Samstag, 7. Juni 2014

Leseempfehlungen für den 7. Juni 2014

- Der Kampf ums Endlager (Telepolis, 05.06.2014)
Frankreichs erstes Endlager für hochradioaktiven Atommüll gilt als unterirdisches High-Tech-Projekt und bleibt dennoch umstritten 
Zwischen Paris und Nancy soll das erste französische Endlager für hochradioaktiven Atommüll entstehen. Doch auch im Land der Atomkraft gibt es Widerstand. Die Energiekonzerne versuchen indes alles, um die Öffentlichkeit von dem Mammutprojekt zu überzeugen und kaufen sich in die Region ein. Ab 2030 sollen dort 240.000 Fässer für bis zu 100.000 Jahre gelagert werden.

- Nullzins, Strafzinsen und demnächst unbegrenztes Gelddrucken (Telepolis, 05.06.2014)
Die Europäische Zentralbank (EZB) greift zu immer ungewöhnlicheren Maßnahmen und steigt damit auch immer tiefer in den Währungskrieg ein 
Mit großer Spannung war die Zinssitzung der EZB an diesem Donnerstag erwartet worden. Notenbank-Chef Mario Draghi hatte bei denen große Erwartungen bei denen geweckt, die wie Heroinabhängige auf den nächsten Schuss - die nächste Geldspritze -gewartet haben und sie wurden nicht enttäuscht. Draghi hatte schon im Mai angekündigt, beim "nächsten Mal" (im Juni) handeln zu wollen. Im bisher unbekannten Einklang haben die Mitglieder des EZB‑Rats in den vergangenen Wochen Bürger und Börsen auf Schritte eingestimmt. Die Frage war, ob die EZB den Leitzins vom historischen Tiefstand von 0,25% weiter senkt, den lange debattierten Strafzins für Einlagen bei der EZB einführt oder sogar sofort die Notenpresse wieder in Gang setzt.


- Akt der Verzweiflung (junge Welt, 07.06.2014)
Europäische Zentralbank genügt Einsteinscher Definition von Wahnsinn. Doch staatliche Eingriffe zur Ankurbelung der Wirtschaft stünden unter Sozialismusverdacht

- Finanzmarkt – IWF warnt Großbritannien vor Immobilienblase (Deutsche Wirtschafts Nachrichten, 06.06.2014)
Der Internationale Währungsfonds warnt Großbritannien vor einer drohenden Immobilienblase. Viele Hauskäufer würden sich über ihre Verhältnisse verschulden, um eine Immobilie zu finanzieren. Die Häuserpreise in Großbritannien sind seit dem letzten Jahr um mehr als 11 Prozent gestiegen. 

Mein Kommentar:
Toll, daß der IWF warnt. Großbritannien wird nun unverzüglich handeln!

- Schuldenkrise – Vorstufe zur Schulden-Union: EZB-Bazooka verschärft die Krise (Deutsche Wirtschafts Nachrichten, 06.06.2014)
Die EZB kauft sich mit der neuesten Geldschwemme Zeit. Analysten erwarten eine Verschärfung der Krise. Am Ende kann die gemeinsame Schuldenhaftung in Europa stehen.
 
- Finanzmärkte – SEC nimmt Hochfrequenzhandel und Dark Pools ins Visier (Neue Zürcher Zeitung, 06.06.2014)
(reu) Die US-amerikanische Börsenaufsicht SEC geht gegen den umstrittenen Hochfrequenzhandel in die Offensive. Die Chefin der Behörde, Mary Jo White, will auch undurchsichtige Geschäfte ausserhalb der Aktienmärkte ins Visier nehmen, wie sie am Donnerstag in New York ankündigte.

- Gedanken zur aktuellen Debatte um die Zins- und Geldpolitik der EZB und zum seltsamen Zustand des Kapitalmarktes (NachDenkSeiten, 06.06.2014)
Es wird uns ja einiges zugemutet in der aktuellen Debatte um die Zins- und Geldpolitik, und damit zugleich um die weitere und notwendige Wirtschaftspolitik in Europa. Ich formuliere dazu einige Gedanken, die als Anstöße zum Weiterdenken und richtigen Hinterfragen gedacht sind. Dabei muss auch einiges eher Grundlegendes zum Funktionieren eines Kapitalmarktes gesagt werden.

- Der Crash als Lösung? (Telepolis, 05.06.2014)
Matthias Weik und Marc Friedrich halten den Zusammenbruch des Weltfinanzsystems für unvermeidlich 
Die Wirtschaftswissenschaftler Matthias Weik und Marc Friedrich veröffentlichten vor zwei Jahren ein Buch über die Finanzkrise, das zum Überraschungserfolg wurde und sich fast zwei Jahre lang in der Bestsellerliste hielt: Der größte Raubzug der Geschichte - Warum die Fleißigen immer ärmer und die Reichen immer reicher werden. In ihrem neuen Buch Der Crash ist die Lösung propagieren sie, dass der große Zusammenbruch des Weltfinanzsystems erst noch kommt und unvermeidlich ist.

 
- Nichts als Nebelkerzen (junge Welt, 07.06.2014)
Hintergrund Die von Wirtschaftsverbänden lancierte Kampagne gegen das Rentenpaket ­verschleiert wirkungsvoll, worum es eigentlich geht: Das Rentenniveau sinkt seit Jahren, die große Mehrheit wird im Alter nicht mehr menschenwürdig leben können


Georg Schramm: Lebenserwartung und Kosten von Arbeitslosen [9:27]

Veröffentlicht am 30.12.2015
Ein bemerkenswerter Auftritt von Georg Schramm!

- Baschar al-Assad gewinnt Präsidentenwahl in Syrien (Telepolis, 05.06.2014)
Für die westlichen Demokratien sind die 88,7 Prozent der Stimmen nur Ergebnis einer Wahl-Farce. Für den Amtsinhaber ist es ein Ausweis dafür, dass ein großer Teil der Bevölkerung hinter ihm steht 
Nach Ägypten hat auch das nächste autoritär und mit brutalen Repressionen geführte arabische Land eine Präsidentschaftswahl abgehalten: Gestern gab das Oberste Verfassungsgericht in Syrien das Ergebnis bekannt: Amtsinhaber Baschar al-Assad erreichte nicht die stolzen Werte des ägytischen Wahlsiegers (96 Prozent), aber 88,7 Prozent der Stimmen, in absoluten Zahlen 10,3 Millionen, sind ein Wert, an dem keiner so leicht vorbeikommt, der al-Assad abspricht, dass er eine Legitimationsbasis in der Bevölkerung hat.



