Montag, 29. Februar 2016

Heute vor 136 Jahren – 29. Februar 1880: Durchstich des St.-Gotthard-Tunnels

Mit der Eisenbahn durch den Gotthard 

Nachdem am Vortag der von Süden kommende Bohrer den ersten Durchbruch geschafft hatte, erfolgte am Vormittag des 29. Februar 1880 der Durchstich des heutigen, 19 km langen St.-Gotthard-Eisenbahntunnels durch das gleichnamige Bergmassiv zwischen Göschenen im Kanton Uri und Airolo im Kanton Tessin. Der 1882 fertiggestellte Tunnel entlastete die alte Passtraße, die seit dem Mittelalter – zunächst als Saumstraße und ab 1830 als Fahrstraße u. a. für den Postkutschenverkehr – die wichtigste Nord-Süd-Verbindung der Alpen war. 
Zeichnungen vom Bau des Einsenbahntunnels am Sankt Gotthard: oben der Bauplatz Ariolo, unten die Arbeiten mit der Bohrmaschine, 1875

Es hatte zwei Jahrzehnte der Planung gebraucht, bis im September 1872 die Bauarbeiten durch eine Genfer Firma beginnen konnten. Die durch Sprengungen, Steinschlag und Belüftungsprobleme äußerst gefährlichen Arbeiten verzögerten sich immer wieder durch Streiks und Unfälle – 199 der insgesamt rd. 3000 Arbeiter starben. Nach einer großen Einweihungsfeier konnte der Bahnbetrieb am 1. Juni 1882 aufgenommen werden. 

Inzwischen ist der neue Gotthard-Basistunnel im Bau, der mit 57 km der längste Eisenbahntunnel der Welt werden soll. Seine Eröffnung ist frühestens für Ende 2016 vorgesehen. 

Die längsten Eisenbahntunnel 
▪︎ Seikan-Tunnel (Japan; 1988): 53,85 km 
▪︎ Eurotunnel (Großbritannien, Frankreich; 1994): 50,45 km 
▪︎ Lötschberg-Basistunnel (Schweiz; 2007): 34,576 km 

Harenberg - Abenteuer Geschichte 2016
[Doku] Die Eroberung der Alpen - Der Durchbruch [HD] [43:11]

Veröffentlicht am 17.01.2015
Der Film schildert das packende Drama rund um den Bau des alten Gotthardtunnels, in den der Ingenieur Louis Favre sein ganzes Wissen und Vermögen investierte und in dem er, nur wenige Wochen, bevor die Welt den Durchstich feiern konnte, sein Leben ließ.
Im 19. Jahrhundert erobert die Eisenbahn Europa. Doch die Alpen bleiben ein unüberwindbares Hindernis. Keine Lokomotive schaffte es, die steilen Höhen zu überwinden oder in den winterlichen Bedingungen des Hochgebirges zu bestehen. Da entsteht der gewagte Plan, einen Tunnel durch die Berge zu treiben. Der Mont Cenis-Tunnel soll eine zwölf Kilometer lange, direkte Verbindung zwischen Frankreich und Italien schaffen. Von zwei Seiten wird das Projekt in Angriff genommen, immer mit der Furcht, sich nach jahrelanger Schwerstarbeit im Inneren des Berges zu verfehlen. Ganz Europa blickt gebannt auf die Fortschritte der Tunnelbauer.
Auf der Hightech-Baustelle im neuen Gotthard-Basistunnel: 57 Kilometer führt der längste Eisenbahntunnel der Welt durch die Berge. Knapp einen Kilometer tief geht es hinab in eine unbekannte Welt. Gigantische Tunnelbohrmaschinen ermöglichen heute Bauten dieser Dimensionen. Doch die Leistung der Tunnelpioniere des 19. Jahrhunderts steht dem in nichts nach.

Baustelle der Superlative- der Gotthard-Basis-Tunnel [11:58]

Hochgeladen am 15.10.2010
37 km- der längste Tunnel der Welt- entsteht zur Zeit.
Die BWK-Bezirksgruppe Darmstadt besuchte die Baustelle im Rahmen der Jahresexkursion 2002.
Eingerahmt von TV-Dokus.

Überwachung: Verschwommen ist das neue Nein

Während Apple zum FBI nein sagt, sagt Google zu einem neuen Feature ja
Und plötzlich steht eine Elektronikfirma für Mut. So sehr, dass sogar der Mann mit der schlecht sitzenden Frisur auf dem merkwürdigen Hirn zum Boykott der Firma aufruft. Vielleicht auch etwas unglückselig. Aber Apple rückt die Daten dem FBI nicht heraus und wird nun nach anfänglichem Zögern von Seiten Microsofts zumindest offiziell von Google und Microsoft dabei unterstützt. Viel Spaß vor Gericht. Wir bleiben dran. Dabei ist nicht einmal klar, was sich Ominöses von den Attentätern in San Bernadino finden lassen würde, wenn Apple gegen das FBI den Kürzeren zöge.

mehr:
- Verschwommen ist das neue Nein (Harald Taglinger, Telepolis, 29.02.2016)

siehe auch:
- Apple vs. FBI: Software als "freie Rede" (Angela Meyer, heise News, 27.02.2016)
- FBI gegen Apple: Vorstoß ins Ich (Mathias Müller von Blumencron, FAZ, 26.02.2016)
- Apple vs FBI: Apples Weigerung wird erstmals gerichtsnotorisch (Daniel AJ Sokolov, heise News, 26.02.2016)
- Apple vs. FBI: Die Crypto Wars 3.0 erreichen die USA (Martin Holland, heise News, 25.02.2016)
- Streit mit Apple über Hintertüren: Ex-NSA-Chef stellt sich gegen das FBI (SPON, 22.02.2016)
- Apple: Zu gut, um legal zu sein (Patrick Beuth, ZEIT Online, 18.02.2016)

Apple vs the FBI - Who Wins?

