Montag, 21. April 2014

Der Ukraine-Konflikt 5 – Die Nagelprobe der »freien Presse«

Immer auf Putin! - Breite Kritik an Medien... [5:30]

Lupo635
Am 17.04.2014 veröffentlicht 
Egal ob die Krise in der Ukraine oder auf der Halbinsel Krim: Die Berichte über Putins Politik in deutschen Medien sorgen für Aufregung. Denn viele Menschen vertreten eine deutlich andere Meinung als die, die vonseiten der Politik etabliert oder von Medien abgebildet wird. Beim Thema Russland scheint es eine große Kluft zu geben zwischen dem, was Journalisten schreiben, und dem, was viele Leser denken. Eine Erklärung vieler Journalisten: Die Menschen sehen "die Bösen" mittlerweile nicht mehr im Osten, sondern im Westen, in Washington, bei der NSA, im Pentagon. Deswegen verteidigen sie Russland.

- Auf den Westen ist kein Verlass (Gabriele Krone-Schmalz, Cicero, 05.03.2014)
Putin hat Schuld. So der Tenor in westlichen Medien. Doch der Westen hat gehörigen Anteil an der Zuspitzung der Krise in der Ukraine. Gerade die EU hat es versäumt, die Russen mit ins Boot zu holen

ZAPP - "Das darf nicht sein" (NDR) 16.04.2014 {24:12}

ggwporg
Am 17.04.2014 veröffentlicht 
Bei der Berichterstattung über den Konflikt zwischen der Ukraine und Russland gebe es "entlarvende Automatismen", erklärt die Dozentin für Journalistik, Gabriele Krone-Schmalz.
Der entscheidende Satz:
»Wir, die Medien, hätten zu einem frühen Zeitpunkt wissen müssen und es auch verkünden müssen, daß dieses Assoziierungsabkommen die Ukraine zerreißt.«
"Russlands Ängste muss man anerkennen" (Gabriele Krone-Schmalzn-tv, 24.04.2014) 

Als Korrespondentin hat Gabriele Krone-Schmalz vier Jahre lang in Moskau gelebt. Im Interview mit n-tv.de wirbt die Journalistin für mehr Verständnis mit Russland und Präsident Wladimir Putin. Den Begriff Putin-Versteher mag die 64-Jährige allerdings überhaupt nicht.
Ins gleiche Horn stößt Peter Scholl-Latour:
Ukraine Berichterstattung ist falsch Peter Scholl-Latour {11:29 – Start bei 6:32}

Kathern BLANDING
Am 04.09.2016 veröffentlicht 
Kleiner Ausschnitt aus einem Interview zum 90. Geburtstag Alpha Forum
Zitat:
»Es fehlt auch Bildung […] Damit, daß die Öffentlich-Rechtlichen auf Quote machen, damit bringen sie sich um ihre eigene Existenzberechtigung.«




=====  Transatlantisch-blinde Flecken  =====



»Tendenziöse Attributierung in deutschen Printmedien« (Le Penseur, 06.08.2014) 
... lautet der (zugegeben etwas sperrige) Titel einer aktuellen Baccalaureats-Arbeit von Mirjam Zwingli an der »Hochschule für angewandte Sprachen Fachhochschule des Sprachen & Dolmetscher Instituts München«, dessen »Abstract« wie folgt lautet:
  Zielsetzung dieser Arbeit ist es, auf pragmalinguistischer Grundlage nachzuweisen, dass in der deutschen Presse die angemessene Objektivität in der Darstellung des amerikanischen Präsidenten Barack Obama und russischen Staatsführers Wladimir Putin nicht gemäß publizistischer Richtlinien eingehalten, und die Meinung der Leser nach eigenem Gutdünken beeinflusst wird. 
Für denjenigen, der sich die Original-Bachelor-Arbeit antun will:

Tendenziöse Attributierung in deutschen Printmedien: Putin vs. Obama – eine linguistische Analyse (Bachelor-Arbeit vorgelegt von Mirjam Zwingli, Institut für Medienverantwortung, Ausgabe des Themas: 10.10.2012, PDF)

Dirk Müller Mr Dax wurde der Mund verboten (ab 8:45) Verschwörungskeule wird geschwungen [11:51]

Soziale Chronik
Am 08.06.2014 veröffentlicht
Tja, liebe Medien, man sollte sich nicht mit dem falschen anlegen.
1+ an Mr.Dax. Super gekontert Dirk :)
siehe dazu:
In Geiselhaft (Reinhard Müller, FAZ, aktualisiert am 27.04.2014)
Kommentar zum FAZ-Artikel:
Keine Haare am Sack, aber … (der Freitag, 26.04.2014)
Fast wäre das an mir vorbeigegangen und das hätte ich zutiefst bedauert, denn es gibt nichts Schöneres, als dass die empirische Erfahrung, dass es genau so ist, wie es ist, am Beispiel belegt werden kann. Wenn die Redaktionen unserer Medien nur noch mit Volontären (so nennen die Zeitungen seit je her ihre un- oder schlecht bezahlten Sklaven) besetzt sind, dann kann schon mal was aus dem Ruder laufen. Die Underdogs müssen das Boot rudern, wenn der Chefredakteur gerade mal wieder einen ganz wichtigen Pressetermin beim Sternekoch hat (das denke ich mir nicht aus). Meine Compassion mit den Ausgebeuteten der Welt würde normalerweise Richtung Praktikant und nicht Richtung Chefredakteur gehen, aber nur, wenn auch die Demut stimmt. Wenn aber einer, der mit Mühe kaum, gekrochen ist auf einen Baum, schon meint, dass er ein Vogel wär‘, so irrt sich der.


junge Welt: “Niemand wagt es, laut zu protestieren” (propagandaschau, 17.05.2014) 
Die “junge Welt” veröffentlicht ein Interview mit einem Redakteur der “Deutschen Welle” der aus so verständlichen, wie bezeichnenden Gründen anonym bleiben möchte. Er beschreibt, wie das System der herrschaftlichen Propaganda und Hofberichterstattung funktioniert: 
 “Aktuell ist z.B. die Vorgabe, den Begriff »Referendum« – gemeint ist die Abstimmung in der Ostukraine – immer in Anführungszeichen zu schreiben oder mit dem Zusatz »illegal« oder »sogenannt«. Dieser unsinnige Eingriff in unser journalistisches Vokabular ist ein Beispiel für direkte Zensur. Im Duden wird das Wort »Referendum« als Volksentscheid über eine bestimmte Frage definiert – dieser Terminus ist also weder positiv noch negativ besetzt.
Richter gegen Chefredakteur 5:0 (altermannblog, 15.05.2014)
Dank Heli kann ich es mir ganz leicht machen, denn der Text, der heute zum Lesen ansteht, hat wieder so ein alter Mann geschrieben – und der kann es vorzüglich. Chapeau an den Richter am Bayer. Verwaltungsgerichtshof (i.R.), Herrn Peter Vonnahme. Sein Adressat: der Qualitätsmedienjournalist und Chefredakteur der Augsburger Allgemeinen: Walter Roller. Leider sind dessen zitierten Ergüsse Kommentare nicht mehr kostenlos abrufbar – und irgendwie ist das gut so. Genießt diesen Artikel. Feinstes Florett. Meine Hauptthemen Meinungsmanipulation und Ukraine – in einem Abwasch.
Journalismus, mal so, mal so (altermannblog, 14.05.2014) 
Auch wieder so ein alter Sack, für den Journalismus mehr ist, als die Presseerklärungen der NATO/EU/Steinmeier und anderen Meiers nachzuplappern: Eckart Spoo. Da bedauert man, dass die Frankfurter Rundschau auf Talfahrt ist. Aber Stopp: das ist schon länger her. Mittlerweile gibt es keinen Grund mehr des Bedauerns. Wer kurzweilig in zwölf Minuten den Unterschied zwischen Journalismus und neuem Pseudo-Journalismus erfahren will, der höre diesem Altmeister zu, aber nicht ohne diesen Artikel des neuen Ressortleiters „Politik“ der Frankfurter Rundschau, Andreas Schwarzkopf, gelesen zu haben. Erst dann gibt nämlich dieses Filmchen einen Sinn.

Umfragen: über 75% der Deutschen unterstützen Putin in der Ukraine-Krise [1:20]

Veröffentlicht am 10.05.2014

Verbreiten...
Die Umfragen sowohl von n-tv als auch von Tagesspiegel zeigen, dass über 75% der Deutschen Putins Vorgehen in der Ukraine-Krise unterstützen, also sprich gegen Sanktionen der EU und USA gegen Russland sind.
Tagesspiegel-Umfrage: http://www.pi-news.net/2014/03/deutsc...
n-tv Umfrage: http://verschwoerer.soup.io/post/4251...


Ukraine-Berichterstattung – Rebellion der Leser (Deutschlandfunk, 10.05.2014) 
Für ihre Berichterstattung über die Krise in der Ukraine müssen deutsche Medien viel Kritik einstecken. Zu einseitig, zu russlandkritisch heißt es tausendfach in Leserkommentaren vieler Nachrichtenportale. Auch Medienexperten und Russlandkenner beklagen massive Fehler. Die Redaktionen geraten zunehmend unter Rechtfertigungsdruck. 
Ende letzter Woche: In Odessa findet ein Massaker an über 40 russischstämmigen Demonstranten statt. Die deutschen Medien liefern fast keine Hintergründe zum "brennenden Gewerkschaftshaus" und blenden die Rolle ukrainischer neonazistischer Milizen und Sicherheitskräfte meist aus. Ein Kommentar auf tagesschau.de spricht von einer "Berichterstattung der Schande", ein weiterer Leser kritisiert: "Ich erwarte von unseren Öffentlich-Rechtlichen eine objektive Berichterstattung und mehr Details über diese unmenschliche Tat, die vom Rechten Sektor begangen wurde". Der Redaktionsleiter von tagesschau.de Andreas Hummelmeier weist den Vorwurf unausgewogener Berichterstattung jedoch zurück.
Eine kleine Anfrage der Partei Die Linke sowie die Antwort der Bundesregierung sind auf der Internetpräsenz der Bundestagsfraktion der Linken als PDF-Dokument downloadbar:
Die deutsche Medienberichterstattung und der Regime-Change in der Ukraine (Parlamentarische Initiativen von Sevim Dagdelen, Sahra Wagenknecht, Annette Groth, Heike Hänsel, Ulla Jelpke, Niema Movassat, Alexander S. Neu, 06. Mai 2014)
- Die Krise in der Ukraine und die Medien (me-magazine, 06.05.2014)
Dem me-magazine fällt es derzeit schwer, neutral und informativ über die Krise in der Ukraine zu schreiben. Wir sind selbst nicht vor Ort und die Meldungen, die wir erhalten, sind eben eines nicht: unparteiisch. Wir versuchen immer, alle Seiten zu beleuchten, doch das fällt uns in diesem Konflikt zunehmend schwerer. 
Uns fällt auf, dass die in den Leitmedien veröffentlichte Meinung die in den sozialen Medien kaum widerspiegelt. Die Differenz ist unübersehbar. Schaut man in die Kommentarspalten der Zeitungen und Nachrichtenportale, wird dies offenbar. Die meisten Kommentatoren widersprechen den Autoren der Artikel. Doch auch auf russische Medien kann man sich nicht verlassen. Reporter ohne Grenzen dokumentiert, dass seit der Wahl Wladimir Putins im Jahr 2000 zum russischen Präsidenten der Kreml die landesweiten Fernsehsender weitgehend unter seine Kontrolle gebracht hat. Kritische Medien wie Radio Moskwy oder TV Doschd geraten regelmäßig unter Druck, Journalisten müssen mit Gewalt oder gezielten Anschlägen rechnen, die meist straffrei bleiben. Strenge Internetgesetze ermöglichen das schnelle und unbürokratische Sperren unliebsamer Webseiten. Kurz vor Beginn der Olympischen Spiele in Sotschi weitete Russland die Internetüberwachung weiter aus. Unabhängige Berichterstattung können wir hier auch nicht erwarten.
Kriegsgründe gesucht? Deutsche Medien und der Anti-Putin-Pakt (ria novosti, 05.05.2014) 
Die Ereignisse überschlagen sich. Ex-Kanzler Schröder feierte letzte Woche Geburtstag mit seinem Freund Wladimir Putin. Der gratulierte und nahm ihn in den Arm. Eigentlich ganz normal. Doch kurz zuvor waren deutsche Bundeswehrsoldaten, die im Rahmen der OSZE-Mission in die Ukraine gereist waren, in der Ostukraine entführt worden. Daraus inszenierte man einen Empörungs-Skandal. Jetzt starben in Odessa Dutzende Menschen, die USA fordern eine Nato-Aufrüstung, Kiew spricht von Krieg. Und Hunderte nagelneue gepanzerte Fahrzeuge werden durch Österreich transportiert. Richtung Osten?