Kommentar von mir:
Angesichts der Ergebnisse des Arabischen Frühlings, der Situation in Tunesien, in Ägypten, Syrien, Libyen und der Ukraine muß man sich fragen, ob solche Leute wie Saddam Hussein nicht das kleinere Übel sind. Der Preis ist hoch!
Ich verweise nochmals auf das Video der Talkrunde bei Anne Will
Und bevor wir zu Taten schreiten, sollten wir uns bewußt machen, von wem wir die Informationen beziehen, die uns zu unseren Überzeugungen bringen… (Rote Linie, Rattenlinie in Die neuste Lettre)
Abgesehen von der Deutschen Wiedervereinigung habe ich bei allen Umstürzen in den letzten vierzig Jahren erlebt, daß
1. die Oppositionsgruppen zerstritten waren, sie zusammenhielten, so lange das Regime, welches sie bekämpften, noch an der Macht war, aber nach dem Umsturz die unterschiedlichen Vorstellungen über lange Zeit eine stabile Situation verhinderten,
2. sich in die Unruhen wirtschaftliche Interessen von Oligarchen oder Konzernen einmischten und die daraus entstehende Situation – sowohl politisch wie auch wirtschaftlich – in sehr hohem Maße von pekuniären Interessen geprägt wurde.
3. sich der Westen, der sich Freiheit und Demokratie auf die Fahnen geschrieben hat und somit vorgibt, ein besonderes Recht zu seinen Interventionen zu haben, in sein Handeln ebenfalls – wie bei Punkt 2 – in hohem Maße wirtschaftliche und machtpolitische Interessen einfließen läßt.
Daraus ergibt sich in besonderem Maße eine hohe Verantwortung für den Journalismus. Ich empfehle Medienkoknsumenten dringend, bei dem Konsum von sogenannten »Nachrichten« genau auf die Sprache und zwischen Sachinformation und Interpretation zu unterscheiden.
Ich empfehle ebenfalls einen Blick auf den Umgang mit von den vom Regierungsstandpunkt abweichenden Meinungen in den jeweiligen Machtsystemen. Vielleicht würde Putin mit Oppositionellen anders umgehen, wenn ihm eine Medien- und Konsumlandschaft wie sie der Westen hat, zur Verfügung stünde.

Und als letztes empfehle ich neben der Lektüre der Mainstream-Medien auch die Lektüre alternativer Medien. Hier dürfte man feststellen, daß in den Mainstream-Medien über manche Vorgänge gar nicht (siehe die erzwungene Landung von Evo Morales), auf eine bestimmte Weise (Sturz von Salvador Allende) oder mit zeitlicher Verzögerung berichtet wird.



- Kipping ./. SPIEGEL – Listige Linke mit linkischer Liste? (Telepolis, 05.06.2014)
Das politische Society-Magazin DER SPIEGEL glänzte jüngst mit einer offenbar durchgestochenen Liste, mit der sich anscheinend Strategen der Linkspartei in ihren Intrigen abstimmen wollten. Unter der Überschrift "Führungspersonal, Prämissen, personelle No-Gos und zu schützende Personen" listet das Papier angeblich detailliert auf, wie potenzielle Widersacher kaltgestellt werden könnten, schreibt DER SPIEGEL. So hatte u.a. der Wiedereinzug der Abgeordneten Halina Wawzyniak in den Bundestag verhindert werden sollen. Die Rechtsanwältin machte sich als Netzpolitikerin einen Namen, pflegte mit dem Verfassungsschutz ein gegenseitiges Beobachtungsverhätnis und sitzt für DIE LINKE in der G10-Kommission zur Überwachung der Überwacher. Nach der SPIEGEL-Kolportage trat Wawzyniak als stellvertretende parlamentarische Geschäftsführerin der Fraktion zurück, da "die Grenze des Zumutbaren erreicht" sei.


- "Vegane Kinderernährung ist eine Form der Körperverletzung" (Telepolis, 05.06.2014)
Uwe Knop über den Veganismus-Hype Debatten über gesundes Essen und Veganismus bestimmen den Zeitgeist und nehmen immer wieder sakrale Züge an. Der Diplom-Ökotrophologe Uwe Knop widerspricht der neuen Ernährungsreligion.

- „Wir haben eine Verpflichtung“ (der Freitag, 06.06.2014)
Ein Jahr NSA-Skandal Hans-Christian Ströbele über den größten Spionageskandal der Weltgeschichte und sein Treffen mit Edward Snowden

- "Snowden würde direkt ins Gefängnis wandern" (der Freitag, 04.06.2014)
NSA-Skandal Edward Snowden kann nicht mit einem fairen Verfahren rechnen, solange das Gesetz nicht reformiert wird. Der Whistleblower Daniel Ellsberg hat es am eigenen Leib erfahren

- Folge 168: Glenn Greenwald (Englisch) (der Freitag, 03.06.2014)
Jung & Naiv Was geht uns der NSA-Skandal schon an? Ist Überwachung wirklich so schlimm? Was spielt Obama bei dem Ganzen für eine Rolle? Und kann Merkel etwas gegen Überwachung tun?

- Real verliert Ehrengast (der Freitag, 03.06.2014)
Spanien König Juan Carlos hat sich in den Ruhestand verabschiedet und überlässt seinem Sohn Felipe den Thron. Das Land wird daran nicht zerbrechen

- "Ich habe Hoffnung" (der Freitag, 04.06.2014)
Tiananmen-Massaker Anlässlich des 25. Jahrestages diskutieren drei Demonstranten und ein Politikwissenschaftler die Frage, wie das Blutbad das China von heute geprägt hat

- Panzerkrieg am D-Day (junge Welt, 07.06.2014)
70. Jahrestag der Landung der Alliierten in der Normandie: Putin spricht mit Merkel, Obama und Poroschenko. Kiew verstärkt Truppen und Belagerung von Städten in Ostukraine

- Polizei prügelt Flüchtlinge (junge Welt, 07.06.2014)
Beamte lösen Sitzstreik der Gruppe »Lampedusa in Hamburg« brutal auf

Volker Pispers – Der faschistische Franzose [10:06]

