Samstag, 29. Juli 2017

Dreieinhalb Jahre nach Beginn des Krieges in der Ukraine: Ein wenig US-Geostrategie

Der Krieg in der Ukraine ist ein aktueller, seit Februar 2014 andauernder bewaffneter Konflikt, der durch stetige Schritte der Eskalation in den ostukrainischen Oblasten Donezk und Luhansk entstand. Die dortigen Kampfhandlungen finden zwischen von Russland unterstützten Milizen, regulären russischen und ukrainischen Truppen sowie Freiwilligenmilizen statt. Die prorussischen Kräfte kämpfen für die Abspaltung der zwei durch sie proklamierten Volksrepubliken Donezk und Luhansk von der Ukraine.
Von Beginn an wurde der russischen Regierung vorgeworfen, Unruhen während und nach dem Euromaidan zu schüren in der Absicht, den Osten und Süden der Ukraine zu destabilisieren. Ziele waren CharkiwOdessaMariupolLuhansk und Donezk samt Umgebung. Während sich in Charkiw, Odessa und Mariupol die Lage beruhigte, wurden in den Oblasten Donezk und Luhansk bewaffnete sogenannte Volksmilizen aktiv. Wie auf der Krim waren von Russland her kommende Sondertruppen beteiligt.[7] Auch nach Einschätzung eines Kommandanten einer solchen Einheit ging der Krieg in der Ostukraine nicht von den Donbass-Bewohnern selbst, sondern von diesen bewaffneten Einheiten aus.[8] Russland unterstützt diese Milizen durch das Einsickernlassen von Freischärlern und durch Lieferungen von schweren Waffen bis hin zu Panzern.[9] Kreml-nahe Medien bestätigten die Anwesenheit russischer Soldaten „im Urlaub“.[10][11]
Die Milizen werden von der ukrainischen Regierung als „Terroristen“ bezeichnet. Im Juni 2014 beklagte der UNHCHR eine von den Milizen geschaffene Atmosphäre der Angst mit Tötungen, Folterungen und anderen Menschenrechtsverletzungen[12] und am 28. Juli den totalen Zusammenbruch von Recht und Ordnung und sprach von einer Terrorherrschaft der bewaffneten Gruppen über die Bevölkerung der Ostukraine mit Freiheitsberaubungen, Entführungen, Folterungen und Exekutionen.[13] Hunderttausende Menschen flüchteten aus den betroffenen Gebieten. Beim Abschuss des Malaysia-Airlines-Flug 17 im Juli 2014 starben 298 Zivilisten.
Anfang August 2014 konnte die Ukraine Donezk und Luhansk zu großen Teilen blockieren. Eine folgende erhebliche Verstärkung aus Russland erlaubte den prorussischen Kräften Ende August nicht nur die Belagerungsringe zu sprengen, sondern auch bisher völlig unumkämpfte Gebiete im Süden einzunehmen.[14][15] [Krieg in der Ukraine seit 2014, Wikpedia, abgerufen am 29.07.2017]
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Stratfor - George Friedmanns Rede auf deutsch und Putins Gegendarstellung | komplett vertont {32:00}

Veröffentlicht am 03.04.2015
Eine Übersicht der jüngsten Äußerungen George Friedmanns, Direktor des transatlantischen STRATFOR, in der Öffentlichkeit. Die Vormachtstellung der USA hänge vor allem davon ab, dass Deutschland und Russland niemals enge Verbündete werden dürften.

Kommentare von Klagemauer-TV geben weiteren Aufschluss über die Hintergründe, ebenso wie die Darstellung der russischen Perspektive durch Vladimir Putin.

Ein Zusammenschnitt des Holger Strohm Medienteams zwecks optimaler Verbreitung im deutschen Sprachraum und zur Förderung kritischen Denkens eines jeden. Wir danken allen Beteiligten, vor allem für die wichtige Vertonungsarbeit.

Friedmans Äußerungen finden sich ab 3:30
Putins Darstellung der geopolitischen Lage ab 16:40

Ehemaliger NATO-Oberbefehlshaber enthüllt Pentagon-Kriegpläne {14:59}

Veröffentlicht am 05.04.2015
AntikriegTV 2 l Übersetzung Deutschland Russland

Antikrieg TV http://www.antikrieg.tv
http://www.facebook.com/antikriegtv

ANTIKRIEG.TV Deutschsprachige Medienbeiträge sowie ins Deutsche übersetzte, ausgewählte Beiträge z.B. von Democracy Now (USA), Russia Today, Telesur (Lateinamerika)
Gleichzeitig empfehlen und verweisen wir auf deutschsprachige Nachrichtenseiten, wie Weltnetz.TV, Kontext TV, Hintergrund, Junge Welt, Nachdenkseiten und Beitrage der Occupy Bewegung

STRATFOR: Deutschland sitzt auf einem Vulkan (2016) {10:41}

Veröffentlicht am 16.06.2016
Februar 2016. Der Gründer und bis Mai 2015 Chef des privaten Geopolitik-Beratungsinstituts STRATFOR George Friedman spricht in seinem Vortrag über aktuelle globale Krise und die Hintergründe. Ausschnitte. The Chicago Council on Foreign Affairs. Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=xJhb7...
Der Auftritt von Friedman in 2015 (STRATFOR: US-Hauptziel war es immer, Bündnis Deutschland + Russland zu verhindern): https://www.youtube.com/watch?v=gcj8x...

Willy Wimmer über STRATFOR und deutsch-russische Beziehungen {14:55}

Veröffentlicht am 16.06.2015
Deutscher Politiker und ehem. Bundestagsabgeordneter Willy Wimmer über die Aussagen von STRATFOR-Chef George Friedman und ihre historische und geopolitische Bedeutung für Deutschland und deutsch-russische Beziehungen.