Veröffentlicht am 19.02.2016
Jenna McLaughlin, The Intercept & Elizabeth Goitein, The Brennan Center for Justice joins Thom. Apple CEO Tim Cook has announced that this company will fight a government order to unlock the iPhone of one of the San Bernardino shooters. What impact will this decision have on the broader debate around encryption and terrorism? 

For more information on the stories we've covered visit our websites at thomhartmann.com - freespeech.org - and RT.com. You can also watch tonight's show on Hulu - at Hulu.com/THE BIG PICTURE and over at The Big Picture YouTube page. And - be sure to check us out on Facebook and Twitter!

FBI vs. Apple: Is Liberty At Stake? [16:42]

Live übertragen am 18.02.2016
The FBI is demanding that Apple create a means to bypass its iPhone encryption. Apple has refused, explaining the dangerous precedent such a move would set. In this standoff, it is our Constitutional liberties that are at stake. Will the Fourth Amendment be finally and fully decapitated?

Be sure to visit http://www.ronpaullibertyreport.com for more libertarian commentary.



»In den Medien muss sich 'fast alles' ändern.«

Mit diesen Worten brachte der Soziologe Hauke Brunkhorst vor einem Jahr im Telepolis-Interview auf den Punkt, was kritische Mediennutzer seit geraumer Zeit ansprechen: Die Verwerfungen in den Medien sind gewaltig. Und so verwundert es nicht, dass eine Medienkritik entstanden ist, die grundsätzlicher Natur ist: Sie akzeptiert das Selbstbild, das die "großen Medien" von sich nach außen kommunizieren, nicht mehr.

Die Rolle der Medien als "Hauptwirklichkeitsdeuter" der Gesellschaft ist zerbrochen, ihr Welterklärungsmonopol ist in weiten Teilen aufgebrochen. Mediennutzer setzen sich mit der Berichterstattung teilweise im Detail auseinander, markieren die Schwachstellen und scheuen sich nicht, auf die blinden Flecke bei der Nachrichtenproduktion hinzuweisen.

Im neuen Telepolis-eBook kommen sowohl Journalisten als auch Wissenschaftler zu Wort, die mit ihren Erkenntnissen einer versachlichten und zugleich pointierten Medienkritik den nötigen Halt bieten.

mehr:
- Medienkritik (Marcus Klöckner, Telepolis, Februar 2016)

Sonntag, 28. Februar 2016

Heute vor 143 Jahren – 28. Februar 1873: Entdeckung des Lepra-Erregers

Geißel der Menschheit 

Die Lepra ist eine Infektionskrankheit, die auch als Aussatz oder Miselsucht bezeichnet wurde. Ihr Name leitet sich ab vom griechischen Adjektiv »leprös«, das sich mit »schuppiq« oder »aussätzig« übersetzen lässt. Die Lepra gehört zu den ältesten und gefürchtetsten Krankheiten der Menschheit, von der bereits antike Quellen berichten. Das Absterben der Nerven und die Verstopfung der Arterien führten zu schweren Entstellungen und Deformationen der Gliedmaßen bis zu deren Abfaulen. Da man um die Ansteckungsgefahr wusste, isolierte man die unglücklichen Kranken in Siechenhäusern und eigenen Leprakolonien; im Mittelalter hatten sie mit Lepraklappern vor ihrem Kommen zu warnen. 
Heilung des vom Aussatz befallenen Lazarus, der eine Lepraklapper hält, Gemälde, 5. Jh.

Am 28. Februar 1873 gelang dem norwegischen Arzt Gerhard Armauer Hansen (1841-1912) der Nachweis des Lepraerregers als Bakterium, seit den 1920er-Jahren gibt es wirksame Lepra-Therapien. Heute ist die Lepra fast ausschließlich in Armutsländern verbreitet, vor allem in Afrika, aber auch in Schwellenländern wie Brasilien. In Europa gibt es ein letztes Leprösen-Sanatorium in dem spanischen Dorf Fontilles an der Costa Brava, in dem heute noch etwa 60 Leprakranke leben. 

Was am 28. Februar noch geschah: 
1986: Schwedens Ministerpräsident Olof Palme fällt einem bis heute ungeklärten Mordanschlag zum Opfer. 

Harenberg - Abenteuer Geschichte 2016 

Ben-Hur (6/10) Movie CLIP - The Valley of the Lepers (1959) HD [4:14]

Veröffentlicht am 08.01.2015
Ben-Hur movie clips: http://j.mp/1e6XcoX
BUY THE MOVIE: http://j.mp/1e6X9JI
Don't miss the HOTTEST NEW TRAILERS: http://bit.ly/1u2y6pr

CLIP DESCRIPTION:
Judah Ben-Hur (Charlton Heston) goes to the Valley of Lepers to find his mother and sister, but he's not allowed to see them.

FILM DESCRIPTION:
This 1959 version of Lew Wallace's best-selling novel, which had already seen screen versions in 1907 and 1926, went on to win 11 Academy Awards. Adapted by Karl Tunberg and a raft of uncredited writers including Gore Vidal and Maxwell Anderson, the film once more recounts the tale of Jewish prince Judah Ben-Hur (Charlton Heston), who lives in Judea with his family during the time that Jesus Christ was becoming known for his "radical" teachings. Ben-Hur's childhood friend Messala (Stephen Boyd) is now an ambitious Roman tribune; when Ben-Hur refuses to help Messala round up local dissidents on behalf of the emperor, Messala pounces on the first opportunity to exact revenge on his onetime friend. Tried on a trumped-up charge of attempting to kill the provincial governor (whose head was accidentally hit by a falling tile), Ben-Hur is condemned to the Roman galleys, while his mother (Martha Scott) and sister (Cathy O'Donnell) are imprisoned. But during a sea battle, Ben-Hur saves the life of commander Quintus Arrius (Jack Hawkins), who, in gratitude, adopts Ben-Hur as his son and gives him full control over his stable of racing horses. Ben-Hur never gives up trying to find his family or exact revenge on Messala. At crucial junctures in his life, he also crosses the path of Jesus, and each time he benefits from it. The highlight of the film's 212 minutes is its now-legendary chariot race, staged largely by stunt expert Yakima Canutt. Ben-Hur's Oscar haul included Best Picture, Best Director for the legendary William Wyler, Best Actor for Heston, and Best Supporting Actor for Welsh actor Hugh Griffith as an Arab sheik.