=====  Die Fälle Bauchina und Gathmann  =====

Entlassener Zeitonline-Journalist packt aus Montagsdemo Berlin 5. Mai 2014 {2:13}

Veröffentlicht am 06.05.2014
Montagsdemo Berlin 5.Mai 2014

siehe auch:
Neue Feindsender? (Paul Schreyer, Telepolis, 25.04.2014)
hier finden sich:
Artikel von Alisa Bauchina auf Telepolis

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Das Gleiche wie mit Alisa Bauchina geschah auch mit Moritz Gathmann:
Kurzer Prozess: „Zeit Online“ und der geschasste 150-Euro-Reporter (Stefan Niggemeier, 08.03.2014)
Unter den Artikeln, die der freie Journalist Moritz Gathmann für „Zeit Online“ über die Ukraine geschrieben hat, steht seit kurzem folgender Hinweis: 
Offenlegung: Der Autor arbeitet für die vom russischen Staat mitfinanzierte Zeitungsbeilage Russland heute. Dies entspricht nicht unseren Grundsätzen. 
Wir entschuldigen uns dafür. Testfrage: Wofür genau entschuldigt sich „Zeit Online“?

In den tonangebenden Zeitungen sowie im Fernsehen werden die Namen von Straßen und Plätzen in letzter Zeit so oft und so selbstverständlich genannt wie die Vornamen von Kindern und die Namen von Haustieren. Ob „Gezi“, „Taksim“, „Tahrir“ oder „Maidan“ – mit diesen Wörtern jonglieren Journalisten „angeberisch wie ein Kleinbürger-Tourist, der sich als Habitué aufspielen will“ (Max Frisch) – also als Weltenkenner, der sich überall auskennt wie in seinem Stadtviertel oder Dorf. Dieser zunächst nur lächerliche Sprachgebrauch verliert seine Harmlosigkeit, wenn man seine politischen Implikationen einbezieht.
zum Fall Gathmann siehe auch:
Der Fall Gathmann: Prinzipientreue oder Prinzipienreiterei? (Meedia, 12.03.2014)
Grund für Schravens [David Schraven: Leiter des Investigativteams bei der WAZ und Vorstand im Verein Netzwerk Recherche, Klammer von mir] Unbehagen ist, dass Gathmann auch als Gastredakteur für die Publikation Russland heute tätig ist. Eine monatlich erscheinende Beilage, die von der russischen Regierung finanziert wird, in diversen Ländern erscheint und das Image von Russland im Ausland aufpolieren soll. Russland heute liegt u.a. der Süddeutschen Zeitung, der Washington Post oder der französischen Le Figaro bei – nicht den schlechtesten Adressen. Wegner befindet sich zum Zeitpunkt des Schraven-Tweets gerade in Texas auf dem Digital-Kongress South by Southwest (SXSW). Trotzdem reagiert er zeitnah auf Twitter. Nur wenige Stunden nach Schravens Tweet meldet Wegner in der Causa Gathmann via Twitter Vollzug. […]
Schon 2011 sagte SZ-Auslandschef Stefan Kornelius gegenüber dem Spiegel: „Es gibt keine Zusammenarbeit, das ist eine Anzeigenbeilage. De facto sei die Anzeigenabteilung für das Geschäft mit Russland heute zuständig.“  
So einfach ist das. Der Verlag kassiert Geld vom russischen Staat für die Verbreitung von Russlands Image-PR und bezahlt u.a. von diesem Geld die total unabhängigen Top-Journalisten der SZ. Alles sauber. Der freie Autor, der nebenher für Russland heute arbeitet, weil die Qualitätsmedien ungern viel Geld für ihre Qualitäts-Inhalte ausgeben, darf das nicht. Das ist bäh. 
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Legitimationskrise (German Foreign Policy, 05.05.2014, zitiert durch russland.ru)
[Von german-foreign-policy.com] Die beispiellose Desinformationskampagne führender deutscher Medien hat anlässlich der in Odessa verübten Morde an über 40 Menschen einen neuen Höhepunkt erreicht. 
In der ukrainischen Millionenmetropole sei das Gewerkschaftshaus “in Brand geraten” – “eine Katastrophe”, deren Urheber noch nicht bekannt wären, hieß es unmittelbar nach der Brandschatzung am 2. Mai übereinstimmend. Während auf Fotos internationaler Presseagenturen Anhänger der Kiewer Putschisten zu sehen waren, die den im Gewerkschaftshaus Eingeschlossenen Brandsätze hinterherwerfen, übernahmen maßgebliche deutsche Medien mehrfach Lügenberichte ukrainischer Geheimdienstorganisationen, wonach für die Verbrechen “Moskau” verantwortlich sei. Die Ermordeten gehörten einer Demonstrantengruppe an, die regionale Autonomie verlangte. Sie floh vor den Angreifern, wurde ins Gewerkschaftshaus verfolgt, eingeschlossen und einem grausamen Tod durch Ersticken ausgeliefert.
Der Medien-GAU von Odessa (der Freitag – Community, 04.05.2014)
Ukraine-Konflikt Stell dir vor, 40 Menschen werden abgefackelt und die freie Presse sieht weg. Wie das geht, haben die deutschen Medien am Wochenende vorgeführt. Der Bericht zum Info-GAU. 
Die falschen Toten, die falschen Täter. Hinzukommend: ein unpässlicher Zeitpunkt sowie Staatsinstitutionen, die selbst dem wohlmeinenden Teil des Publikums nicht mehr vermittelbar sind. Was macht der deutsche Qualitätsjournalist in einem solchen Fall? Er vertuscht, verschweigt, spielt runter und hypt, wenn das alles nicht reicht, künstlich hochgepuschte Alternativereignisse. Wie das Genre Manipulation & Vertuschung in der Praxis funktioniert, war am ersten Mai-Wochenende in der Praxis zu erleben. Die schwersten Straßenkrawalle seit den Maidan-Ereignissen Ende Februar. Über 40 Menschen, die in einem gebrandschatzten Gewerkschaftshaus ums Leben kamen. Über 200 Verletzte. Eine Regierung, der an einer Aufklärung der Geschehnisse ganz offensichtlich nicht gelegen ist. Ist das ein Thema? Berichterstattenswert? Für ARD, ZDF, Süddeutsche, Zeit, F.A.Z. und den Rest des sogenannten Alpha-Journalismus explizit nicht. Vielmehr legten die deutschen Leitmedien einen Info-GAU hin, der den Vergleich mit der vielgeschmähten Berichterstattung russischer Medien in keiner Weise zu scheuen braucht.
Lesermeinungen zur Ukraine-Berichterstattung – Der Westen und die Massenmedien sind zu tadeln! (Neue Zürcher Zeitung, 02.05.2014) 
Die Berichterstattung über die Ukraine hat auch in der Kommentarspalte der NZZ für viel Diskussionsstoff gesorgt. Auffällig viele Leser sehen die westlichen Mächte als Aggressoren. 
[…] Auch wenn einigen Kommentaren ob der Handlungen des Kremls viel Erschütterung zu entnehmen ist, wollen auffällig viele Leser die Ursache der Krise nicht bei Putin sehen. Sie stellen zudem die Rolle der Massenmedien infrage.
"Stern"-Journalist Jörges: Medien versagen bei EU-Berichterstattung (derStandart.at, 29.04.2014)
Jörges: Medien berichten über vieles nicht, um Populisten keine Munition zu geben - "Investigativen Journalismus erkenne ich nicht mehr" 

Wien - Hans-Ulrich Jörges hat zum vierten Tag des Qualitätsjournalismus in Wien Medien in ihrem Umgang mit der EU die Leviten gelesen. Man würde in Zusammenhang mit der Union über vieles nicht berichten, um Populisten keine Munition zu liefern, konstatierte das Mitglied der Chefredaktion des "Stern" bei der vom Manstein Verlag und Verband Österreichischer Zeitungsherausgeber (VÖZ) veranstalteten Tagung.




=====  »Die Anstalt« vom 29.04.2014 und »Die Zeit« ===== 


Der Qualitätsjournalismus ZDF Die Anstalt 29.04.2014 {7:07 – Start bei 05.19}

Manuel Wagner 
Am 01.05.2014 veröffentlicht
siehe dazu auch den oben verlinkten Artikel auf den NachDenkSeiten vom 26.03.2014
Quelle: Die Propaganda-Matrix (Swiss Propaganda Research, undatiert)

die gesamte Sendung in Ukraine 9 – Wider die veröffentlichte Meinung (Post, 11.05.2014)
»Die Anstalt« bezieht sich übrigens in ihrer Sendung vom 29.04.2014 auf die in Journalismusforschung: "Ganz auf Linie mit den Eliten" [Marcus Klöckner, Telepolis, 11.02.2013] vorgestellte Dissertation von Uwe Krüger
Der Autor wird hat ein theoretisches Modell entwickelt, das Medienverhalten mit Hilfe von Pressure Groups und sozialen Netzwerken erklärt. Es sagt vorher, dass Leitmedien mehr oder weniger den laufenden Diskurs der Eliten reflektieren. Dabei werden aber dessen Grenzen nicht überschritten und dessen Prämissen nicht kritisch hinterfragt.
Meinungsmacht. Der Einfluss von Eliten auf Leitmedien und AlphaJournalisten – eine kritische Netzwerkanalyse. [Halem-Verlag, Köln 2013]
Rezensionen: Uwe Krüger: Meinungsmacht – Wie kommt die Meinung in die Welt? (FAZ, 08.09.2013)
Uwe Krüger Meinungsmacht Der Einfluss von Eliten auf Leitmedien und Alpha-Journalisten - eine kritische Netzwerkanalyse (Perlentaucher)
zu Jochen Bittner und seiner Beteiligung an einem Strategie-Papier des German Marshall Fund siehe:
Neue Macht Neue Verantwortung – Elemente einer deutschen Außen- und Sicherheitspolitik für eine Welt im Umbruch (Ein Papier der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) und des German Marshall Fund of the United States (GMF), swp-berlin.org, undatiert)
Joffe und Bittner (Die Zeit) gegen ‚Die Anstalt‘ (ZDF): Worum es eigentlich geht. (Carsten Wellkamp, NachDenkSeiten, 13.01.2017)
Realsatiriker Josef Joffe und Jochen Bittner scheitern auch am BGH (Marcus Kopa, Telepolis, 10.01.2017)
Das Imperium vergisst auch die Kleinen nicht, Hauptsache sie passen in die Strategie der Einflussnahme. Beispiel „Blätter“. (Albrecht Müller, NachDenkSeiten, 29.01.2016)
Bittner wurde zudem unterstellt, er habe an einer Rede des Bundespräsidenten mitgeschrieben und "sein Schreiben für Gauck" nicht sauber von "seinem Schreiben für die ZEIT" getrennt. Tatsächlich hat Bittner nie für den Bundespräsidenten geschrieben, er nahm lediglich an einer Diskussionsrunde über neue außenpolitische Grundsätze teil. Der Hinweis darauf unterblieb allerdings in einem späteren Artikel von Bittner und Kollegen aufgrund einer Entscheidung der Ressortleitung. Ein ärgerlicher Fehler, gewiss, aber keiner von Jochen Bittner, und einer, der anschließend im Netz mit enormer hysterischer Energie aufgeblasen wurde, […]
[Wer vertraut uns noch?, Götz Hamann, ZON, 25.06.2015]
Max Uthoff (ZDF/Die Anstalt) zur Sperrung v. "Eliteneinfluss auf Leitmedien" - www.das-zob.de [9:13]

Manuel Wagner 
Am 01.05.2014 veröffentlicht

Am 29.04.2014 hatten die beiden neuen "Anstaltsleiter" des ZDF eine Studie zum Einfluss von Eliten auf Leitmedien und Alpha-Journalisten aufgegriffen. In der ZDF-Mediathek fehlt der Beitrag neuerdings - "dank" einer Klage der Wochenpostille "Die Zeit" bzw. der Herren Jochen Bittner und Josef Joffe. Die unabhängige Medieninitiative "das ZOB" traf Max Uthoff am 12.07.2014 zu einem Kurzinterview nach seinem Solo "Oben Bleiben" im Münchner Lustspielhaus.