Posts mit Willy Wimmer:
  - Wimmer: Für USA geht Macht vor Recht (Post, 28.11.2014) 
  - Willy Wimmer über Deutschland als Kolonialgebiet (Post, 26.04.2015) 
  - Ramstein und der US-amerikanische Drohnenkrieg (Post, 26.04.2015)
  - Der amerikanische (Alb-)Traum (Post, 08.08.2015) 
  - Willy Wimmer: »Es gibt ein NATO-Netzwerk in den deutschen Medien« (Post, 23.01.2016) 
  - Willy Wimmer Zitat: „Das was hier läuft ist ein Verbrechen, das uns alle umbringen wird!“ (Youtube-Video, hochgeladen am 18.02.2016)

   - Putin will die russische Außenpolitik neu ordnen (Post, 11.04.2016)

DE-Politik. Sara Wagenknecht über Stratfor-Video. {4:54}

Veröffentlicht am 26.03.2015
Ausschnitte aus der Rede von Sahra Wagenknecht (Linke) im Deutschen Bundestag, über den Inhalt der Rede von STARTFOR-Chef George Friedman, Merkels Russland-Politik und US-Einfluss über die EU.
Quelle: https://youtu.be/yKF15uQWsgw
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Der wahre Grund der Hetze gegen Rußland {15:29}

Veröffentlicht am 29.12.2015
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Brigadegeneral Günzel: Es reicht! Für wie dumm haltet ihr uns? {6:35}

Veröffentlicht am 11.10.2016
http://www.anonymousnews.ru - Der ehemalige Kommandeur der Bundeswehr-Spezialeinheit Kommando Spezialkräfte (KSK), Brigadegeneral Reinhard Günzel, hat sich zu Wort gemeldet. Die sechsminütige Erklärung gleicht einem verbalen Rundumschlag und stellt eine Kriegserklärung an die herrschende politische Klasse dar.

Anonymous im Internet: http://www.anonymousnews.ru
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Bundesverteidigungsminister Peter Struck (SPD) versetzte den Brigadegeneral 2003 in den vorzeitigen Ruhestand. Günzel hatte 2003 in einem auf Bundeswehr-Briefpapier erstellten Schreiben eine anlässlich des Tags der Deutschen Einheit gehaltene Rede (Hohmann-Affäre) des Bundestagsabgeordneten Martin Hohmann(CDU) gelobt. Diese Rede war vom Zentralrat der Juden in Deutschland und weiten Teilen der politischen Öffentlichkeit sowie der Medien als antisemitisch kritisiert worden.Günzel selbst kritisierte die Art und Weise seiner Entlassung, da er sich jenseits aller Politik durch Aufbau und Leitung des KSK und seine vorherigen Verwendungen als Soldat sehr verdient gemacht habe. In seinem Peter Struck gewidmeten Buch „Und plötzlich ist alles politisch“[2] beschreibt er unter anderem, wie ihm die Übergabe der Dienstgeschäfte ebenso verboten wurde wie die offizielle Kommandoübergabe oder die übliche Verabschiedung aus der Kommandeurrunde. Auch die vom Bundespräsidenten unterzeichnete Entlassungsurkunde habe nicht die übliche Dankesformel „Für die dem deutschen Volk geleisteten treuen Dienste spreche ich ihm Dank und Anerkennung aus“ enthalten, obwohl diese Formel bisher nur demjenigen verweigert worden sei, „der nach schweren kriminellen Verfehlungen im Zuge eines disziplinargerichtlichen Verfahrens aus der Armee entlassen wurde“.[2] [Reinhard Günzel, Vorzeitiger Ruhestand, Wikipedia, abgerufen am 29.07.2017]
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Malorossiya - der neue Staat für die Ukraine wird ausgerufen

Der Anführer der Volksrepublik von Donezk, Alexander Zakharchenko, hat am Dienstag verkündet, die sich von der Ukraine abgespaltenen Regionen Donezk und das benachbarte Luhansk, plus andere ukrainische Regionen, ausser der Krim, werden den neun Staat genannt Malorossiya ausrufen. Malorossiya bedeutet "Kleines Russland" und ist ein vor Jahrhunderten benutzter Begriff für die heutige Ukraine. Ukraine ist ein relativ neue Bezeichnung und heisst übersetzt auf Russisch "Grenzland". 

"Wir, die Repräsentanten der Regionen der ehemaligen Ukraine, ohne der Krim, verkünden die Gründung eines neuen Staates, als Nachfolger der Ukraine", sagte Zakharchenko. "Wir glauben, dass der Staat Ukraine nicht mehr wiederhergestellt werden kann." 

Er fügte hinzu, die Bewohner von Malorossiya werden die Gelegenheit haben, über eine neue Verfassung abzustimmen. 

Wie gesagt, Malorossiya war der Name den das Russische Zarenreich benutzte, um das meiste Gebiet der heutigen Ukraine zu beschreiben. Das erste "Kleines-Russland-Gouvernement" wurde von Moskau 1764 gegründet und umfasste die heutigen Oblasts von Chernihiv, Bryansk, Kiev, Poltava, Cherkasy, Sumy und Kharkiv.
mehr:
- Malorossiya - der neue Staat für die Ukraine wird ausgerufen (Freeman, AllesSchallundRauch, 18.07.2017)

siehe auch:
- Volksrepublik Donezk verkündet die Gründung des Staates “Malorossiya” Nachfolger-Staat der Ukraine (Alexei Filippov, Southfront, 18.07.2017)
- Separatists in Ukraine declare creation of new 'state' Malorossiya (Daria Litvinova, The Telegraph, 18.07.2017)

siehe auch:
- Ukraine 7 – Der Sprachen- bzw. der ethnische Konflikt als Teil des Ukraine-Konfliktes (Post, 03.05.2014)

Neue Sanktionen gegen Russland

Viele im US-Kongress sehen die Nähe von Donald Trump zur russischen Regierung kritisch. Nicht unwahrscheinlich war es deshalb, dass er sein Veto gegen die neuen Russland-Sanktionen einlegt. Auch, weil er damit ein Stück Macht abgibt. 

 US-Präsident Donald Trump will das Gesetz für die verschärften neuen Russland-Sanktionen unterzeichnen. Er habe den entsprechenden Entwurf gebilligt, teilte das Weiße Haus am Freitagabend (Ortszeit) mit. Der Gesetzentwurf sieht auch neue Strafmaßnahmen gegen den Iran und Nordkorea vor. Die Bundesregierung und die EU-Kommission hatten die geplante Verschärfung in den vergangenen Tagen kritisiert. Sie fürchten negative Konsequenzen für europäische Unternehmen. Die russische Regierung hatte als Reaktion die Ausreise von US-Diplomaten verlangt. Der US--Kongress hatte die Sanktionen mit überwältigender Mehrheit beschlossen. Es war aber bis zuletzt unklar, ob Trump sein Veto gegen das Gesetz einlegen würde.
mehr:
- Russische Wirtschaft im Visier: Trump will Sanktionen unterzeichnen (n-tv, 29.07.2017)

siehe auch:
- Neue Russland-Sanktionen: US-Kongress setzt Trump unter Druck (n-tv, 28.07.2017)
Politik ist die Unterhaltungsabteilung des militärisch-industriellen Komplexes. [Frank Zappa]
dazu passen:
- Angriff auf den EU-Gasmarkt? – Was hinter den Russland-Sanktionen steckt (Hannes Vogel, n-tv, 26.07.2017) 

Putin zur Verschärfung der US-Sanktionen auf deutsch {3:04}

Veröffentlicht am 28.07.2017
Russlands Präsident Putin wurde gestern auf Staatsbesuch in Finnland natürlich sofort bei der Pressekonferenz nach einem Statement zur erheblichen Verschärfung der US-Sanktionen gegen Russland gerfragt.