CREDITS:
TM & © Warner Bros. (1959)
Cast: Charlton Heston, Haya Harareet, Martha Scott, Cathy O'Donnell
Director: William Wyler
Producers: Sam Zimbalist, Sol C. Siegel, Joseph Vogel, William Wyler
Screenwriters: Lew Wallace, Karl Tunberg, Gore Vidal, Maxwell Anderson, Christopher Fry, S.N. Behrman

WHO ARE WE?
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Mysterien des Mittelalters Lepra : Der lebende Tod [Doku 2015] [54:50]

Veröffentlicht am 01.02.2016
Mysterien des Mittelalters - Lepra : Der lebende Tod [Doku 2015] Wenn die Toten des Mittelalters sprechen könnten, was würden sie erzählen? Etwa die Tote .

Wenn die Toten des Mittelalters sprechen könnten, was würden sie erzählen? Etwa die mysteriöse Frau von Tadcaster, die aus gutem Grund nicht auf dem .

Mysterien des Mittelalters - Lepra : Der lebende Tod [Doku 2015] Wenn die Toten des Mittelalters sprechen könnten, was würden sie erzählen? Etwa die Tote .

Freitag, 26. Februar 2016

Putin 3 – Die Gleichschaltung der westlichen Medien

Der Medienwissenschaftler Uwe Krüger hat 2013 das Ergebnis seiner wissenschaftlichen Arbeit über die Zusammenhänge von Größen des deutschen Journalismus mit außen- und sicherheitspolitisch aktiven Eliten veröffentlicht. Der Titel seines Buches: „Meinungsmacht“[*]. Seine Beobachtungen sind wichtig, um die Grundlinien wichtiger Medienschaffenden in der wieder auflebenden Auseinandersetzung zwischen West und Ost und damit das überwiegende Medienecho beim Konflikt um die Ukraine besser zu verstehen und vor allem auch die Orientierung an transatlantischem und US-amerikanischen Denken einordnen zu können.
mehr:
- Die US-nah organisierte Gleichschaltung wichtiger Leitmedien (Teil II zur Putin- Rede, Ukraine, etc.) (Albrecht Müller, NachDenkSeiten, 21.03.2014)
Uwe Krüger hat beobachtet und beschreibt, dass sich Journalisten in verschiedenen Zirkeln mit den Mächtigen treffen, und sich dieses Eingebundensein in ihren journalistischen Werken niederschlägt. Wörtlich: „Am auffälligsten war der Befund, dass vier leitende Journalisten der „Süddeutschen Zeitung“ (Kornelius), der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Frankenberger), der „Welt“ (Stürmer) und der „Zeit“ (Joffe) stark in US- und NATO-affinen Strukturen eingebunden sind.“ Das deckt sich mit den Beobachtungen vieler unserer Leserinnen und Leser. Allerdings beobachten wir das Phänomen der Anlehnung und gleich Richtung bei einer Reihe anderer Journalistinnen und Journalisten. Die Daten im Buch von Uwe Krüger beziehen sich auf die Jahre 2002-2009. Die meisten Beobachtungen sind noch aktuell. Siehe dazu auch ein Telepolis-Interview zum Thema.

Hier ist eine Tabelle mit Größen des deutschen Journalismus, die in transatlantisch ausgerichteten außen- und sicherheitspolitischen Eliten-Organisationen eingebunden waren und sind.
Diese Tabelle ist ein Auszug aus einer Tabelle des Buches von Uwe Krüger (siehe dort die Seiten 119-122):
MediumNameOrganisation, in der der Journalist zwischen 2002 und 2009 involviert war
ZEITJosef JoffeAmerican Academy in Berlin
American Council on Germany
American Institute for Contemporary German Studies
Aspen Institute Deutschland
Atlantik-Brücke
Bilderberg
Europe’s World
Goldman Sachs Foundation
Hypovereinsbank
International Institute for Strategic Studies
„Internationale Politik“
Münchner Sicherheitskonferenz
„The American Interest“
Trilaterale Kommission
ZEITMatthias NaßAtlantik-Brücke
Bilderberg
ZEITMarc BrostAtlantik-Brücke
Süddeutsche ZeitungStefan KorneliusAmerican Institute for Contemporary German Studies
Bundesakademie für Sicherheitspolitik
Deutsche Atlantische Gesellschaft
Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik
„Internationale Politik“
Körber-Stiftung
Münchner Sicherheitskonferenz
ZDFClaus KleberAspen Institute Deutschland
ZDFPeter FreyBundesakademie für Sicherheitspolitik
Körber-Stiftung
BILDKai DiekmannAtlantik-Brücke
FAZKlaus-Dieter FrankenbergerAtlantische Initiative
Bundesakademie für Sicherheitspolitik
Institut für Europäische Politik
Münchner Sicherheitskonferenz
Trilaterale Kommission
WELTMichael StürmerDeutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik
European Council on Foreign Relations
German British Forum
Münchner Sicherheitskonferenz
Valdai Discussion Club