Kurs auf die Welt (Jens Berger, NachDenkSeiten – Hinweise des Tages, 07.02.2014)
Kurs auf die Welt (Jochen Bittner, Matthias Naß, ZON, 06.02.2014)



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siehe auch:
Wir nennen es Fortschritt? (Telepolis vom 27.04.2014)
Warum geraten sich "Print" und "Digital" im Journalismus immer wieder in die Haare? Das ist Symptom eines tieferen Konflikts, dessen Lösung Teil des aktuellen Paradigmenwechsels sein könnte 

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts hat sich der Journalismus als gesellschaftliche Macht etabliert. Er wird auch als vierte Gewalt bezeichnet und damit in einem System der Gewaltenteilung neben andere Institutionen gestellt. Er soll dann der Öffentlichkeit Themen nach Wirklichkeit und Bedeutung zur Verfügung stellen.
Neue Feindsender? (Telepolis vom 25.04.2014)
Zeit Online misst bei seinem Ethik-Kodex offenbar weiterhin mit zweierlei Maß. Und auch andere Medien haben derzeit Probleme mit der Transparenz. Was ist los mit der Presse? 
Die Irritationen um Zeit Online (Chaos bei Zeit Online: Mal gilt der Ethik-Kodex, mal gilt er nicht) reißen nicht ab. Nun wurde ein weiterer Fall bekannt, der deutlich macht: Autoren, die auch für russische Medien arbeiten, sind unerwünscht, Amerika-Nähe aber ist kein Problem. Es scheint, als falle es mancher Redaktion dieser Tage schwer, noch zwischen vernünftig und unangemessen, zwischen ethisch und hysterisch zu unterscheiden. Während der Ansturm der kritischen Leserkommentare zur Russland-Berichterstattung der Leitmedien nicht abreißt, sorgt man sich dort verstärkt um politische Einflussnahme - allem Anschein nach jedoch recht einseitig.
Meinungskluft um die Ukraine (Telepolis vom 25.04.2014) 
Der Umgang mit der Krise um die Ukraine entwickelt sich zur Götterdämmerung des deutschen Auslands-Journalismus. Die nicht abreißende Kritik von großen Teilen des Publikums fordert von Journalisten neue Bewältigungsstrategien 

Niemals zuvor in der Geschichte der Bundesrepublik wurden die etablierten Medien zum Gegenstand derart breiter Kritik wie im Zusammenhang mit der Ukraine-Krise. Seit mehreren Wochen sehen sich Medienmacher in den Kommentarfunktionen ihrer eigenen Online-Angebote, auf Blogs und in Internet-Foren massiven öffentlichen Anfeindungen ausgesetzt. Einig scheinen sich große Teile des Publikums in ihrer Einschätzung, dass die meisten Medien nicht ausgeglichen über die Ukraine informieren, sondern parteiisch im Sinne von EU- und NATO-Interessen agieren. Egal ob auf den Online-Präsenzen der Tagesschau, des Spiegel oder auf Zeit.de: Die Zahl der Kommentare unter Artikeln zum Ukraine-Konflikt beläuft sich schnell auf die Hunderte. Beiträge, welche die journalistische Linie der Autoren unterstützen, genießen dort inzwischen Seltenheitswert.
- Neue Feindsender? (Telepolis, 25.04.2014) 
Zeit Online misst bei seinem Ethik-Kodex offenbar weiterhin mit zweierlei Maß. Und auch andere Medien haben derzeit Probleme mit der Transparenz. Was ist los mit der Presse? 
Die Irritationen um Zeit Online (Chaos bei Zeit Online: Mal gilt der Ethik-Kodex, mal gilt er nicht) reißen nicht ab. Nun wurde ein weiterer Fall bekannt, der deutlich macht: Autoren, die auch für russische Medien arbeiten, sind unerwünscht, Amerika-Nähe aber ist kein Problem. Es scheint, als falle es mancher Redaktion dieser Tage schwer, noch zwischen vernünftig und unangemessen, zwischen ethisch und hysterisch zu unterscheiden. Während der Ansturm der kritischen Leserkommentare zur Russland-Berichterstattung der Leitmedien nicht abreißt, sorgt man sich dort verstärkt um politische Einflussnahme - allem Anschein nach jedoch recht einseitig.
- Die Seelen-Verkäufer von „Spiegel Online“ (Stefan Niggemeier, 21.04.2014) 
Der „Spiegel“ berichtet in seinem aktuellen Heft über den Trend zu native advertising: Werbung, die gestaltet wird wie ein redaktioneller Artikel und nur durch einen — mehr oder weniger deutlichen — Hinweis als Anzeige gekennzeichnet ist. Das Stück referiert die aktuellen Diskussionen in den Vereinigten Staaten und Deutschland und zeigt, wie heikel solche Formen für die Glaubwürdigkeit seriöser Medien ist. 
Mit „native advertising“ erreicht die bewusste Irreführung der Leser eine neue Qualität: Sie wird zu einem gängigen Stilmittel der Werbung, vor allem im Netz. Dort lassen sich Inhalt und Reklame deutlich einfacher und billiger verbinden als in gedruckten Medien.

„Der Maidan“ und die Medien (links-netz.de, April 2014)
Der blinde Fleck (Süddeutsche Zeitung, 31.03.2014)
Die Selbstgefälligkeit der Politik des Westens in der Ukraine-Krise ist ärgerlich und gefährlich – Die Europäische Union hat eine Chance verspielt 

In den letzten Wochen ist ein Wort in Umlauf gekommen, das ich bisher nicht kannte. Zuerst begegnete es mir als Singular maskulin: Der Russlandversteher. Nun, da es offenbar mehrere dieser Gattung zu geben scheint, kommt häufig der Plural zur Anwendung: Die Russlandversteher. Und sicherlich wird es auch hier und da eine Russlandversteherin geben. Beim erstmaligen Hören hatte ich geglaubt, Russlandversteher würde anerkennend gebraucht, der Ausdruck bezeichne also jemanden, der Russland versteht, der um die Beweggründe der russischen Politik weiß und der all denjenigen, die der russischen Politik ratlos gegenüber stehen, diese erklären kann. Was mich überraschte und verwunderte, war der herabsetzende Sinn, in dem dieses Wort gebraucht wurde. Russlandversteher wird nicht nur kritisch, sondern abwertend und herabsetzend verwendet, mitunter sogar als Schimpfwort.
Weitere Informationen zur Arbeitsweise des Netzes US-naher bzw. ideologisch gleichgerichteter Medien (NachDenkSeiten, 26.03.2014)  

Kritische Zeitgenossen, zu denen die NachDenkSeiten-Leserinnen und -Leser meist gehören, fragen sich gelegentlich, wie die Gleichschaltung der Meinungsbildung stattfindet. Mit Staunen hören und lesen wir zum Beispiel von der „Krim-Krise“, wenn die Vorgänge um die Krim und um die Ukraine gemeint sind. Zum Beispiel taucht immer wieder die Version auf, die rechtsradikale ukrainische Swoboda sei nur mit der Führung unbedeutender Ministerien gesegnet: mit Landwirtschaft und Umwelt und dem Job eines stellvertretenden Ministerpräsidenten. „Doch über viel Einfluss verfügen sie im Kabinett nicht.“ (FAS 23.3. S.4) Die Besetzung des Verteidigungsministeriums durch Swoboda wird „geschlabbert“. So im Heute Journal in der vergangenen Woche wie in der FAS vom 23. März. An Zufall kann man da wie bei vielen anderen Beispielen nicht glauben. Im Hintergrund arbeitet eine gut geschmierte Manipulationsmaschinerie. – Am vergangenen Freitag und am Donnerstag hatten wir auf die weit gehende Gleichrichtung vieler unserer Medien hingewiesen. Jetzt ist die Zusammenfassung der dort erwähnten Untersuchungen des Medienwissenschaftlers Uwe Krüger im Netz zugänglich. Außerdem hat uns ein anderer Nachdenkseiten-Leser auf seine Untersuchungen der „Atlantikbrücke“ aufmerksam gemacht.

Ukraine - Berichterstattung durch die West-Brille? | ZAPP | NDR [5:56]

Veröffentlicht am 22.03.2014
Putins Propaganda: Russische Medien sind sein Sprachrohr. Aber auch bei uns gibt es Diskussionen, ob deutsche Medien hinreichend ausgewogen über die Ukraine berichten
alter Info-Text: ZAPP - 05.03.2014 23:20 Uhr Autor/in: Bastian Berbner, Sandra Aïd.

Peter Scholl-Latour mit Alfred Schier im Dialog Spezial am 08.03.2014 {57:51}

Veröffentlicht am 10.03.2014
Durch seine Augen sah Deutschland die Welt. Sechs Jahrzehnte lang berichtete Peter Scholl-Latour immer wieder aus Krisengebieten rund um den Globus. Er gilt als Nahost-Experte, Afrika-Kenner, erfolgreicher Sachbuchautor und scharfsinniger Analyst globaler Konfliktherde.
Im Dialog ist Alfred Schier zu Gast in der Berliner Wohnung von Peter Scholl-Latour. Gemeinsam mit dem Publizisten spricht er über ein Leben, das von der rastlosen Reise durch die Welt und die Berichterstattung darüber bestimmt war. Zudem werfen sie einen Blick auf die aktuellen politischen Konfliktherde in der Ukraine und in Syrien.
(Alfred Schier mit Peter Scholl-Latour Im Dialog Spezial - Mo. 17.03.14, 00.00 Uhr)
siehe auch:
Peter Scholl-Latour wird heute 90 Jahre alt (Post, 09.03.2014)

N24 duldet keine Pro-Russischen bzw. Antiamerikanischen Kommentare auf seiner Internetseite (staseve, 05.03.2014)

Die Zensur der West-Alliierten greift um sich. Nach Kontrollratsgesetz Nr. 2 Ziffer 11 haben die Alliierten die Zensur über Presse, Kultur und Bildung:
Ukraine: Einseitige Berichterstattung durch ARD und ZDF (Europnews, 03.03.2014) 

ARD und ZDF betreiben anstatt ausgewogener Darstellung, die alle Beteiligten angemessen zu Wort kommen lassen würde, einseitige Berichterstattung und verstoßen damit eindeutig gegen den Rundfunkstaatsvertrag. Diese Vorgehensweise ist mitnichten auf das Thema Ukraine beschränkt. Es zieht sich generell durch die Auslandsberichterstattung – insbesondere dann, wenn es sich um Konfliktherde handelt. Ob das Syrien ist, Iran, Afghanistan, Libyen oder Ägypten.
Was wir gerade von unseren "Qualitätsmedien" über die Ukraine und Russland geliefert bekommen, ist gewissenlose Propaganda mit fatalen Konsequenzen (sott.net, 02.03.2014)

Alles was wir über Syrien oder aktuell über die Ukraine und Putin in "unseren" Medien erfahren, ist Teil einer gigantischen Propagandaschlacht. Wer die "präsentierte" Welt wirklich dekodieren will, muss verstehen wie PROPAGANDA funktioniert. Bevor er sie an sich verabreichen lässt.