Und ebenso selbstverständlich findet Ihr dieses wichtige und nicht unbedingt freundschaftliche Statement sogleich heute auf unserem YouTube-Channel und in unserer Onlinezeitung - in deutscher Übersetzung des Kreml-Originalmanuskripts.

Unterstützt unsere Arbeit - https://www.patreon.com/russlandtv

mein Komentar: 

Es bleibt dabei: Putin und Russland sind die Bösen! Cui bono?
Ich bleibe bei meiner Deutung der Situation:
Wie im Europa der 30er Jahre: Finanz-, politische und Wirtschafts-Eliten trauten den Menschen nichts mehr zu und wählten Mr. Unberechenbar.

Verspätete Filmempfehlung: Toni Erdmann – Empfindsamkeit vs. Humankapital im Neoliberalismus

Unfassbar komisch, tieftragisch und in Cannes zu Recht vom Publikum gefeiert: Maren Ades großer Film "Toni Erdmann". 

Die Heldinnen und Helden der Regisseurin Maren Ade passen einfach nicht in diese Welt. Sie leben in ihren romantischen Fantasien und können sich nicht entscheiden. Sie sind weich und verletzlich und manchmal auch sehr, sehr peinlich. Wenn die Träumer mit der Realität zusammenstoßen, blutet – wie beim jungen Architekten in Alle Anderen (2009) – schnell mal der Kopf. Noch schlimmer ergeht es der schwäbelnden Lehrerin Melanie Pröschle in Der Wald vor lauter Bäumen (2003). Sehnsüchtig schwärmt sie von der innigen Gemeinschaft und begegnet doch nur den Insassen der anonymen Gesellschaft, fremden Nachbarn, kackfrechen Schülern und herrischen Vorgesetzten. Die Romantikerin lebt in der verkehrten Welt. Sie bettelt um Anerkennung und erntet Verachtung. Sie träumt vom Himmel und landet in der Hölle.
mehr:
- Toni Erdmann: Wer lacht, der lebt noch (Thomas Assheuer, ZON, 21.07.2016)
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TONI ERDMANN | Trailer & Filmclips deutsch german [HD] {3:43}

Veröffentlicht am 08.07.2016
http://youtube.com/vipmagazin | "Toni Erdmann" (Trailer deutsch german) | Kinostart: 14.07.2016

Offizieller deutscher Kino-Trailer zu dem Film "Toni Erdmann".

Originaltitel: Toni Erdmann
Filmdrama, DE 2016
Filmverleih: NFP Filmverleih
Filmlänge: 162 Minuten
Kinostart (DE): 14.07.2016

Schauspieler/Darsteller: Peter Simonischek, Sandra Hüller, Michael Wittenborn, Thomas Loibl, Trystan Pütter, Hadewych Minis u.a.
Regisseur: Maren Ade

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Winfried, 65, ist ein Musiklehrer mit ausgeprägtem Hang zum Scherzen, gespielt von Peter Simonischek, der mit seinem alten Hund zusammenlebt, und er ist auch "Toni Erdmann". Seine Tochter Ines - gespielt von Sandra Hüller - ist eine Karrierefrau, die um die Welt reist, um Firmen zu optimieren. Vater und Tochter könnten also nicht unterschiedlicher sein: Er, der gefühlvolle Idealist, sie, die rationale Unternehmensberaterin, die bei einem großen Outsourcing Projekt in Rumänien aufsteigen will und sich in einer Männerdomäne behaupten muss.

Da Winfried zu Hause also nicht viel von seiner Tochter sieht, beschließt er, sie nach dem Tod seines Hundes spontan zu besuchen. Statt sich anzukündigen, überrascht er sie in der Lobby ihrer Firma. Ines bemüht sich, gute Miene zum bösen Spiel zu machen und schleppt ihren Vater in seinen alten Jeans mit zu Businessempfängen und Massageterminen. Doch der Besuch führt nicht zu einer Annäherung. Winfried nervt seine Tochter mit lauen Witzen und der unterschwelligen Kritik an ihrem leistungsorientierten Leben zwischen Meetings, Hotelbars und unzähligen E-Mails. Vater und Tochter stecken in einer Sackgasse, und es kommt zum Eklat zwischen den beiden.

Doch statt wie angekündigt Bukarest zu verlassen, überrascht Winfried Ines mit einer radikalen Verwandlung in Toni Erdmann, sein schillerndes Alter Ego. Mit schiefem Gebiss, schlechtem Anzug und Perücke ist Toni wilder und mutiger als Winfried und nimmt kein Blatt vor den Mund. Toni mischt sich in Ines’ Berufsleben ein mit der Behauptung, der Coach ihres Chefs zu sein, und begleitet sie bei beruflichen Terminen. Überraschend lässt Ines sich auf sein Angebot ein, und Vater und Tochter machen eine verblüffende Entdeckung: 
Je härter sie aneinander geraten, desto näher kommen sie sich.