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Krüger sieht seine Forschungsergebnisse weitgehend durch die eher theoretischen Analysen des Medienwissenschaftlers Lutz Hachmeister zur Medienpolitik bestätigt. Hachmeister war schon 2007 in „Nervöse Zone“ zu der Schlussfolgerung gekommen, dass sich bei Politik, Wirtschaft und Leitmedien eine „geschlossene Gesellschaft“ herausgebildet habe. Krüger bezieht sich auch auf Peter Ludes, der feststellt, dass Journalisten als Mitwisser ihr Privileg des Zugangs zu Politikern nicht gefährden wollen und daher auf Kritik verzichten. 
Josef Joffe selbst bezeichnete die Verflechtungen zwischen Journalisten und Meinungsmachern aus Politik und Wirtschaft als „schreckliche, symbiotische Beziehung“[11]:
„Jeder benutzt den anderen. Wir wollen, dass sie uns etwas erzählen, uns gar in ihr Vertrauen ziehen. Die benutzen uns natürlich genauso, denn sie kennen das moderne ontologische Prinzip, dass nichts existiert, was nicht in den Medien steht.[12] (Uwe Krüger, Meinungsmacht, 2013, Frühere wissenschaftliche und journalistische Behandlung der Thematik, Wikipedia, Hervorhebungen von mir)
In Krügers Dissertation zum Einfluss der Eliten auf deutsche Journalisten und Medien[13] wird ein theoretisches Modell entwickelt, das Medienverhalten mit Hilfe von Pressure Groups und sozialen Netzwerken erklärt und das vorhersagt, dass Leitmedien mehr oder weniger den laufenden Diskurs der Eliten reflektieren, aber dessen Grenzen nicht überschreiten und dessen Prämissen nicht kritisch hinterfragen.Ausgangsthese Krügers ist „dass eine konsensuell geeinte Elite in wichtigen Fragen (Krieg und Frieden, makroökonomische Ordnung) gegen die Interessen eines Großteils der Bevölkerung regieren kann und dass journalistische Eliten zu stark in das Elitenmilieu eingebunden sein könnten, um noch als Anwälte des öffentlichen Interesses kritisch-kontrollierend zu wirken.“Im empirischen Teil fokussiert seine soziale Netzwerkanalyse zunächst die soziale Umgebung von 219 leitenden Redakteuren deutscher Leitmedien. Jeder Dritte unterhielt informelle Kontakte mit Politik- und Wirtschaftseliten; bei vier Außenpolitik-Journalisten, Stefan KorneliusKlaus-Dieter FrankenbergerMichael Stürmer und Josef Joffe finden sich dichte Netzwerke im US- und Nato-affinen Elitenmilieu. Weitere analysierte Journalisten sind Kai Diekmann (Bild), Peter Frey und Claus Kleber (ZDF) und Matthias Naß (ZEIT).Eine anschließende Frame-Analyse fragt, inwieweit der Output dieser vier Journalisten in den umstrittenen Fragen der Definition von Sicherheit (erweiterter Sicherheitsbegriff) und Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr auf der Linie der ermittelten Bezugsgruppen liegt. Abschließend werden die Berichte über die Münchner Sicherheitskonferenz und deren Gegner in fünf Tageszeitungen inhaltsanalytischuntersucht. Sie kommt zu dem Schluss, dass die Eliten-nahen Leitmedien FAZ, Welt und Süddeutsche den auf der Sicherheitskonferenz laufenden Elitendiskurs ausführlich abbilden, dabei aber die Proteste und die Gegenveranstaltung Münchner Friedenskonferenz marginalisieren und delegitimieren.[14]
„Als hoch problematisch erscheinen erstens die direkten Verbindungen zur Wirtschaft, genauer die Beratertätigkeit von Chefredakteuren und Herausgebern für gewinnorientierte Konzerne: Josef Joffe (Zeit) als Beirat der HypoVereinsbank sowie Stefan Aust (Spiegel) und Helmut Markwort (Focus) als Beiräte der Deutschen Telekom AG.
Zweitens muss die Einbindung von Journalisten in eine Organisation der Bundesregierung kritisch gesehen werden, namentlich Klaus-Dieter Frankenberger (FAZ), Stefan Kornelius (SZ) und Peter Frey (ZDF) als Beiräte der Bundesakademie für Sicherheitspolitik, eines Think Tanks im Geschäftsbereich des Bundesverteidigungsministeriums.
Der Beirat berät laut Akademie-Satzung das Kuratorium, das wiederum aus der Bundeskanzlerin sowie den Bundesministern der Verteidigung, des Inneren, des Auswärtigen, der Finanzen, der Justiz, für Wirtschaft und für Entwicklungshilfe besteht. Die drei Journalisten verpflichteten sich somit, jene Bundesregierung zu beraten, die sie doch eigentlich als Anwälte der Öffentlichkeit kritisieren und kontrollieren sollen.” (S. 148)[15]
Zu der Frage, welche Art der Beeinflussung der Journalisten durch die Eliten vorliege, vermutet Krüger, dass "Journalisten mit Eliten-kompatiblen Werten und Meinungen höhere Chancen (haben), Zugang zu den höchsten Kreisen zu bekommen, und die Einbindung in das Elitenmilieu verstärkt dann über die Zeit hinweg die Konformität. Das heißt auch: Journalisten mit Eliten-kompatiblen Meinungen haben bessere Chancen, Karriere zu machen, denn sie können im eigenen Haus und in der Branche mit exklusiven Informationen und hochrangigen Interviewpartnern punkten."[16] Krüger argumentiert mit dem Konzept des sozialen Kapitals Pierre Bourdieus.[17]In einer an Krüger anschließenden Untersuchung wurden auch Jochen Bittners Verflechtungen mit Elitennetzwerken analysiert.[18] (Uwe Krüger, Meinungsmacht, 2013, Forschungsansatz, Thesen und Ergebnisse der Untersuchung Krügers, Wikipedia)
In der Rezension des Portals für Politikwissenschaft wird der Forschungsarbeit Krügers bescheinigt, dass er mit der Analyse des fragwürdigen Umgangs mit der Meinungsmacht, der zu selten Gegenstand methodisch fundierter wissenschaftlicher Analysen sei, einen bemerkenswerten Beitrag zu einer offenen und sachlichen Diskussion über die Unabhängigkeit von Journalisten jenseits von Verschwörungstheorien geleistet habe.[19]In der Rezension der FAZ bemängelt Boris Holzer, dass die Kausalität der Vereinnahmung von Journalisten durch Elitennetzwerke nicht eindeutig nachweisbar sei.[20]
Bemerkung von mir:
Das ist ja wohl auch der Sinn und Zweck des Ganzen! 
Peter Zudeick von der SZ bestätigt, dass Medien zur "Selbstgleichschaltung" neigen, interpretiert dies aber nicht als Beeinflussung, sondern als selbständige Entscheidung der Journalisten.[21] (Uwe Krüger, Rezeption und Kritik, Rezensionen, Wikipedia)