=====  Rainer Rupp  =====

Ex-NATO packt aus wie Journalisten gekauft werden Montagsdemo Pflichtwissen [14:06]

Rainer Rupp auf der Rosa-Luxemburg-Konferenz in Berlin 2014

Rainer Rupp auf Wikipedia


- Top-Spion "Topas": Der heiße Draht zum Nato-Rat (Fotostrecke auf SPIEGEL Online, 30.07.2008)
Das Ende einer Agentenkarriere: Der ehemalige Top-Spion Rainer Rupp alias "Topas" (r.) wurde am 17. November 1994, vom Oberlandesgericht Düsseldorf wegen Landesverrats zu zwölf Jahren Haft verurteilt. Der geständige Maulwurf hatte zwischen 1977 und 1989 in der Brüsseler Nato-Zentrale Geheimnisse ausspioniert. Links sitzt seine Frau Ann-Christin, die wegen Beihilfe zum Landesverrat zu einer Bewährungsstrafe von 22 Monate verurteilt wurde. (Bildunterschrift auf Seite 3)

- Der Krieg der Sterne (Telepolis, 08.09.2011) 
In der Reagan-Ära kam die Welt dem Atomkrieg mindestens so nahe wie in der Kuba-Krise. Erst in den letzten Jahren zeichnete sich ab, was sich tatsächlich insbesondere im Herbst 1983 hinter den Kulissen abspielte, als die Strategen im Osten einen unmittelbar drohenden Erstschlag für eine Frage von Tagen hielten. Die damals dem Westen verborgene Nervosität der Sowjets, die sich auf das Signal zum Gegenschlag einstellten, vermochten Agenten im Westen zu kühlen. Entscheidende Bedeutung hatten die umfangreichen NATO-Leaks des deutschen Agenten TOPAS. 

In den politisch besonders aufgeladenen 60ern verfolgte der Ökonomiestudent Rainer Rupp mit Entsetzen das Abschlachten im Vietnamkrieg sowie das Erstarken der Rechten, die sich offen an der Mainzer Universität präsentierten. Zwei Jahrzehnte nach dem Weltkrieg war etwa die NPD in Hessen und Bayern sogar im Landtag vertreten. Nach einer Demonstration gegen die Notstandsgesetze war Rupp 1967 mit einer Gruppe Studenten in eine Mainzer Gaststätte eingekehrt, wo ihnen ein Fremder vom Nebentisch spontan bei der Zeche aushalf, als das Geld nicht ganz reichte. Der Fremde war ein verdeckter Kurier und Werber der Ostberliner "Hauptverwaltung Aufklärung", der auf "Talentsuche" war. Die beiden kamen ins Gespräch und nach fast einem Jahr war der politisch interessierte Student soweit, dass er ohne Gefahr gefragt werden konnte, ob er etwas für die DDR und den Frieden tun wolle.


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Nur noch Billigjournalismus (SPIEGEL, 20.10.2013)
Journalisten werden entlassen, Außenstellen geschlossen: Mit rigorosen Sparmethoden kämpfen Regionalblätter wie die Koblenzer "Rhein-Zeitung" gegen die Finanzkrise - auf Kosten der Qualität: Die kritische Berichterstattung droht zu verschwinden. Von Bruno Schrep
- Studie: Deutsche Top-Journalisten sind in US- und Nato-Strukturen eingebunden (Deutsche Wirtschaftsnachrichten, 06.02.2013)  

Eine neue Studie belegt die Nähe der Journalisten zur politischen und wirtschaftlichen Elite. Die Netzwerkanalyse verdeutlicht auch enge Kontakte zu US- und Nato-Strukturen. Der Hauptvorwurf des Studienleiters: Die Journalisten weigern sich, ihre Netzwerke den Lesern offenzulegen.
Die Illusion der Medienvielfalt (medialeaks vom 01.10.2012) 
GRAFIK: Von Medienvielfalt keine Spur. Wir haben ein System der Medienselektion und Kontrolle in den Händen weniger. Hier exemplarisch Daten/Grafiken von Deutschland und den USA – in allen anderen Ländern ist das Bild heute sehr ähnlich, nur die Namen der Medienkonzerne lauten anders. 
Ablauf der Selektion/Manipulation: 
1. Nachrichtenagenturen wie z.B. Reuters oder AP entscheiden, welche Nachrichten überhaupt erst an die verschiedenen Medienkonzerne weitergeleitet werden. 
2. Die großen Medienkonzerne bereiten dann dieses Material für Ihre entsprechenden Formate auf (Informationsgehalt bleibt im Großen und Ganzen der selbe, nur der Stil wird dem jew. Zielpublikum angepasst). 
3. Das Volk fühlt sich so gut und vielseitig informiert. Zudem: wenn alle das gleiche berichten (bzw. keiner etwas berichtet!), muss es ja stimmen…   
Macht der Medien (Permanentlink bei medialeaks)

Gerne wird mit dem Finger gen Osten gezeigt: In Russland, da gibt es keine Medienvielfalt, alles Propaganda. Das mag stimmen, doch leider herrschen bei uns genau die selben Zustände. Unsere vermeintliche Medienvielfalt ist in Wirklichkeit streng hierarchisch geregelt, investigativer Journalismus zu wirklich wichtigen Themen wird unmöglich gemacht. Heute bestimmen eine Hand voll Medienagenturen wie z.B. Reuters (bzw. deren Besitzer) über was wo Berichtet wird – und über was nicht. So bekommen die verschiedenen Medienhäuser (z.B. Bertelsmann, Springer, öffentl. Rundfunk) eine wohldosierte Auswahl an „Rohmedien“ vorgesetzt, welche sie dann in entsprechenden Formaten für das Zielpublikum aufbereiten können. So sind wir alle im Glauben wohl informiert zu sein, doch sind wir alle der selben Propagandamaschinerie ausgeliefert – egal ob Bildzeitung oder sog. Qualitätsjournalismus wie die Zeit oder der Spiegel, egal ob RTL2-News oder Tagesschau.   


In folgendem Zitat bzw. Artikel sehe ich eine Erklärung für unser Medien-Dilemma:
Denn an alle diese Missstände haben sich die Ärzte durch ihre „Pharmasozialisation" so gewöhnt, dass sie ihre Abhängigkeit meist gar nicht mehr wahrnehmen. Sie halten die materiellen und karrierefördernden Zuwendungen der pharmazeutischen Industrie für berechtigt, erbringen z.T. auch Gegenleistungen in Form von Vorträgen. Diese Mentalität der Kollaboration macht empfangs- und verleugnungsbereit für weitere Aktivitäten der Pharmaindustrie.
Auch die Koryphäen sind von ihrer wissenschaftlichen Objektivität vermutlich meist überzeugt. Aber die „gefühlte Unabhängigkeit" reicht nicht. Eine faktische Unabhängigkeit ist nur zu erreichen, wenn Autoren und Verlage auf direkte und indirekte Unterstützung durch die Industrie verzichteten.
Auch das Gutachten 2005 des Sachverständigenrats zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen stellt fest: 
»Ärzte sind sich zwar der werbenden, verzerrenden Darstellung der produktbezogenen Information bewusst. Sie leugnen jedoch – trotz gegenteiliger empirischer Befunde – häufig, dass diese ihr Verhalten beeinflussen. Sie glauben vielfach an ihre persönliche Immunität gegenüber den Marketingmaßnahmen der Industrie…«
Es ist kennzeichnend für die „gefühlte Unabhängigkeit" von Ärzten, dass sie laut Umfrage zu 61% der Meinung sind, dass Industriewerbung und Kontakte ihr eigenes Verschreibungsverhalten nicht beeinflussen würde, nur 16% dies jedoch für ihre KollegInnen annehmen (!).  

Material zum Verhältnis Psychiatrie und Pharmaindustrie (V. Aderhold, D. Lehmkuhl, Der Mast muß weg, 1/2008, Hervorhebungen durch die Verfasser, PDF]


»Was Ihr getan habt in der abgelaufenen Zeitspanne der letzten zwanzig Jahre ist, jegliche Form menschlicher Werte auf ihren Tauschwert zu reduzieren.«
[Neros Gäste, Film von P. Sainath in meinem gleichnamigen Post, 14.12.2012]
zu der Thematik siehe auch:
Tiziano Terzani – Das Ende ist mein Anfang (Post, 13.09.2012)
Die Erregungsindustrie infantilisiert (Post, 02.02.2007)

zuletzt aktualisiert am 15.03.2019

zum vorigen Ukraine-Konflikt-Post: Der Ukraine-Konflikt 4 – Um was geht es eigentlich? (28.03.2014)

Sonntag, 20. April 2014

Genmais? – Nein, nein, nein, ja! Fuck the Bürger!

Obwohl die Mehrheit der Bevölkerung (88%) gegen gentechnisch manipulierte Lebensmittel ist, obwohl Landwirtschaftsminister Friedrich angeblich dagegen war, obwohl die CSU angeblich dagegen war, obwohl der SPD-Parteitag (26.01.2014) angeblich dagegen war, hat sich die Bundesrepublik bei der Abstimmung der EU-Minister am 11.02.2014 der Simme enthalten.
O-Ton Tagesschau:
»Die große Mehrheit der EU-Minister sprach sich bei ihrem Treffen in Brüssel in öffentlicher Debatte zwar gegen die Genehmigung aus. Allerdings kam dabei nicht die nötige Stimmenzahl für eine Ablehnung zusammen. Da es keine qualifizierte Mehrheit für oder gegen die Zulassung gegeben hat, fällt die Entscheidung nun der EU-Kommission zu. Die wird den Anbau dann aller Voraussicht nach erlauben, da die EU-Behörde für Lebensmittelsicherheit EFSA keine Einwände erhoben hat. Der zuständige Gesundheitskommissar Tonio Borg erklärte, er sei für die Zulassung. Wann es dazu kommt, ist vorerst unklar.«



- Genmais 1507 steht vor der Zulassung in der EU (DIE ZEIT, 11.04.2014)
- Ein Ja zum Genmais wäre gut gewesen (DIE ZEIT, 11.04.2014)
- Europäische Grüne drohen Kommission mit Misstrauensantrag (DIE ZEIT, 12.04.2014)
- Mehrere Studien erhärten Gesundheitsbedenken bei Gentechnik-Mais (keine-gentechnik.de)

ZDFzoom - Geheimsache Freihandel - 21 05.2014 - HD [28:48]

Veröffentlicht am 28.05.2014
Wem nützt das transatlantische Abkommen?
Es soll „der größte Wirtschaftsdeal der Geschichte" werden, schwärmen Top-Manager in Deutschland und EU-Beamte in Brüssel. Auch in Washington ist man sich sicher: Die geplante Freihandelszone zwischen der EU und den USA bringt für 800 Millionen Menschen mehr Jobs, Wachstum und Wohlstand. Doch je weiter die Verhandlungen voran schreiten, desto alarmierter und verunsicherter sind viele Beobachter. Nicht nur, dass das Handelsabkommen zwischen den Wirtschaftsgiganten USA und EU hinter verschlossenen Türen ausgehandelt werde. Auch der Einfluss der Wirtschaft und insbesondere der großen Konzerne wachse durch den Riesendeal immens.