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Alle Angaben ohne Gewähr.
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siehe auch:
- Toni Erdmann (Michael Meyns, Filmstarts.de, Datum unbekannt, beachte auch die Kommentare)
- Toni Erdmann (Axel Timo Purr, ArteChoc, Datum unbekannt)
- Cannes-Triumph "Toni Erdmann": Schutzengel mit hässlicher Perücke (Hannah Pilarczyk, SPON, 14.05.2016)
- "Toni Erdmann" auf dem Filmfest München: Es endet in einer famosen Nacktparty (David Steinitz, Süddeutsche Zeitung, 23.06.2016)
- Filmkritik zu "Toni Erdmann" – Nacktparty und Sperma-Törtchen (Anke Westphal, Berliner Zeitung, 12.07.2016)
- Film "Toni Erdmann" im Kino: Vaters Furzkissen und die Karriere der Tochter (Christiane Peitz, Tagesspiegel, 12.07.2016)
- Video-Filmkritik – Jetzt mach mir hier aber mal bitte keine Zähne (Dietmar Dath, ZON, 13.07.2016)
- «Toni Erdmann» – Der Widerspenstigen Zähmung (Christina Tilmann, Neue Zürcher Zeitung, 20.07.2016)
- Ehrungen für Maren Ade "Toni Erdmann": Film des Jahres für internationale Kritiker (SPON, 02.12.2016)
dazu: Auszeichnungen (Toni Erdmann, Wikipedia)
- Kino-Sensation 2016: „Toni Erdmann“ ist ein guter Film – mehr aber nicht (Rüdiger Suchsland, Rolling Stone, 30.12.2016)


Sonntag, 23. Juli 2017

Aufräumarbeiten nach dem G20-Gipfel: Was würde geschehen, wenn…

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Das Reisekönigtum war von der fränkischen Zeit bis in das Spätmittelalter hinein die übliche Form der Herrschaftsausübung durch König oder Kaiser (als Reisekönig oder Reisekaiser). Die deutschen Könige des Mittelalters regierten nicht von einer Hauptstadt aus. Sie reisten mit Familie und Hofstaat durch das Reich von einer Pfalz zur anderen. Auch in anderen europäischen Ländern war dies üblich und wurde dort zum Beispiel auf Englisch als itinerant kingshiptravelling kingdom oder auf Italienisch als corte itinerante bezeichnet.
Das alte deutsche Reich besaß keine Hauptstadt im heutigen Sinne, sondern wurde von wechselnden Orten aus regiert. Diese Orte waren meist auf Krongut errichtete Pfalzen oder aber Bischofsstädte. Die Wege, die der Hofstaat auf diesen Reisen zurücklegte, nennt man Itinerare. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Pfalzen oft in verkehrsgünstigen und auch fruchtbaren Gebieten angelegt wurden, die zur Versorgung von Königshöfen als Mittelpunkt königlicher Grundherrschaften umgeben waren. Die Königshöfe lagen dabei verstreut über das gesamte Reich. Die Zusammensetzung des Hofstaats änderte sich dabei, je nachdem, durch welches Gebiet man zog und welche Adligen sich dem Hof mit ihrem Gefolge auf dieser Reise anschlossen oder sich auch wieder von ihm entfernten.
Im Laufe eines Jahres wurden dabei erstaunliche Strecken zurückgelegt. Historiker errechneten anhand von Urkunden, dass z. B. Kaiser Heinrich VI. und sein Gefolge zwischen dem 28. Januar und dem 20. Dezember 1193 mehr als 4.000 Kilometer kreuz und quer durch Deutschland reisten. Die Rekonstruktion der Reisestationen ergab hierbei folgende chronologische Abfolge: Regensburg – Würzburg – Speyer – Hagenau – Straßburg – Hagenau – Boppard – Mosbach – Würzburg – Gelnhausen – Koblenz – Worms – Kaiserslautern – Worms – Haßloch – Straßburg – Kaiserslautern – Würzburg – Sinzig – Aachen – Kaiserswerth – Gelnhausen – Frankfurt am Main – Gelnhausen.
Das Reisekönigtum diente einerseits dem besseren Überblick über das Reich, gleichzeitig ermöglichte es aber auch die Kontrolle über lokale Fürsten und diente somit dem Zusammenhalt des Reiches. Damals wurde Herrschaft über persönliche Beziehungen ausgeübt (Personenverbandsstaat), wozu es auch erforderlich war, persönlich den Kontakt mit den Beherrschten zu suchen. Andererseits war es auch nur durch die Reisetätigkeit möglich, die wirtschaftlichen Bedürfnisse des Hofes zu stillen, da es damals aufgrund der unzureichenden Verkehrswege noch nicht möglich war, eine größere Gruppe von Menschen dauerhaft am selben Ort zu versorgen. Anstatt die Lebensmittel zum Hof zu schicken, wanderte der Hof folglich zu den Lebensmitteln. [Reisekönigtum, Wikipedia, abgerufen am 23.07.2017]

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Gut, daß ich in Urlaub war! 
Genauso, wie unsere Mainstream-Medien die Konfliktparteien in Libyen und Syrien für das mündige und unbedarfte Laienpublikum sprachlich-griffig als »prowestliche« und in der Ukraine als »prorussischen Rebellen« etikettiert, handelte es sich in Hamburg um den sogenannten »schwarzen Block«.
Und genauso reflexhaft, wie Gaddhafi, Saddam Hussein und Putin als »kleine Hitler« etikettiert wurden, sieht sich nun der politisch »linke Block« (wir stehen ja vor der Bundestagswahl) genötigt, zu betonen, daß sich Links-Sein und Gewalt ausschließen.
siehe dazu:
- Das angebliche Gewaltproblem der Linken (Post, 21.03.2015)

In dem ganzen Interpretations-Trubel, in dem verzweifelt versucht wird, anhand der Meinungshoheit Gut und Böse ausfindig zu machen (besser: nicht ausfindig machen, sondern Gutmenschen-Religion-adäquat zuzuweisen), geht zwangsläufig die inhaltliche Diskussion über die Globalisierungskritik unter. 
auch wenn’s langweilt:
- TTIP-Verhandlungen: Angeblich Demokratie und Transparenz (Post, 07.12.2014)

So was Dummes auch! Und da wir uns seit den Zeiten von Baader-Meinhof auf das Gewaltmonopol des Staates geeinigt haben, fällt die Tatsache, daß es auch so etwas wie strukturelle Gewalt gibt, unter den Tisch.