=================Wikipedia-Artikel eingeschoben========================= 

statt eines Kommentars:
Auch das Gutachten 2005 des Sachverständigenrats zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen stellt fest: »Ärzte sind sich zwar der werbenden, verzerrenden Darstellung der produktbezogenen Information bewusst. Sie leugnen jedoch – trotz gegenteiliger empirischer Befunde – häufig, dass diese ihr Verhalten beeinflussen. Sie glauben vielfach an ihre persönliche Immunität über den Marketingmaßnahmen der Industrie…«
Es ist kennzeichnend für die »gefühlte Unabhängigkeit« von Ärzten, dass sie laut Umfrage zu 61% der Meinung sind, dass Industriewerbung und Kontakte ihr eigenes Verschreibungsverhalten nicht beeinflussen würde, nur 16 % dies jedoch für ihre KollegInnen annehmen (!). Daraus folgt, dass Aufklärung und Aus-, Fort-, und Weiterbildung vor allem an der »Pharma(früh)sozialisation« ansetzen und Gegenstrategien entwickeln muss. […] (V. Aderhold, D. Lehmkuhl, Material zum Verhältnis Psychiatrie und Pharmaindustrie (aus: Der Mast muß weg, 1/2008, Hervorhebungen durch die Verfasser
siehe dazu:
- Ist die Psychopharmakologie verrückt geworden? – Kapitalismus-infizierte Wissenschaft (Post, 31.01.2016)
Uwe Krüger hat Artikel und andere Medienprodukte der genannten Journalisten untersucht und festgestellt: Die Journalisten lagen ganz auf Linie mit den Eliten. Sie mahnten zu stärkerem militärischen Engagement und empfahlen mehr Führung und Überzeugungsarbeit bei der skeptischen Bevölkerung, um die Linie durchzusetzen. Zu welchen Ergebnissen diese Agitation führt, konnten wir erleben, als im Kontext der Münchner Sicherheitskonferenz dieses Jahres Bundespräsident Gauck, Außenminister Steinmeier und Verteidigungsministerin von der Leyen einvernehmlich mehr Verantwortung in der Welt einforderten, was gleichbedeutend ist mit mehr militärischem Engagement. Solche Schübe der außen- und sicherheitspolitischen Veränderungen werden genau von diesen Kreisen von Journalisten in Kombination mit den verschiedenen Institutionen bewerkstelligt.Die Nähe zu den Eliten und zu deren politischer Orientierung zahlt sich auch für die Karriere der genannten Journalisten aus. Joffe, Frey, Kleber etc. sind auch dank ihrer ideologischen Ausrichtung und ihrer Verbundenheit mit den mächtigen Zirkeln der Eliten beruflich erfolgreich.Die genannten Personen sind einflussreich. Sie bestimmen durch ihre Prominenz und ihre gleiche Ausrichtung auch die Berichterstattung und Kommentierung von anderen Journalistinnen und Journalisten. Im eigenen Medium gilt das oft ganz direkt. Ein typisches Beispiel ist der Kommentar zur Putin Rede von Julian Hans in der Süddeutschen Zeitung vom 19. März 2014. Die Überschrift in der Printausgabe lautete: „Europas Alptraum“. Typisch für die Verdrehung im Sinne der westlichen „Staatengemeinschaft“ war u.a. der Schluss: 
„Im Zeitraum von gerade einmal drei Wochen hat Europa erlebt, wie seine über Jahrzehnte stabile Sicherheitsordnung zerbröselte. Wie soll man Putin entgegentreten? Keiner weiß es. Und für die Völker Mitteleuropas sind die alten Schreckgespenster zurückgekehrt – ihr Albtraum.“ 
Da ist keine Rede von der Mitwirkung der Europäischen Union, der USA und der NATO an der Erosion der stabilen Sicherheitsordnung. Von den Zumutungen und den gebrochenen Versprechungen gegenüber Russland wird nicht berichtet. Schuld sind allein die Russen. 
„Mir fiel auf, dass durch das bekannte Rotationsprinzip nach kurzzeitigen Aufenthalt in USA plötzlich ein anderer „Zungenschlag“ zu vernehmen war, der anderswo als Gehirnwäsche gebrandmarkt wird.“ (zitierte Meinung eines Lesers der NachDenkSeiten)
siehe auch:
- Darf man von Gleichschaltung der Medien sprechen? Und davon, dass die Demokratie höchst gefährdet ist? (Albrecht Müller, NachDenkSeiten, 15.05.2014)
- Sie sind alle gleichgeschaltet – ZDF, ARD, Spiegel Online usw. (Albrecht Müller, NachDenkSeiten, 26.06.2010, man beachte das Datum!)
- Die verwirrende Debatte zum Gipfel in Kanada ist ein außerordentlich gutes Beispiel für die Möglichkeit der umfassenden Manipulation (Albrecht Müller, NachDenkSeiten, 26.06.2010, man beachte das Datum!)