Linksammlung bei keine-gentechnik.de (man gebe »1507« ein)
- Dossier: Mais 1507
Befunden, die darauf hinweisen, dass der Gentechnik-Mais 1507 nicht als sicher beurteilt werden kann, wurde nicht nachgegangen.
- Bundesamt für Naturschutz warnt vor Gentechnik-Mais 1507
Beatrix Tappesser vom Bundesamt für Naturschutz im obigen Video:
»Da sehen wir das Problem, daß der Antragsteller nicht genügend Daten vorgelegt hat, um zum Beispiel Wechselwirkungen zwischen den einzelnen Genen und den Eiweißen, Toxinen, Giften, die er bildet, bewerten zu können. Und das betrachten wir […] als ein großes Defizit.«
Sprecher im Video: »Denn die Zulassung beruhen auf von Monanto bezahlten Studien.«
(Klarstellung: in dem video geht es um einen Monsanto-Mais, der Mais 1507 stammt von Dupont Pioneer, unterscheidet sich allerdins – so ein ZEIT-Artikel – von dem Mon810 kaum.)
- Bundesländer ringen um Vorgehen gegen Gentech-Mais 1507
Die meisten Landesregierungen lehnen den Anbau der gentechnisch veränderten Maissorte 1507 ab.
- Mais 1507 kaum unabhängig untersucht
- Brasilien: Vernichtende Bilanz für Gentech-Mais 1507
Laut Agrar-Berater ist mit der Entwicklung resistenter Schädlinge schon ab dem dritten Anbaujahr zu rechnen. Günstigeres konventionelles Saatgut ist in Brasilien jedoch kaum mehr erhältlich.
- Rumänien: Tests mit Gentechnik-Mais 1507 vorzeitig abgebrochen
Vor drei Jahren testete das US-Unternehmen die Pflanze auf einem Feld in Rumänien - und brach den Versuch nach kurzer Zeit ab: der Mais entwickelte sich schlecht.
- Mais 1507: Agrarminister verspricht Anbauverbot in Deutschland
- Abgeordnete ebnen den Weg für Gentechnik-Mais - Nachrichten



siehe auch:
- Gen-Scheiß – Gäähn (Post, 10.04.2008)

Mittwoch, 2. April 2014

Emerson Lake and Palmer auf dem High Voltage Festival 2010

ELP spielten am 25. Juli 2010 als Headliner des „High Voltage Festival“, eines neuen Klassikrock-Events in London. (Wikipedia)

Emerson Lake and Palmer 40th Anniversary High Voltage [1:28:05]


Dienstag, 1. April 2014

Filmempfehlung: Acht Stunden Angst

Der lange verschollen geglaubte achtstündige Thriller »Acht Stunden Angst« läuft heute abend auf dem neuen Privatsender Hoax. Alle Werbespots laufen nach Ende des Films.

Plot und mehr auf TV Spielfilm

Montag, 31. März 2014

Heute vor 200 Jahren – 31. März 1814: Anti-Napoleon-Koalition besetzt Paris

Große Koalition gegen Napoleon 

Als heute vor 200 Jahren, am 31. März 1814, die gegen Frankreich verbündeten Truppen Preußens, Österreichs und Russlands in Paris einzogen, war zwar die letzte Schlacht der Napoleonischen Kriege (1803-15) noch nicht geschlagen, doch die Ära der napoleonischen Herrschaft über Europa neigte sich dem Ende zu. Nach dem militärischen Debakel in Russland (1812) hatte Napoleon im Frühjahr 1813 sein neu aufgebautes Heer nach Deutschland geführt und zunächst weitere Siege errungen. Die Völkerschlacht bei Leipzig im Oktober brachte jedoch die Wende: Die Franzosen mussten  sich über den Rhein zurückziehen, der Krieg wurde auf französischem Boden fortgesetzt und Ende März 1814 standen die verbündeten Truppen mit 120.000 Mann vor Paris. 

Friedrich Wilhelm III. von Preußen (l.) und Alexander I. von Russland (M.)
ziehen in Paris ein (Aquarell von Alexej Kiwschenko, 1880)
 Am 30. März erstürmte die Koalition unter starken Verlusten den Pariser Montmartre-Hügel. Der anschließende Waffenstillstand ging am Morgen des 31. März 1814 in eine Kapitulation über. Noch am selben Tag hielten der russische Zar Alexander I. und der preußische König Friedrich Wilhelm III. persönlich Einzug in der Stadt. 

Befreiungskriege (1813-15)
bereiteten dem Kaiserreich Napoleons ein Ende 
befreiten Deutschland, Italien und Spanien von der französischen Fremdherrschaft 
endeten mit der Schlacht bei Waterloo


Harenberg - Abenteuer Geschichte 2014 

Samstag, 29. März 2014

Vor 3300 Jahren – 1274 v. Chr.: Die Schlacht von Kadesch

Hinterhalt in Syrien 

Es war eine für ihre Zeit gewaltige Streitmacht, die Ramses II. 1274 v. Chr. über die Küstentrasse des Sinai in Richtung Syrien führte, um dort die Hethiter – Ägyptens Hauptrivalen um die Macht in der Levante – in die Schranken zu weisen. Zum 16.000 Mann starken Fußvolk gesellten sich rund 2000 Streitwagen.  Als Ramses Armee wenige Kilometer südlich von Kadesch stand, griffen seine Leute zwei Beduinen auf, die den Ägyptern versicherten, das Heer der Hethiter stehe aus Furcht vor dem mächtigen Ramses noch weit nördlich. In Wirklichkeit lagerte der Hethiter-König Muwatalli II. mit seiner Armee, die der ägyptischen an Soldaten und Wagen weit überlegen war, unmittelbar nördlich von Kadesch. 
 
Darstellung der Schlacht nach einem zeitgenössischen Relief

Der Pharao fiel auf die Finte herein: Seine Truppen marschierten getrennt über den Fluss Orontes vor und die Hethiter griffen an. Das Kampfglück stand Ramses II. jedoch bei: Im rechten Augenblick kam als Verstärkung eine weitere ägyptische Einheit aus kampfstarken Söldnern hinzu und griff in den Kampf ein. Die folgende Schlacht blieb ohne Sieger, in Ägypten wurde das Ereignis jedoch als Ruhmestat des Königs gefeiert. 

Ramses II., der Große
König von Ägypten, 1279-1213 v. Chr. 
schloss 1259 v. Chr. Frieden mit den Hethitern 
führte Ägypten in eine Blütezeit 
Harenberg - Abenteuer Geschichte 2014 

Freitag, 28. März 2014

Der Ukraine-Konflikt 4 – Um was geht es eigentlich?

Jedes Mal, wenn es in der Weltgeschichte um Konflikte zwischen Völkern ging, war eine kollektive Empörung beteiligt. Jedes Mal, wenn bei Konflikten zwischen Völkern die kollektive Empörung übersprudelte, war das Ergebnis unsägliches Leid.
 Ich will nicht vor einem Krieg warnen. Ein Krieg wegen der Ukraine steht völlig außer Diskussion, zumindest für den Westen. Darum geht es mir auch nicht.

Als meine Kinder klein waren, waren sie beim Anblick eines Löwen, der ein Zebra verfolgte und dann verspeiste, entsetzt: Sie hätten es lieber gehabt, wenn der Löwe und das Zebra sich friedlich nebeneinander am Lagerfeuer niedergelassen und zusammen Marshmellows verspeist hätten. Aber so ist die Welt nicht. Peter Scholl-Latour sagte in einer Fernsehdiskussion über den israelisch-palästinensischen Konflikt vor wenigen Jahren: »Der Westen glaubt immer, es müsse für alles eine Lösung geben.«

Ich erspare mir jetzt Überlegungen darüber, was wir unter einer Lösung verstehen. Ich versuche es kurz zu machen: die Welt ist nicht so. Für bestimmte Dinge gibt es keine Lösungen, zumindest jetzt nicht – oder jetzt noch nicht. Das müssen wir aushalten – sowohl als Beteiligte wie auch als Zuschauer, sprich: Medienkonsumenten! Ich fürchte, dass es uns in unserer westlichen Welt so gut geht, dass wir das Aushalten verlernt haben. Weil das so ist, hat sich in unserer Kultur die kindliche Hoffnung erhalten, es sei möglich, dass wir Löwen und Zebras dazu bewegen können, miteinander am Lagerfeuer Marshmellows zu verspeisen. Wir sagen natürlich nicht Marshmellow dazu, wir nennen das: runder Tisch. Wir nennen das: nach einem Kompromiss suchen, oder einfach nur: miteinander reden! Wenn wir Konfliktparteien dazu gebracht haben, miteinander zu reden, geht es uns wieder besser: wir müssen uns das Leiden nicht mehr ansehen. Die kloppen sich nicht mehr, jetzt sprechen sie miteinander!

Dabei wird oft eines übersehen: es gibt Konflikte, in welchen eine Konfliktpartei kein Interesse am Reden hat, weil alles unter 95% Prozent für diese Partei inakzeptabel ist. Ein gutes Beispiel ist der israelisch-palästinensische Konflikt: mit dem Terrorüberfall auf die israelischen Sportler während der Olympiade 1972 in München und den Flugzeugentführungen der folgenden Jahre machten die Palästinenser auf sich aufmerksam. Seither wird geredet. Seither gibt es auch eine UNO-Resolution nach der anderen. Und seither gibt es immer wieder US-Präsidenten, die eine »Lösung« des Nahost-Konfliktes zur Chefsache erklären. Manchmal gibt es für diese Bemühungen sogar den Friedensnobelpreis. Seit Bestehen des Staates Israel gibt es aber keine Lösung. Es gibt Gespräche, Friedensgespräche, einen Friedensprozess, Roadmaps, Gefahren für den Friedensprozess, einen stockenden Friedensprozess, Wiederaufnahme von Gesprächen, Bemühungen, den Friedensprozess in Gang zu halten, Anschläge und wieder und wieder UNO-Resolutionen – und Vetos. (Weil: es gibt ja auch Veto-Mächte.) Während all dieser Bemühungen stehlen die Israelis den Palästinensern planmäßig und kontinuierlich Wasser, drangsalieren die palästinensische Bevölkerung und bauen eine Siedlung in den besetzten Gebieten nach der anderen. Ich wundere mich immer wieder, dass es noch Politiker gibt, die wagen, von Roadmaps oder Friedensprozessen zu reden. Aber je satter ein Gedächtnis, desto kürzer ist es auch. 


Und: Wie sollen wir das in Worte fassen, was da geschieht? Alle zwei Jahre von einem Bombenanschlag zu berichten ist für alle Beteiligten angenehmer – weil einfacher – als 40 Jahre lang jeden Monat zu berichten, daß die Palästinenser drangsaliert werden, ihr Wasser geklaut bekommen und auf ihrem Land neue Siedlungen gebaut werden, in denen Menschen leben, die von sich glauben, daß sie das Salz der Erde sind.

Man stelle sich zwei 40-sekündige Tagesschau-Spots vor:
a) kaputte Autos, Krankenwagen, die mit Martinshorn und Blaulicht durch die Gegend rasen, verzweifelte, schreiende Menschen und
b) ein Sitzungssaal, in dem zwölf Leute miteinander reden, ein Wasserrohr, aus dem Wasser kommt und eine Kläranlage
Welcher dieser beiden Spots befriedigt unser Bedürfnis nach emotionaler Sättigung besser? Krankenwagen mit Blaulicht und Martinshorn und verzweifelte Menschen sind halt nicht so langweilig wie Arbeitsgruppen und Wasserrohre. Unser Gehirn funktioniert halt so…

Zen Lehrer Wolfgang Walter und Prof. Dr. Hans-Peter Dürr im Gespräch [9:25]

Hochgeladen am 28.12.2008
Die erste Wirklichkeit

Der Quantenphysiker Prof. Hans-Peter Dürr und Zen-Lehrer Wolfgang Walter im Gespräch

10 Minuten Auszug aus der DVD "Die erste Wirklichkeit"
Bildformat: 16:9
Gesamtlänge 3:20h
Zu bestellen: www.zen-walter.de

Quantenphysik und Zen im Dialog

Die vorliegenden Gespräche verfolgen nicht das Ziel, die Wissenschaft in den Schleier der Mystik zu hüllen oder die Erkenntnisse des Zen durch wissenschaftliche Resultate zu untermauern. Es geht auch nicht um oberflächliche Ähnlichkeiten zwischen Zen und Quantenphysik, sondern vielmehr darum, Wissenschaft und Spiritualität in einem größerern Ganzen zu sehen. Darüber hinaus wird aufgezeigt, dass die sogenannte "realistische" Wahrnehmung auf sehr wackeligen Beinen steht.