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„Strukturelle Gewalt ist die vermeidbare Beeinträchtigung grundlegender menschlicher Bedürfnisse oder, allgemeiner ausgedrückt, des Lebens, die den realen Grad der Bedürfnisbefriedigung unter das herabsetzt, was potentiell möglich ist.“ [Stukturelle Gewalt, Der Ansatz von Galtung, Wikipedia, abgerufen am 23.07.2017]
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mein Kommentar:
Angesichts der beeindruckenden Schwarmintelligenz großer Menschenmassen 
(=> Vergesst Trump, lest Spitzer!, Post, 10.05.2017) 
dürfte das Adjektiv »vermeidbar« in Galtungs Definition diskussionswürdig sein!

zur strukturellen Gewalt des Westens:
- Jean Ziegler: „Geierfonds - Quintessenz krimineller Bankenaktivitäten“ (Post, 09.10.2014)

Das Wichtigste scheint mir der Versuch zu sein, die Bevölkerung ruhig zu halten und hinter der Fahne zu sammeln! 
Merke:
Putin muß nicht nur der Böse sein,
wir brauchen ihn als Personalisierung des Bösen, wogegen wir zu kämpfen haben.
Aus diesem Grund auch die markigen Sprüche von der Bekämpfung der Fluchtursachen.
Beim AltermannBlog bin ich auf folgenden Link gestoßen:
- Flüchtlinge: EU schränkt Export von Schlauchbooten nach Libyen ein (ZON, 17.07.2017)
Für Beschränkte wie mich:
Die EU-Außenminister sehen mit einen Grund, weshalb sich so viele Leute übers Mittelmeer wagen, in der Anzahl der zur Verfügung stehenden Schlauchboote.
… aber anscheinend nicht 
- im Leerfischen von Westafrikas Küstengewässern oder
- im illegalen Deponieren von Giftmüll (auch Nuklearabfall – siehe Areva:
AREVA, Kernkraft und Profiteure: verschwundene Milliarden…, Post, 29.10.2016) 
- im Erzwingen von Knebelverträgen (siehe EPA:
EPA – TTIP für Arme und die Werte des »alten Europa«, Post, 23.09.2015)
oder
- im Überschwemmen des westafrikanischen Marktes mit subventionierten Geflügel-Abfällen!
siehe dazu:
- Westafrika: Europa erzeugt die Flüchtlinge selbst (Post, 02.08.2016)

Was wäre wohl geschehen, wenn eine Woche nach dem G20-Gipfel bekannt geworden wäre, daß die Polizei die Vorgaben für die Anwendung von Reizgas nicht beachtet hat?
- G20-Krawalle: Polizisten ignorierten Reizgas-Vorgabe des Hamburger Einsatzchefs (Ansgar Siemens, SPON, 16.08.2017)
- G20-Polizeieinsatz: Polizisten sollen Reizgas-Vorgabe ignoriert haben (ZON, 16.08.2017)


Was wäre wohl geschehen, wenn eine Woche nach dem Tod von Benno Ohnesorg herausgekommen wäre, daß die Steinewerfer vom Abend des 2. Juni 1967 – herbeigesehnter Anlass für den Wunsch vieler in Kompaniestärke in die Bereitschaftspolizei übernommenen Wehrmachtsangehöriger, den langhaarigen Studenten mal so richtig die »Birne weichzuklopfen« [Zitat aus dem Benno-Ohnesorg-Film] – gegenüber der Deutschen Oper Polizisten in Zivil waren? 
siehe dazu:
- Demonstration am 2. Juni 1967 in West-Berlin, Vor der Deutschen Oper (Wikipedia, abgerufen am 23.07.2017)
- Heute vor 50 Jahren – 2. Juni 1967: Benno Ohnesorg wird erschossen (Post, 02.06.2017)

Was wäre wohl passiert, wenn der Papst (oder der Dalai Lama oder eine große, angesehene Organisation wie der IPPNW) wenige Tage nach dem unseligen Auftritt von Colin Powell vor dem UN-Sicherheitsrat im Februar 2003 aufgestanden wäre und öffentlich verkündet hätte, daß Powells Einlassungen eine Lüge seien?
siehe dazu:
- Powell: „Schandfleck meiner Karriere“ (FAZ, 09.09.2005)
- Irak-Krieg: Saddam Hussein hatte keine Verbindungen zu al-Quaida (Süddeutsche Zeitung, 07.12.2008)

Die aufgeregte Post-G20-Medien-Quasselei mit reflexhaften Schuldzuweisungen und Rücktrittsforderungen macht auch die Vorkommnisse in Genua 2001 vergessen (ist ja auch schon eine halbe Generation her):
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Der G8-Gipfel in Genua war ein Treffen der Gruppe der Acht in der italienischen Stadt Genua. Der 27. G8-Gipfel fand vom 18.bis zum 22. Juli 2001 statt. Er wurde von schweren Auseinandersetzungen zwischen der italienischen Polizei und Globalisierungskritikern überschattet, bei denen Carlo Giuliani von einem Polizisten erschossen und hunderte Personen verletzt wurden. Besondere Aufmerksamkeit erregte der Einsatz von Folter und Misshandlungen durch italienische Sicherheitskräfte. Die juristische Aufarbeitung dauert bis heute an.
Seit dem Gipfel und verstärkt nach den Terroranschlägen am 11. September 2001 gilt nach dem Summit policing der Grundsatz, für G8/G20-Gipfel einen Ort zu wählen, der möglichst abgelegen ist und gut abgesichert werden kann. Laut Tony Blair soll verhindert werden, dass die publizistische Wirkung von Protesten den Gipfel in den Augen der Öffentlichkeit ruiniert.[1] [G8-Gipfel in Genua 2001, Wikipedia, abgerufen am 23.07.2017]
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Im sogenannten Bolzaneto-Prozess wurden Misshandlungen an Demonstranten durch Polizisten und Wachpersonal im Rahmen des G8-Gipfels in Genua (Italien) in der Polizeikaserne Bolzaneto verhandelt. […]
m 14. Juli 2008 sind 15 Angeklagte wegen brutalen Vorgehens gegen Demonstranten zu Gefängnisstrafen von fünf Monaten bis fünf Jahren verurteilt worden, während 30 Angeklagte freigesprochen worden.[2] Die Höchststrafe erhielt dabei der für die Sicherheit in dem Gefängnis verantwortliche Beamte Antonio Biagio Gugliotta.
Es gab noch mehrere andere Verfahren, die sich mit Vorwürfen über Polizeiwillkür im Umfeld des G8-Gipfels befassten, z. B. mit der Klärung der Vorkommnisse an der Scuola Diaz[3]. [Bolzaneto-ProzessWikipedia, abgerufen am 23.07.2017]
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siehe auch:
- Polizei in Italien bestätigt Folter bei G8-Gipfel 2001 (Neues Deutschland, 19.07.2017)

- G8-Gipfel 2001: Gericht verurteilt Italien wegen Folter (ZON, 22.06.2017)
G8-Gipfel I (2001) - Gipfelstürmer – Die blutigen Tage von Genua (Beste TV-Dokumentation 2002) (Pyromania Arts Foundation, youtube, veröffentlicht am 22.12.2015, Deutscher Fernsehpreis für die beste Dokumentation 2002 "Die Story - Gipfelstürmer" des WDR vom 24. Juli 2002)

Wer da nicht an die Schah-Proteste 1967 in Berlin denkt, dem kann ich auch nicht helfen!
übrigens:
- »Der größte Einzelerfolg der CIA« (Post, 01.05.2012)

Was würde geschehen, wenn  der Dreck, den Gladio am Stecken hat, innerhalb kurzer Zeit Allgemeinwissen würde?