Meine Anmerkung:
Honi soit qui mal y pense

kritische Artikel zu den NachDenkSeiten:
- In Ungnade gefallen (Michael Schöfer, Kommentare zum Zeitgeschehen, 26.08.2015)
- Wolfgang Lieb in eigener Sache: Ich habe mich schweren Herzens entschlossen, nicht mehr für die NachDenkSeiten zu arbeiten (Wolfgang Lieb, NachDenkSeiten, 23.10.2015)
Das Treiben der NachDenkSeiten als Rückblick - und gleichzeitig mein letzter Artikel hier (Wolfgang Lieb, Die Journalistenhatz der NachDenkSeiten und des Weltnetz.tv, 03.11.2015)

mein Kommentar:

Öffentlichkeitsarbeit abseits vom Mainstream scheint mit einer sehr hohen psychischen Belastung einherzugehen, die Gefahr, den Boden unter den Füßen zu verlieren, sehr groß.
Die Kämpfe unter denen, die lange zusammenarbeiten und dann auseinandergehen, scheinen von einer absurd anmutenden Aggressivität …
Angst vor Identitätsverlust?
Je kleiner die Anzahl der Gleichgesinnten, desto wichtiger werden diese scheinbar!
(Entstehen so Gruppendruck und Sekten?)

Donnerstag, 25. Februar 2016

Peter Lustig ist gestorben

Peter Lustig, der langjährige Moderator der Sendung "Löwenzahn", starb am Dienstag im Alter von 78 Jahren. Im ZDF hatte er 25 Jahre lang Begeisterung für Technik, Geschichte und Umwelt vermittelt.
Peter Lustig, der schlaue Mann mit der Latzhose, hat vielen über 25 Jahre hinweg Begeisterung für Technik, Geschichte und Umwelt nahe gebracht. Der Fernsehmoderator starb am gestrigen Dienstag im Alter von 78 Jahren in der Nähe von Husum, wie das ZDF mitteilte.


Für das Fernsehpublikum, vor allem den in den 1980er Jahren aufgewachsenen Kindern und Jugendlichen, ist Peter Lustig synonym mit seiner Rolle als Erklärbär der Sendung "Löwenzahn". In fast 200 Folgen wunderte der im fiktiven Bärstadt in einem Bauwagen wohnende Erfinder mit Latzhose sich stellvertretend für die Zuschauer durch jedes Phänomen zwischen Himmel und Erde.

mehr:
- Der schlaue Mann mit der Latzhose - zum Tode von Peter Lustig (Philip Steffan, heise Online, 24.02.2016)

siehe auch:

- Peter Lustig-Bildergalerie (Cicero)
- "Löwenzahn": ZDF-Moderator Peter Lustig ist tot (SPON, 24.02.2016)
- "Jetzt kommt ja eh nichts mehr, also abschalten" (Jan Küveler, Welt, 24.06.2016)
- „Löwenzahn“-Moderator Peter Lustig ist tot (FAZ, 24.02.2016)
- Peter Lustig gestorben: Sein Bauwagen war unser Sehnsuchtsort (Jörg Thomann, FAZ, 24.02.2016)
- Löwenzahn-Moderator – Peter Lustig ist tot (Süddeutsche, 24.02.2016)
- Mit 78 Jahren: "Löwenzahn"-Moderator Peter Lustig ist tot (MDR-Nachrichten, 24.02.2016)

Löwenzahn Classics 169 Der Schatz der Vergangenheit [23:45]

Veröffentlicht am 26.09.2013

Steht der Bauwagen etwa auf den Überresten einer alten Grabstätte? Aufgeregt betrachtet Peter Lustig die alte Tonscherbe aus seinem Garten. Klarer Fall: Ein Archäologe muss helfen! An einer großen Ausgrabungsstätte beginnt für Peter eine spannende Odyssee um Erdschichten, Grabungstechniken und Bestimmungsmethoden. Er lernt dabei eine Menge über das Leben der alten Römer: wie sie wohnten, wie sie sich kleideten und welche Spuren noch heute von ihnen zu finden sind.

Ein Leben voller Neugier - Löwenzahn mit Peter Lustig in HD {12:57}

PeterMittendrin
Am 28.02.2016 veröffentlicht 
Tüfteln, forschen, entdecken - das war das Leben von Peter Lustig 25 Jahre lang bei der Wissenssendung "Löwenzahn". Sein Heim war der blaue Bauwagen im fiktiven Bärstadt.
Peter Lustig erlebte hier spannende und witzige Geschichten, und ganz nebenbei erklärte er auf seine unnachahmliche Art Wissenswertes aus Natur, Umwelt und Technik. Sein Werdegang bis zum Protagonisten von "Löwenzahn" war so ungewöhnlich wie Peter Lustig selbst.
Das Lebensbild zeigt Ausschnitte aus Sendungen und Interviews mit der Kultfigur Peter Lustig. Er hat seit den 80er Jahren Generationen von jungen Menschen gelehrt, immer neugierig zu bleiben, Dinge zu hinterfragen und sich schließlich über die gewonnenen Erkenntnisse zu freuen.

Abschied von Peter Lustig - ZDFtivi [1:56]
Einbetten auf Anfrage deaktiviert
Veröffentlicht am 24.02.2016
Die ganze Folge gibt es in der ZDFtivi-Mediathek: http://www.tivi.de/mediathek/loewenza...
Weiter Infos zu Löwenzahn: http://www.tivi.de/fernsehen/loewenza...