Das Gespräch spiegelt die Lebensräume eines westlichen Zen-Lehrers W. Walter, E'un-Ken (Wolke der Weisheit) und eines hochgradigen Quantenphysikers Prof. Dr. Hans-Peter Dürr (alternativer Nobelpreisträger) wider. Beider erzählen serhr lebendig über Ihre Erfahrungen bezüglich einer virtuellen Wirklichkeit
Dürr: »Ein Baum, der fällt, macht mehr Krach als ein Wald, der wächst. […] Unsere ganzen Geschichtsbücher reden von fallenden Bäumen, und was wir täglich erleben, sind fallende Bäume.« [0:25]
Walter: »Über fallende Bäume läßt sich natürlich in der Presse besser schreiben, sensationeller…« [1:05] Dürr: »Alles, was schnell geht…«

Es geht mir nicht um den Nahostkonflikt, es geht mir um die sprachliche Verwendung von Begriffen, hier: des Modells »Friedensgespräche«. Friedensgespräche können verwendet werden, um den anderen hinzuhalten und Zeit zu gewinnen. Was die USA tun, ist, Russland hinzuhalten und Zeit gewinnen. Angebote an Russland dienen nicht dazu, Russland gleichberechtigt zu behandeln. Angebote an Russland dienen dazu, Russland in die Defensive zu drängen.
 

Angebote an die Palästinenser dienen dazu, sagen zu können, man habe Angebote gemacht. Angebote an Russland dienen dazu, sagen zu können, man habe Angebote gemacht. In der Zeit, in der Angebote gemacht und verhandelt und diskutiert werden, wird in Palästina Wasser geklaut und die Palästinenser drangsaliert und Siedlungen gebaut und rückt die NATO kontinuierlich an die russischen Westgrenzen heran. 

Kritik, Warnungen, Stellungnahmen oder was auch immer von russischer Seite wurden immer wieder ignoriert und mit Empörung quittiert. Fast wörtlich: Was wollen die denn dagegen haben, wenn sich Freiheit und Demokratie nähern? [Sicherheitskonferenz in München: Putin schockt die Europäer (SPIEGEL vom 10.02.2007)] Die spinnen, die Römer! Man kann sich an den Psychotherapeuten-Witz vom Unterschied zwischen eine Piranha und einer klammernden Mutter erinnert fühlen: Der Piranha läßt mal los…

Nun hat Putin in einer bedrängten Situation (dabei ist es ja angeblich seine Schuld, wenn er sich bedrängt fühlt [zu Bedrängung siehe… Able Archer 83: "Um Haaresbreite", Post, 13.11.2015]: Wie kann man sich von Demokratie, Freiheit – und im Schlepptau Raubtierkapitalismus – denn bedroht fühlen??) konsequent und schnell gehandelt, und der Westen ist fassungslos und empört. Teils ist er es wirklich, teils gibt er sich so. Und Putin ist fraglos verrückt, hat Großmachtinteressen, und es wird gefragt: »Wie kann Putin gestoppt werden?« Als Psychotherapeut frage ich mich da immer wieder: Wo sehen wir hin, wo sehen wir nicht hin? Worüber sprechen wir, worüber sprechen wir nicht? Als Krimileser frage ich mich: cui bono? Wer hat was davon?

Unsere politische Kultur ist inzwischen so degeneriert, daß, wenn unser Alt-Bundeskanzler Helmut Schmidt für Putin Verständnis äußert, es ein ein Jahr nach der Hamburger Sturmflut geborener ehemaliger BILD-Zeitungs-Chefschreiberling, der zum Pendant für Intellektuelle gewechselt ist, wagen darf, seine Äußerungen als wirr, verstiegen, billig und arrogant zu bezeichnen. Heutzutage braucht man keine Lebenserfahrung mehr, heute benötigt man nur griffige Begriffe (ich habe das absichtlich so formuliert), um jemanden, der mich in meinem Mainstream-kompatiblen Verstehen der Welt stört, in einer indiskutablen Schublade zu versenken.

Es ist wirklich eine geniale Inszenierung. Genial, weil niedrige Geschwindigkeiten kaum wahrgenommen werden. Wahrgenommen wird das Tempo, mit dem die Krim wieder russisch wird, nicht wahrgenommen wird die Geschwindigkeit, mit dem die Israelis die Palästinenser erwürgen oder sich die NATO an die Ostgrenzen Russlands herangearbeitet hat. Und diejenigen, die glauben, die Stationierung von NATO-Raketen in Polen sei etwas Neues, der mag sich zur Vorgeschichte der Kuba-Krise schlau machen. Vielleicht haben die Russen ja 60 Jahre später weniger Probleme mit Raketenstellungen, die 1.500 Kilometer von Moskau entfernt stehen. Und dem freiheits- und Demokratie liebenden westlichen Verteidigungsbündnis kann man nix Schlechtes unterstellen: Was soll an Freiheit und Demokratie schlecht sein. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt!

Einkreisung Russlands durch die NATO [15:06]

Veröffentlicht am 05.01.2015
Christoph Hörstel im Interview mit iranischem Rundunk über die aktuelle Weltpolitik um Russland.
Quelle AntikriegTV: https://www.youtube.com/watch?v=WTUNT...

Sprache: genauso, wie wir inzwischen Gesundheits- statt Krankenkassen haben – man sehe sich nur die Chipkarten an, alleine vom Anblick läuft man schon Gefahr, wieder gesund zu werden –, haben wir schon länger keine Kriegs- sondern Verteidigungsbündnisse. Das Böse, das hat noch ’ne Achse – wie im Zweiten Weltkrieg, die sind halt altmodisch, diese Hinterwäldler-Terroristen –, und die Guten, die machen eine Koalition der [Gut-]Willigen, und die Pommes, die sind nicht mehr »french« sondern »freedom«, das macht sich so einfach alles besser. Unser Gehirn funktioniert halt so… Und wir etikettieren die Dinge so, daß es leichter und ohne die Verwendung zerebraler Kau- und Verdauungsmechanismen ins Hirn reingeht und wir keinesfalls falsch verstanden werden!

Dass sich Putin durch Schlagworte wie »Demokratie« oder »Freiheit«
nicht hat beruhigen lassen ist für den Westen – vor allem westliche Politiker – angeblich und empörenderweise kaum nachvollziehbar. Wo doch der Westen der übrigen Welt seit Jahrhunderten nur Gutes bringt! Die Tatsache, dass der Westen Putins Handeln nicht verstehen kann (»Herr Doktor, Herr Doktor, mein Mann muß doch mal vertstehen, daß er mal den Müll rausbringen muß – schnief! Als Psychotherapeut sage ich: Nicht-Verstehen macht Macht! – ebenfalls absichtlich so formuliert), kann man jetzt – je nach politischer Couleur – Putin oder dem Westen anlasten. Putin hätte nicht anders handeln können, aber der Westen hätte Putin verstehen, seine Beweggründe respektieren und auf ihn eingehen können. 

Wie lange wollen diese demokratie-unfähigen Ukrainer denn noch auf ihrer Orangenen Revolution rumtrampeln, bis wir medien- und Political Correctness-hypnotisierten Westler kapieren, daß die es noch weniger auf die Reihe kriegen als die Griechen? Müssen unsere Kinder in zwanzig Jahren dann auch noch einen Rettungsschirm für die Ukrainer abbezahlen? Vielleicht ja nicht, weil die Griechen bis dahin ihre Schulden zurückgezahlt haben. Wie wahrscheinlich ist das denn? Und dieser alternativlose Rettungsschirm kettet unsere Kinder für die nächsten 30 Jahre an irgendwelche Finanzkonstrukten dran, und irgendwelche Finanzexperten erzählen uns was von angeblichen Fortschritten bei der Haushaltssanierung und dazu notwendigen Schuldenschnitten, und irgendwelche Leute werden sich wieder eine goldene Nase verdienen und können nicht zur Rechenschaft gezogen werden. Eigentlich müßte der Westen Putin sogar dankbar sein!

Und wenn diese hysterisch-bekloppte Timoschenko (es ist unglaublich, mit wem sich der Westen da gemein macht, da kann es eigentlich nur die Prügelstrafe geben!) und ihre übrigen Kollegen sich lange genug gestritten und sich genug Knete unter den Nagel gerissen haben, wenn die Menschen der Runden Tische überdrüssig und auf ihre politischen Leithammel stinkig werden: Wo lenkt man in einer solchen Situation das Aggressionspotential hin? Na, auf die bösen Russen auf der Krim. Und während die von dem ukrainischen Pöbel massakriert werden und die UNO eine Resolution nach der anderen verabschieden will und die USA ein ums andere Mal ihr Veto einlegen und eine Roadmap nach der anderen den Bach runtergeht, propagieren die politisch korrekten Deutschen einen Runden Tisch nach dem anderen. Und das Risiko soll Putin eingehen? (Wie heißt das in dem Witz: Ich mag zwar verrückt sein, aber ich bin nicht blöde!)

Aber wozu sollten wir die Finger von der Ukraine lassen und Putin zu verstehen suchen? Wir im Westen sind immer im Besitz der allein glückseligmachenden Wahrheit: ob sie jetzt Gott genannt wird oder Freiheit, Demokratie, freier Handel oder »Soziale« Marktwirtschaft. 

Wir dürfen Sklaven für uns arbeiten lassen, weil wir mehr wert sind als diese dreckigen Nigger, uns chinesische Märkte freischießen (was kann irgend jemand ernsthaft gegen freien Handel haben?), Südseeinsulaner, die ihre Schwänze nicht bei sich behalten können, anketten und auspeitschen (weil wir wissen, daß der Weg zu Gott über Enthaltsamkeit führt), Indianern ihre Büffel wegschießen und sie mit Pocken, und – wenn sie dann rundum-entwurzelt in den Reservaten hocken – mit Sozialleistungen und Alkohol versorgen, mit dem sie dann ihre Hilf- und Perspektivlosigkeit und ihren Frust wegsaufen können, Aboriginee-Kinder von ihren Eltern wegnehmen, ihnen ihre Kultur und ihre Identität stehlen (das hat uns die größte Demokratie der Welt ja vorgemacht) und ihnen gegen ihren Willen Kleider anziehen. Und wenn ihr Transpirationssystem das nicht aushält und sie mit Herz-Kreislauf-Versagen krepieren, dann haben sie halt Pech gehabt, ein ordentlicher Mensch zieht Kleider an!

Wir haben die Ideale des Glücks auf unsere Fahnen geschrieben und weinen Krokodilstränen über die wirtschaftlichen, ökologischen oder menschlichen Kollateralschäden und Tragödien. Das ist halt der Forschritt, und da kann man nichts machen. 