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Aldo Moro (Audio-Datei / Hörbeispiel anhören?/i; * 23. September 1916 in MaglieApulien; † 9. Mai 1978 in Rom) war ein italienischer Politiker der Democrazia Cristiana. 1963–1968 und 1974–1976 war er Ministerpräsident seines Landes. Er wurde von der Terrororganisation Rote Brigaden entführt und von Mario Moretti ermordet. [Aldo MoroWikipedia, abgerufen am 23.07.2017]
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dagegen:

- Politische Morde (4) Der Fall Aldo Moro (Ein Film von Michael Busse und Rosa Maria Bobbi, 3sat, 07.10.2004, Zitat aus der Sendungsankündigung:)
"Es gibt stichhaltige Indizien, dass auch die Geheimdienste bei der Entführung dabei waren", so die Untersuchungskommission "Terrorismus und Massaker", welche von 1994 bist 2000 unter dem Vorsitz von Giovanni Pellegrino die Entführung erneut beleuchtete. […] Mit neuen Fakten und Zeugenaussagen belegt der Film […] die mörderische Verstrickung des Staates in den Fall Moro.
- Dossier: Mein Blut komme über euch – Der ungeklärte Fall Aldo Moro (Jessica Kraatz Magri, Bruno Frankeschini, Deutschlandfunk, 02.05.2008)
- Inszenierter Terror (Reinhard Jelen, Telepolis, 25.09.2008)
- Terrorgruppe der NATO (Gerhard Feldbauer, junge Welt, 21.02.2013, zu finden bei AG Friedensratschlag)
- Aldo Moro: Mordfall wird neu aufgerollt (Marcel Ludwig, kurier.at, 19.06.2013)
- Geheimarmeen in Europa: Die Strategie der Spannung, Gladio und die Nato (Silvia Cattori im Interview mit Daniele Ganser, free21, 07.04.2016)
zum Verhältnis von Wikipedia mit Daniele Ganser siehe:
- Die dunkle Seite der Wikipedia (Post, 18.07.2016)

Schauen wir also zu, daß vorhandene Unklarheiten baldmöglichst sprachlich bereinigt werden, damit die Kiste endlich zugemacht werden kann und wieder alternativlose Ruhe herrscht!
… und wenn dann weiterhin noch irgendwas stinkt, sperren wir es für 120 Jahre weg (vier Generationen müßten genügen)!
siehe dazu:
- Verfassungsschutz will NSU-Bericht für 120 Jahre wegschließen (Thomas Moser, Telepolis, 16.07.2017)

siehe auch:
- Die Floskeln der Macht – Wie wir durch Sprache manipuliert werden (Post, 01.04.2016)
- Wie Realität hergestellt wird: Sprachverdrehungen, scheinbare Gewissheiten und Geschichtsklitterung (Post, 05.11.2016)

Montag, 17. Juli 2017

Harald Schmidt im Interview: "Inhalte belasten nur"

Harald Schmidt im Interview (2017): "Inhalte belasten nur" {2:05}

profil online
Am 17.07.2017 veröffentlicht
Entertainer Harald Schmidt (zum Interview: https://goo.gl/KFMNDA) erzählt im Interview mit profil von seiner Karriere nach der Late-Night, warum Drehort vor Inhalt geht und er nie seine Memoiren schreiben wird.

Dienstag, 4. Juli 2017

Verbot der Vorbereitung eines Angriffskrieges: § 80 StGB gestrichen

Nach Artikel 26 Absatz 1 Grundgesetz ist schon die Vorbereitung eines Angriffskrieges verfassungswidrig. Die entsprechende Strafbestimmung, der Paragraf 80 des Strafgesetzbuches, wurde gestrichen. Der neu eingefügte § 80a StGB stellt keinen Ersatz dar.

Nahezu unbemerkt von der Öffentlichkeit wurde aus dem deutschen Strafgesetzbuch zum 1. Januar 2017 der § 80 entfernt, wonach die Vorbereitung eines Angriffskrieges unter schwerste Strafe gestellt war. § 80 StGB lautete:

„Wer einen Angriffskrieg (Artikel 26 Abs. 1 des Grundgesetzes), an dem die Bundesrepublik Deutschland beteiligt sein soll, vorbereitet und dadurch die Gefahr eines Krieges für die Bundesrepublik Deutschland herbeiführt, wird mit lebenslanger Freiheitsstrafe oder mit Freiheitsstrafe nicht unter zehn Jahren bestraft.“
Allerdings fand der Artikel 26 Absatz 1 des Grundgesetzes nie Berücksichtigung. Er lautet nach wie vor: „Handlungen, die geeignet sind und in der Absicht vorgenommen werden, das friedliche Zusammenleben der Völker zu stören, insbesondere die Führung eines Angriffskrieges vorzubereiten, sind verfassungswidrig. Sie sind unter Strafe zu stellen.“ Dass die Väter und Mütter des Grundgesetzes damit erst recht die Führung eines Angriffskrieges unter Strafe stellen wollten, ergibt sich von selbst. Dennoch wurde der unmissverständliche Verfassungsauftrag wie auch die Strafbestimmung des Paragrafen 80 StGB aufgrund der politischen Interessenlage von „staatstragenden“ Juristen einfach außer Kraft gesetzt.
mehr:
- Die Strafbestimmung des § 80 StGB wurde gestrichen: Verbot der Vorbereitung eines Angriffskrieges (Wolfgang Bittner, Hintergrund, 04.07.2017)
siehe auch:
- Verschwörung um § 80: Halbe Wahrheiten zum "Angriffskrieg" (Jürgen P. Lang, BR24, 02.01.2017)
- § 80 StGB "Vorbereitung eines Angriffskriegs" ist seit 1. Januar 2017 gestrichen (Florian Rötzer, Telepolis, 07.01.2017)
Anzeige gegen Bundesregierung wg. Beteiligung am Angriffskrieg in Syrien abgewiesen – Angriff ist Verteidigung – Krieg ist Einsatz – Propaganda ist Wahrheit – Unrecht ist Recht (Post, 13.07.2016)


aktualisiert am 16.10.2017

Freitag, 23. Juni 2017

Über den Verlust des kritischen Denkens und warum wir es wieder brauchen. Vortrag von Albrecht Müller in Heidelberg.