Hochgeladen am 20.08.2011

- Chance für Assad (junge Welt, 07.06.2014)
Riesenaufgaben vor dem alten und neugewählten Präsidenten. G-7-Staaten besorgt wegen der Rückkehr eigener »Gotteskrieger« in die Heimatländer

- Seattle verdient mehr (junge Welt, 07.06.2014)
Linke Basisbewegung erreicht in Nordwest-Metropole den US-weit höchsten Mindestlohn

- Das Leben im Aufstand (junge Welt, 07.06.2014)
Gut gegen Böse: Ein neuer polnischer Film zeigt unbekannte Dokumentaraufnahmen aus dem Warschau des Jahres 1944

- Ort des Schmerzes (junge Welt, 07.06.2014)
Am 10. Juni 1944 zerstörte die SS-Division »Das Reich« das französische Dorf Oradour und ­ermordete 642 Einwohner. Die Täter blieben bis heute größtenteils unbehelligt

- Bildung schützt vor Armut nicht und Armut behindert Bildung (NachDenkSeiten, 06.06.2014)
Über Bildung wird seit jeher viel diskutiert. Mit der in den letzten Jahren und Jahrzehnten zunehmenden sozialen Ungleichheit im Land haben solche Diskussionen weiter zugenommen. Meist wird hierbei der Anschein vermittelt, Bildung bedeutet soziale Absicherung. Bildung schütze vor Armut. Bildung für alle – und schon ginge es allen gut. Dass es sich hierbei vor allem um eines, nämlich einen kleinbürgerlichen Irrglauben, eine Chimäre sozusagen handelt, ist Armuts- und Ungleichheitsforschern jedoch bekannt (1).

GeorgSchramm - Systematische Volksverdummung durch die Medien [10:41]

Hochgeladen am 11.01.2009
Georg Schramm über die gezielte systematische Volksverdummung durch die heutige Medienlandschaft.

- Hinweise des Tages II (NachDenkSeiten, 06.06.2014)

- Frau Fried fragt sich – Was an Gutmenschen schlecht sein soll (Cicero, 06.06.2014)
Gutmensch. Ein Kampfbegriff, um unliebsame Diskurse abzuwürgen. Unsere Kolumnistin hat beschlossen, den Titel als Auszeichnung zu betrachten

- US-Überwachung – „Das erinnert an 1933“ (Cicero, 06.06.2014)
Edward Snowden war nicht der erste Whistleblower des US-Geheimdienstes NSA. Lange vor ihm gab es einen Mann, der seinerzeit zu den fähigsten Computerspezialisten zählte und zum Vorbild des jungen Hackers wurde: William Binney, Mathematiker und früherer Technikchef der NSA. Im Interview erzählt er, warum er sich um die Demokratie in den USA sorgt

- Rechtsruck in Europa – Die ewigen Opfer einer feindlichen Welt (Cicero, 06.06.2014)
Der Erfolg rechtslastiger Parteien ist gar nicht so sehr ein Bekenntnis zu extremen Positionen, sondern eher Ausdruck eines tief sitzenden Unterlegenheitsgefühls. Ein Beitrag in Kooperation mit dem Tagesspiegel

- Europa – Die toxische Nationalsuppe brodelt (Cicero, 06.06.2014)
Europa ließe sich gut erzählen: Freiheit, Sicherheit, Menschenrechte. Doch die überzeugten Europäer bleiben lieber stumm und lassen sich von den Feinden Europas einschüchtern. Ein Beitrag in Kooperation mit dem Tagesspiegel

- Handel – Deutsche Exporte: Einbruch bei Schwellen-Ländern (Deutsche Wirtschafts Nachrichten, 06.06.2014)
Die Exporte deutscher Unternehmen ins Nicht-EU-Ausland brachen im April um 5,7 Prozent ein. Besonders der Handel mit Russland wurde durch die Ukraine-Krise stark belastet. Die Ausfuhren dorthin gingen im ersten Quartal um 13 Prozent zurück.

- Griechenland – Angst vor den Leichen im Keller: Griechenland findet keinen Finanzminister (Deutsche Wirtschafts Nachrichten, 06.06.2014)
In Griechenland wechselt der Finanzminister auf den Posten des Zentralbankchefs - wohl, um die Unabhängigkeit der Notenbanken von der Politik zu dokumentieren. Den Job als Finanzminister will allerdings keiner haben - alle fürchten, dass im Sommer etlichen Leichen im Keller gefunden werden. Daher haben die Griechen nun die Sommerpause vorgezogen.  

- Ukraine-Konflikt – Entspannung in der Normandie: Putin trifft Obama (Deutsche Wirtschafts Nachrichten, 06.06.2014)
Am Rande der D-Day-Feierlichkeiten trafen US-Präsident Obama und Russlands Präsident Putin zusammen. Obama äußerte zuvor die Hoffnung, dass sich Putin „in eine neue Richtung bewegt“. Andernfalls seien die G7 bereit, den Druck auf Russland zu erhöhen.

- Kachelmann als Gerichtsreporter im Fall Schwarzer? (Telepolis, 06.06.2014)
Alice Schwarzer muss laut Medienberichten befürchten, dass ihre Selbstanzeige wegen Steuerhinterziehung durch neue Erkenntnisse ungültig wird 
Prominente als Gerichtsberichterstatter einzusetzen, die nicht sachkundig sind, aber zur Sache eine vorgefasste Meinung haben, die sie in der Öffentlichkeit zur schrillen Marke machen, ist für die auftraggebende Zeitung ein Geschäft mit wenig Risiko. Für den prominenten Gastschreiber sieht das anders aus. Das Aufsehen war groß, als im Herbst 2010 bekannt wurde, dass die Feministin Alice Schwarzer für die Bild-Zeitung berichten werde (Bild setzt Alice Schwarzer auf Kachelmann an), ausgerechnet für eine Zeitung, deren Nacktbilder und Suggestiv-Überschriften Frauen auf eine Weise präsentieren, die Feministinnen jahrelang auf die Palme brachten.