- Der Kannibalismus und die Doppelzüngigkeit des Westens (Post, 16.11.2014) 

Wir dürfen alles, weil wir die allumfassende Wahrheit auf unserer Seite haben. Wir nehmen die ganze Welt in den Würgegriff, und wer um sich schlägt, weil wir ihm zu sehr auf den Pelz gerückt sind, er in unserer liebevollen Umklammerung keine Luft mehr kriegt oder sonstwas nicht mehr aushält, den erklären wir zum Terroristen oder zum Geisteskranken. Wir haben keinen Respekt, vor nichts und niemandem und sind empört, wenn jemand unsere einzig mögliche Wahrheit relativiert. Wir sind die Guten, da bleibt für die anderen nur noch der Rest. Vor nichts haben wir Respekt, wir respektieren nur unsere Gier, deren Befriedigung wir kapitalistisch korrekt hinterherlaufen, und die wir für normal halten. Wir haben keinen Respekt vor anderen Kulturen, keinen Respekt vor anderen Religionen, keinen Respekt für das Denken anderer, keinen Respekt für andere Sitten und Gebräuche, keinen Respekt vor der Natur, keinen Respekt vor der Zukunft, am wenigsten aber – und das merken wir nicht, weil wir so mit unserer Gier beschäftig sind – haben wir Respekt vor uns selbst. Wir machen uns weis – und lassen uns weismachen, daß wir für uns sorgen, wenn wir uns vollstopfen. Aber letztendlich beuten wir damit nicht nur andere und die Welt sondern auch uns selber und unsere Würde aus … und lassen uns ausbeuten. Wir hängen uns freiwillig an jeden von der Wirtschaft zur Verfügung gestellten, süchtig machenden Tropf und bilden uns ein – und lassen uns einreden –, daß es uns damit besser geht. Je satter Du bis, je mehr Du frisst, je bunter die Bilder, je mehr die Kleider, je größer und schneller das Auto, desto besser geht es Dir.

Um zur Ukraine zurückzukommen, worauf ich aufmerksam machen will: 

Ich fürchte, mit seiner konsequent bemühten Ignoranz und verständnislosen Empörung hat sich der Westen selber ins Bein geschossen. 
Er ist unglaubwürdig geworden!

Heute Morgen sagte meine Schneiderin – sie ist Russin: »Ihr Deutschen seid ja so naiv! Demokratie? Welt nix Demokratie, Welt nix Freiheit. Welt Macht und Geld. Ihr immer »Demokratie und Freiheit!«, ihr seid wie kleine Kinder.«
Ich bemühe jetzt eine Verschwörungstheorie: die Idee vom militärisch-industriellen Komplex, kurz: MIK.
 Es gibt ein paar Dutzend Menschen, die sehr, sehr, sehr viel Geld verdienen wollen, nicht einfach nur viel. Und diese Menschen haben sehr, sehr, sehr viel Macht, nicht einfach nur Macht. Und diese Menschen haben die Mittel, ihre Vorstellungen durchzusetzen, indem sie Einfluss nehmen können auf die Wirtschaft, auf die Politiker und auf die Medien – und darüber auch auf uns kleine Menschen. Diese großen und mächtigen Menschen wollen ein System
permanenter, sich selbst verstärkender Abhängigkeit installieren. Beispiel Monsanto: ich kaufe das Saatgut und bin dann von dem Gift abhängig, dass dazu passt. Und an Kriegen kann man – siehe Halliburton – ganz ausgezeichnet verdienen. Es gibt Statistiken, die berechnen, mit wievielen Kriegstoten ein Arbeitsplatz geschaffen wird.
zu Halliburon und dem Irak-Krieg:
- Ich kann gar nicht so viel essen… (25.03.2006)

Das Aufeinandertreffen von gepolitischen und innerukrainischen Interessen einerseits
und politisch-kulturellen und wirtschaftlich-sozialen Interessen andererseits


Es gibt eine Krake, die die Welt unter ihre Kontrolle bringen will, und diese Krake breitet sich unter dem Fähnchen und unter dem Deckmantel von »Freiheit und Demokratie« aus. Das funktioniert aber nur, weil die Menschen daran glauben. Nach Immanuel Kant heißt Aufklärung, sich seines Geistes ohne Anleitung eines anderen bedienen zu können. Im Westen sieht es so aus, als sei die Aufklärung misslungen. Unsere Köpfe sind voll mit Gier nach Besitztum und Ablenkung (und wir lassen sie mit diesen gierigen Zielvorstellungen vollstopfen). Unser Interesse an Haben-Wollen ist größer als unser Interesse nach Wissen- und Verstehen-Wollen. Wir lassen uns unsere Gehirne vollstopfen mit Inhalten kurzer Halbwertszeit von Menschen, die daran verdienen, uns einfache und kurzlebige Wahrheiten zu verkaufen. Weil Pseudo-Wissen so billig zu haben ist, ist Wissen für die meisten kaum noch etwas wert. Wir wollen zufrieden sein und konsumieren.

Eine barbusige Schönheit mit zwei Sätzen darunter ist zerebral einfacher zu verarbeiten als ein Zeitungsartikel von einer DIN-A4 Seite. (Noch unangenehmer, wenn er schwer zu verstehen ist oder uns verstört.) Dummerweise ist die Manipulierbarkeit eines Gehirns reziprok zur Qualität seines Inhaltes. Das hat zur Folge, dass, je besser es uns geht, und je träger wir dadurch werden, wir umso leichter manipulierbar werden. Der Osten, mit weniger materiellen Gütern und Ablenkungen gesegnet, ist nicht so satt wie wir. Zwar hat die russische Bevölkerung etwas gegen Homosexuelle, aber das ist nicht Putins Schuld, und noch vor 40 Jahren war das bei uns genauso. Und wie stolz sind wir doch, wenn wir uns unsere Fingernägel in Regenbogen-Farben lackieren und diesem blöden Putin mal so richtig zeigen können, was eine Harke ist und wie liberal wir dagegen sind!
Je billiger und folgenloser ein Tabu-Bruch ist, desto lieber brechen wir – unterstützt von den unsere Scheinbedürfnisse erfüllenden Medien – Tabus. Je billiger und folgenloser ein Protest ist, desto lieber protestieren wir. Als 1968 zwei US-amerikanische Sportler auf dem Siegertreppchen die schwarz behandschuhte Faust reckten (vielleicht war ja in Mexiko auch nur die Luft so dünn), mussten diese einen anderen Preis bezahlen! 

Salute (trailer) [2:35]

Hochgeladen am 08.12.2009
DOXA Documentary Film Festival screening Salute on February 25, 2010 as part of DOXA's Motion Pictures series.

One of 2008's biggest documentary films is about to be unleashed onto screens Worldwide. SALUTE is a film by Matt Norman, the nephew of 200m Silver Medalist Peter Norman who was involved in one of the most powerful moments in Olympic history where Tommie Smith and John Carlos gave their Black Power Salute at the 1968 Mexico City Olympics. Being released through Paramount Pictures and Transmission films in Australia on the 24th of July 2008, and then around the world shortly after Salute promises to be a wake up to what's happening today especially with the 2008 Beijing Olympics just around the corner.

Production Company
Salute The Movie Pty Ltd - Matt Norman
The Actors Cafe Pty Ltd
www.theactorscafe.com

Writer: Matt Norman
Director: Matt Norman
Producer: Matt Norman

Paramount Pictures
Transmission Films

More about DOXA at http://doxafestival.ca and http://blog.doxafestival.ca

63 Black Power Salute [3:29]  [3:29]

Veröffentlicht am 06.04.2014
Number 63 from the channel 4 show 100 Greatest Sporting Moments,The 1968 Olympics Black Power salute was an act of protest by the African-American athletes Tommie Smith and John Carlos during their medal ceremony at the 1968 Summer Olympics in the Olympic Stadium in Mexico City. As they turned to face their flags and hear the American national anthem (The Star-Spangled Banner), they each raised a black-gloved fist and kept them raised until the anthem had finished. Smith, Carlos and Australian silver medalist Peter Norman all wore human rights badges on their jackets. In his autobiography, Silent Gesture, Tommie Smith stated that the gesture was not a "Black Power" salute, but a "human rights salute". The event is regarded as one of the most overtly political statements in the history of the modern Olympic Games.

Es gab auch Boxweltmeister, die für ihre Überzeugung riskierten, ins Gefängnis zu gehen. 

"The Trials of Muhammad Ali": Boxing Champ's Refusal to Serve in Vietnam Was The Fight of His Life [14:39]


NBC News - Muhammad Ali on not going to war [6:47]


Heute ist es für einen Boxweltmeister erheblich lukrativer, in die Politik zu gehen, zumal, wenn er von einer vor Begeisterung blinden Presse begleitet wird. (»Wir sind Präsident!«) 
Wir werden sehen, welcher Boxweltmeister eine längere Halbwertszeit hat…




- Klitschko bittet Berlin um Hilfe bei Mauerbau (Handelsblatt, 12.09.2014) 

Berlin. Der Bürgermeister von Kiew, Vitali Klitschko, hat Deutschland um Hilfe für den Bau einer Mauer an der Grenze der Ukraine zu Russland gebeten. „Wir würden uns richtig freuen, Unterstützung von allen Freunden der Ukraine zu bekommen“, sagte Klitschko am Freitag in Berlin. Aus Deutschland sei dabei Hilfe „jeder Art“ willkommen. Klitschko – ein Weggefährte von Präsident Petro Poroschenko – nannte als Beispiele finanzielle Unterstützung und Hilfe durch „Know-How“.

Was will ich damit sagen?

Wir haben vergessen, wo der Feind steht. Wir haben vergessen, wie es ist, sich Überzeugungen zu erarbeiten, für seine Überzeugungen einzutreten und den Preis dafür zu zahlen. Wir lassen uns in Atem halten und fühlen uns so lebendig. Wir fühlen uns mit unserer Erregung wohl, weil sie gibt uns die Illusion, dabei zu sein, teil zu haben, berührt zu werden von der Welt. Wir haben uns an den Füllungszustand unseres Magens und unseres Gehirns und die Leichtigkeit, mit der ein solcher hergestellt werden kann, gewöhnt. Unser satter Magen und unser satter Geist treten die Forderung der Aufklärung mit Füßen. Wir haben es nicht mehr nötig. Und weil wir glauben, es nicht mehr nötig zu haben, werden wir nicht mehr für voll genommen. Der militärisch-industrielle Komplex (der uns schon immer als Stimmvieh betrachtet hat), der dort beheimatet ist, wo wir unsere Freunde wähnen, auf der einen Seite und Putin auf der anderen Seite nehmen uns nicht mehr für voll. Und dafür werden wir in absehbarer Zeit den Preis zu bezahlen haben. Wir laufen Idealen hinterher, die es so wenig gibt, wie Marshmellows bei Löwen und Zebras, von denen wir uns aber gerne glauben machen lassen, sie seien real. Das beruhigt dann wieder. Weil: weniger als eine heile Welt, die uns täglich aus der Flimmerkiste ins Hirn strahlt, halten wir nach einer bestimmten Menge TV-Konsum inzwischen nicht mehr aus.


 Kleine, naive Kinder!

Und wenn wir nicht aufpassen, werden wir gefressen. Da hilft uns auch nicht die NATO, da helfen auch keine Pershings und keine blaubehelmten Friedenstruppen, keine UNO und kein runder Tisch, keine Demos und keine Political Correctness.

Der Ruck der durch uns gehen muss, für den gibt es nämlich keinen gesetzlichen Anspruch, und für den kann der Staat nichts tun (falls dieser oder überhaupt ein Staat überhaupt ein Interesse daran hat), der ist nämlich nicht an irgendjemand anderen delegierbar. Solange das Produzieren von Aufgeregtheiten und danach deren Beruhigung attraktiver sind als das Verstehen, ziehen andere an den Fäden, und wir glauben nur, dass wir uns bewegen.