Mittwoch, 24. Februar 2016

Heute vor 70 Jahren– 24. Februar 1946: Perón gewinnt Präsidentenwahl in Argentinien

Heilsversprechen für Argentiniens Massen 

Heute vor 70 Jahren wurde Juan Perón (1895-1974) als Kandidat der Arbeiterpartei mit 52% der Stimmen zum Präsidenten Argentiniens gewählt. Oberst Perón war bereits vorher an mehreren Staatsstreichen beteiligt gewesen und hatte als Staatssekretär (ab 1943) ehrgeizige Sozialprogramme entwickelt. Er setzte auf eine Allianz mit Hitler-Deutschland und die Vorherrschaft Argentiniens in Lateinamerika. Nach 1945 gewährte er flüchtigen NS-Tätern großzügig Exil. 
Juan und Evita Perón bei ihrer Fahrt durch Buenos Aires,
nach der Wiederwahl Peróns im Januar 1952
Als Präsident ab Juni 1946 setzte er – unterstützt von seiner charismatischen Ehefrau Evita (1919-1952) - auf eine forcierte Industrialisierung und Arbeitermitbestimmung, gestaltete seine autoritäre Sozialpolitik aber auch mit faschistischen Organisationsformen wie Massenaufmärschen und Propagandaaktionen. Der »Perónismus« (Selbstbezeichnung: Iusticialismo) wurde ein feststehender Begriff. Liberale Ehegesetze brachten Perón in schwere Konflikte mit der katholischen Kirche, die im September 1955 zu seinem Sturz und Gang ins Exil nach Spanien führten. Im Juni 1973 kehrte Per6n nach Argentinien zurück und wurde erneut Präsident. Während seiner von Gewaltakten und Terror begleiteten zweiten Amtszeit starb er bereits am 1. August 1974. Seine im Präsidentenamt folgende zweite Ehefrau Isabel (* 1931) wurde 1976 vom Militär gestürzt. 

Harenberg - Abenteuer Geschichte 2016 

Argentinien -- zwischen Anden und Rio de la Plata [7:27]

Veröffentlicht am 08.04.2012
Nach Brasilien ist Argentinien das zweitgrößte Land Südamerikas und erstreckt sich über sechs verschiedene Klimazonen. Ein Land der Extreme, denn auf 2,8 Millionen Quadratkilometern leben gerade mal rund 36 Millionen Menschen, ein Drittel davon im Großraum der Hauptstadt Buenos Aires. Der Film führt von Buenos Aires durch das Zweistromland zu den Wasserfällen von Iguazu, über Salta und das Hochland der Anden durch das Gebiet der "Pachamama" in die Weinanbaugebiete um Mendoza, entlang der Kordillieren nach Süden in die "Argentinische Schweiz". Von dort aus nach Patagonien zum Versteck von Butch Cassidy sowie den Seelöwen- und Pinguinkolonien der Halbinsel Valdes bis hin zum Urlaubs-Dorado der Argentinier rund um "Mar de Plata".

[DOKU] Buenos Aires - Gesichter einer Stadt [13:48]

Veröffentlicht am 29.09.2013
Große Dokusammlung
http://goo.gl/2Ja3DR
Das Doku-Archive öffnet wieder seine Schublade.

Beitrag über die Toten Hosen in Buenos Aires im ZDF Heute-Journal - 2.11.09 [4:22]
Hochgeladen am 02.11.2009
Beitrag über die Konzerte der Hosen in Südamerika, im speziellen Buenos Aires. Mit Bildern vom Pepsi-Festival, der Coverband "Opelgang" und ein Interview mit Campi.
Für einige Lacher könnte die Aussprache der Punklegenden "Ramones" führen :D

Putin 2 – 2001: Das Werben vor dem Deutschen Bundestag: zukunftsfähiges Angebot oder Schreckensnachricht?

Diese Botschaft löste entsetzte, jedenfalls nachdenklich uninteressierte Gesichter auf der Regierungsbank aus. Hier sehen Sie den damaligen Außenminister Joschka Fischer und den Innenminister Schily. Sie sehen aus, als sei ihnen nicht ein zukunftsfähiges Angebot sondern eine Schreckensnachricht übermittelt worden.

Da diese schreckliche Gefahr heute besteht und sie sozusagen täglich dadurch verschärft wird, dass die Entstehung des Konfliktes zwischen West und Ost falsch dargestellt wird, werden die NachDenkSeiten immer wieder Material zur sachgerechteren Beurteilung liefern. Wir bitten unsere Leserinnen und Leser, diese intensive Beschäftigung mit den Kriegen und Kriegsgefahren und ihrer propagandistischen Vorbereitung zu entschuldigen. Wir bitten Sie zugleich bei der Aufklärung mitzuhelfen, damit wenigstens die Kriegshetze kein breites Gehör findet und damit gebrochen wird.