Auf Einladung der Heidelberger Regionalgruppe des Evangelischen Studienwerks Villigst untersucht der Herausgeber der NachDenkSeiten, ob und wie das gut ausgebildete Bürgertum seiner Aufgabe als kritischer Begleiter des politischen Geschehens gerecht wird. Das Ergebnis seiner Analyse: Weitgehend wird es seiner Aufgabe nicht mehr gerecht.

Die geistig gut trainierten Menschen haben leider wenig Einsicht in die sozialen und wirtschaftlichen Verhältnisse der Mehrheit unseres Volkes, vor allem des Prekariats – also jener Menschen, die wenig verdienen, in ungesicherten, vermögenslosen Verhältnissen leben und oft verschuldet sind.

Das Bürgertum, so sein Bericht, hat leider wie in der Weimarer Zeit wenig Einblick in gravierende Manipulationsvorgänge. Sie, oft Leserinnen und Leser von „Zeit“, „Spiegel“, „FAZ“ und der „Süddeutschen Zeitung“, sind genauso verführbar wie die Bild-Zeitungsleser.

Die Vergangenheit lehrt: Eine Demokratie kommt schwer zum Wanken, wenn sich der politische Willensbildungsprozess und das politische Leben insgesamt nicht auf ein waches Bürgertum, auf eine starke Gewerkschaftsbewegung und auf lebendige Parteien abstützen kann. Davon, das es diese wichtigen Säulen noch gäbe, kann man heute nicht mehr sprechen, übrigens genauso wenig wie in der Weimarer Republik. Das evangelische Studienwerk wurde 1948 gegründet, um einem Versagen wie in der Weimarer Zeit ein bisschen entgegenzuwirken.

mehr:
- Über den Verlust des kritischen Denkens und warum wir es wieder brauchen. Vortrag von Albrecht Müller in Heidelberg. (NachDenkSeiten, 23.06.2017)

Freitag, 16. Juni 2017

Whistleblower: Vorsicht beim Drucken!

Moderne Drucker und Kopierer verraten eine Menge Informationen über ihre Nutzer. Wer bei der Weitergabe von Dokumenten später nicht identifiziert werden möchte, sollte das berücksichtigen.

Nachdem eine US-Whistleblowerin offenbar durch das von ihr weiter gegeben NSA-Dokument identifiziert werden konnte, ist die Diskussion um bestimmte Sicherheitsmechanismen beim Digitaldruck wieder aufgeflammt. Bereits seit vielen Jahren ist bekannt, dass Farblaserdrucker und -kopierer ihre Ausdrucke mit fast unsichtbaren Mustern aus gelbem Toner eindeutig identifizierbar machen.

Die Pünktchen-Codes enthalten die eindeutige Seriennummer des Druckers sowie Datum und Uhrzeit. Offiziell sollen diese Signaturen – auch Machine Identification Code (MIC) genannt – dem Aufspüren von Geldfälschern dienen. In der Praxis der Strafverfolgung spielt das nach c't-Recherchen aber eine eher untergeordnete Rolle. 
Vielmehr sei die versteckte Signatur auf massives Drängen der Sicherheitsbehörden vor allem in den USA entwickelt worden, bestätigte ein ehemaliger Xerox-Manager gegenüber c’t bereits 2005 (Datenschützer entschlüsseln Geheimcode auf Farblaserdrucken).
mehr:
- Anonymes Drucken und Kopieren nahzu unmöglich (Tim Gerber, Heise Online, 06.06.2017)


Bob Dylan: Der Lümmel aus der letzten Reihe

Endlich hat Bob Dylan seine Nobelpreisrede abgegeben. Und dann das: Der Barde hat abgeschrieben – aus einer Interpretationshilfe für Schüler. Fraglos ein Geniestreich! 

"Elias Canetti did not deliver a Nobel Lecture." Diesen kurzen Satz liest man beiläufig auf der offiziellen Website des Nobelpreiskomitees. Im Fall Dylan ging es anders, denn um seine Rede hat man einen großen medialen Tanz gemacht. Erst fünf Tage vor Ablauf der Frist hat der Barde den von ihm selbst gelesenen Text in Form eines Videos mit Klavierbegleitung in Stockholm abgegeben. Ansonsten, so hat es geheißen, wäre ihm das Preisgeld nicht ausbezahlt worden. Echt jetzt? 

Geht man so mit einem Nobelpreisträger um? Setzt man ihm Fristen und zwingt ihn zu einem Vortrag oder einer Vorlesung, die er möglicherweise gar nicht halten will? Vom Verhalten Dylans war das ehrwürdige Komitee schnell genervt. Nachdem der Ausgezeichnete nach Zuerkennung des Preises ein zu lang gedehntes akademisches Viertelstündchen gebraucht hatte, um für die Akademie erreichbar zu sein, richtete ihm eines ihrer Mitglieder, Per Wästberg, via Presseagentur aus: "Wenn er (Dylan) sich in nächster Zeit, sagen wir innerhalb des nächsten Monats, nicht melden würde, dann fände ich das unhöflich und arrogant." Eine Privatmeinung eines einzelnen Jurors, beeilte sich die Akademie klarzustellen. 

