Flugfähigkeit des Gespanns zu testen, dann um die geplanten Freiflüge der Enterprise vorzubereiten.

    Die »Enterprise« auf dem Rücken einer Shuttle Carrier Aircraft, 1977
    In der letzten Erprobungsphase führte die NASA schließlich Freiflüge durch. Dazu brachte die Boeing die Enterprise auf Höhen zwischen 6 und 8 km und trennte sich dann von der Fähre, die ihrerseits die Landung erfolgreich absolvierte. Ins All gelangte die Enterprise allerdings nie. Sie weltraumtauglich zu machen, hätte zu viele Änderungen erfordert. Die Ehre der ersten Weltraumfähre im Einsatz kam 1981 der »Columbia« zu.

    Das Space Shuttle »Columbia«
    erstes weltraumtaugliches Space Shuttle
    Jungfernflug im April 1981
    brach 2003 beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre auseinander, dabei starben alle sieben Besatzungsmitglieder
    Quelle: Brockhaus – Abenteuer Geschichte 2012

    Donnerstag, 16. Februar 2012

    Heute vor 50 Jahren: Sturmflut an der deutschen Nordseeküste

    Bergung von Bewohnern im Hamburger Stadtteil Wilhelmsburg, 17. Februar 1962

    Als die Deiche brachen

    Heute vor 50 Jahren, am Abend des 16. Februar 1962, wurde gegen 2030 Uhr das Rundfunk- und Fernsehprogramm in Norddeutschland für eine Sturmflutwarnung unterbrochen. Viel zu spät, wie Kritiker später urteilten. Von Island zog nämlich ein ausgeprägtes Orkantief mit einer Geschwindigkeit von bis zu 200 km/h, begleitet von Blitz und Donner, über die Nordsee in Richtung deutsche Küste und drängte zusätzlich zum normalen Gezeitenhochwasser gewaltige Wassermassen in die Deutsche Bucht und die Elbmündung. Bereits gegen 22 Uhr brachen bei Cuxhaven die ersten Deiche.

    Am schlimmsten traf die Sturmflut Hamburg, das immerhin rund 100 km vom offenen Meer entfernt liegt. Von Gefahren für die Hansestadt war in den Warnungen aber gar nicht die Rede gewesen und so überraschte die Flut die meisten Menschen im Schlaf. 60 Deiche um Hamburg brachen, ein Sechstel des Stadtgebietes wurde überflutet, über 300 Menschen kamen ums Leben. Als Konsequenz aus der stärksten Sturmflut seit 100 Jahren investierte die Stadt an der Elbe in den Hochwasserschutz, erhöhte die Deiche und errichtete Schleusen, Sperrtore und Schöpfwerke.

    Quelle: Brockhaus – Abenteuer Geschichte 2012


    Mittwoch, 15. Februar 2012

    Heute vor 70 Jahren: Japanische Truppen nehmen Singapur ein

    Japanische Soldaten mit Gefangenen der Alliierten in Singapur, Februar 1942
    Die »unbezwingbare Festung« fällt

    Mit dem Luftangriff auf die in Pearl Harbor vor Anker liegende amerikanische Pazifikflotte am 7. Dezember 1941 eröffnete Japan den Pazifikkrieg, der mit dem Krieg in Europa zum Weltkrieg »zusammenwuchs«. In den folgenden Monaten erzielte die japanische Armee – ähnlich wie die deutsche Wehrmacht zu Beginn des Krieges in Europa – erstaunliche militärische Erfolge. Ihre Streitkräfte griffen British-Malaysia und die Philippinen an, rückten in Thailand ein und kontrollierten bald weite Teile Asiens.

    In der ersten Februarhälfte 1942 tobte die Schlacht um Singapur. Die Insel an der Südspitze Malaysias galt als unbezwingbare Festung der Alliierten, die dort ein zentrales Kommando eingerichtet hatten. 85 000 britische, australische und indische Soldaten standen 35 000 Angreifern gegenüber. Japan besaß allerdings die Lufthoheit und griff zunächst mit der Luftwaffe und der Artillerie an. Am 8. Februar begann die Invasion: Die ersten Truppen konnten sich auf der Insel festsetzen. Zügig rückten sie vor, und schon am 15. Februar 1942 kapitulierten die alliierten Streitkräfte. 80 000 Soldaten gingen in Gefangenschaft. Mehr als drei Jahre lang führten die Japaner in der Folge ein grausames Regiment in Singapur.
    Quelle: Brockhaus - Abenteuer Geschichte 2012

    Dienstag, 14. Februar 2012

    »Durch die Lappen gegangen«

    Wenn jemand sich etwas vor der Nase wegschnappen läßt und damit schon sicher Geglaubtes verliert, heißt es, ihm sei etwas »durch die Lappen gegangen«. Diese weit verbreitete Redewendung hat ihren Ursprung in einem Vergnügen für den Adel.


    Jagdvergnügen mit Trophäengarantie

    Wenn im Mittelalter und früher Neuzeit arme Bauern heimlich auf die Jagd gingen, um ihre vielköpfige Familie vor dem Verhungern zu bewahren, sahen das die Grundherren gar nicht gern und bestraften die »Wilderer« hart. Für die meisten Adligen hingegen war die Jagd vor allem ein standesgemäßes Vergnügen, für das keine Kosten gescheut wurden

    Damit den blaublütigen Jägern auch genug Wild vor die Flinte kam, ließ man sogenannte Treiber die Tiere in Richtung der Schützen treiben und griff auch zu anderen Mitteln, um das Jagdglück zu erzwingen. Seit dem 16. Jahrhungdert spante man zwischen Bäumen und Büschen Seile und hängte bunte Lappen daran. Das Wild scheute auf der Flucht normalerweise vor diesen Lappen. Nur selten durchbrachen Tiere die Sperre – und diese Tiere waren den Jägern dann »durch die Lappen« gegangen.

    Quelle: Brockhaus – Abenteuer Geschichte 2012