Viele unserer Leserinnen und Leser sind sehr aktiv. Den Hinweis auf die Bundestagsrede des russischen Präsidenten im Jahre 2001 und die Reaktion Fischers und Schilys erhielt ich von einer Leserin der NachDenkSeiten. Das Foto mit den entsetzten bis gelangweilten Gesichtern der beiden Minister war mir schon beim Anschauen dieses Films über Putin aufgefallen

Da die Leserin der NachDenkSeiten die wesentlichen Passagen zusammengefasst hat und die Links auf die Dokumente eingebaut hat, geben wir den Text Ihrer E-Mail einfach wieder:

„Als ich Jens Bergers Artikel vom 15.2. zur Berichterstattung über Medwedews Rede in München gelesen habe, fiel mir Wladimir Putins Rede im Deutschen Bundestag von 2001 dazu ein. Ich finde, sie wäre eine schöne Ergänzung zu Herrn Bergers Text. Schon damals wirbt Putin um eine enge Zusammenarbeit zwischen Russland und Europa.


mehr:
- Russlands Präsident hat schon 2001 im Deutschen Bundestag angeboten, die Potenziale Russlands mit denen der anderen Teile Europas zu vereinigen (Albrecht Müller, NachDenkSeiten, 17.02.2016, Hervorhebung von mir)
„Niemand bezweifelt den großen Wert der Beziehungen Europas und der Vereinigten Staaten. Doch bin ich einfach der Meinung, dass Europa sicher und langfristig den Ruf eines mächtigen und real selbstständigen Mittelpunkts der Weltpolitik festigen wird, wenn Sie Ihre eigenen Möglichkeiten mit den russischen menschlichen, territorialen und Naturressourcen, mit dem Wirtschafts-, Kultur- und Verteidigungspotential Russlands vereinigen würden.“
Ich würde dem nicht widersprechen wollen. Direkt danach richtet sich die Kamera auf Otto Schily und Joschka Fischer. Ihre Reaktion auf dieses großartige Angebot des russischen Präsidenten finde ich wirklich bemerkenswert: Für mich sehen sie aus, als habe man ihnen gerade eine Schreckensnachricht eröffnet. Erstaunlich. Und merkwürdig: auf dem Video in der Mediathek des Bundestags ist es nicht zu sehen.
Ich habe mir die Zeit genommen, das YouTube-Video von Putins Rede und das Video in der Mediathek des Bundetages miteinander zu vergleichen: Die Aussage ist richtig, die Reaktionen von Schily und Fischer sind im Bundestags-Video nicht zu sehen.

mein Kommentar:

Man kann sich auch in was verbeißen. Die Reaktion von Fischer und Schily scheint mir überbewertet. Die Differenz zwischen den Videos hat wenig Bedeutung. (Vielleicht ist das Mediathek-Video das Original, in das die Reaktionen von Fischer und Schily reingeschnitten wurden)

siehe auch:

- Bundestagsrede – Putin: „Russland ist ein freundliches Land" (FAZ, 25.09.2001)
- Putin im Bundestag: "Alle sind schuldig, vor allem wir Politiker" (SPON, 25.09.2015
Russische Zeitungen: "Putin nahm den Reichstag ein" (Alia Begisheva, SPON, 25.09.2015)

- Die erste Rede eines russischen Präsidenten im Deutschen Bundestag (Rolf Wiggershaus, Deutschlandradio Kultur, 25.09.2011)
- Altkanzler beim Wirtschaftstreffen – Gerhard Schröder – der Russlandversteher (Armin Lehmann, Tagesspiegel, 01.10.2014)
- Tschetschenien und Kaliningrad (in: Katrin Bastian, Die Europäische Union und Russland: Multilaterale und bilaterale Dimensionen in der europäischen Außenpolitik, Juni 2006)
- Ex-Verteidigungsminister Rühe: "Putin hat versagt" (Interview mit Benjamin Bidder, SPON, 20.03.2014)
- Russland – Enttäuschte Liebe (Holger Schmale, Berliner Zeitung, 03.04.2014)

Montag, 22. Februar 2016

Heute vor 545 Jahren – 22. Februar 1371; Der erste Stuart-König in Schottland

Vom Unstern einer Dynastie 

Heute vor 645 Jahren bestieg mit Robert II. (1316-1390) der erste König aus dem Haus Stuart den Thron Schottlands. Unter Jakob VI. gelangten die Stuarts auch auf den englischen Thron, doch bescherte dieser ihnen letztlich ein unheilvolles Schicksal: Karl I. von England (reg. 1625-49) wurde, wie zuvor schon seine Großmutter Maria Stuart (reg. 1542-67), hingerichtet, der letzte Stuartkönig, Jakob II. (reg. 1685-88/89) von England, in der »Glorious Revolution« ins Exil vertrieben. Daher sprach man oftmals vom besonderen Unglück dieser Dynastie. 
König Jakob V. von Schottland, Vater und
Vorgänger der unglücklichen Maria Stuart,
Gemälde von Corneille de Lyon
Tatsächlich hatten bereits die schottischen Stuarts kein leichtes Schicksal. Robert III. (reg. 1390-1406) war durch einen Pferdetritt gelähmt und weitgehend regierungsunfähig. Jakob I. (reg. 1406-37), 18 Jahre lang (bis 1424) Gefangener der Engländer, wurde unter entwürdigenden Umständen ermordet. Jakob II. (reg. 1437-60) musste sich seine Herrschaft erkämpfen und starb durch eine explodierende Kanone. Jakob III. (reg. 1460-88) wurde von unzufriedenen Adeligen ermordet, Jakob IV. (1488-1513), Schottlands Renaissancekönig, fiel bei Flodden gegen die Engländer. Und Maria Stuarts Vater Jakob V. (reg. 1513-42) starb nach einer vernichtenden Niederlage gegen die Engländer sechs Tage nach der Geburt seiner Tochter. Noch auf dem Totenbett glaubte er an das nahende Ende der Stuarts. 
Harenberg - Abenteuer Geschichte 2016

Vergangene Welten - Bravehearts Schottland [43:45]
Veröffentlicht am 26.03.2014
Ende des 13. Jahrhunderts ist Schottland im Krieg und die Niederlage gegen England nah. In dieser Zeit geht William Wallace alias Braveheart als größter Held Schottlands in die Geschichte ein: Er wird zum Symbol für Patriotismus und Überlebenswillen. Untersuchungen ermöglichen eine Reise zurück zu Bravehearts Kämpfen für sein Land. Es wird eine hoch entwickelte Kultur rekonstruiert, die 700 Jahre lang verborgen war.