- Hausfrau, Gefangene und Lebenskünstlerin (Telepolis, 06.06.2014)
Sex vor der Ehe ist längst nicht für alle türkischstämmigen Mädchen ein Tabu. Ändert sich ihre Einstellung zur Sexualität gerade? 
Eine der ersten Untersuchungen über die Sexualität von türkischstämmigen Mädchen und junger Frauen in Deutschland legt nahe, dass sich ihre Einstellungen ändern - die Werte, die sie in Fragen von Sexualität und Erziehung vertreten, sind moderner als bisher angenommen. In einer qualitativen Fallstudie mit dem Titel Türkeistämmige Mädchen in Deutschland. Erziehung – Geschlechterrollen – Sexualität schälten sich vier Gruppen heraus: 1. Heiratsmigrantinnen, 2. konservative Mädchen, 3. Lebenskünstlerinnen und Krisenbewältigerinnen, 4. liberale Mädchen. Verfasser der Studie ist Ahmet Toprak, Professor für Erziehungswissenschaften an der Fachhochschule Dortmund und Autor zahlreicher Bücher über die Lebenswelt von türkischen Migranten in Deutschland.

- Patriot und Realpolitiker (junge Welt, 27.05.2014)

Am Sonntag ist der letzte Präsident der Volksrepublik Polen, Wojciech Jaruzelski, verstorben

Kommentar von mir:
Beinah wär’ mir diese Nachricht durch die Lappen gegangen.
Jaruzelski ist für mich der am meisten unterschätzte und mißverstandene Politiker der Nachkriegszeit, der aus meiner Sicht für Polen ähnlich viel getan hat wie Lech Wałęsa. Er hatte die undankbare Aufgabe, den Bösen zu spielen, um die Sowjets von einer militärischen Intervention abzuhalten. Aus dem, was damals geschah, können wir vielleicht einiges für die Ukraine lernen…

Freitag, 6. Juni 2014

Die nächste Programmbeschwerde

„Ich hätte nie gedacht, dass so eine schrille Art der politischen Kommunikation 100 Jahre nach Ausbruch des 1. Weltkrieges möglich ist“ - 

 Der letzte und auslösende Anlass war ein Beitrag in den Tagessthemen. Am 20. Mai 2014 kündigte Tagesthemen-Moderatorin Caren Miosga einen Beitrag an, in dem Demonstrationen gegen die Abspaltung der Ostukraine gezeigt wurden. Zu denen hatte der Oligarch Rinat Achmetow aufgerufen. Der Beitrag behauptet eine massenhafte Teilnahme, blieb aber bei den Bildern eigenartig zurückhaltend. Mit Grund, wie sich Tage später erwies. Ein Video, das auf der Plattform YouTube hochgeladen worden war, zeigte im Stadion nur einige Hundert Demonstranten. Kameraperspektive und Bildausschnitt waren in dem ARD-Beitrag so gewählt worden, dass es nach einer hohen Beteiligung aussah. Ich habe per E-Mail Redaktion und Beteiligte damit konfrontiert, ohne Ergebnis. Doch ich wollte der ARD eine Chance geben. Schließlich hätte ja auch das Video manipuliert sein können. Erst nachdem keine Reaktion erfolgte, entschloss ich mich zu einer offiziellen Beschwerde. Seien wir einmal ehrlich: Warum haben die Tagesthemen denn keine Totale gewählt, wenn sie die Chance dazu hatten? Das wäre für die Redaktion doch ein schlagender Beweis für Achmetows Erfolg gewesen und niemand hätte gezweifelt. Aber nichts davon.
mehr:
- Ukraine-Berichterstattung: Programmbeschwerde beim Rundfunkrat (Interview mit Stefan Slaby, Hintergrund, 05.06.2014)

zu Stefan Slaby:
- Stefan Slaby, Paranoiker ... (Wolfgang Lieb, Die Propagandaschau, 07.02.2016)

mein Kommentar:
Mir ist unklar, wie sich Leute so untereinander beharken können, aber es ist eine andere Sicht, und die gehört auch hierher!

zum Video mit dem Tagesthemen-Bericht über die Achmetow-Initiative:
- Unsere Qualitätsmedien: Das sind keine Irrtümer; das sind Lügen, Propaganda und Zensur! (Post, 09.12.2014)
aktualisiert am 26.02.2016


Die neuste Lettre

ROTE LINIE, RATTENLINIE

Der 76jährige Journalist Seymour Hersh gilt als bedeutendster Enthüllungsjournalist der Welt. Er ist erfahren und unbescholten. Seine Aufdeckung des Massakers im vietnamesischen My Lai oder der Folter im Abu-Ghraib Gefängnis während des Irakkriegs machten ihm weltberühmt. 

Seine Analyse „Rote Linie, Rattenlinie“ ist eine detektivische Rekonstruktion der Ereignisse um den Giftgaseinsatz in Syrien am 21. 8. 2013. Hat die US-Regierung gelogen, um eine Militärintervention zu rechtfertigen? Erstmalig auf deutsch!


SICHERHEIT UND SÖLDNER

Das größte private Sicherheitsunternehmen der Welt in Aktion 

(…) 

G4S hat seinen Sitz in der Nähe von London und wird an der dortigen Börse gehandelt. Der Öffentlichkeit größtenteils unbekannt, operiert das Unternehmen in 120 Ländern; mit 620 000 Beschäftigten ist es hinter Walmart und dem taiwanesischen Herstellungskonglomerat Foxconn der drittgrößte private Arbeitgeber der Welt. Daß eine private Firma dieser Größe ausgerechnet ein Sicherheitsunternehmen verkörpert, ist bezeichnend für unsere Zeit. Das Gros der Beschäftigten von G4S sind kleine Wachleute, aber die Firma schickt zunehmend auch militärische Spezialisten in „komplexe Umfelder“, wie man das vorsichtig nennt. Sie übernehmen dort Aufgaben, die zu erledigen nationale Militärs nicht imstande oder nicht willens sind.

UKRAINISCHE VERWERFUNG

Europa ist in Rußlands Schicksal einbezogen und Rußland in Europas


DIE LÄSSIGKEIT DER ELEGANZ

Über das Gelingen oder die Vollendung der Anstrengung in Leichtigkeit 

(…) 

Das Wort elegantia kommt von dem Verb eligere: „auswählen“. Eleganz ist Gewähltheit. Das setzt die Mittel und die Freiheit voraus, auswählen zu können. Doch die Gewähltheit soll sich, um nicht angestrengt zu wirken, sorgsam (diligenter) hinter einer gewissen „nicht unangenehmen Nachlässigkeit“ (non ingrata neglegentia) verbergen. Eleganz ist die höchste Kunst, natürlich, beiläufig, einfach zu erscheinen, ähnlich wie die Anmut, die ihre Natürlichkeit ganz im Gegensatz zur Eleganz unbewußt, in Unschuld bewahrt. Doch auch die künstliche Natürlichkeit der Eleganz wäre nichts ohne das nescio quid, das gewisse Etwas, das man nicht lernen kann. Man hat es von Natur aus, oder man hat es nicht.