George Carlin "The American Dream" Best 3 Minutes of His Career [3:12]

Hochgeladen am 01.08.2010 
This video has been claimed falsely by WMG several times, and I am arguing with Youtube about it's content, but here is a transcript also: "There's a reason education SUCKS, and it's the same reason that it will never, ever, ever be fixed. It's never going to get any better, don't look for it, be happy with what you've got. Because the owners of this country don't want that. I'm talking about the REAL owners, now. The REAL owners, the BIG WEALTHY business interests that control things and make all the important decisions -- forget the politicians. The politicians are put there to give you the idea that you have freedom of choice. YOU DON'T. You have no choice. You have OWNERS. They OWN YOU. They own EVERYTHING. They own all the important land, they own and control the corporations; they've long since bought and paid for the Senate, the Congress, the State houses, the City Halls; they've got the judges in their back pockets, and they own all the big media companies so they control just about all the news and information you get to hear. They gotcha by the BALLS. They spend billions of dollars every year lobbying -- lobbying to get what they want. Well, we know what they want -- they want MORE for themselves and less for everybody else. But I'll tell you what they don't want. They DON'T want a population of citizens capable of critical thinking. They don't want well-informed, well-educated people capable of critical thinking. They're not interested in that, that doesn't help them. That's against their interests. That's right. They don't want people who are smart enough to sit around the kitchen table and figure out how badly they're getting FUCKED by system that threw them overboard 30 fuckin' years ago. They don't want that. You know what they want? They want OBEDIENT WORKERS. OBEDIENT WORKERS. People who are just smart enough to run the machines and do the paperwork, and just dumb enough to passably accept all these increasingly shittier jobs with the lower pay, the longer hours, the reduced benefits, the end of overtime, and the vanishing pension that disappears the minute you go to collect it. And now they're comin' for your SOCIAL SECURITY MONEY. They want your fuckin' retirement money. They want it BACK. So they can give it to their criminal friends on Wall Street. And you know something? They'll get it. They'll get it ALL from you sooner or later -- 'cuz they OWN this fuckin' place. It's a big CLUB. And YOU AIN'T IN IT. You and I are NOT IN the big club. By the way, it's the same big club they use to beat you over the head with all day long when they tell you what to believe. All day long, beating you over the in their media telling you what to believe -- what to think -- and what to buy. The table is tilted, folks. The game is rigged. And nobody seems to notice. Nobody seems to care. Good honest hard-workin people -- white collar, blue collar -- doesn't matter what color shirt you have on. Good honest hard-workin people CONTINUE -- these are people of modest means -- continue to elect these RICH COCKSUCKERS who don't GIVE a fuck about them. They don't give a fuck about you, they don't GIVE A FUCK ABOUT YOU. T HEY DON'T CARE ABOUT YOU -- AT ALL. AT ALL. AT ALL. You know? And nobody seems to notice, nobody seems to care ... that's what the owners count on, the fact that Americans will probably remain willfully ignorant of the big red, white and blue dick that's being jammed up their assholes every day. Because the owners of this country know the truth -- it's called the American Dream ... 'cuz you have to be asleep to believe it."
George Carlin's Final Words To The World...
George Carlin on "The American Dream".

In Wahrheit bewegt uns jemand anderes, und der sieht uns als Milchkuh, verdient an dem Futter, das wir kaufen und an der Milch, die wir geben. Wenn er besonders gut ist – und Ihr könnt sicher sein, die Kerle werden immer besser –, verkauft er uns auch noch das Heu, auf dem wir stehen und den Strick um unseren Hals. Und wenn er so gut ist, wie ich befürchte, zahlen wir auch noch die Gebühren für den Schlachter…


Joan Baez - Here's to you, Nicola and Bart [3:07] Text

Hochgeladen am 30.11.2009
Wie heißt es so schön: Don’t wake up a slave, he may be dreaming, he’s free!
 

Also schlaft am besten weiter, Wahrheit ist anstrengend, unbequem und kostet darüber hinaus noch Energie!


Nachtrag – drei Artikel von den NachDenkSeiten:

Weitere Informationen zur Arbeitsweise des Netzes US-naher bzw. ideologisch gleichgerichteter Medien (26.02.2014)

Kritische Zeitgenossen, zu denen die NachDenkSeiten-Leserinnen und -Leser meist gehören, fragen sich gelegentlich, wie die Gleichschaltung der Meinungsbildung stattfindet. Mit Staunen hören und lesen wir zum Beispiel von der „Krim-Krise“, wenn die Vorgänge um die Krim und um die Ukraine gemeint sind. Zum Beispiel taucht immer wieder die Version auf, die rechtsradikale ukrainische Swoboda sei nur mit der Führung unbedeutender Ministerien gesegnet: mit Landwirtschaft und Umwelt und dem Job eines stellvertretenden Ministerpräsidenten. „Doch über viel Einfluss verfügen sie im Kabinett nicht.“ (FAS 23.3. S.4) Die Besetzung des Verteidigungsministeriums durch Swoboda wird „geschlabbert“. So im Heute Journal in der vergangenen Woche wie in der FAS vom 23. März. An Zufall kann man da wie bei vielen anderen Beispielen nicht glauben. Im Hintergrund arbeitet eine gut geschmierte Manipulationsmaschinerie. – Am vergangenen Freitag und am Donnerstag hatten wir auf die weit gehende Gleichrichtung vieler unserer Medien hingewiesen. Jetzt ist die Zusammenfassung der dort erwähnten Untersuchungen des Medienwissenschaftlers Uwe Krüger im Netz zugänglich. Außerdem hat uns ein anderer Nachdenkseiten-Leser auf seine Untersuchungen der „Atlantikbrücke“ aufmerksam gemacht.
Obamas reaktionärer Kindergarten und die Klatsche von Siemens und Schmidt  (27.02.2014)

Manchmal ist das echte Leben erleuchtender und aufklärender als jedes Kabarett. Obama und sein Häuflein der G 7 schicken das Schmuddelkind aus Moskwa vor die Tür und sinnieren laut über die notwendige Prügelstrafe, genannt Sanktionen statt Gesprächen. Schmuddelkind Russland müsse einen Preis zahlen. Wir vernehmen aufgeregtes Geschnatter statt des notwendigen Nachdenkens. Obama spottet Russland als Regionalmacht. Wir sehen Fotos mit den feixenden Sieben und wie sie sich wichtig tun. Und wir sehen, wie die beiden Zwerge aus Brüssel, Barroso und Rompuy, sich königlich freuen, weil der Onkel aus Amerika ihnen die Hand schüttelt. SpiegelOnline freut sich mit. Und dann kommen gleich zwei ordentliche Klatschen.  
Der langsame Wandel zur Oligarchie geht weiter. (28.02.2014)
So die Einschätzung von Paul Krugman: „Sechs der zehn reichsten Amerikaner sind bereits Erben und nicht Unternehmer aus eigener Kraft, und die Kinder der heutigen Wirtschaftselite starten von einer Position enormen Privilegs.“ Wie der französische Ökonom Piketty anmerkt, ist die Gefahr einer Entwicklung zur Oligarchie real und berechtigt zu wenig Optimismus. … „Großer Reichtum kauft großen politischen Einfluss – und das nicht nur mittels Wahlkampfspenden. Viele Konservative leben in der intellektuellen Blase von Denkfabriken und ihnen angeschlossener Medien, die letztendlich von einer Handvoll extrem reicher Geldgeber finanziert werden. Es ist nicht sonderlich überraschend, dass die Leute in dieser Blase instinktiv unterstellen, gut für Amerika sei das, was gut für die Oligarchen ist.  


Oligarchie (Wikipedia)

Bob Dylan: 30th Anniversary Concert Celebration (Trailer) [1:25]     [12:03] 


Veröffentlicht am 17.11.2014
On October 16, 1992, an impressive and eclectic group of artists gathered at Madison Square Garden in New York City for the purpose of celebrating the music of Bob Dylan on occasion of his 30th anniversary of recording.  
Text My Back Pages
Text Knockin' On Heaven's Door


Der Ukraine-Konflikt 3 – Westliche Naivität oder westliche Machtpolitik? (25.03.2014)


zuletzt aktualisiert am 19.01.2016


Donnerstag, 27. März 2014

Vor 74 Jahren – Frühjahr 1940: Einrichtung des KZ Auschwitz

Die Hölle auf Erden 

Auschwitz war das größte nationalsozialistische Konzentrations- und Vernichtungslager. Mindestens 1,1 Mio. Menschen wurden in dem Konzentrationslager 60 km westlich von Krakau ermordet, die allermeisten davon waren Juden. Die Stätte, die zum Symbol des Terrors und Völkermords während des Zweiten Weltkriegs wurde, war zunächst als Durchgangslager für etwa 10.000 polnische Gefangene gedacht, die von dort als Arbeitssklaven Richtung Westen gebracht werden sollten. Das Lager entwickelte sich dann jedoch zum Zentrum der Judenvernichtung
 
Heinrich Himmler (2.v.l.) mit Bauleiter Max Faust (M.) und KZ-Kommandant
Rudolf Höß (r.) auf der Baustelle der IG-Farben beim KZ Auschwitz, Juli 1942

Inspekteure der Sicherheitspolizei im Wehrkreis Schlesien hatten im Dezember 1939 ehemalige polnische Kasernen in der Auschwitzer Vorstadt Zasole als möglichen Standort eines Konzentrationslagers für oppositionelle Polen ausgemacht. Der Höhere SS- und Polizeiführer  für Schlesien suchte im Januar 1940 in Berlin um Genehmigung zum Beginn der Arbeiten nach und die SS-Führung begann Verhandlungen mit dem deutschen Heer, dem alle früheren polnischen militärischen Einrichtungen unterstanden. Ende April 1940 ordnete der Reichsführer SS, Heinrich Himmler, die Errichtung eines Lagers in Auschwitz an, im Mai 1940 trafen die ersten Transporte mit polnischen Gefangenen ein. 
 
Opfer des Lagers Auschwitz
980.000 Juden
78.000 Polen  
21.000Roma 
18.000 sowjetische Kriegsgefangene 
Harenberg –  Abenteuer Geschichte 2014 

Mittwoch, 26. März 2014

Heut vor 200 Jahren – 26. März 1814: In Paris stirbt der Erfinder der Guillotine

Das »humane« Fallbeil 

Dr. Joseph-Ignace Guillotin (1738-1814) war ein Menschenfreund, ein kultivierter Mediziner, der von den revolutionären Ereignissen 1788/89 in politische Ämter gespült wurde und sich um die Verbesserung der hygienischen Verhältnisse und die Ausbildung der Ärzte verdient machte. Zwar war er Gegner der Todesstrafe, da diese aber noch gängige Praktik war, setzte sich Guillotin dafür ein, dass sie »sauber« vollzogen würde, kurz und schmerzlos und auf die gleiche Art für Delinquenten alter Klassen. 
 
»Die Guillotine von Paris« (Kupferstich, 1793)

 Die Nationalversammlung beauftragte Antoine Louis, Mitglied der Akademie der Medizin, ein entsprechendes Instrument zu entwickeln. In Zusammenarbeit mit einem Handwerker konstruierte Louis ein Fallbeil, das im April 1792 an Leichnamen erstmals ausprobiert und vom Volk »Louisette« getauft wurde. Bald waren landesweit 50 dieser »nationalen Rasiermesser« in Betrieb, das Fallbeil wurde rasch zum Symbol der Terrorphase der Französischen Revolution. Allein in Paris starben während der Revolution fast 20.000 Menschen auf dem Schafott. Erst eine Zeitung prägte später den Namen »Guillotine« für die Hinrichtungsmaschine, deren Entwicklung Guillotin begleitet hatte. Bis zu seinem Tod, heute vor 200 Jahren, fühlte sich Dr. Guillotin falsch verstanden. 

Was am 26. März noch geschah: 
1995: Mit dem Inkrafttreten des Schengener Abkommens verzichten sieben EU-Staaten auf Grenzkontrollen an den Binnengrenzen. 
Harenberg – Abenteuer Geschichte 2014