Kurzes Glück verbreitete sich in den heiligen Hallen, nachdem Dylan seine lecture endlich abgegeben hatte. Sara Danius, die Vorsitzende des Literaturnobelpreiskomitees, sprach von einem "außerordentlichen" und "eloquenten" Text und zeigte sich darüber erfreut, dass das "Abenteuer Dylan" damit zu Ende gehe. Ein bisschen klang das so, als wollte sie einen renitenten Schüler loben.
mehr:
- Bob Dylan: Der Lümmel aus der letzten Reihe (Ein Kommentar von Klaus Kastberger, ZON, 15.06.2017)
siehe auch:
- Endlich: Bob Dylan kriegt den Literaturnobelpreis – »The way we look at the world…« (Post, 13.10.2016)

Donnerstag, 15. Juni 2017

Heute vor 550 Jahren – 15. Juni 1467: Karl der Kühne wird Herzog von Burgund

Alles gewagt und alles verloren 

Ein prächtiger Ritter, seiner Macht bewußt:
Karl der Kühne, Herzog von Burgund, 

Ölgemälde von Peter Paul Rubens, um 1618
Der von Tatendrang strotzende Karl der Kühne (1433-1477) war der Letzte der vier großen Burgunderherzöge, die ein Mittelreich zwischen Frankreich und Deutschland regierten. Gestützt auf den Reichtum der Handelsstädte Flanderns, wurde ihr glänzender Hof zu einem Kunst- und Kulturzentrum der Renaissance. Seine prunkvollen Feste sorgten für Gesprächsstoff in ganz Europa.

Bereits als Prinz war Karl in Kämpfe gegen Frankreich und in Intrigen am französischen Hof verwickelt. Sein Herrschaftsgebiet vergrößerte er mithilfe von Geld: Den Habsburgern kaufte er das Oberelsass und den Breisgau ab, auch erwarb er das Herzogtum Geldern und Lothringen. Die Heirat seiner einzigen Tochter Maria mit dem späteren Kaiser Maximilian ließ Karl von der deutschen Königskrone träumen. 

Dem listigen französischen König Ludwig XI. (1423-1483) war der stolze, aber politisch unbedachte Karl jedoch nicht gewachsen. Ludwig hetzte die Schweizer Eidgenossen gegen Burgund auf. 1476 erlitt Karl bei Grandson und Murten verheerende Niederlagen. Im Januar 1477 fiel er im Kampf gegen die Schweizer bei Nancy. Sein nackter, ausgeplünderter und von Wölfen angefressener Leichnam wurde erst zwei Tage später im Eis entdeckt. Frankreich und die Habsburger teilten Burgund unter sich auf. 

 Harenberg - Abenteuer Geschichte 2017


Karl der Kühne. Zweiter Versuch eines europäischen Mittelreiches. Sehen wir noch einen dritten ? {53:50}
Hochgeladen am 07.01.2012
»Bedrängnis, Angst und große Mühsal« Die Belagerung von Neuss durch Karl den Kühnen 1474/75 http://www.stadtarchiv-neuss.de/texte... 
Ich bin in Neuss geboren und wohnte in unmittelbarer Nähe der alten Stadtmauer, die Karl zehn Monate lang vergeblich belagerte. Als Kind buddelte ich so um das Jahr 1959 mit Hilfe eines alten Wehrmacht-Klappspatens Unmengen von Resten alten Kriegsgerätes aus.

Mittwoch, 14. Juni 2017

Schreibfehler und Terroralarm

Das Musikfestival Rock am Ring wird vor ein paar Tagen wegen Terrorverdachts unterbrochen. Die Polizei stellt einen Bezug zur Salafistenszene her - zwei Aufbauhelfer geraten in den Fokus. Nun stellt sich heraus: Ein Tippfehler löste den Alarm aus. 

Schreibfehler bei den Namen zweier Aufbauhelfer haben den Terroralarm beim Musikfestival "Rock am Ring" ausgelöst. "Die Namen der Verdächtigen waren falsch geschrieben, wiesen aber eine phonetische (klangliche) Ähnlichkeit mit den realen Schreibweisen auf", sagte der Präsident des rheinland-pfälzischen Landeskriminalamts (LKA), Johannes Kunz, der Mainzer "Allgemeinen Zeitung". 

Das Festival "Rock am Ring" mit 87.000 Besuchern in der Eifel war Anfang Juni wegen Terrorverdachts unterbrochen worden. Die Namen der beiden Aufbauhelfer eines Frankfurter Subunternehmens passten wegen der Schreibfehler nicht zu den Personallisten der Veranstalter. Das rheinland-pfälzische Innenministerium bestätigte damals den Verdacht einer Verbindung zu hessischen Salafisten.
mehr:
- Rock am Ring unterbrochen: Panne löste Terroralarm bei Festival aus (14.06.2017)

mein Kommentar:
Gottseidank haben wir noch keine automatisierten, selbstschießenden Drohnen!

Sexueller Mißbrauch an Kindern: Was nicht sein darf, das nicht sein kann!

Sie werden als Kinder sexuell missbraucht, doch niemand glaubt ihnen, niemand hilft. Das ist ein erstes, erschütterndes Ergebnis der Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs. 

Zuletzt war es ein Fall in Lübeck, der bundesweit Aufmerksamkeit erregte. Ein Vater vergewaltigte seine damals zweijährige Tochter mehrfach gemeinsam mit einem anderen Mann. Den Missbrauch an dem sich verzweifelt wehrenden und vor Schmerzen schreienden Kind zeichneten sie mit Handykameras auf, um die Videos im Internet zu verbreiten. Den Tätern wird jetzt der Prozess gemacht, ihnen drohen hohe Strafen. Doch was ist mit dem missbrauchten Kind? 

Um den Opfern, die oft noch nach Jahrzehnten unter diesen Taten leiden, eine Stimme zu geben, wurde im vergangenen Jahr die unabhängige Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs eingerichtet. Heute legt sie ihren ersten Zwischenbericht vor. "Der Bericht ist tief erschütternd", sagte der Missbrauchsbeauftragter des Bundes, Johannes-Wilhelm Rörig, schon vor der Veröffentlichung. Er gebe einen intensiven Einblick in das Leid missbrauchter Kinder und das Versagen ihres Umfelds. 

"Manche Betroffene haben zum ersten Mal über ihre Erlebnisse gesprochen", betonte Rörig. Seit dem Start meldeten sich demnach bei der Kommission rund 1000 Betroffene und andere Zeitzeugen für eine vertrauliche Anhörung. Davon fanden bisher rund 200 statt. Zusätzlich gingen 170 schriftliche Berichte ein. Die Kommission untersucht sämtliche Formen von sexuellem Kindesmissbrauch in der Bundesrepublik und in der DDR.
mehr:
- Sexueller Missbrauch: Kommission erschüttert über das Ausmaß (Solveig Bach, n-tv, 14,06,2017)