DIE ELEGANZ DER LITERATI

Individualität und Ästhetik in der klassischen Kultur Chinas 

(…) 

Die Literati-Idee beschränkt sich nicht auf Rhetorik, sondern fordert Handeln. Leben und Idee müssen übereinstimmen. Ist die Idee in Gefahr, ruiniert oder zerstört zu werden, müssen die Literati sich für ihre Bewahrung aufopfern. Die Herrschaftsarchitektur entspricht einem System konzentrischer Kreise der Idee vom Kaiser abwärts bis zu den niedrigsten Schichten der Gesellschaft. Das gedankliche Zentrum der Literati-Tradition ist xiu shen, der Aufbau des eigenen Selbst mittels einer Art spiritueller Meditation, durch Übung und langsames Wachsen. Hinzu kommt qi jia, das gute Management der eigenen Familie, wobei das ganze Land als eine größere Version der Familie verstanden wird. Die Familienstruktur mit Vater und Sohn, Ehemann und Ehefrau stellt eine kleinere Version der Gesellschaft dar. Hinzu kommt zhi guo, das bedeutet: „Regiere das Land.“ Angefangen von deiner eigenen Person über die Familie hin zum Staat. Und ping tianxia, was bedeutet: „Vereinige das Universum.“ Wenn du dir all diese Kreise von dir selbst zum Universum hin zu eigen machen kannst, dann kann die Gesellschaft in Harmonie gedeihen. Das eigentliche Zentrum dabei ist das geistige Niveau, die spirituelle Individualität. Der Mensch, der in die Machtsphäre eintritt, begegnet einer noch komplexeren Situation, denn hier ist es leicht, korrumpiert zu werden. Du versuchst, das Machtspiel zu verändern, aber das Machtspiel verändert auch dich, das haben 2 000 Jahre Herrschaftspraxis erwiesen. 


BUCH DES BROKATS

Raffinement und Eleganz in der frühen arabischen Kultur 

Was muß geschehen, fragt man sich angesichts der aktuellen Situation arabischer Gesellschaften, die zum größten Teil vom Islam und von totalitären Regimes beherrscht werden, die, um ihre eigene Macht aufrechtzuerhalten, auf die Kraft religiöser Empfindungen, auf eine göttliche Autorität setzen oder sich innerhalb des Islams zerfleischen, um der einen oder anderen religiösen Strömung zum Sieg zu verhelfen? Und was muß geschehen, fragt man sich angesichts der Bilanz aus dem als „Arabischer Frühling“ bezeichneten Phänomen, einer Bilanz, die unvollständig und vorschnell ist, da die Maschinerie immer noch Tausende von Leichen hinter sich läßt, in Ägypten oder Syrien oder sonstwo? Wodurch kann man diese Misere beenden? Wie kann man diesen durch Religion und Geschichte verbundenen Völkern einen neuen Elan einhauchen, eine neue Weise aufzeigen, die Beziehungen zu sich und anderen zu verändern? Wie kann man sie dazu bringen, nachzudenken, sich einander anzunähern, sich mit anderen Augen zu betrachten und die anderen so zu akzeptieren, wie sie sind? War nicht die Freiheit das eigentliche Anliegen der Revolutionäre oder besser Revoltierenden dieses berühmten Frühlings? Wie kann man noch die Wertschätzung der Frauen retten, sowie jener, die ihre Selbstbestimmung und ihren Körper lieben? 
GEORG STEFAN TROLLER, DAMALS IN PARIS

(…) 

Es war Ende Juni 1940, als ich nach langer Irrfahrt wieder in Paris eintraf, jetzt widerstandslos von den Deutschen besetzt. Schon am Stadtrand nahm mich ein Straßenhändler in Empfang, der mir die neue Landkarte Frankreichs unter die Nase hielt: Elsaß-Lothringen war wieder einmal futsch, der traurige Rest zweigeteilt. Oben das industrielle Frankreich fest im deutschen Griff, die großteils ländliche Südhälfte gehörte zum Kasperlestaat von Vichy. Wobei der neugebackene Judenfresser (und Erfinder des Begriffs collaboration) Pierre Laval das große Wort führte. Ein ehrgeiziger Provinzpolitiker, über den das Spottwort umlief: „Napoleon hat einmal seinen Außenminister Talleyrand einen ‘Scheißhaufen in Seidenstrümpfen’ genannt. Monsieur Laval besitzt keine Seidenstrümpfe.“ 

Lettre International

Cover Lettre International

Donnerstag, 5. Juni 2014

Leseempfehlungen für den 5. Juni 2014

- Nobelpreisträger werfen Human Rights Watch Nähe zur US-Regierung vor (amerika21.de, 30.05.2014)
Washington. Die Friedensnobelpreisträger Adolfo Pérez Esquivel und Mairead Maguire sowie über einhundert US-amerikanische und kanadische Akademiker haben die US-Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) aufgefordert, konkrete Maßnahmen zu ergreifen, um ihre politische Unabhängigkeit zu wahren. Wichtige Vertreter von HRW verfügten über enge Verbindungen zur regierenden Demokratischen Partei der USA, zur US-Regierung und sogar zum US-Auslandsgeheimdienst CIA, heißt es in einem Schreiben, das unter anderem auf den ehemaligen HRW-Mann Miguel Díaz verweist, der heute Beamter im US-Außenministerium ist.

- Blockfreie warnen vor Kriegen und Sanktionen (amerika21.de, 02.06.2014)
Algier. Bei dem 17. Ministertreffen der Bewegung der Blockfreien in Algier haben die teilnehmenden Staaten in einer 18 Punkte umfassenden Erklärung diplomatische Lösungen für die international zunehmenden Krisen und Kriege gefordert. Der Verband von Entwicklungsländern verurteilte zugleich einseitige Sanktionen gegen Staaten des Südens. Angesichts der unilateralen Politik der Industriestaaten sei es nötig, die gegenseitige Solidarität zu stärken.

- Spanien: Nah dran am "failed state" (Telepolis, 03.06.2014)
König Juan Carlos, der Nachfolger von Diktator Franco dankt ab; im spanischen Staat sind alle Pfeiler am Einknicken. Das Land steht vor einer Zerreißprobe
Im spanischen Staat sind alle Pfeiler am Einknicken. Das Königshaus ist genauso wie die beiden großen Parteien in Korruptionsskandale verwickelt, die in der Wählergunst abstürzen. Das Zweiparteiensystem vertritt keine Mehrheit mehr und die Europaparlamentswahlen haben radikale Linke und Befürworter der Unabhängigkeit in Katalonien und im Baskenland gestärkt. Die Fliehkräfte im Land werden immer stärker. Nach dem katalanischen Parlament hat sich am vergangenen Donnerstag auch das baskische mit großer Mehrheit für das "Recht auf Selbstbestimmung" ausgesprochen. Das war der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte. Mit Prinz Felipe als Nachfolger des Königs, soll eilig versucht werden, einen der Pfeiler zu reparieren, der ein "verfaultes Regime" stützt, wie die Empörten-Partei Podemos meint. Die fordert mit anderen ein Referendum, ob Spanien eine Monarchie oder Republik sein soll.

- "Die Menschen brauchen keine charismatischen Anführer oder Erlöser" (Telepolis, 02.06.2014)
Ein Mythos tritt ab: Zapatistenführer Subcomandante Marcos kündigt sein "Verschwinden" an 
Die Menschen brauchen keine charismatischen Anführer oder Erlöser. Für einen gerechten Kampf brauche es lediglich viel Würde und viel Organisation. Das erklärte die schillernde Figur Subcomandante Marcos, die über zwanzig Jahre als Sprachrohr der Zapatisten-Bewegung diente und sich für die Rechte der indigenen Bevölkerung in Mexiko und soziale Gerechtigkeit im Allgemeinen eingesetzt hatte. Subcomandante Marcos outete sich als Kunstfigur. Die reale Führung soll inzwischen eine neue Generation von Indigenas übernommen haben.

- So kriegsgefährlich wie die Flottenpolitik Wilhelms II. (Telepolis, 02.06.2014)
Erweiterungskommissar Füle will der EU Moldawien, Georgien und die Ukraine einverleiben 
Im Hochsommer jährt sich der Beginn des Ersten Weltkrieges zum Hundertsten Mal. Einer von mehreren wichtigen Ursachen dieses vierjährigen Völkerschlachtens, das an seinem Ende die schnell aufgehende Saat für eine noch größere Katastrophe hinterließ, war die Flottenpolitik des deutschen Kaisers Wilhelm II.

- Die lokalen Klüngel (Telepolis, 02.06.2014)
Städte und Gemeinden in den Klauen der Bauwirtschaft. Eine Demokratie haben wir schon lange nicht mehr - Teil 27 
Städte und Gemeinden pfeifen auf dem allerletzten Loch. In den meisten repräsentativen Demokratien. Alle Quellen der Geldbeschaffung haben sie bis zur Neige ausgeschöpft. Jetzt bleiben nur noch die Steuern zahlenden Bürger zum Schröpfen übrig. Wieder einmal werden Gebühren und Steuern angehoben. Aber selbst das hat Grenzen. Die Gemeinden können ihre Einnahmen auch nicht über hohe Müllabfuhrgebühren oder Strafzettel für Falschparker aufbessern. Denn damit dürften sie nach Recht und Gesetz gar keine Gewinne machen. Tun sie trotzdem. Über höhere Gebühren, neue Steuern und eingeschränkte kommunale Leistungen kommt die Krise auch bei den Bürgern an. Die krampfhaften Versuche der Kommunalpolitiker, neue Geldquellen anzuzapfen, offenbaren die Hoffnungslosigkeit der Lage vor Ort. 
Teil 26: Der geschmierte Pleitegeier


- Assad, As-Sisi, Bouteflika (der Freitag, 03.06.2014)
Syrien Die Präsidentenwahl im Rumpfstaat ist ein Indiz für die autoritäre Restauration in Ländern der Arabellion. Man kehrt in die Zeit vor dem Revolutionsjahr 2011 zurück

- Die Seele massiert (der Freitag, 04.06.2014)
1914 Muslimische Kriegsgefangene werden in Deutschland zu Gotteskriegern umgeschult. Sie sollen die Seiten wechseln und gegen Frankreich wie Großbritannien ins Feld ziehen

- Peking unbewohnbar – Massive Umweltverschmutzung gefährdet Chinas Zukunft (Finanzen100, 03.06.2014)
Auf Grund der Luftverschmutzung, so eine Studie der Akademie für Sozialwissenschaftler in Shanghai, gilt Peking als unbewohnbar. Das Trinkwasser im Land ist ebenfalls stark verschmutzt und ungenießbar. Menschen sterben an der massiven Umweltverschmutzung im Land. Jetzt will und muss Chinas Regierung reagieren.

- Verbraucherschutz ade? (junge Welt, 05.06.2014)
Bundesregierung hat kein Interesse an transparenten Verhandlungen zu geplanten Freihandelsabkommen mit Kanada und den USA. Linksfraktion lehnt Pläne weiter ab

- Unheilvolle Liaison (junge Welt, 05.06.2014)
Frankreichs Medien haben sich Marine Le Pen und ihrem ­rechtsradikalen Front National angepaßt. Sarkozy und die UMP erweisen sich mehr und mehr als natürliche ­ideologische und politische Partner

- »Politische Lösung unter Einschluß Assads« (junge Welt, 05.06.2014)
Wahlen in Syrien zeigen, daß der Präsident weiter über signifikante Unterstützung in der Bevölkerung verfügt. Gespräch mit Sevim Dagdelen

- Kampf um Arbeitszeit (junge Welt, 05.06.2014)
Nicht erfaßte Arbeitszeiten: Journalistenverbände gehen juristisch gegen Schweizer Medienkonzerne vor 

- Max Weber – Herrenlose Sklaverei des Marktes (Cicero, 04.06.2014)
Zu seinem 150. Geburtstag missbrauchen selbstherrliche Wirtschaftsführer Max Weber zur Rechtfertigung ihres Handelns. Dabei wäre Deutschlands Soziologenpapst heute der schärfste Kritiker dieser Art des Kapitalismus

- Graswurzel-Wutbürger – Das Dagegen zählt (Cicero, 03.06.2014)
Das Nein der Berliner zur Randbebauung des Tempelhofer Feldes hat nichts mit Berlin, dem Senat oder „young urbanites“ zu tun, findet Malte Lehming. Mittlerweile steht jede Art von Veränderung unter erhöhtem Legitimationsdruck.

- Onlinezeitalter – Wenn sich der Journalist vom Journalismus verabschiedet (Cicero, 03.06.2014)
Zu Beginn des Internetzeitalters schien die Euphorie ungebrochen: grenzenlose Freiheit, schrankenlose Offenheit und unbeschränkte Individualität. Und heute? Grenzenlose Datensammlerei, schrankenlose Überwachung und unbeschränkte Manipulation. Gedanken zum Geburtstag einer gedruckten Zeitschrift

- Glenn Greenwald – „Die Eliten begehen die schweren Straftaten“ (Cicero, 03.06.2014)
Vor einem Jahr traf Glenn Greenwald erstmals auf den früheren NSA-Mitarbeiter Edward Snowden. Im Cicero-Interview erzählt der Journalist, wie seine Enthüllungen die große Kluft zwischen Machthabern und einfachen Menschen offengelegt haben

Mittwoch, 4. Juni 2014

Unter Verdacht: Persönliche Sicherheiten

Es gibt noch anspruchsvolle und spannende Kriminalfilme, die ohne Autisten, exotisches Ambiente, literweise fließendes Blut, Verfolgungsjagden und spektakuläre Explosionen auskommen:

Persönliche Sicherheiten (2011, mit der damals 70jährigen Senta Berger), zu sehen nur noch bis morgen, Donnerstag, in der ARTE-Mediathek

Dienstag, 3. Juni 2014

Yes Ritual (Nous Sommes Du Soleil) Live


Yes Ritual (Nous Sommes Du Soleil) Live 1975 at QPR [26:00]


für weiterführende Links siehe: - Yes – Ritual (Nous sommes du soleil) (28.12.2013) 

Montag, 2. Juni 2014

Leseempfehlungen für den 2. Juni 2014

- Es geht doch .. (Aussengedanken, 28.05.2014)
Angesicht der täglichen Flut an Negativmeldungen freut man sich doch umso mehr über positive Nachrichten, so rar diese auch sind. 
So zum Beispiel die Notiz aus Paraguay, dass der deutsche Unternehmer Heribert Rödel über 14 000 Hektar illegal in Besitz genommenen Landbesitz an die eigentlichen Eigentümer zurückgeben muss.

- Uruguay nimmt syrische Flüchtlinge auf (Portal amerika21.de, 07.05.2014)
Montevideo. Uruguays Außenminister Luis Almagro hat bekanntgegeben, dass das südamerikanische Land Kinder und Frauen aus syrischen Flüchtlingslagern aufnehmen wird. Es handelt sich dabei um Flüchtlinge aus Zaatari, dem mit rund 100.000 Menschen größten Flüchtlingslager in Nordjordanien. Almagro, der das Lager kürzlich besucht hatte, stellte zudem fest: "Rund ein Viertel der Flüchtlinge sind Kinder unter acht Jahren, einige davon sind nur in Begleitung ihrer Mütter, andere sind Vollwaisen."

- Ihr Lied (der Freitag, 21.05.2014)
Porträt Kamla Bhasin gilt als Mutter der indischen Frauenbewegung. Sie hat viele Bücher über Gleichberechtigung verfasst, für die Menschen auf den Dörfern aber singt sie lieber

- „Die USA wollen die Privatsphäre abschaffen“ (der Freitag, 31.05.2014)
Im Gespräch Glenn Greenwald über Asyl für den Whistleblower Edward Snowden, abgeschlossene Schlafzimmer und die Schelte von Kollegen

- Mythos vom Monster (der Freitag, 29.05.2014)
Gewalt Seine Frau wurde von einem Fremden vergewaltigt und ermordet. Heute weiß unser Autor, dass die Gesellschaft nicht unschuldig daran ist

- Herzen glauben nicht an Krisen (der Freitag, 29.05.2014)
Dokumentation In berührenden Bildern erzählt „Watermark“ vom globalen Wasserproblem

- Späte Einsicht (der Freitag, 28.05.2014)
Porträt Marcus Klingberg war der hochrangigste KGB-Spion, der jemals in Israel festgenommen wurde. Ein Treffen in Paris – mit 28 Jahren Verspätung


- Roboter mit Gefühl (der Freitag, 28.05.2014)
TV-Serie Mensch oder Maschine? In der schwedischen Serie "Real Humans - Echte Menschen" ist die Grenze nicht mehr so einfach zu ziehen


- Teakholz-Homogenität (der Freitag, 30.05.2014)
Nachruf Walter L. war das Gesicht des Viertels. Und Friseur.


- „Endspiel“ um die Ukraine begann auf der Krim (der Freitag, 30.05.2014)
Ukraine Eine anscheinend geheimnisvolle Konferenz in Jalta auf der Halbinsel Krim ist wenig geheimnisvoll, aber bedeutungsvoll für die Entwicklung des Konfliktes um die Ukraine


- Deutscher Orient-Express (junge Welt, 31.05.2014)
Hintergrund. Vor 80 Jahren gründete sich der Deutsche Orient-Verein, um deutsche Expansionsinteressen in dieser Region zu bündeln. Seine Nachfolgeorganisation, der Nah- und Mittelost-Verein, steht dem heute in nichts nach

- Streitende Elite (junge Welt, 31.05.2014)
Abchasien: Parlament fordert Entlassung des Premiers und Rücktritt des Präsidenten. Moskau ­vermittelt. Sowohl Regierung als auch Opposition sind Freunde Rußlands

- Rohstoffe und mehr (junge Welt, 31.05.2014)
Gemeinsamer Markt, Interessenausgleich und »Freundschaftsbund«: Rußland, Belarus und Kasachstan einigen sich auf Eurasische Wirtschaftsunion

- »Wir denken an euch« (junge Welt, 31.05.2014)
Berliner Schüler antworten auf den Hilferuf von Kindern im ukrainischen Slowjansk

- Singlebörsen – Die Schwierigkeit, sich einen Mann zu kaufen (Cicero, 01.06.2014)
Kolumne: Stadt, Land, Flucht. Ob Männer oder T-Shirts. Einkaufen im Internet nervt. Manche Dinge muss man eben doch anfassen

- Vor WM-Vergabe: Katar soll Fifa-Funktionäre bestochen haben (Deutsche Wirtschafts Nachrichten, 01.06.2014)
Fifa-Offizielle sollen bereits ein Jahr vor der Vergabe der Fußball-WM an Katar Schmiergelder erhalten haben. Eine Kommission prüft nun die Vorwürfe. Wenn diese ein „Fehlverhalten“ bei der Abstimmung bestätigt, ist eine Neuvergabe der WM 2022 wahrscheinlich.

- Polen fordert mehr Nato-Truppen im Land (Deutsche Wirtschafts Nachrichten, 01.06.2014)
Als Reaktion auf die Ukraine-Krise hat Polen eine Verlegung von Nato-Truppen auf sein Territorium gefordert. Das Land fühle sich von Russland bedroht. Die Nato berät über dieses Thema am Montag, beim Treffen der Nato-Verteidigungsminister in Brüssel.

- Schulden-Krise – Nach der EU-Wahl: Schäuble genehmigt Steuer-Milliarden zur Euro-Rettung (Deutsche Wirtschafts Nachrichten, 01.06.2014)
Nach der EU-Wahl geht die Euro-Rettung von vorne los: Wolfgang Schäuble will eine Woche nach der Wahl aufgefallen sein, dass Griechenland bis 2022 unter Wasser ist. Tatsächlich ist nicht Griechenland das Problem, sondern das wahnwitzige Schneeball-System der europäischen Schulden-Staaten. Sie brauchen immer Geld - und werden es sich am Ende vom deutschen Sparer holen. 



- Wasser –Menschenrecht Wasser: right2water warnt vor Geheim-Abkommen (Deutsche Wirtschafts Nachrichten, 01.06.2014)
Die Wasser-Initiative „right2water“ fürchtet, dass TiSA zu einer führt. Zudem könnte die Deregulierung nicht mehr rückgängig gemacht werden. Das Abkommen bindet künftigen Regierungen die Hände, so dass es „völlig egal ist, wer die Wahlen gewinnt und was die Gerichte sagen“, so ein Sprecher der Initiative.

siehe dazu auch die Leseempfehlungen für den 27. Mai 2014 [erste Meldung]

- Frankreich – Wahl-Analyse: Le Pen bei den Jungen erfolgreich, nicht bei den Rentnern (Deutsche Wirtschafts Nachrichten, 01.06.2014)
Der Front National erhielt bei den EU-Wahlen 30 Prozent ihrer Stimmen von den unter 35-Jährigen. Zudem sichert sich die Partei die ehemalige Stammwählerschaft der Sozialisten. 43 Prozent der Arbeiter und 38 Prozent der Büroangestellten stimmten für Le Pen.  

- Gefangenenaustausch – USA und Afghanistan wollen Friedensverhandlungen mit Taliban aufnehmen (ZEIT Online, 01.06.2014)
Im Austausch für einen US-Soldaten haben die USA fünf Taliban freigelassen. Das nährt in Afghanistan Hoffnungen auf Gespräche mit den Extremisten. Doch die wiegeln ab. 

- Alpine Bau – Mein Problem, dein Problem (ZEIT Online, 01.06.2014)
Wie Wertpapierdepots zu Finanzmüllhalden werden: Die seltsame Rolle der österreichischen Banken bei der Pleite des Baukonzerns Alpine. 

- Pflege – "Ich habe mit dem Job gehadert" (ZEIT Online, 31.05.2014)
Regine Stachelhaus war eine der wenigen Frauen im Vorstand eines Dax-Konzerns – dann erkrankte ihr Mann, und sie verließ E.on, um ihn zu pflegen. Ein Gespräch zwölf Monate nach der Kündigung. 

Sonntag, 1. Juni 2014

Emerson, Lake & Palmer – Pictures at an Exhibition

Der Klavierzyklus „Bilder einer Ausstellung“ – Erinnerungen an Viktor Hartmann (russisch „Картинки с выставки“ – Воспоминание о Викторе Гартмане, transkribiert Kartinki s wystawki – wospominanije o Wiktore Gartmane) ist eine Komposition von Modest Mussorgski aus dem Jahr 1874, die allgemein als ein Musterbeispiel für Programmmusik gesehen wird. Die einzelnen Sätze beschreiben Gemälde und Zeichnungen seines im Jahr zuvor gestorbenen Freundes Viktor Hartmann, die Mussorgski auf einer Gedächtnisausstellung gesehen hatte. Das Werk entstand auf Anregung eines gemeinsamen Freundes, des Kunstkritikers Wladimir Stassow. Er war auch an der Namensgebung der Stücke beteiligt und ihm wurde der Zyklus gewidmet.Der Reichtum der Klangfarben regte schon früh andere Komponisten an, das Werk auch für Orchester und andere Instrumentalbesetzungen zu bearbeiten. Die bekannteste Bearbeitung ist die von Maurice Ravel. [Bilder einer Ausstellung, Wikipedia, abgerufen am 24.05.2017]
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Pictures at an Exhibition ist das dritte Album der englischen Progressive-Rock-Band Emerson, Lake and Palmer. Es wurde am 26. März 1971 live in der Newcastle City Hall aufgenommen. Im Dezember 1971 stand das Album auf Platz 3 der britischen Album-Charts.[1] [Pictures at an Exhibition (Emerson,-Lake-&-Palmer-Album), Wikipedia, abgerufen am 24.05.2017]
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Die »Bilder einer Ausstellung« beginnen bei ca. 23:10.
Emerson, Lake & Palmer - Pictures at an exhibition Live {1:30:51}

Veröffentlicht am 12.11.2013


abgeschlossen wurde das Album mit dem Marsch der Zinnsoldaten aus Tschaikowskis Nussknacker
Emerson, Lake & Palmer - Nut Rocker - Live in Switzerland, 1970 [3:42]

Veröffentlicht am 05.11.2013
Emerson, Lake & Palmer perform "Nut Rocker" at the very beginning of a legendary career. Filmed at the time when the band had only just recorded their ground breaking first Album ELP had to use all of their huge individual creative talents to create a full show.

Emerson, Lake & Palmer - Inside {1:03:31}

Veröffentlicht am 17.09.2016
Excellent documentary on one of the world's greatest prog bands.
zuletzt aktualisiert am 24.05.2017